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Rr. 23847. Jahrgang

Max

3. Beilage des Vorwärtseite 23. Mai 1930

Doru: Die Ziege des

Gle heißt Runigunde, Wer ist denn das? Cine fräntische Rönigin? Do mas, Kunigunde ist eine Ziege. Sunigunde gehört meinem Freunde, dem Bergmann, Runigunde hat ein Fell, so meiß wie Boltenglang und ihre Hörner sind wie das fülberne Horn des jungen Mondes. Kunigunde hat auch ein Haus, das hat mein Freund, der Bergmann, ihr selbst erbaut. Natürlich hat auch mein Bergmann ein Haus, ein Haus aus schwarz gebrann­ten Ziegelsteinen; das Haus gehört der Zeche, aber das Biegenhaus gehört meinem Freunde, darum: meil er es selbst er. baut hat aus Goldsteinen. Was erzählst du da für Märchen, ein Biegenstall aus Goldsteinen? Ei, gewiß doch, fo macht mal eure Augen gut auf, schaut richtig hin: die Sonne scheint auf die Band des Braunwadebruches seht ihr nicht eitel Gold, fchönes indifches Braungold? Im Gefühl natürlich, im Schönheitsemp. finden. Staufen fannste für dieses braune Gesteins- und Sonnen­gold nichts. Schadet auch nichts, Hauptfache ist: daß dein Herz Freude empfindet, Freude nährt dich ebensogut, wie Roggenbrot und Rornfaffee mit fetter Ziegenmilch.

dunkelrot

mano

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WHY

Bergmanns

Freude holen mun, was denft ihr wohl, mas Mutter Bergmann da auf den Küchentisch legt? Ein fleines Dedchen, eine Handarbeit, ein Schmuckstück für die Sofalehne in der guten Stube ein ein weißes Dedchen: obendrauf ist eine purpurrote Ziege geftidt, mit quittengelben Hörnern. Bravo, Gretel: das haste fein gemacht! Run erzählt Bapi Bergmann von feinem Geburtstag, da hat Mama Bergmann ihm eine Kunigunden- Ranne gefchenft, eine Kaffeefanne, eine Hängefanne, eine Handtanne, eine Aluminium­tanne: blant wie Silber diese Kanne nimmt Bater mit auf Schicht. Kaffee mit Siegenmilch, ou fannst dir faum was Schmad hafteres denken! Nun aber schreiten wir sprachlich über eine Brücke, vom Heiteren fommen wir zum Ernsten. Mutti Bergmann erzählt, wie Kunigunde ihnen auch schon Sorge gemacht habe. Kunigunde| mar frant, ihr Leib bläht sich auf, statt weißer Milch gab sie grüne Milch, Kunigunde hatte statt Heu einmal ihre naffe Spreu gefressen, davon ward sie frant: Rolit, Roli!! Zum Glück hatten die Kinder

Juffuf erobert Algerien

Eine geschichtliche Anekdote

mann und die Augen der Tochter des Beys, fie ruhten mit frau Er war nur ein einfacher Diener, aber er war ein bildschöner lichem Wohlgefallen auf Juffuf. Die Tochter des Beys war eine bereits zur Liebe erwachte Frau und ihr Vater hatte sie einem Oberst feierlichst geschenft und erlaufte so seine Treue und die der

legten Gommer fraftvolle Kräuter gefanumelt: fanell, Waller aufs Feuer und das getrodnete Ramillen und Pfefferminztraut her. einen richtigen guten Siegentee gefocht, einen ganzen Eimer voll - zwei Tage drauf: Sunigunde war wieder gesund, welch ein Glud!

Draußen wird es langsam duntel, über der Felewand tommf der gelbe Mond hoch, in der Küche figen wir in der gemütlichen Eulenstunde, vom Küchenherd her leuchtet die rote Glut- alles ganz schön, diefe Gemütlichkeit im Kreise lieber Freunde, aber einmal muß doch geschieden sein Adjes ihr Lieben, ich muß fort! Zum Abschied befomme ich ein Geschent mit: eins von Quischen und eins von der Gretel ich habe die kleinen Bafetchen an meine alte rote Rafe, ich schnaufe ein wenig auf, ich rieche, ich merke: aha, Kamillen­fraut und Pfefferminzblatt! Kinderchen, Kinderchen, wie aufmerf. fam, aber woher wißt ihr, daß ich mindestens zweimal im Monat Kolik habe? Mein armer alter Bauch! Ja, woher wissen das die Kinder- die Kinder sind gescheiter als die Alten. Ich gehe- uno im Fortgehen flopfe ich nochmal an Sunigundens Haustüre. Kuni­gunde gibt mir Antwort: Miäh, miäh! Gute Nacht, gute Nacht: bringt mir das nächste Mal' nen recht langen Brief mit!

Jussuf machte Karriere, die günstigen Gelegenheiten liefen ihan zu. Bald mar er Unteroffizier und mit so viel glitzerndem Tand behangen, daß fein Rarusselpferd mit ihm hätte tonfurrieren tönnen. Jussuf wurde Leutnant; natürlich stand der französische Feldwebel trotzdem über ihm. Aber, was machte diese absichtlich fräntende Erniedrigung, Juffuf führte seine Uniform spazieren. Allah habe Blendlaternen zu Menschen werden lassen. Man be­Wenn er unter die Zelte der Eingeborenen trat, dann meinten die, staunte Juffuf. Ihn aber padte der Ehrgeiz und Jussuf, der ehemalige Diener, arbeitete feinem Chrgeiz entsprechend.

Geographisch abgegrenzte Drientländer tennen nur die Un­

Also, nochmals, das Bild: das schwarze Wohnhaus meines Erna Büsing: Bergmanns , Eigentum der Zechenverwaltung und dreißig Meter hinter dem Hause die steile Band des ehemaligen Steinbruchs: Band des ehemaligen Steinbruchs: Braunwade, Goldmade, in schmalen Terrassen, in Zaden und in Blatten aufwärts gestuft. Natürlich ist der Raum zwischen Wohn­haus und Felswand ein Garten, ein Küchengarten, ein Gemüse­garten aber auch ein Blumengarten: zehn Rosenstöde stehen in meines Bergmanns Garten, letzten Sommer haben sie alle geblüht: weiß rofig, mie der Frühhimmel gelb wie Mäd chenschuhe von Marottoleder. Zehn Rosenstöcke, sie waren nicht teuer: sie haben nur 3,50 Mart getoftet( alle zehne!) Mein Freund las die Gärtnerannonce in der Bergmannszeitung. Immer müßt ganzen Armee. Der Oberst war ftols, der Gatte einer Brinzessin gläubigen. Für den Orientalen verwischt der Islam jede Landes. ihr das Bild sehen: das schwarze Wohnhaus, die braune Fels. ihr das Bild sehen: das zu sein, doch war für ihn die und oben am Rande des Steinbruchs die herrlichen Kiefernbäume: thre silbergrünen Kronen, die orangefarbenen Stämme- und über den Kiefern der gläserne aartblaue Himmel, und über den Kiefern der gläserne zartblaue Himmel, wollige weiße Wattefehen treibt der Wind spielend über das Blau hinweg. Der Wind tut noch was, er spielt Klampfe, Harfe spielt der Wind, in den Kronen der Stiefernbäume stundenlang fönn­test du stehen und horchen, da ist fein größerer Londichter als Freund Wind! Bon der Felswand springt auch ein fleines Ge mäffer herab, opalene und perlmutterne Sprißer verschwendend, oin Bibabächlein: durch den Garten fließt das Bächlein in rostigem Bette, der Eisenstein des Gebirges färbt rostgelb. Aber in dem rostgelben Bette des Baches siehst du auch Grün. Ein fattes schönes Grün, das Grün der Brunnentresse. Dieses Grün ist vom Trieb des Bachwassers in ständiger Bewegung, es ist als ob es tanze! 216 und zu tommt Mutter Bergmann und holt sich zwei oder drei Hände voll von dieser Brunnentreffe- das gibt dann einen herr.

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lichen Galat, Sahne tommt dran: Sahne von der Ziegenmild und neben der Schüssel mit Brunnentreffe steht eine große Schüssel

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voll Duellfartoffeln. Ei, du meine Güte, da lacht Bater Bergmann dann übers ganze Gesicht, das ist dir aber auch ein Essen: Brunnen. freffe mit Kartoffeln! Und die Kinder hüpfen per Freude auf ihren tannenhölzernen Stühlen Kreffe, Strejje die Kinder: das Buischen und die Gretel, die beiden frischen blondtöpfigen Möbel, acht und neun Jahre sind sie alt. Also, Familie Bergmann, laßt es euch idymeden! Hört ihr nun auch das Tafeltonzert? In der Sonnenede der Bohnküche singt Klein- Freundchen: der Kanatanarin! Mää, mää: juho Runigunde ruft uns jawohl, Suni. gunde: wir kommen! Das ist also das Ziegenhaus, es steht hart on der Felsmand, aus goldenen Bruchsteinen erbaut. Bater Berg­mann war selbst der Baumeister des Ziegenhauses. Das Ziegen­haus ficht freundlich ausweil es ein großes Auge hat, ein großes

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an

Fenster ein Mistbeetfenster: das hat Bater für eine Mart und fünfzig Pfennige getauft, auf einer Zwangsversteigerung, leider machte der fleine Gärtner bonterott. Unser Ziegenhaus hat zwei Salon zu ebener Erde haust Madame Kunigunde. Bom oberen Stockwert her dustet es gar lieblich, nach Feld und Wald. Luischen und Gretel haben im letzten ECommer für Kunigunde geheut den Weg- und Acerrainen, da haben sie Gras und Brennesseln geschnitten, auch etwas junges Gezweige vom Eichbusch tam hinzu das alles ward in der Sonne getrocknet: das alles gab herrlich buftendes Heu: spürt ihr's, riecht ihr's, wie es droben im ersten Stocwert des Kunigundenhauses gelagert ist? Und noch was ist droben gelagert: Spreu! Blätterspreu, gleichfalls von den Mädchen gefammelt, zufammengerecht, im stürmischen Herbst: trodene Blätter von Buche, Linde, Ulme und Ahorn. Stroh haben wir feins, aber Laubspreu, die gibt auch guten Dünger für das Küchengemüse und für die Rosenstöcke( zehn Rosen mur 3,50 Mart!).

Mit den genau zu befolgenden Zeremonien in der Hochzeitsnacht Mit den genau zu befolgenden Zeremonien in der Hochzeitsnacht würde er fertig, aber als Gemahl einer Prinzessin durfte er mur eine Frau zum Weibe haben. Die Prinzessin jedoch liebte einmal nach den Geboten der inneren Politit des Landes und einmal nach Liebe galt ihrem Mann, die zweite echte Methode der Liebe galt dem Befehl ihres Herzens. Die erste Art oder richtiger Abart der dem Diener Jussuf.

Er trug den altbiblischen Namen Jussuf, obwohl der biblische Josef gerade feine, für die Dhren gläubiger Moslem sehr wohl klingende Geschichte mit dem Beibe des Herrn Potiphar hatte. Jusuf hatte diese Geschichte, die der fleine Prophet Muja erzählte, auch nicht vollinhaltlich erfaßt, doch wußte er, daß zu seinem Namen Frauengeschichten gehörten. Schließlich schuf Allah die Liebe und Mohammed führte Gefeße für sie ein. Und Allah rangiert vor Mohammed . So und ähnlich sprachen er und die Brinzessin über ihre Reigung; denn gmei Liebende find bekanntlich nie um eine vor zwei sich begründete Ausrede verlegen. Aber auch andere Menschen redeten über diese Liebe. Das war schlimm. Auf diese Weise erfuhr der Oberst von der verbotenen Neigung des geſellſchaftlich so ungleichen Paares. Er war ein fluger Mann. Er schlich sich als Einbrecher ins eigene Sous und über. beugte fich. Da er jedoch nicht nur ein fluger, sondern zugleidh regung erfordert Nervenfraft und das ist ein Stoff, deffen Roft ein schlauer Mann war, regte er sich nicht im geringsten auf. Auf. barteit man im Drient ganz besonders zu schäßen meiß. Er ärgerte fich auch nicht über die Prinzessin, Warum benn? Sie war eine Frau, die Bongemeile hatte. Bergerlich vermied er jeden Bormurf, auf feinen Fall wollte er die Bringeffin verärgern. War fie für ihn doch genau so deforatio wie ein Drden oder eine andere Gunst bezeugung des Bens. Aber Juffuf, der mußte beseitigt werden. Schnell hatte der Oberst alles vorbereitet. Er rächte seine Ehre nicht persönlich, o nein, er gab bloß einen Dolch und gab einen

Brjeht.

die Wände Dhren. Juffuf und die Brinzessin wußten sofort von dem Das Steinhaus bes Dberften mar ftabil gebaut, doch hatten Befehl. Da nahm Jusuf das beste Pierò aus dem Stall und die Prinzelfin gab ihm nicht nur einen Abschiedsfuß, die Prinzessin

gab ihm auch ihren Schmud.

mußte er nur, was die Ziehe war, jetzt mußte er urplöhlich, was das Leben bedeutete. Er dachte an nichts anderes, als an fein Leben. Den Juffuf trug ein arabisches Bierd, das Allah aus einer Handvoll Südwind und seinem lebendigem Doem geschaffen hat. Das Pferd bestand aus Sehnen, die zum abgeschossenen Pfeil wurden, es flog förmlich, fast ohne Huseindruck galoppierte es über Gand und Straße hinweg. Bald mar Buffuf über die Grenze, war in Algerien , und das Pferd war erstaunt und schüttelte unwillig den Kopf, als es angehalten murde. Ihm hatte diefer eigenartige Bettlauf mit dem Schicksal Freude gemacht.

Dann flüchtete Jussuf noch vor dem Abendounkel. Bislang

oder Turtestan wohnen. Darum waren für Juffuf die Bewohner grenze. Alle Moslem find Landsleute, mögen sie nun in China Algiers tein emiges Geheimmis; sie waren für ihn Brüder, in deren Gemeinschaft er ohne weiteres aufgenommen wurde. Er ging zu ihnen unter die Zelte, er besuchte sie in den Dörfern, er faß mit wußte, wie seine Landsleute über Frankreich dachten. ihnen in den Städten in der Kühlung der Springbrunnen und

zum raffiniert überlegenden großen Herrn geworden. In einer Er spielte die einzelnen Religionen gegeneinander aus, er mar Rangliste, die sicher fein attiver franzöfifcher Offizier gelten läßt, avancierte Juffuf bis zum General. Das ist nötig, damit man zu den Eingeborenen fagen fann: Seht, Cure fähigsten Leute stehen auf unserer Seite!" Juffuf tat wirklich viel für die Eroberung

Algeriens .

Die Kolonialpolitit ist befanntlich das Feld für Herrenmenschen. Man preist den Mut, die Tapferfeit, den nicht zu unterbrüdenden

Unternehmungsgeist der großen Eroberer. Das ist ja alles ganz starten Ichmenschen. schön und gut und fügt sich prächtig ein in die Gebantenwelt der Aber, aber, was wäre z. B. in diesem

Fall aus der Kolonialpolitit gemorden, wenn bewußter Oberst in Tunis nun mal zufällig bequem im Liebesleben gewesen wäre und teine Ansprüche an seine Frau gestellt hätte?

H. Hesse ( New Yori.,:

Ein myfteriöfer Volksstamm

Dr. Arthur Torrance, Mitglied der Königlichen Gesellschaft für Großbritannien , war fürzlich in Washington , um das Emithsonian. Institut für eine Expedition ins Innere Afritas zu gewinnen, und zmar, um eine Raise seltsamer menschlicher Lebewesen und die Reste einer uralten Ziviljation zu suchen, für die er auf früheren Expedi­

tionen überzeugende Beweise gesammelt haben will.

Dr. Torrance beabsichtigt, pon Nigeria aus vorzubringen. Hier haben starke Winde, die füdwärts über die Sahara fegen, hohe Sandwälle aufgetürmt. Wie Dr. Torrance sagt, wühlte fich por

Jahrhunderten eine mysteriöse Raise von Halbbeduinen aus ber Wüste durch diese Wälle und baute brei oder mehr, berbotene

Städte",

Solche olten unterirdischen Gänge murden durch ein zemend fernungen. Die Zugänge werden von Beduinen bemacht, so daßs artiges Material haltbar gemacht, und zwar auf ansehnliche Ents bis por verhältnismäßig furger Seit niemand die geheimnisvollen Siedlungen betrat. Seit dem Kriege jedoch fonnten drei oder vier Forscher die Gänge durchstreifen und fanden die Bewohner in größter Furcht vor Eindringlingen.

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Die Städte bestehen aus unterirdischen Kammern mit niedrigen Dächern, so daß sie fast unsichtbar find. Weiter findet sich ein noch größeres Mysterium die Berlorene Stadt" die wahrscheinlich noch fein Mensch gesehen, über die jedoch in Nordafrifa zahlreiche wiffen von ihrer Existenz, doch sind sie unbestimmt in ihren Ridy Legenden im Umlouf find. Die Bewohner der verbotenen Städte

Ziegen gibt es wohl piele, aber es gibt nur einen Ziegenbe­figer, der eine Ziege hat die lejen tann! Waaas? Kunigunde lesen fann Kunigunde! Wir sind im Ziegenhaus drin, Kunigunde begrüßt uns mit Knigen und luftigem Doch zugleich brängte sich ihm die Bitte für ein weiteres, erfolg./ tungsangaben. Es ist stets ,, nod) elmas melter". Im Jahre 1924

tann lesen? Jaaamooshl

regung

Don ab

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mas bringt ihr mir, was bringt ihr mir? Naca, Kuni­mähä: Dui, pusi, puei! Und Bater Bergmann zieht aus der Brust gunde, du möchteſt heute wohl wieder' nen Brief lesen? Mähä, tasche ein Zeitungsblatt heraus, da reißt er einige briefgroße Stüde Kunigunde steigt auf die Hinterbeine und Bater Berg­mann gibt ihr den Brief, ein Stück Zeitungsblatt, Kunigunde zer reibt mit ihren langen weißen Zähnen das Bapter, fie frißt die alte Zeitung auffie lieft Brief um Bricj. Mimä: mie das aber auch so fein schmeckt, die Druderschwärze die schmeckt besser als Banille, Pfeffer und Mustatnuß. Wie Kunigundens Augen so freudig strahlen, so herrlich ſtrahlte nicht das Zuge der Kaiserin Hermine, als sie zu Schloß Doorn mit Herrn Holzhacker Wilhelm Hochzeit machte. Kunigundes schönes Auge: grasgrün und mitten hindurch ein langer violetter Schnitt. Mihä. mihä: habt ihr noch ' nen Brief?

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Nun müffen wir auch mal Kunigundes Milch probieren. Wir figen in der Bergmannsfüche, am weißgescheuerten Eschenholztisch Papa Bergmann hat heute Freischicht, wir sind zu fünfe: Bapi, Mami, Luischen, Gretel und ich alter Herr Rotnase. Jeder hat einen sauberen Blechbecher vor sich, Mutter gießt Kaisers Korn taffee ein und dann gießt Mutter die gelbweiße Sahnenmilch in den Kaffee- hohei, Kunigunde, Kunigunde: wie so leder

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ist doch deine Milch!

Und wir effen zum Kunigundentaffee Schwarzbrot mit echter Margarone und wir erzählen uns was, und wir machen Späße, und wir lachen uns den Leib halb taputt und' s Böglein singt und fingt, der Kanalanarin!

Mutter Bergmann erzählt, wie ihr die Gretel zu Geburtstag eine große Freude bereitet habe- Mutter Bergmann geht dieje

Gebetszeit, Juffuf auf dem Gebetsteppich. Mit der Stirn berührte In der ersten fleinen Moschee lag außerhalb der offiziellen er die Erde. Dant, Dant stammelte er aus tiefstem Seelengrund. reiches Leben über die Lippen. Dadurch wich er ab von seiner Gewohnheit, hat doch der fromme Moslem Allah nur zu danken. denn es erwachte sein eigener Bille, der Allah die Lasten der Aber für Juffuf war diese Abweichung vom Alihergebrachten gut: Fürsorge abnahm.

der orientalische Diener braudt fast nichts und doch gebraucht man Der Drientale braucht wenig für seinen Lebensunterhalt und giftensmittel für das Dasein auf dieser Welt. Nun, Juffuf hatte Brillanten und Diamanten und ein paar Dragomane fanden sich bereit, sie für Schleuderpreise entgegenzunehmen. Jedoch hatte Jussuf unter anderem eine elend gemalte Brosche. im regulären Wert von 50 Pfennigen, auf der stand zum Andenten an Karls­bab". Diese Brosche wurde zur viel angestaunten Sehenswürdig. feit und sie brachte Juffuf einen Erlös, von dem er glatt ein Jahr hätte leben können.

Suffuf praßte nicht. Als Diener war er gewohnt, zu arbeiten. Doch oer einmal gefoftete Reiz eines regelrechten Abenteuers ließ ihn nicht mehr los. Darum lief er zu den Franzosen und ging unter die Soldaten. Er tat seine Pflicht, er war sauber und pünktlich und ein heller Kopf dazu. Man nannte ihn bald einen guten Soldaten. Und die Gewißigten unter den Eingeborenen, die muß jeder Kolonialpolitiker auszunugen bestrebt sein. Die Borgesetzten wurden auf Bussuf aufmerksam und abenteuerluftige Europäerinnen interessierten sich für ihn. Denn ein einfacher Mann, der eine hoch. geborene Beliebte hatte, ist immer von einem fonberbaren, geheim nisvollen Reis umgeben. Jussuf war ein schöner Mann, er hatte einen hochgedrehten, fräftigen Schnurrbart, an defien Enden sich getrost zmei zierliche Affen hätten schaufeln fönnen. Im Drlent liebt man nämlich den Bart und läßt die Bartlosigkeit bloß als natürliches Abzeichen der Gumuchen gelten.

drang Dr. Torrance bis zum Rande vor.

Getne erste Eingebung über die mögliche Natur diefes geheim misvollen Bottes tam ihm kurz nach dem Striege, als er an der Goldfüfte medizinischer Difizier war.

Bei den Eingeborenen, die aus dem Innern famen und Arbeit suchten, fand er eine zunehmende Anzahl von jo eigenartigent Körperbau, daß er zu der lleberzeugung fam, es tönne fid) nicht um aufällige Abnormität handeln. Alle diefe Leute, die sehr abgeschlossen lebten und mit denen man nur schwer in Berkehr treten tonnte, tamen aus dem Gebiete jenseits der verbotenen Städte.

Es ist sogar möglich, fagt Dr. Torrance, daß sie einen mensch.

lichen Typus darstellen, der etwa zu gleicher Zeit und auf derfelben Sulturhöhe lebte, mie die grotesten Neandertaler in Europa . Wäh. rend die Primitiven in Europa wahrscheinlich beim Auftauchen wirk­ticher Menschen ausgerottet murden, mögen ihre Artgenoffen in Afrita im Schuße der sich schon damals bildenden Sandwälle weiter. gelebt und im Laufe der Jahrhunderte ihre eigenartige Lebensweise entwickelt haben.

Dr. Torrance glaubt, daß nor Jahrhunderten der Berfehr mit diesen Völkern reger war und sie zu der Kultur beigetragen haben mögen, die von den Mauren nach Nordafrita und Spanien gebracht wirde Allem Anscheine nach bestand die maurische Kultur aus zwei Strömungen, einer aus Arobien, und der anderen aus dem Süden. Es ist bekannt, daß sich in dem Gebiet zwischen Wüste und Dichungel Siedlungsruinen von beträchtlichem Alter befinden, die noch heute von Gruppen gemöhnlicher Eingeborenen bewolynt sein mögen.

., Eisenbahnwurm" heißt ein in Baraguay vorkommender Glüh muri, deffen Körper an seinen Seiten en meißgrünes Licht aus ftrahlt, fo baß der Burm wie ein erleuchteter Eisenbahnzuo aussieht.