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Sozialismus und Kultur.

Konferenz der Bildungsausschüsse. Blankenburg i. Th., 4. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Im An­schluß an die Tagung des Sozialistischen Kulturbundes in Blankenburg fand am Montag eine Konferenz der Bildungsausschüsse statt, die sich mit der praktisch- organi­satorischen Seite der Kulturarbeit beschäftigte. Den einleitenden Vor­trag über Ausbau und Vereinheitlichung des Arbeiterbildungswesens hielt Genosse A. Stein. Der gegenwärtige Stand der Bildungs­einrichtungen genüge nicht, erstens im Hinblick auf die intensive Tätigkeit der bürgerlichen Parteien, besonders des Zentrums und der Deutschnationalen, andererseits unter dem Gesichtspunkt der ge­steigerten Anforderungen, die an uns gestellt werden. Es ist not­wendig, umfere im politischen und wirtschaftlichen Kampf stehenden Genossen mit fachlichem und fachlichem Wissen auszurüsten und den Nachwuchs für unsere Bewegung heranzubilden. Diesem Ziele müssen die verschiedenen proletarischen Bildungseinrichtungen dienen, deren Tätigkeit vereinheitlicht und koordiniert werden muß. Inhaltlich muß eine größere Systematisierung der Bildungsarbeit angestrebt werden, die in die gesamte Arbeit der Partei und Gewerk­schaften eingegliedert werden muß. Voraussetzung dafür ist die Schaffung eines zentralisierten Bildungsapparats, der in einer Anzahl von Bezirken noch nicht vorhanden ist. Gestützt auf diese organisatorische Grundlage wird der Reichsausschuß in der Lage sein, die jetzigen verheißungsvollen Anfäße der Bildungsarbeit Lage sein, die jetzigen verheißungsvollen Anfäße der Bildungsarbeit auszubauen und die gesamte Arbeiterkulturbewegung mächtig vor­wärts zu treiben.

Anschließend hieran berichtete Genosse Döring über seine Er. fahrungen als Wanderredner des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit.

Bildungskurse.

Die Kurse konnten in den letzten Jahren erst wieder aufge­nommen werden, haben aber im ganzen zu guten Ergebnissen ge= führt. Döring leitete im verflossenen Geschäftsjahre 51 Kurse mit 2566 Teilnehmern. Am stärksten war die Altersgruppe von 30 bis 40 Jahren vertreten, während die Jugend von 15 bis 20 Jahren nur 10 Proz. der Teilnehmer stellte, die Frauen etwa 16 Proz. der Teilnehmerzahl. Notwendig sei die Aufstellung eines systematischen Arbeitsplanes für die Bildungskurse des Reichsausschusses.

Der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. R. Weimann gab einen Ueberblick über die Tätigkeit des Reichs­ausschusses für sozialistische Bildungsarbeit. Dazu gehört nicht nur die Anregung und Vorbereitung von Vortragskursen, die Heraus­gabe von Kursusdispofitionen und künstlerischen Programment würfen für Feierlichkeiten, dazu gehört vor allem die Veranstaltung von Ferienreisen und Ferienkursen aller Art und die Vermittlung von fünstlerischen und rednerischen Kräften. Ein Preisausschreiben für ein Weihnachtslaienspiel hat gute Ergebnisse gehabt. Für die Pflege des Sprechchors ist ein Sprechchorbeirat gebildet worden. Genosse Weimann stellte fest, daß das Arbeiterbildungswesen in fast allen Bezirken wieder in erfreulichem Aufstieg begriffen ist.

Debatte.

Trinkerfürsorge.

Zur Förderung des Kampfes gegen den Elfcholmißbrauch ver­anstaltet das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin einen vom 4. Oktober bis 3. November dauernden Lehrgang für Helfer in der Trinkerfürsorge. Am Montag wurde der Lehrgang unter starker Beteiligung im Stadtverordnetensaal durch Stadtmedizinalrat Prof. Dr. v. Drigalski eröffnet. Gemeldet sind über 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, und wegen voller Belegung mußten andere Meldungen in beträchtlicher Zahl einst weilen zurückgewiesen werden. In seiner Begrüßungsansprache wies der Stadtmedizinalrat darauf hin, daß die Entente bei der Einforde­rung der vom deutschen Bolt zu leistenden Kriegsentschädigungsraten unsere Zahlungsfähigkeit unter besonderer Berücksichtigung der Höhe der von uns für Alkohol aufgewendeten Beträge abschätzt. Man fönne fragen, ob das von Amerika gegebene Beispiel völliger Ver­bannung des Alkohols bei uns nachzuahmen sei, aber von dem ge­Volk loskommen. Der Redner betonte, daß mindestens die Ju­wohnheitsmäßigen Alkoholgenuß müsse das deutsche gendlichen bis zum mannbaren Alter fich ganz vom Alkohol frei halten müßten. Danach sprach Prof. Dr. Streder, der erste Vorsitzende des Hauptausschusses der Reichshauptstelle gegen den Alkoholismus, über Alkohol und Gemeinwesen". Der Schaden, den das Volksganze vem Alkoholismus habe, sei größer als aller Vorteil, den der Alkohol durch Steuereinnahmen bringen fönne. Man rede so viel von Rationalisierung der Wirtschaft, aber im schlimmsten Widerspruch hierzu stehe die übermäßige Alkohol­produktion und das durch den Alkoholismus angerichtete Unheil.

Die Polizeikonferenz.

Polizei und Verkehrsregelung.

beiden Bolligungen der Allgemeinen Bolizeikonferenz Dem Problem der polizeilichen Verkehrsregelung waren die schlossen sich unmittelbar dem Internationalen Belizeifongreß an im Plenarsizungssaal des ehemaligen Herrenhauses gewidmet. Sie und trugen in gleichem Maße wie jener internationalen Charakter. Nach einer kurzen Begrüßungsrede des Ministerial­direktors Abegg trat die Konferenz in ihre fachliche Beratung ein. Oberpolizeiinspektor Bakker- Amsterdam referierte über Straßen­bau und Verkehrsregelung. Er legte die Forderung für den Bau idealer Verkehrsstraßen dar und betonte in diesem Zusam­menhange, daß die Kosten für den Umbau veralteter Straßen und Stadtteile sich fast ganz durch die Ersparnisse auf verkehrspolizei lichem Gebiete amortifieren ließen. Regierungsrat Schuppan mies in der Aussprache darauf hin, daß Straßenbau und Verkehrsrege­lung nicht in der gleichen Hand gelegen hätten, wodurch sich eine Reihe von Schwierigkeiten der jezigen Berkehrsregelung erklären ließen. An Hand von Zahlen zeigte er, daß der Automobil verkehr in Berlin seit dem Jahre 1914 sich versechsfacht habe. Regierungsrat Bölter- Hamburg sprach über die mederne Entwid­lung der großstädtischen Verkehrsregelung. U. a. wollte er Ar= Rücksicht auf die Verkehrsregelung unterzogen wissen. Ueber die beitsbeginn und Arbeitsschluß einer Staffelung mit Notwendigkeit der Vereinheitlichung der internationalen Verkehrs­vorschriften und-regeln referierte Regierungsrat Dr. Rusch- Dres­ den . Er betonte, daß die Hauptschwierigkeit einer Verständigung auf dem Gebiete des Kraftwagenverkehrs darin liege, daß England, Schweden , die Tschechoslowakei und noch einige andere Staaten an der Linksfahroorschrift festhielten. Das führe zu einer großen Anzahl von Unfällen im internationalen Kraft­ragenverkehr. Auch die diesjährige internationale Verkehrskonfe der Berkehrszeichen nicht zu einem pofitiven Ergebnis geführt. Da renz in Paris habe, wie in dieser Beziehung, so auch in der Frage gegen habe die Konferenz zwischen den Bertretern der Polizeipräsi­bien der Großstädte und der Länder, die in Dresden tagte, zu einer Vereinheitlichung der Berkehrszeichen innerhalb Deutschlands Stellung genommen. In seinem Vortrag über Städte­Magistrat Berlin dafür ein, daß man bei Erschließung neuer Sied­bau und Verkehrsregelung setzte sich Oberbaurat Löschmann vom abhängig mache. Für Berlin forderte er, daß schon jetzt für die Straßen neue Baufluchtpläne aufzustellen seien, damit auf diese Weise einer späteren Verbreiterung der Straßen Rechnung getragen werden könne. Der Architekt Dr. Mahlberg, der zum Thema Städtebau und Verkehrsregelung" Stellung nahm, unterstrich, daß Städtebau Wirtschafts- und Verkehrsaufbau bedeute und der Verkehr gewissermaßen das Wirtschaftsmedium sei. Die Ent wicklung des Verkehrstempos werde die Großstädte von einer Geh­zu einer Fahrstadt machen. Schließlich sprach noch Regierungsrat Dr. Adriani über Moderne Theaterpolizei". In einem Schlußwort wies Ministerialdirekter Abegg vom preußischen Ministerium des Innern noch darauf hin, daß die Polizei­beamten aller Länder zu einer großen Familie ge­hörten und daß eine Vereinheitlichung und Anpassung der polizei­lichen Arbeitsmethoden eine unbedingte Notwendigkeit sei. Die Bolizei ist ein Instrument des Friedens, der Freundschaft und der Zusammenarbeit.

In der Debatte über die drei Vorträge begrüßte der Vertreter des Parteivorstandes, Genosse Adolf Braun , den Aufschwung der Bildungsbewegung, bat aber gleichzeitig, die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Herre- Leipzig berichtete über die guten Erfolge der Wochenendkurse. Fride- Berlin warnt vor den Versuchen der Unternehmer, durch besondere Institutionen eine An­hängerschar in der Arbeiterschaft heranzuzüchten. Graf- Dürenberg verlangte Konzentration auf das allernotwendigste: Erkenntnis der Wirtschaft und der Gesellschaft. Dringend notwendig sei die Be­schaffung billiger Bücher Lehrbücher für die sozialistische Bildungs­arbeit. Mette- Hamburg berichtete über die guten Erfolge der Ham- lungsgebiete alle städtebaulichen Fragen von dem Verkehrsproblem burger Bildungsarbeit, auch über die Herausgabe billiger Broschüren, die in großem Umfange vertrieben werden. Jenssen- Tinz schilderte die Tätigkeit der Heimvollshochschule Tinz. Genoffin Juchacz wünscht flärtere Heranziehung der Frauen zur Bildungsarbeit. Cenzner­3ci begrüßte die Schaffung eines zentralisierten Apparats und unterstrich die Besonderheiten der Arbeit in den ländlichen Be­zirken. Boogd Amsterdam , als Vertreter der hölländischen Arbeiter­bildungszentrale, begrüßte die Arbeiterfonferenz und schilderte die Tätigkeit der holländischen Bildungsbewegung. Eberhard- Franken begrüßte, daß alle Arbeit nun fonzentriert und systematisiert wird. Neben der Geschichte sei in der Bildungsarbeit vor allem die wirt fchaftliche Schulung notwendig. Knoll( ADGB .) ging auf den Kampf der Unternehmer um die Seele der Arbeiter ein, warnte vor Peffimismus und unterstrich die Einheit der Bildungsziele der Ge­werkschaften und der Partei. In seinem Schlußwort hob Genosse Stein die Wichtigkeit einer derartigen Zusammenarbeit hervor, die allein eine feste Grundlage für unsere gesamte Bildungsarbeit biete. Den gegenwärtigen Stand und die Bedeutung der Arbeiter­büchereien behandelte Genosse Gustav Hennig- Gera, der durch eine Umfrage wertvolles, wenn auch leider noch lüdenhaftes Material über die Benutzung der Arbeiterbibliotheken beschafft hat. Der Rückschlag, der durch den Krieg und die Nachkriegsjahre eingetreten war, beginnt sich langsam auszugleichen und an manchen Orten bereits einem Aufstieg der Lesefreude Platz zu machen. Die Unter­stügung der Büchereien durch Bereitstellung von Mitteln und vor allem die Heranziehung von Arbeiterbibliothekaren sei dringend zu wünschen.

In einem weiteren Vortrag behandelte Genosse Weimann die Frage des Radio- und Filmwesens. Der Reichsausschuß hat sich um die Möglichkeit bemüht, durch eigene Filmstreifen die Kulturarbeit der Partei darzustellen und dadurch anregend und werbend zu wirken. Aber diese Versuche haben noch immer nicht den gewünschten Erfolg, solange wir nicht auch Einfluß auf die Kinos haben, die fast alle in finanzieller Abhängigkeit von den großen Filmkonzernen sind. Bezüglich des Radio müssen wir versuchen, Einfluß auf die Sendegesellschaften zu gewinnen, um die Tendenz der Funkprogramme zu beeinflussen. Bisher ist die Programm gestaltung unter dem Deckmantel der Neutralität fast ganz antisozial. Wir werden die schärfste Kontrolle ausüben und verlangen müssen, daß auch Vorträge usw. von unserer Seite durch den Rundfunk verbreitet werden. In der anschließenden Debatte wurde von fast allen Rednern darauf hingewiesen, daß die bisherige Bragis der Rundfunksendegesellschaften sehr viel zu wünschen übrig Um 6 Uhr abends war die umfangreiche Debatte zu Ende. Die Konferenz wurde dann vom Vorsitzenden Genossen Crispien mit Worten des Dantes für die Teilnahme und die reichliche Unter­stügung geschlossen.

läßt.

Entschädigungsforderung für Magdeburg . Der Kaufmann Haas, der in der Mordaffäre Helling von dem Untersuchungs richter Rölling in Magdeburg monatelang unschuldig in Unter­suchungshaft gehalten wurde, hat nunmehr seinen Entschädi gungsanspruch gestellt. Er beläuft sich auf mehr als 500000 Mart. Ob diesem Anspruch nachgegeben wird, wird die Nachprüfung ergeben. Auf jeden Fall, Herr Kölling tommt dem Staat noch teuer zu stehen.

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einmal, wie schon so oft, vor eine vollendete Tatsache gestellt! Die neuen Männer werden kommen. Damit müssen mir uns abfinden. Wer nun aber glaubt, daß diese Kulturbeiräte" irgendeinen kulturellen Einfluß ausüben können, der hat sich gewaltig geirrt. Nach den bestehenden Bestimmungen sind diesen Beiräten tatsächlich Döllig die Hände gebunden sie haben nur eine Meinung, aber kein Amt. Sie können den Inhalt eines Programms beanstanden, fie können selbst Vorschläge machen; die endgültige Entscheidung über Anträge und Einsprüche liegt jedoch nach wie vor souverän in den Händen der Sendedirektion. Welchen Sinn haben da überhaupt noch die Kulturbeiräte?

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Artur Crispien über Rundfunkfragen. Am 7. Oftober spricht Artur Crispien im großen Saal des Berliner Gewerkschaftshauses in einer von der Bezirksgruppe Berlin des Arbeiter- Radio­Klubs einberufenen Hörerversammlung über Rundfunkfragen.

Der Revolverheld von Grünheide .

4 Jahre Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den wegen vollendeten und versuchten Totschlages angeklagten Arzneimittelfabrikanten und Billenbefizer Franz Pautsch aus Grünheide wurde noch gestern bis nach Mitternacht durchgeführt. Nachdem die Absicht des Schwur­gerichts III, am heutigen Tage einen Lofaltermin am Tatort in der Villa des Angeklagten abzuhalten, aufgegeben worden war, fonnte noch in später Nachtstunde das Urteil gefällt werden.

Die letzten Zeugenvernehmungen hatten nichts wesentlich Neues gebracht. Einige Grünheider Einwohner gaben jetzt dem Ange­flagten ein günstigeres Leumundszeugnis, als früher. Andere da­gegen hielten ihn nach wie vor für einen Händel suchenden, gewalt= tätigen Menschen. Die Gutachten der Aerzte waren widerspruchs­voll. Die Jrrenärzte von Dalldorf hielten den Angeklagten nicht für zurechnungsfähig. Medizinalrat Dr. Störmer und achten des gerichtsärztlichen Ausschusses der Stadt Berlin gestellt flagten. Auf den letzten Standpunkt hatte sich auch das Obergut­andere Gerichtsärzte dagegen verneinten den§ 51 bei dem Ange­und Pautsch für seine Taten verantwortlich erklärt. Staats­anwaltschaftsrat Bater hielt den Angeklagten des vollende­schuldig und beantragte, ihn unter Ausschluß mildernder Umstände ten Totschlages und des versuchten Totschlages in je einem Falle Puppe vertrat den Standpunkt, daß dem Angeklagten bei den zu 7 Jahren Zuchthaus zu verurteilen. Rechtsanwalt Dr. widersprechenden Gutachten der günstigste Fall zugute kommen müsse; da immerhin erhebliche Zweifel an der zurechnungsfähigkeit beständen, müßte§ 51 in Anwendung gebracht werden. Außerdem sei der Angeklagte aber auch freizusprechen, weil man annehmen gericht III stellte sich auf den Standpunkt des Obergutachtens und müsse, daß er geglaubt habe, in Notwehr zu handeln. Das Schwur­hielt den Angeklagten für verantwortlich. Im Falle der Tötung des Pförtners Magnus war das Schwurgericht jedoch genötigt, auf Freisprechung zu erkennen, da die Behauptung des Angeklagten nicht zu widerlegen sei, daß er zunächst von Magnus angegriffen worden sei und von diesem einen Schlag mit dem Hausschlüssel ins Gesicht bekommen habe. Das Schwurgericht nahm daher in diesem Falle zugusten des Angeklagten an, daß er in Butationotwehr ge­Notwehrhandlung nach Ansicht des Schwurgerichts nicht in Frage. handelt habe. Bei den Schüssen auf die Wirtschafterin tam jedoch Frau Wolter habe die Schüsse auf der Flucht vor dem Angeklagten in den Rücken bekommen. Pautsch wurde daher des versuchten Lot­schlages schuldig befunden und zu einer Strafe von vier Jahren Gefängnis verurteilt. Wegen der Höhe der Strafe wurde Pautsch im Gerichtssaal von neuem verhaftet. Er erklärte jedoch sofort, daß er gegen das Urteil Revision beim Reichsgericht einlegen

werde.

Sigung am Donnerstag um 45 Uhr. Die Tagesordnung Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche ihre bringt 60 Verhandlungsgegenstände, darunter sind 12 Anfragen und 21 Anträge und viele Magistratsvorlagen.

Ein folgenschwerer Bauunfall ereignete sich am Montag nach­Prinz- Albrecht- Straße. Der 50jährige Schlosser Karl Dahm aus der mittag auf dem Neubau des Völkerfundemuseums in der Gotenstr. 13 zu Schöneberg stürzte aus bisher noch unbekannter Ur­sache aus beträchtlicher Höhe vom Gerüst in die Tiefe, wo er be­finnungslos liegen blieb. Ein Wagen des Rettungsamtes brachte den Berunglückten in das Urbanfrankenhaus, wo er bedenklich darnieder­liegt. Ein weiterer Unfall ereignete fich auf der im Bau befindlichen Hochbahn Gleisdreied- Nollendorfplatz. Dem Schlosser Ernst Tuch aus der Beuffelstraße 38 fiel eine schwere Eisenschiene auf die Beine. Mit schweren Fußverlegungen mußte er in das naheliegende Elisabethkrankenhaus geschafft werden.

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Die erste Zuchtviehausstellung auf dem Magerviehhof bot trotz der improvisierten und schlecht organifierten Anlagen eine Fülle von gutem Material an Zuchtvieh, daß sie sich meit über den gewöhnlichen Begriff des Viehmarktes heraus­hob. Dies war wohl eigentlich auch der Zweck der Veran­staltung, den beteiligten Biehzuchtverbänden aufzuzeigen, daß Berlin als Verbraucher und Marktort durchaus mit hochwertiger Ware beschickt werden kann. Erfreulich ist, daß es anscheinend außer den direkten Interessenten noch eine große Menge von Berlinern gibt, die den sogenannten Biehverstand" besigen, wenigstens legte die Zusammenseßung der Zuschauer von diesem kritischen Vermögen reichlich Zeugnis ab.

Im Festsaal der Ausstellungshalle II am Kaiserdamm fand gestern abend für die Teilnehmer der IV. Preußischen Polizeiwoche ein Begrüßungsabend statt, an dem etwa 800 Personen teilnahmen. In Vertretung des durch Krant­heit am Erscheinen verhinderten Staatsministers a. D. Dr. Drews Wochenende bei Rübezahl . Das Reiseziel des Sonderzuges begrüßte Reichsminister a. D. Schiffer die Gäfte und feierte die der Reichsbahn vom letzten Sonntag war diesmal das Riesen­Verbrüderung von Wissenschaft und Praxis, die in der Verwaltungs­gebirge, der fahrplanmäßig am Sonnabend abend in Hirsch­akademie den besten Ausdruck gefunden habe. In diesem Jahr geberg antam. Die Reisenden konnten auch weiter nach Schrei winne die Veranstaltung noch besondere Bedeutung dadurch, daß berbau oder Krummhübel fahren. Die Mehrzahl der tär Dr. Meister brachte in seiner Ansprache zum Ausdruck, daß fie mit der Großen Bolizeiausstellung zufammenfällt. Staatssetre Reisenden hatte indes Krummhübel als Reiseziel gewählt, weil von hier aus die Schneetoppe am besten zu erreichen ist. Für er bei der Gründung der Verwaltungsakademie im Jahre 1919, in einer Zeit größter Not, nicht geglaubt habe, daß die Akademie eine gutes Nachtlogis mit Morgentaffe war weitgehend so rasche und große Entwicklung nehmen würde. Sorge getragen und in furzer Zeit waren die Sonderfahrer Dies ist der zur Zufriedenheit untergebracht. Am Morgen wurde dann zur schlagendste Beweis dafür, daß man auf dem besten Wege ist zu schlagendste Beweis dafür, daß man auf dem besten Wege ist zu Schneetoppe aufgebrochen, um in etwa dreistündigem Marsch über einer Berschmelzung zwischen Staat. Polizei und Publikum. Ein ,, Melzer Grund" oder Gehänge" das Koppenhaus, Hoch, in das die Festteilnehmer einstimmten, galt der Verwaltungs- das in 1603 Meter Höhe liegt, zu erreichen. Mit der schönen akademie. Geheimrat Roedenbeck vom Ministerium des Innern Aussicht war es diesmal leider nichts, der Koppenfegel war überbrachte die Grüße des Ministerialdirektors Dr. Abegg, der ständig in dicke Wolken gehüllt. Auch wer von Schrei­durch Erkrankung verhindert sei, am Begrüßungsabend zu er­scheinen. Zahlreiche Vertreter von Behörden, der Kommandeur ber hau aus Wanderungen zu den Schneegruben" unternahm, Heimansberg waren als Gäste anwesend. der Berliner Schußpolizei, Oberst Haupt, dessen Vertreter Oberstam auf seine Kosten. In einigen Lokalen war für Mittag­effen zu ermäßigten Preifen gesorgt. Die Reichsbahn hatte in jeder Beziehung alles forgfältig organisiert, so daß jeder mit dem gut ausgenugten Tag vollauf zufrieden war. Hiervon zeugten auf der Rückfahrt die vergnügten Gesichter der Reisenden.

Kulturbeiräte und Rundfunk.

Das hannoversche Wasser wieder einwandfrei. Nach einer Mit­teilung des preußischen Wohlfahrtsministers ist das Wasser der Ricklinger Wasserwerke feit dem 21. August fast feimfrei und fann unbedenklich genossen werden, ohne daß es abgefocht wird. Eine Ansteckungsgefahr durch Leitungswasser besteht in Hannover nicht mehr.

In diesen Tagen wird das Bolt mit den Namen der zu Kulturbeiräten ernannten Personen beglückt werden. Es ist grotest, in welcher Form sich diese Dinge vollzogen haben, und welche Auswirkungen man von ihnen erwartet. Stellen wir zunächst einmal feft: Bei der ungeheuren Vielseitigkeit, die den Gesamtinhalt eines heutigen Rundfunkiages darstellt und angesichts der Tatsache, daß das Wcikrophon je nach Art seiner Beeinflussung Millionen vergiften oder bereichern fann, ist es klar, daß den einzelnen Sendegesellschafts­Die Typhusgefahr für Magdeburg beseitigt. Laut amtlicher Mit­direktionen nicht mehr allein die souveräne Macht der Brogramm- teilung fann die Typhusgefahr für Magdeburg als so gut wie be bildung überlassen bleiben darf. Es hat denn auch zahlreiche Merger. feitigt gelten. Die in legter Woche hier vereinzelt aufgetretenen niffe gegeben. Um ihnen aus dem Wege zu gehen, entschloß man Fälle sind nur durch Umgang mit tranten Personen verursacht fich zur Institution der Kulturbeiräte. Anstatt nun aber diese hochwichtigen Posten nach demokratischen Prinzipien von Körperschaften und Gruppen wählen zu lassen, die irgendwie dem Rundfunk nahestehen, hat man in der Deffentlichkeit von diesen Vorgängen überhaupt nichts gemerft. Es hat sich alles in der geheimnisvollen Stille der fchwiegener Amtsstuben vollzogen. Wir werden wieder

worden.

Ein schweres Grubenunlüd hat sich im nordamerika. nischen Staat Tennessy ereignet. Durch eine Explosion wurden zahlreiche Bergleute verschüttet. Wegen giftiger Gase mar es der Rettungsmannschaft zunächst unmöglich, zur Unglüdsstelle vorzubringen. In der Grube befanden sich bei dem linglüc 65 Bergarbeiter,