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niedergelegt hatte in Schöneberg war's ein Kranz mit schwarz­meißroter Schleife, niedergelegt von einer monarchistischen Organi­fation. Die Monarchisten werden es ganz in der Ordnung finden, daß ihre mit schwarzweißroten Schleifen ge­schmückten Kränze von Bolizei bewacht werden. Was aber bekämen wir von ihnen zu hören, wenn zum Schuß eines mit schwarz­rotgoldener Schleife geschmückten Kranzes ein Polizei­poften aufgestellt würde? Und wie hätten sie in den Zeiten ihrer Schwarzweißroten Monarchie geschrien, wenn sogar ein Kranz mit roter Schleife geschützt worden wäre?

Der Berliner Museumskrieg. Der Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagt. Im Berliner Museumsfriegprozeß wegen Beleidigung des Ministerialrats Dr. Gall durch den Generaldirektor der Berliner Museen, Geheimrat v. Bode, wurde gestern nachmittag nach 1 Uhr die Berhandlung wieder aufgenommen. Der Gerichtsarzt, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Straßmann, berichtete über das Ergebnis seines Besuches am Krantenbett von v. Bode.

Nach telephonischer Rücksprache mit dem behandelnden Chirur gen Dr. Eschenbach habe er selbst auch festgestellt, daß v. Bo de an Blinddarmentzündung ertranft sei. Es handle fich also um eine lebensgefährliche Erkrankung, besonders angesichts des hohen Alters des Kranken. Ueber den Ausgang lasse sich noch nichts sagen, eine Operation war mit Rücksicht auf das hohe Alter bisher nicht vorgenommen worden. Möglicherweise wird sie aber nicht zu vermeiden sein, da sich anscheinend auch ein Abzeß gebildet hat. Ueber den Gang der Krankheit läßt sich nur sagen, daß im günstigsten Falle mit einer Terminsfähigkeit des Kranken vor Ablauf von sechs Wochen nicht zu rechnen sein wird. Eine Ver­nehmung in der Wohnung fönnte vielleicht schon etwas früher statt­finden, einstweilen sei auch das ausgeschlossen. Auf eine Frage von Rechtsanwalt Iwan Geldschmidt erklärte der Sachverständige, daß er zwar gehört habe, daß d. Bode an Tromboso leide, und daß die Gefahr einer Embolje bestehe. Bei dem gegenwärtigen Zustand war eine Unterfugang hierüber nicht möglich. Schließlich verfiel die Verhandlung der Bertagung auf unbestimmte 3eit, da das Gericht zu der Ueberzeugung kam, daß die Bernehmung des als Zeuger geladenen und erkrankten Geheimen Rates Dr. Wil helm von Bode unerläßlich sei.

Die städtischen Anleihen.

Streden sehr häufig mit einer Monatstarte befuhr. Ein Eisen.| bahnobersekretär beobachtete diesen Mann wieder ant 22. Ottober dieses Jahres auf derselben Strecke. In Nowawes trat der Beamte zu ihm ins Abteil und rief: Hände hoch! Sie sind verhaftet!" Aus dem vermeintlichen Eisenbahner entpuppte sich ein bereits sechs mal wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und unerlaubten Waffen­tragens vorbestrafter Verbrecher namens Bruno Greulich aus der Gubener Straße 23 in Berlin . Die Haussuchung förderte ein ansehnliches Warenlager Don gestohlenem Grpreßgut zutage. Bettbezüge, Handtücher, Manchester und Lebensmittel wurden vorgefunden. 18 Paar Stiefel hatte Greulich bei Straßenbahnarbeitern umgesetzt. Wegen Rüdfalldieb stahls vor dem Potsdamer Schöffengericht angeklagt, gab der An getlagte zu, daß es ihm ein leichtes gewesen sei, in Uni­form die Diebstahle auszuführen. Wenn ihm die Ueber­wachungsbeamten zu sehr auf den Leib rückten, verließ er harmlos den Zug und stieg in den nächsten ein. So ging das wochenlang, und dabei geriet das Begleitpersonal des Zuges in schweren Berdacht, die Diebstähle ausgeführt zu haben. Der medizinische Sachverständige bezeichnete den Angeklagten als geistig minderwertig. Das Schöffen gericht billigte mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Strafe ebenso der Antrag auf Haftentlassung. von zwei Jahren Gefängnis. Bewährungsfrist wurde abgelehnt,

Vorverfahren gegen Gattenmörder Borchardt. Eine Affekthandlung?

Der Gattenmörder Borchardt, der, wie erinnerlich, seine Gattin in der Wohnung seines Freundes Berndt überrascht und nieder geschossen hat, ist jetzt dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden, und es wird von diesem nach beendeter Bernehmung entschieden werden, ob gegen Borchardt ein Haftbefehl zu erlassen ist. Die Tat ftellt sich als eine Affett handlung bar. In der Deffentlichkeit benden Verfahrens wegen Körperverlegung mit tödlichem Ausgang hat es Erstaunen erregt, daß Borchardt trotz eines gegen ihn schwe­auf freiem Fuße war, zumal er bereits auch im Januar einen Herrn Lüders tödlich verlegt hatte. In Wirklichkeit er. scheint die Freilassung nicht erstaunlich. Borchardt war nämlich im Laufe des bereits schwebenden Verfahrens auf Antrag feines Ber teidigers auf seinen Geisteszustand längere Zeit beobachtet worden. Diese Untersuchung führte zu dem Ergebnis, daß Borchardt, der aus einer guten Familie stammt( fein Vater war Direttor einer fleineren Bank) ein starter Trinter ist. Er war mit jungen Jahren dem Elternhause entflohen, wurde im Kriege verschüttet und erlitt bei einer Schlägeei eine schwere Gehirnerschütterung. Im ge= Der Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenversammlung nahm wöhnlichen Leben soll er ein äußerst ruhiger Mensch sein, mit dem 3u ber feit längerer Zeit angekündigten 20 millionen leicht auszukommen ist. Sobald er jedoch unter dem Einfluß Dollar Anleihe der Städtischen Elektrizitätswerte A.-G. Stellung. von Alkohol steht, ist er unberechenbar. Seine Frau hatte Nach längerer Debatte wurde die Vorlage einstimmig angenommen, er erst vor einiger Zeit geheiratet und hing fehr an ihr. Wenn es nachdem durch einen 3usaz 2ohmann dem Aufsichtsrat der Elettrizitätswerke die Verpflichtung auferlegt worden war, die Einzel- tätigkeiten wird strafrechtlich zur Veranwortung gezogen werden auf der einen Seite fraglich erscheint, ob Borchardt für seine Gewalt­heiten der Anleihe, insbesondere die Kursfestsetzung für die Aus- tönnen, so wird andererseits ernstlich zu erwägen fein, ob die All­zahlung im Einverständnis mit der Finanz- und Steuerbeputation festgemeinheit durch die Internierung des gemeingefährlichen Geistes. zusehen. Weniger günstig war das Schicksal einer Magistratsvorlage tranten vor weiteren gewalttätigen Ausschreitun über eine Inlandsanleihe der Straßenbahn auf gen geschützt werden muß. Die Verteidigung Borchardts führen 60 millionen Mart. Die Beratung wurde schließlich nach die Rechtsanwälte Dr. Diamant und Dr. Fren. längerer Debatte vertagt, weil der Ausschuß über die Verwendung Dieser Gelder, die zum Teil für Straßenbahnzwede, zum Teil für Der Tod auf den Schienen. andere Berkehrszwecke verwandt werden sollen, noch nähere Auskunft haben wollte. Die Beratung über den Ankauf des Ritter. gutes Düppel mußte danach wegen der vorgerückten Stunde Dertagt merben.

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Der Schuß auf den Geliebten.

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Der furze Roman ber 24jährigen Zeichnerin K. und des Mufilers R. fand fürzlich seinen Abschluß vor dem Landgericht III. Schon einmal stand der Termin im Oftober vor dem Schöffengericht Charlottenburg an. Die Antlage leutete damals auf fahrläffige Körperverlegung. Das Gericht glaubte aber aus den Einzel­heiten den Tatbestand des versuchten Mordes entnehmen zu müssen und leitete die Sache deshalb zum Landgericht. So stand nun die stille, bescheidene, intelligente und streng sittlich erzogene Tochter aus gutem Hause" vor dem Richter. Das Verhängnis in threm Leben begann, als der Bater, ein jüdischer Kaufmann, der feine jüngste Tochter unberührt" nur dem von ihm selbstgewählten Bemahl übergeben wollte, fie eines späten Abends mit ihrem Freund In ihrem Zimmer überraschte. Beiden wurde das Haus verboten. Sie zog in eine Pension im Westen, in die Nähe des Geliebten, der bei feiner Mutter wohnte und im Lunapark spielte. Ihre Ersparnisse maren bald zu Ende, ihre Wertsachen verkauft, aber Abiturienten­zeugnis und Zeichentalent verhalfen ihr nicht zu einer Stellung; so war fie auf den Freund angewiesen. Mit ihrer Familie und ihrem früheren Bekanntentreise hatte sie völlig gebrochen. Im Januar fand die Berlobung der beiden jungen Leute statt. Am 8. Juli fiel der Schuß auf den Geliebten. Den Anlaß dazu gab ein unbe­deutendes Ereignis, das wenige Tage zurücklag. Sie hatte sich eines Abends vom Lunapark aus mit Erlaubnis ihres Bräutigams von einem Herrn nach Hause begleiten lassen, um sich mie ge­wöhnlich um 2 Uhr mit ihrem Verlobten vor ihrer Haustüre zu treffen. Als er sie zur verabredeten Zeit nicht vorfand, fie aber einige Minuten später am Arm des Herrn anfam, und ihm erklärte, daß sie ihren Begleiter schon lange Jahre kenne( was dieser ver­neinte), gab er ihr den Verlobungsring wieder. In den darauf folgenden Tagen verleugnete er sich hartnäckig beim Telephonanruf. Schließlich gelang es ihr, ihn dazu zu bewegen, sich wie früher mit ihr um 2 Uhr vor ihrer Haustür zu treffen. Sie tam zur Ver­abredung in großer Erregung. Sie trug sich bereits tagelang mit Selbstmordgedanken. Vom Tisch ihrer Bensionswirtin nahm sie einen völlig veralteten Revolver mit, besorgte fich Munition dazu und irrte bis zur Zeit der Berabredung im Grunewald umher. Wie fie erklärte, fonnte sie doch nicht den Mut finden, sich zu erschießen; fie hoffte immer noch auf einen günstigen Ausgang der Unterredung mit ihrem früheren Verlobten. Ms er ihr aber im Hausflur sagte, daß alles erledigt sei, fiel der Schuß. Die Kugel war im Schädel des Mufiters stecken geblieben, nach drei Wochen war er geheilt. Ob der Schuß noch böse Folgen haben wird, fann im Augenblick nicht gefagt werden. Medizinalrat Dr. Leppmann bezeichnete die Angeklagte als einen infantilen Menschen. Der Staatsanwalt ließ die Anklage megen Mordversuchs fallen und beantragte 4 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Körperverlegung. Rechts anwalt Dr. Frey plädierte in seiner Berteidigungsrede für eine noch mildere Beurteilung des Falles. Das Gericht verurteilte die Angeklagte entsprechend dem Antrage des Staatsanwalts zu 4 Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Schnellbahnlinie Alexanderplat- Lichtenberg.

Das Schnellbahnprojekt Alleranderplaß- Lichtenberg nähert sich jekt seiner Verwirklichung. Wie bekannt, wird der Stadt verordnetenversammlung in Kürze pom Magistrat eine Borlage unterbreitet werden, in der um die Zustimmung zur Inangriffnahme der Bauarbeiten und um die Bewilligung der er­forderlichen Mittel ersucht werden wird. Es ist damit zu rechnen, daß der Bau der Strecke im Frühjahr in Angriff genommen merden kann. Die geplante Strede führt im Zuge der Frankfurter Allee über die Landsberger Straße zum Alexanderplat, wo sie in den Untergrundbahnhof Alexanderplatz einmündet. Ein falscher Eisenbahner.

Seit längerer Zeit wurden die Polsterbezüge in den Ab­teilen zweiter Klasse auf der Vorortstrede Potsdam Eriner herausgeschnitten und gestohlen. Alle Bemühungen der Eisenbahnüberwachungsstelle, den Dieb zu ermitteln, blieben erfolg las. Bald nach diesen Diebstählen wurden auf der gleichen Strecke Beraubungen von Gepäd wagen festgestellt. Bertvolles Expreßgut murde hauptsächlich beim Umrangieren der Züge auf dein Bahnhof Grunewald gestohlen. Es fiel den Ueberwachungsbeamten auf, daß ein Mann im Eisenbahnermantel mit Dienstmüße die

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Ein folgenschwerer Unfall trug sich gestern nachmittag auf dem Potsdamer Güterbahnhof zu. Beim Rangieren wurde der Arbeiter Julins Dendorf aus der Nitolaifird straße 9 von einem abgestoßenen Güterwagen erfaßt und über. fahren. D. wurde auf der Stelle getötet. Die Schuld foll den gebracht. Berunglückten felbft treffen. Die Leiche wurde in das Schauhaus Einen entfehlichen Tod fand oestern abend furz vor nalien 27 Uhr ein etwa fünfzigjähriger Mann, dessen Berso. unbefannt sind. An der Ede Haupt- und Tempelhofer Straße zu Schöneberg mollte er den Fahr damm überschreiten und überfah, da ihm die Sicht durch einen Straßenbahnwagen genommen wurde, einen aus entgegengefekter Richtung kommenden Straßenbahnzua der Linie 61. Der Mann lief in den Anhänger hinein, dessen Räder über ihn hinweggingen und beide Beine vom Rumpf trennten; der Brustkorb wurde ihm eingedrückt. Mit Hilfe des Publikums wurde der Wagen gehoben, und der Schwerverletzte aus seiner qualvollen Bage befreit. Man schaffte ihn im bewußtlosen Zustand in das St.- Norbert­Krankenhaus, wo er gleich nach der Einlieferung star b. Werkfreude"-Spielzeug.

In den Werffreude Bücherstuben" in der Kur­fürstenstraße hat man mit Rücksicht auf Weihnachten der Spielzeug Ausstellung einen breiteren Rahmen als sonst eingeräumt. Da gibt es hunderterlei Dinge, die nicht nur Kinderaugen erfreuen können, fondern mit denen Kinderhände auch etwas anzufangen wissen. Und das ist das Schöne an diesen Spielsachen, daß sie im Kinde die Lust wachrufen, etwas damit, daraus herzustellen. Durch Uhr werf betriebenes Blechspielzeug, das den kleinen nur gefährlich werden kann und außerdem durch seine ewig gleichbleibende Form geradezu zur Zerstörung, zur Beränderung reizt, ist hier völlig verbannt. Dafür gibt es das reizende Werffreude- Schiff", das sich aus farbigen Holzstücken in den verschiedensten Fermen zu sammenstellen läßt; Tiere in naiver Einfachheit, die den Kindern die charakteristischen Linien einer Bewegung lebendig wiedergeben, werden von den allerkleinsten allerdings am liebsten als Bauflöße verwendet. Ueberhaupt zeigte dieser Spielnachmittag, den die " Werkfreude- Bücherstuben" veranstaltet hatten, daß die Phantasie eines Kindes viel größer ist, als Erwachsene sich vorstellen tönnen. Man ahnt nicht, was halbwüchsige Jungen aus Holzbasteltäften alles hervorbringen tönnen, Schwungräder, Hammermerte, Ställe;

Funkwinkel.Z

" Der Widerspenstigen 3ähmung" blieb die einzige vollendete Oper von Roman Göß, der am 3. Dezember 1876 als noch nicht ganz Sechsunddreißigjähriger starb. Daß der Rundfunk fie zum Gedächtnis des fünfzigsten Todestages des Komponisten aufführte, war eine Ehrenpflicht. Aber es verdient Beifall, daß er sich dieser Pflicht in so schöner Form entledigte. Mit Selmar Menrowih stand ein Dirigent am Bult der Sendebühne, der für diesen Außenseiter des Opernrepertoires Liebe und Verständnis mit brachte. Die Oper hat es verdient. Sie ist gewiß fein vollkommenes Bert, aber im musikalischen Aufbau, in der Dramatik der Mufit spürt man den begabten, hoffnungsvollen Bühnenkomponisten. Der zweite Akt der Oper, der alle Elemente der weiteren Entwicklung ent­hält, ist ein Meisterwert musikalischer Diktion. Die Personen find hier nicht nur charakteristisch gegeneinander gestellt, sondern ihre Auf gabe im Gang der Oper wird bereits unmißverständlich festgelegt. Bon der Stelle, wo der Bater ängstlich und zögernd dem Freier ge­steht, daß er ihm nicht zumuten kann, das zänkische Käthchen zu heiraten, bis zu der Verlobung am Schluß des Aftes hat man in fnappester Form eine musikalische Inhaltsangabe der ganzen Oper. Die Belegung der Rollen war nicht ganz so glücklich wie die des Diri genten. Cornelis Bronsgeeft hatte abgefagt; ihn vertrat Artur Fleischer als Betruccio, stimmlich gut, mufitalisch nicht ganz sicher. Emmy Bettendorf sang das Käthchen sehr hübsch, aber man glaubt ihr das gehorsame liebende Weib viel leichter als die böse, trozige Xantippe, die ihrer Art fo ganz fern liegt. Kandl als Bater Battista, im übrigen recht wirkungsvoll, gefiel sich bisweilen darin, allzu sehr zu farrifieren. Auf der Bühne mag das meniger auffallen, im Rummdfunt, der alle Sinne zugunsten des Gehörs ausschaltet, ist man empfindlicher. Eduard Habisch, Karl Jöken, Elfe Knepel waren gute Bertreter ihrer Rollen.

und ohne Werkzeug kann man das alles wieder auseinandernehmen, um neues aus dem Materia! herzustellen. So kann ein verhältnis­mäßig bescheidener Kasten mit Material zum Bauen, zum Baſtein oder zum Kneten für ein Kind eine viel reichere Gabe sein, als das prunfvollste tote Spielzeug ".

Die schwarzrotgoldscheue Post.

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Die als Protest gegen die Fridericus Brief= marte gedachte Unterflebemarle in Schwarzrotgold, die dem Monarchenkopf eine republitanische Umrahmung gibt, wird von der Postverwaltung für ungefeglich erflärt. Briefe, die den Fridericus in schwarzrotgoldener Fassung zeigen, können von der Beförderung ausgeschlossen werden, behauptet die Bostverwaltung. Die Meldung, daß derartiges schon geschehen ist, wird uns auch von einem Freund unseres Blattes bestätigt. Zwar hat man einen Brief, den er mit dem schwarzrotgold umrahmten Fridericus von Berlin nach außerhalb schickte, und einen anderen, den er in derselben Aufmachung nach Amerika gehen ließ. ohne Beanstandung weiterbefördert. Beide Briefe waren auf dem Bostamt Berlin D. 17 aufgegeben worden. Als unser Freund aber vor einigen Tagen einen Brief, den er wieder mit der schwarzrotgoldenen Unterflebmarte geschmückt hatte, dem Postamt 51 übergab, erhielt er ihn am nächsten Tage, vom Bostamt 17 ab­gestempelt zurüd mit dem Bermert: Unzulässig zu­rüd." Warum diese Marten bald so, bald anders be, handelt werden, ist ihm rätselhaft. Seine Verwunderung wird vielleicht noch wachsen, wenn er jetzt durch uns erfährt, daß sein an die Redaktion des Vorwärts" gerichteter Brief den er mit einer Schillermarte zu 5 Pf. und der schwarzrotgoldenen Umrahmung beflebt hatte, unbeanstandet geblieben und ausgehändigt worden ist. Wenn so die Poft selber zeigt, daß sie das Schwarzrotgold ertragen kann, sollte sie schleunigt ihren an­macht. fänglichen Widerstand aufgeben, damit sie nicht länger sich lächerlich

Legitimationskarten für Gewerbetreibende.

Gewerbebetriebes

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oder

Der Polizeipräsident teilt mit: eine ge­" Diejenigen Gewerbetreibenden, die in Berlin werbliche Niederlassung haben und im Jahre 1927 iclbft oder burch in ihren Diensten stehende Reisende für die Baren auftaufen Zwede ihres Bestellungen auf waren suchen wollen, werden aufgefordert, die erforderlichen Legitimationstarten für das fommende Jahr baldigst zu beantragen, da bei der großen Anzahl der eingehenden Anträge Anträgen find unaufgezogene Lichtbilder der Karteninhaber in einer die rechtzeitige Ausstellung der Karten sonst nicht gesichert ist. Den Kopfgröße von mindestens 1,5 Zentimeter beizufügen. Der vom lizeirevier vorzulegen, in dem der Reisende wohnt. Hierauf ist der Antragsteller auszufertigende Antragsvorbrud ist zur Beglaubigung der Personenbeschreibung und des Lichtbildes zunächst bei dem Po­Bordrud dem Polizeirevier einzureichen, in dem die Firma ihren Sig hat. Die Bordrude find bei dem Polizeirevier fäuflich zu haben. Um die Internationale Ausstellung.

Die Märkische Arbeitsgemeinschaft der Freien Deutschen Akademie des Städtebaues, lädt alle beteiligten Be­hörden und Verbände zu einer Besprechung der Frage einer großen Internationalen Ausstellung in Berlin ein. Das Hauptreferat hat Professor Bruro Möhring übernommen, der durch seine Arbeiten auf den Weltausstellungen von Paris , St. Louis , Mailand und Buenos Aires über eine reiche Erfahrung verfügt. Die Sigung findet am 14. Dezember d. 3., Uhr nachmittags, im Landtags fizungsfaal des Landeshauses der Provinz Brandenburg , Matthäis tirchstraße 20/21, statt. Einladungen fönnen von der Geschäftsstelle der Akademie, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 48, bezogen werden. Neuerung beim Einwohner- Meldeamt.

Für das Einwohner- Meldeamt des Polizeiprädiums Berlin ist beim Boftfchedamt Berlin unter Nr. 89 877 ein Poſtſcheckkonto er richtet worden. Dadurch ist dem Bublifum die Möglichkeit gegeben, die Fahrt zum Einwohner- Meldeamt und das unvermeidliche Barten bei der Abfertigung sich zu ersparen. Die Wohnungs­anfrage fann auf die Rückseite des Zahlkartenabschnittes ge fchrieben werden und wird vom Einwohner- Meldeamt umgehend beantwortet. Bei sämtlichen Polizeirevieren werden in nächster Beit vorgebrudte Zahlfarten zur Benuzung durch das Publikum zu haben fein. Die mit der Bahltarte einzusendende Auskunftsgebühr beträgt 0,50 M., zu der noch die Portogebühr für Uebersendung der Antwort hinzukommt, und zwar im Bereich des Ortspolizei. bezirtes Berlin 0,05 m., nach auswärts 0,10 m. Weihnachtsansstellung in Charlottenburg .

Im großen Festsaal des Charlottenburger Rathauses wurde dieser Tage mit einem fleinen Festakt die vom Jugendamt veran staltete Weihnachtsausstellung eröffnet. Ein Chor von Ge meindeschulkindern sang Lieder, Tanzdarbietungen Jugendlicher und eine Ansprache des Bürgermeisters August in folgten. Ein Rund­gang durch die Ausstellung ließ eine forgjante Auswahl der aus­gestellten Bücher durch die Jugendschriften- Vereinigung des Char lottenburger Lehrervereins erkennen. Einige Firmen zeigen schönen Wandschmuck in Originalbildern und guten Kopien. Lobenswert sind die cusgestellten Zeichenarbeiten einiger Jugendlicher. Spiel­zeug in neuartiger, pädagogisch einwandfreier Anfertigung und die Sonderschau eines Sportartikelgeschäfts vervollständigen die Auss stellung. Die Lefeeden für Schultinder waren bald ständig besetzt. Die Veranstaltung ist bis einschließlich 5. Dezember täglich von 11 bis 7 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. In allen Abteilungen findet ein Bertauf statt.

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Eine Jugendbuch und Kunstausstellung veranstaltet das Jugendamt Kreuzberg vom 28. November bis 5. Dezember im Lesefaal des Besundheits. baufes Streuzberg, Am Urban 10/12. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 8 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Am Sonntag, den 28. November, 11 1hr, findet die Eröffnung der Ausstellung statt.

Das Jugendamt Mitte veranstaltet in der Zeit vom Sonntag, den 28. November 1926 bis einschließlich Conntag, den 5. Dezember 1926, in der Aula Gartenstr. 107a( Soigebäude), eine reichhaltige Weihnachtsbuch­ausstellung, die an den Wochentagen nachmittags von 5 bis abends 9 Uhr und an den Sonntagen von 2 Ühr nachm. bis 8 1hr abends geöffnet ist.

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emne

Die Deutsche Gartenstadt- Gesellschaft E. V. erläßt die Einladung zu ihrer Generalversammlung für Sonnabend, den 4 Dezember, im Meistersaal", Köthener Straße 38. Nach dem geschäftlichen Teil werden zum Thema Das Ergebnis der internationalen Tagung in Wien " folgende Borträge gehalten werden: Stadtbaurat Dr. Berg­Breslau: Das Rechtsempfinden und die Bodenfrage; Regierungs­und Baurat Dr.- Ing. Serini- Nürnberg: Barum so wenig Ein­familienhäuser?; Dr.- Ing. Gloeden- Berlin : der Städtebau Wissenschaft oder eine Kunst?; Oberbaurat Dr.- Ing. Heiligenthal­Berlin: Satelliten und Parasiten; Oberbaurat Koeppen- Berlin: Landbedarf für Flachbaufstädte; Regierungsbaumeister Niemeyer­Oppeln: Boden, Flachbau und Umsiedlung im Osten( mit Lid bildern); Regierungsrat Otto Albrecht Berlin: Die Notwendig= feit der Schaffung von Dauertleingärten im Bebauungsplan; Stadtbaurat Dr.- Ing. Wagner Berlin : Wege zur Gartenstadt; Dr. de Laporte- Berlin: Die staatsbürgerlichen, feelischen und ful­turellen Gründe für die Dezentralisation und Gartenstadtbewegung; Leberecht Migge - Worpswede : Und der Bodenertrag?( mit Vor­führung eines Films).

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3uffellung der Steuerfarten für 1927. Die Steuerfarten für 1927 follen allen Arbeitnehmern Berlins , die ihre Wohnung seit dem 10. Oftober d. J. nicht gewechselt haben, Anfang Dezember zugestellt werden. Arbeitnehmer, die nach dem 10. Oftober b. J. innerhalb Groß- Berlins verzogen sind, müssen ihre Steuerkarte von