sorgte für sie, als fei sie feine Frau. Er telephonlerte zwei Nerzts herbei und legte Ellen in fein Bett, während er auf dem Fußboden schlief. Später nahm er eine Pflegerin. Aber es war nichts mehr zu machen. Die beiden Aerzte sagten, es fei Krebs und unheilbar. Sie schickten ihre Rechnungen und empfahlen sich mit ernstem Kopf. schütteln. Nach acht Tagen war Ellen chumphrey tot. Jim vergoß viele Tränen, bestellte einen Sarg und, da es gerade wieder Zeit war, ein kleines Faß Whisky. Die Matrosen standen mit teilnahms- vollen Gesichtern um den Sarg herum. Als es ihnen dann zu lang- wcilig wurde, ließen sie das Grammophon gehen. Allmählich kam Stimmung in die Gesellschaft. Da Ellen fehlle, Holle man ein paar Mädchen von der Straße herein. Die Stube füllte sich mit Lärm und Tabaksqualm. In Verzweiflung und Trauer begann Jim zu trinken. Zum ersten Male seit drei Monaten stellte er fest, daß sein Whisky nicht zu genießen war. Er begann, E'.s- getränte zu mischen. Nach einer Viertelstunde waren sie nicht mehr grau wie in der letzten Zeit, sondern schön bunt wie srüher. Er beschloß, gleich am nächsten Morgen bessere Ware zu be- stellen. Von dem schlechten Zeug stand noch ein kleines Faß voll in dem Zimmer neben dem Sarg. Ellen hatte nie etwas von Whisky verstanden, dachte Jim traurig. Er verzieh es ihr weinend. Könnte er sie dadurch wieder lebendig machen, würde er sogar noch schlechteren Whisky bestellen. Jim ging in das Zimmer nebenan und schob den Sargdeckel zur Selle. Das Gesicht der Toten war weiß und unbeweglich. Sie hatte ein halblanges schwarzes Seidenkleid an und die beiden Armreifen, die Jim ihr geschenkt hatte. Eigentlich btauchte er ihr die Armreifen nicht mitzugeben, überlegte Jim. Aber ein Bück auf das schöne bleiche Gesicht der Toten rührte ihn so, daß er in Tränen ausbrach und den Deckel schnell wieder zurechtschob. Nachdem die Matrosen die Mädchen unter sich verteill hatten, vergnügten sie sich, einen Neger zu hänseln, der einsam in einer Ecke saß. Ein Matrose, dicht vor ihm stehend, spie ihm ins Gesicht, drehte sich auf dem Absatz um und ging auf seinen Platz zurück. Aber noch bevor er ihn erreicht hatte, saß ihm der Neger im Nacken. Getümmel entstand um die Kämpfenden. Die Mädchen flüchteten sich ängstlich kreischend in einen Winkel und verbarrikadierten sich hinter Tischen und Stühlen. Ein paar Matrosen zogen schon Messer und Revower. Ein paar Minuten später säuberte ein« Polizeistreif« von fünf Mann den Raum. Auf den Knien beschwor Jim sie, sein Lokal vor den Raufbolden zu schützen, die ihm das Geschäft verdarben. „Alkohol�, konstatterte ein Polizist, einen Betrunkenen am Kragen schleppend, und fügte streng hinzu:»Wir werden eine genaue Kontrolle vornehmen müssen.* Jims Knie wurden weich. Er dachte an das Whiskyfaß, das im Zimmer neben dem Sarg stand. Während die fünf Polizisten beschäfttgt waren, den langen Matrosen zu über- wälligen, drückte er sich hinaus. Er schob den Sargdeckel am Fuß. ende zur Sett«, um nicht das Gesicht der Toten zu sehen. Das Faß war so schwer, daß er schon den Mut sinken ließ und nicht mehr hoffte, es rechtzeitig zu verbergen. Er kniete nieder und stemmte es mit beiden Armen hoch. Schwer fiel es in den Sarg herab. Jim beherrschte sich und ging hinüber. Zwei Polizisten waren dabei, die wüstesten Raufbolde abzuführen. Die drei anderen machten sich daran, das Lokal zu durchsuchen Jim bedauerte, daß er gerade heute wegen des peinlichen Skan- dal» die Polizei habe belästigen müsien. Bor zwei Tagen sei seine Bardame gestorben, nebenan lieg« sie aufgebahrt: da sie ohne An- gehörig« gewesen sei, habe er die Pflicht übernommen, für ein chrrst- liches Begräbnis zu sorgen. Aber die wüsten Rowdys hätten, ohne sein Gefühl zu schonen, diesen Skandal aufgeführt. Jims rundes, glattrasiertes Gesicht zeigte aufrichtigen Kummer.
Ihm liege gewiß an reeller Kundschaft, erst in letzter Zeit hätten Matrosen und Farbige sich hier breitgemacht, jetzt, nach dem Ein- schreiten der Polizei, würden sie gewiß nicht wieder auftauchen. Lächelnd bot er Zigaretten und eisgekühlte Limonade an. Die Pol:- zisten nickten schmunzelnd: die Kontrolle sei zwar notwendig, aber nichts als eine Formalität. Jim führte sie herum. Im Zimmer neben dem Sarg stehend, vergoß er gerührt ein paar Tränen. Die Polizisten nahmen die Mützen ab, einer schüttelte sogar Jim ergriffen die Hand. Man habe ihn bei der Polizei in falschem Verdacht ge- habt, gewiß sei er ein anständiger Geschäftsmann. Nachdem sie gegangen waren, verriegelle Jim sorgsällig die Tür und räumte auf. Die farbigen Eislimonaden waren wieder so gut wie früher, konstatierte er befriedigt. Nur der Whisky war unmög- lich, morgen mußte er besseren bestellen. Noch einmal wollte er Ellens Gesicht sehen. Er vergoß noch«in- mal ein paar Tränen, weil er glaubte, das müsie so sein, aber ihm war nicht mehr zum Weinen zumute. Die Leiche hatte sich, als Jim das Whiskyfaß in den Sarg geworfen hatte, ein wenig verschoben. Er verspürte Angst, sie zurechtzurücken, und überlegt«, ob er das Whiskyfaß wieder herausnehmen sollt«. Eigentlich war Ellen schuld daran, daß er so schlechten Whisky bezogen hatte, dies« Sorte konnte er feinen Kunden nicht mehr anbieten. Es war das beste, dos Faß blieb wo es war. Aber als er den Deckel auflegen wollte, erblickke er die beiden goldenen Armreifen. Gewiß war es nicht nötig, daß Ellen sie mit ins Grab bekam, sie hätte das zu ihren Lebzeiten übrigens selbst als Verschwendung empfunden. Da» Gesicht der Toten wagte er nicht mehr anzusehen, als er statt des Fasses Whisky die Armreifen aus dem Sarge nahm. Jim» Teestube bekam bald wieder ihr« alle Kundschaft, da es sich bald herumsprach, der Whisky und die Gesellschaft seien sett Ellens Tod« besser geworden. Ein halbes Jahr nach diesen Ereignissen heiratete Jim Eollins Mary Craig, Tochter des Photographen Eraig aus der achten Avenue, die ihm zwanzigtausend Dollar BeteiNgung in» Geschäft brachte. Als Berlobungsgeschenk überreicht« er chr zwei goldene Armreifen, die er, wie er ihr erzählle, vor einem halben Jahr von einer Tante in Chikago geerbt hatte. Jims Geschäft blühte auf. Sein« Frau überwachte die Kasse und rechnete jeden Ahend den Tagesverdienst nach. Ein Jahr nach ihrer Heirat tonnten sie sich eine Dierzimmerwohnung und ein Dienstmädchen leisten. Und Jims Freunde versicherten wieder, er werde es noch bis zum Millionär' bringen.
Jimerika fchaffl eine neue Staffe Der englisch« Anthropologe Sir Arthur Keith widmet in einem großen Londoner Blatt dem Amerikaner eine Bettachtung und nennt ihn das Produkt eines der größten Experiment« in der Geschichte der Menschheit. Das, was sich in den Vereinigten Staaten vollziehe, wäre unmöglich ohne die Erfindungen der modernen Technik. Eine Nation von 110 Millionen Menschen hätte sich ohne Eisenbahnen, Telegraphen und Zeitungen nie innig verschmelzen können. Hätten die ersten Kolonisten, die hinübergingen, dies« Er- sindungen noch nicht gekannt, das Bild wäre heut««in wesentlich anderes. Sie hätten sich über den ganzen Kontinent verbrettet, vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean , aber sie hätten— das beweise die Geschichte der Menschheit — niemals 48 vereinigt« Staaten gebildet, sondern eine Anzahl unabhängiger,«inander be- kriegender Staaten oder Nationalttäten. Die verschiedenen Staaten
Europas seien unter diesen 110 Millionen mit nahezu IVO Millionen vertreten.„Wie kommt es nun," fragt Sir Arthur Ketth,„daß dies«, die in der alten Heimat durch Jahrtausende ihr« Eigenart bewahrt und sich nicht miteinander oermengt haben, nun mein- ander übergehen? Und was geschieht mtt den ungefähr 12 Mil- lionen Nichteuropäern? Werden sie absorbiert, verdrängt oder abgesondert? Wo bleibt hier der Rasseninstinkt, der doch sonst überall in der Welt eine chinesische Mauer zwischen den Völkern und Rassen aufrichtet? Nimmt man dem Menschen die gewohnte Umgebung— ob man ihn nun nach Sibirien verpflanzt oder nach Amerika — und er trifft dort gerade auf den Menschen, den er zu Haus« am aller- wenigsten mochte, in der Fremde wird er sich mit ihm zusammen- tun. Zwischen Menschen, die in einem fremden Lande zusammen- trefsen, schwindet jede Gegensätzlichkeit. Darum braucht ihr Rassen- instinkt nicht ausgelöscht zu sein. Er besteht weiter: er hat nur seine Richtung geändert. Emigranten assimilieren sich, und schon ihre Kinder sind von einem anderen Geist ersüllt, mit dem Geist des neuen Landes. Trotzdem aber dauert es Generationen, bis die Menschen ganz in ihrer neuen Heimat aufgehen. Ein« Norm ist natürlich auch hier nicht aufzustellen: einige Rassen verlieren ihre Eigenart früher, die anderen später: srüher oder später aber kommen sie alle in die nationale Mühle, die aus ihnen eine Einheit macht. In den Vereinigten Staaten ist diese Mühl« am Werk,«ine neue Individualität zu schaffen, das individuelle amerikanische Volk. Am Ende dieser Entwicklung wird eine neue Rasse stehen. Ein« neue Rasse: nicht nur geistig, sondern auch körperlich.
Hoch einmal Steife des Columbus Wl« aus Madrid berichtet wird, werden Vorbereitungen ge- troffen, daß das Schiff, das als eine genau« Nachbildung der Kara- velle«Santa Maria" für die Ausstellung von Sevilla gebaut wurde und das jetzt auf dem Guadalquioir verankert liegt, die historische Reise des Columbus wisderhott. Im nächsten Frühling soll zur selben Stund« und von demselben Ort in Palos aus mit einer gleichen Feier die neue»Santa Maria" ihre Ausreise nach Amerika antreten und einen Steinblock aus dm dortigen Steinbrüchen mit- nehmen, der als Basis für das Columbus-Denkmol dienen soll, das in San Domingo errichtet wird.
England irintd weniger SSier Di« Statistik der letzten Jahre zeigt, daß der Bierverbrauch in England ständig zurückgeht. Von 27,76 Gallonen auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1913 ist er auf 19,96 Gallonen im Jahre 1927 gefallen. Der Rückgang spiegelt sich auch in den Steuer- «innahmen des Staates wieder. Gegenüber dem Jahr« 1913 ist die Summ« wegen der starten Erhöhung des Steuersatzes zwar höher: vom Jahre 1921 aber sind die Einnahmen von 2468 Mil- lionen auf 1666 Millionen im Jahre 1928 gefallen. Der Gesamt- verbrauch von Alkoholgetränken in Großbritannien wird für das Jahr 1927 auf 5976 Millionen geschätzt, gegenüber 6026 Millionen im Jahre 1926. Der erste Regen nach vier Zähren. Der westlich« Teil Südafrikas ist bestimmt nicht durch Regenfälle verwöhnt. So wird jetzt berichtet, daß die Misstonsstation Enon in diesen Tagen sett vier Jahren den ersten Regenfall zu verzeichnen hatte. Ein Rekord ist jedoch damit nicht aufgestellt, denn um die Jahrhundertwende blieb die Station sieben Ähre lang regenlos.
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