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KPD. im Dienste des Kapitals

Offenes Bekenntnis, daß die Gewerkschaften zertrümmert werden sollen Seit es in Deutschland eine Gewerkschaftsbewegung gibt, be-| meindearbeiter und kommunale Straßenbahner erfaßt. Der fom mühen sich die Unternehmer mit allen Mitteln, diese Gewerkschaften munistischen Streifparole find, nach oben abgerundet, etwa 380 zu zerschlagen. Was den Unternehmern nicht gelungen ist, ver-( dreihundertachtzig) Gemeindearbeiter gefolgt. Und das ist gut fo; sucht jetzt die KPD . Aus Essen wird uns berichtet: sind doch dadurch die Opfer dieser Wahnsinnstat verhältnismäßig gering.

Am 22. August, bevor also die Verhandlungen im Reichsarbeits­ministerium zur Beilegung des Lohnkonflikts beendet waren, tagte in Essen eine von der RGO. einberufene Konferenz der Gemeinde­und Verkehrsarbeiter aus den Ruhrstädten. In dieser Konferenz wurde die seit langem geplante Taufe des kommunistischen Ein­heitsverbandes der Gemeinde- und Verkehrsarbeiter" vollzogen und für die Gemeindearbeiter der Streif proflamiert, der mit einem Schlage den Gesamtverband erledigen sollte. Diese Streifprofla mation ist geradezu kläglich verpufft und hat nur die eine Wirkung gehabt, daß

ein Teil irregeleiteter Arbeiter den Arbeitsplatz eingebüßt hat und um eine trübe Erfahrung reicher ist.

In Duisburg legten in der inneren Stadt etwa 60 Ar­beiter vom Fuhrpark und der Straßenreinigung die Arbeit nieder. Alle frampfhaften Anstrengungen, diese Arbeitsniederlegung auch auf die übrigen Betriebe auszudehnen, waren erfolglos.

In Essen war es die Gasanstalt, eine Hochburg der RGO, mo am Dienstag rund 300 Arbeiter ihren Arbeitsplatz verließen. Eine Störung in der Gasversorgung ist nicht eingetreten. Alle Bemühungen, die übrigen Betriebe mit in den Kampf zu ziehen, blieben gleichfalls erfolglos. Der größte Teil der Streifenden war nur durch kommunistischen Terror zum Anschluß an diese wilde Aftion gezwungen worden.

In Herne , ebenfalls einer Hochburg der KPD. , folgten der Streifparole der RGO. im Hochbauamt 7 Arbeiter, die aber unter Führung des Kommunistenhäuptlings Kuhn bereits am Mitt­moch die Arbeit wieder gehorsamst aufnahmen.

In Gelsenkirchen war es eine Rehrkolonne von 12 Mann, die den Besen ruhen ließ und den Kampf gegen Notverordnung und Sozialfaschisten " aufnahm. Dann ist Schluß. In allen anderen Städten sind selbst die RGD.- Leute der Streitparole nicht gefolgt. Von der Berliner Vereinbarung werden im Bereiche des Arbeit geberverbandes rheinisch- westfälischer Gemeinden rund 25 000 Ge­

Daß mit diesem Streit die Bestimmungen der Notverordnung nicht zu beseitigen waren, wußten die RGD.- Strategen ganz genau. Das war auch nicht der Zweck des wilden Streiks. Was erreicht werden sollte, ist die

Zerschlagung der Organisation der Gemeindearbeiter. örtlich hieß es in einem Leitartikel des kommunistischen Revolver­blattes, genannt ,, Ruhrecho":

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... Der niederträchtige Dolchstoß der Gemeindebonzen hat es Abertausenden von Werktätigen eingehämmert: Diese Lohn­raubverbände, die uns hohe Beiträge abpressen, die die Groschen der Proleten verspekulieren und sie in prunkvollen Bonzenpalästen investieren, diese Verbände, die die Beitragspfennige der Proleten den Wahlkassen der SPD. schenken, sind es wert, daß fie zerschlagen werden. Diese Gewerkschaften, die den Kapitalismus fanieren, statt ihn zu bekämpfen, die das Brot des Arbeiters stehlen, statt es zu verteilen, die den Arbeitern in den Rücken fallen, statt ihnen zu helfen-

diese Verbände müssen durch den Willen der Belegschaften zertrümmert werden.

Durch eigene revolutionäre Gewerkschaftsorganisationen müssen die Belegschaften die Garantie für einen fonfequenten Klassen­tampf schaffen. Rote Gewerkschaftsverbände auf der Grundlage einer wirklichen proletarischen Einheitsfront treten kühn das heroische Erbe der klassenkämpferischen Vorkriegsgewerkschaften

an.

Auch in Berlin wurde nach dem gleichen Schema gearbeitet. Man hezte zum Streit, riß die Führer der Bewegung herunter, noch bevor man wußte, wie der Konflikt ausgehen wird.

Von Hugenberg über Hitler bis Thälmann eine Einheits­front gegen die Gewerkschaften und die Sozialdemokra­ tische Partei , Bergwertszeitung"," Ruhrecho" und alle anderen kommunistischen Zeitungen in einer Front für die Zerschlagung der freien Gewerkschaften, tiefer geht's nimmer.

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Nochmals Gehaltsabbau!

,, Neufonstruktion" der Beamtenbezüge.

Die Meldung, daß bei den zuständigen Stellen des Reiches der Gedanke einer neuen Konstruktion" der Beamtenbesoldungs­ordnung erwogen werde, wird halbamtlich bestätigt. Es soll sich hierbei nach Blättermeldungen neben gewissen Umgruppierungen in der Einstufung auch um A e nderungen bei den Gehalts­steigerungen handeln.

An Stelle des zweijährigen Vorrückens von einer Stufe zur nächsten soll eine Frist von drei Jahren festgesetzt werden. Außer­dem will man die Höchstgrenze für Pensionen von 80 auf 75 Proz. und die Witwenpension, die augenblicklich 60 Proz. der Pension des Mannes beträgt, auf 45 Proz. herab­sehen. Irgendwelche Beschlüsse sind in dieser Hinsicht jedoch noch nicht gefaßt worden.

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in USA . Gewerkschaften ziehen Arbeit der Unterstützung vor.

New York , 28. August.( Eigenbericht.)

Eine vom Gewerkschaftsverband des Staates New York eingesetzte Kommission lehnte am Donnerstag in ihrer Schlußsizung sämtliche Anträge zugunsten der Einführung einer bundesstaatlichen Arbeitslosenversicherung ab. Angenommen wurden dagegen An­träge, nach denen eine Milderung der Prohibition erwirft werden. soll und die Auflegung einer bundesstaatlichen Riesenanleihe zur Bekämpfung der Arbeitskrise gefordert wird.

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Die amerikanischen Gewerkschaften ziehen also die Arbeits­Gie halten beschaffung der Unterstützung der Arbeitslosen vor. nach der Wirtschaftslage in Amerika diese Arbeitsbeschaffung auch für möglich und für sofort ausreichend zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

Washington, 28. Auguft.( Eigenbericht.)

Der Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsbundes Green schätzt die Arbeitslosenziffer für August auf 5,1 Millionen. Green erwartet bis zum Jahresende eine Steigerung um zwei Millionen.

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