Mittwoch 2Z. Februar 1927
Unterhaltung unö ÄAissen
Settage öes vorwärts
der Zoll öer öassejnaja Straße. Von Alexej Tolstoi . (Berechtigte Nebertragung aus dem Russischen von A. Wasserbauer.) ..Aust den ersten Blick unterscheidet sich das Ereignis in der Bajsejnoja Straße nicht besonders von zehnerlei anderen lieber- ichreitungen des Kriminolkodex. Das Interesse der Richter murde erst wach, als sie die Gesichter der Angeklagten sahen, deren offenes Geständnis oernahmen, in Details eindrangen. Das Urteil war zweifellos unter dem Eindruck der Rede des Verteidigers gefällt worden. Er begann folgendermaßen:' .Den yraden dieses Verbrechens muß man dort, aufnehmen, wo- her der Film kam, den die beiden Angeklagten mit, ich möchte sagen, aeradezu religöser Andacht fünfmal hintereinander angesehen haben. Gestatten Sie mir, ein wenig zurückzugreifen und das wahre Bild dieses Ereignisses zu entwerfen... ♦ Die Rede des Verteidigers war geschäftsmäßig, trocken. Wir gestatten uns, sie ein wenig malerischer wiederzugeben. -» Auf den nasien, nachtschwarzen Trottoirs spiegelte sich die schlaf- lose Nacht der großen Boulevards. Ueber den Asphalt, über die von spiegelndem Licht blutigen Pfützen huschten Massen von' Frauen. deinen, umgestülpte Füße, kurze Röcke, seidene Schärpen. Es schien, als wäre das ganze Leben wie ein düsterer, aufregender Traum auf den Kopf gestellt, mit den Beinen nach oben. So schien es wenigstens Gil Bonneau, der mit hängendem Kopf, die Hände in den Taschen seiner Samthose, das Trottoir entlangschlich. Dem Beruf nach war Gil Bonneau«in Nichtstuer. Hätte es keine Polizei gegeben— insbesondere keine Polizei, die außerdem noch mit Fahrrädern ausgerüstet war—. hätte er sich in dieser «ladt schon so manchen Streich erlaubt, trotz seiner angegriffenen Gesundheit(chronische Gonnorhoe, Darmkatarrh und nervöse Zuckungen). Aber Bonneau war weder dumm noch waghalsig. Für eine Kriegsverwundung bezog er eine Rente von monatlich hundert- fünfzig Franken, und diese« Bettel gestattete ihm, sich nicht in allzu riskierte Unternehmungen einzulassen. Trotzdem verlangte es ihm nach Vielem, noch all dem Luxus, der in diesen langen Maschinen vorübersaust, nach den- hellerleuchteten Tanzsälen auf den prächtigen Pariser Boulevards. Am meisten aber verlangte es ihn noch— Frauen. Diese Frauen, parfümiert, zart- ■"sa, in kostbaren Pelzen, die quälten ihn bis zur Bewußtlosigkeit. Er wußte genau, wieviel ein Liebeskrampf mit einer beliebigen von i esen Schönen kostet, und er konnte nur ohnmächtig mit seinen Zahnstummeln knirschen, wenn er längs des Trottoirrandes blickte, wo aus dem Aitto eben ein langdeiniges,' halbnacktes-Dämchen kroch, das heute nacht eine Unmenge von Franken oder Pfunden ver- '"'äffen wird. Gil war überzeugt, daß sein krankhafter Zustand »ur darin den Grund hatte, daß sein Blut von diesen peinigenden W'inschen schon ganz geronnen war. Er zog diesen Weibergeruch in K»e Nüstern ein und ging achselzuckend weiter. Trieb sich ziellos herum, wie ein Tier, das in Tropennacht durch Dschungeln schleicht. , Box ihm lag roter. Lichtschein...So grell, daß olle anderen Lichtor daneben verblaßten. Di« üsrrcmen. die durch dieses Heer von Queck? lilberlicht vor dem Kinopottäl schritten, schienen aüs Wachs zu fein, ihre Augen glänzten gläsern. Zwei Schilder mit Plakaten: .Der Mord in der Rue Beaugirard." Gil blieb stehen, betrachtete dos Plakat: ein befrackter Herr in Halbmaske schritt geckenhaft, mit einem bluttriefenden Meffer in der Hand, über die Leiche eines kahlköpfigen'Alten.„Komisch"— dachte Gil und klimperte mit dem Metallgeld in der Hosentasche — „komffches Sujet!" Er nahm eine Handvoll Münzen aus der Tasche und trat ein. » Lohnt es sich, dieses Kinodrama zu beschreiben? Ein Bankier- s?hn und dessen Frau— Typus der anständigen Gattin mit Hang zu Tränenergüssen. Ein geheimnisvoller Adonis nichtfranzöflscher Ab- stammung will die Frau des Bankierssohues verführen, um in den Besitz des Kapitals ihres Gatten zu kommen. Dann eine Kurtisane, umgeben von rasendem Luxus. Den Bildern des„sveet bome" der Kurtisane hat die französische Industrie quasi Sand in die Augen gestreut. Man hörte nichts als Aechzen im verdunkelten Saal. Selbst- verständlich führ) der geheimnisvolle Adonis den Vankierssohn mit dieser Kurtisane zusammen. Die Gattin des Bonkierssohnes ver- weigert unter Tränen jede Nahrungsaufnahme. Der Bankierssohn verliert, beim Kartenspiel und beim Rennen— unter lebhafter An- teilnähme aller großen Schncidersalons und der gesamten Luxus- industrie. Er ist fertig. Und— das Verbrechen geschieht. Alles ist überzeugt, daß«r es war, der den kahlköpfigen alten Wucherer umgebracht hat. Aber dos wäre von seiner Seite durchaus nicht ichön gehandelt, und so stellt es sich heraus, daß der geheimnisvolle Adonis der wahre Mörder ist. � Als das herauskam, lachte Gil laitt auf. .Unsinn," sagte er zu seiner Nachbarin,„nichts als Luxus- reklame, um Amerika und England damit Geld herauszulocken. Uebrigens, kein Wort wahr, bis auf das, daß es dem Burschen. der den Allen auf der Rue Beaugirard getötet hat, gelungen ist, der Polizei zu entwischen. Hätte man die Sache aber für den Film wirklich so gedreht, wie sie vor sich gegangen ist— erinnern Sie sich vielleicht, mein Fräulein, daß im November vorigen Jahres ganz Poris von der Bluttat in der Rue Beaugirard gesprochen bat'?—, alle Details zeigen wollen, wäre die Sache viel lustiger ausgefallen. Das da ist nur für Ausländer bestimmt...." So verhöhnte Gil den Film bis zum Schluß der Vorführung. Ging fort, rauchte eine Zigarette, blieb eine kurze Minute im Queck- silberlicht vor dem Portal stehen. Mögen die vorüberhuschenden Mädchen In fleischfarbenen Strümpfen auch ein wenig nach ihm h-nsehen. Das ist er, Gil Bonneau, ein gänzlich unbekannter Mensch in Paris und trotzdem hat man über.ihn einen Unsinn gedichtet in zwölf Akten und drei Teilen, aus dem Bankiersleben. Links und rechts von ihm die Plakate— er ist's, Bonneau, der da in Frack und Halbmaske über den Leichnam schreitet— und nun steht er lebendig zwischen den beiden Plakaten. Haha. Bonneau hatte tatsächlich allen Grund, stolz dort zu stehen, vor dem Eingang in das Kino, denn er hat totsächlich im November vorigen Lahres in der Rue Beaugirard ohne Halicrshelser mit dem Rasiermesser einem alten Hausbesorger die Kehle durchgeschnitten, lstOlK) Franken geraubt und tne Spuren seines Verbrechens sein säuberlich oerwischt. Ja, das war eine Minute des Ruhms— aber leider: einsamen Ruhmes. Von dem gesamten Ruhm waren ihm ober nun in der Tasche nicht mehr als vier Saus geblieben, also nicht einmal für ein Gläschen Schnaps reichte es. Diese Bourgeoisie, diese Well- Ichakale. hclben schließlich ihn beraubt, ihn, Gil Bonneau. Er spuckte
der Kommunist: ,?ch sehe nichts— also geht hier auch nichts vor!'
den Zigarettenftummel aus und mischte sich in den Strom der vor. überflutenden Menge, um wenigstens gratis die Transpiratton der Weiber einzuatmen. » Gil Bonneau verschwand in der Menge. Sein fernere» Schick- sal interessiert uns nicht. Er hatte ein prächtiges Thema geliefert, ohne einen Centime zu bekommen, man hatte ihn bestohlen— man brauchte ihn nicht mehr. Und der Luxusfilm„Der Mord in der Rue Deaugirard" lief durch die ganze Well, mit seinem eleganten Schreck angenehm aufregend, mit seinem Luxus unerfüllbare Träume weckend. Ein Jahr nachher lief er im Kino.Waldgeist ", Leningrad . Die Titel waren geändert, schädliche Szenen ausgeschnitten. Er hieß jetzt:„Die vornehmen Banditen von Poris". Diese„Vornehmen Banditen" sahen sich eines Iuniabends Maria Oskolkina und Michail Zedrikow an. Maria war sechzehn, Michail siebzehn. Beide waren diesen Frühling von der Schul« fortgelaufen. Maria, weil sie fand, daß sie schon über die Jahre hinaus entwickelt war, wo man Aufgaben lernt-, Michail, weil ihm der kurze Rock Mariens den Ausblick auf die ganze übrige Well nahm. Michail wohnte noch immer bei seinem Vater, der ein Kurzwarengeschäft hatte, Maria bei einer Tante, die sich mit Heim- strickerei beschäftigte. Sie konnten sich keine gemeinsame Wohnung mieten, dazu fehlten ihnen die Mittel. Maria— oder Mary, denn sie hatte befohlen, sie nur mehr„Mary" zu rufen— ent- wickelle, nachdem sie alle restlichen Lehrmtttel aus dem Basar ver- kauft hatte, einen außergewöhnlich feinen Geschmack in bezug auf die Kleinigkeiten der modernen Frauentoilette. Woher nur nahm sie all das Geld für Strumpfbänder mit Seidenmaschen, Strümpfe, Schachteln mit Puder, Parfüms usw.? Michail erfuhr es nie— Geheimnis, alles Geheimnis.„Wenn du willst, daß ich dich lieb«, dann frage nicht!" pflegte Mary ihm zu antwotten. Nachdem die beiden in den Saal getreten waren, sich auf ihre M-Kopeken-Plätze niedergelassen hatten, sperrten sie den Mund weit auf und staunten diese wunderbaren Bilder an, die wie ein Strudel vor chren Augen abrollten; das also war Paris , so sah es aus, ach, Paris ! So leben die wirklichen Menschen, die schönen Kokotten, vornehme Banditen, kkankierssöhne. Mary bohrte ihre Fingernägel während der Vorstellung tief in das Fleisch von Michails Hand. Er muckste sich nicht. Wie konnte er auch mit seinem 18.Rubel.Anzug mit diesem geheimnisvollen Adonis (dem kommenden Mörder) konkurrieren!' Frack! Was für Socken I Schick, vom Schettel bis zur Sohle! Traurig dacht« Michall daran, daß dieser Gent zweifellos heute nacht Mary im Traum erscheinen werde. Der zog jetzt sein« Pelerine über den Frack, setzte den glänzenden Zylinder aus und zog plötzlich einen scharf geschliffenen Dolch aus der Scheide! Starr blickte er mit seinen Riesenaugen in die Seele Marys.(Fortsetzung folgt.)
Die Ueberwinöung üer Schule. Wiederholt habe ich es bedauert, daß Wilhelm P a u l s e n, der Begründer der Hamburger Lebensgemeinschoftsschulen, der durch die Bürgerlichen und die Kommunisten vor zwei Jahren abgebaute Berliner Oberstadtschulrat, nur in Artikeln sein pädagogisches System skizziert, es aber nicht in einer Schrift wissenschaftlich begründet hat. Das hat' seinen Freunden und Verehrern seine Verteidigung im Kamps gegen seine politischen und pädagogischen Gegner erschwert. Daher ist es zu begrüßen, daß er jetzt endlich eine„Begründung und Darstellung der Gemeinschaftsschule" geschrieben hat. Sie ist unter dem obigen Titel in dem Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig erschienen(ungebunden 4 M., gebunden 5, kl) M.). Die wenig volkstümliche Art seiner Darstellung, die schon an seinen Aufsätzen bedauert wurde, ist leider auch an dieser Schrift zu be- Mängeln. Sie erscheint dem, der in der pädagogischen Literatur nicht belesen ist, wie eine Zusammenstellung der wichtigsten Lett- sötze aus Marx'„Kapital" einem, dem die materialistische Geschichte- auffassung unbekannt ist. Paulsen hätte entweder eine volkstümliche Darstellung der Lebensgemeinschastsschule geben sollen oder diese o u s s ü h r l i ch e r wissenschaftlich begründen sollen; denn 160 Seiten sind hierfür etwas wenig. Die freie Zeit, die er der Feindschaft seiner Gegner verdankt, ermöglicht es ihm hosfentlich, das Ver- säumte bald nachzuholen. Trotz dieses Mangels kann ich die Schrift Paulsens alle» empfehlen, die die Gemeinschaftsschule theoretisch kennenlernen wallen. Die Lehrer sollen mit den Eltern und den Schülern eine Lebensgemeinschaft bilden und ihnen durch Elternversommlungen und einen Elternausschuß, durch eine Schulgemeindc und einen Schülerausschuß nöbertreren, als es in den anderen Schulen ge- schieht. Das ist einer der wichtigsten Grundgedanken Paulsens. Durch keine LehrpläNe'föll der Lehrer bei Entfesselung der schöpfe-
rischen Kräfte im Kinde gehemmt werden. Do für den Fortgang der Arbeit nur das wechselnde Bedürfnis der Schülergemeinschaft entscheidend sein soll, so sollen alle Stundenpläne fortsallen. Dankbar erkennt Paulsen als seinen Vorgänger Berthold Otto an, der nach unsagbaren Entbehrungen nur infolge der Opferwillig- kett früherer Schüler seinen Schulversuch in Berlin -Lichterselde vor dem finanziellen Zusammenbruch gerettet hat. Obwohl Paulsen mtt Hilfe der Kommunisten abgebaut worden ist, bestreitst er nicht, daß die russischen Sowjetschulen der Verwirklichung seiner pädagogischen Forderungen sehr nahe gekommen sind. Wie man aber auch zu Paulsens Pädagogik stehen mag, mit ihr muß sich künstig jeder auseinandersetzen, der sich wissenschaftlich oder praktisch mit Erziehungsfragen beschäfttgt. Da im Jahre 1923 das Unterrichtsministerium, besonders unter dem Einfluß des früheren Staatssekretärs und jetzigen Ministers Becker und unter dem des Ministerialdirektors Kästner Richtlinien und Grundsätze erlassen hat, nach denen Lebensgemeinschoftsschulen eingerichtet werden können, und da nach diesen in Berlin etwa ein Dutzend errichtet worden ist, ist das Wirken Paulsens in Berlin nicht per- .ebensjjewesen, kann er die Entscheidung über die Berechtigung Zukunft und dein Urteil der sortschrsUllchen
einer Resormtdeen der Pädagogen überlasten.
Much ein Jubiläum! * In Köln lebte im Jahre 1K27 eine schöne junge Dam«, Kathavine von Henoth, Tochter eines kaiserlichen Postmeisters. Dieselbe leitete das Hauswesen ihres Bruders und war in den vornehmen Kreisen; die sich mtt dem Hause des Bruders berührten, hoch angesehen. Da geschah es, daß einige angeblich behexte und vom Teufel besessene Schwestern des Klosters zu St. Clara sie als Hexe verschrien, infolge- dessen sie unter Beihilfe eines städtischen Rutenträgers mit Gewalt aus dem Haufe ihres Bruders geholt und ins Gefängnis geschleppt wurde. Alsbald setzte man über sie die erbärmlichsten Gerüchte in Umlauf. In den Gärten, die um ihr« Wohnung lagen, hätte sich eine ausfallende Menge von Raupen gezeigt, die Obst und Gemüse verdarben. Auch hätten zwei Pfarrer bekannt, daß sie an den geheimsten Teilen ihrer Leiber litten, daß ein« Hexe es ihnen angetan haben müsse, und daß-diese Hexe ihnen im Traum wie in wachendem Zustaond fortwährend erscheine. Daß disse Hexe Frl. von Henoch sei, stand bald fest, und sie wurde daher dreimal durch alle Grade gefoltert,.haß die- Sonn« sie durchscheinen konnte". Die gräßlichsten Schmerzen waren jedoch nicht imstande, der mit zerrissenen Gliedern auf der Holter daliegenden stmrdhaften jungen Dame das Geständnis zu erpressen, welches die Richter haben wollten. Sie blieb bei der Beteuerung'ihrer Unschuld. Beinahe wäre auch ihr Bruder in den Prozeß hineingezogen worden. Er hatte alle Ursache, sich glücklich zu schätzen, daß man ihn unbehelligt ließ, als man die Schwester auf einen Karren lud und hinaus vor die Stadt zum Scheiterhausen führte. Di« Un glückliche hatte freilich Freunde,-die sie auch in der äußersten Not nickst im Stiche ließen, weshalb dieselben einen kaiserlichen Notar- aewannen, der sich bereit erklarte, einen Protest gegen-das schreckliche Verfahren aufzusetzen. An einer Straßenkreuzuiro der Stadt, wo altem Herkommen gemäß der Zug nach dem Richtplatz zu halten pflegte, standen die Freund«, stand der Notar. Die Verwahrungs- Urkunde wurde auf den Wagen gereicht und der Unglücklichen eine Feder in die Hand gedrückt,-damit sie unterzeichne.„Seht, ihr Leute," riefen alsbald die Jesuiten , welche den Karren zum Rickstplatz geleiteten, zu dem Volke, in dem sich das Gefühl des Mitteids zu regen begann,„seht ihr, daß sie eine Hex ist, denn sie schreibt mit der linken Hand!" Wirklich hatte Katharine die Urkunde mit der Linken unterzeichnet. Jetzt aber, als sie die Rechtsverwahrung in die Hand des Notars zurückgegeben, riß sie mit der linken Hand einen Verband von der Rechten, zeigte, wie diese von der Foller zu einer blutigen Masse verstümmelt war und brach in die Worte aus:„Ja, ich schreibe mit der Linken, weil die Henkersknechte die Rechte mir verdarben und zerschmetterten, um mich Unschuldig« zum Geständnis zu zwingen!"— Grausen und Entsetzen ergriff das Poll, Entrüstung zeigte sich in der Menge, in welcher bereits harte Worte gegen die Hexenrichter laut wurden. Da winkten die Jesuiten , stimmten einen Psalm an und geleiteten den Karren, der sich wieder in Bewegung setzte, durch die Stadt zum Scheiterhaufen.
Was wird aus dem Rotor? Der Rotor als reiner Schiffsantrieb Icheint sich entgegen den anfänglichen Vermutungen nicht ausreichend bewährt zu haben. Auf bestimmten langen transatlantischen Linien mit gleichmäßigen Windverhältnissen ist das alte Segelschiff für geringwertige Ladung immer noch das billigste Transportmittel. Die deutschen Segeljchisfredcr haben jetzt sogar ernige Neubauten von Viermastern in Dienst gestellt! Der Rotor hat sich aber als Hills- antrieb brauchbar erwiesen. Das Motorschiff„Barbara" besitzt außer seiner Krosimaschine noch Rotoren. Mit seinem 53l)-ll8-Dieselmotor legi es stündlich zehn Seemeilen zurück. Bei halber Motorenleistung beträgt die Geschwindigkeit ö bis k Seemeilen. Herrscht aber Wind- stärke 4 bis ö und wird der Rotor angetrieben, so steigt die Ge- schwindlgkett auf 10 bis 11 Seemeilen pro Stunde, so daß die halbe Kraft gespart wird.