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Fußangeln der Erwerbslosenfürsorge.

Durch Eingreifen des ADGB. beseitigt.

Wer sich die Handhabung der Erwerbslosen| flügelten System gegenüber, das förmlich darauf angelegt zu ſein unterstügung etwas näher betrachtet, tann auf den Gedanken scheint, ihn von einer Falle in die andere zu hezen. Weist man dem tommen, die Reichsregierung wolle einmal erproben, wieviel man Erwerbslosen Gelegenheitsarbeit nach und weigert er sich, turz­den Nerven der Arbeitslosen zumuten fann. Die ewige Flickarbeit, fristige Arbeit anzunehmen, so geht er der Erwerbslofenfürsorge ver­die im Laufe der letzten Zeit an dem Erwerbslosenunterstützungs- luftig, weil er sich weigert, eine nachgewiesene Arbeit anzunehmen. system vorgenommen wurde, hat Dinge und Zustände gezeitigt, die nimmt er die angebotene Arbeit an, dann wird er gleichfalls aus der Erwerbslosensürsorge ausgefchloffen.

geradezu an Irrfinn grenzen.

Das schlimmste Kapitel in dem Labyrinth der Bestimmungen und Ausführungsvorschriften ist die Unterbrechung der An wartschaft auf Unterstützung durch die Annahme vorüber gehender Arbeit. Bahllos sind die Fälle, in denen der Er­werbslose durch die Annahme von Gelegenheitsarbeit mit dem Ber lust der Unterstügung bestraft wird. Weil der Erwerbs. lofe gearbeitet hat, so lautet die Feststellung der Fachleute in den Arbeitsnachweisen, verliert er die Unterstützung! Hätte er keine Gelegenheitsarbeit angenommen, so würde er noch eine ganze Reihe von Wochen die Unterstüßung weiter beziehen.

Die bisherigen Bestimmungen züchten und belohnen geradezu die Arbeitsscheu, den ehrlichen und strebsamen Arbeitslosen aber treiben fie förmlich zur Verzweiflung. Um dem Faß den Boden auszu­schlagen, wird der Arbeitslose durch die Annahme von vorüber­gehender Arbeit auch noch um die Möglichkeit geprellt, bei Not: standsarbeiten anzutommen. Freilich kann er vielleicht auch als Ausgesteuerter noch bei einer Notstandsarbeit ankommen, aber doch nur dann, wenn die Bezirksfürsorge die Grundförderung übernimmt, was bei der Finanznot der Gemeinden erfahrungs­

gemäß erhebliche Schwierigkeiten verursacht.

Der Arbeitslose sieht sich deshalb also einem raffiniert ausge­

Der Konflikt in den Verkehrsbetrieben. Gefährliche Zuspikung.

Wie wir erfahren, hat der Arbeitgeberverband Deutscher Straßen, Klein und Privatbahnen, dem die Hochbahngesellschaft und die Allgemeine Berliner Omnibus A.-G.( Aboag) angehören, die Annahme des am 18. Oftober gefällten Schiedsspruches erklärt. Abgelehnt hat der Arbeitgeberverband dagegen die von den Zarifparteien beantragte Berlängerung der Erklärungsfrist bis zum 2. November. Die bei der Fällung des Schiedsspruches festgesetzte Erklärungsfrist lief am 28. Oktober ab. Dazu hat der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses, Gewerberat Körner, erklärt, daß er den Streitfall dem Schlichter von Groß- Berlin zur weiteren Erledigung überwiesen habe.

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zu können. Es scheint, als ob die Direktionen über die Stimmung ihres Personals sehr schlecht unterrichtet sind und glauben, die ganze Angelegenheit auf die leichte Schulter nehmen zu können. Ist das wirklich der Fall, dann könnte es in den nächsten Tagen für sie ein sehr jähes Erwachen aus diesem Traum geben. Wenn schon die Leitungen der Berliner Verkehrsbetriebe glauben, sich in Sorglofig­feit wiegen zu können, so muß aber die Oeffentlichkeit auf die 3uspigung des Konflikts aufmerksam gemacht werden. Aboag ist in viel greifbarere Nähe gerückt als bei allen früheren

Ein Berkehrsstreit, besonders bei der Hochbahn und

Lohnbewegungen.

Die Organisationen werden, unbeirrt von allen Durchkreuzungs­manövern, die Urabstimmung durchführen und nach dem Borliegen des Ergebnisses die notwendigen Maßnahmen beschließen. Die Situation ist ernst, das Personal will eine angemessene Erhöhung seiner unzureichenden Löhne, was ihm der Schiedsspruch jedoch versagte. Es ist über die geradezu personal­feindliche Politik seiner Direktionen besonders aber darüber empört, daß man über einen so kläglichen Schiedsspruch wie ein Damokles­Schwert die Verbindlichkeit hängen will. Das Berfonal will fich nicht durch Diktate seine elende Lebenslage stabilisieren lassen, sondern für seinen anstrengenden und gefahrvollen Dienst endlich an­ständig entlohnt werden!

Die Eisenbahner fordern Achtstundentag und Lohnerhöhung.

Bei den Arbeitsnachweisen herrscht schon lange Empörung über diese geradezu tollen Zustände. Bom Allgemeinen Deut. schen Gewerkschaftsbund ist daher bereits vor längerer 3eit bei den maßgebenden Stellen dahin gedrängt worden, doch nun endlich die unhaltbaren Bestimmungen, die in vielen Fällen zur Unterbrechung der Anwartschaft auf Unter­ftüßung führen müssen, radital abzuändern. Nur zögernd gab das Reichsarbeitsministerium dem Drängen der freien Gewerf schaften nach. Noch vor einigen Tagen bestand die Absicht, die Dauer der Gelegenheitsarbeit, die nicht zu einer Unterbrechung der Anwart­schaft führt, von einer Woche auf vier Wochen auszudehnen. Jetzt hat sich das Ministerium, wie wir erfahren, nun doch entschlossen, den Forderungen der Gewertschaften entgegen zukommen und die Anwartschaft auf Unterstützung generell zu Am Mittwoch waren die Mitglieder des Einheitsverbandes der regeln. Die grundsägliche Neuregelung steht vor, daß die Annahme Cisenbahner Deutschlands des Kreises X zu einer Kreismitglieder­vorübergehender Arbeit und ebenso Krankheit, Ber- versammlung zusammen berufen, in der Beilschmidt vom Einheits­wahrung in einer Anstalt, Ausbildung usw. teine Unterverband über Arbeitszeit und Lohnfrage referierte. Nach­brechung der Anwartschaft herbeiführen und keine neue folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen. Prüfung des Unterstüßungsanspruches erforderlich machen. Damit Die am 27. Ottober in Schöneberg , Restaurant Lindenpark", ist dank der Initiative des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- rersammelten Mitglieder des Kreiſes X vom Einheitsverband der bundes eine wichtige Verbesserung in der Praxis der Erwerbslosen- einführung des Achtstundentages und die Herausnahme Eisenbahner Deutschlands verlangen die unbedingte Wieder­unterstügung herbeigeführt. der Gedingearbeiter aus den Dienstdauervorschriften. Die Mitglieder erwarten, daß sich der ADGB. als unsere Spikenorganisation rücksichtslos für den Kampf einsetzt. Weiter verlangen die Mitglieder, daß unsere Arbeitervertreter im Reichs­tage den Kampf der Eisenbahner unterstügen. Die Versammlung erwartet aber auch, daß sofort Lohn- und Gehaltsforderungen gestellt werden, damit die unerträgliche Notlage der Eisenbahner gemildert wird."

ausschuß an, ohne daß ihnen überhaupt die Gesamtforderung des Bersonals bekannt war. Vor dem Schlichtungsausschuß lehnten fie jeden Pfennig Lohnzulage a b. Jeßt erflären fie sich mit dem Schiedsspruch, der den Beschäftigten 1 und 2 Pf. Lohn zulage versprochen hat, einverstanden und möchten, wenn es nur irgend ginge, ihn schon heute für verbindlich erklärt wissen.

Das Auffallendste aber ist, daß man gerade in dem Augenblick solche Eile hat, in dem die Organisationen die Urabstimmung in den Betrieben durchführen lassen wollen und eine endgültige Entscheidung des Personals zu dem Schiedsspruch noch gar nicht vorliegt. Die Beweggründe scheinen darin zu suchen zu sein, daß diese Gesell­schaften ahnen, daß auch die Urabstimmung genau wie die Abstim­mung der Funktionäre die Ablehnung des völlig ungenügenden Schiedsspruches und die zum Streif erforderliche mehr heit ergeben dürfte. Wenn die Gesellschaften glauben, durch ihre Politik das Abstimmungsergebnis in ihrem Sinne beeinflussen zu können, so dürften sie sich in dieser Annahme ganz gewaltig irren. Die Erbitterung des Personals ist dadurch nur noch gesteigert worden. Und dies nicht nur bei dem Bersonal der Hochbahn und Aboag, sondern auch bei dem der Straßenbahn.

So nüchtern die Mitteilung dieser Tatsache klingt, so sehr ist sie aber angetan, den Konflikt in den Verkehrsbetrieben weiter zu ver­schärfen. Die Lohnpolitik der Hochbahn und Aboag läuft darauf hinaus, die von den Tariforganisationen eingeleitete Urab stim mung zu durchkreuzen. Gerade die Hochbahn und Aboag haben seit Beginn dieser Lohnbewegung eine Drehscheibenpolitit ge trieben, die geradezu einzig dasteht. Erst wichen sie jeder direkten Diese nimmt bei dem Spiel eine abwartende Stellung Berhandlung aus und riefen sofort den Schlichtungsein und glaubt, daraus als lachender Dritter hervorgehen

A.WERTHEIM

Leipziger Platz

Königstraße

Rosenthaler Straße Moritzplatz

Wurstwaren

Salz- u.Dampfwurst Pra.1 M Landleberwurst. Pfund 120 Rotwurst....... Pfund 120 Mortadella...... Pfund 145 Grobe Mettwurst Pfund 145

Speck fett und mager, Pfund 150 Jagd- u. Mettwurst 155 Filetwurst...... Pfund 160 Schinkenwurst.. Pfund 160.

( Braunschweiger Art) Pfund

Rosenthaler Straße, Königstraße, Moritzplatz : Leberwurst hallsche, Pfd. 72 Pf. Blutwurst hallische, Pfund 72 Pt.

Mettwurst pomm., Pfund 80 pt. Feine Leberwurst Ptd. 160 Käse

Butter u.

Tafelbutter Pfund 170 182 Dänische Butter. Pfund 2 M Margarine..... Pfund 55 Pf. Kokosfett..1 Pfund- Tafel 66 pt. Harzerkäse Kiste 55 Pf.

...

Gouda dänischer.. Pfund 85 PI. Holländer. Pfund 85 pt. Edamer..... Pfund 85 Pf. Tilsiter vollfett, Pfund 98 Pf. 1 10

Schweizer dänischer, Plund 1 10 bayr. Allg. Pfd. 72 60 Pf. Schweizer P. 135 Pfund 150 Limburger Pomm. Pfund

Konserven

Rindfleisch.... Dose 130

Pflaumen

halbe Frucht

85 Pf. Mirabellen.....

Ananas

Pfd.

echter

Konfitüren, 2 Pfd.- Efmer Pflaumen, Orangen 105 68 Pf. Ananas 160 Johannisb.115 125 Pflaumen- Konfitüre

1/1 Dose

Frucht

160

5 Pfund­Elmer

Apfel- Gelee 5 Pfund- Elmer 280

10 Pfund­Elmer

250 450 Vierfruchtmarmelade 10 Pfund- Elmer 360

Kolonialwaren

Haferflocken.. Pfund 22 pt. Hartgrieẞ...... Pfund 28 pt. Valencia - Reis.. Pfund 32 PT.

Kartoffelmehl.. Pfund 24 Pf.

Eierschnittnudeln Pid. 44 P.

Konfitüren

Holländischer Kakao

Marke Kamphuys 160 2

1. Blechdos., Plund

Pfund

290

Borkenschokolade

Sandgebäck 14 Pfund 25 Pt.

im Karton

ca. 75 Gr.

Ständiger Verkauf:

30 Pf. ca. 55 Pf.

150 Gr.

mit Schokolade 35 PL.

Boa- Lie

Zitronen­Gärungsgetränk

Verkauf: Drogen- Abtellung Ausschank: Erfrischungsraum

Obst

...

Eẞbirnen... Pfund 8Pf. 12Pt. Eẞäpfel.. Pfund 10pt. 18 PL. Goldtrauben Pfund 28 Pt. Kranzfeigen.Pfund 28 pt. Amerikaneräpfel 30, 40 Pf.

Bananen 3 Pfund 95 Pf.

Gemüse

Rot- u. Weißkohl Pfund 4 Pt. Wirsingkohl..... Pfund 4 Pf. Möhren gewaschen.. Pfund 4 Pf. Dauerzwiebeln.. Pfund 5 Pf. Sellerie Pfund 9 Pt. 15 PI. Schwarzwurzeln Pid. 20 Pt.

Räucherwaren Fettbücklinge Ptd. 32, 38 pt. Kieler Bücklinge fund 45 Pf. Sprotten Kiste ca. 1 Pfund 70 Pf. Flundern pomm. Riesen 85 Pf. Spickaal Bund 54 Pf. Pid. 235

Pfund

Kaffee frisch gebrannt

eigene Rösterei

Konsum- Mischung Pfd. 240 Haushalt- Misch.. Pfund 260 Sonder- Mischungpfund 3 M Olympia- Misch. Pfund 340 Globus - Mischung Pld. 380 Residenz- Misch. Pfund 420 Elite- Mischung.. Pfund 460 Spezial- Mischung

mit 20% Bohnen­kaffee... Plund

76 Pt. 120

mit 40%

-

Verband der Maler und Ladierer.

Freitag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Saal 4, Mitgliederversammlung Tagesordnung: 1. Bortrag des Landtagsabgeordneten Drügemüller über Wirtschaftskrise und Baumark 2. Diskussion. 3. Situa tionsbericht über Berufsfragen. Berichterstatter Otto Schiemann. Diskussion und Berschiebenes. Der Borstand.

Freie Gewerkschaftsjugend. Heute, Freitag, abend 7% Uhr tagen die Gruppen: Sermannplay: Jugendheim Sander Ede Sobrechtstraße. 2. fort­fekung bes gewerkschaftlichen Bortrages. Webbing: Jugendheim Gericht­frake 65-69. Seimabend, Gingen und Spielen. Oberschöneweide : Jugend­heim Laufener Str. 2( Roter Saal). Bortrag:" Ainofchund und Schunb­Titeratur". Reppelinplak: Jugendheim Luxemburger, Ede Genter Straße. Bortrag: Bursche und Mädel in der Jugendbewegung".

-

Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Döfcher: Lokales und Sonstiges: Frin Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin . Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin . Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen, Unterhaltung und Wissen" und Stadtbeilage".

sist mi

Lebensmittel

Soweit Vorrat. Obst, Gemüse, Fleisch u. Fische werden nicht zugesandt

Frisches Fleisch

ming

Hammel, dicke Rippe, Brust u. Rücken Pid. 82 Pl. Kalbskamm, Brust u. Rücken Kalbskeule ganz und geteilt...

....... Pfund 80 PL

Pfund 95 Pf.

Schmorfleisch u. Roastbeef mit Knochen.. Pfund 90 Pf. Schweinebauch, Rücken und Blatt Pland 105 Kaßler, Speer u. Kamm...

Prima Ochsenfleisch gefroren......... Kamm u. Brust gefroren...

Suppenhühner Enten fette... Gänse

Hirschfleisch

Hasen gestrelit und ausgeworfen

Pfund

120

.Pfund 54 Pf.

.Pfund 55 PL

Plund 85 Pf. 95 Pt. 120

Pfund 95 Pf.

Fische

Dorsche.... .... Pfund 16 Pl. Merian. Goldbarse ohne Kopf...

Frische Bleie

Kabeljau ohne Kopf, ganze Fliche Lebende Hechte

Grüne Heringe..

Wein

Pfund 95 Pf. 115

125

115 Pfund 45 Pf.

an

Piund 115 130

. Pfund 20 Pf.

Pfund 26 Pf.

Plund 30 Pt.

Pfund 38 Pf.

.Pfund 98 Pf. 110

5 Pland 85 Pf.

Preise für 1 Flasche einschlieslich Berliner Getränkesteuer, ohne Glas

16 ausgewählte Sorten, darunter:

1922 Liebfraumilch lieblich..

1923 St. Justin spanischer Qualitätsrotwein.

Wadist. Ruttmann

105

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Für Liebhaber alter Rheingauer Gewädise: 1915 Rüdesh. Engerweg u. Oberfeld Wachs. 170 1915 Mittelheim . Honigberg Aus!. Rann 175 1915 Johannisberger Goldatzel Wachstum Elser 185 Wein vom Faß zu Extra- Preisen

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