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daß bald Wu- Bei- Fu, bald Feng, dann wieder Changtfolin| einen großen Sieg errungen habe. Die Generale stützen sich aber nicht auf das Bolt, sie sind nicht Truppen eines im Staat organisierten Volkes, sie sind Gewaltherrschaften, nicht anders als die Armeen, welche im Dreißigjährigen Kriege Deutschland durchzogen und fochten, man wußte schon nicht mehr für wen und wofür. Deshalb bringt jeder Sieg ihnen Zulauf von Soldaten der feindlichen Armeen, jede Niederlage Pönnte zur letzten Ratastrophe werden wenn nicht die fremden Schuhmächte eingriffen.

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In diesem Chaos ist das Auftreten einer Armee, wie sie die Kuo Ming- Tang aufgestellt haben, ein Ereignis von epochaler Bedeutung. Denn diese Armee ist eine Partei­armee, d. h. fie fämpft für Grundsäge. Es sind dieselben Brinzipien, auf deren Grundlage Sunyatsen noch unter der Mandschudynastie feine revolutionäre Gesellschaft gründete. Die Partei tritt ein zunächst für Freiheit und Unabhängigkeit der chinesischen Nation. Daher gegen politische und öfono­mische Vormundschaft in China . Sie ist entsprechend der Weltlage eine antiimperialistische Partei und eine natür­liche Bundesgenossenschaft verbindet sie daher mit Moskau . Aber die Kuo- Ming- Tang- Partei ist zugleich für De mokratie. Das Volt soll das Stimmrecht, das Recht zur Initiative, zum Referendum( Boltsentscheid) erhalten, es soll die Möglichkeit haben, die Regierung zu beraten. Das alles freilich nach entsprechender Borbereitung und Erziehung. Denn noch immer besteht der größte Teil des chinesischen Boltes aus Analphabeten. Aber wesentlich ist, daß ein an­fangs unvermeidliches Zensuswahlrecht( teils Vermögens-, teils Bildungszensus) nicht als dauernde, sondern nur als vorübergehende Einrichtung gedacht ist. Die Herrschaft der Minderheit ist heute eine Notwendigkeit in China , weil die Mehrheit überhaupt noch nicht sprechen kann. Aber sie soll es möglichst schnell lernen.

Dieses parlamentarische System sieht, wie in Europa , die Teilung der Gewalten vor: Trennung der Gesetzgebung von der Verwaltung und, von beiden unabhängig, die Gerichts­barkeit. Aber darüber hinaus sollen zwei einheimische, chinesische Einrichtungen, gleichsam der spontane Selbstschutz des Boltes gegenüber der Willtür einer Oligarchie, wieder aufleben. Noch unter der Mandschudynastie bestand die Ein­richtung der Prüfungen, durch welche die Beamten aus­gelesen wurden. Diese Prüfungen wie immer man ihre Wirkung sonst beurteilen mag haben wenigstens die Ent­stehung eines Amtsadels und die Bildung einer oberen herrschenden Kaste verhindert. Jedem stand in der Tat der Weg zu den höchsten Aemtern offen befonders, wenn wir daran denken, daß in China die Familienverbände noch be= stehen und daß selbst eine arme Familie in der Lage ist, begabte Mitglieder studieren zu lassen.

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Als zweite Sicherung der Volksrechte gegen Tyrannei bestanden 3 ensoren, welche aber nicht, wie in Europa , die öffentliche Meinung, sondern im Gegenteil die Beamten in voller Unabhängigkeit zu fontrollieren hatten. Selbst die Handlungen des Kaisers waren von ihrer Kontrolle nicht frei. Sunyatsen dachte daran, diese beiden Einrichtungen in das moderne China hinüberzuleiten. Voraussetzung dafür ist jedenfalls, daß sich im Bolte der hohe Respekt für ethisches Handeln das Erbgut aus der Lehre von Confuzius- erhält.

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Diese Demokratie soll endlich drittens eine sozialistische oder, beffer gesagt wohl, eine soziale sein. Ronzentration des Grundbefizes foll durch Besteuerung verhütet und mono­politische Unternehmungen, besonders lebensnotwendige Betriebe, sollen von der Allgemeinheit übernommen werden. Wie man sieht: der sozialistische Einschlag ist ein sehr geringer. Müffen doch zuerst die Boraussetzungen für das Bordringen gesellschaftlicher Großorganisationen geschaffen werden. Inter­effanterweise nahm Sunyatsen nicht in Aussicht, diefe Brin­zipien sofort in die Tat umzusetzen. Er dachte, eine Zeit militärischer Diktatur werde unvermeidlich sein, um zunächst einmal Frieden und Ordnung herzustellen. Dann würde eine

Die Journalisten.

Von Hans Bauer.

Der regierungsfreundliche Steuerzahler und der D. A. 3. Redakteur tommen am Caféhaustisch ins Gespräch. Der Steuer z.: Sie sind also von der D. A. 3.? Halten tu ich's nicht, Ihr Blatt, aber ich blättere manchmal im Caféhaus drin herum.

Der D. A. 3.- Red.: Ich weiß, wir find mir von Caféhäusern

und Aemtern abonniert.

Der Steuerz: Sie, was mir mißfällt an Ihrem Blatt: Es trägt einen ausgesprochenen Rechtscharakter. Sie müssen nämlich wiffen, daß ich ein regierungsfreundlicher Steuerzahler bin.

Der D. A. 3. Red.: Wir sind ein unabhängig nationales Blatt, fühlen uns nur unserem Gewissen verantwortlich und bewegen uns auf der Linie der von Hugo Stinnes gepflogenen Gedanken gänge.

Der Steuer3.: Schade, daß Sie für die demokratischen und zentrümlichen Elemente der Reichspolitik und geschweige für die von der preußischen Regierung verfolgte fein Verständnis aufzubringen vermögen.

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Der D. A. 3. Red.: Das macht eben, daß wir ein unbe­stochenes Auge bewahrt haben und von der hohen Warte vater­ländischer Einstellung und nicht von den 3innen der Parteien her. unter das politische Leben überschauen.

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Der Steuerz.: Das ist die Ansicht eines unabhängig natio­nalen Mannes, dessen Gewissen außer den Traditionen des Hauses Stinnes nur sich selbst gehorcht und ich erweise ihr Achtung aber ich sehe schon, daß wir uns nicht verständigen können: dafür bin ich eben regierungsfreundlich. Beispielshalber habe ich dieser Tage in Ihrem Blatte einen Artikel überflogen, in dem Sie die elfäffischen Autonomisten unterstützten. Ich als Regierungsfreund verwerf das.

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Der D. A. 3. Red.: Ich als unabhängiger Politiker billige das. Ich nehme eben eine allgemein patriotische Haltung ein. Der Steuera: .. Die sich an die Tradition des Hauses Stinnes hält, schon recht, nur möcht ich wünschen, daß Sie troß dem für die Gedankengänge der Regierung, für die ich meine Steuern bezahle, mehr Verständnis aufbrächten.

Der D. A. 3. Red.: Wir sind ein Blatt mit Charakter, bitt schön, verfolgen einen nicht von der Laune wechselnder Majoritäten, sondern von unserer nationalen Grundüberzeugung eingegebenen Kurs, der sich allerdings auf der Linie der Traditionen des Hauses

Stinnes bewegt.

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Der zweite D. 2. 3. Redakteur tritt ins Caféhaus. Der zweite D. 2. 3. Red.: Herr Kollege, Herr Kollege, das Neueste: Wir sind seit Jahr und Tag ein regierungsfreundliches Blatt.

Periode der Erziehung einsehen müssen, und erst die dritte Periode werde verfassungsmäßig im Sinne der Prinzipien der Partei sein können.

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Nun zeigt sich aber, daß schon die erste Periode, in welcher sich die Kuo- Ming- Tang sofort anschickt, die Hand nach der macht auszustrecken, nicht bloße militärische Expansion sein fan. Denn dann würde sie sich auf den gleichen Boden stellen, wie ihre Gegner. In der Tat fämpft die Armee der Kuo- Ming- Tang schon heute für Grundsäße, und das ist es, was in China als Beginn einer neuen Epoche erscheint. Die Armee fämpft nicht nur mit Waffen, sondern auch mit der Propaganda und sie ist nicht bloß durch das gemein­fame Interesse, sondern durch Grundfäße zusammengehalten. So sehen wir in der Tat, daß schon jezt etwas wie eine neue Zeit begonnen hat: Bon fremder Intervention in China ist keine Rede mehr, die englische Regierung läßt Zwischen fälle, welche sonst unweigerlich zu Straferpeditionen geführt hätten, unbeachtet. Kein ernsthafter Politiker redet von Ge­waltmaßnahmen, und ein Kompromiß zwischen Kanton und Hongtong bereitet sich vor. Gerade die letzten Wochen haben wachsende Erfolge der Kuo- Ming- Tang gebracht, und wenn­gleich in China Ueberraschungen immer wieder möglich sind, eben weil unkontrollierbare Einflüsse von außen her wirken, so find sie doch nicht mehr wahrscheinlich. Dabei ist es für die weitere Entwicklung und auch für die Rückwirkung auf Europa von größter Bedeutung, daß diese nationale Re­naissancebewegung zugleich als foziale Bewegung, ja als sozialistische Bewegung beginnt: ein Zeichen dafür, daß nationale Revolution heute nurmehr soziale Revolution zugleich sein fann, daß nicht mehr die Bour­geoisie die Nation repräsentiert, wie in den nationalen Kämpfen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa , sondern daß die Industrialisierung bereits überall in der Welt das Proletariat als aktive Masse zum Träger der Weltge­schichte bestimmt hat.

Belgien China / Völkerbund.

Genf , 25. November. ( Eigener Drahtbericht.) Die ständige chinesische Delegation beim Völferbundssekretariat teilt mit, daß die chinesische Regierung es ablehne, ihren Streit mit der belgischen Regierung vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag zu brin gen. Dagegen erflärt sie sich bereit, den Bölterbunds rat oder die Völkerbunds versammlung über den Streitfall entschei­den zu lassen. Damit sucht die chinesische Regierung die Angelegen heit vom rein juristischen auf das politische Gebiet zu verlegen, wo bei sie offenbar hofft, die Frage sämtlicher 3wangsver. träge europäischer Mächte mit China zur Diskussion zu stellen.

Die Freunde des Verrückten". Solidaritätserklärungen mit Watter. Geßler unten durch.

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Der Reichswehrminister Geßler ist im Reichstag mit einem hörbaren Rud von den wahnwizigen Plänen des Generals Batter abgerückt, der nach den Worten Geß lers die jungen Leute vor die französischen Maschinen­gewehre treiben wollte". Geßler hat den General, dessen zweideutige Rolle im Kapp- Putsch nicht vergessen ist, einen Berrückten genannt.y!

Nationalverband Empörung, Dank für Watter:

deutscher Offiziere

,, Mit tiesinnerer Empörung hat der Nationalverband Deutscher Offiziere Kenntnis davon erhalten, daß bisherigen Presse­nachrichten zufolge der Reichswehrminister Geßler im Deutschen Reichstage den Generalleutnant a. D. Frhr. v. Watter einen Berrüdten genannt hat, weil er in Deutschlands Notzeit sich Gedanken darüber machte, wie Deutsch­ land zu retten fei. Der Nationalverband Deutscher Offiziere blidt mit Entrüstung auf das Verhalten dieses deutschen Reichsministers, das allen Auffassun gen von Ritterlichkeit Hohn spricht. Er dankt seinem Hochmeister in Ehrenangelegenheiten, dem Generalleutnant Frhr. v. Watter für sein tapferes Berhalten im Kriege und während des Kommunistenaufstandes im Ruhrgebiet und für nationale Ehre und Wehrhaftigkeit. Die Verbandsleitung des NDO.: gez.: v. Schroe der, Rais. Admiral à la suite des Seeoffizierkorps. gez.: Graf Baldersee, KönigL preuß. Generalmajor a. D. gez.: Waechter, Generalleutnant a. D. gez.: Graf Moltte, Königl. preuß. Oberstleutnant a. D."

Ist das eine Solidarisierung mit den landesgefährlichen Plänen Watters, so benutzt der Waffenring deut­scher Feldartillerie" die Erklärung Geßlers zu einem frechen Angriff auf das republikanische Deutschland :

,, Wir nehmen es als ein bezeichnendes Merkmal für das, was im heutig en Deutschland möglich ist und wissen, daß die Berachtung, die wir für solche Zustände haben, von allen anständigen Deutschen geteilt wird. Für den Waffenring der ehemaligen deutschen Feldartillerie: gez. Bächter, General­leutnant a. D., Stellvertretender Borsigender."

Da haben sich die Freunde Watters und der nationalistischen Desperados felbft porträtiert. Diese Er­Berbrechen gegen die Sicherheit Deutschlands sympathifieren flärungen zeigen die Kreise, die mit den nationalistischen und offen oder insgeheim mit den wahren Feinden der Ent­wicklung Deutschlands zu Frieden und Freiheit Partei machen.

Ehrhardt fühlt sich beleidigt.

Weil er zum Meineid angestiftet hat. Der Rechtsanwalt des Kapitäns Ehrhardt hat, wie die B. S. Korrespondenz mitteilt, gegen den preußischen Minister des Innern, Genoffen Grzesinsty, Strafantrag wegen verleum­derischer Beleidigung gestellt. Die Beleidigung erblickt Herr Ehrhardt darin, daß in der Denkschrift der preußischen Regie­rung die gerichts notorischen Tatsachen wiedergegeben worden sind, daß gegen Ehrhardt seinerzeit ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet worden sei, und daß im Falle der Prinzessin Hohenlohe die Anstiftung zum Mein= eid durch Kapitän Ehrhardt erwiesen sei.

Diese Tatsachen kann Herr Ehrhardt nicht durch einen Beleidi

tion.

gungsprozeß aus der Welt schaffen. Sein Strafantrag gegen den preußischen Miniſter des Innern ist eine leere Demonstra Durchführung dieser Beleidigungsklage die Immunität Grzesinstis Er weiß recht gut, und sein Anwalt mit ihm, daß der entgegensteht, und daß wahrscheinlich in diesem Falle ein Kom­entgegensteht, und daß wahrscheinlich in diesem Falle ein kom­

petenzeinwand erhoben werden würde.

Herr Ehrhardt kann sich die Sache leichter machen. Die in der preußischen Denkschrift enthaltenen Tatsachen sind gerichtsnotorisch. wenn er den Mut dazu hat.

Es melden sich die Freunde Watters. Herr von Graefe im Reichstag, Angriff auf Geßler, die schützende ir nehmen sie in der Deffentlichkeit auf; er mag uns verklagen, Hand vor Watter. Herr von Graefe ist selbst ein Desperado, verwickelt in die Verschwörungen und wahnwißigen Pläne des Jahres 1923. Seine Solidaritätserklärung ist selbst verständlich.

im

Graf Westarp. Offizielle Erklärung im Namen der deutschnationalen Reichstagsfrattion Reichstag . Entrüftung über die Angriffe auf den hochver dienten General ". Reinerlei Reserve gegen die Wahnsinns­pläne des nationalistischen Aktivismus. Eine Selbstenthüllung. Die Leute wollen in die Regierung!

Der erste D. A. 3.- Red.: Wem wollen Sie das erzählen! Davon müßte ich doch schließlich zuerst etwas wissen. Der zweite D. 2. 3. Red.: Sie wissen nichts davon, aber die Abendzeitung weiß es. Es bestehen Verabredungen. Hier steht's. Ueberzeugen Sie sich selbst. Wir erhalten 80 000 Mart im Monat vom Reich.

Der erste D. A. 3. Redakteur liest. Der regierungsfreund­liche Steuerzahler beugt sich über seine Schulter und lieft mit. Der Steuerz: Aber das ist ja unerhört! Das ist ja eine Schmach! Das ist ja eine Nichtsnuzigkeit! Was fällt dieser D. A. 3. freundlichen Regierung denn ein! Das ist ja eine Unge heuerlichkeit! Das hat es ja in der Geschichte noch nicht gegeben! Der erste D. A. 3. Red.: Was schimpfen Sie auf die Re gierung, wo Sie sich doch als ihr Freund ausgegeben haben! Querulant, der Sie find! Sehen Sie mich an! Ich bin nun tein Freund von der Regierung. Aber das führt doch nun nicht dahin, daß ich alle ihre Handlungen mißbillige. Sie hat recht, wo sie

recht hat.

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Die Protefte gegen das Schund- und Schmutzgesetz. Der Deutsche Berein für öffentliche und private Für forge verbreitet eine Dentschrift über das Schmutz und Schund­gefeß, in der er nur geringe Abänderungen vorschlägt, sonst aber auf das entschiedenste für das Gefeß eintritt. Wir erhielten von verschiedenen sozialdemokratischen Mitgliedern des Vereins Pro­tefte gegen diese Aktion des Bereinsvorsitzenden. Der Hauptaus­Dentschrift nicht um seine Zustimmung gefragt worden, er hat den schuß der Arbeiterwohlfahrt ist vor der Verbreitung der Aufruf gegen das Gesetz bereits vor Wochen mit unterzeichnet. Deutschen Die Versammlung des Pazifistischen Studentenbundes, die am 24. November im ehemaligen Herrenhaufe tagte, erhebt schärfften Proteft gegen den Gefeßent­wurf zum Schutze der Jugend vor Schmutz und Schund" und er­flärte diesen Entwurf für eine unerträgliche Bevormundung des Geifteslebens.

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Wird Mussolini feinen Bornamen ändern? Mussolini ift ein Allerweltsterl; er fegt nicht nur Attentate und Totschläge in Szene, sondern gibt der Welt auch zu lachen. Bekanntlich ist der auch noch sein Innenminister geworden, Bielbeschäftigte, nachdem Federzoni ausgeschifft worden ist, nun womit er jetzt glücklich sieben Ministerien dem Namen nach inne hat! und als solcher hat er eine Verordnung erlassen, die Standesbeamte mit schwerer Strafe bedroht, die bei der Aufnahme von Neugeborenen Namen zulassen, die im fatholischen Kalender nicht zu finden sind. Man darf demnach in Italien nur noch Vornamen befizen, Das Eigentümliche dabei ist, daß Herr Mussolini selbst sich die im Kalender der katholischen Kirche verzeichnet find. Benito nennt. Einen Heiligen Benito gibt es aber nicht. Benito ist der Name eines italienischen revolutionären Abenteurers, der sich seinerzeit nach Merifo begab, um dort Revolution mitzumachen. Mussolinis Vater, der selbst Revolutionär war, gab seinem Sohn den Namen dieses Benito. Da der Name im katholischen Kalender

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derung der wirtschaftlichen Not auf Borschlag ber Bintsregie. Der Hauptausschuß des mecklenburgischen Landtags hat zur Lin­rung größere Mittel bereitgestellt. Die Regierung wird einen Teil dieses Geldes zur Gewährung von Weihnachtsbeihilfen an Minderbemittelte schon in nächster Zeit den Aemtern und Städten überweisen.

Der Aufstand in Nordalbanien geht weiter; er scheint von den seinerzeit nach Italien geflüchteten Er- Machthabern auszugehen; da denkt man leicht an Mussolinische Drahtzieherei.

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vergebens gesucht wird, darf man ja wohl erwarten, daß der Dif­tator Italiens seinen Vornamen ändern wird. Außerdem hat er seiner Tochten einen germanischen Vornamen gegeben, nämlich Edda , der alles andere als fatholisch ist; die Tochter wird also dem Beispiel ihres Vaters folgen und ihren verpönten Namen ebenfalls austauschen müssen.

Der Stand der deutschen Buchproduffion. Der deutsche Bücher­markt zeigt in dem letzten Monat, für den die Statistit abgeschlossen ist, im Auguft, wiederum einen beträchtlichen Rückgang der Pro­holtem Sinfen im Juli einen Aufschwung genommen hatten. An duktion. Das ist um so auffälliger, als die Zahlen nach wieder. Neuerscheinungen tamen im Juni heraus 1685, im Juli 2120, im August nur noch 1536. Die Zahl der Neuauflagen stieg im Juli von 466 auf 533 und fant im Auguft wieder auf 339. Von dem Rück­gange find so gut wie alle Teile des deutschen Buchverlages be. troffen. Daß der verlegerische Wagemut troß der schlechten Zeiten aber noch fortbesteht, geht aus der Tatsache der Auflagenerhöhungen Höhe, im Juli vierzehn, im Auguft immer noch acht auf den Markt von über 10 000 Stüd hervor: im Juli wurden zwölf Werte solcher

gebracht.

Ein neues Riefenteleskop. Amerikanische Astronomenfreise unter Führung von Professor Russell planen die Erbauung eines neuen Riefenteleskops, das mit einem Spiegeldurchmesser von 25 Fuß alle anderen bisher gebauten Teleskope meit übertreffen soll. Es würde eine Durchforschung des Himmelsraumes in dreimal größeren Ent­fernungen erlauben, als mit den heutigen Mitteln möglich ist, d. h. man würde einzelne Sterne noch in Entfernungen von 6 bis 8 Mil­Telestop vermutlich endgültig Klärung der Streitfrage über den lionen Lichtjahren photographieren fönnen, wo man heute auf 2 bis 3 Millionen Lichtjahre beschränkt ist. Ferner würde ein solches Mars bringen. Allerdings bestehen noch Schwierigkeiten, den not­wendigen Betrag zu beschaffen, der auf 12 Millionen Dollar geschätzt

wird.

Borträge. Die Gemeinnüßige Vereinigung zur Pflege Deutscher Stunft ( Berliner Abende) veranstaltet zugunsten der Sonntagskonzerte für die Strafgefangenen am 27. Nov. einen Vortrag des Professors Wilhelm Doegen über Stimmen der Böller" mit Raut und Lichtdemonstrationen. unter dem Protektorat des Bundespräsidenten veranstaltet. Bund und

Eine Beethoven- Jenienarfeler wird in Wien vom 26. bis 31. März 1927 Staat haben fich vereinigt, um den Gästen eine des Meisters würdige Feier zu bieten, die internationalen Charakter tragen wird. für den vom Reichsfinanzminister ausgeschriebenen Wettbewerb um Ent Entwürfe für neues Silbergeld. Am 24. November hat das Preisgericht würfe für Silbergeld 7 Preise verteilt.

unter Zeitung des bekannten Graphiters Renner eröffnet werden. Der Eine Buchdrucker- Meiſterſchule wird am 1. Februar 1927 in München für das Unternehmen gestiftet. Die Stadt München stellt die erforderlichen Verein Deutscher Buch bruder hat 100 000 m., der bayerische Staat 50 000 m. Räume zur Verfügung und übernimmt die gesamten Betriebskosten.

Refordpreise gebracht. Ein Bild von Thomas Lawrence wurde für 74000 Millionenpreise für Gemälde. Die Londoner Auktion alter Meister hat Guineen( über 1 Millionen Mart), Gainsboroughs Mis Tatton" füt. 44000 Guineen verlauft.