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Auf dem Mond

in der Mitte. ,, Wie hohle Backenzähne! sagte Franz. Und wie merkwürdig schnell und leicht man auf dem Mond vorwärts fam. Förmlich als ob man fliegen follie. Franz nahm einen Stein und warf ihn in die Luft. Der Stein flog so hoch, daß er ihn kaum noch sehen konnie und fam erst weit, weit weg wieder zu Boden. Der Professor lächelte über die Ber­wunderung des Knaben, dann nahm er einen fleinen Anlauf, sprang von einem niedrigen Hügel hoppla! hoch in die Luft, über einen haushohen Kegel hinweg, und schwebte jenseits wieder sanft herab. Als die beiden andern wie­der bei ihm waren, schrieb er in seinen Blod: Der Mond ist viel kleiner als die Erde. Man fönnte aus der Erde 49 Monde machen. Daher

Dann gab's auf einmal einen argen Strad) - das Flugschiff war auf den Mond gestürzt. Seine drei Insassen lagen besinnungslos auf dem steinigen Boden. Der Vater, als der kräf­tigste von ihnen, war zuerst wieder auf den Beinen. Dann fam der Professor zu sich, schließlich auch Franz. Sind wir nun auf dem Mond?" fragic dieser. Lauter Sand und Sicine! Und was ist denn das? Der Himmel ist ganz schwarz und die Sonne steht mitten unter den Siernen?" So fragte der Knabe mablässig, aber niemand aniwortete ihm. Es war, als hörien ihn die anderen nichi. Er fonnte es nicht begreifen. Da berührte der Professor seinen Arm und bedeutete auch dem Baier, aufzuvaffen. Dann zog er eine Pistole hervor und feuerte sie zwei, drei Mal ab. anzieht der Mond auch die Gegenstände viel we­sah zwar den Feuerschein, aber man hörte fei­nen Knall. Franz sah, wie der Professor lä­chelte, dann seinen Notizblod nahm und darauf schrieb: ,, Da es auf dem Mond keine Luft gibt, die den Schall zunu Ohr trägt, so kann man hier auch nichts hören. Alles, was wir uns fasen wollen, müssen wir daher aufschreiben." Baier und Sohn nichten, zum Zeichen, daß sie verstanden hatten und wiefen fragend auf den schwarzen Himmel mit Sonne und Sternen. Der Professor schrieb: Wo die Luft fehlt, gibt es keinen blauen, durchleuchteten Himmel. Da= her seht ihr die Sterne auf ſchwarzem Grund." -- Tas iſt doch eine schnurrige Welt!" dachte Franz. Dier fönnie man Lärm machen und keiner würde was hören. In der Schule würde es nur schriftliche Arbeiten geben und die Lenie fönnten sich bloß; brieflich zanfen."

Alles ringsum war kahl und öde. Nicht ein prünes Fledchen weit und breit, kein Baum, fein Strauch, fein Vogel in der Luft, fein Tier auf dem Boden. Nichts als zadige Bergketten und sonderbare Felsfegel, mit tiefen Kratern

niger start an als die Erde. Ein Körper wiegt auf dem Monde nur etwa ein Sechstel seines Gewichtes auf der Erde. Daher können wir hier sechsmal höher werfen und sechsmal hö­her springen als auf der Erde."

Schließlich kam die Nacht. Ganz plötzlich tiefe Finsternis ringsum. Bis- ja bis auf einmal die Erde aufging und leuchtete. Deutlich sah Franz auf ihr die ihm vom Globus her bekann ten Umrisse der Länder und Meere. Das große Dreied von Südamerika , den Atlantischen Ozean , die weiße Schnee- und Eisfuppe auf dem Südpol . So war den Reisenden nun der Mond zur Erde und die Erde zum Mond ge­worden und der gelehrte Professor erklärte, daß das alles ganz selbstverständlich sei. Denn ge­

nau so, wie von der Erde aus gesehen der Mond als Gestirn am Himmel savebt, muß vom Mond aus geſehen die Erde als Gestirn erscheinen, mur daß sie eben größer iſt.

Aus Seltsame Geschichten des Dr. Mebuhle" von B. H. Bürgel.

Die Kleine von Yoſhiwara

Bon Beter Biffig.

und hekte den Ersten Hansen fuhr damals mit mir, der jetzt einen der großen Hapag­Kasten nach New York befchligt und mit ihm den Steuermann an Land. Sie kamen gegen Mitternacht wieder, ohne eine Spur gefunden zu haben.

Kapitän Hundertmark iran! janveigend drei| Am nächsten Morgen befam ich's mit der Angst Grogs hintereinander. Habe ich Ihnen eigent­lich," fragte er, die Geschichte vom Dritten der Trinitas' aus Tokio einmal erzäh!?" Nein? Der Kasten lag nämlich damals in der Bucht. Landurlaub sollte es auch geben. Der Dritte, Klas Fedde, ein eben zwanzigjähriger blonder Junge aus Flensburg , freute sich wie'n Stint. Junge', sagte ich zu ihm, daß Sie mir feine Dummheiten machen! Hier unien gibt's doch das vericufelie Yoshiwara. Nehmen Sie sich in acht, Fedde, soviel sage ich Ihnen!"

Er, zum erstenmal da unten, lachte nur und ging unbefümmert mit dem Steuermann an Land. Das erste, was drei Tage später fam, war eine üble Nachricht aus Hongkong , und da sollten wir gerade hin. Es war mal wieder mul­mig dort. Die Kulis machien Krach. Sie wollten mehr Reis oder besseren Reis oder mehr Bam­bus oder besseren Bambus, und machten Revo­Intion. Warten", hieß es im Telegramm der Reederei. Man nahm überall an, die Chinesen würden sich schnell genug berubigen.

Am nächsten Morgen wedte mich ein Nu­moren auf Dec... ich raus... gerade sah ich noch ein japanisches Fischerboot abstoßen. Die Wache mach. ihr blödestes Gesicht. Nein, es sei nichts... sie hätten nur den Kerl, der so früh am Morgen mit Seide handeln wollte, von Ded geschmissen. Als ich wieder in der Kajüte war, glaubte ich, beim Steuermann nebenan Krach zu hören, und fragte durch die dünne Wand. Ach", sagte eine verschlafene Stimme, ich bin man bloß aus der Koje gepurzelt..."

Mittags ging ich zum Konsul. Ja, man wolle tun, was man fönne. Was das auf gut Deutsch heißt, weiß Hein Seemann. Also lichtete ich am Nachmittag, einen halben Tag später, als ich Befehl hatte, die Aufer.

Es dauerte an zwei Wochen, und das war Bei der Spätrunde am Abend ich dent', schon zu lange für Klas Fedde. Behn Tage näm- ich bin besoffei. stand doch am Heck Klas lich waren kaum um, da fehlte der Dritte auf Fedde, mein Dritter, mit den unschuldigsten der Trinitas" beim Appell. Keiner wollte Augen der Welt. Das Gewitter hätten Sie er­etwas wissen. Der Steuermann zuckie die Ach- leben müssen! Aber er sagte feinen Mud, bis feln. Geht das an", fragte ich, und ist das ich fertig war, und erklärte nun scelenruhig, die nicht ſchlinumſter Verstoß gegen die Disziplin?" vertenfelten Jopsen hätten ihn festgehalten und

Angriff mit Folgen

erpressen wollen. So beruhigte ich mich. Gerade wollte ich schlafen gehen, da klopfic es. Ich fluchte, machte aber auf, und Hanſen kam in die Tür. Er habe da einen kleinen Tropien... Wir ſetzten uns, und ſo ging es zwei, drei Stunden. Ind jest, Kapitän, sagte Hansen plößlich, sollen Sie an ein großes Geheimnis wissen: wir haben eine Frau an Bord." Er ließ mich toben, dann erklärte er: Nein, ich habe die nicht hereingeschleppt. Ich wußte es, gewiß, aber der Erste wußte es genau so gut, und die Schuld hat der Dritte. Ihm gehört sie, Käp'n Hundertmark! Es ging nicht anders, sage ich Ihnen. Wir hät ten Klas Fedde niemals ohne sie heil nach Europa geschafft. Ich will in dieser Minute wie­der Deckmatrose auf einem alten Segelschinder sein, wenn ich die Unwahrheit rede. Wir haben Klas gſucht, und richtig fand ich ihn im Yoshi­wara. Soweit trifft mich die Schuld, weil ich ihm die Gegend erschloß. Unter den Jaanerin nen war eine richtige kleine Puppe mit porzel lanenen Händen und Augen, wie gemalt. Sie saß in der Mitte der Teestube, hatte eine Laute in der Hand und zirpie wie ein Grashüpfer to dünn und wie Limonade so jüß immer andere Lieder, Lieder von Schmetterlingen, die sich in Blumen verlieben, Lieder von Goldfischen und Pagoden und diesem Zeug. In die vergudte sich der Dritte- unglücklicherweise sie sich aber auch in ihn und das war schlimm, weil sie noch ganz furchtbar jung war und nach geltendem Elternrecht von den Besitzern der Teeſtube irgendeinem alten Kaufmann für ein Vermögen verkauft werden sollte...

Irgendwann müssen sich die beiden ver­ständigt haben. Käp'n, wenn zivci verliebt sind und der eine spricht Hindostanisch, der andere Plaitdeutsch, sie verstehen sich doch. Fedde haite sich irgendwo im Techans verstedt, wurde mit der Jasminduftenden, so heißt sie, erwischt... und was tun die Kerle mit einem dritten Offi aier unserer Handelsmarine? Binden ihn in einem Hinterzimmer an einen Bambuspfahl und an einen andern die Vorzellanfigur. Konſulats frach? Lieber Käp'n Hundertmark, wenn einer dieser prächtigen Ringer das gebogene Schwerk nimmt, das bei diesen Kerlen immer 500 Jahre alt ist, dann nüßt keiner Seele eine diploma­