Leo riedung: Charlotte in Verwirrung
Ein Dienstmädchen geht zur Wahl
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Ein ganzes Jahr war sie schon in der großen Stadt, aber| gleichberechtigte Menschen, die der Redner als Bürger und Steuerimmer noch befiel Charlotte große Unsicherheit, wenn sie ganz allein zahler anredete. Charlotte gefiel es in dem Versammlungssaal, und Ostpreußen in die Stadt verfekt. Charlotte war die älteste von Stunden die Versammlung schloß. Was ihr aber am besten gefiel, mar. Mit einem Ruck hatte das Schicksal sie aus dem hintersten sie war gar nicht so recht zufrieden, als der Vorsitzende nach zwei sieben Geschwistern und sie ging, als der Platz zu eng geworden das war, daß eine Frau gesprochen hatte, ganz einfach und so verwar. Nun war sie Dienstmädchen an das moderne Wort Haus- ständlich, wie es eigentlich nur der Lehrer im Dorf konnte, wenn angestellte konnte sie sich nicht so rasch gewöhnen und sie fand es er einmal nicht von der Gicht geplagt war. auch selbstverständlich, daß die Arbeitszeit nach alter Art und Sitte früh um fünf Uhr begann und in den späten Abendstunden endete. Biele Töchter vom Lande leben auch heute noch auf diese Weise in der Stadt, so lange, bis don männlicher oder anderer Seite eine Bresche in den mit ostpreußischen Biehweiden und Kochtöpfen vermauerten Horizont geschossen wird. Wieviel dabei einfällt, das ist im einzelnen Falle verschieden.
Bei Charlotte war noch nichts eingefallen. Sie diente brav und redlich immer bei ihrer Dienstherrschaft, und wenn die Gnädige an Charlottes Ausgehtag ihre Perle so gar nicht entbehren konnte, blieb sie eben und arbeitete für zweie.
Vielleicht wäre das noch eine ganze Weile so geblieben, wenn
nicht jenes große Ereignis eingetreten wäre, das Charlotte völlig in Verwirrung brachte. Eines schönen Tages sagte der gnädige Herr zu ihr:" Nun, Charlotte, Sie werden doch auch zur Wahl gehen. Für welche Liste stimmen Sie denn?"
lotte.
Ich weiß von keiner Liste und von keiner Wahl", sagte Char
,, Da wird es Zeit, daß Sie etwas davon erfahren", sagte der gnädige Herr und drückte der fassungslosen Maid einen Wahlaufruf in die Hand, aus dem sie mit großem Schmerz ersah, daß Sittlich= feit, Recht und Kultur in Gefahr seien, wenn Sie, Charlotte, am Wahltag nicht für die nattonale Liste stimmte. Das sollte nicht geschehen, nein. Aber Charlotte war wirklich in politischen Dingen völlig ahnungslos, Erziehung zum Staatsbürger hatte auf dem Lehrplan ihres Dorfes gefehlt, und so beschloß sie, bei dem einzigen Menschen, mit dem sie ab und zu einige Wort sprach, bei der Hausangestellten Anna, sich noch einige Auskünfte zu holen.
Anna war von etwas anderem Schlage als Charlotte. Sie wußte nicht nur über ihre Pflichten, sondern auch über ihre Rechte Bescheid. Und sie hatte einen Schatz, der war Bauklempner, und er hatte sie in politischen Dingen so ziemlich konfirmiert.
Wählen?" Sie schaute sich Charlotte von allen Seiten an. Aber natürlich mußt du wählen. Aber laß mal sehen, was dir dein Oller gegeben hat. Natürlich, die nationale Liste. Die wählste nicht. Das ist alles bloß Kohl, von wegen Kultur und Recht und Sitte. Wann hast du denn Ausgang?"
" Nun, haft du's gehört?" fragte Anna. Jetzt weißt du doch schon eher, wen du wählen mußt. Für uns Mädchen, die arbeiten müssen, wenn wir nicht verhungern wollen, kommen nur Sozialdemokraten in Frage."
Sie gingen noch zusammen ins Kino, Anna war an diesem Sonntag ohne Bauklempner, denn er hatte sich für die Wahlarbeit der Partei zur Verfügung gestellt. Lustig trällerte Charlotte die Treppe hinauf, schloß die Korridortür auf und stieß beinahe mit dem Herrn zusammen, der sie erstaunt musterte.
" Wo waren Sie denn so lange?" fragte er.„ Haben Sie heute die Versammlung besucht, die ich Ihnen angegeben habe?" lotte noch ziemlich feck, während ihr doch schon das anerzogene " Ich glaube, es war eine andere Versammlung," sagte CharUntertanengefühl den Buckel herunterkroch.
" Wo waren Sie?" fragte nun der Hauptpascha in schärferem Tone. Er kam gar nicht auf den Gedanken, daß die allzeit willige und dienstbereite Charlotte sich einen eigenen Entschluß geleistet hatte.
Charlotte sagte, wo sie gewesen war. Der Herr Amtsgerichtsrat wurde ganz blaß. Dann schnarrte er das verdugte Mädchen an, dem das Weinen ziemlich nahe stand:" Sie verlassen morgen mein Haus. Ich kann keine Person in meinem Haushalt dulden, die in sozialdemokratische Versammlungen geht."
Es war eine traurige Nacht für Charlotte. Wie eine Verbrecherin kam sie sich vor. Und was sollte sie nun beginnen in der großen Stadt? Als die ersten Bäckerjungen durch die Straßen flingelte, nahm sie die Milchkanne und ging hinunter. Anna stand schon im Laden und mit einem Schwall von verzweifelten Worten und Tränen brach Charlotte über sie herein. Aber Anna war gewißt und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
" Bist du nun endlich fertig?" sagte sie, als das Gewitter abzuebben begann. So eine dumme Gans ist mir doch noch nicht vorgekommen. Also höre mal: Du packst ruhig deine Sachen, bringit sie zu meiner Schwester, wir verklagen deinen Ollen beim Arbeitsgericht. Passe mal auf, wie der bezahlen muß! Heute fann man auch uns den Besuch einer politischen Versammlung nicht mehr verbieten. Und wir wählen die Partei, die unsere Interessen vertritt.
Charlotte hatte am fommenden Sonntag Ausgang. ,, Also, da läßt du dir nicht wieder von deiner Madam da- Sage das deinem Amtsgerichtsrat." zwischenpfuschen, sondern da gehst du mit mir."
Der Sonntag tam und Charlotte ging mit Anna in die Wahlnerfammlung. Da hörte fie merkwürdige Worte, und es gab hier feine gnädigen Frauen und ihre Dienstmädchen, sondern lauter
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Charlotte jagle es zwar nicht, dazu war sie doch noch nicht zungenfertig genug. Aber sonst tat sie alles, war ihr Anna gesagt hatte. Und stolz ging fie am Tage der Wahl an die Urne und gab den Zettel ab. Sie wählte Liste 1.
Alexander von Marai: ,, Verletzung"
( Schluß.)
,, Franz", fagte er in der großen Stille.
Armer, Kleiner Franz Was ist aus dir geworden?
Es war unser Brinz, trug weiße Strümpfe, Sammetbeinkleider and war zart wie ein Mädchen. Alle verwöhnten ihn, ein Erzieher| brachte ihn zur Schule und holte ihn wieder ab. Ein halbes Jahr später schoß sein Bapa sich eine Kugel durch den Kopf und da war die ganze Herrlichkeit zu Ende und Franz verließ die Stadt. Still, mit Anstand, den Bewegungen eines feinen und gepflegten Kindes erhob er sich aus der Bank und trat vor die Orgel hin. Dort verneigte er sich höflich und wartete.
Fränzchen," sagte Bargoczy zart zu ihm, denn Franz liebten, verwöhnten und beschützten alle und selbst dieser Bart konnte nur freundlich mit ihm sprechen, versuche du es, mein Junge. Paß auf. Wo die klaren Wellen..."
Und Bargoczys Finger letterten auf die Tasten zurück. Ich stand seitwärts, rührte mich nicht. Was war das? Das ging nur fo einfach? Was war geschehen? Ich ging nicht weiter, verließ den Saal nicht. Ich wartete. Ich hatte irgendwie das Gefühl, daß diese Sache nicht gültig sei, mur eine häusliche Intrige und Cliquenwirtfchaft, warten wir erst die Vorstellung ab, dann mögen Kritik und Bresse entscheiden. Ich empfand, daß etwas Furchtbares mit mir geschah, vor der Schule, vor den neununddreißig schadenfrohen Knaben, vor meinen Eltern und Fräulein Heddy. Eine kleine Verletzung war das, die ich lange an mir tragen würde und die vielleicht niemals vernarbte. Ich fühlte, daß ich unschuldig war, ich drängte mich nicht vor, mich hatte das Schicksal für die Rolle der heiligen Margarethe auserwählt, ich gab mein bestes Können, ließ meiner Stimme freien Lauf, sagte nicht ab, ich war ja tein Piccaver, hatte ehrlich gesungen. Ferner spürte ich noch mit plötzlich hervor brechendem Hohn und Verachtung im Herzen, daß Franz niemals eine vollkommene Margarethe sein werde. Das fühlte ich zuinnerſt, daß dieses Jahrhundert mur eine vollkommene Margarethe her= vorgebracht hätte, mit Heiligenschein und Schlafgewand, und das mar ich. Ich ging nicht weiter, ging nicht auf meinen Plaz, blieb weiter neben der Orgel. Singe mur, dachte ich. Krähe mur. Ihr werdet schon noch an mich denken, du ahnst ja nicht, was ich schon weiß, wie es mit ,, die fla" und ,, der. Do" beschaffen ist. Wie wird das enden? Was soll ich meinen Eltern sagen? Meine Eltern, Fräulein Heddy und unsere Bekannten rechnen schon mit mir als Margarethe. Was wollte Vargoczy? Gut, ich war nicht vollkommen, mußte noch lernen. Also hätte er mit mir üben müssen. Ich lernte mit Vergnügen, ich war bereit, Tag und Nacht die heilige Margarethe zu üben. Warum sprach er nicht zu mir, er fonnte mir ehrlich sagen, daß ich hier oder dort noch nicht ganz vollkommen war. Aber so, ohne eine Wort mich beiseite schieben und diesen kleinen Franz zu nehmen, dieses sommersprossige, weiche und weiße Herrchen, dem nicht ein Körnchen von Margarethe war. Franz begann zu fingen. Bargoczy sang ihm jeden Taft vor und Franz lief mit seiner dünnen und naiven Stimme nach Wie ein weißes Lämmchen mit flingendem Glöckchen dem Hirten nach läuft. Unter uns gesagt, begriff ich diesen Bargoczy nicht, mit welchem Rechte er wagte, über Stimmen zu urteilen, denn mit seiner eigenen Stimme war es wirklich nicht weit her. Er möge es mir nicht übel nehmen, aber ich sage ehrlich, daß seine Stimme fo flang, wie das Rüden eines Schrantes. Ja, diese zwei verStanden einander, Strache und Fran. Ich fühlte, daß es im Leben
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ungeschriebene Gesetze gab, Menschen, die zueinander gehörten, geheime Sympathien, die das Leben der Menschen lenkten. Bargoczy und Strache liebten Franz, dich dagegen liebten sie nicht.
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,, Es ist gut, Fränzchen", sagte Vargoczy. Das wird gehen. Komm nur morgen zu mir, dann wollen wir es durchnehmen."
Franz lächelte und sein feines, weißes Gesicht errötete, er verneigte sich wieder und ging mit stillen Bewegungen auf seinen Platz zurück. Als er an mir vorbeikam, sah er auch mich höflich an, wie ein feiner, guter Kamerad, ein wenig mutlos, um Verzeihung bittend. Das verstand ich damals noch nicht, weil ich nicht wußte, daß diefes zarte und reine Aufbligen einer Seele unter die größten Geschenke des Lebens zählt. Ich war offenbar fertig. Bargoczy streckte sich und sagte:
,, Du stellst dich am besten zum Chor."
Ich. Zum Chor. Um den heiligen Palmwedel zu schwenken. Es schwindelte und drehte sich etwas um mich, die Gesetze der Welt, der Zweck und Sinn des Lebens. Aber Strache trat jetzt zu Bargoczy und unterhielt sich leise mit ihm. Vargoczy fragte sich den Kopf.
"
" Ja", sagte er damn. ,, Gut." Er neigte sich zu mir und sagte vertraulich. Also, du trittst in den Chor ein. Aber fingen, hm, lieber nicht. Deine Stimme ist noch etwas schrill, man- würde sie heraushören. Markiere nur. Berstehst du? Keine wirklichen Töne, markiere nur mit dem Mund den Gesang."
Er lachte und beugte sich mit seinem dunkien Bart über mich und zeigte mir, wie ich markieren solle. Eine Sekunde lang öffnete und schloß sich Bargoczys von dichten Haarbüscheln umrahmter Mund über meinem Gesicht wie der Mund eines Riesen, der mich schreckte und tat, als wolle er mich verschlingen. Der Saal ficherte.
,, Markiere nur", sagten sie.
Als ich totenbleich auf meinen Platz zurückkehrte, zischte es von allen Seiten: 1)
,, Markiere nur."
Daheim wagte ich nichts zu erzählen. Mit Bitterkeit und Scham im Herzen schlief ich zitternd ein. Seit wenigen Stunden zeigte mir die Welt ein neues Gesicht, traf mich ein Windstoß des unberechenbaren, dummen Schicksals. Ich werde markieren. Ich markierte auf den Proben, bleich und hartnäckig. Stumm hing ich an Vargoczys Gesicht, vielleicht zog er alles im letzten Moment zurück Daheim, wenn ich allein war, übte ich die Arie der heiligen Margarethe. Auch an dem Tage der Vorstellung geschah nichts weiter und ich erzählte meinen Eltern, daß Franz die Rolle bekommen habe, ich aber im Chor teilnehmen werde. Dann lebte ich ein paar Wochen lang in einem unwahrscheinlichen, fieberhaften Nervenzustand. Frühmorgens empfing mich die Klasse johlend: Markiere mur." Die Schande war eine offene Schande, die Stadt wußte davon. Nur meinen Eltern wagte ich nichts davon zu sagen. Am Tage der Vorstellung stand ich hinter den Engeln, bemalt, in blonder Berüde, in irgendeinem Kaftan, den das Stadttheater der Schule zur Verfügung gestellt hatte mit der Erklärung, daß Engel im allgemeinen mit Kaftanen befleidet seien. Meine Eltern faßen unten in der ersten Reihe und ich stand oben im Chor als lehter Engel rechts, und als der Chor loslegte, weil Bargoczy mit der Pfeife das Zeichen gab:„ Wir schwenkten den heiligen Balmwedel über ihren Häuptern" marfierte ich stumm. Ich mochte unter der Schminke sehr bleich sein und meine Zähne flapperten mie im Fieber, aber das bemerfte nur meine Mutter von anden, denn in
der Baufe tam fie in die Garberobe des Tarnfacts, mo bie Engel in ihren Raftanen auf den Lettern hingen und Schintenbrote fauten. Sie fragte mich erschroden:
Fehlt dir etwas?"
H
„ D, nein", sagte ich und meine Zähne taperten. Bitte, geh hinaus. Es fehlt mir gar nichts.
Die Engel verstummten und starrten uns von den Lettera herab an. Ein paar Augenblicke lang standen wir fo. Das war der fühl, als Freude und Erfolg. Aber auch meine Mutter ahnte erste Moment meines Lebens, der mich empfinden ließ, daß Leid etwas Furchtbares sei, ein komplizierteres und produttiveres Ge etwas, denn sie nahm mich wortlos bei der Hand und führte mich cus dem Saal. So gingen wir, ohne zu sprechen, den langen Gang entlang, der zum Hauptportal führte. Im Tor stand Franz in komplettem Nachtgewand mit Glorienschein und plauderte mit seinem Erzieher. Als er uns erblickte, verstummte er, wurde rot und ver beugte fich:
,, Guten Tag", sagte er.
Es war etwas in seinem Blick, Wissen, Verlegenheit, der Licht strahl einer vornehmen Seele, das alles zwang mich, stehenzu bleiben. Zum ersten Male mußte ich einem Menschen gegenüber Stellung nehmen. Ihm zürnen oder ihn lieben, mein Verhältnis zur menschlichen Ordnung ermessen. Wir verneigten uns beide gleichzeitig und gaben uns die Hand.
,, Gehen Sie hinein, Franz," sagte meine Mutter, Sie werden
sich erfälten.
Sie nahm meine Hand und zog mich mit sich fort. Auch das heim sprachen wir von dieser Sache nicht, weder damo noch später. Nach einiger Zeit blieb ich aus dieser Schule aus und Franzens Vater schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Ich hörte nie wieder von ihm. ( Aus dem Ungarischen von Alexander von Sacher- Masoch.)
Dr. Ernst Kühn:
Vierbeinige Menschenretter
Die Hunde vom St. Bernhardt
Wer den Süden der Schweiz bereist, um die gewaltigsten Berge Europas , den Mont Blanc und den Monte Rosa zu bewundern, wird auch dem Großen St. Bernhard einen Besuch abstatten, der es aller dings an Höhe mit jenen nicht aufnehmen kann, aber doch unendlich viel Schönes bietet: seine Schnee- und Eispyramiden, seine wilden Schluchten, seine malerischen Felsenzacken, seinen großartigen Ferna blick; dabei ist er leicht zugänglich.
Aber nicht bloß Naturschönheiten treten dem Besucher entgegen, der Tierfreund kommt hier noch ganz besonders auf seine Kosten. Denn er sieht dort die edelste Hunderasse, von der er gewöhnlich nur hat erzählen hören, die Bernhardiner und er fann hier mit ihnen fogar freundschaftlich verkehren, diesen großen, äußerst starten, treuen, sehr flugen Tieren. Sie gehören zum Hospiz, das dort schon im 10. Jahrhundert erbaut wurde, von einem Priester Bernhard de Menthon aus Aosta übrigens hatten genau an der Stelle die Römer schon einen Jupitertempel. Dieser Ersbbau brannte ab, und der jetzt an seiner Stelle steht, stammt aus dem 16. Jahrhundert; ein großer neuer Flügel ist sogar erst 1900 angelegt. Die frühere Art unentgeltlicher Verpflegung im Hospiz hat wegen des sehr großen Defizits aufgehört, und jetzt ist ein Hotel da wie jedes andere Hotel.
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Die Hunde sind in dieser so häufig rauhen Schneewehen aus gesetzten Gegend der Winter dauert hier 8 bis 9 Monate; die mittlere Jahrestemperatur ist minus 1 Grad Celsius von größtem Bert: ihre feinste Witterung hat schon manchen Wanderer vom Tode gerettet.
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Man erhält diese edle Rasse dadurch, daß man sie sich nie mit einer anderen mischen läßt. Die ursprüngliche Rasse, die, aus Germanien stammend, den germanischen Kriegern folgte, als sie des Varus' Truppen weiter verfolgten, ist nicht mehr vorhanden, wenn das überhaupt nicht Fabel ist. Die jetzige stammt aus dem noch heute durch seine Hundezüchtereien berühmten Leonberg in Württema verrichten den ungefähr 20 an der Zahl berg. Die Tiere Sicherheitsdienst in bewundernswürdiger Weise. Sie sind auf die menschliche Fährte dressiert und machen sich, sobald das Wetter irgendwie bedrohlich wird, in Begleitung eines Geistlichen oder eines Klosterknechtes oder auch allein auf den Weg und stöbern nach den von der Straße Verirrten oder schon von den Lawinen Verschütteten oder den halb Erfrorenen. Haben sie einen solchen gefunden, so eilen fie auf dem schnellsten Wege in das Hospiz zurück, um Hilfe herbeizua helen, oder beginnen auch selber den Liebesdienst. Sie führen etwas Brot und ein Fläschchen Wein, am Halse getragen, mit sich.
Es ist natürlich nicht so einfach, die Tiere erst so weit zu erziehen. Gewöhnlich gehen zwei volle Jahre des Trainierens voran, und auch nach dieser Lehrzeit" finden noch fortwährende Uebungen mit ihnen statt. Und das Trainieren beginnt auch erst, wenn die jungen Tiere voll ausgereift sind. Dann zieht der Meutenführer, also einer der besonders hierauf eingestellten Geistlichen, zusammen mit einem sehr erfahrenen, tüchtigen älteren Hunde mit ihnen aus, und nun übernimmt der ältere Hund die Erziehung: zunächst überall, wohin er geht, müssen sie ihm folgen, durch den tiefsten Schnee, über die glattesten Eisfelder, über Abgründe und tiefe Schluchten hinweg. Wenn dieses genügend eingeübt ist, dann beginnt ein Suchen und Stöbern im Schnee nach Verirrten; wird ein solcher gefunden, müssen fie auf das lauteste bellen, entweder, damit man sie im Kloster hört oder damit die anderen Hunde es hören, die in der Nähe des Klosters find, um auf diese Weise Beistand zu bringen. Ist der Gefundene imstande, selber zu gehen, so führen sie ihn schnell oder langsam, je mehr, so schleppt ihn der Hund. Oft sind die Hunde zwei bis drei nachdem er sich fortbewegen kann, zum Kloster. Kann er das nicht Tage fort, unaufhörlich in der Verfolgung einer Spur, gleichgültig,
ob sie hungern oder nicht.
Es ist dort ein sehr hübsches Denkmal für einen Hund errichtet, Außerordentliches geleistet hat. Das ist der Hund Barry( er selber um ihn sozusagen der Unsterblichkeit zu übergeben, für ein Tier, das ist ausgestopft im Museum zu Bern ), der, wie die Inschrift des Denkmals besagt, vierzig Menschen vom Tode errettete und vom 41. getötet wurde. Dieser 41. war ein im Schnee begrabener Soldat, den er aus seiner Ohnmacht aufgebellt hatte und der, als er nun aufmachte und das mächtige Tier bellend vor sich sah, sich von ihm bedroht glaubte und mit seinem Seitengewehr erstach. Von diesem Barry wird noch erzählt, daß er einmal ein. 10 Jahre altes Kind im Schnee erstarrt fand und daß er es so lange an seinem eigenen Körper erwärmte, bis wieder Leben in es tam, und dann stellte er so viele Manipulationen mit dem Kinde an, bis es sich auf seinem Rüden festklammerte und er mit ihm ins Kloster eilen konnte.
über denen sich die Sinkstoffe eines hereingebrochenen Meeres abDie Kohlenflöze entstanden durch Verkohlen von Wäldern, gelagert haben. Im Ruhrgebiet liegen bis zu 170 Flöze übercinander, im Saargebiet sogar über 300. Das heißt, daß die hier einmal vorhandenen Wälder 170 bzw. über 300 mal durch große Baffertatastrophen vernichtet wurden.