Beilage on We Donnerstag, 12. März 1931
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Spalausgabe des brware
Das Ende Alexanders II.
Ein historisches Attentat und seine Folgen
2m 13. März 1881, affo vor fünfzig Jahren, wurde der russische Zaar Alexander II. in Petersburg durch die Bomben würfe nihilistischer Berschwärer getötet. Die Regierungs- und Polizeipreffe der drei Kaiserstaaten heulte wütend auf, die liberale und demokratische Presse Westeuropas billigte wohl das Petersburger Attentat nicht, versuchte aber den Beweggründen der Attentäter gerecht zu werden und brachte die Ermordung des Zaren in die unmittelbarste Berbindung mit dem despotischen Regierungssystem Aleranders II., das Rußlands aufstrebende Jugend in den Eiswüsten Rußlands begrub. So veröffentlichte die raditalliberale Wochenzeitung Reynolds Newspaper" eine er schütternde Schilderung der nach Sibirien Deportierten . Sie stellte die erschreckende Tatsache in das volle Tageslicht, daß unter der„ milden" Regierung Alexanders jährlich die fünffache Zahl von Verbrechern" nach Sibirien verbannt worden sei, als unter Nitolaus I., der in der Geschichte als der grausamste Despot und der blutdürftigste Tyrann forflebt, der seit dem letzten Jahrhundert auf einem europäischen Throne gesessen hatte.
Tausende und aber Tausende von politischen Freiheitsfämpfern find in Sibirien zugunde gegangen. Angesichts der qualvollen Leiden der russischen Deportierten schrieb Reynolds Newspaper":" Bas Bunder, menn folche Abscheulichkeiten verübt werden an den Bätern, Söhnen, Gatten und Brüdern von Tausenden, daß Schrecken gegen Schrecken",„ Meuchelmord gegen Meuchelmord" zuletzt die Parole der russischen Nihilisten wurde! Wer würde nicht Nihilist, wenn er in Rußland lebte, und ihm solche Torturen täglich in Aussicht ständen, mie fie foeben geschildert sind, die vollführt werden auf Befehl eines grausamen, gefühllosen Despoten, dessen System einer seiner Träger treffend zeichnete, als der Absolutismus gemildert durch den Meuchelmord"."
Nach zahllosen Haussuchungen und ganz willkürlichen Vers haftungen machte man sechs nihilistischen Verschwörern den Prozeß: Andrej Sheljabom, Sophia Beromstaja, hehsia Helfmann, Nikolai Ribaltschitsch, Nikolai Ryssa= fom und Timofei Michailom. Die ersten vier Angeklagten hatten die verschiedenen Phasen des Kampfes gegen den despotischen Zarismuis von der friedlichen Propaganda an bis zu den revolutio= närsten Bestrebungen und terroristischen Unternehmungen durch gemacht: Nicht freiwillig", so ftellte ein russischer Korre spondent des„ Sozialdemokrat" am 4./16. April 1881 fest, hatten sic den verzweifelten Kampf mit der Regierung aufgenommen, von Schritt zu Schritt sind sie auf denselben hingedrängt worden."
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der Ausbruch der russischen Revolution nur noch eine Frage von Monaten"; und er war der Ueberzeugung, daß diese Revolution auf ganz Europa zurüdwirten werde. Nach seiner Ansicht mußte sich die russische Revolution fortsegen wie die Große französische Revolution, die eine ganze Zeitspanne, die Periode von 1789 bis 1794, umfaßte. Er hielt daher die politische Situation für außer ordentlich vielversprechend für die deutsche Sozialdemokratie. Wenn er den Zaren als den wirklichen
Gefangenen der ruffischen Revolutionäre betrachtete, so ist diese Borstellung offenbar auf russische Infor mationen zurückzuführen. Der russische Minister Graf Woronzeff foll nämlich die revolutionäre russische Partei des„ Boltswillens" als eine wirkliche politische Macht eingeschätzt haben, mit der er einen förmlichen Waffenstillstand abschließen wollte, damit nicht das Leben des Thronfolgers bei dem Krönungsatte durch neue Attentate bedroht würde. Tarasoff, ein Freund des großen russischen Führers Lawrom schrieb nämlich in der„ Neuen Zeit"( Jahrg. XVIII, 1. Bd. Seite 845) über diese Waffenstilstandsverhandlungen, mit Lawrom:„ Von den Gerüchten erschreckt, daß ein neues Attentat vorbereitet wird, hatte der Graf Woronzeff aus Sympathie und Liebe für den Zaren" die Berantwortlichkeit auf sich genommen, mit der Partei des Bolts willens" wie mit einer friegführenden Macht zu unterhandeln. Er versprach den Revolutionären die Befreiung Tschernischemstys, Amnestie für alle politischen Berurteilten, mehrere liberale Reformen und Zahlung einer ungeheuren Summe( wenn mein Gedächtnis mich nicht trügt), von einer Million Rubel an die Parteitaffe."
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Diesen Handel um Schonung des Lebens des Zaren tam aber nicht zustande, als sich der Mut der russischen Regierung wieder hob, und die Massenverhaftung russischer Revolutionäre gelang.
Die Ermordung des Zaren Alexanders II. feßte nicht die Sturmgloden einer russischen Revolution in Schwingungen, sondern läutete zunächst eine Aera schwerer Ver folgungen der russischen Revolutionäre ein.
Im Bunde mit dem Zarismus steuerte Bismard damals bireft auf eine Konferenz der Regierungen der Großmächte los, die ganz allgemein die Auslieferung politischer Mörder verlangen sollte. Er schlug die Abmachung vor: Das assasinat( Mord) und empoissonement( Giftmord) und die Versuche sind Borbereitungen dazu und unter teinen Umständen als politische Berbrechen zu betrachten.
Die Konferenz tam nicht zustande, wohi aber verständigten fich die leitenden Männer Deutschlands , Defterreichs und Rußlands , eine strenge Aufsicht über revolutionäre Ausländer zu üben.
Die internationale Spigelzentrale, die eigentlich schon seit dem Scheitern der Pariser Kommune bestand, dehnte ihren Machtbereich in ungeahnter Weise aus. Sie wurde für viele russische Revolutionäre, die dem Zarismus direft ausgeliefert murden, verhängnisvoll. So wirfte fich das Attentat vom 13. März 1881 zunächst als ein gefährlicher Gegenstoß gegen die Wegbereiter der russischen Revolution aus. Erst die Niederlage des Zarismus quf den fernasiatischen Kriegsschaupläzen entfesselte die erste russische ReDolution. P. Kampffmeyer.
Erwerbslosigkeit treibt in den Tod
- Die Selbstmordstatistik des Völkerbundes A
Je höher die Welle der Ermerbslosigkeit steigt, desto| Afien liegt nicht vor; diese würde wahrscheinlich erschreckliche Daten stärter zieht die Kurve der Selbstmorde an. Nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts haben im Jahre 1928 abschließende Zahlen aus neuerer Zeit liegen noch nicht vor nicht weniger als 16 036 Deutsche Selbstmord begangen, 11 239 Männer, 4797 Frauen. Mit anderen Worten: täglich legten 44 Deutsche Hand an sich. Nicht in allen Fällen waren die Motive aufzuklären. Es ist aber anzu nehmen, daß schon 1928 annähernb 12.000 Deutsche aus mirt
haben. Die Zahl der Unglücklichen, die aus Furcht vor Siechtum, aus verlegtem Chrgefühl oder aus seelischem Leid zu Selbstmördern merden, ist seit dem Weltfrieg im Rüfgang begriffen. Aus genommen davon sind die Geistestranten: fast jeder Geistestranke unternimmt einmal einen Selbstmordversuch. Die Selbstmord Statistit von 1928 gibt auch die Todesarten bekannt. 49,9 Proz. der Männer wählten den Tod des Erhängens, 20,1 Broz griffen zur Schußwaffe; von den Frauen waren es 28,7 Proz., die sich er. drosselten, 24,1 Proz. atmeten Leuchtgas ein, 23,1 Broz. gingen ins Wasser, 9,2 Proz. griffen zu Giften, und 3,5 Broz. zum Revolver.
Das Schredensregiment des Baren hatte den russischen Attenhaftlicher Rot ihrem Leben ein Ende gemacht tätern die Bomben in die Hände gedrückt. Sie wußten sich von der sadistischen Grausamteit frei, die sich in den Greueltaten der russischen Polizei immer und immer wieder offenbarte.„ Es ist nicht wahr," fo rief Sophia Beromstaja, die Tochter eines russischen Staatsrats, ihren Anflägern ins Gesicht, daß wir graufam find, wir konnten nicht frei in unseren Mitteln wählen, aber wir wählten jene, welche die geringste Gefahr für die Allgemeinheit in fich schließen. Wir legten die Mine in der Gartenstraße an, weil wir mußten, daß niemand dort sein dürfe, men der Kaiser durchfährt. Aus demselben Grunde mählten wir das Ufer des menig besuchten Katharinen- Kanals. Der Werfer der Bombe war in derselben Gefahr wie sein Opfer, und er mußte dies."
Am 15. April 1881 ftarben Sheljabow, Michailom, Berowstaja, Ribaltschitsch und Ryssakow den Tod am Galgen durch Henkershand. Die Hinrichtung der Nihilisten war nicht eine Hentersarbeit, nein, eine wahre Schinderarbeit", so nannte selbst der Berichterstatter der Kölnischen Zeitung " die an den Attentätern poll 30gene Tortur. Der Sozialdemokrat" brachte den Freiheitsfämpfern marme Sympathien entgegen, feßte aber hinzu: Die Rampfmittel, welche sie angewendet, find nicht die unseren.. Und im Hinweis auf die besonderen Verhältnisse Rußlands schrieb er: Andere Berhältnisse, andere Sitten als bei uns herrschen in Rußland . Wir stimmen daher nicht mit ein in das Berdammungs urteil, welches das anständige Publikum über die Barenmorder" gefällt."
Wenige Wochen nach dem Petersburger Attentat, in den erregten Reichstagsdebatten über die
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Handhabung des Kleinen Belagerungszuffandes
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in Berlin und Hamburg ging Ignaz Auer ausführlich auf die blutrünstigen Fürstenmord Tiraden ein, mit denen Johann Most seine Freiheit" füllte. Most pries den Fürstenmord als einer der hauptsächlichsten Mittel zur Vorbereitung der sozialen Revolution. Wir haben ein Recht, uns den Herrn Most von, den Rodschößen zu schütteln", so rief Auer dem preußischen Spigelminister Buttfamer und feiner tonservativen Gefolgschaft zu. Wir haben mit Most gebrochen schon zu einer Zeit, mo sonst noch Ihre gesamte Presse mit einem gewissen Wohlgefallen die Mostschen Extravaganzen verbreitete, Ihre Presse war es, die ftets mit einem gewissen Wohlgefallen Stellen aus der Freiheit" zitierte und erMärte: das ist die richtige Sozialdemokratie, fo fielt sie aus, da bietet fie uns ihr wahres Gesicht." Auer verlas dann die Resolution des Wydener Kongresses, in der die Sozialdemokratie allen Böllerbefreiungsbestrebungen, auch den russisch - nihilistischen ihre Sympathien aussprach, aber zugleich sehr nachdrücklich betonte, daß sie die durch die besonderen Verhältnisse Rußlands nihilistische Taftit nicht für Deutschland geeignet hielt. Die preußische Polizeipreffe strengte sich damals nach Kräften an, eine wirkliche Herzensbrüderschaft zwischen den Sozialdemofraten und Nihiliften nachzuweisen, um die verfolgte, mit den| Storpionen des Sozialistengesetzes gezüchtigte Partei politisch rechtlos und völlig mundtot zu machen. Dieses verbrecherische Spiel wurde von der Sozialdmokratie geschickt durchkreuzt, in dem sie die Namen der Polizeiagenten bireft nannie, die in der Freiheit die politische Mordpolitit Mofts verherrlichten. Und so hatten die Bemühungen der preußischen Bolizei, die nihilistischen Attentate für Bismards Staatsrettungspläne ausgunußen, feinen Erfolg.
bedingte
Zeitweilig zwar richteten sich die Hoffnungen vieler Revolutiosäre auf bas erwachende Rußland . Für Friedrich Engels war
Daß die Zahl der Selbstmorder im Jahre 1930 vor allem in der Reichshauptstadt bedentlich gestiegen ist, be meist die Tatsache, daß im ersten Halbjahr über 1000 Berliner Selbstmord begangen haben, während die Berliner Selbstmordstatistit für das ganze Jahr 1928 1659 Fälle aufzuweisen hatte, die der Polizei befanntgeworden waren. Dabei darf nicht vergessen werden, daß eine nicht geringe Anzahl Selbstmorde verschwiegen bleibt, weil die Hinterbliebenen des Toten es wünschen.
Auch der Völkerbund führt eine Statistit, die aber noch sehr füdenhaft ist. Nach dieser geben sich in Europa jährlich 50000 Menschen den Tod. Auf 100 000 Einwohner in Ungarn und der Tsche woslowakei entfallen 26 Selbstmörder, in Deutschland auf 100 000 Einwohner 23, in Defter reich 22 und in Frankreich 17. An sechster Stelle erscheint auffälligerweise das Meine Eft Iand, das nur wenig mehr als eine million Einwohner zählt, jedoch auf je 100 000 Bürger 14 Selbft mörder aufweist. Eine Statistit über das riesige Menschenreservoir
Ungeachtet des langjährigen Bürgerfriegs, der Hungersnot in den nordwestlichen Provinzen Chinas , der Auswirkungen der Weltfrise und insbesondere des Sturzes der Silberpreise, d. h. der Ent wertung der chinesischen Silberwährung, hat Shanghai in der letzten Zeit einen auffälligen Aufschwung genommen. Nicht nur ausländischen Unternehmern, sondern auch vielen reichen Chinesen schien Schanghai ficherer vor Kriegswirren zu sein als die anderen Großstädte Chinas ; große chinesische Kapitalien flüchteten in den letzten Jahren nach Schanghai , um hier in Grundstücken, Industrie und Handelsunternehmungen und sonstigen Werten angelegt zu werden. Allein im Krifenjahr 1930 wurden in Shanghai nicht weniger als 170 Millionen Mart in neuen Bauten angelegt: es war das baufreudigste Jahr, das die Stadt Shanghai jemals erlebt hat.
Schanghai war vor acht Jahrzehnten noch eine wenig bedeutende Hafenstadt. Infolge des Opiumtrieges von 1842 wurde es zu einem der fünf internationalen Vertragshäfen Chinas . Seit dieser Zeit gruppierten sich mit immer größerem Brunt ausländische Niederfaffungen um die eigentliche Chinesenstadt. Heute ist Shanghai der Es zählt ein michtigste Hafen des Fernen Osten s. schließlich feiner Vororte annähernd 2,7 Millionen Einwohner. Die Zahl der anfäffigen Ausländer beträgt etwa 55 000; hiervon find etwa die Hälfte Japaner, 7000 Engländer, 3500 Ameritaner, 1500 Bortugiesen, 1000 Deutsche und 1000 Franzosen. Die Zahl der Ruffen fann auf etwa 12 000 geschäßt, werden. Wenn allgemein gejagt mind, daß die Lebenshaltung in Shanghai höher ist als sonst irgendwo in China , fo gilt das natürlich fast ausschließlich nur für die Internationale Niederlaffung und die franzöfifche Konzeffion,
liefern, vor allem aus China , wo in den Zeiten des Bürgerkrieges und der Hungersnot Zehntausende Selbstmord begangen haben. Im Jahre 1927 herrschte auch in Japan eine Selbstmord epidemie. Binnen furzer Zeit stürzten sich z. B. über 60 Persenen in den Krater des Bulfans Asoso, der seitdem von einent hohen Eisengitter umgeben ist. In der Welt des Buddhismus ift der Freitod michts Ungewöhnliches; hat doch Buddha selbst auf der Höhe des irdischen Ruhms das Leben von sich geworfen.
Dft werden Todesarten gewählt, die ein Höchstmaß an Muf und Berzweiflung vorausfeßen. In New Yort sprang ein Börjen. matter aus dem siebzehnten Stockwert eines Wolfentragers auf die Straße. Im Ruhrgebiet warf sich fürzlich ein Arbeiter in die glühende Eisenmasse eines Hochofens. Der ungarische Kriminalist Ezetely erzählt von einem alten Mann, der im 3oologischen Garten von Madrid unbedingt non frisch aus der Bildnis impor tierten Löwen zerrissen werden wollte. Es war ihm wohl gelungen, in den Löwenkäfig hineinzufommen; aber obwohl er mit seinem Stod wild auf die Tiere einhieb, taten diese ihm nicht den Gefallen, über ihn herzufallen, sondern vertrochen sich. Der Mann griff darauf ärgerlich zur Pistole und erschoß sich im Käfig. Mehr„ Erfolg hatte eine Pariserin, die in einen Bärenzwinger sprang und zerfleischt wurde. Seit 23 Jahren gibt es eine Bewegung gegen den Selbstmord. Im Jahre 1907 eröffnete die englische Heilsarmee in London ein Büro, das mit großen Plakaten im Londoner Stadtbild Aufsehen erregte. Auf diesen stand geschrieben:„ Selbst mörder! Bevor du Selbstmord begehen willst, fomm ins Selbstmord büro!" Aehnliche Heilsarmeestellen wurden bald auch in Berlin , Rem Vort, Chitago und Melbourne geschaffen, die nicht nur für seelischen Zuspruch, sondern auch für wirtschaftliche Hilfe sorgten. Auch in Wien gab es schon im Jahre 1907 einen solchen Berein. Das Wohlfahrtswert der Menschenfreundin Eugenie Schwarzwald arbeitet in Wien heute noch in dieser Richtung. Seit Jahren wird auch in Berlin von privaten und öffentlichen. Stellen gegen den Selbstmord durch seelische und wirtschaftliche Bea ratung und Hilfe gekämpft.
während sich große Biertel der eigentlichen Chinesenstadt von den übrigen chinesischen Städten nur wenig unterscheiden.
Die Fassade, die Schanghai einem zureisenden Ausländer bietet, mar schon immer prunkvoll. Längs des Busung- Flusses, der einige hundert Meter breit ist, zieht sich filometerlang der„ Bund", der von zahlreichen palaftähnlichen Gebäuden und Wolfenkrazern besetzt ft, hin. Meift find es große ausländische Konzerne und Banten, wie die englische Chartered Bant, die japanische Yokohama Specie Bant, die Honglong and Shanghai Banting Corporation, Zeitungskonzerne wie die North China Daily News, die hier ihren Sitz haben. Auch andere prächtige Geschäftsstraßen, wie der Nanking Road, erinnern in ihrer prächtigen Aufmachung nur wenig an das sonstige Bild chinesischer Straßenzüge. Rund 2000 Neubauten europäisch- ameritanischen Stils wurden allein im letzten Jahr errichtet oder in Angriff genommen, darunter eine Reihe von zehn stödigen Hochhäusern und einen Wolfenfrager von 17 Stodwerfen. Unter den Bauunternehmern und Materiallieferanten stehen die Amerikaner an erster Stelle. Im Laufe der letzten zehn Jahre sind in Schanghai nicht weniger als 50 moderne Hotels mit allem erdentfichen Komfort gebaut worden. Die Kehrseite des rapiden Aufschwungs ist das rasche Ansteigen der Grundstückspreise und infolgedeffen das Hinaufflettern der Mieten.
Bon den mehr als 35 000 Automobilen, die zu Beginn des Jahres 1930 in China eingetragen maren, tam rund ein Drittel allein auf Schanghai . In diesem Jahre hat sich die Bautätigkeit fortgefeht. Unter den wenigen Inseln in der internatio nalen irtschaftsfrise ist die Millionenstadt Schanghai die intereffanteste. Die Amerikaner, die aus dem neuen Aufbau der Stadt wahrscheinlich den größten Nußeit gezogen haben, hoffen, daß der Aufschmung ungestört fortgeht. Sofern nich die Silberinflation das Wirtschaftsleben Chinas noch stärker beeinflußt, werden sie mayr. scheinlich recht behaiten.
Franke.