ber Nation, welche Andere zu vaterlandsfeindlichen Thaten ver­leiten oder denunziren für Thaten, die sie nicht begangen! Ge­rabe durch die Spigelaufdeckungen hat die Sozialdemokratie ein eminent vaterlandsfreundliches Wert gethan. Wenn also etwa tonservative Blätter nichts dagegen haben, daß von den Steuern der Bürger besoldete Beamte und andere wohlgemuthe Lente Die Versammlung ist aufge­unschuldige Bürger provoziren loft auf Grund§ 9" 2c., erscholl hier die Stimme des über­wachenden Beamten. Die Versammlung ging ruhig aus einander. Beschwerde wird eingereicht.

Die Streikenden Bäckergesellen hatten zu vorgestern Abend wieder 2 große Versammlungen veranstaltet. Die eine tagte im Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße 15, nnd zählte wohl gegen 2000 Gesellen. Auch die in der Elsasser­ftraße 10 stattgehabte Versammlung war recht zahlreich besucht. Als Referent stellte Herr Hoppe zunächst mehrere Zeitungs­notizen, betreffend den Bäckerstreit, richtig. Besonders scharf wurden einige Artikel aus der Allgemeinen Bäcker- und Kon­bitorzeitung fritisirt. Der Bäckerstreit sei noch lange nicht als beendet anzusehen, wenn Alle ihrem Worte treu blieben, würde der Sieg in einigen Tagen zu Gunsten der Gesellenschaft errungen sein. Dann theilte Redner ein Schreiben des Herrn Stadtfyndikus Eberty mit, wonach Herr Obermeister Kunze von der Innung Germania fich nicht befugt erachtet, mit der Gesellenschaft zu verhandeln. Auf bie Aufforderung des Referenten, nunmehr den Kampf mit aller Energie weiter zu führen, antwortete die Versammlung mit lebhaftem Bravo und Händeklatschen. Der Vorsitzende Pfeiffer führte aus, daß es nur ein Schachzug seinerseits ge­wesen sei, als er zu Verhandlungen mit der Meisterschaft rieth. Nur um den Gesellen und der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß die Meister nicht gesonnen seien, freiwillig die Lage der Gesellen anfzubeffern, sollten die Verhandlungen mit den Meistern ange­fnüpft werden. Trotzdem der Altgesellenausschuß sogar eine 13 stündige Arbeitszeit zugestanden, zeigen die Meister fein Ents gegenkommen. Dies Gebahren der Meister würde auch manchem arbeitenden Gesellen die Augen öffnen. Mittels eines Flugblattes soll heute noch einmal ein Appell an dieselben gerichtet werden. Von ihrem Verhalten hänge die Entscheidung ab. Ein Antrag, den Generalstreit so lange aufrecht zu halten, bis die Meister­schaft gewillt ist, mit der Kommission der Gesellen zu ver­handeln, wurde einstimmig angenommen. Schließlich wurde die Streifkommission ermächtigt, einen streikenden Kollegen, Vater von 4 Kindern, thatkräftig zu unterstüßen, weil derselbe in Folge der Abeitsniederlegung von seinem Wirthe, der Bäcker­meister ist, wegen rückständiger Miethe auf den Straßendamm gesezt sei. Heute sollen wieder zwei große Versammlungen in denselben Lokalen abgehalten werden, man erwartet, daß noch viele Arbeitende heute die Arbeit niederlegen werden.

Der Fachverein der Rohrleger hielt am 14. Juli seine regelmäßige Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, ab. 3um 1. Bunft der Tagesordnung sprach Herr J. Türk über: Die wirthschaftlichen Umwälzungen der französischen Revo­lution." Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufge­nommen. In der Diskussion sprachen sich die Herren Pirsch und Redner in demselben Sinne aus und meinten, daß der Dritte Stand zur Geltung gekommen durch die damalige Revo­lution; der vierte Stand muß sich dasselbe Recht erkämpfen, welches andere bereits haben. Die hierauf verlesene Abrech­nung vom 6. Stiftungsfest ergab sehr geringen Ueberschuß, ein Beichen, daß sich die Herren Kollegen sehr spärlich daran be­theiligt haben; dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Nach Erledigung mehrerer Fragen ermahnte der Vorsißende die Ver­jammlung, fleißig das Berl. Volfsbl. und die Volfstribüne" zu lesen. Schluß der Versammlung 23 Uhr Nachmittags.

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Der Fachverein der Tapezierer hielt am Montag, den 15. Juli, feine Mitgliederversammlung bei Feuersteins, Alte Jafobstraße 75, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vor­lesung aus dem Dr. Quarch'schen Buche über Arbeiterschutz­gefeggebung." 2. Gewerkschaftliches. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragefasten. Zu Gewerkschaftliches" wurde ein Antrag eingebracht, welcher über eine beffere Bezahlung für Extradeko­ration bestimmen sollte. Dieser Antrag wurde jedoch, nachdem mehrere Redner für und gegen gesprochen hatten, zurückge­zogen, da die Forderungen einmal gestellt seien. Zu Vereins­angelegenheiten" wurde ein Antrag eingebracht, daß als Bublikationsorgan dieses Vereins nur die Berliner Bolfstribüne" und das Berliner Volksblatt" zu betrachten find, derselbe wurde einstimmig angenommen Antrag, das Arbeitsnachweisbureau des Fachvereins aufzu­lösen, wurde für die nächste Generalversammlung zur Berhand­lung gestellt. Nachdem der Fragekasten erledigt, sowie die nächste Generalversammlung für den 29. Juli bekannt gemacht war, erfolgte Schluß der Versammlung.

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Verein des technischen Personals der deutschen Bühnen. Ver Jammlung am Sonnabend, den 20. Juli, Abends 11 Uhr, im Lokale Fischer­Straße 41.

Allgemeine Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Metall. arbeiter( E. S. 29, Hamburg ), Berlin I. Sonnabend, den 20. Juli, Abends 8 Uhr, Lichtenfelderstr. 7, bei Winter, Mitgliedaaaaasammlung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht für Mai Juni. 2. Mittheilungen über die Generalversamm Ing. 3. Jnnere Angelegenheit. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.

Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. Den Mit­aliedern des Vereins zur Nachricht, daß die auf heute, Sonnabend fallende Ber­jammluna ausfällt und 8 Tage später, am Sonnabend, den 27. Juli stattfindet, und von da ab wieder regelmäßig alle 14 Tage.

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8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralftr. 38.- Theater- und Ver gnügungsgesellschaft Treue" Abends 8 Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstr. 11. Bergnügungsverein Schneeglöckchen", Abends 9 Uhr in Bettins Bierhaus, Veteranenstr. 19. Geselligkeitsklub Luftig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichelt, Taubenstr. 45. Verein der Taubenfreunde Abends 8 Uhr im Restaurant Hillmann, Manteuffelstraße 68. Dänischer Verein Freya " Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106. Verein der Württemberger Abends 8% Uhr bei Baihinger, Dorotheenſtr. 84. Verein ehem. Schüler der 34. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstr. 58. Verein ehem. M. G. Luther'scher Schüler Abends 9% Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2. Rauchtlub Portorico" Abends 9 Uhr bis 11 Uhr Köpnicker. straße 157 bei Schulz. Rauchklub Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser, Allee 28. im Restaurant Albrecht, Annenftr. 9. Tambourverein ,, Sedan " Sigung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9-10, Aufnahme neuer Mitglieder

Ein neuer Sprengstoff Petragit", von Doutrele und Dr. Schreiber in Köln erfunden. besteht zu gleichen The aus nitrirter Melaffe( also einer dem Nitroglycerin gle fommenden Verbindung) und falpetrirtem Holzmehl 56,4 pCt. Ralifalpeter). Nach dem Bericht des Dr. Mud Bochum im Glück auf hat das Petragit vor dem Dynamit Vorzug des Nichtgefrierens, der ungleich gefahrloſeren Herſtell größerer Billigkeit bei gleicher Arbeitsleistung, der vollständig Ünempfindlichkeit gegen Schlag und Stoß. Vor dem Rob Bergnügungsverein ,, Lustige 18" Abends 9 Uhr hat es die größere Billigkeit, Homogenität und Haltbarkeit,

Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen. Heute Abend 9 Uhr, Generalversammlung. Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches und Kassenbericht. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- Kommission. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Mitgliedsbuch legitimirt.

Fachverein der Korbmacher Berlins und Umgegend. Sonntag, den 21. Juli, im Vereinslokal, Adalbertstr. 21, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Staffenbericht. 2. Wahl eines Bibliothekars und eines Re vijors. 3. Sind die selbstständigen Arbeiter berechtigt, dem Fachverein anzu gehören? 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Gäste willkommen.

Ethische Gesellschaft. Allen Mitgliedern und Freunden zur Nachricht, daß am Sonntag, den 21. Juli, ein Ausflug nach Zehlendorf stattfindet. Ab­jahrt vom Potsdamer Bahnhof Mittags 12% Uhr. Treffpunkt in Zehlendorf im Lokal ,, Aigner's Höhe, Alsenstr. 16. Der Ausflug findet deshalb nicht

nach Wagner's Ruh", wie erst beabsichtigt war, statt, weil der Wirth vor furzem Arbeitern gegenüber eine unpassende Rolle gespielt hat. Die nächste Generalversammlung findet statt am Montag, den 22, Juli, Abends 8% Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 78.

Verein der Parquetbodenleger Berlins . Generalversammlung am Montag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreichen Besuch ersucht der Vorstand.

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Vermischtes.

Ein Zigeunerstückchen. Aus Widminnen im Kreise Lözen wird oftpreußischen Blättern berichtet: Dieser Tage fam eine Zigeunerbande nach dem Dorfe Sch. und kehrte in einem Bauerngeböfte an, wo die jungverheiratheten Leute sich wahrsagen ließen. Eine Zigeunerin sagte dem Befizer, daß ihm

es feine wafferanziehenden Bestandtheile erhält. Bei den der Zeche Alstaden bei Alstaden in Westfalen vorgenommen Sprengversuchen wurden die Betragit- Patronen mit Hilfe Dynamit Zündpatronen zur Explosion gebracht, und zeigte dieselbe Wirkung wie bei Roburit; es hat nicht dieselbe Bri wie Dynamit, sondern wirft mehr schiebend, was für den S fohlenfall von günstigem Einfluß ist. Die Gase waren u lästigend und Feuererscheinungen wurden bei der Explo nicht wahrgenommen.

pun in dieſen Tagen das beſte Pferd sterben werde. Hengst Neueste Nachrichten

lich fragten die Leute, ob dagegen nichts zu thun sei. Gewiß," war die Antwort, geben Sie mir das Traukleid, das Trau­tuch und die Trauftrümpfe, dann werde ich das Pferd, unter Herbeten von Sprüchen, damit bestreichen und es ist dann ge­rettet." Das Geforderte wurde gegeben und die Zigeunerin begab sich allein in den Stall. Es verging mehr als eine halbe Stunde und die Zigeunerin ließ sich nicht sehen; da wurde es dem Befizer zu lange, er begab sich in den Stall und fand denselben leer. Sofort machte er sich auf die Suche; als es nun seiner Frau zu lange dauerte, ging dieselbe nach, fand den Mann nicht und begab sich weiter auf die Suche nach ihm. Diesen Umstand benußten die auf der Lauer stehenden anderen Zigeuner, drangen in die Wohnung, in welcher sich nur zwei fleine Kinder befanden, raubten die besten Kleider und Sachen, 18 M. baares Geld und verschwanden spurlos. Nach der Rück­fehr fanden die jungen Leute die Bescheerung. Anstatt nun Lärm zu schlagen und nachzureiten, schrieb der Besizer an die Amtsverwaltung und forderte diefelbe auf, ihm zu seinem ge­stohlenen Gute zu verhelfen; ehe die Verfügung an die be­treffenden Gendarmen erlassen werden konnte, waren aber die Zigeuner natürlich schon jenseits der Grenze."

Freie Pereinigung der Kartonarbeiter. Versammlung am Mon tag, den 22. Juli, Abends punkt 9 Uhr, bei Seeger, Grüner Weg 29. Tages. ordnung: 1. 3weck und Ziele des Vereins. Referent Herr J. Schüler. 2. Dis. fuffion. 3. Ausgabe der Statuten und Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber schiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht der Borstand.

Interessenverein der Riftenmacher. Montag, den 22. d. M., im Lokale des Herrn Jordan, Neue Grünstr. 28, Generalversammlung. Tages. orbnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1889. 2. Statutenänderung und Zugleich wird bekannt gemacht, daß die noch rückständigen Berschiedenes. Streitlisten bis heute Abend abgegeben werden müssen und daß die Billets zur Dampferpartie, welche spätestens bis heute Abend nicht zurückgebracht sind, für verkauft angesehen werden.

Verein zur Wahrung der Intereffen der Schuhmacher und ver wandten Berufsgenossen Berlins . Generalversammlung am Montag, den 22. Juli, Abends 8% Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Tages. Zahlreiches orbnung: 1. Kaffenbericht. 2. Borstandswahl. 3. Verschiedenes. Erscheinen nothwendig. Mitgliedsbuch legitimirt.

Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Drechsler und verwandter Berufsgenossen( E. H. 86, Hamburg ) Verwaltungsstelle Berlin A. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 23 Juli, Abends 9 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Tagesordnung: 1 Geschäftliches. 2. Kaffen bericht. 3. Bericht von der am 7. Juli d. J. stattgefundenen außerordentlichen Generalversammlung. 4. Wahl eines Bevollmächtigten. 5. Verschiedenes. Scheinen dringend nothwendig.

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Gefang-, Turn- und gesellige Vereine am Sonnabend: Gefang verein Harmonia" Abends 8 Uhr in Restaurant, Alte Jakobstr. 38. Männergesangverein Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstraße 9. Männergesangverein Erato" Abends 9% Uhr bei Schläwice, Kleine Kurstr. 1. Lübeck scher Turnverein( 1. Lehrlingsabtheilung). Abends 8 Uhr Elisabeth. Straße 57-58. Turnverein Wedding", Pantstr. 9, Männerabtheilung von 8-10% Uhr Abends; desgl. 1. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends. Arends fche Stenographenklasse des Berliner Handwerkervereins" Abends Uhr Sophienſtr. 15. Theater- und Vergnügungsverein Caritas" Abends

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Indische Schwindeldoktoren. Die Dummen werden nicht alle das beweist eine Gerichtsverhandlung, welche sich dieser Tage vor der Straffammer in Dijon abspielte. Ganz im Gegenfaz zu sonstigen Gerichtsverhandlungen, die sich ge­wöhnlich ziemlich laut und wortreich abwickeln, mußten fich Richter und Angeklagte diesmal fast ausschließlich durch Zeichen und die Geberdensprache verständigen. Und doch waren die Angeklagten sehr gelehrte Leute, zwei Aerzte, die freilich weder des Französischen noch des Lateinischen mächtig waren. Théoula und Bakeroula heißen die beiden indischen Aerzte, die aus dem fernen Osten gekommen waren, um mit Hilfe eines geheimnißvollen Wundermittels

den Blinden und den Kurzsichtigen ihr volles Augenlicht wie­derzugeben. In Begleitung eines alten Soldaten der indischen Armee waren die beiden Doktoren im vorigen Winter nach Dijon gekommen und hatten durch ihre Wunderkuren hald die ganze Stadt in Aufregung verfeßt. Ihr abenteuerliches Kostüm, der gelbseidene Turban und das langwallende rothseidene Ge­wand, gaben ihnen ein phantastisches Aussehen, das ihrer Braris nur förderlich sein konnte. Ihre wunderbaren Heilun­gen vollführten fie durch eine Salbe, mit welcher sich die Patienten die Augenlider einreiben mußten. Die Zusammen­segung dieser Salbe war eine sehr komplizirte, aber jeder Patient fannte wenigstens einen Bestandtheil derfelben ganz Diesen Bestandtheil, einen Diamant im Werthe von genau. mindestens 400 Franks, mußte der Patient selbst liefern. Die indischen Doktoren zerstampften dann diesen Diamant, vermischten ihn mit allen möglichen Ingredienzien und ließen das ganze Gemengsel in einem hermetisch verschlossenen Topfe eine Zeit lang fochen, ehe fie die also präparirte Salbe den Leidenden zum Gebrauch übergaben. Die Polizei witterte hinter dem geheimnißvollen Treiben der beiden gravitätischen Indier ehr bald bei ein bischen Schwindelei und daß die Prüfung stellte es sich denn auch heraus, Indier die ihnen übergebenen Diamanten einfach in ihrer Tasche verschwinden ließen. So wurden Théoula und Bake­roula nicht nur wegen unbefugter Ausübung der ärztlichen Praris, sondern auch wegen Schwindeleien vor Gericht gestellt. Ihr Dolmetscher, der alte indische Soldat, war inzwischen ver­schwunden, und so wurde den Richtern die Verständigung mit den Angeklagten nicht leicht gemacht, bis sich in Herrn Boulez, einem früheren Gärtner des Rajah von Cachemir , endlich ein neuer Dolmetscher fand, der den indischen Schwindeldoktoren in ihrer Muttersprache die angenehme Nachricht übermitteln konnte, daß der französische Gerichtshof sie zu je sechs Monaten Gefängniß verurtheilt hätte.

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Internationaler Arbeiterkongres zu Paris . dem hohen Interesse, welches die Verhandlungen des Kongr überall erwecken, sehen wir uns veranlaßt, an dieser Stelle reits einen Bericht über die Dienstags- Nachmittagsfizung selben abzudrucken, der in einer Anzahl gestriger Abendbla enthalten ist. Gewähr für die Richtigkeit des Referats wir natürlich nicht übernehmen; wir verweisen in dieser ziehung zur Richtigstehung und Erweiterung seiner Angel auf unsere ausführlichen Originalberichte.

Nr. 1

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Am Dienstag Nachmittag fand eine Sonderversa lung der deutschen Delegirten unter Vorfik des Bebel statt. Zweck der Sigung war: Vorläufige Einig über das praktische Vorgehen bezüglich der Arbeiterschuhgebr. 29 auf dem Kongreß. Zu Referenten wurden ernannt: Abg ordneter Bebel( Plauen bei Dresden ) und Frau 3 fin( Paris ). Die lettere wird speziell über Frauenfrage sprechen.

Die Zahl der Delegirten ist nunmehr bis auf 403 geftie Es wurde angeregt, eine Statistik über die Bestrafungen, die Delegirten im Kampfe für die Rechte des Proletariats reits erlitten haben, anfzustellen. Man würde daraus ersch daß das kämpfende Proletariat auf diesem Kongreffe verte fei. Cipriani( Italien ) bemerkt, daß die gestern angenomm Liebknecht'sche Resolution den Possibilisten mitgetheilt wor sei. Dieselbe sei sehr günstig aufgenommen worden und fein Zweifel, daß die Poffibilisten diesem Kongreß entgeg kommen und die Hand zur Versöhnung bieten werden.

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Nun möge man düben wie hrüben alles Mißtrauen Seite laffen, dann werde auch die Einigung zu Stande men. Man dürfe der Welt nicht länger das eigenartige S Wahrheit spiel bieten, daß zwei Arbeiter- Parlamente gesondert tag Die Einigung fönne nur das Ansehen des Kongresses erhöh dieselbe werde zweifellos von den Arbeitern der ganzen mit Freuden begrüßt werden.( Beifall.)- Ein italienif Delegirter, der laut Mandat den Anarchismus auf dem Kong zu vertreten hat, erklärte: Er fühle sich zu der Bemerkung nöthigt, daß er und seine Freunde gekommen seien, nicht um wirklich stören, sondern an den Arbeiten des Kongresses zum Wohle Proletariats Theil zu nehmen.( Beifall.) Redakteur Edu Bernstein( London ) beantragte, die Grundlage der Vereinig mit den Possibilisten durch eine aus sieben Mitgliedern stehende Kommission vorzubereiten. Von anderer Seite beantragt, die Regelung dieser Angelegenheit dem Bureau überlassen. Bernstein zog zu Gunsten dieses Antrages seinigen zurück, worauf ersterer zur Annahme gelangte. Es wurde in die eigentliche Tagesordnung, betreffend Arbeiterschutz- Gefeßgebung, eingetreten. Der Referent Be bemerkte etwa Folgendes: Die gewerkschaftliche Bewegu in Deutschland habe troß aller Hindernisse, die man

Paris . Prof. Brouardel hielt auf seiner Klinik vor einigen Tagen eine Vorlesung über den Brand der Komischen Oper in Paris und über die Untersuchungen, die er an den einzelnen Opfern des furchtbaren Unglücks seiner Zeit gemacht. Der Gelehrte beobachtete an einer Gruppe von 27 Personen, welche nahe dem Ausgange einer rechtsseitigen Galerieſtiege zufammengedrängt gefunden wurden, Erscheinungen, die allgemeines Intereffe erwecken dürften. Die Gruppe be= stand aus 21 Frauen und 6 Männern. Kein einziges der Kleidungsstücke war verbrannt oder zeriffen. Ein einziges Zeichen deutete auf die hohe Temperatur, der die Un­glücklichen ausgesetzt gewesen sein mußten: die Handschuhe waren nämlich ganz brüchig und zusammen geschrumpft, die darunter liegende Haut jedoch erwies sich als vollkommen un­verfehrt. Das Leder der Schuhe war gleichfalls völlig unver­sehrt. Prof. Brouardel stellte den ungefähren Higegrad fest, dem die Leichname ausgefegt waren, indem er Handschuhe in eine Retorte mit allmälig steigender Temperatur brachte. Zur Hervor bringung der Riffe und Brüche, wie sie an den Handschuhen der Opfer der Katastrophe gefunden wurden, bedurfte es einer Temperatur von 110 bis 140 Grad. Bei 150 Grad verkohlte das Leder bereits vollständig. Demnach mußten die Körper der verunglückten Personen einer Hize von 110 bis 140 Grad unterworfen gewesen sein. An den Kleidern selbst bemerkte man nicht die geringste Unordnung. Nichts deutete darauf hin, daß ein gewaltsames Gedränge oder gar ein ver­zweiflungsvolles Ringen stattgefunden habe. Der Tod mußte daher durch plögliche Erstickung infolge Einathmung giftiger Gafe erfolgt sein. Die nähere Untersuchung ließ hierüber keinen Zweifel. Das Blut war sehr roth, während es dort, wo der Tod durch allzu große Hize herbeigeführt wird, schwarz gefärbt erscheint. Ueberdies ergab die Analyse des Blutes eine große Menge von Kohlenoryd. Die Röthe der Blut­förperchen übte auf manche der Opfer eine ganz eigenthümliche Wirkung aus. Die Haut war an den von den Kleidern unbedeckten Stellen geschwärzt. Nachdem man den Ruß heruntergewaschen hatte, erschien die Haut infolge der ungewöhnlichen Röthe der Blutkörperchen ganz rosenfarbig, so daß viele von den Ver­wandten der Opfer bei ihrem Anblick der Ueberzeugung waren, ihre Angehörigen seien noch am Leben. Zum Schluß seines Vortrages sprach der Pariser Gelehrte seine Ueberzeugung aus, daß die Opfer des Brandes wenige Sekunden nach dem Aus­bruch des Feuers infolge der ungeheueren Rauchentwicklung die Befinnung verloren haben und dann erstickt sein müssen. Die Stickgafe haben diesen Unglücklichen, wie Brouardel sagt, all die furchtbarev Qualen erspart, welche die langsame Ver­brennung mit sich bringt.

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in den Weg gelegt habe, ganz bedeutende Erfolge erzie Aber auch die rein politisch- proletarische Bewegung in Deut

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land sei trotz aller Härte des Sozialistengefeßes folossalen Entfaltung gelangt. Es sei eigenthümlich, daß gem in den Gebieten des kleinen Belagerungszustandes die Par

die meisten, intelligentesten und überzeugungstreuesten hänger habe. Trok Spizelsystem, troß Knebelung

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Presse und des Versammlungswesens sei die Sozialdemokra immer größer geworden. Wie intensiv die sozialdem fratischen Ideen bereits in das deutsche Volk gedrung seien, das würden erst die nächsten Reichstagswahlen Deutschland ergeben. Die Erfolge, welche die Sozialde fratie bei den nächsten Reichstagswahlen in Deutschla erzielen werde, dürften selbst die eingeweihtesten Sozialdem fraten überraschen. Die Kapitalistenklasse arbeite ja den Sozi demokraten wunderschön in die Hände. Der Ausstand rheinisch westfälischen Kohlenrevier liefere ein treffende Beispiel hierfür. Die sonst so monarchisch gesinnten G und Kohlenbarone haben selbst den Wünschen des Kaife dann auf das eigentliche Thema über und bemerkte, die fojia demokratischen Abgeordneten hätten im deutschen Reichsta

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nicht das mindeste Gehör geschenkt. Der Redner ging

schon vor Jahren die Einführung von

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Arbeiterschu gefegen beantragt. Wenn praktische Erfolge in dieser Beziehu auch noch nicht erreicht worden seien, so sei wenigstens worden, daß alle anderen Parteien sich genöthigt fahen,

Wettlauf um die Besserung der Lage der arbeitenden la

mitzumachen. Der Referent schlug schließlich eine Resolution

in welcher er u. a. einen achtstündigen Normalarbeitstag, gänzlic

Verbot der industriellen Kinderarbeit, Ausdehnung der

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Inspektion auf die Hausindustrie, eine Statistik der Arbeit verhältnisse, Erweiterung des Koalitionsrechtes u. f. w. verlang Die traurige soziale Lage der Menschheit müsse aus dem Dunl

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an die Tageshelle hervorgeholt werden. Auch müsse die beiterklasse ihre Organisation und ihre Kampfmittel vervol ständigen, um die auf dem internationalen Kongreffe gefaßten schlüsse in Thaten verwandeln zu können. Auch die damit der nächste internationale Kongreß die Möglichkeit

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nationale Organisation müsse mehr und mehr befestigt werde leichteren und erfolgreicheren Arbeitens gewähre.( Stürmisch

langanhaltender Beifall.)

Als Vaillant diese in deutscher Sprache gehaltene ins Französische übersezte, wurde er von den Franzosen fach durch stürmischen Beifall unterbrochen.

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Seitens der Engländer bei der Uebersetzung in die engli

Sprache.

Die Sigung wurde danach geschloffen und die Sigung auf Abends 8 Uhr anberaumt."

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Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflide

Antwort wird nicht ertheilt.

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5. B. 100. Sonntags ist die Redaktion geschlossen. müssen schon an einem Wochentage zu uns kommen. Werdermann, Langestr. Bitten in Zukunft nicht

mit Marken der Packetfahrtgesellschaft in den Reichspoft- Brie fasten zu werfen. Wir mußten 20 Pf. Strafporto bezahlen.

Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin . Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.

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