Nr. 380 43.Jahrgang
1. Beilage des des Vorwärts
Die Eisenbahnkatastrophe in Bayern .
11 Tote, 7 Schwer und 18 Leichtverletzte.
flären.
Beileidskundgebungen von Reichspräsident und Reichskanzler.
Am Pfingstmontag, den 24. Mai dieses Jahres, ereignete sich,| gemeldet wird, trägt die Schuld an dem Eisenbahnunglück bei Langen wie noch erinnerlich sein wird, auf dem Münchener Ostbahn- bach ein Borarbeiter, der mit der Ausbesserung der Beiche beschäftigt hof ein furchtbares Eisenbahnunglüd. Ein aus Rojenhein tom- war und es unterlassen hatte, das Signal auf„ langsame Fahrt" zu war und es unterlassen hatte, das Signal auf„ langsame Fahrt" zu mender Zug fuhr auf einen haltenden, aus Berchtesgaden getom- ftellen. Dieser Vorarbeiter ist flüchtig geworden. Die Staatsanwalt menen beschleunigten Personenzug auf. 23 Tote und 60 Schwer. Ichaft hat sich nach Langenbach begeben, um die Schuldfrage zu verlegte waren die Folgen des Zusammenstoßes. Unmittelbar im Anschluß an diese Tragödie machte der Borwärts" auf Grund von Material des Bezirks Südbayern des Einheitsverbandes der Eisenbahner auffehenerregende Mitteilungen über unerhört lange Dienstschichten des bayerischen Fahrperjonals und über die Gefahren des fortgefehten Beamtenabbaues. Nun ist der bayerische Anteil der Reichs eisenbahn abermals von einem außerordentlich schweren Eisenbahnunglüd in Freising betroffen worden und wieder ist es ein beschleunigter Personenzug. Man sollte also bei den Nachforschungen nach den Ursachen dieses Unglücs auch nicht vergessen festzustellen, ob in dem Betrieb immer noch ein unausgeruhtes, über anstrengtes Personal tätig sein muß. Jedenfalls wünscht die Bevölkerung hierüber eine bündige amtliche Erklärung zu hören. Wie die Hauptverwaltung der Reichsbahn in Berlin mitteilt, ist der beschleunigte Personenzug an einer GleisUmbaustelle, an der die vorschriftsmäßigen Langsam- Fahrtfignale aufgesteckt waren, entgleift.
Dieser Erklärung wird die restlose Auf klärung hoffentlich bald folgen. Nicht 12 Tote, wie die ersten Nachrichten meldeten, sondern 11 Tote find zu verzeichnen, sowie 7 Schwer- und 18 Ceichtverlegte. Die Liste der bisher ermittelten Toten weist teine Berliner Namen auf. Um die Mittagsstunde des geftrigen Tages erschien die Staatsanwaltschaft an der Unglücksstätte, um Erhebungen über die Schuldfrage vorzunehmen.
Wie das Unglück geschah.
Ueber den Hergang des Unglüds gibt BTB. auf Grund der Angaben von Augenzeugen folgende Schilderung:
Berlin , 13. Auguft.( WTB.) Der Reichspräsident hat an die Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn folgendes Telegramm gerichtet:„ Tiefbewegt durch die Nachricht von dem schweren Eisenbahnunglück auf Bahnhof Langenbach bitte ich den Hinterbliebenen der Getöteten meine herzlichste Anteilnahme, den Berletzten meine besten Wünsche für ihre Wiederherstellung zu übermitteln. Hindenburg , Reichspräsident."
Berlin , 13. Auguft.( WTB.) Reichskanzler Dr. Marg hat an die Gruppenverwaltung Bayern der Reichsbahngesellschaft in MünBayern der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist erneut von einem chen das folgende Telegramm gerichtet:„ Die Gruppenverwaltung fchmeren Unglüd betroffen worden. Zu meinem größten Bedauern find kostbare Menschenleben zum Opfer gefallen. Ich bitte, den Angehörigen der tödlich Verunglückten die wärmste Anteilnahme der Reichsregierung auszusprechen und den Berlegten beste Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln. gez.: Reichskanzler Marr." Beileidskundgebungen der bayerischen Regierung.
München , 13. Auguft. Ministerpräsident Dr. Held hat sich, mie bereits gemeldet, fofort nach dem Bekanntwerden des schweren Eisenbahnunglücs in Langenbach persönlich an die Unglüdsstelle begeben. Im Anschluß daran stattete der Ministerpräsident den Berlegten im Freisinger Krantenhaus einen Besuch ab.
Einheitlicher Schrankenanstrich.
Die Reichsbahn entscheidet fich für weiß- rof. Maßgebende Stellen der Reichsbahnverwaltung haben sich einer hiefigen Korrespondenz gegenüber zur Frage des einheitlichen An striches der Eisenbahnschranken, die auch im„ Vorwärts" schon behandelt wurde, geäußert.
Der beschleunigte Personenzug 858, welcher in Freifing vor. mittags 9,33 Uhr eintreffen soll, passierte nach Angaben des Lofomotioführers in fahrplanmäßigem Tempo( 72 Kilometer Stunden geschwindigkeit) den Schienenwechsel bei Langenbach, welcher sich 7 Meter von der Straßenüberquerung der Distriktstraße Langenbach- Inkofen bereits im Gebiet der Station Langenbach und zwar gegenüber dem Stellwerk befindet. An diesem Wechsel wurden am Freitag morgen unmittelbar vor dem Unglück Gleis= auswechslungen vorgenommen. Nach Angabe der in Frage fommenden Arbeiter war der Wechsel zur Zeit des Durchfahrens des fälligen Zuges paffierbar. Die 72 Tonnen schwere Maschine sowie der Backwagen und drei Personenwagen hatten den Wechsel bereits passiert, als plötzlich eine Fangschiene eine Schrauben 3minge fortschlug, wodurch vermutlich der Wechsel teilweise weiter, während der Spizenwagen des abgerissenen Wagens entgleiste und noch ein gutes Stück weiterfuhr. Dann überschlug er cuf die linke Seite des Bahnförpers, wo er in vollkommen pertifaler Lage liegen blieb. Der abgestürzte Wagen riß dabei von dem weiteren Zugteil ab. Bei den folgenden Wagen war vermutlich die automatische Bremsvorrichtung, die bei piöglichem Abreißen des Zuges wirksam werden soll, in Funktion getreten, denn die nächsten fünf Personenwagen waren zum Teil schräg stehengeblieben und umgelegt, sowie mit ihren Kopfteilen ineinandergeschoben. Der voll- chieden. Zum Teil zeigen sie Schrankenanstriche, die sich mit den fommen umgestürzte Wagen enthielt Reisende aus der Rich tung Regensburg. In diesem Wagen befanden fich fämtliche Toten und die Verletzten. Die letzten Wagen, die aus der Richtung Bassau tamen, stehen unbeschädigt auf dem Bahnkörper, nur die Kopfseite des ersten Wagens ist eingedrückt.
verstellt wurde. Der Zug glitt infolgedessen ab. Der erste Teil fuhr
Der Schuldige am Unglück ein Vorarbeiter? München , 13. Auguft.( TU.) Wie der Bayerischen Staatszeitung von einem an die Unfallstelle entsandten Berichterstatter
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Die Figurantin.
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Roman eines Dienstmädchens von Léon Frapié . Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von Kunde- Grazia. Herr Benoit kannte noch schrecklichere Vorkommnisse; Irrtümer, fälschliche Anklagen, von denen sich die unglüd lichen Mädchen nicht freimachen konnten. Denn es besteht immer gegen das Dienstmädchen Verdacht, es ist unwissend, ungeschickt, wehrlos.
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Man hatte Furcht. Herr Benoit ließ sie von der Justiz hingemordete Zwangzigjährige schauen, deren Mund konvul fivisch aufgerissen war, und die ihre Unschuld nicht hatten hinausschreien fönnen aus den Fenstern der sechsten Etage Hinabgesprungene, deren zerschmettertes Antlig noch das Entsetzen darüber bewahrte, ohne eine Hilfe das ungerechte Zetergeschrei aller Welt gehört zu haben. das war der Augenblick, den Herr Benoit wählte um seine Ware anzubieten:„ Der Erfolg des Tages, Liebesfrühling, Tert und Musik, zehn Sous." gaben ihre Silbermünzen hin, wie um die Verschwiegenheit eines gefährlichen Zeugen zu erkaufen, und um aller Mund spielte ein entsetzliches Lächeln, das ihre Zähne bloßlegte, wie die Zähne von Erdrosselten.
Man zitterte,
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Alle
Die sechste Etage erhielt auch den Besuch früherer Dienstmädchen, die Prostituierte geworden waren und ihre einstigen Freundinnen nicht vergessen hatten.
Und das war eine Kategorie von Geschöpfen, die selbst nach Jahren des Dirnentums und unter den pompöfesten Berkleidungen" das Aussehen von Geschirraufwäscherinnen behielten.
Eine von ihnen, namens Julie Tacot, pflegte gegen Mitternacht in Sulettes Haus zu kommen, um Effen zu erbetteln, wie sie sich ausdrückte.
Unerklärlicherweise bot ihr Gesicht einen Anblick, als fei fie geohrfeigt worden: es war breit, von normannischem Typus; der sommersprossige, meder blaffe noch gesunde Teint glich eher der Farbe gebrühten Fleisches, das gelbe Haar ließ das Geficht noch bleicher erscheinen, und die ftarren, blauen, übergroßen Augen schienen sich zu bemühen, ihm alles Leben zu entziehen.
Julie Tacot brach oben auf der letzten Stufe zusammen und verschlang, ohne ein Wort zu reden, gierig, was man ihr gab.
sichtigte Anordnung Die von der Deutschen Reichsbahngesellschaft beabeines einheitlichen Schranken= anstrichs hat bekanntlich zu politischen Erörterungen und neuer dings auch zu einer Anfrage im Reichstag Anlaß gegeben. Mit der geplanten Maßnahme der Reichsbahn wird aber lediglich eine Erhöhung der Berkehrssicherheit auf den bewachten Schienenübergängen bezweckt. Die geschlossene Schranke bildet ein gefährliches Straßenhindernis, das bei nicht rechtzeitiger Erkennung durch Kraftwagenführer die Ursache zu verhängnisvollen Unfällen abgeben kann. Um diese Gefahren zu vermindern, muß dafür gesorgt werden, daß die Stellung der Schranken gut sichtbar ist. Die jetzt durch Reichsgefeß angeordnete Aufstellung von Warnungstafeln für den Kraftwagenverkehr trägt der seit Jahren von den Kraftverkehrtreibenden gestellten Forderung auf einheitliche Kennzeichnung der Wegeübergänge Rechnung. Als restlos erfüllt kann diese Forderung aber erst dann angesehen werden, wenn auch bei der Sichtbar machung der Schrankenbäume nach einheitlichen Gesichtspunkten verfahren wird. Die jetzt an den Reichsbahnstrecken vorkommenden Schrankenanstriche sind außerordentlich Der= jeweiligen an desfarben decken, zum Teil sind sie in anderen aus 3medmäßigkeitsgründen gewählten Farben gestrichen. Vielfach ergeben sich dabei Farbenzusammenstellungen, die die Schrankenbäume nur wenig vom Hintergrunde abheben. Die Erfahrung, daß sich manche Landesfarben nicht als Farbenzusammenstellung für Schrankenanstriche eignen, haben die früheren badischen und württembergischen Staatseisenbahnen schon vor langen Jahren gemacht und für ihre Schrankenbäume einen weiß roten Anstrich an Stelle der Landesfarben gewählt. Auch außerhalb Deutschlands findet man vielfach Schrankenanstriche, die von den Landesfarben abweichen,
Manchmal schlummerte sie unterm Kauen ein, und es passierte ihr, daß sie eine ganze Etage herunterrollte. Ohne sich zu rühren, behielt sie bisweilen das Essen vor sich im Schoß ihres Kleides, den ersten Bissen Brot im Munde, ohne ihn hinunterschlingen zu können: sie hatte feinen Speichel, ihre Rinnbaden bewegten sich nur mit Anstrengung in langen Zwischenräumen. Dann rollten dicke Tränen über ihre Backen, verloren sich im Mundwinkel, und sie konnte sich gierig sättigen.
Sulette gelang es schließlich, dank ihren sprechenden Zügen und aufrichtiger, ein wenig rauher Gutherzigkeit, ihr Vertrauen einzuflößen, dank auch einer gewissen inneren Verwandtschaft, einer Sympathie zwischen ihr, der Unbe= rührten und diesem gefallenen Mädchen. Und endlich muß man sagen, daß allein Sulette unter den Bewohnerinnen der Sechsten diesen höheren Instinkt hatte, dem Geschöpfe zu helfen, ohne es zum Sprechen zu veranlassen, ohne stehenzu bleiben und zuzuschauen, wie es seinen schmerzhaften Heißhunger stillte.
ständnisse aus.
Eine Nachts brach Julie Tacot mit einem Male in Ge,, Da wir zwei nur hier sind, wir zwei allein, werde ich Ihnen das Bild meiner Kleinen zeigen. Nicht wahr, sie ist hübsch?"
Die Berson hatte aus ihrem Mieder ein Rabinettbild ge 80gen, das forgfältig in ein Stüd Zeitungspapier und dann noch in einen Briefumschlag geſtedt mar. Es war eine der gewöhnlichen, auf dem Lande hergestellten Photographien: irgendein zehn Monate altes, ziemlich schwächliches Kind im Hemdchen, dessen Aufmerksamkeit man auf 3uderzeug gelenkt hatte und das sein Mündchen öffnete, um es recht voll zu be
fommen.
Julie Tacot lächelte mit furchtsamer Bewunderung diesen so wertvollen Schaz an, fie magte faum zu glauben, daß sie Eigentümerin dieses Papierstückchens sei, und ihre Stimme hatte einen träumerischen Klang:
,, Ich habe es zur Amme gegeben. Was für eine schmere Last: monatlich vierzig Franken! Aber man mußte fie troßdem schicken: kein Geld, fein Brief! Das heißt, wenn ich im Rückstand mit der Absendung des monatlichen Betrages war, dann schrieben mir die Pflegeeltern, um ihre Summe einzufordern, aber ohne mir von meinem Kinde Nachricht zu geben. Berstehen Sie? Rein Geld, feine Mitteilungen. So hielten sie es mit mir!
Kam dann die Zeit heran, mo ich Nachricht erhalten
Sonnabend, 14. August 1926
zum Beispiel in Desterreich, Italien , Holland , die weiß- schwarz haben, in Frankreich und Schweden , wo die Schranken weiß- rot gestrichen sind. Bei der durch den zunehmenden Kraftwagenverkehr notwendig gewordenen Einführung eines einheitlichen Schrankenanstriches fonnte die Reichsbahn diese Erfahrung nicht unbeachtet lassen. Es mußte eine Farbenzusammenstellung gewählt werden, die sich dem Auge schon aus großer Entfernung bei jeder Art von Hintergrund aufdrängt. Nun ist es eine weitere alte Erfahrung, daß weiß mit rot diefer Forderung am besten entspricht, weshalb auch überall die Borderseiten der Signalflügel und Signalmaste in diesen Farben gestrichen werden. Die weiß- rote Farbenzusammenstellung ist deshalb auch für den Einheitsanstrich bei der Reichsbahn vorgeschlagen worden, und zwar soll sie in der Weise zum Ausdruck kommen, daß die Schrankenbäume vollkommen weiß gestrichen werden und in der Mitte gewissermaßen als Warnungszeichen ein fleineres rotes Feld erhalten. Dieser Vorschlag ist von den befragten Krafwagenvereinigungen außerordentlich günstig aufgenommen worden, so daß sich die Reichsbahn entschlossen hat, ihn demnächst an den von den Kraftwagen häufiger benutzten Ueberwegen durchzuführen. Durch die gewählte Form des Anstrichs, wie auch durch die weitere Anordnung, daß die Eisenteile der Schrankenanlagen grau zu streichen sind, wird mit Sicherheit der Eindruck vermieden, als sei die Farbengebung einer bestimmten Landesfarbe
angelehnt.
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Das Stadtamt für Leibesübungen hatte für gestern einen großen Teil der Berliner Sportpresse zu einer Fahrt durch Berlin eingeladen, um einige neuerbaute Sportpläge zu zeigen, die im Rahmen der am 28. August beginnenden und bis zum 5. September währenden Berliner Turn- und Sportwoche 1926 eingeweiht werden sollen. Nach einem umfassenden Bericht über die Sportveranstaltungen wurde die Fahrt vom Brandenburger Tor aus begonnen, die zunächst nach dem neuangelegten Sportplat im Volkspart hohenschönhausen( im Bezirk Weißensee) führte. Der 39 Hektar große Bolkspark mit seinem großen, teilmeise hundertjährigen Baumbestand und ausgezeichnetem parfartigem Charakter, der lange in Vergessenheit schlief, ist erst seit der Eingemeindung bekannt geworden. Während sich westlich das große Wald und Parkgebiet ausdehnt, in dessen Mitte der Faule See" mit der schwimmenden Insel liegt, befinden sich weiter östlich umfangreiche Spiel und Sportplä e. Der Sportplatz ist versehen mit einer 100- meter- und einer 400- meterlaufbahn, mit Uebungsanlagen und 6 Ballspielfeldern. Ein großes massives Gebäude steht kurz vor der Fertigstellung, in dem etwa 800 Personen ihre Garderobe ablegen fönnen. Weiterhin ist eine Rodelbahn projektiert. Dieser herrliche Sportplay fommt besonders den Bewohnern von Weißensee, Hohenschönhausen und der östlichen Bezirfe zugute. Die Fahrt führte sodann nach dem Sportplag Weißensee( frühere Rennbahn), der nur Schulen zur Verfügung steht, und von dort nach dem Sportplay an der einfamen Pappel auf dem früheren Ererzierplatz in der Schön hauser Allee . Dort hat das Bezirksamt Prenzlauer Berg ganz vorzügliche Spiel- und Tennispläge angelegt, die von zahlreichen bepflanzten Alleen durchschnitten werden. Ein Planschbecken dient als Tummelplatz der Kleinen. Auf dem Plaz ist ein sehr geschmadvolles Sporthaus errichtet, das Räume zum Umkleiden für 800 Sportler, zu Versammlungszwecken und zur Erholung enthält. Die Fahrt ging von dort zum Humboldthain, der inmitten eines großen abrikvierteis liegt und in dem eine der Spielwiesen zum Sportplay mit Laufbahn usw. umgewandelt wird. Schließlich besichtigte man noch den Sportplatz am Wannsee. Dort ist eine größere Fläche, die früher nur ödes Heideland war und 22 Morgen umfaßt, in verschiedene Sportanlagen umgewandelt morden. Hier fällt ein besonders schön angelegter Platz auf, der zu Reigenfesten und Volkskämpfen dienen soll. Ferner hat die Anlage einen Turnplay, einen Hockenplatz, einen Fußballplatz und zwei Tennisplätze. Hier gab Bezirksbürgermeister Dr. Schumacher die nötigen Erklärungen, wobei er u. a. darauf hinwies, daß für anzuschaffende Turngeräte noch 800 m. fehlen, die er hofft von der Berliner Zentrale bewilligt zu bekommen, wobei er sich dann auch gleich den Betrag für die schwarzrotgoldenen Fahnen für die Zehlen dorfer Schulen bewilligen lassen könnte. Die stundenlangen Besichtigungen endeten erst in den Nachmittagsstunden mit einem Besuche des Freibades Wannsee , wo ebenfalls neue Anlagen und Erholungspläge geschaffen worden sind, da der außerordentlich starke Zuspruch bis jetzt haben in diesem Jahre über 561 000 Personen das Freibad besucht eine wesentliche Erweiterung des Bades erforderlich machte. Nach rechts und links ist das Freibad um viele Morgen Waldgelände erweitert worden, so daß nach An
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sollte, würde ich Geld im Feuer gesucht haben. Aber es ist mehrfach passiert, daß meine vierzig Franken hatte ich fast beisammen die Polizei mich arretierte. Verstehen Sie das? Nein, Sie können es nicht... Sie können das nicht wissen!"
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Julie Tacot zog Sulette am Aermel neben sich auf die Treppenstufe nieder. Durch die auf das Dach herausgehenden Schiebefenster beschien der Mond hell den Korridor der Sechsten und den oberen Treppenansatz. Das ganze Haus lag im Schlaf. Die Person blickte mit dem müden Ausdruck des armen Dienstboten ins Leere, schloß die Augen und wiederholte ganz leise:
,, Ohne Geld feine Nachricht."
,, Und denken Sie sich, ich kenne mein Kind nur durch die Photographie. Ha, ich habe es nicht gesehen Ich bin im Spital niedergefommen, nachdem ich erklärt hatte, daß es auf meine Roften ernährt werden sollte.
Die Geburt war sehr schwer, ich bin mehrere Tage ohne Bewußtsein geblieben, wie ich wieder zu mir gefommen, war mein Kind zur Ziehmutter geschickt worden. Man hat mir wohl die Adresse und alle Auskünfte gegeben: unglücklicherweise war es sehr weit, in der Auvergne.
Das tut nichts, ich stelle sie mir vor, ich weiß, wie sie aussieht. Ich sah sie schon in meinem Geiste, bevor ich die Photographie hatte, ich hätte sie ohnehin erkannt. Bedenten Sie, ich habe feine anderen Gedanken und nichts, nichts in der Welt, was mir gehört; ich bin auf meinen Hut drei Franken schuldig. Da erlangt man eine erstaunliche Kraft, sich das vorzustellen, was man nicht hat, was man ersehnt, besonders, wenn das ein Kind ist."
Ein Unbehagen fam über Sulette. Julie Tacot sprach mehr und mehr wie eine Somnambule, ohne eine Bewegung, mit einem gleichsam nach innen gerichteten stieren, erschreckenden Blick.
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,, Man ist wie das Futter, das lebend von den Männern, die sich amüsieren, von der Polizei, von einem Heer von Ausa beutern verschlungen wird um sich da zu entschädigen, liebt man... Berstehen Sie? Liebt ein Kind, weil es zart, meil es schmach ist... um sich dafür zu entschädigen, daß man bestohlen wird, gibt man seine Sous hin...
Und sehen Sie, meine Liebe, ein Mann, der für sein Geld genießt, sagt sich: ,, Das ist weiter nichts, weder das Weib noch die Sache." Es ist wahr, meine Liebe, es ist meiter nichts... Und trotzdem, wenn er wüßte, was für Gedanken ich im Augenblick der Hingabe hege!( Fortjehung folgt.)