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Fretiag 145. März 1925

Unterhaltung unö ÄAissen

Seilage des Vorwärts

Vision.

Hell erleuchtete Söle schießen Uchte Streifea in das Dunkel. Jubelnde Geigen und Zlöleutöve irren durch die kahlen Bäum«. weinerglühte Lippen lachen, tonzestnüde Menschen trinken Wem mit wüsten Lippen. und die Leiber stammen. Grollend rollt es in der Ferne. Blitzes flammen züngeln nieder. Lad es kommt, ein Heer von Toten. aufgeschreckt in der Geisterstund«. Drohende Arme, verzehrte Gesichter. wild zerfleischte Leiber und Glieder. An die Fenster krallen sich leicheablasse Wciber, ihre Augen springen Männern an die Kehle. Im Donner gurgeln ihre Stimmen: »Wir Geisler des Standes klagen euch an. was habt ihr im Leben uns angetan! Ihr habt uns gelockt mit schmeichelnden Worten, mit Rosen geschmückt im schweigenden Hain . uns selber gt Krochen mit lächeluder Miene. den Himmel versprochen und uns fortgeworfeu. uns Reine als Steine in den Staub getreten, habt Glute- in kindlichen Seelen entzündet. die uns verzehrten im wilden Grimme. wir Geister des Standes klagen euch an! Ihr habt nie gefühlt, wie wir uns sehnten nach Liebe und Reinheit und kindlichem Frieden. wir konnten allein uns von Staub aicht erheben und haben gefleht: o reicht uns die Hände! Da habt ihr gelächelt, gehöhnt, gespottet: wir roollcn uns nicht beschmuhen! Ihr habt uns sortgestoßen vom Wege des Lebens. in unserer Seele den Gott erschlagen! wir Geister des Skaubes. wir klflyi euch au!" Rad durch die Weiber drängen sich die Maoer. In ihren hohlen Hirnen knackt es leise Si dem Raunen dort von seldneu Kleidern, e wie träge Ilcbel sumpf' ge Oedea mlld umstießen. Lud alle» SberschrÄt die junge Mutter, das totgeborene Kindlein an die Scheibe« presiend: »Ihr taazt auf«einem Sckweiß - and stampft mein Brot zu Grund... 5 und schwelgk in mein« Wärme! Berhungeri, verfroren, gestoßen, mußt ich m kalten Kellern gebäre»!' Ts bebt ihr Fluch und ballt den Blltz and Flammen schießen las Dunkel. Krachend fällt das Haus zusammen.

2 ort die Geister. f die Menscben. Milkcrnachl fährt dem Morge» zu.

h. h. Strälutt.

Am unteren Treppenabsatz. Soa Lotte Aruhelw. Du bist im Besitz««in« gutgehenden Konservenfabrik, mein Aeber. od« du hast«inen epochemachenden Schönheitscrem her- gestellt, od» auch Operettenoerse geschustert, wer kann es dir also verargen, wenn du dein Leben genießen willst? Du hast es ja dazu. Auf einem der heißen, wirbelnden, fütternden, jazzenden, seiden- papierverhangenen Kostümfeste findest du, mein Lieber, wohl bald lo»in klein«? Mäd«l, das dir beim Karusiellfahren. S«tttrinten und Äeldcmsgeben behllflich ist. Du vnsprichst ihr goldene Berge und einen ganz großen Teddybären, w«nn sie hübsch brav sein will. Ja. so ein Abend darf was kosten... Wenn du nun am frühen Morgen übersättigt und schachmatt in den Besitz dein« Garderobe gelangt bist, irgend«inen Ausgang gefunden hast und dich mit hochgeschlagenem Mantelkragen und deinem Mädel am Arm nach einem Auw umsehen willst, dann stellt sich dir am unteren Zlbsatz der Treppe etwas in den Weg etwas, was dich rascher ernüchtert, als die frische Morgenluft. Gerade diesen Platz, gerade diese Stunde wählen sie, die trostlosen Menschen- Häufchen, die d« Krieg ihr« Glieder, ihres Augenlichtes, ihrer Hoffnungen bevaudt hat... Dies ist ihreSaison", die si« wahr­nehmen müssen... Unter dem nackten, schneidenden Elend dies« wimmernd ausgestreckten Hände brennt dir die Schminke auf den Wangen, du verbirgst rasch deinen Zylinder aus Goldpapier auf dem Rücken, mtt deinen bunten klirrenden Glasketten erscheinst du dir als lacherlich« Hanswurst... Ihr habt die rechte Stunde, den rechten Ort gewählt, um anzuklagen! Mtt einem jähen Erröten fahren die Hände in die Taschen, um euch loszuw«d«n und greisen noch«inmal hinein und noch einmal, weil d« stumme haß in euren Kücken die Gabe mtt dem drinnen oergosienen Sekt zu»«gleichen schont_ dir aber, mein Lieber, ist die.�Stimmung" vergangen und auch das Mädel an deiner Seile schweigt... Mit gezwungenem Auslochen suchst du das Unbehagen von dir abzuschütteln«in einzelner kann da nicht viel Helsen, wo soviel Elend ist, ja, wenn jeder... Aber dann durchzuckt es dich jäh, daß einer von diesen Unglücklichen für einen ganzen Monat daran genug haben würde. wovon dir. mein Lieber, nur ein schmerzender Schädel und deinem Mädel«in paar vertrocknete Blumen bleiben. Dein sonst so ge- kchmeidiges Gewisien krümmt sich, um vor sich selbst- zu«ittfliehen, aber hier getraut es sich nicht, zu flüstern, daß ein« Hilfe vielleicht �gar nicht angebracht" sei. denn daß keine Simulation vorliegt. davon haben dein« Augen sich schaudernd überzeugen müsien. So will, wein Lieb«, deine Stimmung vorläufig nicht""

Aus dem unterirdischen Paris .

M Boltze".

Das ist die IllusionParis ", von der man träumt. Di« wie ein« Fanfare auf dem ausgebrannten Krater des Abendlandes sich «hebt. Rhythmus ist alle«. Hi« klopft das herz des ganzen Landes. In den winzigen Gasten, dt« aus dunklen Toreingängen springen plötzlich sich auftun. Bunte Türen, mit Nägeln und Blumen be> matt. Brett und hoch wie Türen in einen Stall. Driu Dunkel. Fensterlosigkeit. Alles Licht kommt durch die Stalltüren. Auf dem Boden Häcksel. An den Wänden Aquarell«. Zeichnungen be» tannteste Paris « Maler. Am Schenktisch, den bei geschlosienen Türen«in Gasarm kümmerlich zu beleuchten sich bestrebt, Figuren, wie sie nur ein extraoaganter Bourgeois in unruhigen Nach-Tisch- Träumen sich vorstellen mag. Ab« diese sind echt. Rot« Woll- Hemden. Aermel bis über den Ellbogen hochgekrämpelt, halsfrei,«in bunte» Halstuch, eine englisch « Mütze, Ringe und Tätowierungen. da» ist die Mode. Durch den ersten Raum geht man nach«inigen Schnäpsen an der Bar ein« ungeheuerlich zerklüftete Steintreppe hinab in ein Erbbegräbnis. Der Neuling fällt üb« die fehlenden zwei Stufen im Halbdunkel einer abenteuerlichen Kerze mitten in den Kneip«»- räum hinein. 1Z7l isi in den steinernen Bogen gemeißelt überm Eingang Dantes Apostrophe aus Inferno und sonst: Gesang, Banjo, Tamburin. Holzlössel im Takte an die Mauer getrommelt. Rauch, so dicht wie eine Wand einzelne Gesicht« endlich beginnen weißlich und grotesk auf diesem Qualm zu schwimmen. Rhythmisch auf und ab steigt ein Lied:c'est I, komme oax yent Tcrts* unterbrochen nur von den kommentmäßig ausgeführten dreibans" dem taktmäßigen Klatschen oder Gläserklopsen, das den Artisten belohnt. DieseKapelle" hat eine Ausdauer, die ihresgleichen sucht. Vom frühen Nachmittag an bis drei Uhr nachts. Der Zustrom der Gäste wechselt alle zwei bis drei Stunden aber eigentlich ist alles Stamm". Und wer sonst keinen Unt«schlups hat« der schläft nach drei auf den schmalen holzbänken in dem niedrigen, fenster-

losen, auf kein« Weis« zu lüftenden Raum. Merkwürdig ist. bah mit ziemlich« Mäßlgkett getrunken wird. Di« Mehrzahl der Gäste nimmt nur ein Glas Wsynth,»inen Aptrttio, ein Viertel Rotwein oder einLock" und die Zeche ist beendet, für wie lang» man auch immer sitzen mag. Man hat hi« übrigens keine Einzsstifchs. Lange. schmal« Äsche, laug«, schmal« Bänke. Spätertommend« steigen über die Knie der Sitzenden hinweg. Unterhaltung und Anziehung bilden die Barträge. Getanzt wird hi» nicht. Aber wo man iänzt, da herrscht das Mesi«. hier schlägt da» herz von Pari», hier in den eeveeo** in den Kellerlokalen, Gigolette und Eopain.(Dirnen und arme Schlucker), Arbeiter und Künstler. Die Gigolette in jeder Abstufung. Zuweilen Ausländer, amerikanische Damen und Herren. S i« kommen des Nachmittag». Manchmal kommen die Herren auch am Abend wied« ohne ihre Damen. Keinesfalls wird der Fremd« beachtet, angestarrt. Der Paris « hat kein Borurteil. Zwischen dem allen schäbiges Malern Olk, darunter die famosen Mdmentporttättstev. die in wenigen Minuten fabelhafte Porträts und Karikaturen machen. Man zahlte im Lorjahre 10 bis 20 Franken für eine Skizze. Manchmal blüht da» Geschäft manchmal langt's kaum zu einem Aptrittw. Ich kannte einen, Brasilian« von Geburt, schon zehn Jahr« in Paris , der oerdient« oft ISO bis 200 Franken und gab sie von A bis 7 Uhr in einem Montmatre- Lokal in Sekt und Weibern wieder aus. Dann kam er dumpf und bloß zurück zurBolöe" kroch out»ine Bank und schürf den Rausch au» bis um zwölf. Friooütät und Sentimentalität, die französischen Extreme, treiben bunte Blüten in dencavoaux". Man singtdas Lied der Träume" und sonderbar werden die harten Gesichter weich. Die Gigolette und ihr Freund haben Augen wie Kinder, die eben die Mutter aus dem Schlafe weckt. Aber gleich darauf kommt«In« Zote so scheußlich, daß selbst die ab- gebrühten Mädchen sich entrüsten. Das ist das unterirdische Paris. > GabrieleSchroeder.

Li-tai~pe. Aon Vr. Elf« Möbus. Ferne fremde Klänge, verworren und seltsam, töne« au» dem Osten. Jahrhundert um Jahrhundert weicht zurück. Weltteich und Weltteich oersinkt. In Europa hat sich«in Abgrund zwischen dem Sichtdaren und dem Dekborgencn, dem Irdijczen und dem Reich de» Jenseits aufgetan. Ströme oon Blut fließen. Primitivst« Barbarei umklammert die Religion und erzeugt Mißgeburten de» Wahnsinns , der Heuchelei, der Vernichtung. Im fernen Osten aber wondart ein Genie durch die Lander, zerzaust, verlumpt. Freund und Beamter de» Kaiser «, mit der höchsten Ehrung des Chinesen, dem kais«Uchen Prunkgewand be- kleidet. Freund de« Volkes, besten Leiden sein eigenes ist. da«« liebt mtt allen Fafsrn seines glühenden Herzens. Li-tai-pe, der Trunken«, d« große Verschwender, d« größte Lyrik« China ». Unendüchkett ist um ihn. Der Horizont wettet sich ins Grenzen. lvf». Seiu« Palette kennt alle Farben, vom glühenden Purpurrot bis zum wesenlosen Grau d« Asche, seine Seele umspannt das Weltall . Cr ist nicht Chinese, nicht Asiate,» ist Mensch. Er sagt das Einfachst«, das ist da» allgemein Menschliche, das alle Grenzen überfliegt, das über Zeit und Raum schtvingt. Kinderweinen und Frauensehnsucht, Enttäuschung und Bitterkeit, Freude, Jubel und Seligtett klingen in seinen Liedern. Er ist der Natur aus» innigste verbunden, der große Künder olles Lebens. Frühling und Sommer. Jahreszeiten des Werdens und der Reise, umschließen Lieb« und Genuß, Tanz, Fest«, Freundschaft und Wirten. Der chinesische Fischer im Frühling, der sein Netz behutsam in den Silbtrjoiegel de« Teiches gleiten läßt, sobald die erste Pflaumenblüte sich entfaltet. sobald violette Falter in die Dolden tauchen, ist« selbst: Li-tai-pe. der große Bejaher alles Lebendigen. Li-tai-pe, der P«nein« aller Vernichtung, d« erbittert« Gegner des Menschenkompfes, der hast« des Krieges. In seinen Liedern wirbelt der gelbe Sandsturm, lodern Feuerzeichen, taumell der Wahnsinn eine graoenvolle chaotische Sinfonie in blutigem Rot. Bilder der Schlacht, Sinnbilder jedes Kriege». Wiltterslimmuno, trostlose Oed«. Unfruchtbarkeit und Hunger herrschen, wo der Tod regiert. Die Pfirsichblüten sind verwelkt und zertreten. Auf kahlen, bereiften Aeslen schreien Raben, die wie Menschen auf Beut« lauern. Ein« einsame Frau näht mtt kalten Händen ein(Beband für den, der längst tot aus dem Schlachtfeld liegt, gm Bereich des Krieges sprießt keine Blume, keine weiße Walke durchzieht mehr die Landschaft. Glatt wie Eis ist der Säbel des Soldaten, kalt leuchtend wie der Schnee auf den Firnen. Lähmende hoffnungslosigtett liegt über allem Lebendigen. Aus den Tiefen der Erde aber ertönt dl« Menschheitsklage, daß der Dicht« ruhmloser in die Gruft steige als der Krieger, d« tausend Menschen tötete, daß die Barbarei über die Kultur, der Tod über das Leben gesiegt habe. Doch der Wahn- sinn beherrscht die Erde. Heer um Heer wird hingemäht, und die gelb« Wüste ist mit weißen Knochen übersät. Ausgemergelle, ver- hungerte Pferde weiden im Schnee. Da erklingen Menschenstimmen in der Ferne, Menschenrufe, die immer näher kommen.?lus allen Ländern der Erde scheinen si« zu tönen. Der chinestsche Dichter steht lauschend, seine Seele nimmt begierig die Klänge auf. Er preßt sie in Formen, verleiht ihnen Ausdruckstrast, und mtt ungeheurer G«- wall braust Li-tai-pe » Fluch de» Kriege«, d« Flach üb« das Hand- werk der Waffen üb« die Erde. So sei verflucht der Krieg! Verflucht dos Werk der Waffen, Es hat der Weise nichts mll ihrem Wahn zu schaffen! Erst wenn Friede und Vernunft zu den Menschen zurückgekehrt sind, kann die goldene Sonnenscheib« die Erde wieder erwarmen. Durch laue Luft flattern weiß« Birnen, und Pflaumenblüten. Frühltngswind glettet sanft über blau» Fluten. An zell überdacht« Boote, dse tanzende, findend« Menschen hinübertragen, schlagen leise und silberhell klein« Wellen. Dufttger Blütenschnec bedeckt all« Wege. Golden leuchtet die Trauerweide am Ufer So klingen durch Schutt und Trümmer eines Jahrtausend« hin- durch dt« Töne der chinesischen Flöte, die Worte Li-tai-pes. Die alt« Völkssage, der Dichter sei auf geheimnisvolle Weise zu den Unsterblichen entführt worden, hat sich verwirklicht. Sturmwind« haben seine Lied» über die Grenzen Chinas in alle Länder der Erde getragen, und wo Schicksal des einzelnen und Schicksal« d» Dölker sich entsckeiden. wo man Schlackten schlägt und dem Frieden dient, wo Menschheitsuntergang und Kräfte eines neuen Werdens miteinander ringen, da ist ihre Heimat. In allen Sprachen der Erde singen sie von Menschheitsklrge und Menschheitsjubel, von den tiefsten Abgründen, von den schmerzvollsten Rätseln und Geheim- nisten des Leben», von der unendlichen, trunkenen, ewigen Schönheit der Welt.

Aeues vom Maulwurf. G» viel schon üb« den Maulwurf geschrieben worden ist, so wußte man dach bisher üb« Leben und Treiben dieses lichtscheuen. unterirdischen Gesellen nur wenig Zuverlässiges. Erst F. hauch« corn« hat jetzt in langjährige« Studien zahlreiche wichtige Beobach­tungen gemacht, über oi« Hans Ezeloth imNaturforscher" berichtet. Wenn man früh« glaubte, daß der Maulwurf während des Winters in frostfreie Tiefen oon 1 bis 2 Meter hinunterdringe, so ergibt sich setzt, daß et sein Winternest niemal« tiefer als 4» bis 60 Zenti­meter anlegt. Di« aufgeworfene Erde entspricht im allgemeinen nicht der Ausdehnung der Gänge: diese entstehen zum Teil einfach durch Festdrücken der Erde, besonders bei weichem, feuchtem Acker- Hoden, wo überhaupt kein Haufe» au'gervvrfen wird. An ein« Röhre werden Ist bis 15, höchsten» 20 Meter am Tage in mehreren Arbettsperioden angelegt. Die Haufen und Gänge des Maulwurfs unterscheiden sich höusw in nicht» von denen der Wühlratte» und so werden ihm viel« Schäden zugeschrieben, die eigembch von der Wühlratt« herrühren. Für den wirtschaftlichen Nutzen oder Schäden de« Maulwurfs ist feine Nahrung entscheidend, die sich einwandirer nur«ms der Magemmtersuchung feststellen läßt. Aus der Unter­suchung oon mehr als 200 Tieren»gibt sich, daß den hauptteil der Speise de» Maulwurfs die Regenwürm» ausmachen: außerdem verspeist er Insektenlarven und Engerlinge in beträchtlicher Anzahl, sellener ausgebildete Infekten. Ameisen, Tausendfüßler und Nach!- schnecken. Sein» Gefräßigkeit wird durch die neuen Forsch ungcir bestättgt, denn e» ergibt sich, daß d» Maulwurf täglich da? Eineinhalb� fach« seines Eigengewichts zu sich nimmt. Das merkwürdige Abbeißen undEinfahren" von Blättern«rklöpt sich daraus, daß die Tierv das Nest gern mtt breiten Blättern, besonders mtt Buchen- und Kohlblättern. auskleiden, um ein warmes Polster zu haben. Der Wert de» Fells ist bei den verschiedenen Rosten verschieden Die besten Maulwurspelze liefern Scholllattd, Holland , Friesland und Oldenburg , Süddeuffchlond allgemein gut«, dagegen sind die aus Brandenburg , Sachsen , Boden und«chlesien minderwertig, weil si« zu bunt sind und in grünlichen oder gelblichen Tönen spielen. Heber die wirtschaftlich« Bedeutung de» Maulwurfs gelangt der Gelehrt« zu folgendem Ergebnis: Wo sich der Wühstchaden ertragen läßt, oder durch Ausnutzung der hausenerde in einen geringen Lortell verwandelt, tut mal, gttt dqrqn. den Maulwurf zu schonen. Es üegt aber kein Grund vor, irgend jemandem, dem seine Wühlereien lästig werden, da» Fangen diese» Tieres zu verbieten. Durchaus unberechtigt sind jedoch Verfolgungen des Maulwurfes auf nicht angebauten Flächen, auf denen er keinen Schaden anrichtet. sondern sich in verschieden» Hinsicht nützlich macht.

Ei« Besuch bei Tolstoi . Au, dem Nachlaß de» russischen Philosophen und Ltteeor. Historiker» TO. O. Gerschenson sind jetzt besten Briefe an seinen Bruder veröfsenLicht worden, und in ihnen findet sich die interessante Schilderung eines Besuches bei Tolstoi , auf die Artur Luther in der ZeitschriftOst-Curapa" aufmerksam macht. Der bekannte Freund und Apostel Tolstois, Tscherttow, hatte ihn bei dem Westen oon Jasna Poljana eingeführt und sagte zu ihm, Gerschenson möchte gern wissen, was Tolstoi von Gott als dem Schöpfer der Welt denke.Tolstoi geriet sofort in groß« Erregung." berichtet der Besucher,Heß mich überhaupt nicht zu Wort« kommen und er- klärt«, ich lei oon elendem Aberglauben besessen usw. Ich schwieg. Da« ging so etwa zehn Minuten lang, dann sprang Tolstoi plotzlch aus. sagt«:Da Hab« ich wieder«inmal gesündigt, ,a gesündigt"- a hinaus, zog sich um und ritt davon. Tschertkow bat sehr um chirfdigung, daß a dieses Thema zur Unzett angeschlagen habe, tmd bat mich, noch etwa» zu warten: es we dem Alten sicker weh, baß» fich st» schlecht benommen habe. Und in der Tat kam Toll toi sehr bald zurück: vr fürchtet« wohl, daß wir nun- gleich abreisen wurden. Er trat schnellen Schritte« ein, bat mich um Entschuldigung Ich fühl« mich nicht gan., wohl' fing da» Gespräch von vorhin von neuem an und legte nun ruhig seinen Standpunkt dar. Dann stand er auf, um sich zu Bett zu legen, sagte, es hätte ihn sehr gefreut, sich mtt mir unterhalten zu können, drückte mir mehrer« Mal« die chand, fraßt«, wann ich abreisen wolle, und al» er hört«, daß ich über Nacht bleiben möchte, sagte ex:Also sehen wir un» morgen noch: entweder kommen Sie zu mir oder ich konnne zu Ihnen." Aber es war mir peinlich, ihn noch einmal zu sprechen, und ich reist« am nächsten Morgen ab, um ihm nicht zu begegn-n. Tschertkow sagte später zu mir:..Wiste» Sie. es hat mir sogar wohl- getan. Leo Rikolajewitsch so zu sehen. Da merkt man doch, daß er «in Mensch mtt menschlichen Schwächen ist. Sonst ist er immer so lumohbar...."