111

gesonnen sei. Bürgermeister Detleffsen habe erst den Rechts­anwalt Dieyer, dann den Gymnaftalvorschullehrer Jakob, weiter den prakt. Arzt Dr. Schüler und zuletzt ihn als Verfaffer der Gedichte in Anspruch genommen. Es liege nun nicht in seiner Absicht, Herrn Detlefffen zur Ermittelung des Verfassers durch eine Erklärung seinerseits behilflich zu sein. Der Ge­richtshof beschloß, den heutigen Termin aufzuheben, zu dem anzuberaumenden neuen die Personalaften des Privatklägers einzufordern, die laudirten Beugen Tschirsch, Fürstenau und Gruhl zu laden und die weitergehenden Beweisanträge als thatsächlich unerheblich abzulehnen, da die beleidigenden Vor­würfe nicht in der Behauptung über die Verfasserschaft der Gedichte zu finden sind.

Vom Morde freigesprochen. Aus Pest wird gemeldet: Der Veßprimer Töpfer Johann Horvath wurde am 24. Juli 1883 verhaftet, weil gegen ihn der Verdacht vorlag, er habe sein einziges Kind, ein zweijähriges Mädchen erdroffelt. Hor väth versuchte wohl anfangs zu leugnen, gestand jedoch im Laufe der Untersuchung seine That unumwunden ein und gab als Motiv an, daß er die Geburt eines Knaben erwartet habe. Horvath legte jedoch in der Untersuchung ein so auffallendes Benehmen an den Tag, daß die Beobachtung seines Geistes: zustandes fich als nothwendig erwies. In der That fonstatirten die Gerichtsärzte an dem Untersuchungshäftling Epilepsie und und Geistesstörung. In Folge dieses Gutachtens wurde hor väth in die Frrenanstalt überführt und hier stellte wieder die Direktion ein Gutachten über seinen Geisteszustand des Inhalts aus, daß Horväth zur Zeit, als er die That verübte, nicht zurechnungsfähig war. Dieses Gutachten wurde auch von der medizinischen Fakultät der Budapester Universität bestätigt. Nunmehr stellte der Veßprimer fönigl. Gerichtshof, entsprechend dem staatsanwaltlichen Antrage, das weitere Ver fahren gegen Horvath ein. Die fönigliche Tafel jedoch, welcher die Akten von Amtswegen übermittelt wurden, hob den Ein stellungsbeschluß auf und wies das erste Gericht zur Abhaltung einer Schlußverhandlung an, da ein ärztliches Gutachten dem amtshandelnden Gerichte wohl zur Drientirung dienen tönne, aber nicht von ausschlaggebender Wirkung sei. Der Königliche Gerichtshof von Veßprim hielt die Schlußverhandlung mit Hors vath ab und veruntheilte denselben wegen Mordes unter An­wendung des§ 92 zu 15 Jahren Buchthaus, welches Urtheil von der königlichen Tafel bestätigt wurde. Die königl Kurie, welche diese Strafsache gestern in Verhandlung zog, sprach jedoch den Angeklagten frei, da nach der übereinstimmenden Angabe der sachverständigen Aerzte der Angeklagte zur Zeit, da er die ihm zur Last gelegte That verübte, keine freie Willensentschlie Bung besaß.

tretet schnell zusammen und sammelt für Eure fämpfenden Brüder, denn es hängt von unserem Siege viel, sehr viel auch für Euch ab. Briefe und Gelder find an Geride, Velten , Viftoriastraße 2, Regierungsbezirk Potsdam, zu senden. Die Kommission. Herm. Ladewig.

Die Handelskammer für den Kreis Mühlheim am Rhein macht über die allgemeine Geschäftslage folgende Be mertungen: Es ist unverkennbar, daß während des Jabres 1884 die produktive Erwerbsthätigkeit unseres Bezirkes im All gemeinen einen Rüdgang erlitten hat, und bei einigen der bes deutenderen Industriezweige macht dieser sogar in solchem Maße fich fühlbar, das wir dieselben als am Schlusse des Jahres in schwieriger Nothlage befind lich bezeichnen müssen. Hierzu gehört namentlich die gesammte Eiſenindustrie und unter dieser besonders auch die Walzdrahtindustrie, welche unter der herrschenden Ueberproduk tion schwer zu leiden hat. Auch für die Fabrikation von Draht und Drahtseilen ist eine Arbeitseinschränkung zur dringenden Nothwendigkeit geworden. Nothwendigkeit geworden. Weiter haben wir die schwere Nothlage zu beklagen, in welche das Jahr 1884 die für unsem Bezirt ebenfalls sehr wichtige Sammetindustrie gebracht hat Es ist dieselbe von recht traurigen Folgen für die Hausweberei begleitet gewesen, und den fast über die ganze Provins aus gedehnt wohnenden Sammethauswebern, die zumeist nicht in der Lage find, sofort andere Beschäftigung zu ergreifen, droht große Noth, wenn nicht bald eine Wendung zum Befferen

eintritt.

welcher die Angeklagte unter Vorweisung von Suter's Briefen gestanden haben soll, daß fie Gift bereiten und ihren Mann beiseite schaffen wolle. Frau Rihner sagt ferner aus, Frau Keßler habe in ihrem Beisein eine messingene Schnalle und zwei Patronenhülsen in Esñg und Salz gelegt; sie habe ge­sehen, wie die Angeklagte 14 Tage lang zuweilen von diesen Gegenständen Grünspan in das Morgenessen des Mannes der Reßler schabte, dann giftigen Essig hineingoß und das so zu Reßler schabte, dann giftigen Effig hineingoß und das so zu gerichtete Frühstück dem Reßler in die Fabrik trug. Keßler selbst dagegen behauptet, er glaube an fein Verbrechen seiner Frau, er habe auch zuverlässig lein Gift genossen, denn er habe sich nie unwohl gefühlt, und zudem habe seine Frau in den lezten Tagen noch einigemale die von ihm zurückgelaffenen Reste des Frühstücks selbst verzehrt. In der That fonnte Ge­richtsarzt Dr. Sury bei einer nach Frau Keßler's Verhaftung vorgenommenen ärztlichen Untersuchung fein Symptom einer doch Grünspanvergiftung auffinden; macht sein Gutachten geltend, Grüns daß geringe spandosen nur schleichend wirken, äußerst schwer nachweis bar und erst nach mehreren Monaten zum Tode führen, wenn fie unausgesetzt wiederholt werden. Die Anzeige gegen die An­geklagte ging von der Frau Rihner aus, und Frau Keßler be= hauptet nun, erstere habe die Erzählung von der Bereitung des Giftes und vom Mischen desselben mit den Speisen rein aus Feindschaft erfunden, um ihr zu schaden. Jakob Suter endlich gesteht den ehebrecherischen Umgang mit der Ange­flagten zu, ebenso daß er die gravirenden Stellen in den oben erwähnten Briefen geschrieben habe; allein er weiß nichts davon, daß oder ob Frau Keßler wirklich Gift präparirte und einen Vergiftungsversuch an ihrem Manne machte. Die Staatsanwaltschaft hielt den Beweis des Mordversuches, bes ziehungsweise der Anstiftung hiezu für vollkommen erbracht und beantragte gegen Frau Keßler sechsjähriges Zuchthaus, gegen Jafob Suter vierjähriges Gefängniß, gegen beide Ange­flagte Einstellung im Aftivbürgerrechte auf 10 Jahre. Die Vertheidigung dagegen hielt die Kette des Belastungsbeweises nicht für geschloffen. Sie bezeichnete die Depofition der Frau Rihner als unglaubwürdig. Ein Zeugniß des Herrn Pro­fessors Wille bezeichnet Frau Keßler für geistig zurechnungs­fessors Wille bezeichnet Frau Keßler für geistig zurechnungs­fähig und als eine schlaue durchtriebene Schwindlerin. Derlei Leute pflegen ihre erbitterten Feinde nicht in ihre Verbrechen einzuweihen. Es wäre unglaublich thöricht gewesen, wenn Frau Keßler der Rihner 14 Tage lang gezeigt habe, wie fie Gift schabte und in ihres Mannes Effen mengte. Das wäre psychologisch absolut unerklärlich. Wenn Frau Keßler wirklich Grünspan besaß, so manipulirte fie damit höchstens aus Spiegelfechterei, fie wollte ihr Ansehen als here" aufrechter­halten und fich gefürchtet machen, indem fie Gift zeigte. Der wichtige Beweis sei nicht erbracht: ob nämlich Reßler die angeblich vergifteten Speisen auch vorgesezt erhielt. Er selbst sage Nein, und würde man die Angeklagte verurtheilten, so täme man zum Absurdum, Jemanden wegen Vergiftung zu strafen, während der angeblich Vergiftete be­hauptet: Sch habe ja gar kein Gift genoffen!" Der Beweis, ob Gift in den Speisen war, hätte leicht erbracht werden fönnen, wenn dem Antrage der Frau Keßler stattgegeben und das am Tage ihrer Verhaftung noch vorräthige Morgenessen chemisch untersucht worden wäre. Es wurde dies versäumt, und die Angeklagte brauche jenen Mangel der Untersuchung nicht zu büßen. Daher beantragte die Vertheidigung die Freispre chung der Frau und des Suter, da die Anstiftung von selbst wegfalle, wenn die Hauptangeklagte als schuldlos erkannt wird. Das Urtheil lautet demungeachtet gegen Frau Keßler auf ſechs, gegen Suter auf anderthalb Jahre Buchthaus sammt zehnjäh­tiger Einstellung im Aftivbürgerrecht. Damit ist übrigens dieser interessante und an Zwischenfällen reiche Prozeß noch nicht dieser interessante und an Zwischenfällen reiche Prozeß noch nicht zu Ende; er findet sein Nachspiel vor dem Baseler Appellations­Gerichte, da die Vertheidigung die B. rufung angemeldet hat.

Basel , 22. Juli. ( Ein Giftmordprozeß.) Ein sensationeller Prozeß beschäftigte gestern das Baseler Strafgericht. Es fand die Verhandlung gegen die 38 jährige Seidenwinderin Magdalena Keßler von Urb.rg wegen Mordversuches gegen ihren Gatten und gegen den ledigen 27jährigen Knecht Jakob Suter von Liesbach wegen Anstiftung zum Mordversuch statt. Die Keßler schen Eheleute bewohnten mit den Fabritsarbeiters- Eheleuten Rihner ein Haus an der Breisacherstraße; die Küche diente beiden Miethsparteien zum gemeinsamen Gebrauche. Frau Keßler wird von allen Seiten als ein höchst abergläubisches, verlogenes, zanksüchtiges Weib, das im Geruche einer Bau­berin stand, geschildert. Mit ihrem trunksüchtigen Manne lebte sie in legter Zeit in Unfrieden. Sie hatte während ihrer vierzehnjährigen Ehe elfmal geboren, es ist aber nur ein zwei­einhalbjähriges Kind am Leben. Jakob Suter machte die nähere Bekanntschaft dieses Weibes im Oktober vorigen Jahres, wo er sich mit ihr und einem in Kleinbafel wohnhaften Schneider verbündete, um mittelst Zauberei und Teufelsbeschwörung" in der Wohnung der Keßler'schen Eheleute einen Schatz zu heben. Das Werk mißlang aber, weil der ungläubige Keßler während des mitternächtlichen Betens plöglich lästerlich fluchte. Desto beffer gelang es der Frau Keßler, den Suter in ein ehebreche­

trofen

jest 4 Monat

jest no

werden eigenthi find; u

den Re Mannfo

Ver

hr. lichen meil tag

feren S

auf den

mation

welche f

nimallo

auf 95

die alle

Meister

Berlins

angegeb

Daß die

nur 126 in Berl und Str

vorhand

fitch auf

fönne

Gefellen

Die geg

Streit

Sprachen

Ses Str

indiffere

noch m

idriften

jest icho

miffion

Untersch

Britich

Daß ihre

Der Gef

beendigt hervor,

Meistern

haben,

1

tende S

rung, d

würde,

Arbeit f ihnen b die

Aufgabe

und

Derein i Chemnit

bigtge

dem Str

Die Ueberproduktion_kennzeichnet die Anarchie unsere Wirthschaftslebens. Ohne Maß und Ziel geht die Galoppabe nach dem Profit, und der Arbeiter hat die Beche zu bezaylen. Nachweislich franft die Eisenindustrie überall an einer chro nischen Krise, und insbesondere ist die Lage des deutschen Me tallmarktes eine flägliche. Man lese nur die Jeremiaden, die in dem Organ der Eisenindustriellen, der Rheinisch Westfä lischen Beitung" angestimmt werden. Und dennoch steigt be ständig die Produktionsziffer. Nach den statistischen Ermitte lungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahk industrieller belief sich die Roheisenproduktion de Deutschen Reiches( einschließlich Luxemburg ) im Monat Juni 1885 auf 318749 Tonnen, darunter 181 894 Tonnen Buddel roheisen, 11 415 Tonnen Spiegeleisen, 37 484 Tonnen Beffe merroheisen, 48 087 Tonnen Thomasroheisen und 37 469 Lon nen Gießereiroheisen. Die Produktion im Juni 1884 betrug 303 436 Tonnen; vom 1. Januar bis 30. Juni 1885 wurden produzirt 1880 349 Tonnen gegen 1 774 219 Tonnen im Vor jahr. Wir leben aber doch in den besten aller Welten für das Großkapital. Die Geschäftsstockung in Böhmen nimmt einen be unruhigenden Umfang an. Eine der größten Spinnereie Böhmens , jene von Johann Münzberg in Thereftenau be Tetichen, hat in Folge äußerst schlechten Geschäftsganges den Betrieb eingestellt. In den übrigen nordböhmischen Spinnereien dieser Firma wurde die Arbeit auf vier Tage wöchentlich reduzirt. Aus dem gleichen Grunde haben die Firmen Kühne und Söhne und Gustav Tieße in Görlau den Spinnereibetrieb auf halbwöchentliche Arbeit herabgesetzt. Bahlreiche Arbeiter sammt ihren Familien erscheinen dadurch entweder brotlos obe doch den größten Entbehrungen ausgesetzt.

-

In Graz( Defterreich) hat, wie von dort gemeldet with eine Deputation der Maurer den Bau- Unternehmern Maurermeistern ein Ultimatum überreicht, worauf längsten bis zum 18. August Antwort verlangt wird. In diesem Schriftstücke verlangen die Maurer energisch die Erfüllung von ihnen aufgestellten Forderungen: Regelung der Au befferung ihres Lohnes, entsprechende Zulagen bei den Arbeiten in exponirten Stellungen, zehnstündige Arbeitszeit. Schluffe heißt es in dem Schriftstücke, die Bauherren möge diesmal diese gerechtfertigten Forderungen wohl erwägen, die Maurer fest entschlossen seien, unter den bisherigen hältnissen längstens bis zum 18. Auguſt fortzuarbeiten,

Su

Loren geb

Bu übern Folge 3

erledigt, bleibende

vereins

nommen. Buderu

nach Stra Die Verf

Sache.

Seh

Beriamm

Ver

riſches Liebesverhältniß mit ihr zu verſtriden, und beide Ange: Soziales und Arbeiterbewegung. welchem Tage ab fie eine Beſſerſtellung ihrer Lage erwarte

Bierter Reichstagswahlkreis. Liften zum Unterzeichnen der Petition für Annahme des Arbeiterschuß- Gesezentwurfs liegen aus und find zu haben bei folgenden Herren: Wese nad, Grüner Weg 13; 3aafe, Küftriner Play 8; Meyer, Fruchtstr. 36a; Lod, Fruchtstr. 53; Köpnid, Schilling­straße 30a: Spietermann, Rüdersdorferstr. 51; Klebs ( Leuchtkugel), Büschingstr. 18; Laste, Kleine Andreasstr. 21; Bösenberg, Friedenstraße 36; Liewald, Frankfurter Allee 143; Freyer, Münchebergerstr. 31; v. Rolland, Landsberger Allee 44 und Tabert, Koppenftr. 22a, 3 Tr. ( Bei den in der gestrigen Nummer enthaltenen Adressen waren einige nicht richtig angegeben.)

Das Großtapital zeigt seine Macht auf dem Gebiete handels ebenso gewaltig, wie auf demjenigen der duſtrie. Der Londoner Economist" veröffentlicht in fein Nummer vom 4. Juli eine Uebersicht über die Bankerotte d ersten Halbjahres 1885 im Engros - und Détailgeschäfte Gro britanniens. Es fallirten

1. Jan. bis 30. Juni 1884

Engrosgeschäfte Détailgeschäft

299 320

2300 1948

bet

Der Moniteur" der internationalen Finanzaristokratie,

Dor 87

Loft wor

hatte.

Arbeiter

Laben.

fucht, m

Borstand

Stolpe a

beantrag

wählen.

Sie ha

um die

zu bele

Der Hofe Scheint b

sonst mit Vorliebe in harmonistischer Wirthschaftspolitik macht fieht sich zu folgendem Zugeständniß gezwungen: Im Klein

That verein

handel zeigt sich eine bedeutende Bunahme, und diese fache läßt sich schwer mit der vorherrschenden Meinung

flagte versprachen sich später die Ehe, als die Beziehungen nicht ohne Folgen blieben. Da Suter ins Badische wegzog, forrespondirten fie fleißig mit einander, und Frau Keßler ging sogar so weit, daß sie einen Besuch bei Suter's Eltern machte und sich diesen als reiche Wittwe aus Basel vorstellte; sie werde iezt den Jakob heirathen. Der Tod Keßler's ließ aber auf sich warten; auch scheint Frau Keßler die Untreue ihres Liebhabers befürchtet zu haben. 1. Jan. bis 30. Juni 1885 In einem Briefe des Suter an Frau Keßler vom 15. Oftober v. J. findet sich nun folgende gravirende Stelle: Mache es deinem Manne mit der Tabalspfeife ein paarmal; wenn es nicht hilft, bringe ich dir in einigen Wochen was Anderes, der allmächtige Gott wird helfen." 27. November giebt er ihr die Anleitung: Thue ihm täglich Grünspan in den Kaffee am Morgen und Abend." Nach der Ausführung der Staatsanwaltschaft enthalten diese Rathschläge die Anstiftung zum Morde, um nach Beseitigung des Ehe­mannes Reßler zu einer neuen Ehe schreiten zu können. Es handelt sich nunmehr um die Frage, ob Frau Keßler den ver­brecherischen Anschlägen ihres Liebhabers zustimmte und es versuchte, ihren Mann mittelst Giftes aus der Welt zu räumen. Da wiffe zwar eine ganze Reihe von Zeugen zu erzählen, daß Frau Reßler fich äußerte, fte wolle ihren Mann todtbeten, zu zu Pfingsten brauche fie ein Trauerkleid u. dgl. mehr. Als Hauptbelastungszeugin tann aber nur die Frau Rihner vorgeführt werden,

Verfehlte Bahnen.

Und am

Nein, nein und noch einmal nein! Das ist eine Schand' und ein Spott! rief Herr Kaspar Langfellner und warf die dickgepackte Reisetasche, die er in der Hand hielt, entrüftet auf eine Bank des Wartesaales.

Aber, Herr Vater..., bemerkte Fräulein Marie Lang­fellner schüchtern, in begütigendem, weinerlichem Ton und stellte die große Hutschachtel neben den Reisesack.

=

Die Töpfer Veltens veröffentlichen folgenden Aufruf: An die Töpfer sowie an sämmtliche Arbeiter Deutschlands ! Wie einem Jeden befannt, liegen wir jest 13 Wochen im Aus­stande. Es handelte fich im Anfang nur um die Lohnfrage, iegt ist jedoch unsere ganze Existenz bedroht, indem die hiesigen Fabrikanten mit ungelernten Arbeitern die Fabrikation weiter betreiben wollen. Wir werden aber unsere ganze Kraft ein­setzen, um die Ehre unseres Gewerts aufrecht zu erhalten. Die Kollegen sowie die anderen Arbeiter Deutschlands haben uns bis heute tapfer nnterstüßt. Wir richten deshalb nochmals die Bitte an Euch, verlagt uns jegt im entscheide den Moment nicht, denn je länger der Kampf dauert, je mehr Opfer erfordert er, aber soviel erhebender ist dann auch der Sieg! Deshalb

Still sei! herrschte ihr Frau Theresia Langfellner zu und ließ sich selber neben die besagten Reise Utensilien fallen. Die Bank ächzte, Fräulein Marie Langfellner aber schluchzte:

Aber, Frau Mutter...

Still sei! rief der Herr Vater. So was brauchen wir uns nicht gefallen zu lassen!

So was werden wir uns nicht gefallen lassen! sanktio­nirte die Frau Mutter.

-

betriebe zerstört und aufsaugt.

be

aus

baren, daß in letter Zeit die Kleinlaufleute fich in beffer Lage als die Großhändler befunden haben." Die Bahlen weisen aber, daß hier wie überall der Großbetrieb die Klein Unter den Matrosen und Heizern der atlantischen Flotte ist ein ernster Streit ausgebrochen, deffen Umfid greifen man allgemein befürchtet. Wlan schreibt darüber Dresden : Es scheint, daß einige der großen atlantife Gesellschaften die Löhne um 10 Sh. per Mann und Monat reduzirt haben. Heizern, die früher für die sogenannte We liche Dzeanreise" 4 str. 10 Sh. per Monat erhielten, werde

Schon gut! unterbrach Frau Therese die Erzählung ihres Eheherrn von seiner damaligen Pester Fahrt in Ge schäftsangelegenheiten; denn die Geschichte ist sämmtlichen Familienangehörigen sattsam bekannt, ja in der engeren Heimath des Herrn Kaspar Langfellner auf dem ,, Strozzie schen Grund" in der Stadt Wien , dessen angesehener Bürger der Genannte als mehrfacher erbgesessener Hausherr ist durch häufige Erzählungen am Stammtische Jedermann ge läufig; überdies hörte Frau Theresia Langfellner die Ge­schichte nicht gern, denn ihr war unvergessen, wie sich bei der Heimkehr von dieser Ungarnfahrt unter den Reise­Effekten ihres Gemahls ein Stück weißen Leinenbandes vors gefunden, welches ihm bei der Abreise nicht in den Koffer gefunden, welches ihm bei der Abreise nicht in den Koffer gepackt, dessen Provenienz niemals so recht eigentlich auf­geklärt worden war, welches aber im Uebrigen ganz so aus­fah, als ob es durch einen jähen Ruck oder irgend eine sonstige äußerliche Einwirkung von einer weißen Schärpe abgetrennt worden wäre.

Ich wollt' nichts sagen, wenn schon er nicht hat heraus­kommen können, bemerkte Herr Langfellner; wenn man Gäste erwartet, hat man allerlei zu thun

Schon gut! fagte also Frau Therese. Ins Hotel wird es war wohl gefahren, aber nicht zum weißen Schiff"

-

bei

Es ist eine Rücksichtslosigkeit, die unerhört ift! be

stätigte Frau Katharine Kurzberger; man könnte schon nahe sagen: es ist ein Affront!

Aber Frau Mutter.... warf Herr Alois Kurzberger Still sei! rief Mama. Uns für ganz sicher zu schreiben:

bescheiden ein.

Wir kommen heute mit dem Abendzuge an.

Und dann nicht zu kommen! ereiferte fich Papa. Wer weiß, was passirt ist, bemerkte Alois. Was kann denn paffirt sein? Der Abendzug praecivis

ein

Präzis, murmelte Alois in die Stelle, wo ihm stattlicher Kinnbart sproßen könnte.

Spur!

if

bereinf

Lage zu e

fionen b

alle Arb

Agitatio

feine

aufgeftel gung vo

uns

nod

eingetroffen; aber von den Langfellnerischen Und wenn was immer passirt wäre, hätte man telegraphiren müssen; eine Depesche wären wir schon no werth gewesen, Gott sei's Dank!

Aber Frau Mutter...

Still sei! Ich kann gar nicht zu mir kommen

DO

ein Band, aber fein Band der Sympathie, welches die Er- Entrüftung. Jean fommen's her: Noch ein Krügel, weil

der Frau Therese an weiße Schiff" knüpfte-, sondern in irgend ein anderes Hotel. Und wird Stadtträger ein

zur Pflic

Es

Kurzberg

ungarifd

entlang

fige, ben

Am

Simmer

Langfell

just frisch angezapft wird. Und nachher, Alter, schau das Du zahlst und dann wird nach Haus gefahren. Nein, f was! Die wunderschöne Tafel, die ich hergerichtet habe für

".

und dann kommt keine Seele und schreiben nichts und telegraphiren fein Wort So was!

Ueberzüge gethan

hätte uns auf jeden Fall die Aufmerksamkeit erweisen nach Ofen hinüber geschickt, den sie sich nicht hinter den die Leut'! Und auf die Gastbetten hab' ich die feinfies

So schön! meinte Madame Langfellner. Wenn man Gäste erwartet, hat die Hausfrau zu thun; aber der Alte

müssen!

Oder wenigstens der Alois hätte ganz gewiß heraus­kommen sollen! seufzte Fräulein Marie.

Still sei! geboten die Herren Eltern unisono.

Spiegel steden werden!

Aber Frau Mutter.

-

Still sei! Kaspar, schau Dich nach den Koffern um. Ein Kleines nach neun Uhr Abends fuhr die

Nach Ofen wird nicht hinübergefahren, dekretirte der Familie Langfellner in einem hochbepackten Fiaker vom Bentral Bahnhofe der ungarischen Staatsbahnen die Water.

Gar feine Red'! bekräftigte die Mutter.

Ins Hotel wird gefahren, zum weißen Schiff"; dort war ich vor fünfundzwanzig Jahren einlogirt, als ich da­mals in Pest war mit dem baierischen Schiff, das mein feliger Bruder.

..

V

ibrem G

Wenn nur der Marie nichts passirt ist, seufzte Ben

Kurzberger junior.

Still sei! gebot die Mutter. Die Gastzimmer

werben

Dero w

Sie mit

Raspa

aller un

nen Ver

ich und

hier eing

bie wert

troffener

eingetrof

finden,

Kerepeserstraße entlang nach einem Hotel in der Umgegend. heute noch aufgeräumt und das schöne Effen friegt bit Wöchnerin im Kellerquartier und der franke Flididoneiber Nein, aber das begreif' ich nicht! fagte Herr im zweiten Stod. Und morgen wird ein Brief gefchrieben Andreas Kurzberger und bestellte sich das siebente Krügel nach Wien , den sie sich auf dem Strozzi'schen Grund nig

Lager.

an den Spiegel stecken sollen!

einen

Ausführ

Families

ficht anf

Sohnes

gänglich

auf ber

müffen

achtungs

tath et

Tu

in bem

wieber i

angelan