Siebzehner" und achtzehner" Eier.
Die umgeänderten Kistenstempel.
Ein Kolleg über die Gepflogenheiten des Eierhandels wurde gestern vor dem Großen Schöffengericht in Moabit gehalten. Die Strafabteilung hatte sich mit einer Antlage gegen den Eiergroßhändler Samuel Scherlin zu beschäftigen, der beschuldigt mar, auf den von ihm gelieferten Eierfisten die Stempel ge. fälscht zu haben. Einem Kunden des Angeklagten war es schon feit langem aufgefallen, daß die dänischen Eier, die er von Sch. bezog, immer fleiner wurden. Allerdings war dieser Eiergroßhändler in den Preisen billiger als seine Konkurrenten.
Einer von den letzteren meinte dann auch, daß da eine Schiebung vorliegen müsse. Daraufhin war der Abnehmer und fein Bersonal besonders forgfältig bei der Prüfung der nächsten Sendung.
Sie entdeckten, daß auf der Kifte der ursprüngliche Stempel abge brückt war. Nachdem diese ausverkauft waren und man die Holz
fragt und daß mit einem Gummistempel die 3ahl 18 aufge
molle daraus entfernt hatte, was sonst nicht zu geschehen pflegte, entdeckte man, daß der Innenstempel nur auf Eier von 17 Gramm lautete. Dadurch löfte sich das Rätsel, weshalb man immer nur so kleine Eier erhalten hatte. Es waren eben nicht achtzehner, sondern fiebzehner Eier geliefert worden. Der Kunde stellte den Angeklagten zur Rede. Dieser be ftritt zunächst, daß er von der Stempeländerung etwas gewußt hätte, foll aber nach der Bekundung des Zeugen später ein Beſtändnis gemacht haben. Der Angeklagte stellte das in Abrede und behauptete, daß er nur erklärt habe, da er feinen Lieferanten feine Schwierig feiten machen wollte, daß er die Verantwortung auf sich nehmen molle. Der Angeklagte suchte die Erklärung für die Aenderung des Stempels dadurch zu geben, daß die Arbeiter wahrscheinlich nach träglich gemerft hätten, daß fie irrtümlicherweise eine SiebzehnerPiste verwendet hätten und, um die Mühe des Umpackens sich zu er sparen, die Zahlen umgestempelt hätten. Er behauptete auch, daß
für den man heute schon ein gutes Bib erwerben tann. Der wirt liche Wert ist gleich Null. Lieferant dieser Brachtmerte ist eine Fabrit, die wahrscheinlich diesen Artikel zu Hunderten oder Taufenden herstellt und auf die Dummheit berer rechnet, die bekanntlich nicht alle werden. Wozu wäre all die mit unendlichem Fleiß be triebene volksbildende Arbeit, die der großen Masse zu ganz minimalen Preifen, oft auch vollſtändig koſtenlos. durch Ausstellungen Schaffens vermittelt, um Auge und Ohr für das wirklich Schöne und Vorträge, die Bekanntschaft wirklicher Künstler und ihres und Wertvolle zu erziehen. Außerdem bieten, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, Kunstausstellungen von Werken namhafter Künstler auch dem fleinen Manne Gelegenheit, zu wirklich billigem Breise, der überdies auch noch in fleinen Teilbeträgen bezahlt werden fann, in den Besitz eines guten Bildes zu gelangen. Also, fort mit diesem Kunstersaz.
Arbeitsgemeinschaft sozialist. Lehrer und Lehrerinnen, Bezirk Groß- Berlin
Dezember- Versammlung am Sonnabend, dem 10. Dezember, abends 7 Uhr im Real- Gym nasium , Neukölln, Kaiser- Friedrich- Ecke Fuldastr. ( Untergr.- Bhf., Rathaus". Ausg. Fuldastr. oder Straßenb. 95, 98, 9, Autobus 4 und 30. Eine zentraler geleg. Aula war nicht z.Verfüg) Tagesordnung:
1. Zusammenwirken von Volks- und Berufsschule, Referent Genossin Dipl . Handelslehrerin Hartoch,
2. Bericht von der Wiener Reise Berliner Lehrer, Referent Gen. Stadtrat und Rektor Rieck.
Eintritt nicht ohne Mitgliedsbuch der Partei!
Es soll wieder fälter werden.
Schwere Unfälle infolge der Glätte.
Gestern fonnten die Berliner dasselbe Naturfpiel wie vor etme vierzehn Tagen erleben. Während noch am Donnerstag ziemlich strenger Frost herrschte, stieg das Quecksilber am Freitag sehr schnell ein feiner Eisregeu nieder, der bald die Straßen und Bürger. bis dicht unter dem Gefrierpunkt. In den Mittagsstunden rieselte steige mit einer Glatteisdede überzog. In den Abendstunden, bei unerheblich sinkender. Temperatur, schneite es sogar etwas. Nach den Feststellungen des amtlichen Wetterdienstes, ist die plögliche Er wärmung, die faum von längerer Dauer sein dürfte, auf warme Luftmassen, die vom Balkan nach Norden vorgestoßen und auch die Ursache der Niederschläge sind, zurüdzuführen. Da das Barometer bereits wieder steigt, ist nach der Unterbrechung des trockenen und heiteren Frostwetters ber Bortage, mit einem neuen Fallen der unsicheren Betterlage nicht durch irgendwelche unvorhergesehenen
Temperaturen zu rechnen. So ift, wenn diese Prognosen bei der
Luftstörungen usw. über den Haufen geworfen werden, schon im Laufe des heutigen Sonnabends vermutlich mit einer Fortsegung der Frostperiode zu rechnen. Während um Groß- Berlin herum die Temperaturen nicht über den Nullpunkt geftiegen find, fletterte die Quecksilbersäule gestern vereinzelt in Schlesien und Sachsen , um Besten und Süddeutschland sogar allgemein über Null Brad. In Sinterpommern herricht heiteres Better bei-6 und ebenso in Ost preußen bei- 9 Grad.
Schwere Berkehrsunfälle infolge Glatteis.
die fragliche Eiertifte gar nicht auf sein Lager gekommen fei, denn Starkstrom und magnetische Meffungen. fomie Berftauchungen erlitten hatten. Während der größte Teil ber
der Lieferungstag fei auf das jüdische Laubhüttenfest gefallen, an dem sein Geschäft geschlossen war. Der Kutscher habe daher die Eier direkt von der Bahn zum Kunden gebracht. Durch die Vernehmung des Kutschers ergab sich aber, daß er an den Festtagen geringeren Grades, wie es das Laubhüttenfeft am 24. September gewesen war, die Schlüssel zum Geschäft ausgehändigt bekam und von dort aus die Waren ausfuhr. Troß des Leugnens des Angeklagten hielt das Schöffengericht den Angeklagten für schuldig. In der Stempel änderung wurde eine Urkundenfälschung und ein ver suchter Betrug erblickt. Die Fälschung des Stempels fönne niemand anders als der Angeflagte norgenommen haben. Nach den Sachverständigen handele es sich um eine angesehene Firma in Dänemark , von der ein Betrug nicht anzunehmen sei. Wenn diese aber den Betrug beabsichtigt hätte, dann würde sie auch eine ordnungsmäßige Achtzehnerfiste verwendet haben. In Deutschland aber hatte nur der Angeklagte ein Interesse an einer Fälschung. Da es fich nur um einen Preisunterschied von 4,80 mart handelte, so fonnte auch nicht angenommen werden, daß sich jemand zur Beseitigung eines Versehens einen besonderen Gummistempel anfertigen lassen würde. Der Angeklagte habe offenbar damit gerechnet, daß auch die Abnehmer auf die Stempelung nicht achten würden. Die Strafe hätte nicht hoch genug bemessen werden können, menn fich feststellen ließe, daß der Angeklagte, worauf alles hindeutet, diesen Betrug schon seit langem in großem Maßstabe ausgeübt hat. So lag nur dieser eine Fall zur Aburteilung vor, und hierfür erschienen zwei Wochen Gefängnis ausreichend, für die das Gericht dem Angeflagien als einem alten bisher unbescholtenen Mann auch Bewährungsfrist gewährt hat.
Aufhebung des Maulforbzwanges.
Der Polizeipräsident hat mit Wirkung vom 10. Dezember die Bolizeiverordnungen vom 22. Juli 1925 und vom 27. April 1926 über den Maulforbzwang für Hunde versuchsweise aufgehoben. Vom 10. Dezember dieses Jahres ab dürfen in Berlin alle Hunde ohne Maultorb frei umherlaufen. Ausgenommen hiervon sind nur die dem Besitzer als biffig bekannten Hunde. Diese haben nach wie vor einen beißsicheren und festsitzenden Maultorb zu tragen. Der Polizeipräsident weist besonders darauf hin, daß die Besizer, um Weiterungen und etwaige Schadenersatz ansprüche zu vermeiden, in ihrem eigenen Interesse gehalten sind, munmehr ihre Hunde gewissenhaft zu beaufsichtigen und in Obacht zu nehmen. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 12. Februar. 1926 in Strafi bleibt und daß demnach alle über drei Monate alten Hunde, auch wenn sie an der Leine geführt, oder auf dem Arm getragen werden, fünftig, wie bisher, durch eine gültige Steuermarte oder durch die genaue Adresse ihres Besizers, die am Halsband anzubringen nft, gekennzeichnet sein müssen. Besizer von Hunden, die ein solches Kennzeichen nicht tragen, laufen Gefahr, daß die Tiere durch die Fangbeamten weggefangen werden.
Feuerauf Güterbahnhof Tempelhof.
Infolge Selbst entzündung geriet gestern früh um 27 Uhr auf dem Gelände des Verschiebebahnhafes Tempelhof ein Lagerschuppen in Brand. Als die Feuerwehr unter Leitung des Branddirektors Stiepelbei an der Brandstelle eintraf, brannte der Schuppen in seiner ganzen Ausdehnung bereits lichterloh. Da aus dem Innern des Schuppens unaufhörlich starte Explo fionen ertönten, mußten die Feuerwehrleute sehr vorsichtig arbeiten. Nach etwa zweistündiger Tätigkeit war die Gefahr be feitigt. Bie später festgestellt wurde, rührten die Detonationen von Signalsprengfapfeln her, die in größerer Menge dort lagerten. te
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Feuer in einem Filmatelier. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr brach bei der Tiefdruckfirma Rotophot in der Alexandrinentraße im Filmatelier ein Feuer durch Kurzschluß aus. Infolge der vielen Filmplatten hatte das Feuer sofort einen größeren Herd, so daß die Feuerwehr alarmiert wurde. Dank dem sofortigen Eingreifen der Belegschaft fonnte das Feuer mit Hilfe von Feuerlöjchapparaten auf seinen Herd beschränkt werden. Die Feuerwehr brauchte weiter nicht in Tätigkeit zu treten. Der Sachschaden ist jedoch sehr hoch.
Weihnachtsschund.
Das ungemütliche Potsdam.
fervatorium auf dem Brauhausberg bei Potsdam Das preußische Meteorologisch magnetische Db fieht sich gezwungen, einen Teil seiner Abteilungen, und zwar diejenigen, die magnetische und luftelettrische Messun jenigen, die magnetische und luftelettrische Messun gen durchzuführen haben, von Botsdam und auch von dem vor einiger Zeit angelegten Hilfs observatorium in Seddin zu verlegen.
Diese Maßnahme wird notwendig gemacht durch die Stōrungen, denen die sehr empfindlichen Meßinstrumente dieser Abteilungen durch die Potsdamer Straßenbahn unterworfen werden. Insbesondere muß das Observatorium befürchten, daß diese schon bisher recht erheblichen Störungsmomente fich nach Aufnahme des Betriebes auf der zurzeit im Bau befindlichen Berlängerungsstrecke der Potsdamer Straßenbahn nach Caputh noch meiter verstärken und damit zuverlässige Messungen überhaupt unmöglich machen werden. Dieser Zustand hatte schon seinerzeit zu der Errichtung eines Hilfsobservatoriums in Seddin geführt, aber dieser Einrichtung droht nun infolge der Elektrifizierung der an Seddin vorbeiführenden Belziger Staats bahnstrecke das gleiche Schicksal wie dem Institut auf dem Brau hausberg. Nach längeren Verhandlungen mit verschiedenen Gemeinden in der Umgegend hat man sich jetzt entschlossen, auf einem geeigneten Gelände beim Dorfe Rädigte im Kreise 3 auchBelzig den betreffenden Abteilungen des Observatoriums eine neue Unterkunft zu schaffen, nachdem man sich darüber vergewissert hatte, daß in dieser verhältnismäßig wenig bewohnten Gegend Störungen wie in Potsdam und Seddin in absehbarer Zeit nicht zu befürchten sein werden. An Neubauten würde ein Observatoriumsgebäude, ein Beamten und ein Bärterhaus in Frage kommen.
Die Elektrizitätsgrundgebühren
Die Berliner Städtischen Elektrizitätswerte" haben in den letzten Wochen eine Revision sämtlicher Lichtanschlüsse vorgenommen mit dem Ziel, in den Fällen, wo in den letzten Jahren der Stromverbrauch größer geworden ist, auch die Grundgebühren der Stromverbrauch größer geworden ist, auch die Grundgebühren zu erhöhen.
Die Werte müssen für jeden einfachen Anschluß an das Stromneg ein Kapital in der Höhe von etwa 600 Mart investieren. Um die Zinsenlaft für diese Summe zu decken, verlangen die Werfe, außer dem Berbrauchspreis, eine Grundgebühr. Diese Gebühr ersten Gruppen, die für den Privathaushalt in Frage kommen, find ift geftaffelt nach dem Verbrauch des Abnehmers. Die drei festgelegt: für eine Anlage bis zu 220 Watt 0,80 M., für eine Anlage bis zu 440 Watt 1,60 m., und bis zu 660 Watt 2,40 M. Grund gebühr. Für diese drei Gruppen wird ein Zähler bis zu 3 Ampère in die Anlage miteingebaut. Wer mehr als 660 Watt verbraucht, erhält einen stärkeren Zähler und muß 3,90 M. Grundgebühr be zahlen. Die von den Elektrizitätswerten veranstaltete Revision_in den legten Wochen hat den Zwed gehabt, in den Fällen, wo sich die ursprüngliche Anlage vergrößert hat, dies festzustellen und die richtige Einstufung in die Grundgebührfäße vorzunehmen. Nach Abschluß der Revision haben die Neueingestuften bereits die Mit teilung der erhöhten Grundgebührberechnung erhalten. Bon der Erhöhung find häufig Familien betroffen, die Zimmer vermietet haben, oder sich die von den Werken angepriesenen neuen elektrischen Einrichtungen, wie Blätteisen oder Kocher zugelegt haben. Solche Anschaffungen bedingen neue Stechdosen und andere Anschlüsse, vergrößern somit die gesamte Anlage. Die Städtischen Werte tonnten aber auf diese Neueinstufung, die praktisch für viele eine Berteuerung des Strompreises zur Folge hat, nicht verzichten, weil die Abgaben der Werke an die Stadt in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Die Bevölkerung sieht in der Neueinstufung eine Strompreisverteuerung und ist über diese Maßnahme sehr erregt. Auf unsere Anfrage wird uns von den Städtischen Werken mitgeteilt, daß eine andere Strompreisberechnung nicht möglich sei, weil sonst im Sommer, wo sehr viele Abnehmer fast gar keinen Verbrauch aufzuweisen haben, die Zinsen für die m die Anlagen investierten Rapitalien von den Werken getragen werden müßten. In den Fällen, wo die Anlage wieder verkleinert wird, treten selbstverständlich die alten Säße wieder in Kraft. Auch das„ Süd- West- Werk", das bisher eine geringere Grundgebühr erhob, hat jetzt die Bedingungen der ,, Städtischen Elektrizitätswerte" übernommen.
Die Raumnot der Universität Berlin.
Universitätsstraße 3b, erworben. Hierdurch wird vornehmlich die Der preußische Staat hat das Hausgrundstüd in Berlin , Möglichkeit geschaffen, der bestehenden Raumnot der Univerfi tät Berlin abzuhelfen. Zugleich bietet sich Gelegenheit, der in der alten Bauakademie, Schinkelplag, untergebrachten Deutschent hochschule für Politif eine verbesserte räumliche Ausstattung zuteil werden zu laffen, da mehrere nicht zur Deutschen Hochschule für Politik gehörende Institute von dort in das neuangetaufte Gebäude gelegt werden können.
Infolge des Glatteises, das Straßen und Fußgängersteige mit einer gefährlichen Eisschicht bedeckte, ereigneten sich zahlreiche schwere Zusammenstöße und Stürze. Auf den Städtischen Rettungsstellen wurden allein 24 Berunglückte behandelt, die Arm- und Beinbrüde, Berlegten nach Anlegung von Rotverbänden wieder entlassen werden fonnten, mußten 5 Personen ins Krankenhaus übergeführt werden. - Obgleich die glatten schlüpfrigen Fahrdämme die Kraftwagenführer zu größter Borfidyt gemahnten, ist es an verschiedenen Stellen zu schweren Zusammenstößen gefommen. In der Ber liner Straße in Zehlendorf , stieß gegen 16 Uhr ein Privatauto mit einem Lastkraftwagen zusammen, wobei der Führer des Privatautos erheblich verlegt wurde. Benige Minuten später ereignete fich art derselben Stelle abermals ein Zusammenstoß zwischen einer Kraft droschke und einem Tankwagen. Die Infassin des Autos mußte durch die Feuerwehr in schwerverletztem Zustande in das HindenburgKrankenhaus gebracht werden. In Köpenid verlor der Führer eines Geschäftsautos in der Lindenstraße beim Rehmen einer Kurve die Gemalt über die Lenkung und fuhr mit großer Wucht gegen eine Straßenbahn der Linie 87E. Das Auto wurde zertrümmert, der Führer und dessen Mitfahrer erheblich verlegt. Beide fanden im Köpenider Krankenhaus Aufnahme. Der Straßenbahnführer erlitt erhebliche Schnittwunden, fonnte jedoch nach Anlegung von Notverk änden wieder entlassen werden. Bei der Straßenbahn wurden zahlreiche Scheiben zertrümmert, so daß sie aus den Verkehr gezogen werden mußte. Auf der Avus fuhr ein Privatauto gegen einen Baum und stürzte die vier Meter hohe Böschung hinab. Das Auto wurde völlig zertrümmert. Der Führer und zwei Insassen famen wie durch ein Wunder mit geringfügigen Berlegungen davon. In der Frankfurter Allee fuhr eine Kraftdroschte auf den Bürgersteig und verlegte eine Baffantin. Nach Anlegung von Notver bänden auf der nächsten Rettungsstelle, fonnte sie in ihre Wohnung entlassen werden.
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Zum Selbstmordverfuch des 13jährigen Schülers Helmuth A aus Oberschöneweide teilt das Bezirksamt Treptom mit, daß das Jugendamt Treptow den Schüler fofort nach Kenntnis des Selbstmordversuchs in Betreuung genommen und ihn in einem Kinderheim untergebracht hat. Die Ursache der Berzweiflungstat ift offenbar in einer nicht genügend verständnisvollen Erziehung des allerdings schwer erziehbaren Knaben zu suchen. Die Eltern mögen den traurigen Borfall zum Anlaß nehmen, dem Gemütszustand ihrer Kinder, besonders in der Zeit der beginnenden Reife, mehr Aufmerffamfeit zu schenken und sich in Fragen des Zweifels an das zuständige Jugendamt um Rat und Hilfe menden.
Berrüttete Nerven.
Ein Landgerichtsrat erschießt seine Mutter und sich selbst! Neuftrelih, 9. Dezember.
Heute früh wurden der Landgerichtsrat Rudolf Gundlach und seine Mutter, die Landgerichtsratsmitme Emma Gund lach, tot in ihrer Wohnung aufgefunden. In einem Anfall von geistiger Umnachtung hat der 55 Jahre alte Landgerichtsrat feine 78 Jahre alte Mutter erschossen und sich dann selbst durch einen Schuß getötet. Landgerichtsrat Gundlach, der früher Bürgermeister der Stadt Itstrelik gewesen ist, war seit mehreren Jahren schwer nerventeidend und des halb vorzeitig pensioniert morten. Er war erst vor furzer Zeit nach einem längeren Aufenthalt in der staatlichen Feil und Pflegeanstalt Sachsendorf bei Schwerin wieder nach Neustrelit zurüd gefehrt. Auch zwei Brüder Gundlachs haben den Freitod gewählt. od 2 N
Mit 92 Jahren noch erwerbstätig!
Man schreibt uns aus Nordbohmen: In Warnsdorf. direkt an der Reichsgrenze vor Seifhennersdorf , im Hause 215, mohnt seit Jahren eine bitterarme alte Frau, die Schmidt. Ref. Sie ist wohl die älteste Frau der Stadt, bestimmt aber die älteste Arbeiterin von ganz Nordbohmen Am 5. Dezember d. I. feiert Theresia Schmidt ihren 92. Geburtstag. Obwohl fast ertaubt, muß das alte Mütterchen noch immer ihre Hauswirtschaft allein besorgen und arbeitet auf Broferwerb. Sie ist als Handtreiberin für eine benachbarte Fabrit tätig und geht noch immer mit dem Rückenforbe die Arbeit holen und abliefern. Zu ihrem 90. Geburtstag erhielt fie Liebesgaben selbst aus Deutschland .
Todesurteil wegen Gaffenmordes. Vor dem Schwurgericht Stendal hatte sich der Gemüsehändler Hermann Gansewig unter der Anklage zu verantworten, seine Ehefrau und seinen Sohn ermordet zu haben. Das Gericht nahm bei der Ehefrau Ermordung an und fam zu einem Todesurteil; im Falle des Sohnes wurde Totschlag angenommen und auf 15 Jahre Zuchthaus
erkannt.
Bezirksbildungsausschus. Nächste Proletarische Feierstunde am Montag, dem 26. Dezember, vormittags 11 116r, im Broken SchauStulturpolitisch- latirische Szenen, dargestellt von Mitgliedern des Staats Aus dem Gudtaften der Jahrhunderte", theaters, Stadtmusifanten, Chöre des Arbeiter Sängerbundes, Ansprache. Eintrittspreis 1 M. in allen bekannten Verlaufsstellen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. ( Nachdr. verb.) Trübe mit geringen Niederschlägen, Temperaturen um ** Rullgrad. Für Deutschland : Sm äußersten Diten beständiges roft wetter, im mittleren und weftlichen Deutschland meist trübe, in Norde deutschland leichter Kroft mit unbedeutenden Niederschlägen.
Man schreibt uns: Nicht bloß die licht- und farbenprächtigen Kaufhäuser, die ihre Weihnachtsware in gigantischen Byramiden zur Schau stellen, oder die hübsch dekorierten Einzelgeschäfte, auch der Klein- und Kleinst händler mit dem Bauchladen, der Kinderuit, preiswerte Schokolade, oder Lametta für den Christbaum feilbietet, sie alle hoffen und rechnen mit einem guten Weihnachtsgeschäft und es sei ihnen allen gegönnt. Aber Achtung vor jenen Herren Schundfieferan ten, die in geschäftlicher Gerissenheit die weihnachtlich- frohe Geberlaune als günftigen Abfaztermin schlimmster Schundware auszunügen versuchen. In vielen Straßen stehen die Wagen mit Eine Wiederholung der Rhein - und Weinausstellung wird im Delgemälden". Wahre Riesenschinken, die gleich eine ganze Funthaus am Kaiserdamm für die Zeit vom 31. Dezember bis Wand für sich in Anspruch nehmen, befleckert mit der Bildromantik 21. Februar 1928 vorbereitet. Während im Vorjahre mit der Wer von vorvorgestern. Holblächelnde Schwergewichtlerinnen in verbung für den deutschen Wein eine Beinbauausstellung verbunden führerischster Bofe, flantiert von pausbadigen Amoretten, Blümlein trau, Schleierfehen und was sonst noch zum Szenarium solcher Allegorie gehört; oder Landschaften, im schlechtesten Buntdrud. Sie prangen natürlich in did- pompösen Goldrahmen und tragen als Röder das Aushängeschild: 2 Mart Wochenrate! Die Preise der Bilder bewegen fich zwischen 30 und 50 Mart, ein Betrag,
war, wird diesmal die Beranstaltung dazu benutzt werden, durch Werte der rheinischen und der Berliner Künstlerschaft für den deut fchen Rhein und den deutschen Wein zu werben. Dies geschieht durch Eingliederung einer großen Kunstausstellung, an der neben rheini schen Museen und Künstlerverbänden auch Berliner Künstlergruppen beteiligt sind.
Die richtigen Weihnachtsgeschente! Fine wichtige Frage, bie leicht gelöst werden kann, wenn man die Inferate ber Firma Teppich- Bursch aufmertfam durchlieft. Eine folche Menge von begehrten Dingen, die das Seim ichmüden und die jahrelang Freude bereiten, find mirtlich richtige Weihnachtsgefchente. licher Weise ein schönes Bild von diesen zichtigen Geschenkartikeln und zeigen Die Fensterdekorationen ber Firma Teppich- Bursch biefen in leicht überfichb die Preismürbigkeit biefes großen Spezialhauses. Es wird besonders barauf Straße 32, ihre Bertaufstäume aud Sonntag, den 11. Dezember, von 3 bis aufmertfam gemacht, baß bie Firma Teppich- Bursch, Berlin C., Spandanes 6 Uhr geöffnet hat.