Rr. 23 46. Jahrgang
1. Beilage des Vorwärts
Bestochene Regierungsräte.
Berrat von Amtsgeheimnissen im Berliner Reichsentschädigungsamt.
Kurz vor Weihnachten ergaben sich die ersten Anzeichen dafür, daß zwei hilfsarbeiter der Abteilung für Grundbuchforderungen im Reichsentschädigungsamt gegen Provision und gegen das Bersprechen einer privaten Anstellung bei der Versicherungs: firma der Gesellschaft die Adressen von Geschädigten ausgegeben hätten, mit denen die Bersicherungsgesellschaft dann Geschäfte zu schließen trachtete, die für sie selbst außerordentlich lukrativ gewesen wären. Wir erfahren über diese Angelegenheit, die auch das Reichsfinanzministerium start beschäftigt, folgende Einzelheiten:
Mit einer fehr üblen Bestechungsaffäre, in die 3 weil Die beiden Regierungsräte teilten mun unter Bruch des Regierungsräte des Reichsentschädigungs. Amtsgeheimnisses der Versicherung alle ihnen bekannten amis und der Berliner Direttor einer Berfiche Geschädigten mit, die Grundbuchforderungen besaßen, und die Bercangsgesellschaft, deren Geschäftsräume fich in der sicherung machte diesen Geschädigten den fast unglaublich flingenden Behrenstraße befinden, verwidelt find, beschäftigt sich augen- Borschlag, ihre Forderung für die Hälfte des wirklichen Wertes zu blicklich der Generalstaatsanwalt beim Landgericht I. erwerben, unter der Bedingung, daß den Geschädigten dann das die sich in großer wirtschaftlicher Notlage befanden, schlossen dieses Kapital sofort ausgezahlt werden sollte. Eine Anzahl von Leuten, Andere lehnten dagegen empört ab. Die beiden Regierungsräte für sie außerordentlich verlustreiche Geschäft mit der Bersicherung ab. begingen jedoch die Dummheit, der Versicherung wahllos die Namen aller Besitzer von Grundbuchforderungen mitzuteilen, auch von folchen, die amtlich überhaupt noch keine Kenntnis davon hatten, daß ihre Entschädigung in dieser Weise geregelt werden sollte. Einer dieser Geschädigten mandte sich an das Reichsentschädigungsamt und fragte erstaunt an, auf welche Weise denn die außenstehende Versicherungsgesellschaft in den Besitz einer solchen Nachricht gekommen sein fönnte, von der er selbst noch gar nichts mußte. Daraufhin murden durch den Präsidenten des Reichsentschädigungsamts Untersuchungen eingeleitet und man benachrichtigte die Kriminalpolizei, die eine Anzahl Beamte beobachtete. So gelang. es, die Berbindung zwischen den beiden Regierungsräten und der Versiche rungsgesellschaft festzustellen, und bei einer überraschend vorgenom menen aussuchung fand man schriftliche Unterlagen.
Das Reichsentschädigungsamt hatte einem Teil der Geschädigten auch Schuldbuchforderungen übereignet, die ursprünglich nach den Bestimmungen nicht verwertet werden durften. Später jedoch machte man den Geschädigten die Konzeffion, daß sie ihre Schulbuchforderungen durch llebereigmmg an Dritte zu fapitalisieren in der Lage wären. Eine Bersicherungsgesellschaft, die in der Behrenstraße ihr Heim hat, und an deren Spize ein Direktor B. steht, gemann zmei Regierungsräte des Reichsentschädigungsamts, die dort als Hilfsarbeiter tätig waren, die aber in nächster Zeit abgebaut werden follten, weil das Amt in absehbarer Zeit ganz auf gelöst wird, und machte ihnen den Vorschlag, daß sie ihr die Adressen der Leute aus den geheimgeführten Listen beschaffen sollten, die im Besitz von Grundbuchforderungen waren. Dafür wurde den beiden Regierungsräten eine Branifion für jede Adresse und außerdem eine Anstellung bei der Versicherungsgesellschaft nach ihrem Aus fcheiben aus dem Reichsentschädigungsamt zugesichert.
Opfer der Glätte.
Straßenbahnunglüd in Deffau.- Unfälle in Berlin .
Ein felffamer Glätteunfall ereignete fich in Deffan beim Rangieren der Straßenbahn in der Ustanischen Straße liefen zwei Straßenbahnanhängewagen an der Bahnftrede Dessau- Bitterfeld die fich neigende Straße hinunter. Sie waren auf dem völlig vereiften Geleife nicht zu halten. Sie durch brachen die geschlossene Bahnschranke. Die Lofomofive eines durchfahrenden Perfonenzuges erfaßte die Wagen und zertrümmerte fie. Bon den in den Straßenbahnwagen befindlichen Angehörigen der Straßenbahn wurde ein Arbeiter aus Dessau getötet. 3wei andere wurden leicht verlegt.
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Infolge der Glätte ereignete fich im Laufe des gestrigen Tages eine Reihe von ihmeren Unfällen. Auf den Städtischen Rettungsstellen wurden mehrere Bermglüdte behandelt, bie auf den neceiften Bürgersteigen zu Fall gekommen waren und dabei Arm- und Beinbrüche erlitten hatten. Auf das Konto der Glätte tonent much ein Autobusunfall, der sich nachmittags an der Haltestelle Innsbruder Platz in Schöneberg ereignete. Der Autobus tam auf dem glatten Fahrdamm derart ins Rutschen, daß der Bogen mit großer Heftigkeit gegen den Bürgersteig prallte. Die Fahrgäste wurden von ihren Sitzen geschleudert und drei von ihnen erheblich verlegt. Der Autobus war bei dem Anprall fo schwer beschädigt worden, daß er abgeschleppt merden mußte.- Bor dem Hause Fulda straße 22 in Neukölln tam der 44 Jahre alte Ingenieur Friz Bfüße aus der Düsingstraße 12 zu
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Soldat Suhren.
Roman von Georg von der Bring.
Copyright 1927 by J. M. Spaeth Verlag, Berlin . Und nun stehe ich auf, wie im Traum, hänge das GeUnd nun stehe ich auf, wie im Traum, hänge das Ge: wehr am Riemen über die Schulter und werde mir jetzt meinen Tornister holen, der im Unterstand zurückgeblieben iſt, den alten guten Torniſter mit den Baketen von Liſa. 3ch habe ganz vergeffen, was drin ist in diesen Paketen, aber etwas Schönes war es bestimmt. Ich muß es mir holen.
Im Gehen fällt mir ein, daß auch mein Reliquienbeutel sich im Tornister befindet, und ich gehe rascher auch diesen ledernen Brustbeutel muß ich wiederhaben, denn der Ring ist doch drin, den Lisa mir mitgegeben hat, ein Ring mit zwei Steinen, von denen der eine herausgefallen ist. Dieser Ring ift fo winzig, daß er nicht einmal auf meinen fleinen Finger hinaufging- fleiner als flein ist dieser Ring!
Alles muß ich wiederhaben, denke ich und eile. Oben rufen Stimmen Hurra", der Graben aber, den ich durchfchreite, ift leer.
es
Blöglich liegt nor mir auf dem Boden ein tieines Spielzeug aus Bled , ein Toubenhäuschen aus Blech, welches umgefallen ist. Es hat noch nie hier im Graben gelegen. Es ift hineingesprungen aus der Luft- und da fällt mir jener schwarze Ruffe ein, der den Arm schwang und warf ist eine russische Handgranate. Nun es mir einfällt, bin ich schon um eine weitere Schultermehr gebogen und stehe jet auf einem braunen Mantel. der wie fortgeworfen daliegt. Auch dieser braune Mantel gehört nicht uns, denn wir tragen nicht braune Mäntel; hier in unserm Abschnitt hat es bestimmt teinen gegeben...
Hier der Schützenauftritt! Hier die hundert Zigarettenenden! Hier ist auch der Eingang zu meinem Unterstand. Feldwebel Engelte schläft noch darin auf dem Rücken doch feine Beine bewegen sich mitten im Graben.
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Num höre ich ihn drinnen stöhnen. Man hat ihn vergeffen, ich muß ihn meden und zerre an feinen roten Leder gomaschen; er muß herans, denn sonst fann ich nicht zu
Gegen die heteiligten beiden Regierungsräte und den Direktor der Versicherungsgesellschaft ist ram die Untersuchung megen attiver und passiner Beamtenbestechung, Berrat von Amts: geheimnissen, untreue ufm. eingeleitt morden. Ueber die Namen der Beteiligten wird von den amtlichen Justizstellen noch Stillschweigen bewahrt, da die Statsanwaltschaft erst prüfen mill, ob der Tatbestand der Beamtenbestechung als ausreichend betrachtet
werden fann.
Friedenau mit seinem Auto ins Schleudern and fuhr gegen einen Banm. Bf. murde mit schweren Berlegungen zur nächsten Rettungsftelle gebracht; bas zertrümmerte Auto wurde später abgeschleppt.
Die Grippewelle. Unzulänglichkeit der Berliner Maßnahmen.
Das Bezirksamt Prenzlauer Berg hat sich, wie wir hören, unter Borfih von Bürgermeister Genossen Dr. Oftrowifi in feiner geftrigen Situng ausführlich mit der Frage der Bettennof beschäftigt und hat nach längerer Beratung einen Beschluß gefaßt, der dem Magistrat übermittelt worden ist und in dem die Unzulänglichkeit der von dem Hauptgefundheitsamt angesichts der Grippeepidemie bisher getroffenen Maßnahmen bedauert wird. Der Beschluß lautet:
„ Das Bezirtsont bedauert die Il nzulänglich feit der vom Hauptgesundheitsamt angesichts der Grippeepidemie getroffenen Maßnahmen. Das Bezirtsamt schlägt seinerseits vor, das Hufe land hospital der Herabminderung der Bettennot muzbar zu machen. Das Bezirksamt ist bereit, Haus I des Hospitals sofort| zuräumen und dort 250 Krante aufzunehmen sowie darüber hinaus 150 für Hospitalpflege geeigneten, jetzt noch in den allgemeinen Krankenhäusern befindlichen Patienten im Hospital Unterkunft zu gewähren. Das Bezirksamt beantragt, schleunigst dafür Sorge zu fragen, daß das notwendige Inveniar( insbesondere Betten und Bettgestelle) überwiesen wird oder vom Bezirksamt beschafft werden tann. Das Bezirksamt hält schließlich die fofortige, bisher vom
meinen Sachen gelangen. Ich ziehe verzweifelt, er wird nicht wach, hört aber auf zu stöhnen. Die Gamaschen fahren laffend, zergrüble ich mein Gehirn, weshalb er nicht aufsteht und mir den Weg freigibt. Ich stoße gegen seine Beine, ebenso wie der Leutnant es tat, noch gröberaber ebenso mie er ohne Erfolg. Sodann spähe ich ins Dunkle nach seinem Gesicht, und jetzt ist mir flar, weshalb er nicht auf steht: Hals und Gesicht sind ganz voll Blut. In diesem Augenblick höre ich ihn ganz deutlich sagen:„ Schnall sie doch
ab, es sind Riemen dran."
Er meint die Gamaschen, fällt in Bimmern: ,, Schnall sie Wasser!"
dir doch ab, aber gib Waſſer... abſchnallen, und schnell
Dienstag. 15. Januar 1929
Hauptgesundheitsamt verabfännte Einberufung der Konferenz der Dezernenten der Bezirksgesundheitsämter für dringend notwendig, um im Kreise der mit den lokalen Verhältnissen vertrauten, fach verständigen Gesundheitsbeamten zu prüfen, in welcher Weise auch in anderen Bezirksämtern besondere Notstandsmaßnahmen gegen, die Grippeepidemie nußbringend getroffen werden können."
Wie wir weiter hören, tritt heute die Vereinigung der Stadtärzte zu einer Sonderjigung zusammen, an der auch eine Reihe von Stadträten, die Richtärzte find, teilnehmen werden. Die Beratungen werden ausschließlich der Frage der Be hebung der Bettennot gelten.
Ueber den Stand der Grippeerkrankungen städtischen Krankenhäusern sind am 11. Januar 121, am 12. Januar teilt das Hauptgesundheitsamt mit: In den Berliner gekommen. Bei einem Fünftel der aufgenommenen Kranken bestand 144 und am 13. Januar 73 Patienten mit Grippe zur Aufnahme eine Lungenentzündung. Nach wie vor ist die Zahl der erkrankien Kinder nicht unbeträchtlich. Ein Anlaß zu Klassenschließungen lag bisher nicht vor.
26 000 Todesopfer der Grippe in Amerifa. Die Washingtoner Gesundheitsbehörde gab bekannt, daß in den lehten fieben Wochen 26000 Menschenleben der Grippe epidemie zum Opfer gefallen sind. Das New- Borfer Gesundheitsamt meldet über 3600 Grippeerfranfungen seit dem 1. Januar.
Republikanisch verboten?
Die verlorenen Aften im Berliner Provinzialschulfollegium
In Berliner republikanischen Kreisen wächst, die Erregung darüber, daß die Gründung einer republikanischen Schülervereinigung an der Körner D6errealschule dazu berichten, daß Oberschulrat Dr. Schepp vom Brovinzialschulin der Stegliger Str. verboten worden ist. Wir förmen follegium dieses Berbot im Einvernehmen mit dem Leiter der Anstalt, Oberstudienbirektor Dr. Greif, ausgesprochen hat, ohne dem Provinzialschuttollegium von der ganzen Angelegenheit überhaupt Mitteilung zu machen. Dieses hat erst jetzt durch die Bresse von dem Fall Kenntnis erhalten und wird sich in einer Sigung am Dienstag darüber schlüffig werden, ob es die selbstherrliche Berfügung des Herrn Dr. Schepp gutheißen fam. Es ist damit zu rechnen, daß das Verbot der republi tanischen Schülervereinigung entsprechend den Anordnungen des preußischen Unterrichtsministers Dr. Becker schnellstens aufgehoben wird.
Dabei hat sich ein anderer eigenartiger Borfall abgespielt. Drei Lehrer der Körner- Oberrealschule hatten eine Eingabe an das Brovinzialschulkollegium gegen das Berbot der republikanischen Schülervereinigung gemacht. Diese Eingabe ist im Provinzialschul follegium un auffindbar, wie überhaupt feine Atten über die ganze Angelegenheit vorhanden sind. Eine sehr dunkle Geschichte, die dringend der Aufhellung bedarf.
Drei Feuerwehrleute durch Rauchgaje betäubt.
Das Feuer in den Kellereien der Handelsstätte Belle: Alliance", Lindenstr. 101/102, über das wir berichteten, nahm die Berliner Wehr gestern nachmittag noch stundenlang in AnSpruch. Nur Schritt für Schritt war es den Feuerwehrleuten mög lich, in den verqualmien Keller gegen den Brandherd vorzurücken. Nachdem die Hauptgefahr gegen 15 Uhr beseitigt war, begann der schwierigste Teil der Löschaktion, die Aufräumungsarbei ten, die allein mehrere Stunden dauerten. Leider sind auch mehrere Feuerwehrleute durch die Einwirkung ber Rauchgase ertranft. Giner der Beamten mußte mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, die anderen Erkrankten erholten sich unter der Behandlung von Feuerwerbsamaritern bald wieder. Die Entstehungsursache der Brand durch Fahrlässigkeit entfacht worden ist. Da mit fonnte noch nicht einwandfrei ermittelt werden; man vermutet, daß einem Wiederaufflackern des Feuers gerechnet werden konnte, blieb eine starke Feuerwache bis in die späten Abendstunden an der Brandstätte zurüd.
Wie schön und ruhig!
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O, ich sehe in eine Landschaft, sie ist schön und ruhig und ganz angefüllt mit Waldwipfeln. Ein Wimmern ertönt hinter mir, es fommt von einer Birte. Sie ist angeschnitten, mit einem Messer, mitten im Frühling, ihr Saft tropft aus der Bunde, und sie wimmert darüber. Komm! mein Freund Albering sage ich wir wollen über den Wald schauen. Steh neben mir und rühre dich nicht. Das ist ein Sperber, der schreit, er miaut wie eine Kaje. Aber die Wipfel find Doll von einem ruhigen Brausen. Alle Birken des Waldes wimmern, aber zu uns her flingt es wie ein sanftes Brausen. Dein Kopf ist neben mir- öffne nun die Augen, zu schauen die tausend sanften Waldwipfel im frühen März! Kannst muß nun statt ihrer Gedanken denken? Trägst du nun lange du es nicht? Ist dein Mund mitten auf deiner Stirn und Barthaare unterm Kinn, und sind sie dir im langen Tode gewachsen? Sieh den Wald mit mir, Kamerab!
Ich sage: ,, Lieber will ich zuerst Wasser suchen." Borauf er perzweifelt aufheult: Waffer... gib Wasser... abschnallen, und schnell Wasser!!" Ich stehe starr, höre ihn jammern und denke: Ich habe ihn an den Beinen gezogen ich Raubtier! Kann es sein, daß ich seine neuen Gamaschen Stehlen wollte? Es ist mir plöglich vergällt, meinen TorWelche Qual! du siehst ihn nicht mit mir. Ich streichle nister zu bekommen. Ich will ihn nicht mehr, will Wasser dich mit meiner Hand. Es ist eine rote Hand, das schmerzt aber wir sind hier in einem Lande, wo die Hauf sich fuchen, schnell, weiß aber nicht mo, drehe mich um- und habe im Nu vergessen, weshalb ich mich drehteleicht rötet.
Warum ist deine Haut nicht auch gerötet? Laß nur, Auf der hinteren Grabendedung liegt ein Mensch, und deine Haut ist meiß. Sehr sauber bist du- ich will dir ich sehe nur feinen Kopf, der übers Geröll niederhängt, jehe damit schmeicheln, indem ich es sage. Auch deine Münze ist dies Geficht verdreht, mit den blonden Borsten erdwärts. sauber, sie hängt an deinem Halse offen vor mir, sie ist fein Geheimnis. Es ist Albering, neben seinem Gesicht gligert die Silber- fauber, sie hängt an deinem Halse offen vor mir, sie ist kein münze.
字
Ich will hingehen bin bei meinem Freunde, meinem blondborstigen Freunde mit dem weißen Haarschnörkel im Raden. Suhren, die dreizehn Falten! lacht es in mir. lacht es in mir. 50- mein Kopf ist dicht neben dem deinen, und dein Kopf, alter Zigarettenontel, ift talt talt wie Stochodwasser. Ich fann nicht mehr sagen, nicht mehr wissen, was Lotfein heißt Du bist doch tot? Ein Wimmern ertönt hinter mir. Es ist der Feldwebel, welcher wimmert. Der Feldwebel ist nicht tot, aber du, mein alfer Bruder, du bist tot- mause tot. Deine Augen sind geschlossen, genau wie es geschieht, menn einer tot ist. Keine Spur von Schlitz ist zu sehen zwischen deinen meißen Wimpern, fest find deine Lider geschloffen, ein fester Tod ift es,
Aber wer reißt an deiner Münze, Albering? Ich muß mich umwenden, es feststellen. Es ist ein Mann bei uns, ein wilder Mann im braunen Leinentittel, und er podt zu und zerrt an deiner Münze. Er fletscht die Zähne, mit dem Blid auf mich, zerbeißt die Schnur und hält sie in der Hand, die faubere Münze. Er wendet den Blid nicht von mir. Ich weiß plöglich: er will mich töten! Er ist ein Teufel, ein Ruffe ich bin völlig wach, erhebe die Hand gegen ihn, die rote, unter Schmerzen. Er seinerseits hebt seine gelbe Hand, in der ein solches Spielzeug funfelt, ein Taubenhaus aus Blech, eine Handgranate. Er senti fie, schäßt mit feitwärts geneigtem Kopf die Entfernung ab, wirft sie mir vor die Füße und springt hinter die Schultermehr, die Münze in der geballten Fauft.
( Fortsetzung folgt.)