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Bengt Berg : Liebe macht auch... Enten blind Gespräch mit einem Schreigenden

Sur Freude aller Tierfreunde erscheint im Dietrich Reimer- Ber Tag, Berlin , ein neues Wert von Bengt Berg Die feltfame Infel. Er berichtet darin in feiner bekannt lebhaften, humoristischen Art von feinen Eindrüden, die er von einer Insel vor der Rüste Gotlands erhalten hat. Mit Genehmigung des Berlages entnehmen mit daraus folgenden Abschnitt:

Den stolzen Eidererpeln mit meiner Kamera auf den Leib zu ruden, war feit langem meine heiße Sehnsucht. Aber ich fürchte, es wäre bei der Sehnsucht geblieben, wäre der schlaue Austernfischer mir nicht zu Hilfe gekommen. Man darf wohl sagen, diese Hilfe fam underhofft. Indessen sei festgestellt, daß es Austern bei der Insel nicht gibt, und daß der Austernfischer nicht ein Mensch in Gummi. stiefeln ist, sondern ein Vogel mit roten Beinen und roten Augen und mit einem roten langen Schnabel, der überallhin leuchtet. Die Eidererpel in der Ostsee kennen aus langer Erfahrung die Gesinnung der Menschen viel besser als ihre Berwandten oben an ihre den Eismeerküsten. Es scheint fogar, als ob sie wüßten, daß die Leute an den schwedischen Küsten wohl die Eiderenten schonen, da für aber um so mehr den Erpeln nach dem Leben trachten, Nur in einem einzigen Monat im Jahre von Ende April bis Ende Mai, alfo in feinem honeymoon" wird der Edererpel nach schwedischem Gesetz geschont, und obwohl kein Mensch bei dieser Insel einen Eidervogel schießen darf, schien es doch. als hätten die Eidererpel das Gesetz im Kopf gehabt. Denn nur auf einem offenen Strand im Norden gingen sie mit aller Vorsicht an Land, um in der Wärme auf den weißen Steinen ihre Ruhe in der Sonne zu genießen. Anfangs dachte ich, es wäre ja einfach, sich, dort unter dem Gestein hinter einer Kamera einzugraben, um auf die schwarz­meißen Kavaliere zu marten, aber der Strand, war ein paar hundert Meter lang und die Erpel schienen genau zu wissen, wo ich versteckt lag, denn nachdem ich einige Stunden geduldig gewartet hatte, tamen sie immer ausgerechnet an dem Ende des Strandes hinaufgeschwommen, wo meine Wenigkeit nicht versteckt mar. Nun habe ich mir aber gesagt: hier leben andere Vögel, die Möwen und die Austernfischer, die sind zugegen, wenn ich mich verstecke, und da sie immer am Strande sind und beinahe jeden Stein tennen , trauen sie der Strandlinie bei meinem Bersted nicht cher, als bis sie die kleine Veränderung längere Zeit als harmlos erkannt haben. Sie weichen meinem Fleck vorläufig lieber aus. Die Eidererpel wieder richten sich nach ihnen, sehen von weiten, wo diese ihre natürlichen Schildwachen sich herumtreiben und Schwimmen nur dorthin ans Land. So mar es. Am nächsten Morgen, als ich wiederfam, brachte ich einen alten Freund mit einen ausgestopften. Austernfischer, den ich einst mit einigen ähn, lichen Kameraden aus einer mottenzerfressenen Bogelsammlung ge­rettet hatte und zum gelegentlichen Gebrauch mitführte. Den jezte ich in behaglicher Ruhestellung neben mein Versteck am Strande hin, und jetzt sollten also die gebratenen Tauben kommen.

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Sie famen auch. Kaum eine Stunde verging, dann fam eine Eiderente angeschwommen und gaderte meinem Austernfischer irgendein Geheimnis zu. Und als dieser nichts einzumenden hatte, tam die Ente herauf und begann ihr Gefieder zu säubern. Nach ihr kam ein Erpel und rief a- o- oh", und nach ihm ein paar Säger, und das Ganze sah schon vielversprechend aus als hast du nicht gesehen urplötzlich die echten Austernfischer tamen und alle meine Mühe umsonst machten.

Schon lange. hatte ich sie gehört, wie sie eine Strede meit am Strande schrien und pfiffen. Ich glaubte nach ihren Stimmen, daß sie sich da drüben stritten, was die Herrschaften übrigens gerne humm. Es fam aber schlimmer. Wer konnte sich das denten? Sie

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hatten nämlich von weitem meinen guten Austernfischer gewahrt, und ihre aufgeregte Unterhaltung war lediglich ein Meinungsaus­tausch darüber, woher dieser fremde Austernfischer gekommen măre. War das nicht ihr Strand hier? Was hatte dieser Eindringling hier verloren? Da stand der Kerl und benahm sich, als hätte er üerhaupt ein Recht, hier zu sein. Es war doch ganz einfach uner. hört. Und so was follte man dulden? nif!" Und mit diesem unzweideutigen Ausruf ins hundertsache noch Austernfischerart ge­pissen, famen die beiden aufgeregten Strandbefizer, einer dem an­deren auf den Fersen, angerannt, und ehe ich recht begriff, mas geschehen würde, versezte der eine dem verdrießlichen Eindringling einen roten Schnobelbieb, so daß mein armer, mottenzerfressener Freund von dem Anproll umfiel, das unbemalte Holzflößchen hilf los in die Luft streckend.

Dann wurde es aber den Eiderenten zu bunt. Ein Austern­fischer, der mitten unter ihnen auf dem Rücken lag und mit einem Holzklog jonglierte, war doch für ihre Seelenruhe zu viel, und mit allem Anschein des Schreckens entflohen sie zum Meer hinaus.

Die Eiderenten blieben draußen. Die Kamera und ich, mir konnten uns wieder nach Hause begeben. Zwei Tage ließ ich sie ihre Gemüter beruhigen. Dann ging ich aber hin und machte mir ein neues Bersted ganz nahe dem Nest der beiden Austernfischer. Ich wartete noch nier Tage, damit die beiden Inhaber sich von der Harmlosigkeit der unbedeutenden Erhöhung dort im llfergestein über zeugen könnten. Und dann, eines frühen Morgens, versteckte ich Eiderente, die auf dem Strande ruhte. Der konnte doch nicht ein mich darin, diesmal mit einer fromm aussehenden, ausgestopften mal ein Austernfischer was anhoben.

Das hat geholfen. Denn die Austernfischer haben in der An­wesenheit der Eiderente einen Beweis vollkommener Sicherheit ge sehen, und die Eiderenten draußen in der Anwesenheit der Austern­fischer ebenso. Erst tam der eine Austernfischer, ich glaube, es war die Frau, und legte sich hin, um ihre drei gefleckten Eier zu be­brüten. Die lagen auf den bloßen Steinen. Sie durfte aber nicht lange fizzen bleiben. Denn der Ehemann, der offenbar einer dieser gemiffenhaften Despoten mar, von denen wir so viele fennen, fam gleich hinter ihr an und pflanzte ohne weiteres feinen spigen roten Schnabel in ihren weichen Rücken, um sie in dieser liebevollen Weise darauf aufmerksam zu machen, daß jezt seine Zeit zum Brüten wäre.

Gleich darauf fom schon der erste Eidererpel und machte meiner ausgestopften Freundin seine Liebeserklärung. Von ihrer Mottengerfressenheit hat er mohl nichts gemerkt oder wollte sich als Kanalier nichts davon anmerken laffen. Auch als er sich minuten­lang vergebens aufgeblasen und ihr in seiner Art den Hof gemacht hatte, und sie dennoch hartnädig nichts antwortete, mertte er immer noch nichts, sondern legte sich nur ein wenig atemlos auf seinen breien Bauch und schaute sie mit Entzüden an.

Die anderen Erpel draußen hatten non meitem feine Er flärungen gehört und tomen mit den anwesenden Damen ange schwommen. Wo zwei fich gern haben, muß doch die übrige Welt sofort dabei sein. In einer halben Stunde war die ganze gute Ge­sellschaft des Strandes dort verfommelt, und ein liebestranter Erpel nach dem anderen drängte sich vor und redete sich vor Bonne außer Atem ,, a- o- oh, a- o- nh", bis sie schließlich allesamt vor der neuen Schönheit des Badestrandes auf dem Bauch lagen. Daß meine Kamera dabei mar, davon hatten sie ja feine Ahnung. Liebe macht anscheinend auch so fluge Tiere mie Enten blind!

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Gie! ( Schweigen.)

Fahrn Sie noch nach Faltenschbein? Mier wolln nämlich mad Falkenschdein.

( Schweigen.)

Da hamm mier nämlich en'n Onfel. Der meeß's noch garnich daß mier komm. Mier fomm nämlich unorhofft. ( Der Schweigende vertieft fich immer frampfhafter in seine Seitung.)

Ontel

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Ach so, Sic molln wohl Ihr Blatt lejen? Was gibbts' n Reies? Nicht Gescheits, nomr? Das is mr nu schon gemeent. Bo mier zum Beischbiel' s letzte Mal in Fallenschdein marn, bei unsern da sinn mier noch unwrhofft gefomm, das machen mier da gab's in der Nacht off eemal so ä tomisches nämlich gerne Bereisch, daß mier alle offgewacht sinn unn an de Fenster. Glei fo, mie mr marn. Nu,' s war ja finster. Amr' s war noch weider nicht bajsiert. Bloß zwee Besoffne hatten ä Reklameschild ab gerissen. Sinn Se nich bald fert'ch mit Ihrer Zeitung?

( Der schweigende Herr fnüllt mütend das Blatt zusammen und wirft es zum Fenster hinaus.)

Nowr,' s macht een feene Freede mehr? Nischt wie Offregung. Se hamm ganz recht: eefach nich meiderlesen den Schwindel! Was se bloß alles neinschreim! Die denken doch, se tenn's Blaue von ' n Himmel runter erzähln. Bei uns zum Beischbiel, ich meente, wo mier her finn, da is och enne Zeitung, also ich sag Ihn', Se halten's nich fr meeglich. Neilich.

Rücken zu und starrt zum Fenster hinaus.) ( Der schweigende Herr fehrt dem Redenden ostentativ den

6.

Ja, gucken Se sich de Gegend' n bissel an! Fr uns hat se ja nich mehr viel Reiz, meil mier se schon fenn. Weil mir jedes Jahr nach Falkensch dein fahr'n zu unsern Onkel. Sehn Se da driem das Haus off'n Berge? Das is enne Kneibe. Sie, da missen Se mal hinmachen. Der Wert, das is fielleicht ä Unifum. Der hat ä Glasooge. towit

( Der schweigende Herr trommelt an die Fensterscheibe.); Ihn' fährt mohl der Zug nich fir genug? Ja, solche Menschen gibbi's. Meine Schwester ihr Mann, der is ooch so. Der kann noch allemal alles nich erwarten. Schlimmmer wie de fleen Kinder.

( Der schmeigende Herr macht Gebärden des Plazenwollens. Was die Frau des Redenden veranlaßt, sich also zu äußern:)

Du, Mann! Gibb dr feene Miehe mehr mit denn!' s is schade um dei'n guten Will'n. Du mußt dich doch bloß offregen. Der is entweder doobschdumm oder er denkt, er hat' s nicht neet'ch, weil' r mas Besseres finn mill

( Der schweigende Herr reißt seine Tasche aus dem Gepadnez und flüchtet in ein anderes Abteil. Wobei der Redende ihm nach ruft?)

Sie hamm' s amr eilich! Drum warn Sie wohl so schoille? 3a, manchen bekommt' s Bahnfahren nich. Hoffendlich is grade frei. Jemrigens: Ihre Dasche kenn Se doch ruhig drmeile hier laffen. Mier mausen Ihn' nischt. Das kennte een doch direkt bes leib'gen, so ä Mißbraun... Wo mier uns so scheen underhalten

hamm!

W. Appelt.

Das Weihnachtsfest ist zum ersten Mase in Rom am 25. Des zember 353 oder spätestens 354 gefeiert worden. Bischof Gregor non Nazians feierte dann das Fest in Konstantinopel im Jahre 379; in Aegypten wurde die erste Weihnachtsfeier im Jahre 342 vom Bischof Paulus von Emesa festlich eingeführt.

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