Die Rätsel unserer Handelsbilanz.
bereitung des deutschen Ozeanflugs gearbeitet. Die für den Ozean. Ursachen der steigenden Passivität.
flug bestimmte Junters Maschine I 33 mit 280/310 PS Junters L 5- Motor wird von dem bekannten Junkers- Piloten Loose, einem ehemaligen Marineflieger, gesteuert werden, der mit einem Flugzeug gleichen Typs bereits zahlreiche Rekorde in der legten Zeit aufgestellt hat. Der Name seines Begleiters steht noch nicht fest, dagegen wird wahrscheinlich an Stelle des ursprünglich Dorgesehenen dritten Fluggastes eine entsprechende Menge Poſt auf diesem ersten deutschen Transozeanflug mitgenommen werden.
Die Flugroute wird von Dessau über Irland - Neufundland nach New York gehen, also über die kürzere nördliche Strecke, auf der man zu dieser Jahreszeit etwa die gleichen günstigen Windverhältnisse zu finden hofft, wie sie sonst auf der südlichen Route über die Azoren herrschen. Die Junkers I 33 ist die zu einem Landflugzeug umgebaute Wassermaschine, die seinerzeit im Warnemünder Seeflug mettbewerb den zweiten Preis erhielt. Es ist ein Tiefdecker der bekannten Junkersschen Bauart mit etwa 12 Meter Spannweite und 8 Meter Länge. Zwischen den Tragflächen liegt vorn im Rumpf der Führersiz für zwei Piloten mit Doppelsteuerung, etwas weiter zurück ist ein offener Sig für einen Begleiter angebracht. Für den Ozeanflug hat man diesen Begleitersiz herausgenommen und an dieser Stelle einen Einsteigschacht in den ziemlich tiefen Flugzeugrumpf eingebaut, der an der Seite ein Fenster erhalten hat. Die Benzintants liegen zu beiden Seiten des Rumpfes in den Tragflächen, und zwar wird man etwa 3100 Kilogramm Benzin und 300 Kilogramm Del mitnehmen. Die gesamte Nula ft mit den Insassen, der mitzuführenden Funkeinrichtung, Post usw. wird ungefähr 3700 Kilogramm betragen. Die bisherigen Versuche mit diesem Flugzeug, das schon früher als ausgesprochene Bost und Frachtmaschine mit schwerer Ueberlastung sehr beträchtliche Leistungen erzielt hat, sind zur vollen Zufriedenheit verlaufen. Mit einer Belastung von 3400 Kilogramm çing der Start in der sehr furzen Zeit von 40 Sekunden glatt vonstatten. Anscheinend benötigt man demnach zum Abflug die in Dessau erbaute Startbahn, die noch nicht ganz fertiggestellt ist, nicht in ihrer völligen Länge. Die Maschine trägt die Wertnummer 2503, wird aber unmittelbar vor dem Abflug nach Amerika einen neuen Motor des gleichen Typs und damit die Wertnummer 2504 erhalten. Der Start, der nach Abschluß aller sonstigen Vorbereitungen nur noch von der Wetterlage über dem Atlantischen Ozean abhängt, ist für die allernächste
Zeit zu erwarten.
Wieder gefegnetes" Geld!
Nachdem wir erst vor einigen Tagen vor dem diebischen Treiben der hausierenden 3igeunerinnen warnten, hat sich wieder ein besonders trasfer Fall ereignet, durch den eine Altrentnerin um 260 m. geschädigt wurde. Die 77 Jahre alte Dame, die Unter den Linden wohnt, ließ zwei 3igeunerinnen, anscheinend Mutter und Tochter, die mit Schnürsenkein und Band handelten, in ihre Behausung eintreten. Unter dem üblichen Wortschwall erboten die Weiber sich, das Geld der alten Frau zu„ segnen". Die Greisin holte ihre mühsam ersparten 260 m. herbei und die Zigeune. rinnen machten ihren bekannten Hokuspokus damit. Wie immer in solchen Fällen, erkannte die Vertrauensvolle zu spät, daß das Geld Spurlos verschwunden war. Die ältere war etwa 38 bis 40 Jahre alt, 1,60 Meber groß und schlank und hatte auffallend braune Zähne. Die jüngere war vielleicht 18 Jahre alt, ebenfalls 1,60 Meter groß.
Die Flucht aus dem fahrenden Zuge.
Der Einbrecher Alfred. Schulz, der 1902 geboren wurde, war bei dem Gefangenentranspori von Bibrach nach Wittenberg bei Gräfenhainichen aus dem fahrenden Zuge gesprungen. Er war dann nach Leipzig gelaufen, hatte sich dort bei einem Freunde eingekleidet und war dann weiter nach Berlin gefahren. Hier wurde er bei einem Einbruchsversuch in die Villa des Geheimrats Deutsch von der AEG. in der Lichtensteinallee von einem Wärter überrascht, als er über die Terrasse eingestiegen war. Er floh unter Zurücklaffung seines Einbrecherwerkzeugs, fonnte aber nach längerer Jagd festgenommen werden. Seine letzte Strafe lautete auf 3% Jahre 3uchthaus wegen Einbruchsdiebstahls. Bon dieser Strafe hatte er erft 6 Monate abgesessen. Er wurde zur Bernehmung über weitere Bergehen ,, Diebstähle uso. nach Witten. berg gebracht, auf dem Transport gelang es ihm aber, zu ent
fliehen.
Dachstuhlbrand in Charlottenburg . In dem Dachstuhl des Grundstückes Pestalozzistraße 80 zu Charlottenburg fam gestern nachmittag gegen 5 Uhr Feuer zum Ausbruch, das bald größere Ausdehnung annahm. Auf den Alarm Mittelfeuer" eilte die Feuerwehr mit drei Lösch zügen unter Leitung des Baurates Reinte herbei. Nach zweistündiger Tätig feit, wobei aus mehreren Schlauchleitungen Wasser gegeben wurde, konnte die Gefahr beseitigt werden. Gegen 7 Uhr rückten die Wehren unter Zurücklaffung einer Brandwache wieder ab. Die Entstehungs
ursache ist noch unbekannt.
Die juristische Sprechstunde fällt heute aus.
Der wachsende Ueberschuß der deutschen Wareneinfuhr über die Ausfuhr macht Sorgen und gibt manche harte Nuß zu knacken. Auch im Monat Juni war die deutsche Handelsbilanz paffiv. Feststellungen der Außenhandelsstatistik 449 Mill. Mark, d. h. nach der Berichtigung der statistischen Fehlerquellen rund 400 Millionen. Ausfuhr und Einfuhr zeigten das folgende Bild: Einfuhr 1927 Ausfuhr 1927 Juni Mai Jan/ Juni Juni Mai Jan/ Juni
Der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr betrug nach den
Lebende Tiere Lebensmittel und Getränke
Nohstoffe u. halb
in Millionen Mart
14,7 14,1 871,7 356,1
85,8
0,6
2075,9 26,6
0,8 33,0
4,1 188,7
592,7 210,8
3482,9 161,6 1092,7 559,3
748,1 1,4
177,5 622,4 833,7 1,5 885,2
1077,9 3483.3 4749,0
9.3 4758,3
fertige Waren 602,4 Fertige Waren 208,5 Rein. Warenvert. 1197,3 1173,2 6737,3 4,5 5,4 Gold und Silber 142,4 Busammen 1201,8 1178,6 6879,7 749,5 Im ersten Halbjahr 1927 betrug die Passivität insgesamt rund 1,67 Milliarden Mark( berichtigte 3iffer). Aber bekanntlich wird dieje wachsende Bassivität von Interessenten mißbraucht, und man wird wieder den seltsamsten Folgerungen daraus begegnen. Mit der Aufzeigung der Irrtümer wollen wir auch die Zusammenhänge
tlären.
Herrn Schieles Stedenpferd.
Der Reichsernährungsminister wird für erhöhte Schuß ölle auf Nahrungsmittel eintreten, um so die Nahrungsmitteleinfuhr durch vermehrte inländische Erzeugung vermindern zu tönnen. Demgegenüber muß darauf verwiesen werden, daß es im allgemeinen gar nicht die Nahrungsmitteleinfuhr ist, die die Höhe der Passivität der Handelsbilanz bestimmt, sondern die Rohstoffeinfuhr. Freilich mit der wichtigen Ausnahme für dieses Jahr der schlechten Ernte. Infolge der schlechten Getreide- und Kartoffelernte des Borjahres brauchen wir in diesem Jahr eine ungewöhnlich hohe Getreideeinfuhr. Während die Einfuhr von Getreide( Roggen, Weizen, Gerste, Mais und Hafer) 1925 im Monatsdurchschnitt 77,2 Millionen, 1926 88,8 mil. Mark betrug, erforderte das erste Halbjahr 1927 eine Getreideeinfuhr von fast Dreiviertel Milliarden Mart oder im Monatsdurchschnitt von 123,7 millio= nen Mart! Ueber ein Viertel der Bassivität unserer Handelsbilanz ist also auf die schlechte Ernte des Borjahres zurückzuführen. Darüber hinaus hat die Lebensmitteleinfuhr feine besondere Bedeutung für die ungewöhnliche Höhe der deutschen Einfuhr. Der Reichsernährungsminister baut seine Forderung nach Abbau der Passivität durch Lebensmittelzölle also auf einer falschen Auslegung der Statistik auf, die freilich für ihn und seine Auftraggeber recht bequem iſt.
Der Irrtum der Industrie.
Dem Reichsernährungsminister wird die Industrie folgen. Sie wird geltendmachen, daß bei einem derartigen Einfuhrüberschuß ein Abbau der Industriezölle unmöglich sei; dieser Zollabbau müffe die Einfuhr doch noch weiter steigern. Auch dieses Argument ist falsch. Tatsächlich bedeuten die deutschen Zölle auf die Einfuhr eine Erschwerung der industriellen Ausfuhr. Die hohen Zölle bestimmen die Industrie, vor allem den ,, geschützten" und profitablen Inlandsmarkt auszubeuten und regen sie dazu an, die Ausfuhr als einen Notbehelf für Krisenzeiten anzusehen. So wird die notwendige Vorsorge für die dauernde Konkurrenz- und Ausfuhrfähigkeit verhindert. Denn gleichzeitig werden die deutschen Preise über die Weltmarktpreise erhöht und auf diese Weise den ungeschützten Industrien der Wettkampf auf den Auslandsmärkten erschwert. Der Abbau auch der deutschen Industriezölle würde deshalb in erster Linie nicht einfuhr- sondern ausfuhrfördernd wirken.
Es ist übrigens eine bekannte Tatsache, daß in Zeiten guter Konjunktur die Einfuhr steigt und die Ausfuhr finft. Wir haben aber, im ganzen gefehen, gar kein wirkliches Sinken der Ausfuhr zu verzeichnen. Die Gesamtausfuhr war zwar im Juni fleiner als im Juni des Vorjahres, in dem, der englische Bergarbeiterstreit dem deutschen Kohlenbergbau" günstige und hochrentable Abfagmöglichteiten bot. Aber die entscheidend wichtige Fertigwarenausfuhr war, menn sie gegenüber Mai d. J. auch zurückging, im Juni d. J. noch im Vorjahr. Im ganzen bleibt also die größer als steigende Ausfuhrtendenz bestehen, die für die Entwidelung des deutschen Außenhandels seit der Stabilisierung charakteristisch ist. Selbst die Hochkonjunktur, in der auch das Inland viel mehr Fertigwaren verbraucht, hat diese Tendenz nicht aufhalten tönnen. Sie ist zum Durchbruch gelangt, obwohl bisher die amtliche Handelspolitik ihr eher Hemmungen bereitet hat, als sie zu fördern. Die Handelsverträge, die für Deutschland in erster Linie wichtig sind, die Verträge mit den größten Nachbarn Polen und Frankreich , harren noch immer des Abschlusses. In Frankreich abschluß erschwert, und bei dem Vertrag mit Polen ergeben sich aus der Schweinefrage anscheinend zunächst noch unüberwindliche Schwierigkeiten.
Die Neuköllner Liedertafel veranstaltet am 22. Juli, um 19 Uhr, in der hat die Nachgiebigkeit gegenüber der Schwerindustrie den VertragsSiedlung Briz, Buschfrug, ein Konzert.
New Yort, 20. Juli. ( WTB.) Die deutsche Fliegerin Thea Rasche war gleich am ersten Tage ihres hiesigen Aufenthalts Gegenstand des lebhaftesten Interesses des Publikums. Von frühester Morgenstunde an erfolgte ein Telephonanruf nach dem anderen bei ihr, und binnen 4 Stunden erhielt sie über 100 Besucher, Die Fliegerin hofft, wenn der Ansturm der Besucher nachgelassen hat, die Zusammenfegung ihres Flugzeugs Flamingo überwachen zu
fönnen.
London , 20. Juli. ( WTB.) Kapitän Courtney, der heute zum transatlantischen Flug aufsteigen wollte, hat heute morgen um 8 Uhr wegen schlechten Funktionierens des Funksenders den Flug auf morgen verschoben.
Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Wechselnd bewölkt bei geringer Erwärmung ohne erheb liche Niederschläge. Für Deutschland : Im Besten und Süden moltig bis heiter und mild, sonst bewölkt, aber ohne erhebliche Niederschläge und etwas
marmer.
Ihr Sinn und die Verantwortlichen.
tage mit), das verspricht uns, daß der Niedergang der Konjunktur,
[ ausfuhr auch in der Hochtonjunktur noch auf ihrem Niveau halten fonnten( im Juni 1927 sprachen Saisongründe und mehrere Feiermit dem wir leider bald zu rechnen haben, einen neuen starken bisherige große Getreideeinfuhr mit der neuen Ernte sicher eine Aufschwung der Ausfuhr mit sich bringen wird. Dazu wird die sehr starke Berringerung erfahren, die wohl im Juli schon begonnen
hat. Unser Rohstoffbedarf ist für Monate im voraus eingedeckt. Wenn man die Passivität der Handelsbilanz is Passivität auf Vorrat" gekennzeichnet hat, so ist das burchaus zutreffend. Herrn Schachts Berantwortung für e Konjunkfur. Aber auch der Herr Reichsbankpräsident wird auf die Passivität hinweisen und sagen, sie sei ein Zeichen, daß die gegenwärtige günstige Konjunktur eine reine Inlandsfonjunktur sei. Das ist weitgehend richtig und kann auch bei der Depression, die sonst in fast allen Ländern der Welt herrscht, faum anders sein. Welches find aber die Ursachen dieser Inlandskonjunktur? Die wichtigste Ursache ist die Kredit- und Diskontpolitik der Reichsbank selbst. Wir brauchen uns nicht zu scheuen und sprechen es ruhig aus, daß der Reichsbankpräsident in den letzten Monaten mit Hilfe der Diskontpolitik eine recht ungewöhnliche und künstliche Kreditaus meitung in Deutschland herbeigeführt hat, die an unserer heute überspannten Konjunktur weitgehend schuld ist. Die Deffentlichkeit nahm zunächst an, diese Kreditpolitik sei das Ergebnis bewußten Handelns gewefen. Es hat aber den Anschein, als ob die Reichsbant sie aus Bersehen getrieben hat. Wenigstens scheut sie jetzt vor den Konsequenzen ihrer Politik zurück.
Nachdem man eine Ausweitung der Kreditgemährung eingeleitet hat, darf man nicht wie die Reichsbank auf einmal rufen: Haltet den Dieb!" und die Neuaufnahme von Auslandsanleihen unterbinden. Nicht die Auslandsanleihen sind Ursache der Inlandskonjunktur, sondern die übermäßige Kreditgewährung der Reichsbank seit fast einem halben Jahre. Nachdem diese Konjunktur ins Rollen gebracht ist, muß man versuchen, ihr vorsichtig auch die kapitalmäßigen Unterlagen zu geben. Dafür reicht der inländische Kapitalmarkt nicht aus, also muß der ausländische zu Hilfe genommen werden. Sonst bricht die Krise plöglich, tünstlich und gewaltsam aus. Wünschenswert ist, daß diese ausländische Kapitalhilfe auf lange Zeit und nicht, wie vielfach jetzt noch, furzfristig erfolgt. Und notwendig ist, daß die Reichsbant mit ihrer Distontpolitit nicht hinterdreinstolpert.
Gegen die drohende neue Krise.
Jetzt ist jedenfalls die Aufrechterhaltung unserer gegenwärtigen Konjunktur abhängig von der ausreichenden und langfristigen Hereinnahme von Auslandskapital. Die Passivität der Handelsbilanz lehrt in ihren Einzelheiten, daß wir ihretwegen feine Sorge zu haben brauchen, wenn wir mit Hilfe von Auslandskapital und feiner zweckmäßigen Verwendung die kurzfristigen Schulden der deutschen Wirtschaft in langfristige verwandeln und der Industrie gleichzeitig die Möglichkeit geben, sich in erhöhtem limfange wieder auf den Export einzustellen. Geschieht das nicht, so wird infolge der inländischen Kapitalfnappheit allerdings die Inlandstonjunttur zusammenbrechen und eine neue schwere Krise einsehen, die in der Geschichte der deutschen Wirtschaft mit recht eine Schacht- Krise" heißen würde.
Die Führer zum Kalitrust. Neue Herren und neue Wege der Kaliindustrie.
Am Dienstag spielten sich im Aufsichtsrat des Kalisyndikats wichtige Dinge ab. Es war über die Nachfolgerschaft des per storbenen Vorsigenden Geheimrat Dr. Kemp= ner zu bestimmen. Einstimmig sollte ohne Debatte Gerhard Korte, der Herr des Burbach - Konzerns und Sieger über Rosterg com Wintershall- Konzern, gewählt werden. So war es offenbar vorher beschlossen; aber mit einer bestimmten Absicht. Herrn Korte jollte Gelegenheit gegeben werden, den Vorsiz abzulehnen und seine von den führenden Konzernen längst beschlossene Neuregelung
des Vorsizes vorzuschlagen. Das geschah wie allgemein ermartet wurde; ein aus drei Herren mit gleichen Rechten bestehendes Präfidium, ein Triumvirat also, foll den Bornz führen.
Das macht eine Sagungsänderung notwendig. So wurde noch nicht gewählt, sondern vom Aufsichtsrat ein entsprechender Vorschlag für die Gesellschafterversammlung beschlossen. Nicht ohne widerstände; denn, der Vertreter der Preußischen Kalimerte verlangte ein vierköpfiges Präsidium. Dieser zweckmäßige Vorschlag, der dem Interesse der Deffentlichkeit gedient hätte, wurde aber abgelehnt. Wohl nicht ohne Grund; denn die Entwicklung in der Kaliindustrie steht vor einer entscheidenden Wendung.
Man steuert endgültig auf die Bildung des deutschen Kalitrusts hin, wobei die Herren der großen Konzerne unter sich sein wollen. Der Aufsichtsrat hat drei Herren für das Präfidium nominiert: Gerhard Korte von Burbach - Krügershall, der auch bei Wintershall jezt großen Einfluß hat, Ro sterg vom Wintershallkonzern und 3irtler vom Salzdethfurth- AscherslebenWesterregeln- Konzern. Der Kalitrust, d. h. die Zusammenfassung zweckmäßig sein. Das deutsche Monopol ist zerbrochen, nicht nur durch Frankreich , auch durch erfolgreiche Kalibohrungen in vielen Teilen der Welt. Die Düngerkonkurrenz wird von der Chemie und finanzielle Auseinandersetzung der Konkurrenten ist unausweichlich. der Schwerindustrie her immer schärfer. Die marktmäßige und Db Krieg oder Zusammenarbeit mit den Konkurrenten, man muß einheitlich auftreten und dazu die eigene Macht stärken. Auch Aschersleben - Salzdettfurt- Westerregein, der ehemalige Führer des Antiblocks gegen Rofterg, ist jetzt mit von der Partie, ob es will oder nicht. Sonst wird der Konzern, da Burbach und Wintershall zusammengehen, an die Wand gedrückt.
Der wachsende Rohstoffbedarf entscheidet. Bon ausschlaggebender Bedeutung für die Passivität der j der ganzen Kaliindustrie, dürfte notwendig, auch volkswirtschaftlich Handelsbilanz ist vielmehr die Rohstoffeinfuhr. Unsere Rohstoffeinführ betrug in den Jahren 1925 und 1926 im Monatsdurchschnitt auf Grund der Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamts etwa 465 Millionen. Im ersten Halbjahr 1927 betrug sie im Monatsdurchschnitt aber 580 Millionen, im ganzen etwa 700 mil lionen Mart mehr, als bei geradlinigem Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung wahrscheinlich notwendig wäre. Auch die Einfuhr an Fertigmaren betrug rund 250 Millionen mehr, als dem Monatsdurchschnitt der beiden Vorjahre entsprechen würde. Schuld daran ist zu einem großen Teil die Ueberbeschäftigung der deutschen Industrie, die fast in allen Wirtschaftszweigen zu prompter Lieferung nicht mehr imstande ist, sondern oft Lieferfristen von mehreren Monaten beanspruchen muß.
Der Trust wird also kommen. Hochbedeutsam aber ist
Berücksichtigt man alle diese Faktoren, so wandelt sich der Ein die Veränderung in der Führung für die öffentliche Raliwirt brud, den das Bild der Handelsbilanz hervorruft. Die jetzt übergroße Rohstoffeinfuhr trägt nach den Erfahrungen früherer fchaft. Kempner war nicht selbst Kaliindustrieller. Borjahre die Gewähr verringerter Einfuhr und erhöhter Ausfuhr in Das zufünftige Präsidium des Aufsichtsrats wird nur aus Kalider Zukunft in sich. Die Tatsache, daß wir unsere Fertigwaren-| industriellen bestehen. Kempner fonnte mehr oder weniger auch als
Qualität für
OVERSTOLZO
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