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DAZ."- Affäre im Reichstag.

Sozialdemokratie für Journalistengesetz.

Im Reichstag gab gestern vor Eintritt in die Tagesordnung| hindern konnten wir eine andere Entwicklung sehr bedenklicher, der Präsident davon Kenntnis, daß die linkskommunistischen Abge- Natur. In der Kriegs- und Nachkriegszeit ist die wirtschaft ordneten Urbahns, Frau Golfe( Ruth Fischer ), Scholem , Schüz liche Grundlage eines erheblichen Teils der deutschen Zeitungen und Schwan einen Urlaub von 10 Tagen für eine Reise nach Ruß - wankend geworden. Interessierte Kapitalist en stürzten land erbeten haben. Dieser Urlaub wird unter lebhafter Heiterfeit sich auf diese notleidend gewordenen Blätter. Diese Kapitalisten des Hauses bewilligt. Die 5 kommunistischen Abgeordneten reifen haben besser den Wert der Presse verstanden als manche Vertreter nach Moskau , um sich vor dem Erekutivkomitee der kommunistischen der Republik.( Sehr richtig! bei den S03.) Sie machten die Bei­Internazionale wegen ihrer Berrätereien zu verantworten. Der tungen zu Objekten ihres eigenen zügellosen Herrscherwillens. Hätte fechste Angeklagte Maslow macht die Reise nicht mit, wohl aus dem sich damals eine Regierung gefunden, die derartigen Einflüssen der Grunde, weil er als ruffischer Staatsangehöriger auf teine Wieder- Interessenpolitiker entgegengetreten wäre, sie hätte bei uns Ver­tehr nach Deutschland rechnen darf, während sich die fünf anderen ständnis gefunden. Der Fall der Deutschen Allgemeinen Zeitung" auf den Schuh der deutschen Behörden verlassen. steht aber auf einem anderen Blatt. Die preußische Regie: rung hat die Druckerei, die Reichsregierung das Blatt in ihr Eigentum übernommen, ohne daß das geringste an der Richtung der Zeitung geändert worden wäre.

Einige kleinere Borlagen werden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Bei den Gesetzentwürfen zur weiteren Berlängerung des Gesetzes zur Entlastung des Reichsgerichts und über die Er­stattung von Rechtsanwaltsgebühren in Armensachen wendet sich Abg. Rosenfeld( Soz.)

dagegen, daß diese Borlagen so furz vor der Bertagung des Hauses eingebracht worden seien. Dadurch sei es nicht möglich, die Gesez­entwürfe ruhig durchzuarbeiten. Die Sozialdemokratie trete für eine weitgehende Berbilligung der Rechtspflege und der Anwaltsgebühren ein. Bei der zweiten Vorlage handelt es sich aber um die Frage, ob die Beschränkung in Armenfachen aufrecht erhalten, ob ein Gesez bestehen bleiben soll, durch das die Abwälzung der Armenlaften auf die Rechtsanwaltschaft möglich sei. Der Redner beantragt die Ueberweisung an den Rechtsausschuß.

Das Haus stimmt dem zu.

In der fortgesetzten Beratung des

Sofort"- Programms für den Osten beim Nachtragsetat des Reichsministeriums des Innern verlangt Abg. Dr. Oberfohren( Dnat.) eine umfassende wirtschaftliche und fulturelle Förderung für das Grenzgebiet Schleswig Holstein . Wenn im Rahmen des verliegenden Programms diese Hilfe nicht geleistet werden könne, dann müsse wenigstens für die nächste Zukunft eine Zusage des Innenministers erwartet werden.

Abg. Bartschat( Dem.) schildert die wirtschaftlichen und fultu­rellen Notstände in Ostpreußen . Die Abtrennung vom übrigen Reichsgebiet durch den polnischen Korridor habe schwere Schäden im Gefolge. Wenn jetzt endlich der besonderen Not Ostpreußens Rech­mung getragen werden soll, dann dürfe dieses Reformprogramm nicht durch alle möglichen Wünsche für andere Landesteile gefährdet

werden.

Abe. Blum( 3.) erkennt an, daß durch die Tätigkeit des Reichs gesundheitsamts die Lungenseuche zum Berschwinden gekommen sei, bei der Maul- und Klauenjeuce fet das leider noch nicht gelungen. Der Redner begründet einen Antrag, wonamy für diese Zwecke größere Mittel bewilligt werden sollen.

Abg. Aube( Bölf.) stimmt dem sezialdemokratischen Antrage auf Berücksichtigung Sachsens zu, er wünscht aber auch Hilfe für die Oftgebiete Bayerns .

Abg. Krätzig( Soz.)

begründet einen sozialdemokratischen Antrag, wonach für Sachsen , wo besonders das Erzgebirge schwer zu leiden habe, 3 Millionen für soziale und kulturelle Zwecke bewilligt werden sollen.

Abg. Torgler( Komm.) stellt den Antrag, für die Arbeiter Turn und Sportschule in Leipzig 700 000 m2. zu be­willigen, im Falle der Ablehnung dieser Forderung beantragt er den Betrag von 400 000 2.

Abg. Mittelmann( DBp.) wünscht, daß man nicht immer von national gefährdeten Gebieten spreche, da dadurch die Kreditfähigkeit dieser Provinzen gefährdet werde. Die hier eingebrachten Zusag träge müßten erst im Ausschuß eingehend beraten werden.

Abg. Pfleger( Banr. Bp.) vermißt eine Aeußerung der Reichs­regierung, besonders des Reichsfinanzministeriums, wie sie sich zu den Mehrforderungen stellten. Man fönne es Bayern nicht ver. denten, wenn es nunmehr auch für seine gefährdeten Grenzgebiete Zuschüffe verlange. Der Redner beantragt, das ganze Kapitel an den Ausschuß zurückzuverweisen.

Der Antrag auf Zurückweisung von je 2 Millionen an Schles­mig Holstein und Bayern wird angenommen, ebenso von 3 Millionen an Sachsen . Im übrigen wird der Titel nach den Ausschußbeschlüssen angenommen. Die Endsumme dieses Titels hat fich non 41 auf 48 millionen erhöht.

Es folgt die 2. Beratung des Nachtragsetats für das Aus= wärtige Amt.

Abg. Stampfer( Soz.)

erörtert die Angelegenheit des Kaufs der Deutschen A11= gemeinen 3eitung" durch die Reichsregierung, die im Aus­lande und auch im Inlande lebhafte Debatten beraufbeschworen hat. Der Redner warnt vor der verhängnisvollen Auffassung, als cb die Bresse ledinich das Objekt und das Werkzeug der Politik sein sollte. Diese Auffassung hat im Obrigkeitsstaat bestanden, sie ist des Volks: staats unwürdig. Im Volksstaat soll die Presse ein selbstän diges Organ des geistigen Lebens der Nation sein, eine freie Institution zur Wahrung der öffentlichen Intereffen. Bei dem Ver­fauf einer Zeitung gerät der ehrenhafte Journalist in einen schweren Konflikt; er muß wählen zwischen dem Brot für seine Kinder und der Bertretung seiner Ueberzeugung. Ein solcher tragischer Fall für den journalistischen Beruf hat sich im Jahre 1920 er. eignet, als Hugo Stinnes die Deutsche Allgemeine Zeitung" von Reimar Hobbing übernahm und die Haltung des Blattes grund­fäßlich änderte. Es ist bekannt, daß in einzelnen Ländern die Staatsgemalt sich der gesamten Presse bemächtigt hat und jede freie Meinung unterdrückt. Hier wird niemand der Meinung sein, daß das zur Nachahmung reizen fönne. Meine Partei darf es sich als histerisches Berdienst anrechnen, eine solche Entwicklung bei uns ver hindert zu haben.( Sehr richtig! bei den Soz.) Aber nicht ver­

Unter der Erwerbslosenunterstützung!

Die Lohnpolitik des BBMJ.

Die Funktionäre des Metalltartells nahmen gestern abend im Dresdener Casino zu der Kündigung des Lohntarifes der Transportarbeiter in der Berliner Metallindustrie Stellung.

Es blieb die Einstellung zwischen ganz rechts und halbrechts, es blieb die scharfe Bekämpfung deffen, was links von der Deutschen Volkspartei steht, es blieb die Bekämpfung der preußischen Staatsregierung. Und diese Bekämpfung wurde bezahlt von der Reichsregierung.( Hört, hört, von den Soz.) Es blieben auch die Indiskretionen aus dem Auswärtigen Ausschuß und auch sie wurden von der Reichsregierung bezahlt.

Angelegenheit besonders geschickt und erfolgreich vorgegangen ist. Es wird niemand behaupten können, daß die Regierung in dieser Entweder wollte die Reichsregierung aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung" ein Organ für sich machen, das ist ihr nicht gelungen. Oder sie wollte sich ritterlich zeigen und das Blatt vor einem Weiter: verkauf schüßen, dann hat sie ihre Ritterlichkeit an ein wenig würdiges Objekt verwendet.( Sehr richtig b. d. Soz.) Die Reichs­regierung wird von ihrer Berantwortung in dieser Angelegenheit nicht dadurch frei, daß sie den Fall als ein reines Geschäft behandeln und das Blatt an einen Xbeliebigen veräußern will. Der schwerste Vorwurf, der gegen sie zu richten ist, besteht darin, daß sie die Redaktion und den Verlag in voller Unkenntnis darüber gelassen hat, was vorgegangen war. Redaktion und Verlag haben erklärt, daß sie von dem Verkauf des Blattes an die Reichs­regierung nichts gemußt hätten.

Mit dem geheimen Kauf dieses Blattes hat die Regierung eine Sünde gegen die Seele der Presse begangen. Sie hat aber auch einen Vorstoß gegen das Vertragswerk vom 9. Januar d. 3. begangen, das zwischen den deutschen Redakteuren und den Berlegern zuffande gekommen ist.

Der Redner weist darauf hin, daß nach§ 14 des Normaldienst­vertrages für Redakteure der geheime Kauf der Zeitung einen Ber­stoß gegen das Bertragswerk darstellt. Wir dürfen die hier drohende Gefahr nicht unterschäzen. Es wird auf solche Weise ein Lands= tnechts tum der Presse herangezüchtet und die Korrumpierung des öffentlichen Lebens gefördert. Der von den Deutschnationalen im Ausschuß gestellte Antrag, wonach die Regierung im fünftigen Etat eine Nachweisung über ihre Ausgaben für diese Zwecke geben foll, genügt uns nicht. Wir wollen nicht nur feststellen, wieweit die deutsche Regierung an Presseunternehmungen beteiligt ist, wir mollen auch wissen, wie weit die Teilnahme des deutschen und des ausländischen Kapitals an deutschen Zeitungsunternehmungen geht. Wir schließen uns deshalb der Forderung an, die Dr. Dovifat in der Germania " aufgestellt hat auf Offenlegung der Befikrechte an der deutschen Presse. Jeder Redakteur muß genau wissen, wer hinter seinem Blatte steht und welche Zwecke von ihm verfolgt werden. Wir unterstüßen diese Forderungen auch in bezug auf das zu schaffende deutsche Journalistengeset, das die Stellung des Journalisten als Vertreter öffentlicher Inter­effen gefeßlich festlegen und ihn für den Fall eines Richtungswechsels feines Blattes von seinen Pflichten gegenüber diesem Blatt befreien und ihn entschädigen muß. Ein erheblicher Teil dieser Forderungen ist schon verwirklicht, nämlich im österreichischen Journalisten­gefeß, das dank der Initiative unserer österreichischen Parteifreunde entstanden ist. Wir können hier praktische Anschlußpolitik treiben, indem wir uns den Desterreichern anschließen und eine Rechts­gemeinschaft auf journalistischem Gebiet schaffen.( Sehr richtig b. d. Soz.)

( Sehr richtig

Zum Schluß lassen Sie mich das eine sagen: Wenn ich als Sozialdemokrat für die Wünsche und Forderungen meiner bürger­lichen Berufskollegen eintrete, so tue ich das in dem Bewußtsein für das Recht der freien Meinung, also für das höchste Recht der Allgemeinheit, einzutreten. Es ist eine Ironie der Weltgeschichte:

der Journalist, der mit seiner Ueberzeugung auf dem Boden der tapitalistischen Wirtschaftsordnung steht, ist, wenn er ein ehren­hafter Mann bleiben will, gezwungen, ein entschiedener Gegner des Kapitals zu werden in dem Augenblick, in dem er seine eigene Unabhängigkeit und geiffige Freiheit verteidigen will. Auch das ist ein Kampf zwischen Kapital und Arbeit, ein Kampf zwischen Geld und Geist. In diesem Kampf haben die Arbeiter des Geistes Anspruch auf den Schuß des Gesezes, Anspruch auf den Beistand aller, die da wollen, daß dem Volke sein geistiges Brot von reinen Händen gereicht wird. Wer mit uns erkennt, was hier auf dem Spiele steht, der muß mit uns eintreten für die Unabhängigkeit des Journalistenstandes und die Freiheit der Presse.( Lebh. Beifall b. d. Soz.)

Abg. Rube( Bölf.) erklärt sich mit den Ausführungen Stampfers. einverstanden und beantragt, die Weiterberatung auszusetzen, bis irgendein Vertreter des Auswärtigen Amtes vor dem Reichstag erscheine.

Abg. Stoeder( Komm.) beantragt, den Reichskanzler an Stelle des in Genf weilenden Reichsaußenministers herbeizuzitieren. Dieser Antrag wird gegen die Kommunisten und Bölkischen abgelehnt.

Der völkische Antrag auf Ausfezung der Weiterberatung wird. angenommen. Um 4 Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag, 3 Uhr. Nachtragsetat des Reichswehrministeriums.

daß auch selbst solche Arbeiter, die schon arbeitslos sind, sich sträu­ben, in der Metallindustrie Arbeit anzunehmen und die in Arbeit Stehenden sich lieber heute als morgen die Er werbslosigkeit wünschen!

Die Arbeitsfreudigkeit und Arbeitsintensität fann mit solchen schändlichen Löhnen wirklich nicht erhalten, viel weniger noch gestei gert werden. Wenn die Transportarbeiter der Berliner Metall­industrie nicht ganz verkommen sollen, dann müssen ihre Löhne gründlich revidiert werden.

Nach einer eingehenden Aussprache, in der erschütternde Bilder über den Zerfall jeglichen Familienlebens der Transporterarbeiter aufgerollt wurden, beschlossen die Funktionäre einstimmig, das Metallkartell zu beauftragen, das bestehende Lohnabkommen zum 31. Dezember zu fündigen. Die Forderun gen foll die Verhandlungstommiffion aufstellen und den Metallindu­striellen bei der Verhandlung unterbreiten.

Genosse Fromfe vom Verkehrsbund wies an einem reich haltigen Zahlenmaterial nach, wie start die Lebenshaltungskosten und befonders die Mieten seit der letzten Lohnerhöhung am 25. Novem­ber 1925 gestiegen sind. Selbst bei den bescheidensten Ansprüchen ist es heute einem Transportarbeiter der Metallindustrie bei einem Nettoverdienst von 26 bis 28 mt. pro Woche unmöglich, seinen Kräfteverbrauch, der bei der schweren und oft gefahrvollen Arbeit nicht gering ist, auch nur einigermaßen durch eine entsprechende Er­nährung wieder auszugleichen. Die Familien der Transport­arbeiter der Berliner Metallindustrie verkommen geradezu im unbeschreiblichsten Elend, denn an eine Ergänzung von Haushal Genosse Fromte ermahnte die Funktionäre zum Schluß, durch tungsgegenständen oder gar der Bekleidung ist bei diesen Hunger eine rege Agitation in den Betrieben die leider noch in großer Zahl löhnen überhaupt nicht zu denken. der Organisation abseits Stehenden für die Organisation zu Benn schon die Löhne bei 48stündiger Arbeitszeit nicht nur ein gewinnen, damit den Forderungen auch der notwendige Begetieren gestatten, sind sie bei vertürzter Arbeitszeit- und Nachdrud verliehen werden kann. Der Verband Berliner Me nicht wenige Betriebe arbeiten verkürzt buchstäblich zum Ber| tallindustrieller hat mit seiner verbrecherischen Lohnpolitik bewiesen, hungern. Sie liegen dann noch unter den unter daß ihm Menschenleben und Menschenglück nichts sind, der Profit stügungssägen der Erwerbslosenfürsorge. Es ist bezeichnend, alles is:.

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Gefährdung des Privatkapitals verboten!

In Sowjetrußland.

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( EDD.) Der Allrussische Zentralrat des Gemert­schaftsverbandes der UdSSR . hat an alle gewerkschaftlichen Organisationen ein Rundschreiben gerichtet, in dem eingehend dargelegt wird, in welcher Weise sich die gewerkschaftlichen Berbände auf den privaten Fabriken und Konzessionsunter nehmen betätigen sollen. Die Hauptaufgabe der gewerkschaftlichen Verbände auf diesen Unternehmen besteht so heißt es in diesem Rundschreiben ,, in der Verteidigung der wirtschaftlichen Inter­elſen der Arbeiter und Angestellten und in deren Erziehung zum Klassenbewußtsein". Ferner wird den Gewerkschaftsorganen vor­geschrieben, den Versuchen der Fabrifbefizer, Uneinig­feit in die Reihen der Arbeiter und Angestellten durch Gewährung materieller Privilegien an verschiedene Gruppen hineinzutragen, Widerstand zu leisten. Besondere Aufmerksamkeit müßle hierbei dem jüngeren technischen Personal gewidmet werden, auf das die Unternehmer am leichtesten Einfluß gewinnen könnten.

Bei Aufstellung von Forderungen aller Art an die Besizer von privaten Fabriken und Konzessionsunter= nehmen sind die Gewerkschaftsverbände verpflichtet, fich folcher Forderungen zu enthalten, die eine Liquidation des Unter­nehmens zur Folge haben könnten. Die gewerkschaft­lichen Verbände dürfen ebensowenig der Einführung vervollkomm­neter Arbeitsmethoden auf den Konzeffionen Hinderniffe in den Weg legen.

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Dieses Rundschreiben der russischen Gewertschaftszentrale muß den kommunistischen Fraktionsrednern immer wieder um die Ohren geschlagen werden. In Rußland , wo angeblich die Arbeiter und Bauern herrschen, ist es den Gewerkschaften verboten, in den Privatbetrieben nicht etwa in den staatlichen Forderungen zu stellen, die dem Privatfapital gefährlich werden könnten. So wird in Rußland , dem gelobten Lande des Bolschewismus, das Privatkapital bekämpft!

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In Deutschland aber sind alle verantwortlichen Gewerk­schaftsführer Verräter", wenn sie sich nicht mehr vornehmen, als die Arbeiterschaft die Kraft hat, auch wirklich durchzu­setzen. Im fapitalistischen Deutschland hezen die Bolschewisten die Arbeiter in Niederlagen hinein. Im Arbeiter und Bauernstaat" Rußland binden die Bolsche wisten den Ar­beitern die Hände, damit sie den Kapitalisten nur nicht zu wehe tun. Hier wie dort mit verteilten Rollen sind sie die Steigbügelhalter des Privatkapitals.

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Der Leidensweg einer Arbeiterin. Von einem Betriebsrat eines. Berliner Großbetriebes wird uns geschrieben:

Am 10. Juli erlitt die Arbeiterin D. in der Stanzerei einen Unfall dergestalt, daß sie mit dem Mittelfinger unter die Stanze ge­riet und ihr das Nagelglied breitgequetscht wurde. Nach zehn­wöchiger Krankheit meldete sich die Arbeiterin wieder zur Arbeit, mußte diese aber nach ein paar Tagen wieder einstellen, weil fie beim Zugreifen an dem verlegten Finger große Schmerzen hatte. Von ihrem behandelnden Arzt wurde sie arbeitsunfähig ge­schrieben.

Die Betriebstrantentasse lehnte eine Bezahlung des Krankengeldes ab mit der Begründung: diese Erwerbsunfähigkeit ist die Folge eines Unfalles und daher ist die Unfall- Berufs= genossenschaft für die Zahlung des Krankengeldes nach der Reichsversicherungsordnung heranzuziehen, und schickte die Arbeite rin nach dieser Stelle hin. Hier wurde die Arbeiterin von dem Vertrauensarzt der Berufsgenossenschaft für voll erwerbs. fähig erklärt, die der Arbeiterin einen Bescheid zugehen ließ da hingehend, daß die Berufsgenossenschaft auf Grund des Gutachtens ihres Vertrauensarztes eine Entschädigung ablehne, die Arbeiterin fönne aber gegen diesen Bescheid Beschwerde beim Oberversicherungs­amt einlegen.

Die Arbeiterin ging nun zu ihrem behandelnden Arzt und bat um ein Attest. In diesem erklärt nun der Arzt, daß die Verletzie für ihren Beruf erwerbsunfähig sei, da die Berlegung der maßen hindernd wirke, daß man die ganze Hand als ausgeschaltet betrachten müsse. In einem anderen Berufe sei die Berletzte mindestens 30 Prozent erwerbsunfähig. Mit diesem Gutachten will nun die Arbeiterin versuchen, ihre Rechte beim Ober­versicherungsamt geltend zu machen.

Wer zahlt aber der Kranken in dieser Zeit Unterstützung? Beide Instanzen weigern sich. Die Arbeiterin muß einstweilen die Wohl­fahrtspflege der Stadt Berlin in Anspruch nehmen, um nicht zu ver­hungern.

Aus diesem traurigen Erlebnis möge die Arbeiterschaft lernen. Fordert Schutzvorrichtungen, achtet darauf, daß die vorhandenen Schußvorrichtungen gebraucht werden. Sorgt durch Eintritt in die freien Gewerkschaften und SPD . dafür, daß die Geseze so gestaltet werden, wie sie im Interesse der Arbeiterschaft sein müssen.

Die Rache.

Vor einigen Tagen berichteten wir über die Ausbeutung von Gesellen und Verkäuferinnen durch den Fleischermeister Ph. Greif, Schöneberg , Stierstr. 8( nicht Steinstraße), der fein Personal 12 bis 14 Stunden pro Tag arbeiten läßt.

Der Bericht brachte nicht etwa eine Aenderung der gerügten Mißstände. Herr Greif ist Herr im Hause". Er entläßt furzerhand den Gesellen, weil er nur neues Personal in seinem Betrieb haben will. Mit neuen Leuten geht der alte Skandal dann ruhig weiter.

Die Bergarbeiter in Polnisch - Oberschlesien . Gattowih, 9. Dezember. ( WTB.) Der allgemeine Kongreß, der, mie bereits angekündigt, gestern abgehalten wurde, um über die lekten Lohnverhandlungen zu beraten, faßte den Beschluß, eine Streifattion Dorzubereiten, menn der Schlich­tungsausschuß den Lohnforderungen der Bergarbeiter nicht in vollem Ausmaß Rechnung tragen sollte.

Achtung, Affordmaurer des Deutschen Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin .

Am Montag, 13. Dezember, gleich nach Arbeitsschluß, findet in den Residenz Festsälen, Landsberger Str. 31, eine Bersammlung ber Allocbmaurer bie Kollegen Affordmaurer auf die Bersammlung hinzuweisen. mit wichtiger Tagesordnung flatt. Die Kollegen Betriebstäte werben erfucht, Der Bereinsvorstand.

AfA- Bund- Ortskartell. Gewerkschaftlicher Rundfunkvortrag. Seute abend 8 Uhr spricht der Hauptgeschäftsleiter des Allgemeinen Berbandes der deut fchen Banfangestellten, Karl Emonts, im Berliner Rundfunk über das Thema Bant, Böfe und Arbeitnehmer". Freie Gewerkschaftsjugend. Scute, Freitag, 7% Uhr, tagen die Gruppen: Oberschöneweide : Gruppenheim Jugendheim Laufenerstr. 2( Roter Gaan. Bor­heim Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. trag: Die Bedeutung das Wirken der FG3." Sermannplag: Gruppen­Vortrag: Die vrole

tarische Jugendbewegung". Reppelinplag: Gruppenheim Städt. Jugendheim Luxemburger, Ede Genter Straße. Bortrag: Seitere Episoden aus dem Ge­wertschaftslampf". Webbing I: Gruppenheim Stabibab Wedding, Gericht Straße 65-69. Ausspracheabend: 8 Gtd. Arbeit 8 Gtb. Erholung 8 Stb. Schlaf". Jugendgruppe des 86. Heute, Freitag, 7% Uhr, tagen folgende Be fehung des Vortrages Das neue Balästina"( Felix Rechenbach). zirle: Often: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16( 8immer 8). Fort Sübweft: Jugendheim Belle Alliance- Str. 7-10. Uebungsabend zur Beihnachtsfeier. Achtung! Am Sonntag Beni tinung des Buchdruckerverbandshauses. Spandau : Jugendheim Lindenufer L. Blattdeutsche Dichtungen"( Rachow).

Gewerkschaft Deutscher Volkslehrer und Boltslehrerinnen, Berlin . Nächste wahl des Borstandes. Reichsichufgefchentwurf. Bericht über den Kampfbund Gikung morgen, Sonnabend, im Rathaus, Rimmer 55, pünktlich 8 Uhr. Neu­Sympathifterende treffen sich pünktlich 18 Uhr im Rimmer 55 au einer wich­für Geistesfreiheit, Kollege Berger. Mitglieder der SPD. - Fraktion und tigen Borbesprechung.