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Der 5. Reichskleingärtnertag.

,, Der Kleingarten, eine Kulturtat!"

Frankfurt a. M., 1. August.( Eigenbericht.) Am Sonnabend wurde im Gesellschaftshaus des Palmengartens ter 5. Reichsfleingärtnertag eröffnet. Der Tagung wohnten Vertreter der Reichs- und Landesbehörden, der Barlamente und verschiedener deutscher Großstädte bei. Aus Frankreich , Belgien , Holland , Luxemburg , Schweden und Polen waren Begrüßunngs­schreiben eingelaufen. Oberbürgermeister Dr. Landmann be­grüßte diz Tagung im Namen des Magistrats und der Stadt Frank­ furt a. M. Er erkannte dabei insbesondere die Bedeutung der Kleingartenbaubewegung für die städtebauliche und kulturelle Ent­wicklung der Großstadt an. Man müsse den Städten aber auch die Freiheit geben, sich zu entfalten, daß sie die Kräfte der Selbstheilung von den Mißständen des engen Zusammenwohnens zur vollen Ent­faltung bringen könnten. Die Arbeit bleibt jedoch nur von geringem Erfolg begleitet, wenn nicht ein Bodenrecht geschaffen würde, das den Städten die Möglichkeit gebe, Grund und Boden zu einem erschwinglichen Preise in die Gewalt der Gemeinde überzuführen. Den Geschäftsbericht, aus dem die günstige Ent­widlung der Kleingartenbaubewegung hervorging, erstattete der 1. Vorsitzende des Verbandes, Reftor Förster, Frankfurt a. M. Ueber Kleingartenbau und Volks= gesundheit" sprachen Oberregierungsrat Dr. Mallwitz und Geh. Oberregierungsrat Dr. Pauly, Berlin . Dr. Mallwitz sprach in erster Linie über die Bedeutung des Sports und der Freiluft­bewegung im Zusammenhang mit dem Kleingartenbau. Wenn auch das Reichsrahmengesetz für Kleingartenbau und Kinderspielplätze nicht geschaffen worden sei, so hätten doch die Gemeinden Einrich tungen geschaffen, die das Gesetz fast entbehrlich machen würden. Regierungsrat Dr. Pauly behandelte den Kleingartenbau vom Standpunkt des Verwaltungsbeamten aus. Er forderte ausreichende Bereitstellung von Kleingartenbauflächen und plädierte für Heim­stättengartenbetriebe, da nur sie die gesetzliche Sicherung böten. Auch die Klein- und Mittelstädte müßten für den Kleingartenbau aus­reichende Flächen bereitstellen.

Am Sonnabend abend fand im Saale des Palmengartens ein Festabend statt, in dessen Verlauf u. a. der bekannte Volkswirt­schaftler Adolf Damaschte über Kleingartenbau und Bodenreform" sprach. Im Zeitalter der Technisierung und Rationalisierung habe der Mensch das Bedürfnis nach seelischer Aus­gleichung. Je mehr der Mensch unter dem Diktat der Maschine stehe, desto mehr habe er den Drang nach Bewegung in Licht und Luft. Der Kleingartenbau sei deshalb aus hygienischen Gründen eine Kulturtat ersten Ranges. Der Kleingärtner aber molle gesichertes Land haben und nicht alle fünf Minuten von einem Gärtchen vertrieben sein. Deshalb sei ein Bodenreform= gesez unumgänglich notwendig. Die Rede Damaschtes wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der zweite Verhandlungstag des 5. Reichstleingärtnertages am Sonntag, dem 31. Juli, wurde mit einem Referat des Schuldirektors Fritzsche, Leipzig , über Kleingartenbau und Jugendpflege" eröffnet. Direktor Fritsche forderte in ailen Kleingartengebieten Spielpläge, um auch den Kindern genügend Erholungsmöglichkeiten zu bieten. Wenn das auch bei den bereits bestehenden Anlagen nicht mehr durchzuführen set, so müsse doch bei Neuanlagen auf die Schaffung von gezigneten Kinderspielplätzen Wert gelegt werden. Wanderungen und Kinder­horte müßten die Jugendpflegearbeit im Kleingarten ergänzen. Die finanziellen Mitteln hierzu seien mitunter sehr schwer zu beschaffen, aber wo ein Wille sei, finde sich auch ein Weg, um diese Kultur­forderung zu erfüllen. Dem Ehrenvorsitzenden des Verbandes, Ge­heimrat Bielefeld , Lübeck , wurde vom Geh. Regierungsrat Dr. Pauly im Auftrage des preußischen Ministers für Volkswohl­fahrt die goldene Staatsmedaille für hervorragende Berdienste auf dem Gebiete des Kleingartenbaues überreicht. Am Nachmittag beschäftigte sich eine geschlossene Vertreterversammlung mit Statutenänderungen, Anträgen und Borstandswahl.

Rottbus- New York .

Der Magistrat der Stadt Kottbus ist mit den Junterswerken in Berbindung getreten, um einen direkten Flug Rottb us New Yort vorzubereiten und durchzuführen. Die Stadtverwaltung von Rottbus will auf diese Weise den Besuch erwidern, den ihr die beiden amerikanischen Ozeanflieger Chamberlin und Levine durch ihre unfreiwillige Notlandung abgestattet haben. Ob der Flug zu­stande fommt, ist einstweilen noch sehr fraglich; die endgültige Zu­ftimmung von Magistroat und Stadtverordnetenversammlung liegt noch nicht vor.

Flugverbindung mit Ozeanschiffen.

New Bort, 1. Auguft. Der Ozeanflieger Chamberlin unter­nahm heute einen Flug von dem Ozeandampfer Leviathan" aus, als dieser um 8.15 Uhr noch 100 Meilen von der Küste entfernt war. Der Flug hatte vollen Erfolg, denn Chamberlin landete auf Long Island etwa eine Stunde später, als das Schiff noch 95 Meilen Don New York entfernt war. Damit dürfte der Beweis erbracht sein, daß die Ausschiffung der Passagiere gegebenenfalls durch Flug­zeuge rascher bewerkstelligt werden könnte, als seither.

Wieder ein englisches Militärflugzeug abgestürzt. Ueber Farnborough stürzte ein Flugzeug der Luftflotte ab und zer­fchellte. Die beiden Flieger wurden hierbei getötet.

Briefkasten der Redaktion.

D. F. 100. Maßgebend ist der Tarifvertrag. W. G. 22. Legen Sie gegen ben Steuerbescheid Einspruch ein mit dem Antrage, Sie vom 1. April 1927 ab von der Zahlung der Kirchensteuer zu befreien. 2. Y. 3. Wenden Sie sich an die Wohnungsfürsorgegesellschaft, Berlin ( Stadthaus). S. P. N. Mit Rücksicht auf die Einführung der Nachtbeleuchtung tann beim Mieteinigungsamt die Festsetzung einer anderen( höheren) Friedensmiete beantragt werden. . B. Es ist die Genehmigung des Wohnungsamtes erforderlich. M. D. W. 37. 1. Nein. 2. und 3. Wenn Sie sich mit dem Hauswirt nicht verständigen können, so bleibt nur die Anrufung des Mieteinigungsamtes übrig. E. 2.§. 1. Den Versorgungsanspruch können Sie noch geltend machen, müssen aber nachweisen, daß das Leiden als Folge einer Dienst­beschädigung sich erst jest bemerkbar gemacht hat. Reichsbund der Kriegs. beschädigten, An der Stralauer Brücke 6.

Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Warm und bewölft bis heiter mit Gewitterneigung. Für Deutschland : Im Weffen und Süden verbreitete( Gewitter mit Abfühlung, sonst noch warm, im Osten nur vereinzelte Gewitter.

Arbeiter Sport

RAST.

im Stadion Grunewald am 7. August 1927. Zum

Vereins einfügte. Die nach jeder Richtung hin reibungslose Zu­sammenarbeit eröffnet gute Zuversicht für die Entwicklung der Schwimmbewegung Groß- Berlins . Die Wettkämpfe wurden wit den bei den Freien Schwimmern gewohnten Fähigkeiten und be­Reichsarbeitersporttag wurde pon den fannten Eifer durchgeführt. Besonderes Interesse erweckte das Arbeitersportorganisationen ein auserlajenes Programm zusammen- 1000- Meter- Mannschaftsschwimmen, das nach wechselnder Führung ginnend mit dem Einmarsch der tausende Sportler bis zu der gestellt, das in seiner Vielgestaltigkeit taum zu übertreffen ist. Be= von der Mannschaft Götte- Krabel gewonnen wurde, sowie das Kegeltauchen. Ein Wasserballspiel beendete das leidlich besuchte Fest. Großen RAST. Staffel" umfaßt das Programm Dar­Resultate: 1. Männerlagenstafette 4X50 Meter : 1. Mannschaft Ropte 2,47; bietungen und Wettkämpfe aller Sportarten. Das Städtefuß 2. Mannschaft Dietschke 2,47,3; 3. Dietschke II. Kinderstafette 6X50 Meter ballspiel Breslau- Berlin wird bei der vorzüglichen berg 7,02. ( 3 Mädchen, 3 Knaben): 1. Neukölln I 6,07; 2. Neukölln II 6,09; 3. Lichten. Form beider Mannschaften zu einem fußballsportlichen Ereignis Hahn 57; 2. Gradtte 1,00; 3. Jankowski 1,03. 3. Weibliche Jugend Freistilschwimmen, a) 14-16 Jahre: 1. Käte 4. Männliche Jugend Bruſt. werden. Einen weiteren Städtekampf bringt das Wasserball- schwimmen 100 Meter: 1. Frohnert 2,06; 2. Drewing 2,08; die erſten brei find distanziert wegen Anschlag mit einer Hand. 6. Wafferballmehrkampf, piel Leipzig - Berlin . Im schwimmsportlichen Teil des a) Jugend: 1. Krampe 49 Pkt.; 2. Hentschke- Lichtenberg 44 Pft.; 3. Braffe Programms muß besonders das Gruppen- Turmspringen 35% Bft. b) Männer: 1. G. Klein 52% Bft.; 2. Frohn 50% Bft. 3. Ludwig von sechs Schwimmern, unter denen sich ein zehnjähriger Knabe be= 39% tt. 7. Männerlagenstafette über 30 Jahre, 4X50 Meter: 1. Mannschaft findet, hervorgehoben werden. Neben gut gewählten Freiübungen Neukölln 3,07; 2. Mannschaft Lichtenberg 3,15. 8. Frauen- Rückenschwimmen, 50 Meter: 1. Boer 52; 2. Hamann 59. 9. Knabenbruststafette 4 × 50 Meter: der Schwerathleten sind die Mannschaftsringfämpfe und 1. Neukölln II 4,20; 2. Neukölln III 4,33; 3. Lichtenberg 4,40. 10. Männliche der Wettstreit im heben beachtenswert. Im Borkampf Jugendlagenftafette 4 × 50 Meter: 1. Lichtenberg 3,01; 2. Reutön II 3,05; 3. Neukölln I 3,14. 11. Männermannschaftsschwimmen, 1000 Meter: 1. Götte. stehen sich ausgezeichnete Borer gegenüber. Eine lebendige Note Arabel 15,12; 2. Frohn- Dietschte 15,23: 3. Klein- Howe 15,24. 12. Weibliche erhält das schwerathletische Programm durch die Vorführungen im Jugendbruststafette 4X50 Meter: 1. II. Mannschaft 3,47; 2. I. Mannschaft 3,56. 12a. Jugendfreistilschwimmen 16-18 Jahre, 100 Meter: 1. Scharper 1,31; Jiu- Jitsu , an denen sich auch die Frauen beteiligen. Der 2. Weiß 1.47; 3. Stieg 1,57. 13. Männer- Freistilstafette 4X50 Meter, B- Klaffe: Arbeiterschüßenbund veranstaltet ein Mannschaftsschießen. 1. III. Mannschaft 2,47; 2. I. Mannschaft 2,59; 3. II. Mannschaft 3,07. Auch ein öffentliches Schießen für alle Arbeitersportler und Teil­15. Fravenbruststafette 4X50 Meter : 1. Neukölln 3,54; 2. Lichtenberg 3,56. nehmer am RAST. wird veranstaltet. Turner und Turnerinnen 16. Regeltauchen: 1. Kölling 17 Regel; 2. Panse 9 Regel. 17. Mädchen- Brust schwimmen, 50 Meter: 1. Geifert 0,58; 2. Singe 1,00; 3. Hantschek 1,01. treten zum Geräteturnen an; Frauen, Männer und Alters­18. Erstschwimmen, a) Mädchen: 1. Dora Schmidt 1,16; 2. Klein 1,20. b) Ana Die radsportlichen Veranstaltungen von Solidarität" ben: 1. Krause 0,57: 2. Dremitfch 1,06. c) Jugend: 1. Guder 1.12; 2. Wüsten. bringen als Neuheit ein Italienisches Verfolgungs bagen 1,25. 19. Männliches Juger dbrustschwimmen, 100 meter: 1. Lauf: 1. Rrampe 1.39; 2. Schult 1,40. rennen", aber auch das 20- Kilometer- Rennen" mit Punkt­2. Lauf: 1. Sorel 1,57; 2. Buchold 2,10. 20. Wasserball: Rot gegen Weiß 5: 4. wertung wird die Radsportgemeinde begeistern. Bei den Leicht­athleten sind, wie immer, spannende Kämpfe zu erwarten, sowohl in den Wurf- und Sprung, als auch in den Laufkonkurrenzen. Der Gehsport findet neuerdings auch bei den Arbeitersportlern weitest­gehende Beachtung. Erstmalig treten auch die Geher mit einem 3000- meter- Vorgabegehen in Aftion. Die Einführung der Großen RAST Staffel, die über 7 Kilometer geht, und alle Strecken von 100 bis 1000 Meter umfaßt, dürfte sich zu einem besonderen Erfolg gestalten, denn erfahrungsgemäß erfreuen sich die Staffeln eines allgemeinen Interesses. Die Aufteilung der 7- Kilometer- Strecke in 15 Abschnitte wird einen an spannenden Momenten reichen Kampf zeitigen.

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Das Stadion Grunewald mit seinen 40 000 Sigplägen eignet sich ausgezeichnet für eine derartige Massenveranstaltung. Der im Ver­gleich zu dem reichhaltigen Programm geringe Eintrittspreis von 50 Pf. dürfte ein übriges tun, den diesjährigen RAST. wieder zu einem Erfolg der Arbeitersportverbände zu gestalten.

Aufmarsch zum RAST.

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Der Geschäftsführende Ausschuß des Arbeiter- Sport- und Kulturkartells hat zum Reichsarbeiter- Sporttag folgende Beschlüsse gefaßt: Geschlossen an marschierende Bilge haben sich vor dem Eingang des Stadions aufzulösen und wegen Entwertung der Eintrittstarte einzeln die Sperre zu passieren. Am Einmarsch dürfen sich nur die dem Arbeiter- Sport- und Kulturkartell an­geschlossenen Bereine unter Mitführung ihrer Vereinsfahne beteiligen. Inner­auf von Literatur verboten. Interessierte Verkäufer proletarischer Zeitungen halb des Stadions ist mit Ausnahme des Festprogramms jeglicher Ber­und proletarischer Literatur können ihre Stände im großen Tunnel aufschlagen. Zur Sammlertätigkeit innerhalb des Stadions sind zugelassen: Arbeiter- Sama­riterbund, Rote Hilfe, Arbeiterwohlfahrt und JAS. Diese Sammler sind mit dem Ausweis des Sportfartells versehen. Photographieren innerhalb der Kampfbahn nur gegen besonderen Ausweis und Unterschrift eines Reverses. Der Eintrittspreis beträgt für alle Pläge 50 Pf. Rinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener find frei. 40 000 Gigpläße. Fahrgelegenheit: Straßenbahn Linie 58; Untergrund- und Sochbahn; Vorortzüge ab Charlotten. burg nach Spandau . Sämtliche hier angegebenen Verkehrsverbindungen gehen bis zum Stadion.

Leichtathletk- Vereinsmehrkämpfe.

Bei starkem Winde, jedoch ohne Regen, konnte das umfang­reiche Programm der Vereinsmehrfämpfe abgewickelt werden. Etwa 1200 Zuschauer waren Zeuge spannender Kämpfe. Die Wer tung erfolgte nach Leistungen und nicht nach Plägen. Die Durchschnittsleistung unserer Sportler hat sich ganz be­deutend gehoben. In den einzelnen Klassen gingen als Sieger hervor:

Klasse A, 1. Mannschaften: 1. AGC. 981 ptt., 2. Lichtenberg 937 Pkt.; 2. Mannschaften: 1. AGC. 791% ft., 2. Sparta 718 Ptt. Klasse B, 1. Mann­schaften: 1. Berolina- Neukölln 841 ptt., 2. Adlershof 832 Ptt; 2. Mannschaften: 1. Berolina- Neukölln 671% Ptt., 2. Eiche- Köpenid 557 Pkt. Klaffe C, 1. Mann­schaften: 1. Fichte- Nordost 786 Pft., 2. Jahn- Treptow 662 ft. Klasse D, 1. Mannschaften: 1. Oberspree 739% ft. Heltere Sportler: 1. Schöneberg 405 ft., 2. Berolina 383 Ptt. Folgende Bestleistungen wurden erzielt: 100 Meter: Wienecke( AGC.) 11,2 Get. 400 Meter: Schnabel ( Nordost 06) 53,9 Get. 800 Meter: Jozat( Fichte- Nordost) 2,09,4 min. 3000 Meter: Andrä ( Lichtenberg ) 9,38.2 min. 60 Meter Hürden: Bierschalsky( Fichte- Nordost) 10 Get. 110 Meter Hürden: Sirthe( Weißensee ) 17,7 Gef. Hochsprung: Lippert( Lichtenberg ) 1,75,5 Meter. Weitsprung: Teller( Fichte- West) und

Röfeler( AGC) 6,34 Meter. Stabhoch: Trebuth( Fichte- Südost) 3,20 Meter. Rugelstoßen: Starta( Sparta ) 11,32 Meter. Distuswerfen: Stadthaus( Fichte­4 × 100= Weft) 33,37 Meter. Speerwerfen: Abraham( Lichtenberg ) 42,36 meter. Meter- Stafette: AGC. 46 Get. Dinmpische Stafette: Fichte- Nordost 3,55,1 Min. 10X% Runde( Runde 400,65 Meter): ASC. 4,07,9 Min.

Dauerschwimmen der Freien Schwimmer.

Die Freien Schwimmer Norden 1893" hielten am Sonntag, dem 24. Juli 1927, 15 Uhr, auf dem Spandauer Schiffahrtskanal ihr Dauerschwimmen ab. Die Schwimmbahn( etwa 2000 Meter) führte von den Charlottenburger Brücke bis Plößensee- Schleuse. 90 Schwimmerinnen und Schwimmer, darunter viele Schüler und Jugendliche, traten zum Start an. Beide Ufer waren dicht besetzt mit Zuschauern, welche mit Interesse die Wettkämpfe verfolgten. In der Jugendklasse zeigten verschiedene Schwimmer einen ausgezeich neten Stil und hielten auch im Tempo den Großen" Stange. Für schnellste Hilfe war ein Boot des Reichswasserschußes zur Stelle, das aber nicht in Aftion treten brauchte. Folgende Zeiten

wurden erreicht:

Mädchen stafette 5X400 37,01. Rnaben 5X400 35,42.

Weibliche Jugend

200 Meter: 1. J. Steinde 35,50; 2. G. Maier 36,12. Männliche Jugend A- RI.: 1. W. Garste 31,25; 2. B. Desterreich 32,06. Männliche Jugend B- RI.: 1 Böttcher 37,02. Frauen 2000 Meter: 1. F. Deide 37,15; 2. 3. Pinfow 40,16. Männer A- RI.: 1. A. Dert 29,27; 2. E. Fiedler. Männer B- RI.: 1. E. Berworner 34,28; 2. E. Hensel.

Sommerschwimmfest der Freien Schwimmer" Neukölln.

Die Freien Schwimmer Neukölln e. V. veranstalteten am 24. Juli im eigenen Vereinssommerbad ihr diesjähriges Internes Sommerfchwimmfest. Besondere Bedeutung erhielt das Fest durch erstmalige Beteiligung der Ortsgruppe Lichtenberg , die einzelne Wett­fämpfe selbständig besezte, in den anderen sich in den Rahmen des

Jugendregatten des Freien Seglerverbandes. Die Gruppen Ost und West des Kreises Berlin des Freien Seglerverbandes veranstalteten am Sonntag, dem 31. Juli, ihre ersten Jugendwettfahrten. Damit ist der erste Schritt getan, auch ferner unter den Jugendlichen Wettfahrten zu veran­stallen. Bei dem im allgemeinen herrschenden leichten Wind von 1 bis 2 Sefundenmetern, der teilweise ganz aussette, mußten die jungen Mannschaften außerordentlich aufmerksam sein, um dem Rudel, zu dem sich das Feld zusammenschob, beizeiten zu entrinnen. Der gebotene Sport mar befriedigend; ein wenig besser hätten die Starts flappen fönnen. Mit freudiger Genugtuung konnte festgestellt werden, daß es mit der Ausbildung der jugendlichen Sportsgenossen als tüchtige Segler im Sinne des Arbeitersports rüftig vorwärtsgegangen ist. Trotzdem nicht um Preise gesegelt murde, gaben die Mannschaften ihr Bestes, um an die Spitze zu fommen. In beiden Gruppen starteten etwa 50 Boote; bei der Grurppe West liefen nur Klaffenboote, während im Osten auch Aus­gleichsjollen starteten. Die Steuerleute wurden den einzelnen Booten zugeteilt. Bezeichnend war es, daß bei beiden Bettfahrten die schnellsten Boote aus der 15- Quadratmeter- Rennklasse waren, was für die Güte der Steuerleute spricht. In Gruppe West konnten ogar die 15er Halbrennjoilen die 20er Rennjollen ausjegeln. In Grruppe Ost segelte M 71( Fafir) die kürzeste Beit, während in Gruppe West M 114( Wildfang) die Spize hielt. Nachfolgend die Zeiten:

Gruppe Oft: 20- Quadratmeter- Rennjollen: 1. Borwärts 1:34:43; 20- Qua­dratmeter- Wanderjollen: 1. Gufi 1:42 40; 15- Quadratmeter- Rennjollen: 1. Fatir 1:31:15; 15- Quadratmeter- Halbrenujollen: 1. Saufa II 1:35:29; 15- Quadrat. meter- Wanderjollen: 1. Pan III 1:39: 50; 10- Quadratmeter- Rennjollen: 1. Edith 2:03:54; Tourenjollen: 5: Klaffe: 1. Wall 1:43:01; 6. lasse: 1. Teufel 1:41:17; 7. Klaffe: 1. Windsbraut 1: 49: 30( mußte distanziert werden, weil er mit stehendem Zeug die Ziellinie nochmals durchfuhr). Bei den Touren. jollen ist die berechnete Beit angegeben. Gruppe Weft: 20- Quadratmeter. Rennjollen: 1. Germa 1:49:24; 15- Quadratmeter- Rennjollen: 1. Wildfang 1:46:26; 15- Quadratmeter- Halbrennjollen: 1. Trudi II 1:47:36.

Wie's gemacht wird!

Der Kartellverband für Arbeitersport und Körperpflege teilt mit:

" Laut Beschluß des Geschäftsführenden Ausschusses beteiligen sich die Arbeiter- Sportler an den Antikriegsdemonstra= tionen der Arbeiterparteien am 1. und 4. August. Sportliche Veranstaltungen sind an diesen Abenden nicht abzuhalten. Jedoch

ist den Kartellen, die schon durch Beschlüsse für diese Abende fest. gelegt sind, freie Hand gelassen."

Das nennt man lleberparteilichkeit! Am 1. August veranstaltet die Sozialdemokratische Partei eine Rundgebung gegen den Krieg, am 4. demonstrieren die Kommunisten. Da die Leitung der meisten Bezirksfartelle in Händen von Kommunisten ist, fann man sich vorstellen, wie die Beschlüsse aussehen und wie die Bezirkskartelle festgelegt" find. Tatsächlich haben eine Anzahl Kartelle fich be= reits für den 4. August, also für die kommunistische Demonstration, entschieden und nun sanktioniert ihnen der Kartellverband ihre Zuneigung zu Moskau , indem er ihnen freie Hand" läßt.

Quer durch Stettin .

Am Sonntag veranstaltete die Arbeiter Wassersport. Bereinigung Stettin vormittags ein Dauerschwimmen Quer durch Stettin " und nachmittags ein bundesoffenes Schwimmfest, zu dem 12 Vereine gemeldet hatten, darunter 8 Vereine aus Berlin . Das Dauerschwimmen mit seinen 123 Teil­nehmern bot ein prächtiges Bild und machte durch diese Massen­beteiligung. gute Propaganda für die Arbeiter- Schwimmbewegung. Den 1. Plaz belegte bei den Mädchen Uther, Eberswalde ; bei den Knaben Klarho13, Neptun- Weißenjee; bei der weiblichen Jugend Scharf, Neptun- Weißensee; bei der männlichen Jugend Müller, Neptun- Weißensee ; bei den Frauen Krause, Neptun­Weißensee und bei den Männern in der A- Klasse Rämmler, Vormärts- Berlin ; in der B- Klasse 5offmann, Belle- Berlin. Nach dem Start zum Dauerschwimmen fand noch ein Wasserball­spiel und ein Brückenspringen statt, das von den zahlreich an­wesenden Zuschauern mit Beifall aufgenommen wurde. Das Wasser­ballspiel gewann Spandau gegen Siemensstadt 2: 0. Vorzeitig machte der Regen der Nachmittagsveranstaltung ein Ende. Nach dem Springen, das auch bei strömendem Regen stattfand, wurde nur noch das Wasserballspiel Neptun- Weißensee- Vorwärts- Berlin ausgetragen, das der Bundesmeister mit 8: 1 Toren( Halbzeit 1: 1) gemann.

OVERSTOLZ

Vom ersten bis zum letzten Buge rein und bekömmlich

BOHN