2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Ur. 286.
Sonnabend, den 7. Dezember 1895.
Derbreitung der Gewerbegerichte charakteristische Zahlen: im Deutschen Reich.
5
=
B
Die 26 Großstädte des Deutschen Reiches , die nach der Voltszählung von 1890 über 100 000 Einwohner zählten, haben jetzt alle ein Gewerbegericht; 1893 fehlte noch Stettin . Unter den 21 Städten mit 50 000-100 000 Einwohnern sind noch immer ohne Gewerbegerichte: Potsdam ( wo aber der Gröffnung nur noch die Erledigung von Wahlprotesten entgegensteht), Würz burg und Darmstadt ; dagegen sind in Dortmund , Kaffel und Frankfurt a. D. inzwischen Gewerbegerichte ins Leben getreten. Von den 64 Gemeinden mit 25-50 000 Einwohnern besitzen 48 ein Gewerbecericht, und 3 sind einem solchen angeschlossen; folgende 13 Ortschaften dieser Größenklasse haben teins:
Versammlungen.
12. Jahrg.
licht worden. Wir entnehmen dem Berichte der ,, Sozial. Praxis" einige Arbeiterschaft das meiste dazu beigetragen hat, daß die Arbeiter schutz- Gesetzgebung in Deutschland so weit gediehen ist, wies dann Von den 146 verkäuflichen Apotheken des Landes find in auf das Bemühen der Behörde hin, die Arbeiterorganisationen dem Zeitraum von 30 Jahren 77 mehr als einmal verkauft lieber heute als morgen aufzulösen und ermahnte die Anwesenden, Im Auguft dieses Jahres haben auf Veranlassung des Ver- worden, 25 wechselten einmal, 31 dreimal, die übrigen noch öfter selbst dann im Geifte der Arbeiterorganisation weiter zu wirken, bandes deutscher Gewerbegerichte sämmtliche deutschen Landes- den Besizer. Doch anders als andere Spekulationsobjekte waren wenn die Versuche der Behörden gelungen sein sollten. Das regierungen ein Verzeichniß der in ihrem Gebiete bestehenden die Apotheken höchft reelle und zuverlässige Bereicherungsquellen Referat wurde beifällig aufgenommen. In der regen Dis Gewerbegerichte aufgestellt. Die preußische Regierung hat ihre für ihre Käufer. In den 30 Jahren, über welche die Unter- fuffion beantwortete der Referent eine Reihe an ihn gestellter Zusammenstellung im Staatsanzeiger" publizirt; die Uebersicht suchung sich erstreckt, baben die meisten Apotheken ihren Werth ver- Fragen. Auf Antrag des Vorstandes wurden dann zwei Mitglieder über die übrigen Staaten erscheint zum ersten Mal in einer Bei: doppelt, in manchen Fällen ihn verdrei- und vervierfacht, ja ihn aus dem Verband ausgeschlossen, weil sie sich baben als De= gabe zur„ Sozialen Praxis". Nach der in dem genannten Blatte noch mehr gesteigert. So hob fich z. B. der Preis einer städtischen nunzianten gebrauchen lassen. Weiter wurde die Versammlung aufgestellten Statistik bestanden im August 1895 im Teutschen Apotheke in 18 Jahren von 125 000 m. auf 500 000 M., der von der Arbeitseinstellung des Maurer u. Dimmick'schen Bersonals Reich 272 Gewerbegerichte. Im Vergleich zu der letzten zu einer anderen nach nur sechsjährigem Befiße von 110 000 auf in Kenntniß gefeßt, die neben anderen Mißständen bekanntlich fammenstellung im Jahre 1893, welche 208 Gewerbegerichte er- 200 000 M., der einer dritten nach einjährigem Besitz von ihren Hauptgrund in der Verlängerung der Arbeitszeit hatte. gab, zeigt dies im Laufe von zwei Jahren eine Vermehrung um 280 000 auf 378 000 m. Von den 240 Verkäufen, die überhaupt Bum Schluß verwies man auf die Wahl der Ortsfrankenkassen 64. An diesem Zuwads find betheiligt: Preußen mit in den 30 Jahren stattgefunden haben, erfolgten 237 mit einem elegirten, die Montag, den 8. Dezember bei Schmiedel, Alte 40, Bayern und Württemberg mit je 5, Sachsen und Preisaufschlag, nur in 7 Fällen mußte mit wesentlichem Jakobstr. 82, vor sich geht. Seffen mit je 3, Baden, Braunfd weig, Sachsen Weimar , Werthverluste verkauft werden. Alle Verkäufe der 30 Jahre in Eachsen Roburg Gotha und Bremen mit je 1. Lackirer. Von einander gerechnet, belief sich der für die Apotheke gezahlte Maler, Lackirer zc. nahm am 3. Dezember in ihrer regelmäßigen Die Filiale IV der Freien Vereinigung der den 10 deutschen Bundesstaaten, die im Jahre 1893 noch Durchschnittspreis auf 135 198 M. fein Gewerbegericht errichtet hatten, haben inzwischen Sachsen - Der durchschnittliche Werth einer Apotheke für die Gegenüber Voltsernährung" beifällig entgegen. Die Diskussion über Wionatsversammlung einen Vortrag des Kollegen Fleischer Meiningen, Anhalt und Reuß j. 2. je 1 eingerichtet; deutsche wart berechnet, würde bei der unausgefetzten Preis- den Bunkt„ Unsere Bewegung" leitete Ra utenhaus ein, der Staaten ohne Gewerbegericht sind jetzt nur noch die beiden steigerung, die die Verkäufe zeigen, natürlich sehr be Wiecklenburg, die beiden Echwarzburg, Sachsen Altenburg, trächtlich höher sein. Aber den zunächst seine Freude über den guten Besuch der Versammlungen gegenwärtigen DurchWaldeck und Schaumburg- Lippe. in der letzten Zeit äußerte und dann mittheilte, den Beschlüssen schnittspreis auch nur zu 135 000 Mark angenommen, der früheren Versammlungen gemäß seien nun die ersten Schritte muß das Publikum, um allein diese Summe dem Apotheken- gethan, um den Stein ins Rollen zu bringen. Es sei bereits fäufer mit 4 pet. zu verzinsen, für die Apothekerwaaren einen ein Schreiben an die Innung abgegangen, das die Forderungen jährlichen Preiszuschlag von 5400 M. zahlen! Der monopolistisch der Lackirer enthalte. Auch die Nicht- Innungsmeister diskutirten geschützte Privatbetrieb der Apotheke ist eben gleichbedeutend mit die Frage schon eifrig. Mit diesen sollten gleichfalls Verhandwucherischer Ausbeutung des franken Publikums. Nur die Ver- lungen gepflogen werden. Man möge nun die Lohnfommission staatlichung der Apotheken, wie wir sie verlangen, kann dem ein über etwaige Mißstände in einzelnen Werkstellen unterrichten, Ende machen. damit diese Material in Händen habe; die Kollegen sollten fich dabei aber ja stets an die Wahrheit halten. Sonst führte der Sprecher noch an, daß die Lampenlacfirer sich bis jetzt gar nicht oder wenig Die Berichte find nur auf einer, nicht auf beiden Eeiten des Papiers, und an der Sache betheiligt hätten, die Kome mit tinte, nicht mit Bleifiift zu schreiben. Zwischen den Zeilen is mission würde aber auch diese Kollegen heranzuziehen genügend Raum zum forrigiren zu laffen. Der Werfaffer hat fetue suchen. Fleischer schloß sich dem an und meinte, vollständige Adresse anzugeben. daß die Maler Deutschlands hinter den Berliner Kollegen Für den fünften Wahlkreis fand am Donnerstag eine ständen und sie in jeder Weise unterstüßen würden; die in den übrigen Bundesstaaten: Rostock , Schwerin , hatt. Genoffe Pfannkuch bielt einen beijällig augenommenen beffert werden. Barndt will sich auf ersteres aber nicht fo gut bejud te Voltsversammlung in der Brauerei Friedrichshain Lage der Berliner Lackirer sei troftlos und müsse entschieden verAltenburg, Bernburg ; Vortrag über die Zersehung der bürgerlichen Parteien und die sehr verlassen, da die Maler im nächsten Jahre doch ebenfalls Entwickelung der Sozialdemokratie, worin er an der Hand der in einen Lohnfampf treten wollten. Mehrere Kollegen sprachen historischen Ereignisse seit dem Jahre 1848 nachwies, daß die alsdann über Mißstände in verschiedenen Wertstellen. Kardos freiheitlichen Regungen des Bürgerthums nach und nach schwanden, äußerte im Anschluß daran, daß ein Wagenlacirer zur Saison je mehr das Kloffent ewußtsein des Proletariats erwachte; daß in der Möbelbranche nicht unter 24-27. wöchentlich arbeiten es feine politischen Jdeale schließlich ganz vergaß und mit dem sollte. Ueberall, wo er auswärts bis jetzt hingekommen sei, anfangs der sechziger Jahre von ihm bekämpften Bismard'schen wäre es usus, daß es stets beffer bezahlt werde, wenn man in Regime Frieden schloß, dem es als nationalliberale Partei un einer anderen als der gelernten Branche arbeite. Die Kollegen, bedingte Gefolgschaft leistete. Weiter schilderte der Reiner, wie denen es noch nicht bekannt sein sollte, werden hierdurch darauf mit dem Niedergang der bürgerlichen Parteien die Arbeiter aufmerksam gemacht, daß Sonntags vormittags von 10-11 Uhr Busammenschluß der anfangs bestehenden zwei Richtungen, der au haben sind. Eben dort ist die Lohnkommission wegen der bewegung immer größere Ausdehnung annahm und endlich durch den im Verkehrslokal Alexanderstr. 11 bei Siegemund Streifmarken eifenader und des Algemeinen deutschen Arbeitervereins, zu einer Wertstellenberichte zu sprechen. von den Gegnern gefürchteten Madit heranwuchs. Dann seien die Auflösungen und Berurtheilungen erfolgt, die sich an den Namen Eine öffentliche Versammlung der Geschäftsdiener, Pader, des jüngst verstorbenen Tessendorf knüpfen, die aber dem weiteren Rutscher und Berufsgenossen nahi am 5. Dezember in der Gedeihen unserer Partei durchaus nicht geschabet hätten, ebenso Berhandlungen über die von der Reichèregierung geplante gefet. „ Ressource" zunächst Stellung zu dem schleppenden Gang der wenig wie die maßlosen Verfolgungen und Bedrückungen unter der Herrschaft des Sozialistengefeßes geeignet gewefenliche Berkürzung der Arbeitszeit im Handels. wären, unsere Bewegung 8. unterdrücken. Die Sozial gewerbe. Der Referent Raßler gab ein Bild der überaus unter mancherlei Drangfalirungen groß ge traurigen Lage der Handelshilfsarbeiter, wie es ähnlich schon werden, würde auch durch die gegenwärtigen Unterdrückungs: seinerzeit durch die Enquete der Reichskommission für Arbeiters versuche nicht vernichtet werden, sondern als Sieger aus den statistit aller Welt vor Augen geführt wurde; da es den Anschein Kampfe hervorgehen. labe, als feien nach dem Abgang des Herrn v. Rottenburg die Arbeiten der Kommission und der Regierung in Sachen des Arbeiterschußes eingestellt worden, so möge die Versammlung die maßgebenden Jaktoren daran erinnern, daß die Arbeiter eine baldige zufriedenstellende Regelung dieser Materie erwarten. Zu dem Zweck empfahl er der Versammlung die einstimmige Annahme folgender
in Elsaß Lothringen : Kolmar .
Auch die 45 Orte mit 20-25 000 Einwohnern sind immerhin in ihrer Mehrheit bereits mit Gewerbegerichten versehen( 25 und 3 angeschlefsen), während die Minderheit( 17) derselben noch ermangelt, nämlich in Preußen: Tilsit, Ratibor , Glogan, Greifswald , Stargard , Lichtenberg, Aschersleben , Eisleben , Quedlinburg , Hamm, Neuß , Düren , Wesel , Meiderich ;
in Bayern : Hof, Bayreuth ; in Sachfen: Reichenbach; Die nächste Kategorie, 15-20 000 Einwohner, umfaßt 65 Gemeinden, darunter 27 mit Gewerbegerichten und 6 angeschlossene. Dhne Gewerbegerichte find( 32):
in Preußen: Gnesen , Oppeln , Neustadt D.- Echl., Köslin , Kolberg , Luckenwalde , Neu- Weißensee, Prenzlau , Naum burg, Staßfurt , Stendal , Merseburg , Schleswig , Herford , Paderborn , Soest , Neunkirchen , Eschweiler , Eupen.
in Bayern : Amberg , Landeshut , Ingolstadt , Kempten ; in Sachsen : Krimmitschau, Meißen , Werdau ; in Württemberg : Ludwigsburg ; in Baden : Konstanz ;
Unter den 142 Ortschaften mit 10-15 000 Einwohnern haben nur 35 ein Gewerbegericht und 17 find angefchloffen. Dagegen finden sich bereits Gewerbegerichte in 81 noch fleineren Städten ( 38 preußische, 5 bayerische, 4 sächsische, 4 württembergische und 10 in den übrigen Staaten).
demokratie,
Eine Diskussion fand nicht statt. Der Vorsitzende ersuchte die Genoffen, sich nicht provoziren zu lassen. Es sei ihm mit getheilt worden, daß sich Kriminalbeamte im Saale befänden, die jedenfalls nicht aus Interesse an dem Vortrage hergekommen wären. Mit einem begeisternden dreifachen Hoch auf die Sozial demokratie fand die Versammlung ihren Abschluß.
Resolution:
-
" In Erwägung, daß, wie die schriftlichen und mündlichen Erhebungen der Reichstommission für Arbeiterstatistik, betreffend die Arbeitsverhältnisse im Handelsgewerbe, bewiesen haben, die Arbeitszeit der Angestellten eine unbeschränkte ist, und daß, wie die Erfahrung lehrt, auf dem Wege der freien Vereinbarung der Staufleute unter sich eine Befferung dieses Zustandes nicht erreicht werden fann;
in fernerer Erwägung, daß durch die beregte, unmenschlich lange Arbeitszeit hunderttausende von im Handelsgewerbe be schäftigten Personen an ihrer Gesundheit und ihrem geistigen Wohlfein schweren Schaden erleiden, daß ferner diese lange Tauer der Arbeitszeit störend auf das Familienleben der Au gestellten wirkt und so mit der Zeit die vollständige physische und geistige Degeneration dieser herbeiführen muß:
Die Zuständigkeit erstreckt sich in 84 Fällen über den Gemeindebezirk hinaus; davon umfassen 42 einen oder mehrere preußische Kreise, 1 einen hessischen Kreis, 3 eine sächsische AmisFür Moabit und Wedding wurde am 5. Tezember im hauptmannschaft, während 1( Lübeck ) sogar ein ganzes Staats- Lokal Wiüllerstr. 7 eine Bolts versammlung abgehalten, gebiet in fich begreift. Außerdem erstrecken sich über größere deren Tagesordnung auch eine große Anzahl von Frauen und Gebiete sämmtliche auf grund des Reichsgesetzes(§ 77) er Mädchen herangelockt hatte. Reichstags- Abgeordneter Wurm richteten Berg Gewerbegerichte( 5 in Preußen, 1 in Braunschweig ), sprach über das Thema„ Küche und Politik" und erntete für seine Dadurch wird die oben genannte Zahl der kleineren Orte mit Ausführung lebhaften Beifall. Seine Ansicht, daß diejenigen, gewerbegerichtlicher Jurisdiktion noch ganz bedeutend vermehrt. Die es unternehmen, der Arbeiterbewegung Steine in den Weg Was die Zahl der Gewerbegerichte im Verhältniß zur Ge- zu legen, selber über diese stolpern, und daß der, der uns fammtbevölkerung betrifft, so gehen Preußen, Württemberg und eine Grube gräbt, selber bineintöllere", fand Zustimmung. Der Hessen etwas über den Durchschnitt hinaus, während sich nament grundlegende Gedanke des Vortrages, die Frauen und Mädchen lich für Bayern dies Verhältniß ungünstig stellt. Der noch zum Nachdenken zu veranlassen, fie aus ihrer Reserve herauszu ungünſtigere Stand in ungünstigere Stand in den Reichslanden erklärt sich daraus, locken, fie in tas öffentliche Leben einzuführen und gewissermaßen die daß dort auf grund des Reichsgesetzes überhaupt noch keine Politit auch in die Küche, diese kleine Welt für Viele, zu tragen, Neugründungen erfolgt sind und nur die aus der französischen wurde von Fräulein Baader, Frau Noack und Frau erwartet die heute, den 5. Dezember 1895, in der Ressource Zeit stammenden staatlichen Gewerbegerichte fortbestehen. Die Wesch noch weiter ausgefponnen. Fräulein Baader betagende öffentliche Versammlung aller im Handelsgewerbe be stärkste gewerbegerichtliche Entwickelung weist das Herzogthum merkte, daß die Politit nicht erst in die Küche bineingetragen zu schäftigten Hilisarbeiter, daß die Regierung dem Braunschweig auf. Während dies in dem auch sonst sozial- werden brauche, sondern schon darin sei, wenigftens für jede denkende Reichstage in beginnender Session einen politisch vorgeschrittenem Stande der braunschweigischen Ver- Frau, für jedes aufgeklärte Märchen. Eie empfahl die Agitation Gefeßentwurf vorlegt, welcher geeignet ist, eine waltung seinen naheliegenden Grund hat, ergiebt eine mehr ins von und zu Mund als Ersatz für das den Frauen genommene Beschränkung der Arbeitszeit im Handelsgewerbe Einzelne gehende Bergleichung Unterschiede, welche kaum anders Koalitionsrecht. Frau Mefch forderte die Frauen auf, fich anzubahnen refp. die immer intensivere Ausals durch zufällige, lofale oder persönliche, Einwirkungen zu er- soweit möglich den Gewerkschaften anzuschließen und die nüßung der der Arbeitsträfte aller Handels. flären sind. Eo die ganz auffallend große Zahl von Gewerbe- öffentlichen Versammlungen zu besuchen. Mit einem dreifachen angestellten zu verhindern. gerich, ten und namentlich von Kreis- Gewerbegerichten in einer Hoch auf das Blühen und Gedeihen der sozialdemokratischen Tie Versammlung erwartet umfomehr ein schleuniges Ein Gegend, die man gewiß nicht zu den industriell entwickelten Frauenbewegung wurde die Versammlung geschlossen. greifen der gefeßgebenden Körperschaften, als der Konkurrenz rechnen fann: in der Provinz Posen . Speziell im Regierungsbezirk Posen haben von den 27 Landbezirken nicht weniger als 7 inftrumenten Arbeiter tagte am 1. Dezember bei Selfer, führt wird, da jeder einzelne Unternehmer hierdurch gezwungen Eine gut besuchte Telegirtenversammlung der Mufir- fampf, der speziell im Handelsgewerbe ein immer schärferer wird. naturnothwendig zum großen Theil auf Kosten der Arbeiter ge= cin den ganzen Kreis umfassendes Gewerbegericht. Dranienftr. 51. Buerft gab Kollege Arndt einen lurzen ist, die Arbeitskraft feines Personals bei möglichst niedrigem Ents Ueberblick über die Wertstätten, welche mit und die
Soziale Meberlichk.
"
jenigen, die ohne Streit bewilligt haben. Tann gte Kollege gelt aufs äußerste auszunüßen." Drabnik die Errungenschaften in der Langer chen Fabrit
Die Resolution wurde mit Beifall begrüßt und nun zunächst
Folgen der Lebensmittel- Vertheuerung. Wegen der car und ermahnte, die Kollegen aus diesem Geschäf. fich fest der zum 2. Punkt der Tagesordnung geschritten, welcher lautet:„ Der hohen Lebensmittelzölle in Teutschland schenen die Bewohner der Organisation anzuschließen, um etwaigen fünftigen Differenzen Sturm der Arbeitgeber- Beisiger des Berliner Gewerbegerichts auf sächsisch- österreichischen Grenze nicht die Mühen des weiten mit Ruhe entgegensehen zu fönnen. Von mehreren Rednern die Sonntagsruhe." W. Arndt referirte darüber. Er führte Weges, um die Vergünstigung zolfreier Einfuhr von 6 Pfd. wurden die hauptsächlichsten Punkte der Verhandlungen mit dem aus: Zum Glück sei diesmal das der Initiative des bekannten ehl bezw. 2 Pfd. Butter für sich zu benußen. 63 wird be- Fabrikanten Herrn Langer diskutirt, wobei besonderes Interesse tube gescheitert; infolge eines Formfeblers wäre die Absendung Herrn Weigert entsprungene Vorgehen gegen die Sonntags= richtet, daß am letzten Bußlag beispielsweise der Boll die Mittheilung erregte, daß sich die Polizei die 2ohn des Gutachten?" an die Regierung unterblieben. Unter allen beamte an der Waldschänke" bei Martreukirchen über 400 bücher der streitenden Arbeiter Langer's habe Personen abzufertigen hatte. Das sind die Folgen einer lebens- vorlegen lassen. Weiter wurde über die Mechanikfabrit Umständen sei es aber nöthig, zu der Sache Stellung zu nehmen, mittelvertheuernden Zollpolitik. Die billigeren Preise in Vöhmen von Lexow diskutirt, wobei den Delegirten an's Herz gelegt Bemühungen einzelner profitwüthiger Unternehmer gelinge, die und in Zukunft mehr auf der Wacht zu sein, damit es nicht den verführen aber auch immer wieder zahlreiche Personen dazu, im wurde, recht rege Propaganda für die Organisation zu machen; so schwer errungene Sonntagsruhe den Arbeitern wieder weg zu Qunkel der Nacht Weizenmehl und andere Fabrikate in großen die Werkstatt- Kontrolkommiſſion wird sich in nächster Zeit mit estamotiren.( Beifall.) Es ging hierzu folgende Resolution ein: Quantitäten über die Grenze zu paschen, woraus dann häufig dieser Fabrik beschäftigen. Echarf getadelt wurde das Verhalten Die Versammlung protestirt mit aller Enta Bollhinterziehungs- Prozesse entstehen. Es sind in den 13 Jahren, der Kollegen von Nieber, die die Nacht vor dem Bußtage von 1881-1894, in Eachsen nicht weniger als 8309 Personen durchgearbeitet haben und jetzt noch bis nachts 11 Uhr arbeiten.hiedenheit gegen die Bestrebungen der ArAehnliche Zustände sollen bei Neumeyer herrschen. beitgeber Beisiger des Berliner Die wegen Schmuggelei bestraft worden. Delegirten der Fabriten von Scharf. Wöhler, Euterpe gewerbe Beschäftigten gefchloffen und energisch gegen die Abgabe agitation: kommission wird sich mit den betreffenden Fabriken in gerichts, die Sonntagsruhe im Handels- Gea nächster Zeit zu beschäftigen haben. Nicht anwesend waren die werbe zu verkürzen, und fordert die Arbeitnehmer- Beifiber des Gewerbegerichtes auf, im Interesse der im Haudels. eines Gutachtens, welches die Sonntagsruhe schmälern soll, ein
das frante tublilum durch die Arzneitaɣen der Apotheken Badische Apothekerverhältnisse. Die Ausbeutung, denen Vadische Apothekerverhältniffe. Die Ausbeutung, denen
und Schleifer.
Gewerbea
unterworfen ist, wird durch die enormen Preise, welche die monopolistisch geschütten Apothekerläden beim Verkauf erzielen, in trasser eise illufirirt. Auf Anregung des Reichsamts des Der Verband der in Buchbindereien, der Papier - und zutreten. Die Versammlung fordert weiter von den gefeßgeben Innern ist in allen deutsch en Bundesstaaten über den Lederwaarengalanterie- Juduftrie beschäftigten Arbeiter und den Körperschaften eine einheitliche Regelung der Sonntagsruhe Etand der Apotheken am 1. Juli dieses Jahres und ihren Arbeiterinnen hielt am 2. Dezember eine Mitgliedschafts- in ganz Deutschland und ersucht zu verfügen, daß die Ver= Besitzwechsel seit 30 Jahren eine Untersuchung veranstaltet Versammlung ab, wo Rechtsanwalt Dr. Herzfeld über taufsstunden an allen Sonntagen vorläufig worten, die auf diese Berhältniffe ein helles Licht werfen wird." Arbeiterschuß- Gesetzgebung" sprach. Er erörterte die einzelnen um 12 Uhr mittags beendet sein müssen. Bis jetzt sind nur die Ergebnisse der Enquete für Baden veröffent: Paragraphen der Gewerbe- Ordnung, betonte, daß die organisirte' fordert ferner eine allmälige Einführung der voll.
Sie