Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90°
 100%
 100%
 0%
 0%
 0%
 
Einzelbild herunterladen
 

hätte lärlich, uftellen toms en zwei or dem

ssagen Ange unmehr en.

re 1882

Grund Fälschter

rau ges Perfon and der

he wird Bfuel

in der Spniders erufenen angefähr ehöriger ermittelt guten

hr und Be, mit rafirten eftreiften

emb bes

m Gen

Die Ver t guter nehmung eftraften

vor fich ausge ungshaft

Bankow feinem Den eine

Wochen

N. Nach Männer haben.

on 50 M.

lf

ie unver

Fengerid antworten r nämlic

und fünf Here dann e erwischt on Reut des Ans enne und mit einem

die Be folgende

der dr Cal wege i, 3- Befehl

neu

einmal 6. Unter wier Dieb

tretenden

eren Ver

n Termin

em Land fich diefes Ingellage

hier a fich Frau

termeifter über, Ute. ehr unge tgereinigt

t, weil e ern reichte $ Rolori

eine voll eftrittenen

und reif fie reight ondern

lfie wo

Malweife bisweile

dem Binfe Durch eine es eigent

Der Thätig

Künftlers

mit jenem

aten fein anze alls e Möglic den. Da

Barbeit g Ders onumental Inftlerische in Wien

Ib zu

rliebe bit

e Antaufe

pet, um ein

zum Rauf

ftets nur fich in bie allerdings ein grand Beit feiner

Bilang bat

ange, weit ende Natur

wäre eine

zu feinem

en hinter

wenigften

Durch

Lloyd".)

mo

eine Klageschrift gegen Frau Müller mit Antrag, sie wegen übler Nachrede zu bestrafen, ein. Selbstverständlich wurden darauf hin die gerichtlichen Erhebungen angestellt, denn Jedem muß sein Recht werden, die aber müssen doch das Resultat ergeben haben, daß die anrüchige Wurst in Wahrheit für Mund und Nase anrüchig gewesen ist, denn gleich bei Eröffnung des Ter mins, der gestern vor dem Schöffengericht, Abtheilung 99, ver handelt wurde, legte der Vorfißende des Gerichtshofes recht bringlich eine Einigung ans Herz, namentlich forderte er den Kläger auf, eine solche berbeizuführen, denn die Beweis aufnahme werde wahrscheinlich nicht zu seinem Gunsten aus­fallen. Das half aber alles nichts, Herr Rolle verlangte sein Recht und so ward denn in die Verhandlung eingetreten. Frau Müller behauptete, einfach die Wahrheit gefagt zu haben. Sie fühle fich um so weniger strafbar, als dies in fehr zarter und anständiger Form geschehen sei. Herr Müller, ihr Ehemann, hatte am Vormittag des 28. Juni für 30 Pfennige Bratwurst aus dem Rolle'schen Geschäft holen lassen. Beim ersten Anblick wunderte er sich über die Größe der Waare, noch mehr aber über deren Ge- ruch und am meisten darüber, daß es in ihr lebendig war. Um fich

nd min med

zarter Hand verschänkte Flaschenbier hatte die Aufmerksamkeit der Polizei erregt, das Getränt wurde dem Gafte mit 50 Bfg. pr. Flasche berechnet und wäre dies gar nicht zu theuer gewesen, wenn es ,, Nürnberger Exportbier", für welches es ausgegeben wurde, gewesen wäre. So stellte sich aber heraus, daß Frau Voigt dies Bier als Exportbier der Königstädtischen Brauerei" von einem hiesigen Verleger bezog und dafür einen Preis von 11 M. pro 100 Flaschen zahlte. Die Staatsanwaltschaft er­blickte in dieser Handlungsweise die Kriterien des Betrugs und nahm als Minimalſaz an, daß die Angeklagte in zehn Fällen derartiges minderwerthiges Bier verschänkt hatte. Der Antrag des Vertreters der Anklagebehörde lautete dafür auf 100 m. event. 20 Tage Gefängniß. Der Angeklagten wollte es durchaus nicht einleuchten, daß fie fich eines Vergehens schuldig gemacht und ste sparte meder Worte noch Thränen, um den Gerichtshof von ihrer Unschuld zu überzeugen, derselbe war aber der An­ficht, daß gerade den Inhabern von Lokalen mit weiblicher Be dienung strenge auf die Finger gefehen und deren Getränke einer besondern Kontrolle unterworfen werden müßten; er er Tannte auf 50 M. Geldstrafe ev. 10 Tage Gefängniß.

and add ch

fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts nicht kenne; das wiffe fte aber genau, daß man heute heute der Mutter den Platz in der Familie streitig gemacht habe. Wenn das mals die Frau mitarbeitete, um der Natur etwas abzugewinnen, so wußte sie genau: es galt für ihren Herd. Heut ist es anders geworden. Troß aller Freiheit ist die Frau in uns serer so von der Kultur beleckten Zeit die weiße Sklavin. Die Frau des Beamten dünkt sich heute zu vornehm, Hausarbeit zu verrichten; fie drückt lieber die Löhne der armen Arbeiterin. Einen Strumpf stricken, oder gar einen Topf Effen tochen, gilt schon in diesen Klaffen für perfide.( Beifall.) Gerade so wie man dem Beamten nicht erlaubt, in eigener Berson noch eine Nebenbeschäftigung zu treiben, so müsse man auch dieses der Beamtenfrau verbieten. Wohl bilde die heutige Schule tüchtige A.-B. C.- Schüßen, aber fte giebt keine Herzens­bildung. Eine Herzensbildung könne nur die Mutter bei bringen. Weshalb sehe man heute so viele junge Greise herumschleichen? Einfach deshalb, weil man gewohnt Man ist, Alles und Jedes von der Schule zu fordern. habe fromme Sprüche im Munde und flage über Verwahrlosung der Jugend, aber man ist unehrlich genug, die Gründe dieser Verwahrlosung anzuerkennen.( Lebhafter Bei

Laufereien und Weitläufigkeit zu erfparen, babe er weder die Vereine und Versammlungen..)- Fräulein Bittard: Grund am Niedergange der weib­

Wurst an Rolle zurück, noch der Polizei zur Prüfung ihres Bustandes zugeschickt, sondern sie einfach dem Kohlenhändler Maaß, der in seinem Hause in der Oranienstraße wohnt, ge­schenkt, um sie den Hunden vorzuwerfen. Der Bustand der Wurst wurde von anderen Beugen gleichfalls als für die menschliche Nahrung schlechterdings nicht geeignet gefchildert und so beantragte denn der Vertheidiger der Beklagten , Rechts­anwalt Dr. Sauer, den Kläger mit seiner Klage abzuweisen, dieser aber verlangte die Vernehmung seines Ladenmädchens, doch der Gerichtshof entschied, daß ihrer etwa gegentheiligen Aussage so vielen Beugen gegenüber fein Gewicht beizulegen fet. Da die Beklagte sich in einer so anständigen Form über ein ihr widerfahrenes Unrecht ausgesprochen, so fönne von einer Beleidigung nicht die Rede sein, deshalb müsse Kläger kosten pflichtig mit seiner Klage abgewiesen werden.

Eine eigenthümliche Diebstahls- Affaire beschäftigte gestern die 93. Abtheilung des Schöffengerichts. Als am Nach mittage des 27. März cr. der Fouragehändler Plaz den Stettiner Güterbahnhof betrat, sah er hinter dem Portier­häuschen vier Bund Stroh stehen und fand er sodann seinen Verdacht, daß daffelbe einer ihm gehörigen Waggonladung entnommen war, bei näherer Besichtigung bestätigt. Er stellte Den Portier Beinede zur Rede und erklärte dieser, daß er die auf dem Bahnhofe beschäftigten Arbeiter Wilczinski, Neuendorf und Kaschinely mit dem Stroh angehalten habe. Dieselben hätten ihm gefagt, daß fie von dem Eigenthümer Platz die Erlaubniß erhalten hätten, daß Stroh zu nehmen, er, der Portier, habe aber darauf bestanden, daß fte dasselbe bis zur Ankunft des Eigenthümers auf dem Bahnhofe belaffen sollten. Nunmehr wurden die genannten Arbeiter ins Gebet ge­nommen, diese gaben aber übereinstimmend eine Aussage ab, welche wenig mit der des Portiers harmonirte. Sie be haupteten nämlich geradezu, der lettere habe sie zu dem Dieb­stahl angeftiftet und angegeben, er gebrauche etwas Bettstroh. Sie hätten daffelbe hinter das Portierhäuschen stellen müssen und habe Beinede ihnen dafür 10 Pfennige zu Schnaps ge= geben. Nunmehr wurden die drei Arbeiter wegen Diebstahls, der Portier aber wegen Anstiftung unter Anklage gestellt. Das seitens der Eisenbahn- Direktion gegen den letteren ein­geleitete Disziplinarverfahren hat etwas Belastendes nicht zu Tage gefördert, denn der Beschuldigte ist nach wie vor im Dienste. Die Staatsanwaltschaft hielt aber die Anklage gegen ihn aufrecht und hatten deshalb gestern alle vier auf der Anklagebant Play zu nehmen. Auch im Verhandlungs termine standen sich die Aussagen der drei Arbeiter und die des Portiers strikte gegenüber, unentwegt beharrten sie bei ihrer Bezichtigung und wer weiß, wie es dem Portier ergangen wäre, wenn er nicht hätte nachweisen können, daß er als Junggeselle für Bettstroh feine Verwendung und er ebensowenig seinen Wirthsleuten solches besorgt hatte. Er behauptete, das Opfer einer fein eingefädelten Intrigue der drei Arbeiter zu sein, welche er in seiner Eigenschaft als Portier zu beaufsichtigen hatte und mit denen er häufig in Differenzen gerieth. Bu dieser Ansicht gelangte schließlich auch der Gerichtshof, als er die Arbeiter wegen Diebstahls zu je einem Tage Gefängniß

das Stroh hatte einen Werth von 1 Mart verurtheilte, den Portier dagegen freisprach.

der Wirth

-

Der Fachverein der Rohrleger wollte am vergangenen Sonntag in dem Lokale von Wolf und Krüger, Staligerstraße 126, eine Vereinsversammlung abhalten. Der Verein hält seine Versammlungen regelmäßig in dem genannten Lokale und zwar jedesmal am zweiten und vierten Sonntage nach dem Ersten jeden Monats ab. Die Versammlungen find ein für allemal beim Kgl. Polizei- Präsidium als um 11 Uhr Vormit tags beginnend angemeldet worden. Als jedoch dem die Ver­sammlung überwachenden Polizeibeamten um 11 Uhr 5 Min. die polizeiliche Bescheinigung über die Versammlungsanmel­wie uns von einem dung vorgelegt wurde, erklärte derselbe Vorstandsmitgliede des Vereins mitgetheilt wird die Ver sammlung dürfe nicht stattfinden, indem dieselbe um 10 Uhr hätte eröffnet werden müssen. Troß des Hinweises darauf, daß die Versammlungen des Vereins als um 11 Uhr stattfindend angemeldet find, beharrte der Beamte darauf, daß die Ver sammlung nicht stattfinden dürfe, und die Mitglieder mußten unverrichteter Sache den Saal verlassen. Da dem Verein durch die Bekanntmachung der Versammlung durch Säulenanschlag und Beitungs- Inserate Unkosten in Höhe von 18 M. 20 Pf. er wachsen sind, außerdem nicht recht ersichtlich ist, weshalb die Versammlung inhibirt wurde das preußische Vereinsgeset bestimmt, daß eine Versammlung spätestens eine Stunde nach bestimmt, daß eine Versammlung spätestens eine Stunde nach der in der Anzeige angegebenen Beit beginnen muß will fich der Verein beschwerdeführend an das Kgl. Polizei Präsidium

wenden.

-

lichen Löhne sei erstens die Gefängnißarbeit und zweitens das Ueberfluthen Breußens mit sächsischen Arbeitskräften.( Heiter­teit.) Der bedürfnißlose Sachse in Preußen ist gleichbedeutend mit dem Chinesen in Nordamerika . Beide drücken die Preise der Arbeitskräfte. Die Gefängnißarbeit sei eine unreelle Kon­furrenz und ganz besonders haben die Arbeiterinnen der Wäsches branche schwer darunter zu leiden. Die Arbeiter in den Ge fängnissen bekommen für das Nähen der Kragen 50 Pf. den ganzen Tag, während die freie Arbeiterin 65 Pf. pro Dugend dafür beziehe. Abschaffung der industriellen Gefängnißarbeit und Einschränkung der sächsischen Arbeiter könne nur helfen. ( Beifall und Heiterkeit.)- Arbeiter Dornbusch: Ich stehe der Frauenbewegung sehr sympathisch gegenüber.( Gelächter.) Jedoch meine Damen, es ist nicht zu verkennen, daß Sie Ihre schlechte soziale Lage selbst verschulden. Ein großer Theil der Frauen hält die Männer von den politischen Versammlungen fern und verschuldet den Indifferentismus derselben.( Sehr richtig! seitens der Männer.) Schriftsteller Bake wendet fich ganz besonders gegen die Ausführungen des Frl. Perschauer. Schriftseger Kunkel: Es müsse Aufgabe der Frau sein, die Männer immer wieder zur politischen Thätigkeit anzufeuern.- Arbeiter Thun : Die Frau sage meistens, wenn der Mann Sonntags in die Versammlung gehe: Gehe nicht und lerne bedenken, daß Du sterben mußt.( peiterkeit.) Dies sei aber falsch. Im Gegentheil müsse der Mann bedenken, daß er und seine Familie leben müsse. Kaufmann Löwisohn: Er müsse Fräulein Perschauer gegen die Angriffe des Herrn Bake in Schutz nehmen. Der Vorstand handle überhaupt falsch, Jedem das Wort zu geben.( Lärm und Rufe: Raus! Raus!) Alsdann tadelte Frau Pötting noch das Vers halten der Zeitungen, welche welche eine Berichtigung, die einen fich gegen Bericht über eine am Donnerstag Woche voriger stattgefundene Versammlung des alten Arbeiterinnenvereins richte, nicht aufgenommen haben. In diesem Bericht soll fälschlicherweise behauptet sein, der Wirth der Gratweil'schen Bierhallen habe erst interveniren müssen, um Frau Cantius, Pötting und Walter aus der Versammlung zu entfernen. Es wäre dies eine Verleumdung seitens des be treffenden Berichterstatters. Frau Cantius berichtete alsdann wegen ihres Austritts aus dem alten Verein. Lediglich der Berfonentultus habe hier bestimmend auf ihren Entschluß ge wirkt. Sie werde stets die Sache der Arbeiterinnen hoch= halten. halten. Alsdann schloß die Versammlung gegen 1134 Uhr Nachts.

hfs. Im Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins legte am Dienstag Abend im Louisenstädti­schen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37, der Kafftrer zunächst Rechnung über das Stiftungsfest des Vereins und erstattete den Kaffenbericht. Aus der alsdann vorgenommenen Neuwahl des Vorstandes gingen als gewählt hervor die Herren Behrend, Vorfizender, Schmidt, Lähn, Pfeifer, Rülicke und Pankow . Darauf referirte Herr Behrend über die Errichtung einer Fach­schule des Vereins, die besonders den jüngeren Mitgliedern Gelegenhheit bieten soll, in der Mathematit( Rechnen und Geometrie) im Bauzeichnen 2c. für den gewerblichen Beruf sich weiterzubilden. In der Diskussion sprachen sich die Herren Schmitt Heinze und Schmidt für, Pankow , Däumchen und Bod gegen die Errichtung einer Fachschule durch den Verein aus, worauf beschlossen wurde, diese Angelegenheit zu vertagen und auf die Tagesordnung der nächsten Mitglieder- Generalversammlung zu feßen. Beim Punkt Verschiedenes" berichtete Herr Groths mann als Delegirter des Vereins über die stattgehabte amt liche Vernehmung bezüglich der Sonntagsarbeit. Derselbe gab ein das Verbot der Sonntagsarbeit bejahendes Gutachten ab. Lettere sei, von wenigen absolut unvermeidlichen Ausnahme­fällen, wie z. B. bei Keffelreinigungsarbeiten erforderlicher Maurerarbeit, abgesehen, durchaus entbehrlich und ihre gänzliche Abschaffung geboten. Der Vorsigende Behrend richtete an alle Maurer die Aufforderung, schon jetzt der Behörde von jeder auf Bauten vorkommenden Sonntagsarbeit Anzeige zu machen. Eine Arbeiterinnen- Versammlung war zu vorgestern Abend seitens des Nord- Vereins nach dem Deutschen Kaiser ( Elsafferstraße) einberufen. Der Andrang zu derselben war so außerordentlich groß, daß bald die Saalthüren geschlossen wer den mußten. Es mochten ungefähr 1500 Personen, darunter achthundert Frauen, größtentheils dem Arbeiterstande angehörend, anwesend sein. Die Männer, denen ebenfalls der Zutritt gestattet war, hatten sich sehr frühzeitig eingefunden und so fanden denn zu meist die Frauen die Stühle schon befest. Unter allgemeinem Beifall der anwesenden Frauen forderte nun Frau Pötting die Männer auf, den Frauen die Stühle zu überlassen. Doch nun­mehr wollte der überwachende Lieutenant die Versammlung nicht beginnen lassen, da fich Hunderte von Männern in den Mittelgang des Saales gestellt hatten. Erst der energischen Intervention des mitüberwachenden Schußmanns und der Frau Cantius, welcher mit lauter Stimme ausrief: Schämen sollten fich die Männer, unserer gerechten Sache Schwierigkeiten zu Als machen", gelang es, den Mittelgang zu räumen. zu fich einigermaßen gelegt endlich die Unruhe hatte, ertheilte die Vorfißende Frau Pötting der Referentin des Abends, Fräulein Perschauer, das Wort zu folgender Rede: Hochgeehrte Anwesende! Sie werden es mir nicht übel nehmen, wenn ich die Bitte ausspreche, mich ruhig anzuhören und mit mir als Anfängerin auf dem Gebiete der Redekunst Rücksicht zu nehmen. Sie werden aus den Beitungen bereits ersehen baben, daß ich Ihnen einen Vortrag über Die Frauen von sonst und fest" halten will. Bunächst muß ich jedoch bemerken, daß es mich sehr dauerte, als ich sah, daß auch in den Reihen der Frauen- Vereine die persönlichen Beleidigungen eine Stätte gefunden haben. Soll die Agitation der Frau Früchte zeitigen, fo muß jede persönliche Pitanterie bei Seite bleiben.( Beifall.) Ich habe nun, um zu meinem Thema zu das Alterthum zu erzählen. Ich will Ihnen nur das Leben und Wirken der Frau des 15. und 16. Jahrhunderts vorführen. Die Frau des Mittelalters war durchaus nicht die Stlavin des Mannes. Die Frau von damals betrachtete ihre Lebensaufgabe eben darin, die Kinder zu fiftlich- religiösen Lebensaufgabe eben darin, die Kinder zu fittlich- religiösen Menschen zu erziehen. Damals hörte man nicht solche unehr Die Mutter erzog die Kinder eben und brachte ihnen das Bes wußtsein bei, moralische Menschen zu werden. Die Ober­aufficht über die Schule galt der Mutter, während der Mann der Natur ihre Schäße abzuringen suchte. Ritterliche Spiele und Mannesmuth zeichneten damals die Jugend aus.( Un mit Bölfern bugte

nun

-

-

Magdeburg , 14. September. Die Tischler Magdeburgs hielten am Sonntag Nachmittag im unteren Saale des Linder'schen Gesellschaftshauses" eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab. Der Vorfizende des hiesigen Fachvereins der Tischler eröffnete dieselbe und ertheilte nach der Wahl des Bureaus dem Vorsitzenden des Fachvereins der Tischler zu Köln a. Rh., Herrn Meist, das Wort zu einem Vortrage über: Die Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation und die Sonntagsarbeit vom gewerblichen Standpunkt der Tischler." Der Vortragende schilderte die Bedrückung, welche die Arbeiter Jahrhunderte lang zu tragen gehabt; wie sie früher unter dem Drud von Gesezen gestanden hätten, litten sie heute unter dem Druck des Kapitals. Er spricht von den alten Zünften und schildert die Unzweckmäßigkeit der Innungen. Eine Befferung der augenblicklichen schlechten Verhältnisse sei nur von einer allgemeinen großen Organisation zu erwarten; hierdurch sei auch die Aufklärung, die so vielen Arbeitern fehle, zu vers breiten. Der Durchschnittslohn für Tischler betrage in manchen Städten nur 9.50 M. wöchentlich und dieser geringe Verdienst mache die Frauen- und Kinderarbeit nöthig wo diese nicht möglich, müsse das Defizit ausgehungert werden. Der Redner machte Angaben über ungleiche Arbeitszeit und ungleichen Verdienst, und tritt für eine 60stündige Arbeitszeit ein; dadurch würden mehr Arbeiter eingestellt und dem Vagabondenthum Einhalt gethan. Der Redner spricht nun über die Abschaffung der Sonntagsarbeit. Wie schon durch die Ueberstunden, so würde auch durch die Sonntagsarbeit der Arbeiter seiner Familie entrückt und lerne so das Familienleben taum kennen. Er meint, daß die Sonntagsarbeit gar nicht bezahlt werde. Sum Schluß bittet der Redner alle Anwesenden, mit ganzer Straft für die Organisation einzutreten, die Früchte würden nicht aus bleiben. Nach Beendigung der darauf folgenden Diskussion wird nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten über den Werth der gewerkschaftlichen Organisation vollständig einverstanden und verspricht, mit allen ihr zu Ge bote stehenden gefeßlichen Mitteln für dieselbe einzutreten, in­

Die Fälle, daß Knaben, welche foeben erst das straf. mündige Alter erreicht haben, vor den Schranken des Gerichts zu erscheinen haben, mehren fich in legter Beit in auffälliger Weise. Ein solch verwegener Taugenichts aber, wie er gestern in der Person des zwölfjährigen Schulknaben Paul Arendt der 87. Abtheilung des Schöffengerichts vorgeführt wurde, dürfte denn doch seines Gleichen suchen. Mit einem noch nicht zwölf Jahre alten Spielgenoffen verabredete er fich zu gemein famer Flucht aus dem elterlichen Hause. Um in den Besitz einiger Geldmittel zu gelangen, führten fie folgenden Blan aus: In dem von ihnen bewohnten Hause befand sich im Reller eine Restauration, deren Billardzimmer auch vom Hofe aus zu erreichen war. Eines Abends gegen 11 Uhr, als sein Lokal im Begriffe stand, schließen, schlichen fie fich in diese bereits nicht mehr erleuchtete Billardstube, frochen unter das Sopha und warteten in dieser Situation, bis Alles im Hauſe ruhig war. Dann machten fie fte aus, erbeuteten aber nur zwei Mark zum Wechseln bestimm ter tleiner Münze. Mit diesem Gelde begaben sie sich auf die Flucht und haben die jugendlichen Bagabunden fich 14 Tage lang in der Umgegend Berlins umhergetrieben, bevor es gelang, ibrer habhaft zu werden. Sie nächtigten, wie echte Strolche, im Freien unter Brücken oder in Neubauten und stablen, wo fie tonnten. Der Angeklagte Arendt war geständig, drei Dieb­stähle ausgeführt zu haben; u. A. hatte er aus einem Neubau eine Flasche mit Schnaps ausgeführt, den er mit seinem Kom sprechenden Buben zu 10 Tagen Gefängniß, wovon er 5 Tage tommen, nicht die Abficht, Ihnen Geschichtliches und speziell durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtete, nach seiner Entlassung soll er aber einer Zwangserziehungs- Anstalt über­

wiesen werden.

der Person des bereits mehrfach wegen Eigenthumsvergehens Gin vorbestraften Karl Rofinska der vierten Strafftammer des Land­

ungetreuer Rasenbote präsentirte sich gestern in

dem sie einfiebt, daß nur durch Einigkeit die Weiterentwidelung und Befferstellung unserer gewerblichen Lage zu erreichen ist." -Der Vorfigende bittet Alle, dem Fachverein beizutreten und dadurch das Intereffe, das heute an den Tag gelegt werde, au bethätigen. Nachdem Herr Meist noch zu einer Schlußbemer fung das Wort erhalten, schließt der Vorsitzende die Vers sammlung.

gerichts I. Der Angeklagte war bei dem Regierungsbaumeister erbietigen Aeußerungen der Kinder gegen ihre Eltern wie heute. fratische au ein so großes, im Wesentlichen aus Sozial

sein Brodherr mit einer von seinem Sekretär v. Ostheim aus­gestellten und von ihm selbst gegengezeichneten Quittung nach der Boden Kredit Attienbant, um eine Summe von 2500 Mt. zu erheben. Der Angeklagte beging einen ebenso dreisten als

betreffende

Hamburg , 15. September. Wir entnehmen der deutsch­freifinnigen Hamburger Reform" folgenden Bericht: Eine öffentliche Versammlung hielt gestern Abend der hiesige demo­

hatte fich

%

Demokraten bestehendes Publikum eingefunden, daß sowohl der untere Raum des Saales wie auch die beiden Gallerien dicht gefüllt waren. Den Vorsitz führte Dr. Türkheim, welcher die Verhandlungen um 8 Uhr eröffnete. Auf der Tagesordnung standen Referate von H. Förster Hamburg und Rechtsanwalt leiden war der legtgenannte Referent am Erscheinen in der Versammlung verhindert. H. Förster ging in seinem Vortrage zunächst auf den Normalarbeitstag ein, welcher auf dem demo­fratischen Parteitage am Sonntag gegen die Stimmen der Hams burger abgelehnt wurde. Redner sprach sich für die endliche

die Handschriften täuschend nachahmend, eine andere auf das deutsche Volf seine Ideale ein und sank bald zum Lohn Lenzmann- Lüdenscheid über Arbeiterschus". Durch ein Hals­3500 Mart lautend her. Die Bant honorirte auch diese sllaven herab. Wir stehen nun heute vor der Frage: Wie Quittung, der Angeklagte lieferte davon 2500 Mt. ab und ließ läßt sich dieser Weg aus diesem Jammerthale zurückfinden? es sich dann angelegen seir, die erschwindelten 1000 Mt. mögs Es giebt einen Ausweg; man inhibire nicht die Frauenarbeit, denn file ist Bedürfniß der verstanden, in dem Kassabuch seines Prinzipals die Industrie geworden.( Unruhe.) Es sei gewiß, daß wenn man Summe ebenfalls umzuändern, sodaß die die Frauenarbeit verbiete, alle Induſtrie zum Suche man Entdeckung des Betruges für einige Zeit hinaus Handwert sich selbst degradire.( Unruhe.) geschoben wurde. Da der Geschädigte, Herr Heim, darüber mittels der Koalitionsfreiheit fich und den Seinen zu vernommen werden sollte, ob das von ihm geführte Bank­helfen, dann werde Zufriedenheit auch unter der arbeitenden finden sein. Feste Organisation und frei Kaffa- Buch als eine Urkunde betrachtet wird, so mußte der Klaffe zu hoch­Termin wegen der Abwesenheit dieses Beugen bis zum Sonn von allem Egoismus, diese Devise müsse man wird so schloß die Rednerin halten. Dann, ja dann

-

zünftlerischen

-

abend vertagt werden. Unter der Anklage des Betruges in mindestens zehn auch für die Lohnarbeiter die Morgenröthe der Freiheit auf­Fällen stand gestern die Inhaberin des in der Niederwallstraße geben und der Staat wird auf zufriedene Bürger herabbliden. belegenen Café Commerce, die Wittwe Therese Voigt, vor der( Vereinzelter Beifall). 91. Abtheilung des Schöffengericht. Das in ihrem Lokale von

rednerin bemerken,

-

daß fte die Verhältnisse des

Realiſirung der Arbeiterschußgefeße aus. Die Arbeiterkolonien

genügen nicht, um die industrielle Arbeitslosigkeit zu mindern, vielmehr müsse die Zuchthausarbeit abgeschafft werden, zumal die Gefängnißarbeit nur den Großinduftriellen zu Gute komme. Die industrielle Frauen- und Kinderarbeit sei zu verbieten, um die Entwickelung eines gefunden Ehelebens in den Arbeiterfamilien hervorzubringen. Durch die Fabrik arbeit der Frauen und Kinder würde die Moralität in den Arbeiterfamilien untergraben. Ferner sei die Regelung der Arbeitszeit eine unaufschiebbare Aufgabe. Die jest in vielen Fabriken übliche Arbeitszeit von 12 bis 14 Stunden täglich