£olar Molland:(Woctl€1llßMÜß hxmn Vaudknn 6er fowet«, wem, fie's verstSnv«�<n zwei WSst» zerschneidend. „Ein wahrhast tragischer Tod", meinte der Hausherr, die näheren Umstände berichtend. „Nach einem wahrhaft schönen Leben, da, die Grenztommisfare führen", fügte einer der Gäste hin.zu.„Denn was haben diese Herren für ihr herrliches Gehalt zu tun, außer gelegentliche Jnfpektions» reifen zu machen, um sich zu vergewissern, daß die wirklichen Grenz- zieher, die Geometer, ihre Arbeit besorgen. In allerhand vergnüg- lichen Städten lbci solchem Gehalt) nehmen sie an den Kommission-- sitzungen teil, wo darüber, wie die Erde entzweigeschnitten werden soll, im Detail verhandelt wird, d. h. g e handelt, nein, ganz ein- fach geschachert wird. Von zwei durchschnittenen Grenzdörfern beispielsweise geht das eine hinüber, da- andere herüber; und es ist alsdann Aufgabe des Kommissars, für die über das Aequivalcnt hinausgehenden Wiesen, Höfe und Aecker Entschädigung zu verlangen. lieber die Entschädigungssrage hinaus(die wie Ebbe und Flut zwischen den Nationen hin- und herrollt) hat der Kommissar mit der Grenze nichts zu schaffen. Er handelt nur darüber, was zusammenbleiben darf und auseinandergerisscn werden soll." Der Mann mit dem Theodolit. „Die wirkliche Firierungsarbeit leisten wir Geometer". sagte ein kleiner, hauptsächlich aus einer Hornbrille beftchender Landmesser... (obwohl Geometer den unangenehmeren Teil ihrer Arbeit auf ihre Hilfskräfte abwälzen).„Um feste Punkte zu gewinnen, triangolieren wir. zerlegen die Erde in Dreieike. Zerlegen die Welt in Länder. Wir sind die Pioniere der neuen Welt und ziehen schon Grenzen, wo noch gar keine Menschen sind. Wir zerschneiden nomenlose Ur< wälder und Flüsse und Berge,„yue-noa", sagte ein Neger zu dem Weißen, der ihn nach dem Namen eines afrikanischen Gebirgsstockes fragte, das heißt„was-nein"(— ich weiß nicht). Darauf wurde die Grenze vom Quenao-, vom Wasneingebirge parallel zum soundso- vielten Breitengrad gezogen. Nichts hindert die Weißen im schwarzen Afrika und in Südamerika Grenzen zu ziehen, kein Unwissen und keine Pest. Die Neger verstehen nicht, warum ein belgischer oder portugiesischer Strich einen kräftigen Volksstamm entzweischneiden soll, die Neger kennen nur Stammesgrenzen, so zurülk sind sie in der Kultur. Was verstehen Neger vom Triangolieren und vom Theo- dolit, obwohl sie diesen und alles übrige natürlich tragen müssen." Der Skeptiker spricht. „Kann man denn überhaupt Grenzen vernünftig ziehen", sagte ein Dritter schmunzelnd,„selbst im kultivierten Europa , wo Völker durcheinander wohnen, wie auf dem Balkan , wie im O st e n..., und ist e» überhaupt vernünftig, Grenzen zu ziehen, gibt es feste Punkte, von denen man ausgehen kann im Leben der Völker? Die Statur kennt nur Uebergangsstodien und die Grenze ist eine grenzen- lose Tragikomödie. An allen Grenzen spielen sich fortwährend lächerliche und tragische Dinge ob, nicht zu sprechen von der Zoll- revision, der Sprachreoision, Gesinnungsrevision, Geldrcvision usw. Aber auch der Grenzstrich selbst ist oft ein schlechter Witz. Fn einem Bouerndorf im Harz gehen die Schweine in ihrem Stall zwischen Braunschweig und Preußen hin und her und der Bauer dankt Gott , daß Deutschland geeinigt ist, um so mehr, als auch die Anhalter Grenze durch sein geometrisch sehr wichtiges Gehöft läuft. Nach dem Weltkrieg(wo wahrscheinlich in der Eile nicht genug Grcnzkom- missare aufzutreiben waren) ist es vorgekommen, daß Hausbewohner für ihre dringendsten Bedürfnisse sich ins Ausland begeben(und ihm auf sonderbare Weise den Respekt bezeugen) muhten. Und erleben wir es nicht heutigen Tages, daß ein, nein, zwei durch hohe Berge von Oesterreich getrennte österreichische Dörfer als Zollausschluß fiir Oesterreich - sowohl als für Deutschland gelten? Für Deutschland roiel für Oesterreich sind die beiden Dörfer Devisenausland und der Himmel helfe ihnen Geschäfte zu machen. Und wenn ein Leichnam zur Hälfte auf polnischer, zur Hälfte auf deutscher Erde liegt, die Grenze mitten durch den Menschen geht..., dann kann er sich über- Haupt nicht vom Platze rühren, dann ist er durch die Grenze auf- gespießt." Ein karierter Herr. „Ich kenne für mich persönlich keine Grenzen", sagte ein hoch- ragender älterer, wie ein sturmbeschädigter Leuchtturm aufragender Mensch—„aber ich brauche sie. Grenzen sind die Würze des Lebens, der Genuß des Reifens. Jeglicher Zuftmid muß eine Grenze hoben: nur dadurch wird er erträglich. An jevcr Grenze beginnt die Welt neu, beginne ich das Leben neu. Die Grenze ist die äußere Bestätigung für die innere Umstellung, die ich vornehme. Ehe ich einen neuen Kontinent betrete, werfe ich all mein Münzgeld ins Meer, um mich vollständig befreit zu fühlen..Hinter jeder Grenze reagieren die Menschen anders. Ich beginne selber zu fühlen und zu denken wie die Leute jenseits der Grenze, esse ihre Lieblingsspeisen, höre ihre Lieblingslieder. Und jedesmal, so oft die Grenze meiner Aufnahmefähigkeit erreicht ist, überschreite ich wieder eine Grenze. Das Land meiner Sehnsucht liegt immer über der Grenze." Ein Lichtblick. „Sie sind ein Phäake,«in Egoist und würden zur Hochziehung nationaler Besonderheiten, wie meine schutzzöllnerischen Kollegen, am liebsten alle Länder hinter hohe Mauern stellen", sagte ein sorgen- voll dreinsehender Herr(Wirtschasispolitiker).„Wir für den Wohl- stand der Völker Sorgenden arbeiten für die Niederlegung der wider- natürlichen Mauern, für Schaffung eines weltwirtschaftlichen Au-- gleichs zwischen Not und Ueberproduktion, fiir internationale Ar- beitsteilung. Es stellt sich mehr und mehr heraus, daß Grenzen in- solge der Entwicklung des modernen Verkehrs und der Technik ein immer größeres Hindernis bedeuten. Die Ueberlegenhcit Amerikas besteht darin, daß USA . letzten Endes keine anderen als die natür- lichen, die Kontinentsgrenzen, im Auge hat. Europa wird erst dann seinen Wiederaufstieg erleben, wenn die künstlichen, die willkürlich gezogenen Striche zwischen den Völkern, ausradiert werden." Ein Mann räuspert sich. In der Ecke saß ein dicker, fettglänzender Herr, der bis jetzt geschwiegen hatte, und nun räusperte er sich nur, aber die Art, wie er es tat, ließ erkennen, wer er war. Es war der eigentliche Mann In diesen für uns modernen Ausdruck haben sich neue gesell- schaftliche Existcnzforderungen gekleidet. Die Gegenwart, die aus dem Sport und Turnen als einer vom privaten Geschmack ab- hängigen Erholung einzelner eine nationalpolitische Notwendigkeit im großen Rahmen des Volkes werden ließ, erhob auch den privat- bürgerlichen Sonntagsausflug, das Sonntagsnachmittagsrendezvous in; Schrebergarten zu einem offiziellen sozialen Exisienzfaktor: Wochenende als Ausgleich zur Arbeitswoche. Voraussetzung dafür war die verkürzte Arbeitszeit am Sonn- abend, und die Folge ist, daß man die beiden Wochentage Sonn- abend und Sonntag vom Kalender streichen kann, denn sie haben den populären Namen Wochenende erhalten. Damit ist aber nicht nur ein« neue Bezeichnung geschaffen, sondern das neue Bewegung--- element im gesellschaftlichen Leben geprägt worden: Flucht aus der zivilisatorischen Arbeitsfron der Fünfeinhalb-Tage-Arbeitswoche in die Freiheit eines anoerthalbtögigen natürlichen, individuellen Er- lebens und Auslebens. Es handelt sich hierbei ebensowenig um bloße Laune oder Spielerei wie bei der siedlungssoziologischen Be> rücksichtigang von reichlichen und einwandfreien Spiel-, Sport- und Turngelegenheiten. Die zivilisatorische Konzentration in Stadt-, Industrie- und Wirtschaftselementen auf der einen Seite verlangt und fordert Dezentralisation, Lockerung und Entspannung des menschlichen Habitus auf der anderen Seite. Die Maschine(im allgemeinen Sinne jede Objektivierung der menschlichen Arbeit des Körpers und des Geistes) als Feind des Menschen, insbesondere als Feind der menschlichen Seele, ist ein wohlfeiles Thema für poli- tificrende Themenverdreher, Maschine und Natur als gegenpolige ViDungsslemente des Gesellschaftsmcnfchen bilden ein Problem, dos die nüchterne uiipolitilche Gesellschaft als Ganzes in ihrer Zwangsentwicklung selbsttätig zum Tageslicht, gebracht hat. In unserer Lebenspraxis tauchte das.Weekend" auf, noch als fremder, vom Ausland übernommener Begriff; unsere Zioilisations» struttiiT übernahm ihn— weil sie ihn brauchte— und heute ist die Tatsache des Wochenendes nicht mehr rückgängig zu machen. Am Sonnabendmittag erlischt ollmählich das Leben in den sommerheißen Straßen der Großstädte: den Wohnhäusern, Büros und Industrieonlagen entströmen die Arbeiter, und eine neue Sied- lungsform nimmt sie in den weiten Landschaftsgürteln um die Stadtkomplexe mit Parks, Garten-, Wochenendporzellen, Wander- und Sportanlagen auf. Nicht die Schrebergartenkultur, nicht die Eigenheimbcwegung, noch die moderne Massensiedlungsreform kannten den entscheidenden Schritt in der Frage Maschine kontra Mensch tun, den die Wochenendbewegung getan hat: den Menschen gänzlich aus den Zivilisationszentren in gewissen rhythmischen Zeit- der Grenze, der Mann mit dem Ehrgeiz der möglichst weiten Grenze..., der Machtpolitiker. Der rote Faden. „Mehr als die Grenze zwischen Ländern geht mich die Grenze zwischen den Menschen an", sagte ein philosophisch aussehender Iüng- ling.„Nicht die Grenzen zwischen Menschengruppen meine ich, die sind künstlich auf historischer Basis festgelegt, und ebenso unbercch- tigt, wie jene anderen Machigrenzen. Wie die engen Landcsgrenzen sollen Klassen- und Kastengrenzen überwunden werden..... sie sind es schon da und dort. Ich aber spreche von der Grenze zwischen -In dividuum zu Individuum: das ist der rote Faden; jeder trägt diese Grenze in sich, nähert sich ihr; darf sie aber niemals über- schreiten; diese Grenze ist heilig. Hier ist eine Grenzverletzung nicht wieder gutzumachen. Ein Wort ist gefallen zwischen Mann und Mann, zwischen Mann und Frau: das Unheil ist geschehen, die Eni- gleisung bleibt für alle Ewigkeit ein Verkehrshindernis, nie wieder werden die Grenzen respektiert werden, sie könne» nicht mehr gefahr- los nebeneinander sein. Durch alles menschliche Geschehen läuft der rote Faden. Durch alles Denken, durch alles Fühlen. Wo die Grenze liegt, man weiß es nicht, kann es nicht sagen, ober wer im höchsten Sinne darauf Anspruch erhebt. Mensch zu sein, muß immer in jeder Lebenslage die Grenze von Mensch zu Mensch fühlen und muß sie respektieren, diese, die heilige Grenze. Mensch, halte deine Grenze, hat Zarathustra vergessen zu sagen." Ein Schlußwort. „Mensch, halte deine Grenze!" grunzte in diesem Augenblick ein Mensch auf, den wir bis dahin wenig beachtet hotten und fiel, die Tischdecke und die Gläser samt Inhalt mit sich reißend, vom Stuhl. „Mensch, halte deine Grenze!" lallte er noch einmal, als wir ihm bestürzt zu Hilfe eilten,„wenn das— wenn das die Völker— wenn sich die Völker das— die Diplomaten— die— die Herren von der Industrie— und die— von den Banken früher gesagt hätten,— dann— dann, dann— säße die Welt jetzt nicht so in der Palsche wie ich." Arnoidirauer.yiarl Sriedridi SEeliers 100. Todestag Bei kunsthistorischen Betrachtungen pflegen wir uns heutzutage weniger um die Stellung eines Mannes in seiner Zeit zu kümmern als um seine Bedeutung für die Entwicklung(wie wir sie verstehen), um seine Verdienste um das Werden der Kunst und um seine Wir- kung auf Spätere. Mit Karl Friedrich Zelter aber, der heute vor hundert Jahren das Zeitliche segnete, machen wir eine Ausnahme: seine freundschaftlichen Beziehungen zu Goethe, dessen»nisikalischcr Mentor er Jahrzehnte hindurch gewesen ist, sein — hauptsächlich freilich um Goethes willen interessanter und lesens« werter— Briefwechsel mit diesem klügsten aller Geheimräte haben seinen Namen lebendiger erhalten, als es sonst wohl der Fall ge- wesen wäre; rücken ihn heute noch und immer wieder in das scharfe Scheinwerserlicht einer Forschung, der Goethes(wenn auch scheinbar abstanden herausreißen; wöchentlich anderthalb Tage Urlaub von der Maschine, vom Aktenstaub, von den Tabellen und Formeln. Es kommt nicht darauf an, daß der Arbeiter jeden Nachmittag, ad- gespannt und erholungsbedürftig, in Schrebergartenarbeit einige Stunden notdüritigeZerstreuung findet; denn letzten Endes wird diese auch zu einem zweiten Arbcitsschema bzw. versinkt in der gewissen Einförmigkeit des Gewohnten, Täglichen; es koinmt auf eine gewaltsame Unterbrechung der Einförmigkeit in jeder Weise an. Flucht aus dem Bereich der Fünftage-Arbeit, hinaus in die Natur zu neuen Erlebnissen im Wandern, Rudern, Sporttreiben. Lager- leben, hinaus aus dem Alltag des Gewohnten zum Erlebnis des Gegensätzlichen. Es spielt hierbei schließlich neben der reinen Ausgleichung der Arbeit durch Erholung ein anderes Moment eine bedeutende Rolle: da- Erlebnis der örtlichen Veränderung. Es ist jenes Erlebnis, das man auf einer Reise in weitere Länder empfindet: das Verlassen eines immerhin engen Zentrums der gewohnten Stätten: Arbeitsraum, Wohnhaus, Stadtviertel, eigene Scholle, Umkreis der bekannten Menschen und Dinge— und Hinausschreiten auf den Außenrand der bekannten Alltagswelt. Neuling. Fremder, Schauender, Nur-Genießender sein. Wald ist zwar Wald und Berg ist Berg, aber eine unbekannte Landschaft oder eine zumindest nicht beruslich oder gewohnheitsgemäß oft besuchte Gegend hat wesentlich frischere Reize auf uns als der täglich besuchte Park oder Schreber- garten. Hierbei ist es aber gar nicht notwendig, daß man mit viel Lärm und Aufsehen kostspielige Reisen quer durch Deutschland unternimmt, was man sucht und was man braucht: die neuen Ein- drücke erhält man gegebenenfalls schon nach einer halbstündigen Straßenbahnsahrt; denn Wold ist Wald und Berg ist Berg, ob ihre Bewohner deutsch , französisch oder italienisch sprechen. Zurück zur Natur? Dies ist ein mißverstandener Satz; es gilt nicht, zur Natur„hinabzusteigen", in einen sogenannten natür- licheren Zustand zurückzukehren, sondern es gilt, in der gescllschaft- lichen zivilisatorischen Entwicklung wciterschreitend, die Der- bindung mit der Natur aufrechtzuerhalten, die verbrauchten geistigen und körperlichen Kräfte am natürlichen Auserleben in periodischer Wiederkehr aufzufrischen. Der Mensch sei eine Moschine, entdeckten die Materialisten vor hundert Jahren: nun gut, um so mehr bedarf eine mit Geist und Seele begabte Maschine wie der Mensch einer sorgsamen, vernünftigen Wartung und Schonung, also auch Ausgleichung der Ueberbeanspruchung in der vergesell- schaftlichten Arbeit. In diesem Sinne müssen wir uns bewußt der Auswertung des modernen sozialen Erscheinungsclements: Wochen- ende bemächtige». nur) rätselhasle Stellung zur Musik immer neuer Anlaß ist zu spitz- sindigen Spekulationen, zu merkwürdigen Theorien aller Art. Zelter war, daran ist nicht zu zweifeln, ein charaktervoller. gelegentlich sackgrober Mann altineisterlichcr Prägung, dem 18. Jahrhundert vollkommen verhaftet und ohne alle Ahnung von dem da- mals so wunderbar aufblühenden Neuen in der Musik, ohne Der- ständnis für seine großen Zeilgenossen, für Schuberts, für Beethovens Willen und Werk. Sein Leben war seltsam genug(und mag nicht wenig schwer gewesen sein): Maurermeister von Beruf, mußte er noch als längst anerkannter Dirigent und Komponist auf Baugerüste klettern, um da sein Handwert richtig auszuüben. Später dann(als Nachfolger seines berühmten Lehrers F a s ch) Leiter der Sing- akademie geworden, die ihm intensive Händelpslege, auch mancherlei Beschäftigung mit Bach zu danken hat, gründete er— inzwischen zum Professor ernannt— das Königliche Institut für Kirchenmusik sowie die erste Liedertafel, die ja bekanntlich großen Anklang und ungeheure Nachahmung fand. Auch als Lehrer stellte er seinen Mann: sein größter Schüler war kein Geringerer als Felix M�e n d e l s f o h n. Im Sinn und Stil feiner Zeit war er ein tüchtiger Komponist: seine eigentliche Domäne war die Liedkomposition, in der er(Haupt- Vertreter der sogenannten zweiten Berliner Liederschule) den echten Volksliedton bevorzugte. Manche seiner Vertonungen Goethescher Lyrik, vom Dichter einst gepriesen und geschätzt, sind heute noch in bescheidenem Maße wirkungsvoll, wenn wir im Grunde auch, von Schubert, Schumann, Hugo Wolf verwöhnt, nur mehr historische» Interesse für all das hegen.. Er betätigte sich auch als Opern-, Oratorien- und Kirchenkompanift, ohne den handwerklich sicheren Boden des Herkömmlichen, traditionell Gebundenen, jchulmäßig Bestimmten zu verlassen. Was nun sein Verhältnis zu Goethe anlangt, hört man immer wieder die Behauptung: Es wäre seine Pflicht gewesen, sich mit den Meistern seiner Zeit auseinanderzusetzen und sie dem Dichter nahe- zubringen, der ja Musik niemals in unserem Sinn begriff, der sie von anderen Künsten her, die er beherrschte, durch Parallel« und durch Gleichnis nur sich klarzumachen suchte: dem Musik niemals Selbstverständlichkeit war, eine eigene Sprache für sich— Dienerin vielmehr des Worts, das ihm, der Sprache größtem Meister, Zeit seines Lebens primäres Erleben war und sein mußte. Ganz Zweifel- los war Goethe ein visueller Typ, ein Augenmensch nach Neigung und Veranlagung, Dichter, Maler, Plastiker,— nur kein Musiker: Musik war ihm Erlebnis zweiten Ranges. Das war sein innerstes Gesetz, durch nichts und niemanden zu ändern. Darauf basierte aber seine Schätzung Zelters: daß dessen Ansichten seine eigenen Ahnungen bestätigten, dessen Meinungen im Grunde die seinen waren, daß dessen Werke ihm keine Rätsel aufgaben und sich in jenen Grenzen hielten, deren Erhaltung er, kraft seiner dichterischen Intuition, zu fordern gezwungen war. Gewiß, Zelter hatte keine Ahnung von den Wachstumsmöglichkeiten, von der Zukunft seiner Kunst. Selbst wenn er ober Beethovens Kraft und Herrlichkeit, wenn er Schuberts romantische Unendlichkeit erfaßt gehabt hätte: niemals hätten er den Größeren zu größerer Musik bekehren können — ihn, der die ganze Welt in Worte eingefangen hatte, in Wort- bilder und Sprachmelodie», die ihm(nichts ist begreiflicher) zu wert- voll waren, als daß er sie im stärkeren Strom nach eigenen Gesetzen wirksamer Musik hätte untergehen lassen können. Z v e i s i c h e ALLIANZ v t«» i c h e ALLIANZ V( I S I C H E ALLIANZ V E I S I C H E ALLIAN Z v e e s' c h e ALLIANZ V E■ S I C H E ALLIANZ V(» S I C H E RTE( VEREIN GAS LLJ—- C h R t Bs Ar gIulBc rtW � r e GESELLSOIA RTE R VElMe I ■ fSESEllS RTE R V E Ift I N GESELLSCHAFT RTE« VERE . GESEllSCH- RTE« VERE . GESELLSCHAFT FEUER FEUER FEI EINSRIKHDIESSTAHL EINBRUCH0IE5STAHL l I A N Zl£«EN l I A N Z LESE" LESEN 1 KSS1* LEBEN 1 LEBEN JBEN LEBE" ■LEBEN LEBEN _ JlEBEN LEBEN LEBEN LEBEN LEBEN LEBEN LEBEN IBEN UNO STUTICABTE» E RLI|LG E BA-K AJLTIUG E SEILS CHAFT u■ 0#?T Ij» GARTE* UMSS�A u~ d u ir garte r UNGSBANA AKTIENGESELLSCHAFT STUTTGARTE* K AKTIENGESELLSCHAFT TUTTGARTER SBANK AKTIENGESELLSCHAFT STUTTGARTER ANK AKTIENGESELLSCHAFT STUTTGARTER LEBENSVERSICHERUNGSBANK AKTIENGESELLSCHAFT SST'TT IU IC ivc D /" UTZ.T IN JcUcK v ... M D f MM's-
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