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ZWEITE BEILAGE

Vorwärts

Arbeitsraub statt Arbeitsbeschaffung

Sind die Bauarbeiter minderen Rechts?

Leider ist das Gegenteil der Fall. Der sowieso schon eng begrenzte Bezirk regulär entlohnter Bauarbeit und damit der freie Arbeitsmarkt als Existenzquelle wird immer mehr eingeschränkt, obmohl immer wieder erklärt wird, der freiwillige Arbeitsdienst und die Notstandsarbeiten dürfen nicht dem freien Arbeitsmarkt Aufträge entziehen.

Acht Zehntel aller Bauarbeiter sorge- Pflichtarbeitsverhältnis beschäftigt. In Ost­find arbeitslos, ein Zustand, der mit sehr preußen allein werden 119 Siedlungen im geringen Schwankungen und zeitweise noch dazu Wege des freiwilligen Arbeits­zu Ungunsten der Bauarbeiter bereits seit dienst es errichtet, also Hochbauten, von denen Jahren besteht. Selbst im Hochsommer der Präsident der Reichsanstalt immer wieder er­betrug die Arbeitslosigkeit fast 70 Proz. Im Zeitalter des Wirtschaftsanfurbelns, der Steuer­klärt hat, daß sie dem freien Arbeitsmarkt vor behalten bleiben gutscheine und der Lohnprämien sollte man an­müssen. Priesterseminare, nehmen, daß die verantwortlichen Körperschaften Jugendheime, Wirtschaftsgebäude, Wohnhaus- und alles vermeiden, um die Lage der Bauarbeiter Stallgebäude usw. werden heute in vielen Gegen­nicht noch mehr zu erschweren. den des Reiches im freiwilligen Arbeitsdienst unter Umgehung der dafür vorgesehenen tarif­vertraglichen Lohn- und Arbeitsbedingungen er­richtet. Die 4000 Siedlerstellen sind ein hundert­fältiger Verstoß gegen die sozialen Rechte der Bauarbeiterschaft. Einige weitere Beispiele mögen dies erläutern. Bei 100 Siedlerstellen im Gebiet der Stadt Gleimiz müssen neben 122 Bau­facharbeitern im freiwilligen Arbeitsdienst noch eine große Anzahl Fürsorge- Pflichtarbeiter bau­gewerbliche Arbeiten ausführen. Bei Nassie= del werden an einer Kreisstraße 40 Bauarbeiter als Pflasterer im freiwilligen Arbeitsdienst be­schäftigt. In der Amtshauptmannschaft 3ittau wird sogar eine Badeanstalt im Werte von 350 000 m. im Wege des freiwilligen Arbeits­dienstes errichtet. Unter den Beschäftigten an den Siedlerstellen in Bemerode befinden sich 208 Baufacharbeiter im freiwilligen Arbeitsdienst und 350 Baufacharbeiter im Fürsorge- Pflichtarbeits­verhältnis. So oder ähnlich liegen die Verhält­

Gegen solche Erklärungen wird aber seit langem, und zwar in einem Umfange verstoßen, der zu der Annahme berechtigt, daß dies im Einver­ständnis mit der obersten Behörde geschieht. Diese Auffassung bestätigt das Ergebnis einer Um= frage des Deutschen Baugewerks bundes. Ein Auszug aus dem Ergebnis der Umfrage zeigt, daß

in rund 40 Orten bei der Errichtung von rund 4000 Siedlerstellen mit einer Gesamtzahl von 7500 Beschäftigten zirka 3000 Baufacharbeiter ihre Arbeitskraft im freiwilligen" Arbeits­dienst hergeben müssen.

Außerdem werden 800 Baufacharbeiter im Für­

Noch immer Lohnabbau

Für das Kölner Installations­gewerbe wurde gegen die Stimmen der Arbeitnehmer ein Schiedsspruch gefällt, der den Stundenlohn für die Gehilfen im 5. Jahr nach beendigter Lehrzeit auf 1 Mark festsetzt. Bisher betrug der Stundenlohn 1,10 M. Die Unternehmer hatten einen Lohnabbau von 15 Broz. gefordert. Der neue Lohn gilt ab 1. De­zember bis 30. Juni 1933.

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Wenn auch durch die allgemeine Werbe­fampagne in den ersten beiden Monaten des laufenden Quartals mehr neue Mitglieder ge= wonnen wurden, als in den drei Quartalen des ganzen Jahres, muß dennoch jedes Mitglied der Organisation rührig sein und überall als Werber für den Verband auftreten.

Die Funktionäre verzichteten auf eine Aus­sprache über den Geschäftsbericht. Sie stimmten einmütig einem Antrag der Ortsverwaltung zu, trag der angespannten Raffenlage den er­group werbslosen Mitgliedern Mittein der Lafaltajie gus mon sun wo zu Weihnachten eine Ertraunter stügung zu gewähren, und zwar je nach der Mitgliedschaftsdauer in Höhe von 3 bis 8 m.

Erfolgreiche Arbeit

Rückblick der Sattler

Wie für die meisten Organisationen ist auch für die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler , Tapezierer und Porte­feuiller das erste Quartal eine schwere Be­lastungsprobe gewesen. Der Bevollmächtigte, Genosse Osten, berichtete gestern in der Funk­tionärversammlung, daß die Ortsverwaltung auch im dritten Quartal mit Erfolg nicht nur die In­teressen ihrer Mitglieder, sondern zwangsläufig auch die eines großen Teiles unorganisier ter Berufsangehöriger wahrgenommen hat.

Mit der Papen Notverordnung vom 5. September ist die Organisation überall Die Lohnabbaubestim­fertiggeworden. mungen tonnten im Organisationsgebiet der Orts­verwaltung von feinem Unternehmer durchgeführt werden.

Zu diesen Erfolgen kommt noch der Neu­abschluß einiger Tarifperträge in mehreren Branchen, die schon längere Zeit tarif­los waren. Für einzelne Betriebe oder Branchen, mo das Organisationsverhältnis so schlecht ist, daß auch die Tarifperträge schlecht sein müssen, wird es sich die Ortsverwaltung in der Zukunft überlegen, ob sie dort überhaupt noch Berträge abschließt.

Die anhaltend starte Arbeitslosigkeit der Verbandsmitglieder hat sich naturgemäß wei ter ungünstig auf die Kassenverhältnisse ausge­mirtt. Es wurden fast 7000 M. Zuschuß von der Hauptkasse benötigt.

In der Mitgliederbewegung ist auch im 3. Quartal leider wieder ein Rückgang eingetreten. Der Mitgliederbestand betrug am Schluß des Berichtsquartals 3019 gegen 3331 am Schluß des 2. Quartals. Dem ständigen Mit­gliederrüdgang muß jezt von allen Funktionären und Mitgliedern energisch entgegengewirkt mer

Dem Geschäftsbericht ging ein interessantes Re­ferat des Genossen Emil Barth über die poli­tische Lage voraus. Der Bortrag wurde von den Funktionären mit Spannung verfolgt und bei fällig aufgenommen.

Frizz Müntner

Der letzte Vorsitzende des früheren Gemeinde­und Staatsarbeiterverbandes, und seit dessen Ver­schmelzung mit anderen Organisationen zum Gesamtverband Vorsitzender dieser neuen Großorganisation, Frizz Müntner, hat nun sein Amt im aktiven Gewerkschaftsdienst nieder­gelegt. Am legten Sonntag nahm er auf der Sigung des Verbandsbeirates Abschied. Aber man merkte es seiner Ansprache an, wie sehr ihm sein Herzleiden zusetzte, das ihn seit Jahren immer wieder anfiel und ihn in seiner Tätigkeit behinderte.

Frizz Müntner, der gerade 62 Jahre alt geworden ist, blickt heute auf eine mehr als 40jährige Tätigkeit in der Arbeiter­bewegung zurück. Begonnen hat er sie im Sattler­verband, wo er bald das Amt des Hauptkassierers und dann das des Redakteurs befleidete. 1911 trat er als Bezirksleiter für Mitteldeutschland in den Dienst des Gemeinde- und Staatsarbeiterverban­des über. Während des Krieges stand er an der Spize der Ortsverwaltung Berlin ; 1919 wurde er zweiter, 1920 erster Borsitzender des Verbandes.

Fritz Müntner war auch fommunalpolitisch als Stadtverordneter und unbesoldeter Stadt rat in Berlin tätig. Seit 1919 ist er Mitglied des Reichswirtschaftsrates gewesen. Im Jahre 1929 wurde er einstimmig zum Sekretär der Internationalen Föderation des Personals öffent licher Dienste gewählt.

Mit seinem Ausscheiden aus dem Dienst verliert die Arbeiterbewgung einen Funktionär, dem sie viel zu verdanken hat, dessen trog Krankheit stets

nisse bei sämtlichen 4000 Siedlerstellen, die die Umfrage des Baugewerksbundes erfaßt hat.

Nicht nur der freiwillige Arbeitsdienst wird dazu mißbraucht, die elende Lage der Bau­arbeiter noch mehr zu verschlechtern, auch jede Notstandsarbeit muß dazu herhalten. Obwohl heute die Bauarbeiterlöhne sehr niedrig sind, machen zuständige Stellen von ihrer Befug nis, bei solchen Arbeiten die Löhne senten zu können, noch einen sehr unsozialen Gebrauch. Der Tiefbauarbeiterlohn im Reichsourch­schnitt von 221 Lohngebieten beträgt je Stunde 55,7 Pf., für Orte unter 50 000 Einwohnern so­gar nur 48 Pf. Unter Berücksichtigung von Regen und anderen Ausfalltagen entspricht das etwa einem täglichen Arbeitsverdienst von 4 M. Trotzdem werden diese Löhne noch

um 10, 20, ja, jogar bis zu 30 Pf. je Stunde bei Notstandsarbeiten durch Anordnung gesenkt!

Die Spigenorganisationen der Gewerkschaften haben den Reichsarbeitsminister auf diese unhalt­baren Zustände hingewiesen. Sie fordern die Aberkennung der Gemeinnügigkeit und Zusätzlich­feit im Sinne des§ 139 AVAVG. für Fach­arbeit im Siedlungsbau, für Neu- und Unter­haltungsarbeiten der Gemeinden. Für diese Ar­beiten müsse der freiwillige Arbeitsdienst und die Fürsorge- Pflichtarbeit unbedingt ausgeschal. tet und die Vergebung solcher Aufträge dem freien Arbeitsmarkt gesichert werden.

humorvolles und schlagfertiges Wesen, dessen außerordentliche Fähigkeit zu ruhigem und fach­lichen Verhandeln und dessen charakteristische Begabung im Ueberbrücken von Gegensätzen und Versöhnen von Meinungsverschiedenheiten ihm allseits Freunde und Hochschäzung erworben hat.

Wir wünschen dem Genossen Müntner, daß sein Gesundheitszustand sich bessere, damit er noch manche Jahre eines wohlverdienten Ruhestandes im Kreise seiner Familie und Freunde genieße.

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FREITAG, 25. NOV. 1932

Auch müsse der unzulässige Drud durch Ver­hängung von Sperrfristen, wenn der Arbeiter Arbeit im freiwilligen Arbeitsdienst vermeigert oder aufgibt, aufgehoben werden. Die Gemert­schaften erwarten, daß durch Aenderung der be­treffenden gesetzlichen Bestimmungen für baldige Beseitigung der Härten Sorge getragen wird.

Die tarifliche Rechtlosmachung der Bauarbeiter­schaft muß ein Ende haben. Die Bauarbeiter haben die gleichen Rechte wie jeder andere Staats­bürger.

Arbeitslosenstreif

In Holzminden haben die Wohlfahrtsermerbs­losen, die auf Grund der gesetzlichen Bestim­mungen zur Verrichtung von Pflichtarbeit heran­gezogen werden sollten, die Ausführung der Arbeit verweigert und sind in den Streif getreten, dem sich eine Anzahl Erwerbsloser aus dem Kreise angeschlossen hat. Sie verlangten höhere Fürsorge­fäße, die jedoch vom Kreisdirektor abgelehnt wurden. Schon am Montagabend warben Kindersprech chöre für den Streif.

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Bei den Wahlen zum Arbeiterrat auf der Grube im ,, Maria Hauptschacht" Aachener Revier, die bisher als fommu= nistische Hochburg galt, erlitten die Kom­munisten eine empfindliche Niederlage. Ihre Stimmenzahl ging um 210 oder 23 Proz. zurüd, was einen Berlust von zwei Mandaten bedeutet. Es erhielten Stimmen: Freie Gewerf­schaften 391( 350), zwei Mandate; Christliche Ge= werkschaften 996( 774), fünf Mandate und zmei Ergänzungsmandate; Kommunisten 692( 902), vier Mandate; Nationale Opposition 218( 248), ein Mandat. Die Wahlbeteiligung betrug 80 Proz

In Ostoberschlesien werden wieder Abbau= maßnahmen größeren Ausmaßes durchgeführt. Die zu den Hohenlohe- Werken ge= hörige Fannygrube bei Kattomiz wird demnächst stillgelegt;. 670 Arbeiter und Angestellte verlieren dadurch ihre Beschäftigung. Die Rybniker Stein­fohlengewerkschaft will 900 Arbeiter entlassen. Auf der Bielschowig- Grube sind 600 und auf der Königs- Grube 150 Arbeiter vom Abbau ab 1. De­zember bedroht. Die Betriebsräte haben beim Demobilmachungsfommiffar Einspruch erhoben.

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Ausklang in Bremen

Gewerkschaften und Wirtschaftsführung

Bremen , 24. November.

Der Verbandstag des Deutschen Tabafarbeiterverbandes murde am Donnerstag beendet.

Die Wahlen zum Verbandsvorstand brachten die Wiederwahl des bisherigen Borstandes. An Stelle des Ausschußvorfizenden Schöne, der megen Alters zurücktrat, wurde Selpien- Hamburg einstimmig gewählt. Auch die Wiederwahl des Verbandsbeirats und der Gauleiter erfolgte mit geringen Aenderungen einstimmig.

In der Abstimmung über die zahlreichen An­träge zum Verbandsstatut wurde u. a. beschlossen, eine neue niedrige Beitragsstufe ein­zuführen. Die Einführung von lokalen Beiträgen wurde den Zahlstellen überlassen. Die Aenderung der Statuten in bezug auf die Invaliden= unterstügung stellt, wie Husung nach der Abstimmung ausdrücklich betonte, feine Kür= zung der Renten dar.

Am Mittwoch sprach Eggert vom Bundesvor­stand des ADGB . über die ,, Lage der Welt­wirtschaft". Seine kritische Beleuchtung der bankrotten Führung der freien Wirtschaft mündete in eine flare und überzeugende Begründung der von den freien Gemertschaften geforderten großen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Reformen. Eine Privatindustrie, die sich mit öffentlichen Mitteln aushalten läßt, ohne aber der öffentlichen Kontrolle zu unter­stehen, das ist, so führte Eggert unter starfem Beifall aus, ein unhaltbarer Zustand. Ueberläßt man diese Wirtschaft der Willkür der kapi­ talistischen Wirtschaftsführung, dann wird höchstens diese, nicht aber die Wirtschaft und ebenso auch nicht die Menschheit gefunden. Bis zu welchem Widerfinn diese in sich widerspruchsvolle Wirtschaftsführung sich versteigen kann, hat die Einfuhrkontingentierung der Papen­

Regierung gezeigt. Aber auch diese Einfuhr­fontingentierung ist nur ein Glied in einer ganzen Kette von Fehlern und Irrtümern, die zur Krise geführt haben und immer von neuem die Krise verschärfen.

Wir haben zur Milderung der Krife u. a. auch die Verkürzung der Arbeitszeit ge­fordert. Unsere Forderung ist von der Arbeiter­schaft zum Teil nicht richtig verstanden worden. Die Unternehmer haben sie besser begriffen. Dafür zeugt der Grund ihrer Ablehnung. Sie sagten: ,, Wenn auch die Verkürzung ohne Lohnausgleich angeboten ist, so wissen wir bestimmt, der Lohnausgleich tommt ja doch." Wir wären heute froh, wenn wir zu Anfang der Krise die Verkürzung der Arbeitszeit hätten einführen können. Auch wäre eine Million Arbeits­lofe als Folge der Rationalisierung noch leichter zu ertragen als die jetzige Arbeitslosenziffer. Der Bundesvorstand fordert eine Anpassung der Arbeitszeit an die neue Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, darüber hinaus eine Ueber= führung der großen Schlüsselindustrien und des Verkehrswesens in die hand des Staa tes und ebenso eine Verstaatlichung des Bank­wefens. Entsprechende Anträge find dem Reichstag bereits zugegangen. Diese Forderungen, zu denen auch die Schaffung eines Tabakmonopols gehört, können in Verbindung mit einer Ent­spannung der politischen Verhältnisse nicht nur einer vernünftigen Regelung der Wirtschaft die Wege ebnen, sondern auch dem Staat erhebliche Einkünfte sichern. Jedenfalls ist nicht einzusehen, warum nicht der Staat die Führung der Wirtschaft übernehmen soll, wenn er aus sei­nen Mitteln diese Wirtschaft ja doch stützen muß. Solange natürlich die Arbeiter unter sich herum­frafeelen, haben die Kapitalisten es leicht, die Reformarbeit der Gewerkschaften zu durchkreuzen.

Keine Aufregung, Herr, aber Thr Kofferchen gefällt mir...

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Ausgerechnet gemo­Rašiercreme

Hallense den Spiegel das geht ja wie Butter!

Meine Hochachtung, Herr- ich fühle mir glatt wien Aal! Bei mir nur noch Mouson's Jgemo- Rasiercreme!

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