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2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Ur. 293.

Abgeordnetenhaus.

11. Sigung vom 14. Dezember. 11 Uhr. Am Ministertische: v. b. Recke und Kommissarien.

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Dienstag, den 15. Dezember 1896.

13. Jahrg.

1525 und 5641. Von den übrigen Staaten fei der sog. Streifparagraph hat Aufnahme gefunden. Wenn Lippe ( Detmold ) erwähnt, wo am 14. Juni die Zahl der Arbeits- Streits oder Aussperrungen erfolgen, so muß das Amt seine losen 94, am 2. Dezember dagegen 5838 betrug. In den Ge- Thätigkeit für die Betheiligten einstellen, sobald einer der meinden unter 10 000 Einwohnern betrug die Zahl der Arbeits - streikenden Theile das Gewerbegericht als Einigungsamt an lofen am 14. Juni 61 469, am 2. Dezember 348 490, in den gerufen hat, und es nimmt die Thätigkeit wieder auf, sobald Der Vertrag mit Holland wegen Erhaltung des Gemeinden von 10-100 000 Einwohnern 38 624 und 88 349, in ein von beiden Theilen anerkannter Schiedsspruch nicht er­Seeufers auf Berkum und wegen der Schiffszeichen auf der den 28 Großstädten 78 911 und 116 801. Von den Großstädten folgt ist. Unter- Ems wird debattelos in dritter Lesung genehmigt. hatten Arbeitslose: Königsberg im Juni 1986( im Dezember 3927), Es folgt die zweite Berathung der Vorlage betr. die Be Danzig 1176( 3209), Berlin 27 622( 36 889), Charlotten städtischen In Würzburg ist das Zustandekommen des geplanten Steuerung des Gewerbebetriebes im Umbersburg 979( 2124), Stettin 1203( 3042), Breslau 4232( 6874), Magde : Magistrat hat das hierfür ausgearbeitete Statut genehmigt. Das Arbeitsamtes nunmehr gesichert. Der aiehen. burg 1640( 3823), Halle a. S. 1066( 1823), Altona 2605( 4398), Arbeitsamt umfaßt die Stellenvermittlung aller Kategorien von Hannover 1782( 3142), Dortmund 587( 741), Frankfurt a. M. Arbeitsuchenden beiderlei Geschlechts, doch wurde vorläufig von 1811( 2942), Düsseldorf 853( 1813), Elberfeld 826( 1127), der Errichtung einer besonderen Abtheilung für weibliche Arbeit­Barmen 623( 779), Krefeld 348( 779), Köln 1541( 3268), suchende abgesehen. Der Vorsitzende wird vom Magistrat ge­Aachen 449( 1326), München 2239( 4610), Nürnberg 658( 1054), wählt; er darf weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber sein. Von Dresden 3190( 3700), Leipzig 5285( 4594), Chemnitz 1886( 1343), den sechs Kommissionsmitgliedern wählt die drei Arbeitgeber das Stuttgart 472( 1352), Braunschweig 622( 1720), Bremen 829( 1516), Gemeindekollegium, die drei Arbeitnehmer wählen die Arbeiter­Hamburg 12 652( 13 838). Streitklausel: Sobald Arbeitseinstellungen und Ar­Beisitzer des Gewerbegerichtes. Das Statut enthält folgende beiteraussperrungen zur Kenntniß der Kommission ge langen, hat diese den Betheiligten eine kurz bemessene Frist zu setzen, binnen der das Einigungsamt des Gewerbegerichtes zur Beilegung der Differenzen anzurufen ist. Geschieht dies nicht, oder kommt kein Schiedsspruch zu stande, oder unterwerfen sich die Betheiligten dem Schiedsspruche nicht, so hat die Kommission darüber Beschluß zu fassen, ob das Arbeitsamt für die Betheiligten seine Thätigkeit einstellen soll oder nicht."

Die Kommission, welche den Entwurf berathen hat, empfiehlt einen Zusatz zur Vorlage, wonach die Gewerbescheine für Reisende, wenn im Laufe des Jahres ein Wechsel in deren Person ein­tritt, für den Rest ihrer Giltigkeitsdauer steuerfrei auf die Person des Nachfolgers durch Umschreibung oder anderweite Ausfertigung übertragen werden sollen. Abg. v. Brockhausen( f.) erklärt, daß seine Freunde die Vorlage als eine nothwendige Folge der Gewerbe- Ordnungs­Novelle betrachten und den Kommissionsbeschlüssen zustimmen

werden.

Auf die Berufs- Hauptgruppen vertheilten sich die Arbeitslofen wie folgt: Landwirthschaft, Gärtnerei und Thier zucht, Forstwirthschaft und Fischerei 19 204 im Juni, 162 472 im Dezember, Bergbau und Hüttenwesen, Industrie und Bau­wefen 97 782 und 274 625, Handel und Verkehr 26 180 und 41 994, Häusliche Dienste( einschl. persönlicher Bedienung), auch Lohnarbeit wechselnder Art u. 1. w. 30 907 und 68 423, Staats-, Gemeinde-, Kirchendienst, freie Berufsarten 4931 und 6126. Bemerkt sei noch, daß unter den Arbeitslosen nur solche, nicht auch Kranke zu verstehen sind.

Abg. Kircher( 3.) äußert sich in gleichem Sinne. Abg. Gothein( fr. Vg.): Die Vorlage enthalte eine Doppel­besteuerung, da nach dem Sinne der Gewerbesteuer die von dem Hauptgeschäfte entrichtete Steuer auch den Betrieb im Umherziehen umfaßt. Wohin kommen wir dann mit dieser Gesetzesmacherei? Die Kommission scheint die Tragweite der Vorlage auch nicht ganz erfaßt zu haben. Im Westen, namentlich in Bielefeld , ist der stehende Gewerbebetrieb auf den Verkehr im Umherziehen angewiesen. Bauarbeiter, Steinhändler und viele andere fallen Politische Agitation in Staatsbetrieben. Man schreibt unter dies Gesetz, auch wenn sie nur einzelne, wenige Geschäfte uns: Auf der kaiserlichen Werft in Kiel sind dieser abschließen. Das wird eine Menge von Denunziationen und Tage namentlich an die Vorarbeiter zahlreiche Exemplare der Chikanen zur Folge haben, die viel mehr erger erzeugen, als Broschüre des Werftarbeiters Theodor Lorenzen gratis den wenigen seßhaften Geschäftsleuten Vortheil erwachsen tann. vertheilt worden. Woher das Geld zu diesen 500 Broschüren Regierungskommissar General Steuerdirektor Burghardt: gekommen ist, haben wir nicht erfahren können. Bekanntlich hat Doppelbesteuerung liegt nicht vor; das Gewerbesteuer- Gesetz be- Lorenzen das Bedürfniß gehabt, in seiner Broschüre die Sozial­stimmt ausdrücklich, daß in der Steuer für das festbetriebene Ge- demokratie zu vernichten. werbe die Steuer für einen etwaigen Haufirbetrieb nicht mit enthalten ist.

Regierungskommissar Geh. Rath Siefert erwidert auf einen Vorwurf des Abg. Gothein, daß nach den Bestimmungen der Vorlage eine Begünstigung ausländischer Reifender infolge der Handelsverträge nicht eintrete; es ist dies bei Abschluß der Handelsverträge ausdrücklich vorgesehen worden. Abg. Wamhoff( natl.): Die Vorlage ist eine Konsequenz der Reichsgesetzgebung; eine wohlthätige Wirkung für den seßbaften Geschäftsmann ist von ihr zu erhoffen.

Der vorerwähnte Kommissionsantrag wird nach kurzer weiterer Debatte angenommen und mit demselben die Vorlage.

von

"

Die Errichtung eines Gewerbegerichts ist vom Rath der Stadt Rostoc abgelehnt worden, weil für die Errichtung zur Zeit ein Anlaß nicht gegeben" sei. Daß der erforderliche " Anlaß" geschafft wird, dafür wird die Beharrlichkeit der Rostocker Arbeiter sorgen. Bezeichnend ist es aber für den heutigen Stand unserer Sozialreform", daß die Arbeiter in einer ganzen Reihe von Orten erst langwiege Kämpfe führen müſſen, um ein Gewerbegericht zu bekommen. Versammlungen.

Dieselbe Broschüre ist bekanntlich sogar vom evangelischen Arbeiterverein wegen ihres albernen Inhalts desavouirt worden. Wie nothwendig eine gründliche Kontrolle der Die Handwerkerorganisation bildete das Thema einer Bäckereibetriebe ist, zeigt folgende Meldung: Der Bäcker: Bersammlung des konservativen Vereins im zweiten Wahl­meister Joh. Bimmerlein in Nürnberg beschäftigte berichtet: Zu Beginn der Verhandlung theilte der Vor­freis, über deren Verlauf uns ein Theilnehmer folgendes einen Gehilfen, trotzdem er wußte, daß dieser mit Kräße be- fizende, Oberst von Krause, mit, daß der von Herrn haftet war. Das Schöffengericht verurtheilte Zimmerlein diefer- Beu t'e I beauftragt sei, der Versammlung zu erklären, daß der­halb zu 30 M. Geldstrafe. selbe es ablehne, in dieser Versammlung zu sprechen und sich überhaupt gänzlich von der Theilnahme an öffentlichen An­gelegenheiten zurückziehe.( Diese Erklärung war anscheinend die Folge der an demselben Tage stattgehabten Obermeisterwahl der Schuhmacherinnung, zu welcher der schon bei der letzten Wahl ausgemerzte Herr Beutel wieder kandidirte.) Der Vor sigende wies sodann sodann darauf hin, daß er 6000 Eins

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Tabakban und Tabakernte im deutschen Zollgebiete. Im Jahre 1895 sind von 157 022 Pflanzern Flächen im Gesammt­inhalt von 21 155 Hektar mit Tabat bepflanzt worden( 1894 von 152 261 Pflanzern 17 575 Heftar). Die Ernte betrug im ganzen Es folgt die erste Lesung der Städte und Land: 48 580 Tonnen Tabak( in dachreifem, trockenem Zustande) oder gemeinde Ordnung für Hessen- Nassau . durchschnittlich 2296 Kilogramm auf 1 Heftar; in keinem der Minister des Innern v. d. Recke : Die Vorlage, deren vorhergegangenen 20 Jahre ist ein so hoher Durchschnittsertrag ladungen verschickt habe, der Besuch entspreche aber durch­Bedürfniß in der Bevölkerung, von dem Provinziallandtage und erzielt worden. Namentlich Elsaß- Lothringen hat eine sehr er- aus nicht feinen Erwartungen.( Es waren der Regierung übereinstimmend anerkannt wird, soll giebige Ernte gehabt, die fich im Durchschnitt mit gefähr 130 Menschen anwesend, und etlichen sah man einer Reihe von Mängeln Abhilfe schaffen, die sich unter den 3113 Kilogramm auf 1 Hektar berechnet. Für den es schon von weitem an, daß sie keine Handwerker waren.) Der jetzigen Verhältnissen herausgebildet haben. 1895er Tabak sind etivas geringere Preise bezahlt worden Abg. Jacobstötter hielt sich in seinen Ausführungen sehr Abg. Dr. Lieber( 3.): Wir sind zu der gewünschten Bei- als für die vorangegangenen drei Jahrgänge; doch be­hilfe gern bereit, vermögen aber doch die Nothwendigkeit aller rechnet sich der mittlere Preis für das ganze Bollgebiet immerhin Bestimmungen der Vorlage, so namentlich die Sonderstellung noch auf 776 M. für eine Tonne trockener Tabatsblätter der Stadt Frankfurt nicht anzuerfennen. Unsympathisch sind uns( 1894 842., 1891 745 M.). die Zweckverbände und die Dreiklassen- Wahl, lettere ist vielfach Im Jahre 1896 find von 158 077 Pflanzern 22 145 Settar eine Verschlechterung des jezigen Zustandes. Das allmälige Zu­sammenwachsen der Provinz soll man nicht mit Gewaltmitteln fördern wollen, sonst erreicht man das Gegentheil von dem was beabsichtigt ist. Redner beantragt Vorberathung durch eine be­sondere 21er Kommission.

Jn ähnlichem Sinne spricht Abg. Kircher( 3.). Abg. Dr. Lotichius( natl.): Bedentlich erscheint die An­stellung der Bürgermeister auf Lebenszeit, auch deren Besoldungs­verhältnisse bedürfen noch einer Nachprüfung.

mit Tabak bepflanzt worden. Demnach hat der Anbau von Tabat gegen die Vorjahre wieder nicht unerheblich zugenommen ( gegen 1895 um 990 Heftar oder nahezu 5 v. H.). Besonders in den preußischen Provinzen Brandenburg und Pommern hat sich der Tabatbau wieder start gehoben; in erstgenannter Provinz ist die Anbaufläche von 2465 Hektaren im Jahre 1895 auf 2992 Hettar im Jahre 1896 oder um mehr als 21 v. H. an­gewachsen.

refervirt; er schimpfte auf die Gewerbevereine in Mittel- und Süddeutschland , in denen Lehrer, Professoren und Juristen das große Wort führen, und sagte zum Schlusse den Handwerkern wenig schmeichelhafte Artigkeiten, indem er unter anderem meinte, die schlimmsten Feinde des Handwertes seien die Handwerker selber, weil sie nicht verständen, ihre Intereffen wahrzunehmen. Hier­auf redete der Freiherr v. Plettenberg etwas über den unlauteren Wettbewerb. Er fing bei dem Kriege von 1806 an und brüllte seine Phrasen mit einer derartigen Beharrlichkeit in den leeren Saal hinein, daß ich es vorzog, mich schleunigst zu entfernen.

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Ueber den Hamburger Hafenarbeiter- Streik sprach der Privatdozent Dr. Jastrow am Sonntag Mittag vor einem Bierbrauerei und Bierbesteuerung. Im Jahre 1895/96 vorwiegend aus Angehörigen bürgerlicher Kreise, aus Geschäfts­Abg. Zimmermann( frt.): Die Vorlage wird eine große( theils Etats, theils Kalender- und theils Steuerjahr) find an leuten bestehenden Bublifum im Konzerthause, Leipzigerstraße. Bahl von Hindernissen beseitigen, welche dem Zusammenwachsen Bierabgaben erhoben worden: im Brausteuergebiet 34,6 Der Redner erklärte zunächst die Thätigkeiten der einzelnen beim der beiden Theile der Provinz Hessen entgegenstanden. Das Millionen Mart, in Bayern 38,8, Württemberg 9,2, Baden 6,2 Streit betheiligten Arbeiterkategorien und schilderte sodann in mehrfach angefeindete Wahlrecht ist für den größten Theil der und Elsaß Lothringen 3,2 Millionen Mark; danach kamen auf flarer Weise die unseren Lesern durch unsere ausführ­Proving noch immer ein Fortschritt gegenüber den heutigen Ver- den Kopf der Bevölkerung: im Braufteuergebiet 0,85 M., lichen Berichte bekannte Entwickelung des Streits bis hältniffen. Unberechtigt ist die Bestimmung, wonach Richter, in Bayern 5,85 M., Württemberg 4,41 M., Baden 3,53 M. auf den gegenwärtigen Stand, wobei ihm sein Studium Geistliche und Lehrer fein passives Wahlrecht haben sollen. und Elsaß Lothringen 1,95 M. Der Verbrauch an der Streitbewegung an Ort und Stelle sehr zu statten Abg. Schaffner( natl.) hat ebenfalls Bedenken gegen die Bier( die Biergewinnung zuzüglich der Einfuhr und kam. Die Unternehmer wollten den Machtstreit, sie wollten die Bürgermeister- Bestimmungen der Vorlage, namentlich gegen die abzüglich der Ausfuhr) betrug: im Brausteuergebiet 39,7 Mill. Arbeiter aushungern. Dem dürfe die übrige Geschäftswelt Deutsch­Besoldungsvorschriften. Hektoliter oder 97,1 Liter auf den Kopf, Bayern 13,6 Mill. Hekto. lands nicht theilnahmslos zusehen, sondern es müsse den Abg. v. Pappenheim ( t.): In der Wahlrechts- Gestaltung ist eine liter oder 285,8 Liter auf den Kopf, Württemberg 3,9 Mill. Hefto- Hamburger Rhedern, die in so mancher Beziehung hinter so weitgehende Abweichung von den bisherigen Verhältnissen nicht liter oder 188,9 Liter auf den Kopf, Baden 1,9 Mill. Hektoliter dem Geist der Zeit zurückgeblieben seien, der Stand. zu finden, auch die Stellung der Bürgermeister in Hessen war oder 110,5 Liter auf den Kopf und Elsaß- Lothringen 1,3 Mill. punft flar gemacht werden. bisher immer eine sehr selbständige. Weit schlimmer noch als die Hektoliter oder 78,8 Liter auf den Kopf. Die Verhältnisse waren petuniären Nachtheile würde bei einer Niederwerfung des Minister v. d. Necke: Auch ich bin der Meinung, daß an für den Betrieb der Brauereien und den Bierabsatz besonders Streits die in Zahlen nicht auszudrückende Verbitterung bei den das Bestehende angeknüpft werden und daß man sich bemühen günstig, da bei gutem und verhältnißmäßig billigem Rohmaterial Arbeitern sein.( Beifall.) Im weiteren geißelte der Redner dann muß, die Gesezgebungsmaschine in ein gemäßigteres Tempo zu ein warmer Sommer, Mangel an Obst und theurer Wein den den Lobulisten Schwindel und theilt demgegenüber einige bringen. Die lebenslängliche Anstellung der Bürgermeister Biergenuß förderten. authentische Zahlen mit, die ein ganz anderes Bild von den ist nach der Vorlage nur fakultativ, nicht obligatorisch. Die besondere Behandlung der Stadt Frankfurt war Zuckergewinnung und Bestenerung im deutschen Zoll- wirklichen Löhnen der Hafenarbeiter geben. Ueberdies sei es im hat sich dort ganz gut bewährt und es lag tein Grund vor, zucker Fabriken, 55 Raffinerien und 6 selbständige Melasse- löhne hätten, sondern der Arbeiter habe durchaus das Recht, Logisch nothwendig, denn die dort bestehende Gemeindeverfassung gebiet. Während des Betriebsjahres 1895/95 waren 397 Rüben heutigen Zeitalter des freien Arbeitsvertrages durchaus nicht nöthig, daß die Arbeiter erst dann streikten, wenn sie Hunger­sie zu ändern. Die Gestaltung des Wahlrechts war dadurch be- Entzuckerungsanstalten, im ganzen also 458 Buckerfabriken im seine Waare Arbeitskraft zu dem Preise zu vers dingt, daß man eine einheitliche Regelung wünschte und da erschien Betriebe. Verarbeitet wurden 11,7 Millionen Tonnen Rüben( im taufen, den er für angemessen halte. Die Situation das Dreiklassensystem das einzig gegebene; Vorjahre in 405 Fabriken 14,5 Millionen Tonnen. Die gesammte der Rheder, die sich nicht in erster Linie aus den Dividenden denn ich tenne vorläufig tein besseres. Richter, Erzeugung der Fabriken( Melaffe- Entzuckerungsanstalten ein­Lehrer und Pfarrer find in allen anderen Städte- Dednungen von gerechnet) betrug 1895/96 in Rohaucker umgerechnet 1637 057 regele, sondern aus der Höhe der Frachtfäße, sei eine gute. Der der Theilnahme an der Verwaltung ausgeschlossen und es schien Tonnen gegen 1827 974 Tonnen im Betriebsjahre 1894/95. 3ur Streifenden, die er ebenfalls im vollsten Maße billigt. Redner entwickelt zum Schluß noch die übrigen Forderungen der nicht rathsam, hier eine Ausnahme zu machen. Herstellung von 1 Tonne Rohzucker waren im Betriebsjahre Abg. Dr. Beckmann( f.) hat für seine Person Bedenken, 1894/95 7,94 Tonnen, 1895/96 dagegen nur 7,13 Tonnen Rüben fordert, daß eine Beendigung des Streits durch Einsetzung eines Schiedsgerichts herbeigeführt werde. An der Diskussion be­gegen Einzelheiten der Vorlage, so namentlich gegen die Beseitigung erforderlich. Die Ausfuhr von Zucker nach dem Auslande betrug, theiligten sich in zustimmendem Sinne der Generalsekretär ber des kollegialen Gemeinderaths. in Rohzucker ausgedrückt, 958 128 Tonnen gegen 1 046 043 Tonnen deutschen Gewerkvereine, Dr. Max Hirsch , der im Namen im Jahre 1894/95. der deutschen Gewerkvereine seine Zustimmung zu der vors Einer unerhörten Wahlbeeinflussung haben sich, wie man geschlagenen Resolution bekundete, und Herr Vogts, Vorfigender uns schreibt, die Leiter des Zwickau - Oberhohndorfer Steinkohlen - des Bundes Berliner Industrieller. Die folgende Resolution wurde bau- Vereins( Wilhelmsschächte) schuldig gemacht, indem sie einige ohne Widerspruch angenommen: Die am 13. Dezember im Konzert­Stunden vor der Knappschaft3ältesten Wahl, die auf haus versammelten Männer und Frauen aller Stände Berlins ers Sonntag Nachmittag vor fich ging, mehrere Kandidaten, deren blicken in den Arbeitsstreitigkeiten an dem ersten Hafen Deutschlands Wahl gesichert erschien, ohne Angabe der Gründe ent- eine Angelegenheit von mehr als lokaler Bedeutung. Sie halten lassen haben. Die Leute sind als tüchtige Arbeiter bekannt, den Standpunkt, daß solche Streitigkeiten durch Niederwerfung verheirathet und schon gegen 7 Jahre auf dem Werk beschäftigt. des einen oder des anderen Theils beendigt werden müßten, für Auf der Berginfpettion, wo sie sich sofort beschwerten, ist ein veraltet und sprechen die Ueberzeugung aus, daß der Versuch Protest gegen die Giltigkeit der Wahl zu Protokoll eines Schiedsgerichts oder Einigungsamts wiederholt werden genommen worden. muß. Die Versammlung beauftragt ihr Bureau, unter Hinzu­ziehung einiger hervorragender Theilnehmer diesen Beschluß zur Kenntniß der beiden streitenden Theile zu bringen."

Abg. Dasbach( 3) bekämpft das Dreitlassen wahlsystem, das sich auch in Preußen, namentlich nach der Steuerreform, als ganz unhaltbar erwiesen habe. Nach furzen weiteren Bemerkungen schließt die Debatte. Die Vorlage geht an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern. Das Haus tritt in die 3. Lesung der Vorlage betr. die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen ein.

Die Vorlage wird unverändert nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. Nächste Sigung Donnerstag, 17. Dezember, 11 Uhr: Handels­tammer- Gesetz in erster Lesung. Schluß 3/4 Uhr.

Soziales.

Er

Aus Mainz wird uns geschrieben: Die Stadtverordneten Versammlung hat am Mittwoch endlich, nach dreijährigem Hangen und Bangen, das Statut für die Errichtung eines Eine Formerversammlung, die am Sonntag im Kolberger Das Ergebnis der Arbeitslosenzählungen, die am städtischen Arbeitsamtes genehmigt. Die Haupt- Salon tagte, beschäftigte sich im ersten Punkt der Tagesordnung 14. Juni und am 2. Dezember vorigen Jahres im Deutschen schuld an der Verzögerung trug allerdings die Regierung in mit dem beendeten Streit bei der Firma H. Hartung. Louis Reiche vorgenommen wurden, liegt jetzt vor. Danach betrug Darmstadt , welche der Sache Schwierigkeiten bereitete. Nachdem Müller berichtete über die mehrmaligen Verhandlungen, die die Zahl der Arbeitslosen am 14. Juni 179 004, am sie aber nachträglich die Statuten in Gießen und Worms ge- zwischen der Direktion und der Kommission der Streitenden statt­2. Dezember 553 640. Davon tommen auf Preußen 117 852 nehmigt, wird sie wohl nicht anders können, als auch den gleichen gefunden haben. Während die Firma in der ersten Zusammene 14. Juni, 408 703 am 2. Dezember, Bayern 10 158 Maßstab für Mainz anzulegen. Das Arbeitsamt soll am funft sich nur zur Einstellung von 30 Arbeitern aus 33 829 Sachsen 20 381 und 28 254, a m= 1. April 1897 eröffnet werden. Es hat zwei Abtheilungen, eine der Zahl der etwa 90 Streifenden bereit erklärt 12 847 und 14 539, Württemberg 2471 und männliche und eine weibliche, lettere soll unter Leitung einer habe und bie Kommission darauf die Verhandlungen 7414, Elsaß- 2othringen! Frau stehen. Die Arbeitsvermittelung geschieht unentgeltlich. Auch labbrach, sei später dem Verlangen

am

und

burg

10 809, Baden 2888 und

der Ausständigen