Berliner

Volks- Tribüne

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Sozial: Politisches Wochenblatt.

Die Berliner Dolfs Tribüne erscheint jeden Sonnabend früh. Ubounementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus).

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Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure:

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11.

Sonnabend, den 14. März 1891.

Der 18. März. 1871-1891.

Was weißt du von der Kommune, mein Sohn?!

Der Einundsiebziger Revolution

In Paris . dem riesigen Rattenneft, Dem Hungerkefel voll Tod und Pest,

Wo aufsprang im Märzensonnenstrahle Die purpurne Internationale.

Du weißt von Sedan und Gravelotte, Wo sie gespfert dem alten Gott, Dem Gott der nationalen Revanche, Gloiren- und Mitraillensenbranche, Mit Bajonetten und blauen Bomben Thurmhohe Menschenhekatomben.

Wir, Kind, wir haben den Frieden gewollt, Lilien auf rosigem Grund entrollt. Unsern Wehruf ließ man verhallen, In Gottes Namen fie mußten knallen, Knallen von Spichern bis nach Paris

Und sich meheln und morden mit Kugel und Spieß.

Und wieder war es am Achtzehnten März, Da war geschwollen der Zorn und der Schmerz, Da war geschwollen der Groll und die Noth, Dumpf dröhnte des Elends Aufgebot. Schuld und Schande die schrien nach Sühne

Am Achtzehnten März schlug durch die Kommune.

Da hat auf dem Stadthaus falvenumknattert Die rothe Fahne im Sturm geflattert. Da wuchsen im schäumenden Pulverschwaden Aus steinernem Boden die Barrikaden, Und um die geretteten Bürgerkanonen Brandet's von Arbeiterbataillonen.

Da schwärmten die Linien der Tyrannei Zu ihren Brüdern und wurden frei.

Der Arbeit Männer traten ins Amt,

Sie haben die Frechheit der Fäulnih verdammt, Verdammt die hohnlachenden Volksvernichter­Da leuchtet es über die Gramgesichter. Und mit Trommelwirbel und Donnerhall Ein Jubelwinken und Zinkenschall! Bajonette ins blinkende Licht gepflanzt, Auf blihenden Spiken Rothkäppis getanzt! Rothschärpig die Freiheit hoch auf der Tribüne; Die Marseillaise ! Und: Vive la Commune! Durch Paris im purpurnen Kleid Wandelte groß die Gerechtigkeit. Des Geldsacks Wuchergewalt zu schwächen, Dem Verbrechen den Staar zu stechen, Rechte die Armuth den Arm voll Muth. Auf beiden Seiten floh rothes Blut.

Da ist auch in ihrer Kaiserpracht

V. Jahrgang.

Die Dünkelsäule Vendôme verkracht. Im Louvre die alten Heidengötter Schreckt auf das Versailler Granatenwetter. Stolze Paläste zusammengeschoffen,

Nur meist von Türkos, Thiers und Genossen.

Der Löwin gleich, der die Brut man verheert, Hat sich das Volk seiner Freiheit gewehrt. Da warfen Mädchen sich in die Lücken, Die Soldateskariß sie zu Stücken. Sterbenden Lieben mit stolzem Grauen Neigten sich vorwärtsstürmende Frauen.

O tollkühn ging es um Freiheit und Tod! Dumpf stöhnte des Elends Aufgebot.

Zu locker das Band, mein Sohn, um zu legen! So mußt es der Mente der Mannszucht erliegen. Und ein Schlachten, ein gräßlich Würgen begann, So wüthet und raft ja kein trunk'ner Tyrann. Frauen und Kinder, des Volkes Blüthe, Schluckte die Ordnung", verschlang die Güte". Sanfte Sensen, die Mitrailleusen,

Durften vom schädlichen Licht sie erlösen, Und der Ueberreft aus Höllen- Paris Kam nach Cayenne ins Paradies.j

Zumal General Marquis Gallifet War milde wie eine Maienfee.

Der ließ, um nicht einzeln zu geniren.

Immer per Hundert sie wegrafiren;

Rücklings in Bäder von brennendem Kalk, Ihren Durst zu löschen. So mild war der Schalk.

Manch Opfer hat sich noch röchelnd gebäumt Und noch einmal den Sieg der Menschheit geträumt. Und den Tod schon trinkend, noch ch' es vorbei: ,, Es lebe die Freiheit!" fein lehter Schrei. Und die Kugel im Rücken, von Kolben zermalmt, In loderndem Oele verkohlt und verqualmt. Knabe! die Sprache schaudert zusammen, Meine Lippen versengen die Flammen. Freiheit, a segenrauschendes Meer, Roll' deine leuchtenden Wagen einher! Mit deinen leiderlösenden Fluthen

Lösche die Sehnsucht der Edlen, der Guten!

Wir fäen ja nimmer die rächende Saat, Wir zimmern die Zukunft mit Rath und mit That. Unseren Vorposten wollen wir danken,

Die für die Rechte der Menschheit sanken. Komm, lies mir das Vorspiel der Freiheit, mein Kind, Marl Hendrell. Und Strafe Lügen, die Lügner find!