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Donnerstag, den 11. Dezember 1890.

7. Jahrg.

Berliner Volksblatt.

Organ für die Interessen der Arbeiter.

Das Berliner Volksblatt"

fcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. nb 3 Sonntags- Nummer mit dem Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bostabonnement 3,30 Mart pro Quartal. ( Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Fra Unter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat.

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Insertionsgebühr

beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungss Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen- Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen., Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Nr. 4106.

Redaktion: Beuthstraße 2.- Expedition: Beuthffraße 3.

fassenden Beobachtungen-im Stande sind, mit Muße

Skizzen zur Schulfrage. ohne Ablenkung der Aufmerksamkeit zu arbeiten; und

I.

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Die Weißbücher.

Wer geglaubt hat, der Austausch einiger Landstriche in tehr in der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches bedeuten, der

3. endlich lernen die Lehrer die Aufgaben richtig besta frita gegen die Insel Helgoland würde eine Um- Daß die Ueberbürdung der Schüler mit messen, während ihnen jetzt jeder Maßstab fehlt. Und warum ist diese einfache Reform häuslichen Arbeiten" eine Frage" geworden ist, so einfach, muß sich gründlich getäuscht sehen. Die neuesten Weißbücher über zeigt so recht deutlich die Ungesundheit und unzulänglich wie das Ei des Kolumbus - nicht längst durchgeführt Ostafrika und in Verbindung damit die Vorlage über die stehende feit unseres Schulwesens. Wäre die Schule nicht systema- worden? Und warum geht man auch gegenwärtig in Schutztruppe beweisen das strikte Gegentheil. iffionisch vom Leben, der Unterricht von der Erziehung los- weitem Bogen scheu um sie herum? gelöst worden, so hätte die Frage überhaupt nicht auftauchen Weil die heutige Schule für diese fönnen. Statt die Erziehung des Kindes in die Hand zu Aufgabe nicht genügende Kräfte und nehmen und ihm wenigstens Tags über ein Heim zu Mittel hat. berbieten, beansprucht die Schule das Kind nur auf eine be stimmte Zahl von Stunden des Tags,

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Mit anderen Worten: weil es an der nöthigen Zahl nicht einmal von Lehrern, und an den nöthigen Räumlichkeiten und lang genug, um den Schulzwecken, geschweige denn den Lehrmitteln fehlt. Erziehungszwecken- zu genügen, und schickt dann Und warum fehlt es daran? Weil der Militärstaat auf das Kind nach Haus mit einer Menge von Schulaufgaben, den Intelligenzstaat mehr und mehr in die Ecke gedrückt zu Haus, d. h. in der Privatwohnung und Familie hat und ihm das Futter aus der Krippe frißt. des Kindes, fertig gemacht werden sollen. Da nun mit Das Deutsche Reich hat nicht genug Geld für die Die Kaserne geht vor der Schule.

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In den Weißbüchern wird vielleicht gerade das nicht berührt, worüber wir am dringendsten Aufschluß zu haben wünschten. Was wir erfahren, mag nur für den unverbefferlichsten Kolonial­schwärmer etwas Erfreuliches an sich haben; für uns und für die ungeheure Mehrzahl des deutschen Wolfes, die sich für die Kolonialpolitik nicht hat begeistern lassen und in der ganzen Sache sich eine nüchterne Auffaffung bewahrt hat, erscheint auch heute der Kolonialrummel so überflüssig als nur jemals.

Zunächst werden ziemlich viele Hinrichtungen von Gin­geborenen, theils durch den Strang, theils durch Pulver und Blei, gemeldet, desgleichen wird berichtet, daß eine Anzahl von Dörfern niedergebrannt worden sei. Die Befehlshaber in Ostafrika glaubten zu diesen Maßregeln berechtigt zu sein durch den Widerstand, den die Eingeborenen leisteten; so­bann auch nahmen sie Revanche für die bei dem Aufstand in Ostafrifa verübten Mordthaten. Aus den Berichten läßt sich un­schwer erkennen, daß die Befehlshaber sehr selbstgefällig von den genommenen Repreffalien denken und von ihrer Energie" und Schneidigkeit" eine vortreffliche Wirkung erwarten. Wie wir darüber denken, haben wir schon des Defteren ausgeführt. Die Berichte betonen, daß die Eingeborenen voll Bewunderung und Dankbarkeit seien dafür, daß Ordnung und Sicherheit herrsche. und daß eine Menge von Arabern sich melden, um unter den deutschen Schuß gestellt zu werden. Ein Lieutenant Sigl schreibt, nommen, mit gerechtem Stolze erfüllen müsse, die Erfolge

den Fortschritten der Wissenschaft die Forderungen der Schule. Be Schule stets steigen, die Schule selbst aber über die obli-| gatorische Stundenzahl des Unterrichts nicht hinausgehen Zur Durchführung der angegebenen Reform bedarf will, so steigt naturgemäß fortwährend die Masse der es eines verdoppelten und verdreifachten Schulbudgets. Hausaufgaben. Und jeder Groschen, der nicht in das bodenlose Faß des redet man Militarismus geworfen wird, hat nach den Begriffen auch in der Schulkonferenz hun davon, diesem Mißstand durch Verminderung der leitender Kreise seinen Beruf verfehlt". Durchschnittssumme der Hausaufgaben abzuhelfen. Dies Aehnlich wie mit den sogen. Hausarbeiten ver­ift jedoch ein durchaus unzulängliches Heilmittel- und hält es es sich mit fich mit den Leibesübungen und daß es einen Jeden, der an der Kulturarbeit" Theil ge awar schon aus dem Grunde, weil sich nicht berechnen gymnastischen Spielen nur daß dieselben jetzt fast aus deutscher Anstrengungen zu sehen. Lieutenants find gewöhnlich läßt, wie viel Zeit die Kinder auf diese Aufgaben ver- schließlich der Willkür und dem Zufall überlassen sind. noch sehr junge Leute und dieser gerechte Stolz" mag denn auch wenden. Das eine Kind arbeitet rascher als das andere, Das Bischen Schulturnen ist verteufelt wenig werth, und die Brille sein, durch welche ein Lieutenant die afrikanischen Ver­das eine hat günſtigere Arbeitsbedingungen als das andere. Der Hang der Jugend nach Leibesübungen, statt methodisch hältnisse in gar zu rosigem Lichte sieht, eine Eigenschaft, die, Das eine Kind hat eine eigene Arbeitsstube, die Eltern im Interesse des Erziehungszwecks gepflegt zu werden, unserer Meinung nach, allen Berichten anhaftet. tonnen ihm helfen, es hat einen Privatlehrer, der ihm Nach- äußert sich in Rohheit und Ungezogenheit. hilfe- Stunden giebt

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das andere Kind entbehrt all dieser Wie die geistige so gehört die körperliche Vortheile, oder eines Theiles derselben. Hier besteht eine Erziehung der Jugend in die Schule. Ungleichheit, der ein Ziel gesetzt werden muß, und der

leicht und gründlich ein Ziel gesetzt wird durch Ab-|

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Freilich was wird dann aus der Familie? Nun mit dieser Frage wollen wir uns ein andermal

Wenn heute ein Land von fremder Macht erobert wird, was denkt man wohl von dem Theil feiner Einwohner, der sich dem Fremden unterwirft und ihm Dienste leistet, während ein anderer Theil für die Selbstständigkeit des Landes noch tämpft? Wer dafür keine Bezeichnung weiß, der mag nur die Ehrentitel nachlesen, mit denen die Rheinbündler von den deutschen Geschichtsschreibern belegt werden. Man wird uns haffung der Hausarbeiten. Alle Arbeiten beschäftigen. Für diesmal sei nur erwähnt, daß in der nicht die Ueberzeugung beibringen können, daß dieselben Ein­für die Schule sollen in der Schule gemacht werden Schweiz , in Frankreich und in Amerika geborenen, die soeben noch gegen die deutsche Oftupation lich jo hartnäckig gewehrt haben, nun mit einem Mal über die deutsche unter Aufsicht und Leitung( nicht Bevormundung) der bereits zahlreiche Schulen bestehen, in welchen die Kinder Serrschaft so entzückt seien. Das glauben wir einfach nicht, benn Lehrer, unter gleichen Bedingungen für alle Schüler. von Morgens bis Abends sind, in welchen sie lernen, die vielen Hinrichtungen und Niederbrennungen können in Afrika Durch diese Maßregel, deren pädagogische Bernünftig arbeiten, spielen, ihre Mahlzeiten haben und das Alles, auch nicht anders gewirkt haben, als sie in der ganzen Welt leit kein erfahrener Lehrer läugnen wird, werden zwei ohne daß die Familie zerstört" wird, sondern im Gegen- wirken; fie müssen Saß und Erbitterung zurückgelassen haben. Daß eine Pazifikation" mit Feuer und Schwert oder richtiger drei: theil zur großen Befriedigung und Erleichterung der Liebe, Vertrauen, Sanftmuth und Glückseligkeit hervorgerufen Fliegen mit Giner Klappe geschlagen

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1. Die Gleichheit der Arbeitsbedingungen für die Eltern. Schüler wird hergestellt.

2. Die Schüler arbeiten weit besser als gegenwärtig im Haus" gearbeitet wird, wo nur die allerwenigsten- nicht ein Zehntel nach unseren ziemlich um-|

Feuilleton.

Nadbrud verboten.]

Rothenburger Tage.

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habe, wie aus den Weißbüchern schier entnommen werden könnte, so etwas ist in der ganzen Weltgeschichte noch nicht dagewesen und daher sollte man erwachsenen Leuten auch nicht zumuthen, auf die schwärmerischen Lieutenantsbriefe ein ein besonderes Gewicht So zu legen. schnell vergißt man einen blutigen und verheerenden Kampf doch doch nicht. Dabei

gethan waren, waren begierig, den so lange vervehmten wird? Haft sie freilich noch nie gehört, so alt Du ge­Doktor zu hören um der Neugier willen. Stämmige worden bist!" Handwerksgesellen kamen heran, mit Lederschürze und Leder- Der Klosterförster, der sich aus Neugier unter die kappe, die Hände noch heiß und die Stirnen noch feucht von Menge begeben hatte, wollte sich scheu davondrücken, allein der harten Arbeit. Wenn auch der Meister schalt heute Friz Mölkner vertrat ihm den Weg.

Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. mehr. Blutige Metzger, russige Schmiede, mehlige Bäcker|

Von Wilhelm Blo3.

,, Laßt mich gehen", sagte der Klosterförster. " Wie demüthig er thun kann!" spottete Mölkner. Früher wußte er vor lauter Hochmuth nicht, wo hinaus. Ja, ja, aus ist's mit der Herrlichkeit im Frauenkloster!" Einige Bürger drängten sich um die Beiden. Dem

rannten durcheinander. Eine Menge Bauern waren da und vermehrten das Auditorium; sie sprechen mit den Bürgern Da wird ein Luftzug durch unsere alten Mauern und Handwerkern von dem großen Bund, den das Bolk streichen, dergleichen man in Rothenburg noch niemals vom Land und das Volk in der Stadt schließen müsse, um Förster ward schwül zu Muth. Er hätte jetzt gern darauf erlebt." So flang die freudig erregte Stimme des blinden in dem bevorstehenden Kampfe zu siegen. Auch an losem verzichtet, den Doktor Karlstadt zu hören, wenn er nur mit Mönchs herüber. Bolk fehlte es nicht; man sah die weiße und rothe Kopf- guter Art hätte davon kommen können. " Im Frauenkloster braucht man jetzt keine unterirdischen eifrig mit Karlstadt unterhielt, hörte man draußen ein tauchen. Das war ein Larmen, ein Schreien, ein Gestifu- Gänge mehr," spottete Meister Pezold, der Steinmetz . Die Während Menzinger sich an den Tisch setzte und sich bedeckung der fahrenden Frauen wieder unter der Masse auf­Laufen und Lärmen auf der Straße. liven, ein Lachen und Schwazen! Alle wandelten im Drang, Alte, die Eulerin, ist ja ganz allein dort geblieben und zu hören und zu kämpfen; sehr viele wollten reden und ihretwegen kriecht weder ein Barfüßer noch ein Kreuzbube Was gibt's?" frug der Hauptpfarrer. unterirdisch unter der Klingengasse

daß der Doktor Karlstadt heute noch am Marterbild predigen| Männer vom Ausschuß überall in der Stadt umsagen lassen, sprach der feurige und ungestüme neue Geist der Zeit. durch. ou I wird. Da laufen sie und rennen, um das lautere göttliche fliegenden Haare, diese zuckenden Gesichter sah, so konnte brein in den Muthwillen.

Wort zu hören."

Sie werden's hören," sagte Karlstadt .

Wenn man diese fieberhaft glänzenden Augen, diese

man wohl glauben, das tausendjährige Reich sei angebrochen auf Erden und die Propheten der neuen Zeit seien an der Inzwischen. sammelte sich draußen am Marterbild vor Arbeit, das Unterste zu Oberst zu kehren.

dem Röderthor eine gar gewaltige Menge Boltes. Da sah

man, wie der Geist der neuen Zeit Alles ergriffen hatte.|

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Die Bürger lachten; der Klosterförster sah recht scheel

Demnächst wird man in die Klöster fallen, und ein Ristenfegen und Seckelleeren wird anheben, daß sich alle Heiligen baß verwundern sollen," sprach Hanns Krezer, der Wirth, der Schwager des großen Lienhart von Frizz Mölkner, der Bauernhauptmann, den sie zum Schwarzenbroun. Nur die Kutte mag dort bleiben, die

Gie ftrömten einher, lechzend nach dem frischen Wort des Profoßen ernannt hatten draußen im Lager zu Neufig, trieb ein im Kloster ertappter Barfüßer zurückgelassen, wie berühmten Prädikanten, wie der Hirsch nach frischem Wasser. fich auch in der Menge umher und hatte seine Praktik Joseph seinen Mantel bei der Potiphar ." mit den geschlitten Aermeln und mit der Wehr an der Feind, den Klosterförster, der sich unter der Menge bewegte. behäbige Bürger schritt stolz einher im Feiertagswamms unter den Bürgern. Plöglich gewahrte er seinen alten|

Sache waren, als manche Männer. Auch von Patriziern

Hoho! Alter Freund! rief er, was thust Du hier?

Nun lief dem Förster die Galle über. Ihr werdet freilich außer Mühlsteinen und glühendem Eifen Alles mitnehmen", knurrte er.

fah man nicht wenige, und die der neuen Lehre nicht zu- Willst Du auch einmal hören, wie die Wahrheit gepredigt dort. Ihr wißt ja, im Klostergewölb hängt ein alter Ritter­

" Nein", sprach Hanus Kretzer, wir lassen noch mehr.

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