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Donnerstag 21. Juni 1925

unö AAssen

Beilage des Vorwärts

Der Hund und das Herz. Von Solomon Bembiher. Du?......!lch m«rbe Viederkommen, um dir Sfbblöe zu l«ist«n, dann ader wisder voll Aom und Arrger von dir gehen.... und dann wieder kommen und wieder gehen.... Und dieses grau- same Spiel wird sich ewig wiederholen. Du!...... Ich werde wiederkommen, um dir zu schmeicheln, um dir zu sogen, daß dein« Seele rein und heilig ist. und ich weih doch, dah so viel Höhliches und Unreines an dir hostet, und du wirst dich srcuen und lachen! Wer eine? Tages werde ich als Ankläger erscheinen und dir und der ganzen Welt die Wahrheit ver- künden, und du wirst erbeben und deine Augen werden sich mit Tränen süllen.... Warum fürchtest du das Urteil der Welt, sag? Deine sammctweichen Hände gleiten kosend über mein Besicht, deine tiesschworzen Augen stehlen sich mit ihrem Strahle ins Herz hinein..... Ich soll mich beruhigen, still sein...... gut s"in..... Du willst, dah ich mich wieder aus? Sofa sehe, wie immer und dir Märchen erzähle? Gut!, nur habe ich heute eine ganz ander« Erzählung..... Zieh den ffensteroorhang zu und dreh' da? Licht herab. Dos grelle Licht tut meinen Augen weh und mein Gesicht glüht..... so ist es gut, ich danke dir. Noch kann ich meine inner» Unruhe nicht bannen....., das fpmml vom Sturmwind drauhen, der die finster« Nacht noch schrecklicher macht..... Jetzt hör«, ich will erzählen..... Gin Menschenherz lag misten aus dem Markte in einem kleinen Städtchen. An einem hellen Soinmerabend hat es ein Hund er- späht. Er schnappte danach, um es zu fressen. Aber schon beim ersten Bissen oerglasten seine Augen und«r verreckle..... Wie kommt das Menschenherz dahin, in jene» fremde Stödt- chen..... Der Mann, dem dieses Herz gehörte, sah eines Tages ein Mädchen mit anmutigem Gesichte und mit wunderbar schönen schüchternen Augen, so daß er dachte, sie ängstigien sich vor der Welt und vor dem Leben. Und in dies« Augen schauend, wohnt« er jene Seele gefunden zu haben, noch der er sich so lang« gesehnt und ge­bangt hat..... Und fein Herz, welches noch kindlich rein und stolz war, nahm er au? seiner Brust und gab es diesem Mädchen, sie onllehend. es in Verwahrung zu nehmen. Sie strahte und lächelte hold und schüchtern. Ihre Wongen rärdten sich und ihr« Augen erhielten einen himmlischen Glanz. Ihre lleinon weihen Hände nahmen zitternd das Herz in Empfang. Und dann dann warf sie es irgendwohin, in den lilot des Markte». So ist das Herz giftig und gallig geworden. Und daher ver- reckt« dos arme Tier, das sich daran ergötzen wollt«. Worum siehst du mich so erschreckt an? Worum weinst du? Hast du Mitleid mit dem Herzen oder mit dem Hund? Du sehnst dich danach, daß ich dir sag«, es sei nur ein Märchen und keine Wahrheit Nein, nein, es ist Wahrheit, ich habe jenen um glücklichen, jungen Menschm gekannt..... es will mir scheinen du kennst ihn auch..... Und jener Hund? Den hat man be­graben. an einer Stelle, weit von hier..... Nein, picht gqr w. w«l(, ich kenne den Ort..... Willst du mit mir gehen',»m dieses Grab zu bekränzen? Aus einer Auiographensammlung. Bor kurzem versteigerte Karl Ernst Henrici in Berlin die Auto- oraphensammlung aus dem Nachlaß von Geh. Not Emil Landau in Düsseldorf . In ibr sind unsere grohcu Dichter und Musiker mit interessanten Handschriften oertreten. Von Goethe sieht man einen Brief an Zelter(Der Sämann, wenn er gesät hat. entfernt sich und läßt die Saat keimeni schade, dah Sie nicht sehen können, wie manches Gute aufgeht, was«!e unter uns ausgestreut haben") und«in Stück Manujknpt aus dem Finale zu Johann von Paris, da, Goethe oerfahtc, als sein Grohherzog 15lü vom Wiener Äongrch zurückkehrt«, mit den Schlußworten:Freiheil! Sie macht unser Glück." Schiller schreib» am X Septenrber 1800 an Körner:Goethe ,ft in die Emsanikeit gegangen, um etwas zu tretbeni denn er bat dos ilngluck, dah er in Weimar gar nichts arbeiten kann. Was er binnen vier und fünf Iahren getrieben, ist alles in Jena entstanden." Ein erschütterndes Dokument sind«in paar Zeilen Hntderlln» au» der Zeit seiner geistigen Umnachtung, aus Tübingen , vom Z. März 1813. Es ist«in Brief, de» sei» liebevoller Pfleger, der Tischler Zimmer in Tübingen , seiner Mutter, Frau Äokin in Nür- ttnaen. Ichreibt und in den» er Über sciiien Psleglinq berichtet: Hölderlin ist recht brav und immer sehr lustig. Die Pseisenköps« haben ihm gefreut, dle Sie die Güte hatten, mitzuschicken. Er kani'te sie gleich und sagte: ich hatte sie in Frankfurt gekauft.?l>ich setzte er hinzu, in Frankfurt habe ich viel Geld gebraucht.. Hölderlin , der noch Angabe Zimmer, wirklich kein« Lust zmn schreiben hat. schreibt dann noch ein paar Zeilen unter den Brief, in den schönen Zügen, hi« man von seinen Gedichtsmanustripten kennt: Herr Zimmern erlaubt mir, eine Empfehlung von mir hinzuzusetzen. Ich empfehle mich in Ihr gütiges Andenken. Können Sic, teuerste Mutter! mich bald wieder mit einem Briefe erfreuen, so wird dies an ein dontpores Herz geschehen." Aon Heinrich von Kleist ist ein langer Brief a» seinen Freund Rühle von Lilienstein vorhanden, aus Königsberg vom Ende Dezember 180S. Kleist drängt zum Krieg«: der König müsse sich ent- sttjeiden:Wenn er alle seine goldenen und silbernen Geschirr« hätte prägen lassen, seine Kommcrherren und seine Pserde abgeschafft hatte, sein« ganz« Familie ihm darin gefolgt wäre und er noch diesem Beispiel gefragt hätte, was die Notion zu tun willen» H Ick, weih nicht, wie gut oder schlecht es ihm jetzt von seinen silbernen Tellern schmecke» mag. ober dein Kaiser in Olmuft, bin ich gewiß. schmeckt es schlecht Die Zeit scheint eine neue Ordnung der Ding« herbeiführen zu wollen, und wir werden davon nicht btoh den Um­sturz der allen erleben. Es wird sich o»s dem ganzen kultivierten Teil von Europa ein einziges großes System von Reichen bilden und die Throne mit neuen, von Frankreich abhängigen Fürsten - dynastien besetzt werden. Au» dem Oesterreichischen, bin ick, gewiß, geht dieser glückgekrönre Abenteurer, soll, ihm nur das Glück treu bleibt, nicht wieder heraus... Warum sich nur nicht einer findet, der diesem bösen Geiste der Well die Kugel durch den Kops jagt." Eine köstliche Reih« von Briefen Heines ist an seinen Aer- leacr Campe gerichtet. Am 7. April 18ZS legt er aegen ihn los, weil sein..Salon" mit zu vielen Fehlern gedruckt ist: ,F!ch lasse mich nickt wie ein Junge, der schweigen muh, behandeln. Ich war vielleicht «in kleiner Jung-, als Sie. mich zuerst lohen, ober da, sind jetzt zehn Johrd. und Ich bin seiidem ganz erschrecklich gewachsen. Und gar in den letzten zehn Jahren: Sle haben keinen Begriff davon, wie groß ich geworden bin. Ick) Überroge einen ganzen, Kopf noch eine Menge Schriftsteller, denen ihre Verleger, mit welchen sie nicht ein- mal m Freundschalt stehen, dovvcll so viel Honorar zahlen, wie Sie mir zahlen." Und am 2. Juli 1835 mit dem Motto:.Eh' er singt und »h' er aufhört, muh der Dichter leben! Ich habe nie daran gedockt. mir ekn Vermögen zu erscyrekben: wenn ich eben habe, was ich tzrwlche. dm ich zufrieden. Knausereien von Ihrer Seck « führten

Das Negerdorf Lindl. Ein Ausflug an die afrikanische Küste.

Seit einigen Tagen mehren sich an Bord die Löwenjäger in erschreckender Weis«, im Nauchsalon muß man wenigstens einen Löwen geschossen Hoden, um noch unter die anständige» Leute zu zählen. Herr Z. aus Zwickau hat nicht nur Löwen , sondern auch Ras- hörner geschostem Ts sind gleich mehrere, sie liehen sich nicht willig niederknallen, denn sie haben bekonntermahen«inen bösartigen Charakter. Selbst die Tatosche, doh sie zurZZerflächuirg" verwandt werden sollte, kannte sie nicht milder stimmen die unverständigen Bestien. .Herr Z. hat«in« Gemütsart, die mir von der eines Nashorns nicht allzuweit entfernt zu fein scheint. Wenn er ein halbes Dutzend Coetoils getrunken hat, wird er dumm und feindselig, er nimmt (um bei den Fachausdrucken zu bleiben)>«den an, der sich ihm nähert, und da sich ihm meistens der Stemard mit einem neuen Eoetail nähert, hat dieser?lrmc am meisten zu leiden. Als ich um 11 Uhr durch den Nauchsalon geh«, höre ich. wie jemand behauptet, gestern nacht habe man vom Schiff aus die Lowe » der Küste brüllen hören. Diese Behauptung muh einen starken Eindruck auf mich gemocht haben, denn ich fand die ganze Nacht keinen richtigen Schlaf. Am anderen Morgen um 6 Uhr näherten wir uns Lind«', wir sehen in weiter Entfernung vor einem dunklen Urwaldstrich einige Bretterhäuschcn stehen. Wir haben einige Fronziskonerpatcr an Bord, die aus Süd- deistschlond kommen und ein unverfälschte? Ba irisch sprechen. In den Gutturalen ihrer Heimat bogrüßen sie die strahlende Sonne und die frische Lust, die icher der Küste Afrikas liegt. Jetzt, als es zur Landung kommt, bemerk« ich, dah zu den Brüdern auch noch zwei Schwestern gehören, die mit großen weihen Mänteln und schwarzen lieberwürfen wie da» sagenhoste Münchener Kindl aussehen. Wir lasten«in Boot und die Barkasse zu Wasser. Die Pater und die Schwestern werden unter der Führung eines jungen blonden Schrffsolffizier» sorgsam eingepackt. Während wir noch dabei sind, Kisten und Koffer über die Reling zu ficren, kommt ein Motor. boot von Land, in dem ein anderer Pater mit einem riesigen braunen Tropenhelm sitzt. Ein schwarzer Bort berührt seine.Knie: er macht schon von weitem Zeichen, wir möchten auf ihn warten. Herr W. der viert«, lächelt über soviel unmelitörisches Benehmen. er gibt der Barkost««in Zeichen, sie möge stoppen, und der Pater nnt dem Riesenhut und dem schwarzen Bart kann hineinklettern. Er ist der Vorsteher der Mission in der Nähe von Lindl, die unsere Passagiere erreichen wollen. Ich suche mit ihm in ein Ge­spräch zu kommen, er ist aber so zurückhaltend, dah man ihm nur mit Mühe einig« Sätze entlocken kann. Die See liegt flach, von keinem Lujthauch gekräuselt, vor uns steht eure regungslose Urwaldwand, wenn man ins Wasser blickt, kann man in der klaren Tiefe kleive Haifische spielen sehen. Lindi ist ein Negerdorf, ein Flecken, im Urwald der Küste ver- loren. mit einigen Reihen von Hütten und Häuschen, über denen sich die Wipfel der großen Königspalmtn wiegen. Wenn man him dert Meter vor her hölzernen Pier angekommen ist, steht es da: eine -Handvoll Schönheit, ein Punkt in der großen Farbenpalette des wilden Asrilos. Dos ganze Dorf ist auf der Pier versammelt, dos laute Gc schmttter der Schwarzen dringt schon von weitem bis in unser Boot. Als mir uns dem Menfchcnknäuel nähern, sehen wir auch einige Inder, größer als die Schwarzen, langsamer in ihren Bewegungen, mit roten Turbanen aus den Köpfen. Di« Weiber� tragen chre Kleinen in bunten Kattunlappen auf dem Rücken. Sie beobachten uns, während wir die Boote festmachen, mit einer neugierigen Scheu. Der stille Pater, aus dem ich während der Ueberfahrt kein Wort herausbekommen konnte(es schien, als ob er sich durch die große Wand seines Tropenhelm» von der übrigen Welt abschließen wollte) beginnt mit mir zu sprechen, als wir im» an Land mit der Misston und chrem Frochtentroh in Morsch setzen. Ich erfahre, daß in der Näl>c von Linbi auf Plontagen und Farmen etwa zwei Dutzend Weihe wohnen. Der Mann, der nicht so aussieht, als ob er den Mund sehr vollnimmt, behoupiet, es gebe sogar ein« Kleinbahn von einer dieser Farmen nach Lindi, doch könne sie nur betrieben werden, wen» die Negenseit die Schienen nicht bedrohe. So entdeckt man mit der Zeit überall in diesem Lande Am sängc der Ztoitisatlon, Liildi erscheint mir plötzlich als kleine Stadt, aber je mehr ich mich von der Pier entferne, desto unoersälschter und wunderbarer offenbart sich die Stille de? Negerdorscs. Unter einem Palmenhain liegt eine doppelte Reihe von Bast- und Bombubhäuschen. von weitem anzusehen wie kleine braune Kuchen, die Kinder beim Spiel gebaut haben. Der Pater, macht mich darauf aufmerksam, dah sie alle mit beut- lichen Nummern bemalt sind. Das seien Merkzeichen der Steuer-

Verwaltung, die von jedem Negervyter und Hausbesitzer im Jahre einen Wert von zehn Schilling verlange. Der Neger werde hierdurch gezwungen, Arbeit für die Regie- rung zu leisten, auf diese Weise kegreise er den Wert des Geldes, wer weder zehn Schilling habe, noch«inen Wert, der zehn Schilling darstelle, werde, zwangsweise zu öffentlichen Arbeiten angehalten. Der Poler meint, ironisch lächelnd, die Nilpferdpeitsche lehre als letztes Mittel den Neger die Vorteile begreifen, die der Geist Europos demdunklen Afrika " zu bringen im Begriff sei. Von den Hütten, die wie Weekendhäuschen mit rundherum- lausender Veranda gebaut sind, sind Negerrueiber mit der Zuberei­tung des Essens beschäftigt. Sic knien sich in hölzerne Tröge und holten dabei mit beiden Händen einen Löffel umfaßt. Männer luv gern in den Ströhen herum, palavern, wie man das unnütze Schwätzen hier nennt, rauchen aus langen Tonpfeifen oder liegen ellbogengcstützt auf dem Bauch, um jo nicht einen Strahl der Sonne zu verlieren. Manchmal schießen ängstliche Hühner über den Weg und Schweine grunzen bedächtig zwischen Häufern und Menschen- Plötzlich stieß der still« Pater einen kleinen Pfiff aus. er sagte, er habe vergesten, sich einen Schirm zu kaufen. Er komm« nur aye Jubeljahre einmal in dieStadt" und er brauch« den Schirm drin- gend für die bald beginnende Regenzeit. Wenn er vergäße, sich etwas zu kaufen, was er dringend notwendig habe, so sei dos für ihn eine Katastrophe. Infolgedessen gehen wir nun zu dem Kaufhaus von Lindi. einein.Hüttchen, das einem Inder gehört und vor dem einige Stoff- teile flottern, die offenbar den Charakter der Besitzung anzeigen sollen. Im Laden, der»in« richtige hölzerne Tek«, aber einen erd- gestampften Fußboden hat. sind einig« Shopping machende Neger- weiber versammelt. Die Verkäufer, zwei alle Inder, stehen m einer Unmenge von Gegenständen, die da» Warenlager darstellen. Da sind alte Konservenbüchsen, ausrangiert« Tropenhelme, schmutzige weiße Hosen. Pserdepcitschen,»in« rostige Büchse. Ich kann m dem Halbdunkel nicht sofort olles unterscheiden, die ganze Auslage bedrückt mich etwas. Mein Pater ist hier wie zu Hause, er schüttelt den Indern die Hand und begrüßte die Negerweiber mit einem fröhlichenIombo Bibi"(Guten Tag. meine Damen). Der Schirm, ein norsintslutliches Unikum, da» aus einer Art Keller hervorgeholt und sorgsam abgestaubt wird, wird erstanden, der Prei» in blanken Münzen aus den Tisch gelegt. Eine große Anzahl von Negerkindern hat sich vor dem Laden versammell: als wir mit dem neuen Schirm aus dem Geschäft treten, begrüßen sie uns mtt Geheul und verlangen, daß der Schinn aufgespannt werde. Als der Pater ihrem Wunsche nachkommt. steigert sich das Geheul zum Gebrüll. D«r Weg führt aufwärts, die Palmen werden seltener, dann hört dle Villenreche der Neger- Wohnungen auf. Nun ist Lindi zu Ende, und der ofrikanffche Busch beginnt. Die Missionsschwestcrn in ihren schweren Gewändern waten inühsam durch den rieselnden Sand! man macht hier immer einen Schritt rückwärts, wenn man zwei nach vorwärts tot. Die Schwestern machen ein sorgenvolles Gesicht, ihr« schwarzen Ueber- würfe saugen sich voll van glühender Hanne. Es dauert ein« Zeit- lang, bis man sich an die ungewohnte Umgebung gewöhnt hat. Hinter einem Gebüsch steht ein Sieger bei einem brennenden Holzstoß, der Geruch von Holzkohl« dringt uns in die Nase. Ich wende mich on den Pater:.Hoben Sie noch viel Rand- wild?" Der Mann erzählt mir eine lang« Geschichte, wie ein Lgwen- jvjar sich na« einiger Zeit in dos Haus der Mission eingeschlichen und«ine schwarze Dienerin angefallen habe. Der Weg wird jetzt noch steiler, der Wald hat ganz aufgehört, man kann Lindi in einer Talmulde liegen sehen, hinter der Stadt dehnt sich die weihe, weit« Fläche des Meeres. Als wir um eine Gebüschgrupp» biegen, liegt vor uns ei»«uro- poijches Bungalow, das Haus eines Farmers. Ein« Reihe schwarzer Trägerinnen, denen die Losten ans Kopf und Rücken schwanken. kommt_pn uns vorbei. Es ist Zeit, daß ich mich von den Leutchen verabschiede, ich drücke jedem die Hand und wende mich zum Gehen. Di« Schwestern stehen in Ihren weiten Gewändern wie afrikanische Rototodamen. Ich sehe, wie dicke Schweißtropfen über ihre Gc- sichter rennen. Der Abschied ist nicht einfach, wehmütige Grüße an die Heimat werden mir ausgetragen. Nach einer Stunde angestrengten Morsches stehe ich wieder bei der Barkasse. Bei der Abfahrt erheben die Neger ein mel- stimmiges Geschrei; schon als wir weit draußen sind und sie nur als kleine braune Punkte sehen, hört man noch ihr« Stimmen. Richard Hu« Isenbeck .

immer dahin, dah ich mich lukrativeren Beschäfiigungcn hingeben mußte. Sie handetten in dieser Hinsicht immer unpolitisch. Ich brauche dies Jahr noch ZDOO Mark Banko. ich will sie von Ihnen haben." Am 28. Juli 1835: ,Lch bin Ihr einziger Klassiker. O liebster Eoinpe. ich gäbe wo» drum, wenn Sie mehr Religion hätten! Aber da« Lesen meiner esgenen Schritten hat Ihrem ÄemÜle viel geschadet, jenes zarte Gefühl,' das Sie sonst besaßen, ist verloren gegangen. Sie glauben nicht mehr durch gute Werk« selig zu werden, nur der Schund ist Ihnen angenehm. Sie sind ein Pharisäer geworden, der in den Büchern nur.den Buchstaben sieht und nicht den Geist. ein Saduzäer, der an keine Auterstehung der Bücher, an kein« Aus- lagen glaubt,«in Acheist, der im Geheimen meinen seligen Nom«n lästert o tun Sie Buße, bester» Sie sich!" Uick im übrigen geht e« gegen die Zensur, die preußische, die ihn verboten hat, sogar die Bücher, dl« noch gar nicht geschrieben sind, und die nach Paris schreibt, sie werde die Revue de? ckeux moäckee oerbieten, wenn Hein« daran schreibe:Sie haben die Absicht, mich entweder zu ruinieren oder zum Schurken zu machen." Welche Macht damals Hein« darstellt«, zeigt ein Brief Hebbel » on Eamp«. den er darum bittet, Heine möchte doch einmal fick über ihn äußern:Des Kampfes mit Schlangen ist man gern überhoben, und wenn jemand da steht, der dos ganze Nest mit einem tüchtigen Steinwurf zu- sammsnquetjchen konnte, so ist es natürlich, dah man diesen Dienst von ihm wünscht." Unter den Musike'handschrifte» ist«in Brief Beethoven » an Zelter, seinen wackere» Kunstgenosten. vom 8. Februar 1823, über

die dlirn sr-lfrnnis;Schon mehrere Jahr« immer kränkelnd, und da- her eben nicht in der glänzendsten Loge, nahm ich Zuflucht zu diesem Mittel(das Werk auf Subskription on die ersten Höf« zu senden). Zwar mel geschrieben ober«rschrieben beinahe 0 mehr ge­wohnt meinen Blick nach oben aber aezrvunacv wird der Mensch nst, um sich und anderer willen, so muß er sich nach unten senken, jedoch auch dieses gehört zur Bestimmung des Menschen." hungcrkünsller Tarantel. Im Verlauf seiner langjährigen Be- obachtilngen an Taranteln mochte Pros. Baerg von der Arkansas - Universität die Feststellung, daß die Männchen der Taroittetn erst in einem Alter von elf Jahren ihr volles Wachstum erreicht haben, daß die Tarantel bis zu sechs Wochen ohne jede Nahrung leben kackn und auch während des Winters fastet. Diese Hungerfähigkeit hat sich jedenfalls durch die bei den Taranteln ganz besonders charakteristisch« Art des Beutesang«» ausgebildet. Die Tarantel stellt ihrer Beut» nämlich nicht nach, sondern wartet w ihrer unter­irdischen Höhl« so lange, bis sich«in Veittetier der Höhle soweit nähert, daß die Spinne«» errelchen kann. Da ee nun manchmal längere Zeit dauert, bls«in Tier, dos der Spinne zur Nahrung dient, in greifbar« Nähe kommt, muß dl« Tarantel auch nahrungs­lose Tage überdauern können. Solche Hnngerzeiten sind zweifellos auch die Ursache de» langsamen Wachstum» der Tarantel, da während des Fastens natürlich da» Korperwachstmn völlig unter­bunden ist. Die Tarantel ergreift«in B»ut«L«r nur dann, wenn es sich in ihrer unmittelbaren Nähe aufhält.