Ar. ZS0» 4?. Zahrgang<�5OS>Si0(H*�0 Srei<«g, 6. Juni 1930
Woloitmn llliksziüh: J Ich war einmal Zeuge, als Gevatter Gregor Tschomat in eine �isenmarenhandlung trat. .Schönen guten Tag!" sagt« er. „Was wünschen Sie?" „Ich könnte gerade«ine Sense brauchen." Der Kaufmann-springt auf und legt einen Berg Sensen vor ihn hin. Tschomak blinzelt feindlich in die Richtung der Sensen. „Marke„Kanone", wenn«s dem Herrn recht ist," sagte er, sich mit verachtungsvoller GebärHe von den Sensen abwendend. Der Kaufmann schichtet die Sensen(Marke„Büssel") wieder in das Regal und bringt ein paar von der verlangten Marke. „Es wird dort noch mehrer« geben," meint Tschomak, über die Schulter zurückjp rechend. Der Kaufmann schleppt geduldig alle Sensen mit Kanonenmarke herbei. Gregor Tschomaks Augen gleiten an allen entlang, doch nicht um die Well würde er eine davon berühren. Er beginnt sich den Ropf zu kratzen. „Ra, wo fehlt es noch?" „Daß ich eigenllich doch lieber die Büfselmarke sehen möchte" Was konnte er tun, er schleppte noch einmal alle Sensen, Schutz- marke„Büffel", herbei. Gevatter Gregor ist die Sache jetzt selbst schon etwas peinlich und er nimmt„scheinbar zufällig"«ine unter den vielen in die Hand. Er schließt erst das rechte Auge und sieht daran entlang, dann schließt er das linke Auge, während er die Senfe bereits senkrecht in der Hand hält, dann läßt er sie mit der Spitze zur Erde herab, schließlich hebt er sie über seinen Kopf und schielt sie von unten lange an: „Was könnte sie kosten?" wirft er gleichgAtig hin. „Zwei Gulden." „Diese Sense?" fragt er spöttisch.„Das kann nicht sein! Diese Sense hier?" Er legt sie auf dos �ult und zieht mit der Hand eine Linie in die Luft, dort, wo der Griff sein wird, wie sich das dann ausnehmen würde. Dann fühlte er mit feinem hornharten Daumen über die Schneide auf beiden Seiten, beklopft sie an vier, fünf Stellen mit dem Knöchel des Zeigefingers, endlich senkt er sie zur Erde und biegt sie über dem Knie. „Hm... na... Wirklich zwei Gulden?" Der Kaufmann schwört, er könne nichts nachgeben. Er selbst hätte so viel dafür bezahlt. „Gebrannt ist sie nicht gut, das weiß der Herr selbst." „Die allerfeinste englische Sense." „Aber, ober, der Herr braucht mich nicht zu verulken. Di« ist aus einer alten Senfe zurechtgehämmert." „Bestes Materiall Die hält ewig." „Wenn sie nicht schartig wird," bemerkte Gregor Tschomat lachend. „So eine Sense hatten Sie noch nie." „Wer— ich? Für wen hält mich der Herr eigentlich?" „Sehen Sie sich nur bitte diese Sense an." „Ansehen? Wozu ansehen? Sense ist'Sense. Eine ist wie die andere. Fällt mir nicht«in, sie anzusehen. Durch Zufall habe ich diese gewählt. Also heraus mit der Farbe, schnell, was wollt Ihr dafür? Ich habe dringend auf dem Markt zu tun." „Ich sagte bereits, zwei Gulden!" „that der Herr denn gar' kein Gewisien? Zwei Gulden für so ein Ding? Wenn ich nur wüßt«, was daran wertvoll ist." Daraufhin untersucht er die Sense noch einmal, schwingt sie durch die Luft, dann geht er mit ihr hinaus- wegen des besseren Lichtes. Bon der Schwelle ruft er zurück: „Meinen Hut habe ich drin gelassen." Dort draußen läßt er die Sonnenstrahlen über die Kling« tanzen, die lustig über die glatte, blau« Fläche lausen. Cr hebt sie zum Munde hoch, haucht darauf und wartet hingebungsvoll, welche Fläche der Atem verschleiert hat und wie schnell sie sich wieder klärt.. Dann läßt er sie auf den Pflastersteinen erklingen. „Eine verrückten Klang hat sie," brummte er und daraus schlurft er in das Geschäft zurück, auch jetzt noch bedenkend„Ihr Klang paßt mir nicht. Läßt mir der Herr sie um achzig Kreuzer oder nicht?" „Einen Groschen will ich nachgeben. Nehmen Sie sie um einen Gulden neunzig." „Das geht nicht, sie ist es nicht wert. Mein« Kinder würden mich entmündigen. Wie ich früher sagte, ja oder nein?" „Billiger gebe ich sie nicht her." „Dann Gott befohlen!" Er geht hinaus, aber nur bis zur Mitle der Straße, von hier kehrt er gleich wieder um und ruft noch einmal zur Tür hinein: „Ja oder nein?" „Nein." Verwirrt, kopfschüttelnd dreht er seinen fettigen Hut in den Händen. „Na, mit so einem hartherzigen Menschen hatte ich bei Gott noch nicht zu wn, seit ich bei Demunft bin. Wisien Sie was, Herr? Legen Sie diese Sense hierher in die Ecke. Ich will mir die Sache noch draußen etwas überlegen." Nach einer guten Stunde kehrt er zurück mit einem anderen Ge- votier. I „Da bin ich," schnauft er, sich den Schweiß von der Stirn wischend,„das ist mein Schwager aus Barkendorf, Gevatter Komot. Wir haben uns die Sache so überlegt, daß auch«r eine Sense kauft, wenn es schon so ist, denn dann wäre es nur in der Ordnung, wenn wir zwei Sensen kauften, daß jeder die setnige billiger erhält" „Ich kann sie nicht billiger hergeben.... Das habe ich schon hundertmal gesagt." „Der Herr möge stch's überlegen, nur ke ne Uebcreilung." „Ein Wort, dabei bleibt es." „Sie geben nichts nach?" schnaubt er. zornig. ..Nicht einen Heller." antwortet jener besthmnt. „Also dann, was soll ich sagen?" meint er besänftigt. „Sagen Sie, was Ihnen paßt. Ich rede nicht mehr mit Ihnen." „Na na, man darf nicht gleich olles übsluehuien. Wenn Sie kein Wort mchr für mich haben« dann her mit Ihrer Hand." Jetzt schlägt Gregor Tschomak fröhlich«in. „En Hund, den es gereut. Das Geschäft sit perfekt!" Mit langsamer Feierlichkeit beginnt er, sein Leibchen ouszu- knöpfen, während er seine Augen nicht um die Welt von der Ecke abwendet, wo die gekaufte Sense an der Mauer lehnt. „Da schau," blitzt es durch sein Hirn,„diese Senfe scheint mir krummer und kleiner zu sein."
)er Sentenkauf Mit einer Miene des Verdachts betrachtet er die Bedienung des Ladens. Dann packt er die Sense und wägt sie in der Hand, um ihr Gewicht festzustellen. „Das Ist eine andere Sense," bricht er unmutig aus.„ich soll erlahmen, wenn das mein« Sense ist." Und plötzlich knöpfte er die Bleiknöpfe seiner Weste wieder zu. „Wie könnte es«ine andere Sense sein? Machen Sie keine Geschichten, Gevatter, sonst verliere ich die Geduld!" „Aber, aber... Hm, hm... Aber warum hat mich auch der Teufel von hier fortgelockt. Ich bin selbst schuld. Da haben wir's! Was soll ich jetzt beginnen?" „Aber ich sage Ihnen ja, daß es die gleiche Sense ist." „Diese hier? Ich habe ja auch mein« zwei sehenden Augen." Er zieht die Klinge über den Daumen, biegt sie am Knie, klopft sie ab, trägt sie auf die Straße hinaus, schlägt sie an das Pflaster, haucht darauf, schwingt sie durch die Lust und kommt traurig zur Tür herein gewankt. „Sie Ist es nicht! Für die hier kann ich nicht mehr geben als einen Gulden fünfzig." „Machen Sie hier kein Theater. Wenn Ihnen die Sense nicht paßt, dort sind die übrigen, wählen Sie eine andere." „So verrückt bin ich nicht, mich noch einmal von neuem zu ärgern. Es bleibt bei dieser Sense, aber zu angemessenem Preis«, denn sie ist weniger wert. „Ich will kein Wort weiter hören." „Wie? muß wirklich ich den Verlust trogen? Gut. Nimmt der Herr mir wirklich diesen Ueberschuß ab? Kann cr's verant- warten?" „Zahlen Sie schnell und halten Sie hier keine Predigten." „Gut!" ruft Gevatter Gregor Tschomak bitter aus.„Der Herr soll recht haben. Aber schneiden wir die Wahrheit in zwei Hälften, damit mir kein« Ungerechtigkeit widerfährt. Teilen wir die vierzig Kreuzer." „Ich teile nicht." „Na denn, hier ist das Geld! Da haben Sie es!" Er macht sich wieder daran, sein Leibchen aufzuknöpfen, aus dessen innerster Tasche er unter vielem Aechzen einen Strumpf herausfischt. Aus der untersten Ecke des Strumpfes zieht er eine Guldennote und gibt sie dem Kaufmann.
Pierre mar an: Sklaven des Siaulldmks Von dem Zteqerdichter Pierre Mo ran lind im Berlage Albin Michel, Paris ,»wei Piichcr erschienen, die in ssranlreich flroftcs Aufsehen erregten. Der Verfasser wendet llch in feinen Echilderunaen rück- (ichtslos gegen die Greuel in den franzdiischen Kolonien, folgende Uedersedung ist ein Auszug au» dem Buche„Djouma, der Hund der Bildnis". Männer, Frauen und Kinder tragen in Körben aus ihren Köpfen die Ernte ihres Dorfes zur Station. Die Häuptlinge werden mit ihren Familien aufgerufen und einer nach dem anderen gehen sie an die Wage, ihren Kautschuk abwiegen zu lassen. Der Kommandant händigt jedem ein Stück Papier aus. Im Befehlston macht er je nach Gewicht seine guten oder schlechten Bs- merkungen. Die Eingeborenen entfernen sich mit den Papieren, darauf das Gewicht des abgelieferten Kautschuks angegeben ist, in die Richtung der Faktorei. 'Allmählich vereinsamt der kahle, gelbe Platz vor der Station. Batouala wird als letzter ausgerufen. Die Soldaten überzählen die Reihe der Korbe und zeigen«in breites Grinsen. „Soll das dein ganzer Kautschuk sein?" h an[est der Sergeant Sandoukou. Der Kommandant verbietet Batouala den Mund. „Ith bin absolut nicht zufrieden mit dir!... Ganz und gar nicht!— Ist das ein Gewicht?— Schämst du dich nicht?— Aber wir wissen!... Wir erfahre» täglich, daß du der widerspenstigste Dick- topf des Bezirks bist!— Wir haben Befehl, auf dich besonders acht- zugeben!— Ich dulde keine Widerrede!— Nagele das in deinem Schadet fest!— Zum letzten Mal« will ich Gnade vor Recht gehen lasten und dich unter der Bedingung nicht bestrafen, daß du in Zukunst mindestens das doppelte Gewicht lieferst!" „Eh!... Par!... Pavdon!... Kommando!... Eh!..." stammelt Batouala mit aufgeregten Händen und kann sich erst nach einer Welle beruhigen. „Jawohl I Mein Kommandant!— Ich habe verstanden!— Ich verspreche, du sollst dich in Zukunft nicht mehr beklagen!" „Schweig, du Sohn einer Hündin! Du farbiges Stück Mist!" beeilt sich der Sergeant Sandoukou die Worte des Kommandanten deutlicher zu machen. Hilfesuchend gegen die handgreiflichen Flüche des Sergeanten wendet sich Batouala an den Offizier. „Eh!... Par!... Pardon!... Kommando!... Eh!... „Wirst d» dein Maut halten, du schwarzes Biest!— Was fällt dir ein, dem Kommandanten mitten ins Wort zu fallen?" brüllt der Sergeant und schwingt seine Fällst«. Batouala schwelgt. Sein Körper zittert. Dann wiederholt der Sergeant die Am'prache des Konnnan- danien: „Paß auf! Schwarzer Mist! Was dir der Kommandant gesagt hat!— Bis heute Abend hast du hier abzilliesern ein.halbes Dutzend Hühner nnd«in Ziege lTbrmni!— Weh« dir, wenn du dabei nicht an die Soldaten denkst!— Du weißt also, wenn nicht!... Außerdem wird di« Schwester deines Bruders, des Fischers Macaude, meine Frau!— Ich brauche sie solort!— Der Kommandant hat mir gesagt, nimm sie, wenn sie dir gelällt!— Und komm her mit deinen Ohren an meinen Mund, damit du mich besser uerstchst!— Lieferst du von jetzt ab nicht regelmäßig das doppelte Gewicht Kautschuk, versilbern wir erstens deine Frauen und Kinder!— Zweitens reißen wir deine Pslanzungcn nieder!— Drittens vertilgen wir dein« Hühnerl Tic Eicken und Ziegen dazu!— Viertens stecken wir deine Hütten in BraNd?— Und dann, dann sperren wir dich ein!— Berstanden?— Das bat dir der Kommandant gesagt!" Batouala dreht und wmdet sich vor Entrüstung. „Hältst du die Schnauze, du Hundesohn!— Hältst du..." brüllt Sandoukou. Batouala mehrt sich verzweifelt. „Nein, das hat der Kommandant nicht gesagt!— Nein?— Er hat gesagt..' Da springt der Sergeant dem.HSnptling an die' Kehl «...
„Den Rest will ich gleich dazuzählen" Aus der äußersten Westentasche zog Gregor Tschomak jetzt zwei Groschen, aus der anderen Tasche vier Kreuzer. „Wie ist das gleich? Vierundzwanzig..." Er langte in sein« Hosentasche, wo er dreiunddreißig Kreuzer entdeckte. „Viorundzwanzig und dreiunddreitzig, das sind siebenundsünszig. Wieviel fehlt noch?" „Noch dreiunddreitzig Kreuzer.. „Stimmt," meinte er mir unschuldigem Gesicht,„aber das wird schwer halten." Und inzwischen beobachtet er mit freundlchem Gesicht die Slimmung des Kaufmanns. Hopp... das heißt.. warte nur. warte. Wohtn habe ich es gesteckt? Was glauben Sie, Gevatter? Aha, es wird hier im Tuch verknotet sein." In der Ecke des weißen Leinentuchs waren wirklich zwei Groschen eingeknotet. „Das ist der Samen, Herr Wohltäter," sagt er freundlich,„wo nichts ist, hat salbst der Kaiser das Recht verloren." „Noch dreizehn Kreuzer," drängt der Kaufmann unerbittlich. „Machen Sie doch keinen Tanz, Herr Wohl äter. Wozu wä e das gut? Auch so bekam ich eine schlechtere Sense als die erste. Und dann habe ich nicht«inen roten Heller bei mir. ich vergaß das Geld auf dem Wagen in der Manteltasche. Sie können doch nicht verlangen, daß ich so weit laufe, wegen der paar Heller. Wir werden ein andermal auf gleich kommen." „Ich will die ganze Summe. Holen Sie das Geld, die Sense läuft nicht davon." Aber jetzt ergriff Gregor Tschomak die Wut: „Was, so gering ist meine Ehre hier? Mein Vater und mein Großvater waren Bürgermeister, olle beide, damit Sie es wissen, Herr. Ich bin nicht aus dem Misthausen gewachsen. Hauen Sie-hm diese dreizehn Kreuzer hin, Gevatter!" Und damit packte er beleidigt die Sense. „Gehen wir, Gevatter..." In der Ladentür dreht? er sich nzit schadenfrohen. Hinterlist' gen Augen um, zuckte mit den Schultern und brüllte, die Sense wie ein Sieger schwingend, in den Laden hinein „Soviel kann ich jedoch dem Herrn verraten, das war seine beste Sense, die übrigen sind keinen Schmarren wert." lAu» dem Ungarischen van Alexander von Eachcr-Masoch.)
„Boula!... Bandi!... Ali!...* Drei Kolomalsoldaten kommen aus der Station gesprungen. „Weg mit dem Schwein, in den Kasten!" kommandiert Sandoukou wutschnaubend und er benutzt die drei Soldaten als Zeugen, um dem Kommandanten zu erklären: „Mein KmnmandantI— Batouala, dieser Dreckhäuptling, kommt immerzu mit demselben Pallooer!— Immer, immer, inlmerzu!" Da der Kommandant keine Lust zeigt, etwas zu erwidern, beruft sich der Sergeant nochmals aus seine geriebenen Zeugen: .Kommandant! Cr hat dich beleidigt! Schwer, schwer beleidigt in seiner Schweinesproche!— Es macht ihm Spatz, den großmäuligen Häuptling zu spielen, aber wir werden ihm das Maul stopfen!—? Dienst ist Dienst!... Weg mit ihm in den Kasten!" Im Gesicht des Komomndantcn wechselt das Blut. Seine Backen» mnstel spannen sich und wütend springt er auf sein Opfer, krallt seine Fingernägel in die nackten Schultern und schüttelt den Schwarzen hin und her, der wie ein Tier dasteht und nicht begreift, was geschieht. „Du Sauhund!... Du Schweinehund!... Du Misthund!... Ja ja!— Es stimmt, was sie sagen, nur mit dem Knüppel soll man mit euch sprechen!— Du wagst mich zu verhöhnen und zu beleidigen? — Jeder ander« Kommandant hätte dir mit dem abgelieferten Kaut- schuk solange um die Ohren gehauen, bis mehr dagelegen hätte!— Bei einer so miserablen Ablieferung habe ich schon morgen meine Anschnauzer von den Kommandanten in KrÄcdjä und Vansui zu erwarten!— Und du wagst mich auszulachen?" Die Stimm« des Kommandanten überschlägt sich vor Haß und Wut. „Weißt du nicht, daß wir Kommandanten mit dem Gewicht des abgelieferten Kautschuk im Dienstgrad und in der Entlöhming steigen und fallen?— Das weißt du nicht? Weißt du überhaupt, wer du bist?— Hier existiert kein Häuptling Batouala?— Jeder Schwarze ist Arbeiter... ist der Sklave des Weißen!— Berstanden?— Der Sklave!— Und nichts mehr!—, Wenn du hier versuchst, den Idioten zu markieren, dann.. Der Kommandant machs den Soldaten ein Zeichen. „Vierzehn Tage Wellblech und 100 Franken Geldstrafe!— Verstanden, Batouala?— Vierzehn Tage Wellblech und 100 Franken!— Sind die 100 Fronken nicht beizeiten bezahlt, verdoppele ich die viel» zehn Tage!— Verstanden. Batmmla?— Verfluchte Schweinerei!—» Wer rottet dieses Ungeziefer aus der Welt?"— Djmina, der rothaarige Hund Batoualas, sitzt schwanzwedelnd neben seinem Herrn, bleckt die Zähne und stelzt scharf den weißen Mann an. der seine Flüche in di« Erde stampft. „Wem gehört dieses Biest von Hund?" stößt der Kommandant mit dem Fuß nach dem Tier.„Ich will dies« Biester nicht sehen!— Hunde und Neger! Ein und derselbe Dreck!... Weg damit!— Sofort!" Steinwürfe... Hundegeheul und Gekläfft... Inzwitclien kommen die abgefertigten Häuptling« aufgeregt aus der Faktorei..... Die ewige Taschenipielerei! Sie zählen den ausbezahlten Betrag für den abgeliefcrten Kaut- schuk von einer Hand in die andere»nd geben hinüber zur Stativs die Kopffteucr für Ihre Sippen zu bezahle». Zwei Soldaten führen Batouala ab. Im weiten Bogen kommt der Hund durch die Umzäunung zu den Wellblechbaracken gekrochen. Er findet seinen schwarzen Herrn und Batouala streichelt das gute Tier. (Btttifiüg!« UeSfrftferng vor. ff. P. Siivgen.)
Häuser in Baumkronen. Die Eii»geboreucn der Philippinen bauen niclsock, ihre.Häuser oben aus den Baumstämmen.'Ter Baumslamm selbst dient dann als Treppe. Im Boden des Hauses sind Oeffnungen angebracht, durch die die geschickten Kletterer hineinsteigen. Das. ganze Oberteil des Hauses besteht aus Palm- npvcn und Blättern, dem unentbehrlichen Baumaterial der Tropen. Daß diese Häuser In der Höhe gebaut wurden, hatte zunächit seine» Grund darin, daß die Eingeborenen sich auf diese Weise oeaeo feinidl'ch gesinnte Nachbarn und wilde Tiere schützen wollten. Oben in den Baumkronen haben sie ja einen vortrefflichen Ausiugposten, auch ist ein Anareiser von dort oben leichter im Abstand zu halten. Diese luftigen Wohmmgen dienen in der Hauptsache den jimgen Leitten. mährend die älteren ihre Häuser ans dem Boden bauen.