Die offizielle Feier
Rahm nun ihren Anfang. Nachdem Reichstagsabgeordneter Genoffe Bitte furze Worte der Einleitung gesprochen hatte, nahm nach tiner vortrefflichen Wiedergabe der alten proletarijchen Kampflieder burch unsere Arbeiterjänger
Reichstagsabgeordneter Franz Künstler,
abgelehnt. Dafür wurde er zur Strafe aufgelöst, und, Bismard benutzte die Panitftimmung des Nobilingschen Attentats, feine Absicht, die Annahme des Ausnahmegesezes, durch. Nun kam brachte einen reaktionären Reichstag zusammen und setzte eine blind wütige Verfolgung. Es wurden erbarmungslos amitten ruiniert, es herrschte eine furze Zeit eine wahre Friedhofsruhe. Stumm und verbittert ertrugen die Arbeiter ihr Martyrium, aber unter der Oberfläche brodelte es. Dort lernten sich die Genossen näher kennen. Durch den Verfolgungs= wahnsinn fest zusammengefettet, lernten sie Borsicht, Disziplin und Solidarität üben. Es mußte die größte Borsicht angeund Solidarität üben. Es mußte die größte Borsicht angemendet werden, denn die Häscher und Späher der Polizei richteten ihre Eleisohren in alle Winkel. Bekannt ist, daß unsere Genossen über 1000 Jahre Zuchthaus und Gefängnis
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ber Borsitzende des Bezirksverbandes Berlin- Brandenburg , das Bort zur Begrüßungsansprache an die Kämpfer aus der Zeit des Sozialistengefeges.„ Im Angesicht der alten 3mingburg der Hohenzollern ," so führte er aus, find zu vielen Behntausenden die Maffen einer Bartei aufmarschiert, die heute vor genau 50 Jahren verboten und vernichtet werden sollte. Wil helm II. , unter deffen Regierung das Enzialistengesez no 3meinerbüßen mußten und daß die Polizei auf Grund des Gesetzes Jahre in Kraft war, flüchtete vor 10 Jahren vor dem gerechien Tausende von Männern von ihren Familien ris. Ich erinnere nur Born des betrogenen Boltes, und sein Boloft ist von den Hof, granzen geräumt. Die Monarchie ist für alle Zeiten in Deuis 1884 in rantfurt a. M. Innerhalb 48 Stunden mußten an die Ausmeifung der 29 Familienpäter am Weihnachtsabend mals find heute die Baumeister des neuen Staates, der immer erfüllt Frau und Kinder. Mit Hilfe dieses brutalen Gejeges wollte mehr zum fozialen Boltsstaat geftaltet werden muß. Boller Dont barfeit gedenten mir der tapferen Borfämpfer, die trog Gazialisten. der Paladien der Kapitalistenklasse die Sozialdemokratie abwürgen. gele und Polizeimiltür, troh Gefängnis und Ausweisung, sich Dieser Wahnmik miglang vollständig. mulig zur Sozialdemokratischen Partei bekannten. Nicht mehr groß ist die Zahl der Helden aus der Hernenzeit unserer Partei, die heute noch unter uns meilen. Uu den namenlosen elden statten wir in diefer Stunde unseren Dant ab, meil sie 15 maren, die unter den schwersten Bedingungen die Boraus. legungen schufen für unsere Arbeit. Das wollen wir, die AnBehörigen einer jüngeren Generation, stets dant bar aner lennen, denn ohne die mühenolle und gefährliche leinarbeit unserer Parteineteranen märe der glänzende Aufstieg der Enzialdemokratie und der freien Gemertschaftsbeme sung nicht möglich gewesen. Es ist uns gerade heute eine große Freude,
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an 400 Veteranen aus der Zeit des Schmach- und Schandgesekes im Namen des Bezirksverbandes der SPD . Berlin in unserer itte begrüßen zu können. In Liebe und Achtung wenden wir ns den Männern zu, die uns für alle Zeit ein leuchtendes Beiiplet von Treue und Pflichterfüllung gegeben haben. Boller Ehrucht verneigen wir uns vor den durch Arbeit, Sorge und Kummer grauten Borfämpfern. Den Veteranen, die trotz des Alters es ch nicht haben nehmen laffen, heute hier mit der Jugend für den Gozialismus zu demonstrieren, entbicie ich Gruß und Dank. Den iten 82jährigen Wilhelm Bod, den Präsidenten des Gothaer Einigungsfongreffes von 1873, heiße ich im Namen der Demontranten redt herzlich willkommen. Wir aber, die Jugend der Sozialtemofratischen Partei, gelaben, unseren Alten nachzueifern. Bir werden das Erbe unferer Bäfer zu wahren wissen und den eg beschreiten, den uns unsere Großen gewiesen haben. Auch die junge Generation heißt die Parole: Durdy Kampf zum
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Die Festrede hielt, non stürmischen Zurufen der Freude und Begeisterung empfangen, einer der Weltesten unter uns, Reichstags. bgeordneter
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Man sah dem 3meiundachtzigjährigen die Zahl seiner Jahre an, und jedes Wort, jeder Sag zeugte von dem Feuer, das h, wie einst in der Zeit seiner Jugend, in den schweren Jahren Not und Verfolgung, nody heute beseelt.„ Der 21. Oktober 878, fagte er, ist in der Geschichte der Arbeiterbewegung ein ag von hoher Bedeutung! An diesem Tage trat das Sozialistenle in Kraft. Schon die kurze Periode por Infrafftreten des ozialistengesetzes von 1863-1878 liefert einen drastischen Beweis on der Berfolgungsmut der Feinde der Sozialdemokratie Don dem unbesiegbaren Mut und Trog unserer ften Anhänger. Beispiellose Opferwilligkeit für die Idee des Sozialismus setzte selbst die Todfeinde der Sozialdemo atie in Staunen. Keine Arbeit, fein Opfer, feine Gefahr war groß, um nicht mit Begeisterung bestanden zu werden. Der
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Staat mit seinem ganzen Apparat, die ganze Gesellschaft stand
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gen uns. Als assalle die Fahne der Arbeits- und enfchenbefreiung aus tapitalistischer Stuechtung entroute, er, ausgerüstet mit der Wissenschaft seines Jahrhunderts, den ampf für Recht und Wahrheit und die Klaffenintereffen der rbeiter löwenmutig aufnahm, tobte die Bourgeoisie mit ihrem falles prallten alle Bersuche der Belehrung und Drohung Diese Furchtlosigkeit übertrug sich auf die geringe 3ahl seiner hänger, so daß die Bewegung durch die sichere Haltung der Ge len ständig much 5. Keine noch so pabelhaften Beschimpfungen, Berbrecher, Umftürgler, Faulpelze, änderten auch nur das gesite an der Sinnesrichtung der ersten Genossen.
Man schimpfte uns nicht nur Berbrecher, man behandelfe uns ſtätsbeleidi
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auch wie Berbrecher,
Die von höchsten Idealen erfüllten Sozialisten trotzten nicht allein allen Widerwärtigkeiten, sie ertrugen auch mit ftoischer Ruhe die härtesten Berfolgungen, und gerade diese Gewaltmittel lenkten die Aufmerksamkeit der Massen auf die Sozialdemofratie. Dem Gemaltmenschen Bismard war das Sozialistengeje noch nicht scharf genug, er hatte dem Reichstag Ende 1889 ein Gejez vorgelegt, nach dem bekannte Genossen nicht nur aus dem Ort, wo sie geboren waren oder wohnten, ausgewiesen werden konnten, sondern der deutschen Staatsangehörigkeit für immer nerlustig erklärt und aus Deutschland hinausgejagt werden sollten. Das war selbst den Anbetern Bismards zu starfer Tabad. Er war damit am Ende seines Lateins, und als im Jahre 1890 bei der Reichstagswahl die Sozialdemokratie einen glänzenden Sieg erfocht, indem fie 1427 291 GStimmen auf sich vereinigte und 48 Mandate errang, da versant Bismard in den Ortus. Sozialistengesetz fiel mit ihm. Der letzte Kaiser aber sitzt in Holland. In Berlin in der Wilhelmstraße, wo einst Bismard saß und mit Wilhelm Pläne schmiedete, um die Sozialdemokratie zu vernichten, sitzt jetzt unser Genosse Hermann Müller. Aber so lange noch die Folgen der kapitalistischen Produktion, Armut und Reichtum, Ueberfluß und Mangel am Nötigsten sich auswirken, ist die Quelle der Unzufriedenheit vorhanden, die mit Recht
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Die monarchische Frage
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wurde in der Deutschnationalen Bolfspartei durch die Krönung Hugenbergs gelöst.
die Massen in lebendiger Bewegung hält. Hat eine Gesellschaftsordnung, die nicht in der Lage ist, die vorhandenen Broduktions mürdige Existenz zu bieten, noch ein Recht auf Eristenz? fräfte zu meistern und allen ihren Gliedern eine menschen. Jch fage: Nein! Statt daß bei den gewaltigen technischen Fort schritten das Los der Arbeitenden erleichtert wird, ist das Gegenteil eingetreten. Durch die Rationalisierung werden die Ar= beiter schlimmer als früher ausgebeutet. Wir haben
noch einen schweren Kampf vor uns,
vielleicht den schwersten, um das Los des Proletariats zu ändern. Dem Proletariat bleibt feine Wahl; entweder es entschließt fich zum Kampf, oder es verfintt in erbärmlichste Etlaverei
Ihm hilft kein Flehen und fein Bitten, fein Jammern und kein Klagen. Ihm erscheint fein Erlöser. Erlösung bringt uns nur der dem Sieg entgegen!" Sozialismus. Darum vorwärts zum Kampf! Vorwärts,
Begeisterte Beifallsfundgebungen dankten dem alten Kämpfer Bernstein an die Schloßrampe trat, ward auch ihm freudig zufür feine herzlichen Worte. Als dann der alte Genosse Eduard gejubelt. Er mintte mit dem Taschentuch zum Donte. Der Sprechchor der Proletarischen Feierstunden beschloß unter der meisterhaften Führung des Schauspielers Genossen 2lbert Florath mit Heinrich Witte als Einzelsprecher das Programm durch den Vortrag von Versen Goethes, Bruno Schönlants und eines unbekannten russischen Volksfängers. Begeistert stimmte die Menge in das Hoch auf die Sozialdemokratie ein und fang entblößten Hauptes die Internationale.
Wie sich der Anmarsch vollzog.
Jmposant und aufsehenerregend war der Anmarsch der einzelnen Züge durch die sonnfäglich stillen Straßen der Stadt. Es mar wohl feiner der Passanten, an dem diese Demonstration der Marschierenden eindrudslos vorüberging.
Am Brunnenplay formierten sich die Abteilungen des Bezirks Wedding zu einem imposanten Demonstrationszug. Als die Spitze des Zuges, in dem zahlreiche rote Fahnen und Trans parente mitgeführt wurden, bereits den Nettelbedplatz erreicht hatte, setten sich erst die letzten Gruppen am Abmarschplay in Bewegung. Lange hatte die Bevölkerung des Nordens einen solchen Massenzug nicht mehr gesehen. Nach fast zweistündigem Marsch murde der Lustgarien erreicht. Unterwegs fam es verschiedentlich zu fommunistischen Störungsversuchen, die aber an ter Disziplin der Zugteilnehmer scheiterten.
Der 6. Kreis, Kreuzberg, versammelte sich auf der Fontane promenade. Echon eine halbe Stunde vor dem Abmarsch trafen die ersten Abteilungen mit ihren Fahnen und Transparenten ein und beld war die Mittelpromenade bis auf den letzten Plaz gefüllt. Die unübersehbare Menschenmenge bot ein bunt benegtes Bild. Kurz nach 12 1hr setzte sich die Riesenschlange in Bewegung. Boran zwei Tambourforps des Reichsbanners und der Arbeiterjugend, anschließend die Kinderfreunde in ihren blauen Trachten, dann die Arbeiterjugend und Jungsozialisten und die einzelnen Abteilungen folgend. Die Demonstranten nurden überall begeistert begrüßt, mur in der Alexandrinenstraße versuchten einige Falbmüchige erfolglos zu provozieren.
Der Kreis Prenzlauer Berg sah gestern seine eigenen Erwartungen wohl noch weit übertroffen. Die Promenade in der, Danziger Straße, von der Prenzlauer 211ee bis hin unter zur Gasanstalt, mar dicht befezt. Pünktlich 12 1hr jetzte sich der gewaltige Bug in Bewegung. Als er das Haus der Kommu nisten am Bülomplatz passierte, wurden zur Unterhaltung Grammophonplatten( Moskauer Fabrikat) heruntergeleiert. Man nahm freundlich davon Kenntnis und überließ die Kommunisten ihrem so fichtbar zur Schau getragenen Groll.
Außerordentlich stark war der Zug der Neuköllner, der sich auf dem Reuterplay sammelte. Der Platz konnte nicht alle fassen, so daß der Zug bei der Aufstellung weit bis in die Seitenstraßen hinein reichte. An der Spitze und am Schluß marschierten Arbeiterjugend und Kinderfreunde. Unter ihren vielen Fahnen trugen die Neuköllner Parteigenossen mit besonderem Stolz die alte Fahne jenes Rauchtlubs Flott", der mährend des Sozialistengefeges als Ersatz für den verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterverein fungiert hatte.
Ein Frauenmörder vor dem Schwurgericht.
Wegen Totschlags an seiner 14jährigen Stieftochter.
Bor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Borsig| von Landgerichtsdirektor Fielit begann am Montag vormittag die Berhandlung gegen den doppelten Frauen. mörder, den Fahrstuhlführer Karl Kurasch. Befanntlich hat kuraich erst vor einer Woche seine Frau erwürgt, und das Verfahren wegen Gattenmordes ist noch im Gange. Inzwischen aber gelangt jetzt die erste Bluttat des Angeklagten, die am 28. Januar von ihm an feiner vierzehnjährigen Sfieftochter Erifa Teipe verübt worden ist, zur Aburteilung.
Die Motive für die beiden Bluftaten find noch gänzlich in Dunkel gehüllt. Nach der Darstellung des Angeklagten soll die erste Latin Notwehr verübt worden sein. Angeblich soll ein Streit in der Wohnung stattgefunden haben, weil er der Stieftochter die verlangten 50 Pf. zum Kinobefuch verweigert hatte. Das in
wurde der mit 3 Monaten wegen Majestätsbeleidigung bestrafte der mit 3 Monaten mege hoffe Scheil, mit einem gemeinen Berbrecher in Ketten lammengeschlossen, aus dem Gefängnis Dortmund nach hum transportiert. Ich selbst murde 1871 aus dem Gefängnis otha, wo ich eine mehrmonatige Strafe megen einer Rede büßte, mit einem Irupp Spigbuben durch einen Genmen mit geladener Flinte ins Landesgefängnis durch eine AnDon Orten transportiert. Die ersten Anhänger der SozialBigften, wie Arbeitgeber vielfach befundeten, beruflich waren auch teine Faulpelze, sondern die tigsten Arbeiter. Bismard, der Breisfechter des Kapitalis wollte mit seinen Handlangern, dem Minister des Innern utttamer und dem Oberstaatsanwalt effendorf, dermaßlose But geratene Mädchen sei mit einem Schuster. aldemokratie den Todesstoß versetzen Teffendorf verbot Organisationen, Kongreffe, Konferenzen, fontiszierte riften, was nur möglich war, stopfte die Gefängnisse poll mit alistischen Sündern, aber alles, alles half nichts. Der junge Proletariat muchs mächtig empor. Da erklärte Bismard, daß eit der bestehenden Gesetzen der Sozialdemokratie nicht hert 1g en tönnte, dazu bedürfe er eines Ausnahmegefees. Beinem Monat. waren freilich schon vor dem Schandgefes, im 1878. 300 Jahre Gefängnis über unsere Anhänger verhängt Dem Billen Bismards tamen die von den beiden Herd nden hädel und Robiling verübten Mitentate auf ertela I. zu Hilfe. Es ist gerichtlich ermiesen. daß die Sozial. ontratie mit beiden Attentätern auch nicht das geringste ges in hatte. vermirst doch die Sozialdemokratie Attentate en djäglich, trogbem befchuldigte Bismarck und ihm noch Banze bürgerliche Riüngel wider befferes wiffen die rita aldemokratie der Mitschuld an den Attentaten. Wie wahnicht gebärdete fich das Bürgertum. Die Fabrikanten vereinigten 3mangen ihre Arbeiter, ein Schriftftüd zu unterzeichnen, dem sie sich verpflichteten, feinem sozialistischen ein anzugehören. Der erste Gesezentwurf des Sozialisten es wurde vom Reichstag in einer Unwandlung von Scham
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hammer auf ihn losgegangen, und er habe dann die Rafende durch Schläge auf den Schädel, die später deren Tod zur Folge hatten, abgewehrt. Kurasch war bis zum 31. März in Unterfudyungshaft gewesen und murte, obwohl gegen ihn Anklage wegen vorfäßlicher Tötung, also megen Totschlags, erhoben morden ist, auf freien Fuß gesegt. Nach der ersten Bluttat entstand der Berdacht, daß Kuraich mit seiner Stieftochter, einem hübschen, fräftig entwidelten Mädchen, ein Liebes. perhältnis unterhalten hat, und das Jugendamt Mitte hat auch nach dieser Richtung hin Ermittlungen angestellt. Die gerichtsärzt liche Untersuchung der Zeiche hat jedoch nicht bestätigt, daß sich der Angeffagie an feiner Stieftochter vergangen hat. Auffälig war aber das Benehmen der Ehefrau des Angellagien nach dieser Tat. Sie scheint auch der Meinung geweien zu sein, daß ihr Mann der Tochter nachgestellt habe.
Ihren dringenden Anträgen jedoch war die Haftentiaffung des An geflagten zuzuschreiben, die für sie selbst so tragische Folgen haben follte. Daß die getötete Ehefrau auf ihre Tochter eifersüchtig war, scheint auch aus einer Bemerkung von ihr hervorzugehen, die dahin lautet, es sei gewissermaßen eine Fügung des Himmels, daß ihre Toster ums Leben gekommen sei".
Die Antlage wegen Totschlages wird durch Oberstaatsanwalt
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Tehlaff vertreten. Der Angeklagte Kurasch, der von Rechtsanwalt Dr. Binder verteidigt wird, ist ein 33jähriger, träftiger und gutaussehender Mann, obwohl er ein Bein bis zum Knie verloren hat und eine Prothese trägt. Er hat das Bein 1926 verloren, als er auf einen in Fahrt begriffenen Zug aufspringen wollte, wobei er unter die Räder geriet. Der Angeklagte, aus Dftpreußen stammend, war Landarbeiter und ist als 18jähriger Mensch wegen Brandstiftung mit 3 Jahren Gefängnis bestraft worden. Als er wegen seines Beinunfalles in der Charité lag, lernte er seine zweite Frau, die jetzt getötete Ella Kurasch, die dort in der Küche Aufwäscherin war, tennen, sie war Mutter von drei Kindern aus erster Ehe. Das älteste Kind war die jetzt von Kurajch getötete Erika Tespe. Der Angeklagle zeigte sich trotz der schweren Blutschuld, die auf ihm lastet, ganz gleichmütig und sprach ohne jede Gemütebewegung.
Hitlerbande schießt auf Arbeiter.
Ein Todesopfer, zahlreiche Verlegte. Rottbus, 22. Oktober .( Eigenbericht.) Das benachbarte Weltow wurde gestern der Schau plak einer wüsten Schlägerei, die von durchreisenden Nationalsozialisten veranstaltet wurde. Ein Arbeiter Frauenverein, der im Nebenzimmer einer Gastwirtschaft tagte, war das Ziel des An griffs der Sitlerbanden. Zunächst erschienen brei uniformierte Hakenkreuzjünglinge in dem Lokal. Als sie dort non einigen anwesenden Gästen gefrogzeit wur. den, verschwanden sie, fehrten aber bald wieder in Ge sellschaft von etwa breißig uniformierten Kameraden zurück, um nun in der Wirtschaft eine wüste schläge. rei zu veranstalten. Ein Arbeiter aus Welzow wurde von ihnen erschossen, mehrere andere schwer berlent. Polizei und Staatsanwaltschaft sind jekt da bei, nachträglich die Ursachen und die Urheber dieses Verbrechens festzustellen. Mehrere der Hitlerleute find einstweilen in Haft genommen.