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Weihnachten meldet sich!

So war das früher: Eines Tages legte die Mutter heimlich zu den Bratäpfeln ein Zweiglein Iannengrün in die Ofenröhre, und plöglich rodh es in der ganzen Wohnung nach Weihnachten . Es begann die Zeit der großen Geheimnisse, der verschlossenen Schränke und der fabelhaftesten Wünsche, der Weihnachtsarbeiten| und der Märchenerzählerei. Ach, es ist alles anders geworden: Ein richtiger Berliner Dfen bat gar feine Bratröhre mehr, auf der Zentralheizung kann man auch teine Nepfel braten; Vater und Mutter haben, wenn sie von der Arbeit kommen, weder Zeit noch Laune zum Märchenerzählen, und selbst in ihren Wünschen ist die Jugend heute mejfentlich bescheidener geworden, es sind nur noch die ganz Kleinen, die vor jedem Schaufenster glüdfelig staunen und fest daran glauben, daß bei dem lieben Weihnachtsmann nichts unmöglich ist. Dafür hot das Großstadtkind einen anderen Auftakt zur Weihnachtszeit: Die Weihnachtsausstellungen der großen Waren­Häufer! valth

Ueber die Berliner Warenhäuser ist jetzt eine richtige Invasion der Kinder hereingebrochen, von der ersten Ge­schäftsstunde bis zum Geschäftsfchluß tappeln ungezählte fleine Füße durch alle Abteilungen. Zuerst wird natürlich die eigentliche Weih­natsausstellung besucht, in langsamer Bolonäse wird man an den Nischen vorbeigeschoben, immer geleitet von den monotonen Mahnungen des Berfonals: Bitte weitergehen, bitte anfchließen!" Mur zu gehorsam trotten auch die Kinder an den bunten Märchen herrlichkeiten vorbei, und mit Erschrecken mertt man, wie wenig Beziehungen zu diefen Dingen die großen und fleinen Kinder unserer Zeit haben. Nur die wenigsten Mütter fennen noch die alte Geschichte von Reinicke de Boß, vom König Nobel, Lampe , dem friedlichen Mann, und Waderlos dem Hündchen, und den Kindern selbst find nicht einmal die Stadtmufifanten alte Freunde.

Der größte Jubel beginnt erst in den richtigen Spielwaren abteilungen, vor den fabelhaft schönen Puppendamen in Byjamas oder Seidenkleidchen oder vor dem Bully mit der ge­stohlenen Wurst, der segar richtig fnurren fann, hier, wo für die zärtliche Puppenmutter mie für den fünftigen Ingenieur die be gehrenswertesten Dinge nah- und doch so unerreichbar fern zu bewundern sind. Ganz mit leeren Händen aber verlassen wohl die wenigsten Kinder diesen Zauberpalast, zu dem sich das Barenhaus in diesen gewandelt hat, und wenn die Taschengeld groschen nur zu einem Modellierbogen reichten oder die Mutter von dem tnappen Wirtschaftsgeld nur einen Groschen für einen Beutel voll goldgligernden Berlen herschenkte, zu einem fleinen, zu einem ganz fleinen Weihnachtstofthäppchen".

Das ist ja doch der Zweck der Uebung, und wir Großen missen genau Bescheid: Unter dem gemütvollen Weihnachtsmann mit seinem weißen Bart und seinem roten Mantel stedt das große, talte und metallene Frauenzimmer, Industrie" genannt...

Die knarrende Hupe.

Als der Kraftwagenführer Sch. durch eine Straße Berlins fuhr, gab er Signale mit einer Hupe ab, die bei einigen Personen Unwillen erregten. Nachdem Sch. zur Anzeige gebracht und eine polizeiliche Strafverfügung erhalten hatte, beantragte er gerichtliche Entscheidung und bestritt, sich strafbar gemacht zu haben. Das Amtsgericht verurteilte aber Sch. zu einer Geldstrafe und betonte, nach der Beweiserhebung habe die Hupe des Angeklagten teinen flaren Ton gehabt; die Hupe habe ein schnarrendes Geräusch verursacht, es habe sich um ein Tongemisch rudartiger Ge­

räusche gehandelt. Diese Entscheidung focyt Sch. durch Revision beim Rammergericht an und hob hervor, er benuge die Hupe seit 1925, nachdem die Polizeibehörde den Wagen abgenommen und den Ton der Hupe nicht bednstandet habe. Der 3. Strafsenat des Kämmer

The What if ther

gerichts hob auch die Borentscheidung auf und wies bie Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Amtsgericht zurüc und führte u. a. aus, die Vorentscheidung sei unflar, indem sie zuerst von schnarrenden Geräuschen und dam von einem Tongemisch rud­artiger Geräusche spreche. Es könne fich danach um eine mehrtönige Hupe handeln. Sei dies der Fall, so müssen nach§ 4( 4) der Kraft­fahrzeugnerordnung vom 5. Dezember 1925 die verfchiedenen Töne gleichzeitig in einem harmonischen Akkord antlingen. Als vor­schriftsmäßig seien Hupen dann zu betrachten, menn ein flarer, von Nebengeräuschen freier Ton oder Afford durch Schwingungen von Metallzungen, Platten oder anderen Teilen

erzeugt werde.

Wir haben Radioohren.

Beim Rundfunkhören ist die Tatsache von Bedeutung, daß wir den Sprecher wohl hören aber nicht sehen fönnen. Das Moment des gleichzeitigen optischen Erfassens eines Sprachinhalts ist für die Gehörswahrnehmung aber wichtiger als gewöhnlich angenommen wird. Durch Gewöhnung, lebung und Kombination hören wir heute Rundfunk meit besser als vor zwei bis drei Jahren. Bir haben unsere Ohren zu Radioohren erzogen. Es ist mur bebauerlich, daß der Rundfunk dort am wenigsten anzu­treffen ist, wo er seine größte Eignung befiẞt, nämlich in den Krankenhäusern. Sehr ichlecht steht es noch, wie Dr. Leo Jacobsohn kürzlich in einem Bortrag mitteilte, um die Dr. Leo Jacobsohn fürzlich in einem Bortrag mitteilte, um die Rundfuntperforgung Berlins . Hier verfügt von den großen städtischen Krankenhäusern allein das Schöneberger über eine zeitgemäße Rundfunkanlage. Außer ordentlich hat sich der Rundfunt auch in den Blindenheimen und Siechenhäusern bewährt.

Fußgänger, achtet auf die Verkehrsvorschriften.

Fußgänger nicht in der erforderlichen Weise die für sie erlaffenen Es ist leider in letzter Zeit immer wieder festzustellen, daß Berkehrsvorschriften beobachten, und es mehren fich bedauerlicher weise die Fälle, in denen durch unachtsames Berhalten von Fußgängern Verkehrsunfälle herbeigeführt mer­den. Im Intereffe der allgemeinen Verkehrssicherheit sowohl wie auch im eigenen Interesse der Fußgänger selbst muß erwartet werden, daß die Fußgänger die bestehenden Berfehrsvorschriften genau beachten. Die Polizeibeamten sind daher, wie der Polizei präsident mitteilt, erneut angewiesen worden, mehr als bisher auf die Innehaltung der Verkehrsvorschriften auch durch die Fußgänger zu achten, und bei Berstößen entsprechende Belehrungen zu erteilen Im Falle offenfundiger bösmilliger Uebertretung der Verkehrsvorschriften sollen jedoch auch Strafperfügungen erlassen werden.

Berlin wirbt!

Zuerst war es ein bunter Plan von Berlin mit allerlei wissenswerten Einzeichnungen, die die Größe und die interessanten Bunkte der Stadt fennzeichneten, dann war es der bekannte Schlager Jeder einmal in Berlin !". Und nun als drittes ein hübster Prospett in eleganter illustrierter Aufmachung, der die wesentlichen landschaftlichen und städtebaulichen Schönheiten Berlins und der Umgebung in Wort und Bild wiedergibt und sonst auch in furzen Schlagzeilen das Wissens werteste von dem Wirfen Berlins , feines Fleißes und feines Boranschreitens auf technischen und fulturellen Bahnen wider piegelt. Die Zusammenbrängung alles Wesentlichen auf ein Fach blatt ist dem Messe- und Verkehrsamt gut gelungen.

Freireligiöse Gemeinde. Eonntag, vorm 11 11hr, Babbelallee 15: Vortrag des Herrn A. Dombey: Das Leben als Bert. Nachm. 4 Uhr: Bortrag des Herrn P. Rogal: Tod und Auferstebung. Gäfte willlommen.

Mangelhafte Sauberkeit.

Man schreibt uns:

Wir leben im Zeitalter der ausgebauten Sngiene, und es wil. Sauberfeit zu beobachten. Insbesondere ist dies natürlich beim alles Mögliche getan, auf allen Gebieten als erstes Gebot peinlichste Lebensmittelhandel vonnöten, genau so wichtig, wie es ift, Genußmittel nur in vollkommen gutem Zustande zu verkaufen, genau so wichtig ist es aber auch, wie man die Art der Berabreichung handhabt. Es ist nun ein alter, oft gerügter, aber nie behobener der Verkauf in den kleineren Eßwaren­

en bier geziehung zu münchen übrig läßt. Es

geschäften

handelt sich hier um die Verabreichung von Eßwaren, die, ohne An sehen der Beschaffenheit des betreffenden Gegenstandes, fast stets mit der bloßen Hand erfolgt. Es ist natürlich ein Unterschied, ob der betreffende eßbare Artikel einen äußeren Isolator in Form einer Belle hat oder ob er im Originalzustand in den Magen wandert. Kartoffel, Zwiebel, furz, alles, was eine äußerliche Schuzhülle trägt, bedürfen natürlich feiner besonders hygienischen Behandlung. Bei Wurstmaren ist die Sache bereits bedentlicher, da ja bloß der äußere Rand geschützt ist; eine starke Zumutung an den Käufer ist es aber, Konditormaren, Gurten, Butter usw. aus der bloßen Hand des Berkäufers in Empfang nehmen zu müssen. Wie oft befindet sich in fleineren Läden hinter dem Verkaufsraum gleich die Wohnung oder zumindest ein füchenartiger Raum, wo der Ladenbefizer neben dem Berkauf auch seine Hauswirtschaft samt Küche besorgt. Es wäre im Interesse des faufenden Publikums wirklich sehr angebracht, daß auch kleinere Eßwarengeschäfte die größeren wirken in dieser Beziehung schon vorbildlich sich der ebenso einfach wie praktisch zu handhabenden Instrumente, mie Messer, Gabel oder Heber, be dienen würden. Auch für den Berfäufer selbst muß es doch nicht sonderlich angenehm sein, wenn seine Hand, die vom Heringsfaß in die saueren Drops und von da zum Harzer Käse wandert, nach allen möglichen Gerüchen, nur nicht denen Arabiens, duftet! Graphologischer Vortragsabend.

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Die Deutsche Graphologische Studiengesellschaft hatte in die Aula der 4. Berufsschule zu einem Vortragsabend mit Lichtbildern eingeladen. In seiner Begrüßungsansprache wies Dr. von Foerster auf die verschiedenen Gebiete hin, in denen die Graphologie jetzt Anmendung findet( z. B. wird sie bei psycho­technischen Eignungsprüfungen mit herangezogen). Dr. Werner Adelis sprach dann, durch viele Lichtbilder ergänzt, über die Handschrift des Genialen. Er zeigte an vielen Beispielen non berühmten Männern, daß ihre Schrift nur sehr mangelhafte Stenninis von ihren Werfen gäbe. Man tönne wohl sehen, ob jemand musikalisch sei oder ob er ein gemisses Formenniveau habe, aber was im besonderen er geleistet hat, davon steht nur in den seltensten Fällen etwas in der Schrift. Wie es überhaupt falsch ist, die Schrift als alleinigen Prüfstein für das Genie eines Menschen hinzustellen. Dr. Besser, Assistent am Institut für Serualwissenschaft, zeigte in feinem Vortrag Seelische. Konflikte in der Handsdrift", daß die Handschrift auch nicht der alleinige Messer für den Charakter eines Menschen sein fönnte. Er teilte die Menschen zunächst in solche, ein, die den Schwerpunt ihrer Konflikte in ihrer Umwelt und solche, die ihn in fich haben. Das fann man auch in der Schrift erkennen, natürlich nicht in ein paar Zeilen, sondern wenn man dieselbe Schrift oft beobachtet. Die Raumverteilung spricht in der Beurteilung des Charafters eine große Rolle. Es find bestimmt keine Zufallsprodukte, ob man eng oder weit schreibt. Rund angereihte Buchstaben deuten auf ein ausgebildetes Gefühlsleben hin 2lles nach links gezogene ift

Beweis für Egoismus, nach abwärts geneigte Schrift deutet auf Depressionen, Buchstaben in Winkeln anzusehen weist auf Gewandt­heit hin. Die Schrift besteht aus zwei Komponnenten, der Schul­porlage und der persönlichen Note Auch das Nachahmen einer

Empor!

Auch die älteren Schweftern der Maffary- Privat find reifer als gestern, find vollkommene Tar:

Massary - Delft 5.Massary Ritter 68 Massary - Diplomat 88

Massary Privat wird von Tag zu Tag mehr verlangt. Wer diese beson­ders gute 4Pfg.- Zigarette erst einmal probiert hat, kommt auf den Ges schmack. Er raucht sie weiter und empfiehlt sie andern aus innerster Überzeugung. Wir wissen genau: auch Sie werden begeistert sein von der Güte und Eigenart dieser Ziga­rette, die in der Tat eine ungewöhn­liche Leistung verkörpert und das spüren Sie sofort weit über ihre Preislage hinausragt.

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Massary- Privat

4sol

Sohne Mundstück und mit Goldmundstück

Das ist Tabak!

( Urteilen Sie selbst!)