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Ausschußfitzung des ADGB .

Normalisierung der Gewerkschaftseinrichtungen.

Im Auftrage des Bundesvorstandes erstattete Genosse Schlimme den Bericht der Kommission zur Vereinfachung der gewerkschaftlichen Verwaltungseinrichtun gen. Er erinnerte an den Beschluß einer früheren Bundes­ausschußfizung, durch den die Kommission eingesetzt wurde und schilderte ihre Arbeitsweise. Das Einheitsmitgliedsbuch wird im nächsten Jahre von 27 Verbänden eingeführt sein. Die Kommission hat den Verbänden zunächst Maßnahmen zu einer Finanzreform zwecks Stärkung des Kampffonds vor geschlagen. Sie hatte außerdem die Aufgabe, Anregungen zur Aenderung der Sagungen zwecks Herbeiführung einer Einheit. lichkeit der Beiträge wie der Leistungen der Ver­bände und einer Vereinfachung der Verwaltungsausschüsse zu geben. Die Vorschläge der Kommission, die der Referent im einzelnen er­läuterte, beziehen sich vor allem auf die Höhe des Beitrittsgeldes und die Staffelung der Beiträge, sowie auf ihre Ver­teilung auf die Orts-, Gau- und Hauptkassen, werden sich aber auch ausdehnen auf den Aufbau der Unterstützungseinrichtungen und die Höhe der Unterstützungsfäße. Mit allen Vorschlägen der Kommis­fion, die den Verbandsvorständen bereits schriftlich zugegangen waren, hat sich die Mehrzahl der Verbände mit der Mehrzahl der Mitglieder einverstanden erklärt. Die von anderen Organi­fationen erhobenen Einwendungen sind nicht von entscheidender Bedeutung.

Im Anschluß an die Ausführungen Schlimmes erklärte Leipart, daß die Borschläge der Kommission als ein. heitliche Richtlinien zu betrachten seien. Durch ihre An erfennung soll nicht sofort verbindliches Recht geschaffen werden. Bielmehr wird den Verbänden eine Uebergangsfrist zu ihrer Durchführung eingeräumt werden.

Der Bundesausschuß beschloß dementsprechend, daß die Vor­schläge der Kommission als Richtlinien zu gelten haben, die möglichst bald von allen Verbänden durchgeführt werden sollen.

Der Streik im Hamburger Hafen abgebrochen. Heute Wiederaufnahme der Arbeit. Hamburg , 5. Oktober. ( TU.) Die heute zwischen 9 und 6 Uhr stattgefundene Urabstimmung über den geftrigen Antrag der Betriebsräte, die Arbeit im Hafen wieder aufzunehmen, hat, wie der Vertreter der Telegraphenunion foeben erfährt, die nach den Statuten erforderliche Dreiviertelmehrheit für den Streit nicht ergeben. Die Arbeit wird also Mittwoch früh in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Die Streitleitung hat sich bereit erklärt, sämtliche Stellen da­von zu benachrichtigen, daß die Arbeit sofort wieder auf­genommen werden muß.

zu laffen. Dazu gäbe es zwei Wege: Den Arbeitern müsse ein großes Aktienpaket überwiesen werden, das in einer eigenen Bant, der Volksbant, verwaltet werde. Weiter sei die Schaffung pro= duktiver Genossenschaften in Erwägung zu ziehen. Auch die Spartraft tönnte berufsmäßig organisiert werden. Zur Ver­minderung der Erwerbslosenzahl müſſe das Arbeitspro­gramm des Reiches unbedingt durchgeführt und gegen die Zins­politik der Banken mit drakonischen Mitteln vorgegangen werden. Hoffentlich betrachten die Bantunternehmer diese Ankündigung nicht als Klaffentampfanfage. Der sozialistischen Ideenwelt schadet es wirklich nichts, wenn Herr Stegerwald sie ablehnt. Es hätte ihm jedoch durchaus nichts geschadet, wenn er sich etwas mehr Mühe ge­geben hätte, sie zu begreifen. Leider ist es heute für ihn zu spät dazu. Nun möchte er die Arbeiter mit einem größeren Aktien­patet beglüden, das dann in der christlichen Volksbank so. groß werden soll, daß die Arbeiterschaft das Unternehmertum mindestens zur Hälfte austaufen und die übrige Hälfte durch Produktivgenossen­fchaften ablösen tann. Für die Masse der Erwerbslosen aber weiß Stegerwald auch feinen anderen Rat als die Vertröstung auf die Ausführung des der sozialistischen Ideenwelt entsprungenen Arbeitsbeschaffungsprogramms.

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Wer dem Reichtum der sozialistischen Ideenwelt weiter nichts entgegenzustellen hat als Ministerpräsident a. D. Stegerwald mit seinem Attienpatet, das er bei einer Arbeits­gemeinschaft mit den Unternehmern geschenkt zu bekommen hofft Edmund Stinnes wollte seinen Arbeitern schon eines schenken und einer Erwägung der Schaffung produktiver Genossenschaften, der hat tein moralisches Recht zu der Aufforderung an die christlich organisierten Arbeiter, diese Ideenwelt abzulehnen, die sich auf nicht wenige Grundfäße des ursprünglichen Christentums stützen

fann.

Auch die Erfahrungen, die auf der internationalen Konferenz der katholischen Arbeitervereine über das Verhältnis zu den Unternehmern im allgemeinen und den katholi­schen Unternehmern im besonderen ausgetauscht wurden, scheinen zu Herrn Stegerwalds Arbeitsgemeinschaftsplan schlecht zu passen.

Lohnverhandlungen bei der Straßenbahn.

Ueber die vom Verkehrsbund vertretene Forderung der Straßen­bahner auf eine Lohnzulage von 8 Pf. pro Stunde wurde am Dienstag verhandelt. Die Verhandlungen wurden nach vierstündiger Dauer vertagt, da die Direktion eine Lohnzulage an sich nicht ablehnte, sich aber auch in feiner Weise festlegen wollte, bevor über die vom Magistrat geforderte Fahrpreiserhöhung ent­schieden ist. Ueber die Reihen der Straßenbahner hinaus geht die Auffassung, daß die Städtische Straßenbahn nicht nur als melkende. Ruh betrachtet, sondern auch an das Personal gedacht werden soll, das, bei einer Fahrpreiserhöhung zumal, nicht leer ausgehen darf.

Hamburg , 5. Oktober. ( WEB.) Die von der Streifleifung heute veranstaltete Urabstimmung unter den Hafenarbeitern hatte folgendes Ergebnis: Für Fortfehung des Streifes ftimmten 2500 organisierte Hafenarbeiter, 1282 für Ab- lungen über die Forderungen der Beamten einzuleiten. Am Montag bruch des Streits. 41 Stimmen waren ungültig. Von den un­organisierten Hafenarbeitern ftimmten für Fortsehung 2136, für Abbruch 149 Hafenarbeiter. Ungülfig 83 Stimmen. Damit ist die erforderliche Dreiviertelmehrheit für den Streit nicht erreicht.

waren

Hamburg . 5. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Am Diens­tag wurde in einigen größeren Betrieben des Hamburger Hafens, fo v. in den großen Kaibetrieben, die Arbeit fast vollständig wieder aufgenommen. Dagegen ruhte die Arbeit noch in fast allen Stauereibetrieben. Boraussichtlich aber werden am Mittwoch weitere Unternehmungen trotz der fummunistischen Treibereien die Arbeit wieder aufnehmen, so daß der Hamburger Hafen dann faft

vollständig wieder in Betrieb sein wird.

Hamburg , 5. Oftober.( WTB.) Die Abstimmung der Hafen­arbeiter am Montag über die den Abbruch des Streits für den 5. Oftober empfehlende Entschließung des Hafenbetriebsrats, die, wie gemeldet, die erforderliche Dreiviertelmehrheit für die Weiter führung des Streits nicht ergeben hat, hat bis jetzt zu einer wesent­lichen Wiederaufnahme der Arbeit nicht geführt. Es sind mir wenige Leute ausgefahren, wobei es sich in der Hauptsache um so­genannte Bizen( Bertreter) handelt. Die Streifleitung erkennt die Abstimmung nicht an und fordert zu einer neuen Urabstim­mung auf, die Dienstag vormittag in verschiedenen Lokalen statt­finden sollte. Zugleich beabsichtigt die Streitleitung, eine Ab­ordnung zum Reichsarbeitsministerium zu entfenden, mit der Forderung, die durch die Berbindlichkeitserklärug abgebrochenen Verhandlungen erneut aufzunehmen.

Gewerkschaftslatein des Herrn Stegerwald.

Am Sonntag hat Ministerpräfibent a. D. Steger.. wald im Rahmen einer Kundgebung der chriftlichen Gewerkschaften im Ruhrgebiet wieder über die Rede Dr. Silverbergs geredet. Er beklagte zunächst den Widerspruch gegen Silverbergs Auffassungen im Gebiete der nordwestlichen Industriebarone und versicherte, daß die christliche Weltanschauung, auf deren Boden die christliche Arbeiterbewegung stehe, tein Hinderungsgrund für ben Lohnaufstieg der Arbeiterschicht sei. Und diese wenig positive Förderung des Lohnaufstiegs der Arbeiterschicht durch die chriftliche Weltanschauung schränkte Herr Ministerpräsident a. D. Stegerwald noch fräftig ein, indem er zum Schluffe seiner Rede den Gewerkschaften aufgab, fich von der Inflationsphraseologie freizu machen und es sich abzugewöhnen, immer bloß Forderungen an Staat, Unternehmertum usw. zu stellen".

Herr Adam Stegerwald muß demnach der irrigen Auffassung sein, die Forderungen der Gewerkschaften feien schon so weit erfüllt, daß sie mit weiteren Forderungen zurüd­halten müßten. Die christliche Arbeiterbewegung molle eine Reform der Gesellschaftsordnung mit der richtigen Rang­ordnung der sittlichen und moralischen Werte und stehe bewußt auf dem Boden der Volksgemeinschaft. An Stelle des Klaffenkampf­gedankens müsse der Gedante der Arbeitsgemeinschaft treten. Die sozialistische Ideenwelt fei abzulehnen." Die Großindustrie drücke zwar der Wirtschaft den Stempel auf, doch gäbe es heute Wege, die dazu führen, die große Zahl der Befihlofen in die Ver­waltung und in den Mitbesih der deutschen Wirtschaft hineinwachsen

Bewegung der Staatsbeamten in Oesterreich . Wien , 5. Oktober. ( Eigener Drahtbericht.) Die Stimmung unter den Staatsbeamten ist wieder sehr erregt. Die Regierung hatte im vorigen Monat versprochen, bis zum 8. Ottober Berhand­wurden die Vertreter der Organisationen verständigt, daß die Regie­rung den Termin bis zum 12. Oktober verschiebe. Am Dienstag hat nun das Erefutivfomitee sämtlicher Beamtenorgani­fationen eine Sigung abgehalten und einstimmig ertlärt, daß es die Verschiebung der Verhandlungen nicht zur Kenntnis nehmen fönne, weil ein eventueller Streit dann erst in die Weihnachtszeit fallen würde und die Geschäftswelt infolge­deffen schwer benachteiligt würde. Es wurde dann der Versuch ge­macht, mit dem Bundeskanzler eine Aussprache herbeizuführen, ohne daß der Bundeskanzler sich dazu bereit erklärte. Darauf hat das Erekutivkomitee beschlossen, für Mittwoch eine Vollversamm lung des Fünfundzwanzigerausschusses der Beamten und der Technischen Union" einzuberufen, die weitere Beschlüsse fassen soll. Die Lage ist eru ft.

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Vom englischen Bergarbekterstreik. London , 5. Oktober. ( Eigener Drahtbericht.) Die endgültigen Ergebnisse der Urabstimmung in den Bergarbeiterdistrikten über die Vorschläge der Regierung werden der am Mittwoch in London zu­fammentretenden Exekutive des Bergarbeiterverbandes vorgelegt werden. Die am Dienstag eingelaufenen Ergebnisse bestätigen den am Montag übermittelten Eindrud, daß die Majorität sich gegen die Vorschläge der Regierung entschieden haben dürfte. Außer den bereits gemeldeten Ergebnissen liegt noch das Abstim­mungsergebnis für Durham und Leicastershire vor. Die Bergar­hires mit großer Majorität für die Regierungsvorschläge aus­beiter Durhams haben sich gegen die Arbeiter Leicaster.. gesprochen. Eine interessante Situation ist in Nottingham und Derby zu verzeichnen, wo verschiedene Ortsgruppen des Bergarbeiterver­bandes, deren Majorität bereits zur Arbeit zurückgekehrt war, trog­dem gegen die Regierungsvorschläge gestimmt haben.

Der Hafenarbeiterstreit beendet.

arbeiterstreit, der am Montag im Londoner Hafen ausgebrochen London , 5. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Der wilde Hafen­war, weil die Hafenbehörden einem Angestellten des Transport­arbeiterverbandes den Eintritt in das Hafengelände ohne spezielle polizeiliche Erlaubnis untersagt hatten, ist am Dienstag unter dem Druck der Gewerkschaften wieder beendet worden. Die 2000 ftrei­fenden Arbeiter sind am Dienstag zur Arbeit zurückgekehrt.

Der Berliner Ortsausschuß des ADGB . hat zu morgen, Donnerstag abend, 7% Uhr, eine Plenarversammlung im Gewerkschaftshaus( Saal I) einberufen, in welcher Genosse Fricke die neuesten Methoden des Unternehmertums im Kampfe gegen die Gewerkschaften beleuchten wird. Zutritt nur mit Ein­gegen die Gewerkschaften beleuchten wird. Zutritt nur mit Ein­ladung und Delegiertenfarte.

Jugendgruppe des 86. Heute, Mittwoch, 7% Uhr, folgende Abteilungen: Lichtenberg : Jugendheim Schule Goßlerstr. 61. Gruppenbesprechung. Webbing Gesundbrunnen : Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim, 5 Tr.). Gruppen­besprechung. Reutöln: Jugendheim Nogatftr. 53. Die Bauerntriege". Schöneberg : Jugendheim Hauptstr. 15( Frankenlandzimmer).

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Gewerkschaftsjugend. Heute, Mittwoch, 7% Uhr, tagen folgende Gruppen: Neukölln I: Jugendheim Bergstr. 29, Sof. Heimbesprechung. Seitere Vor­lesungen. Schöneberg : Jugendheim Rubensstraße( Sportplag). Heim besprechung. Südwesten: Jugendheim Bärwaldstr. 64. Seimbesprechung. Norben: Jugendheim Gartenplak 4. Heimbesprechung. Liederabend. Nord ring: Jugendheim Eberswalder Str. 10. Heimbesprechung. Unterhaltungs­abend. Charlottenburg : Jugendheim Berliner Str. 137( Deutscher Kranken tassenverband). Heimbesprechung. Brettspielabend.

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Internationaler Landarbeiterkongreß.

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Zu dem zweiten Punkt der Tagesordnung: Die Regelung der Cohn- und Arbeitsverhältnisse der landwirtschaftlichen Arbeiter durch Kollektivverträge und Gesetzgebung" referierte Duncan Schott­land, der die augenblicklichen Mißstände in den landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnissen schilderte und die Notwendigkeit betonte, alles aufzubieten, damit das Internationale Arbeitsamt sich noch intensiver fiver mit den Fragen der Landarbeiter beschäftigt. Dem Referat, das mit Beifall aufgenommen wurde, folgte eine ausgedehnte Aussprache. Sie wurde mit folgender Resolution ab­geschlossen:

,, Der 4. Kongreß der ILF. in Genf im September 1926 ver­langt, daß die Arbeiter in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und im Gartenbau dasselbe Recht auf gefeßlichen Schuh haben, wie die Arbeiter in der Industrie. Der Kongreß macht auf die Schwierigkeiten aufmerksam, in jedem Lande die Arbeiter auf dem Lande zu halten, wegen des im Vergleich zu den Arbeitern anderer Berufe niedrigen Lebenshaltungsstandards der Land­arbeiter. Diese Schwierigkeiten wachsen dauernd, da die Gesetz­gebung sich lediglich auf den Schuh anderer Arbeiter erstreckt, wäh­rend die Landarbeiter ausgeschlossen sind. Im besonderen die Be­mühungen, eine internationale Begrenzung des Arbeitstages in der Industrie auf acht Stunden zu sichern ohne jeden einzigen Schuh des Landarbeiters, müssen die weitere Landflucht steigern. Daher fordert der Kongreß vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts, auf die Tagesordnung der nächsten Internationalen Arbeitskonferenz in Genf die Frage der Arbeitszeit in der Landwirtschaft zu setzen, so daß Mittel und Wege gefunden werden, den Landarbeitern dasselbe Recht auf gesetzlichen Schutz zu geben wie anderen Arbeitern."

Das Koalitionsrecht der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft behandelte Schmidt Deutschland. Der Redner wies auf die Ab­ficht des Internationalen Arbeitsamts hin, auf der nächsten Inter­nationalen Arbeitskonferenz die Frage des Koalitionsrechts zu be­handeln. Das zwinge die internationale Landarbeiterbewegung, die Rechtlosigteit aufzuzeigen, die für die Landarbeiter in vielen Ländern auf diesem Gebiete bestehe. Aufgabe der Regierungen. hätte es sein müssen,

durch gesetzliche Bestimmungen das Koalifionsrecht zu sichern. Die ILF. werde immer das Recht der Vereinigungsfreiheit ver­treten, weil auch für die ländliche Arbeiterschaft der Grundsatz gelte, daß sie sich nur aus eigener Kraft von Unterdrückung und Billtür befreien fann. In der vom Referenten eingebrachten, ein­stimmig gefaßten Resolution wird gesagt:

,, Der Internationale Landarbeiterfongreß fennzeichnet die Unterdrückung des Vereins- und Koalitionsrechts als eine brutale Maßnahme, zu dem Zwecke angewandt, den Landherren ihre . Macht zu erhalten. Der Internationale Landarbeiterkongreß er­wartet von allen Regierungen und der Internationa= Ien Arbeitsorganisation, daß die Beachtung be= schlossener Geseze sowie ihre gerechte Durchführung über­wacht wird.

Der Kongreß spricht den Landarbeitern in den Ländern, in denen das Koalitionsrecht geraubt wurde, und wo mit brutaler Unterdrückung und Verfolgung vorgegangen wird, wie Italien und Ungarn , seine Sympathie aus. Er wird die Kamera­den nach bester Möglichkeit in ihrem schweren Kampf unter­stützen."

Der Arbeiterschutz in der Landwirtschaft" bildete das folgende Thema, worüber Hiemstra- Holland sprach. Die Landarbeiter müßten sich, gemessen an den Industriearbeitern, eine unhaltbare Benachteiligung auch auf dem Gebiete des Arbeiter­schußes gefallen lassen. In einer ganzen Reihe von Ländern fei von irgendeinem gefeßlichen Schuh für die Frauen und Kinder, geschweige für die Erwachsenen, so gut wie teine Rede. Was die Kinderarbeit anbetreffe, sei diese nicht nur förperlich schädlich, sie hindere auch die geistige Entwicklung. Zu begrüßen sei, daß im Jahre 1921 auf der Internationalen Arbeits­fonferenz ein Uebereinkommen betreffend das mindeſtalter für die Zulassung von Kindern zur landwirt­

schaftlichen Arbeit angenommen wurde.. Leide gebe es viele Länder, die bis jetzt dieses selbstverständliche Uebereinkommen nicht rati fiziert haben. Die internationale Landarbeiterbewegung müsse

erstreben, jede Lohnarbeit von Kindern unter vier­zehn Jahren zu verbieten. Der Referent legte dem Kon­greffe eine Resolution vor, in der zum Schluſse gesagt wird:

,, Der Kongreß fordert in diesem Zusammenhang rascheſte Ratifizierung der von der Genfer Internationalen Arbeits­tonferenz von 1921 angenommenen Uebereinkommen, betreffend den Schuh der landwirtschaftlichen Arbeiterinnen vor und nach der Niederkunft und Fest­setzung des Zulassungsalters von Kindern zur landwirtschaftlichen Arbeit, sowie Durchführung der von der genannten Konferenz angenommenen Empfehlungen, betreffend die Nachtarbeit Don Frauen, Kindern und jugendlichen Personen in der Land­wirtschaft."

Auch diese Resolution fand einstimmige Annahme.

Ein Antrag der holländischen Vertreter auf gefeßliche Einführung der Minimallöhne in der Landwirtschaft wurde dem Erekutivkomitee zu eingehendem Studium der Frage überwiesen.

antragte Resolution einstimmig beschlossen: Daraufhin wurde folgende, von Schmidt- Deutschland, be

,, Der Internationale Landarbeiterfongreß in Genf nimmt Kenntnis von der Tätigkeit der gemischten landwirt­schaftlichen Kommission, die gebildet ist vom JAA. und dem Internationalen landwirtschaftlichen Institut in Rom . Der Kongreß ist der Auffassung, daß eine solche Zusammenarbeit in Fachfragen vorteilhaft sein kann, dagegen betont der Kongreß, daß in allen sozialen Fragen nur das Internationale Arbeitsamt das allein zuständige internationale Institut ist." Im weiteren Verlauf des Kongresses wurden die Sagungs­anträge beraten und der Sekretär sowie das Exekutivkomitee ge= wählt. Die Wahl ergab die Wiederwahl des gegenwärtigen Komitees und des Sekretärs, Georg Schmidt- Deutschland , Bor­sitzender des Deutschen Landarbeiterverbandes.

In einem Schlußworte würdigte der Vorsitzende Duncan die Arbeit des Kongresses mit der Feststellung, daß gute und vor allem einmütige Arbeit geleistet wurde. Die Delegierten gingen mit einem Hoch auf die Internationale Landarbeiterbewegung und den Ge­fang der Internationale auseinander.

Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton : Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen".

Anfel- und Pfannkuchen bäckt man in Palmin

dem reinen Cocos freisefett.

Echt nur in Tafeln mit Schriftzug DrSchlinck