Nach zehn Jahren
Zuchthaus! Gefängnis!
Strafen über Strafen
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Ein Erinnerungsblatt zu den Separatistenkämpfen Dresden , der in einem Rudjad 150 Exemplare des„ Gegen
Man schreibt uns aus der Pfalz :
Am Montag, dem 12. Februar, fährte sich zum zehnten Mal die„ Eritürmung des Bezirksamtes in Pirmasens und die Bernichtung" der Separatisten. Mit Rücksicht auf die Fastnachtstimmung wurde die vorbereitete Hauptfeier auf einen späteren Tag verlegt. Für den eigentlichen Jahrestag wurde„ nur“ eine Ehrung der Toten auf dem Friedhof angesetzt, zu der neben den Polizei-, SA.- und SS.- Formationen auch alle Betriebsbelegschaften, Schulen, Behörden und Vereine antreten mußten. So entstand eine eindrucksvolle" Gedenkfeier unter„ reger Anteilnahme der ganzen Bevölkerung". Die Kinder hatten schulfrei, aber die Lehrer mußten sie versammeln, um sie entsprechend über die Bedeutung des historischen Ereignisses zu belehren. Eine zwölfjeitige Ertranummer der„ Pirmasenfer Zeitung" übernahm diese Aufgabe für die übrige Bevölkerung, für Deutschland und die Welt. Sie überschreibt ihren Leitartikel:„ Pirmasens macht Weltgeschichte". Was ist an diesem 12. Februar passiert? Es war der Bevölkerung befannt geworden, daß infolge der Feststellungen des englischen Generalkonsuls in den letzten Januartagen der Separatismus erledigt war und von den Franzosen feine Unterstügung mehr zu erwarten hatte. Man verlangte deshalb den sofortigen Abzug. Die Separatisten hatten die neue Lage noch nicht begriffen und versuchten sogar noch an diesem Tag das Erscheinen der„ Pirmasenser Beitung" zu verhindern, die, wie alle übrigen Blätter der Pfalz , aus Protest einige Tage gestreift hatte, aber am 12. Februar wieder erscheinen wollte. Das Gebäude der Zeitung befindet sich gegenüber dem Bezirksamt, in dem die Separatisten hausten. Es kam also vor der Zeitung zu Ansammlungen. Als weder Franzosen noch Separatisten dagegen einschritten, wurden die Demonstranten immer fühner und verlangten den Abzug der Separatisten. Als gegen Abend die Lage für die letteren immer bedrohlicher wurde, versuchten sie durch einige Schüsse die Demonstranten zu verjagen. Es gab dabei sieben Tote und eine große Anzahl Verwundete. Die Demonstranten machten daraufhin einen Angriff auf das Bezirksamt und steckten es in Brand.
Den Separatisten blieb nichts anderes übrig, als elend umzukommen oder zu flüchten. Diejenigen, die nicht u erkannt durchschlüpfen konnten, wurden von der empörten Volfsmenge niedergeschlagen und getötet. Einige wurden auch im brennenden Gebände erschossen. 17 Separatisten waren nach Beendigung des Kampjes tot und furchtbar zu: gerichtet, ein Teil der Geflüchteten war verwundet.
Hart neben dem Bezirksamt war die französische Gendarmerie. Ein Mann hätte die ganze Demonstration heimjagen können. Es lag auch Militär in der Stadt und war im Zustand der Bereitschaft, aber es fam fein Befehl zum Eingreifen. In einem Erinnerungsartikel der Zeitung heißt es, ein Schuß des französischen Militärs hätte die ganze Bewegung unmöglich gemacht. Aber die französischen Kommandostellen haben die für Frankreichs Interessen ge= worbenen Leute einfach im Stich gelassen, so daß sie elend umfommen mußten.
Dieses Ereignis beschleunigte natürlich das Verschwinden der Separatisten in allen Orten der Pfalz . Sie wollten nicht auch an anderen Orten mit solchen Methoden ausgetrieben werden. Aber der Anspruch auf eine weltgeschichtliche" Tat ist folossal übertrieben. Die Vorstellung, als ob der Bezirkshaussturm in Pirmasens das entscheidende Ereignis zur Ueberwindung des Separatismus gewesen wäre, ist falsch. Der Bezirkshaussturm war nur möglich, weil der Separatismus auf dem legalen Weg der Verhandlungen erledigt war. Von diesem Moment an vermieden die Franzosen jede Einmischung und bezeichneten die Herstellung der Ordnung als eine innerdeutsche Angelegenheit. Als allerdings bekannt wurde, welche Opfer diese Ordnung" erforderte, griff die Besagung ein und nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Durch das bekannte Londoner Abkommen mußten alle Verhafteten freigelassen werden, mußte aber auch die weitere Verfolgung der Separatisten aufhören.
Hitler fühlt sich bekanntlich an dieses Abkommen nicht mehr gebunden. Er hat alle ehemaligen Separatisten verhaften und in die Gefängnisse und Konzentrationslager werfen
lassen. Dort stirbt jetzt rasch einer nach dem anderen weg, sie können die„ Luft" nicht vertragen.
Das Ziel der Separatisten war, die Pfalz vom Deutschen Reich loszulösen und zu einem autonomen Staat zu machen, der später mit einem autonomen Rheinland und mit ElsaßLothringen zu einem starfen Pufferstaat zwischen Deutschland und Frankreich verschmolzen werden sollte.
Die Anregungen gingen aus von französischen Politikern und wurden in der Pfalz zunächst aufgegriffen von einigen Elsaß - Lothringern, von ehrgeizigen Strebern, die eine Rolle spielen wollten, von den Organen der Besatzungsbehö Sen und später von allen Unzufriedenen, die glaubten, sich dadurch für das ihnen widerfahrene Unrecht rächen zu fönnen. Zu den letzteren zählten besonders die radikalen Bauern und e Kleinfabrikanten. Als General de Metz sehr offen und aftiv in die Bewegung eingriff und dadurch der Erfolg immer näher rückte, bemühten sich natürlich zahlreiche e- amte und gut„ nationale" Bürger, besonders die Besitzbürger sich neutral zu verhalten. Sie waren bereit, ebenso gute Franzosen zu werden, wie sie mit der steigenden Macht Sitlers 100prozentige Deutiche und Hitleranhänger geworden find. Da alle Separatisten vor deutschen Gerichten als unglaubwürdig gelten, kann nie festgestellt werden, wieviel Mart durch große Unternehmen in die Separatistenfaffen geflossen sind.
Jedenfalls behaupten die eingeweihten, jetzt im Ausland lebenden Separatisten, daß ein großer Fabrikant, der jetzt täglich mit dem Raziführer ausreitet, sehr erhebliche Summen in die Separatistenkassen gespendet hat. Ein anderer großer Unternehmer, der heute als unentastbar aut national gilt, hat damals in einem ausführlichen Gutachten die Vorteile nachgewiesen, die für die pfälzische Bevölkerung und Wirt
schaft durch die Einführung des Franken entstehen würden. Durch das Verhalten dieser für eine Regierung maßgeben den Schichten wurde die ganz rechts stehende GunoRegierung in ihrer Haltung schwankend und gab die Pfalz für Deutschland verloren. Der damalige Innenminister Jarres brachte ganz offen zum Ausdruck, daß nichts anderes übrig bleibe, als die vom Separatismus bedrohten Gebiete versacken zu lassen.
Die sozialdemokratischen Arbeiter hatten eine andere Meinung und waren davon überzeugt, daß bei entsprechendem Widerstand die bedrohten Gebiete für Deutschland ge= rettet werden fönnten. Sie waren deshalb die Seele des Widerstandes, wobei erwähnt werden muß, daß auch einige fatholische Führer und Pfarrer den Widerstand entschieden unterstützten. Soweit sich heute Nazis rühmen, am Widerstand teilgenommen zu haben, waren es Gesinnungsgenossen Schlageters, die dem Widerstand der Arbeiterschaft nur gefährlich waren. Durch ihre Dummheiten und Lausbubenstreiche hätten sie beinahe den Franzosen die Macht völlig ausaeliefert. Noch einige Attentate, wie das von Schlageter, und die Franzosen hätten die Mönlichkeit gehabt, durch eine Scharfe Militärdiktatur jeden Widerstand unmöglich zu machen. Zwar gab es schon starte Beschränkungen, Gefäng risitrafen und Ausweisungen, dann und wann sogar ein Zeitungsverbot, aber gegenüber den heutigen Ruständen in Deutschland war die Bedrückung" durch die Belozung ein wahres Freiheitsidnll. Dabei foll aber ausdrücklich betont jein, daß natürlich für die Betroffenen Gefängnis und Ausweisung teilweise sehr hart sein konnten.
Daß sich bei dem furchtbaren Gewaltaft in Pirmasens auch viele Sozialdemokraten und Kommunisten beteiligten, war auf das Nachegefühl gegenüber den zahlreichen Uebergriffen und Gewalttaten dieser dunklen Elemente, die als Separatistensoldaten" angeworben waren und die„ Ordnungsorgane" darstellten, zurückzuführen. Es waren dies dieselben Elemente, die zuerst den Weg zur gewalttätigen SA. fanden und man fann auch heute noch zahlreiche ehemalige Separatiften im S.- Gewand sehen. Sie gelten als Bekehrte, denen nichts geschieht. Es ist sogar vorgekommen, daß verhaftete Sozialdemokraten von den gleichen Begleitmannschaften in die SA.- Kaserne geführt wurden, wie vor zehn Jahren in die Separatistenfaserne. Gewechselt war nur die Uniform. Darunter steckte derselbe Strolch.
Dresden, 23. Febr. Der Kellner Friedrich Rolph aus angriff" und 100 Exemplare der AJ3." über die Grenze zu schaffen versucht hatte und dabei verhaftet worden war, wurde für„ sein verwerfliches Tun" und die„ an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung" vom Sondergericht Freiberg zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Das gleiche Gericht verurteilte den Metallarbeiter Alfred Kaaden aus Natzschung( Tschechoslowakei) zu 3 Jahren Zuchthaus, weil er eine größere Anzahl von Briefen über die Grenze brachte, die von deutschen Emigranten geschrie ben und für ihre in Deutschland lebenden Bekannten bestimmt waren; jeder der Briefe enthielt zwei Nummern des „ Neuen Vorwärts". Ferner wurde der Arbeiter Walter Donath aus Zittan zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Handzettel fommunistischen Inhalts aus der Tschechoflowakei mitgebracht und sie in den Straßen von Zittau verteilt hatte, ebenso der Heizer Mar Krohn aus Ober lungwitz zu 8 Jahren Zuchthaus, weil er fommunistische Zeitungen und Broschüren aus dem Ausland eingeführt und in dem Restaurant Stadt Chemnitz" in HohensteinErnstthal verkauft hatte.
Darmstadt, 15. Febr. Wegen Vorbereitung zum Hoch verrat wurden vom Strafsenat des Oberlandesgerichts Darmstadt vier Kommunisten verurteilt: der Installateur Georg Buchwald zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis; der Sattler und Tapezierer Johann Berkau und der. Maurer Georg Petri zu je zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und der Maler Johann Wilhelm Schröder zu einent Jahr Gefängnis.
Berlin, 18. Febr. Der Stadtoberinspektor Erich Kroff hatte vor mehreren Tagen einem Passanten den Arm heruntergeschlagen, den diefer zum Hitlergruß erhob; er erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Jahr.
SA. behandelt wie Schnorrer" Nach dem Zeugnis von Nationalsozialisten In der„ Westfälischen Landeszeitung" lesen wir:
Von der Kreisleitung der NS.- Hago in Dortmund werden wir um Veröffentlichung folgender Zeilen gebeten: „ Es gehen uns täglich Beschwerden darüber zu, daß Amtswalter bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit behandelt werden wie Schnorrer. Anscheinend ist vielen Mitgliedern noch nicht bekannt, daß alle organisatorischen Arbeiten der NS.- Hago und der GHG., wozu auch das Einfassieren von Beiträgen gehört, uneigennüßig im Interesse der Durchführung unserer Aufgaben und Ziele erledigt werden und daher wohl erwartet werden dürfte, daß man den Amtswaltern mit mehr Höflichkeit entgegenfommt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß ausgerechnet diejenigen Bolksgenossen, die das Wort„ Gemeinschaftsgeist" so oft im Munde führen, nicht die mindeste Rücksicht auf die große Arbeit der Amtswalter nehmen, sie vielmehr in einzelnen Fällen stundenlang warten lassen oder sogar unzählige Male wiederbestellen. Da cine nationalsozialistische Kreisleitung so die Stimmung gegen Amtswalter" der Nazis schildert; dürfte sie nicht übertrieben sein.
Der unvorsichtige Sanitätsrat
hb. Seine eigenen Gedanken über die Verwendung der durch die Winterhilfe gesammelten Gelder machte sich der Sanitätsrat Dr. K. aus Neumünster. Er äußerte sich zu Bekannten darüber, daß die jetzt in riesigen Mengen herge= stellten Wintermäntel der SA. sicherlich aus der Winterhilfs= kaffe bezahlt würden. Man hat ihn nunmehr in Schuzhaft genommen, da durch seine Aeußerung angeblich die Neumünste raner Volksseefe so ins Kochen geraten sei, daß Gefahr für Leib und Leben bestände.
,, Getreue Freunde..."
( Inpreß.) Das Sondergericht Mannyeim verurteilte einen zu 30 Prozent friegsbeschädigten Schlosser aus Bruchsal zu 4 Monaten Gefängnis, weil er in seinem Bekanntenkreise eine Bemerkung über Hitler gemacht und die Internationale gesungen hatte.
Wie gehts der Nazi- Intelligenz?
Wie es Arbeitern und Angestellten im neuen Deutschland ergeht, abgesehen von jenen, die wegen ihrer jüdischen oder marristischen Vergangenheit zum größten Teil aus dem Wirtschaftsprozeß ausgeschaltet sind, ist zur Genüge bekannt. Wer von ihnen nicht führend in der nationalsozialistischen Bewegung tätig war und sich nicht dadurch des Anrecht auf einen gutdotieren Posten erworben hatte, mußte bald erfennen, daß ihm auch im„ Dritten Reich" feine gebratenen Hühner in den Mund flogen. Der dauernde Lohn- und Gehaltsabbau, verbunden mit Preissteigerungen, die einsetzende Entrechtung, gekrönt durch das neue Arbeitsgesetz, versetzte auch die Pgs.- Arbeiter und-Angestellten nicht weniger in Erregung, als die offenen und heimlichen Gegner Hitlerischen „ Sozialismus" unter der Arbeiterklasse. Hatte man in diesen Kreisen auf die Versprechungen der Nazis gebaut und sich eine Besserung durch die Führer" erhofft, so erwarteten in besonderem Maße gerade die sogenannten Freien Be rufe" von der Regierung Hitler das goldene Zeitalter. Auf den ersten Blick hin mit einer gewissen Berechtigung. Immer wieder war ihnen die furchtbare Konkurrenz durch Juden und Judenstämmlinge vor Augen gehalten worden, immer wieder versicherte man ihnen durch die Austreibung solcher unangenehmen„ volfsfremden" Konkurrenten ihre Lage zit bessern. Man bewies" ihnen mit Rahlen, wie glänzend es ihnen gehen würde, wenn man die Juden erit los war und vertröstete sie auf eine beginnende herrliche Aera des Geldverdienens.
Die gefälschten, weit übertriebenen statistischen Ziffern die man der Beteiligung von Juden an den Freien Berufen" interfchob, sollten die Hoffnuna sein für den Moment, in dem die Inden aus diesen Berufs metaen cutfernt merden würden. 52 Prozent aller Aerzte in Tentichland seien Juden. In hieß es, in Provin städten erhöhe sich dieser Satz bis auf 75 Prozent, und wenn die ausacschaltet sind. muß es den deutschen Aeraten alänzend gehen. In Berlin sind von den Anmälten 45 Prozent. in Hamburg 25 Prozent. in Frankfurt a. M. gar 64 Prozent Juden. Was müfen die Anwälte zu tun haben, wenn sie diese Konfure: nz Iva find?
Oder bei den Wissenschaftlern? Da aab es bei den medizinischen Fakultäten angeblich 1932 45 Prozent gegen über 1914 26 Prozent jüdische Professoren. an der Breslauer inriitischen Tafultät 1982 anaeblich 50 Prozent füdliche Lehrer Wie aut mükte es den deutschen Wissenschaftlern gehen. menn erst die Juden überall entfernt wären!
Heute sind sie alle restlos entfernt und mit ihnen noch alle
Judenstämmlinge bis ins dritte Glied und jene Glemenie, die sich einmal demokratischer oder sozialistischer Gesinnung verdächtig gemacht hatten. Da sollte man denken, daß es test den Freien Berufen" in Deutschland wirklich hervorragend ginge.
Ganz im Gegenteil! Es geht ihnen so schlecht wie nie zuvor. Das„ Aerzteblatt von Berlin" veröffentlichte vor furzem einen Jammerartikel über die Not des Aerztestandes. Und das, trotzdem von 60 000 deutschen Aerzten 30 000 nach früherer nationalsozialistischer Statistik- aus dem Beruf eigentlich ausgeschaltet sind. Nach den Angaben des " Aerzteblattes" haben von den heute in Deutsch land 50 000 tätigen Medizinern airfa 7000 überhaupt feine Eristenzbasis. Ungefähr 9000 erreichen nicht ganz das Existenzminimum von monatlich 169 Mart, während weitere 12 000 ein Einkommen von 300 Mark erreichen. Die Reichsversicherung, die städtischen, gemeindlichen und privaten Krankenversicherungen, die nur noch arische Aerzte beschäftigen, können heute noch lange nicht alle Aerzte beschäftigen. Privatpraxen sind nur noch bei wenigen auserwählten Aerzten vorhanden.„ Es hat sich bisher noch nicht gezeigt, daß die Abwanderung der arischen Patienten von jüdischen Aerzten einen großen Einfluß auf geübt hat, trotzdem nur 500 jüdische Aerzte bisher aus die Einkommensverhältnisse der deutschen Aerzteichait eus Deutschland ausgewandert sind."
Die Honorare der Versicherungen sind derartig ge= ring, daß ein Arzt pro Tag mindestens 25 Patienten haben muß, um überhaupt leben zu können. Dabei sind die fanitären Verhältnisse insofern schlechter geworden, als fräser in Deutschland auf 1000 Einwohner, heute auf 1800 Ein wohner( Kassenpatienten) ein Arzt entfällt. Der Strompreis, die Kosten für die Praxen nim. find geftienen, die Honorare sind vermindert worden( es gibt viele Kailen, die nur noch 2 Mark pro Patient bei erster Untersuchung und 1 Mark bei weiteren Besuchen bezahlen). Selbst Aerzten mit großer Privatpraxis geht es nicht mehr glänzend, denn wenn überhaupt, so werden die Aerzterechnungen nur in langen Naten schleppend bealichen. Hingegen wurden den Aerzten aroße Lasten aufgebürdet. Beiträge für den Bund und Verband, Shaaben aller Art, fostenlose Behandlung von SA.- und S.- Peuten usw.. das alles macht eine materielle und ideelle Belastung aus, die den Medizinern ihre Arbeit nicht er= leichtert.
Ganz ähnlich geht es den Rechtsanwälten, obwohl hier das fonfurrierende jüdische Element noch viel rigoroser useschaltet ist. In einzelnen Großstädten hat sich die Rah der Anwälte durch Ausschaltung der Juden, die nicht mehr vor Gericht auftreten fönnen, tatsächlich auf dia
Hälfte reduziert. Daß es dadurch den verbliebenen arischen Advokaten besser geht, wurde bis jetzt noch nicht einmal offiziell behauptet. Die Zivilgerichte sind heute nicht mehr voll beschäftigt, da klagen feineswegs beliebt sind. Wenn man nicht muß, geht man heute in Deutschland nicht vor Gericht. Die Angst ist zu groß. Finanzielle Trans aftionen, die früher einen Anwalt benötigten, Verträge usw. Notariatsgeschäfte, find so verschwindend geworden, daß auch der Anwaltsstand durch die Entfernung der marristischen und jüdischen Elemente nichts gewonnen hat. Früher gab es in Berlin z. B. 4200 Anwälte, davon beinahe 2000 jüdische. Heute sind es nur noch 2500 und die haben nichts zu tun. Für Armenia chen gibt es, abgesehen davon, daß sie sehr spär lich sind, ein Bettelhonorar, die er- offo- Gebühren sind bei Gericht von 40 Marf auf 15 Mart gesenkt worden. Tatsächli b acht es nur jenen Anwälten noch einigermaßen, die durch die Aufnahme eines bekannten jüdischen Kollegen als Bürobeamten fich andere gute klientels ergatterten. Aber selbst da hapert es. Denn die Vorlagen an Gerichtskosten, die oft später nicht einmal einzutreiben find, bringen die Auwälte in mißliche Lagen. Der nationalsozialistische Turistenbund errechnete für die 40 000 arischen Rechtsanwälte in Teutschland ein Durchschnittseinfommen von 230 Marf pra Monat. Das heißt so viel, als daß mindestens 50 Prozent ganz ohne Einkommen. sind und da es in jeder Großstadt eine wenn auch beicheidene Anzahl von Advokaten gibt, die es über 1000 und bis auf 2000 und mehr Mark pro Monat bringen, der weitaus größte Teil der deutschen Anwaltschait das Eristen minimum nicht erreicht.
Bei den freien Schriftstellern sieht es ähnlich schlimm aus. Sie können mit wenigen Ausnahmen für ihre Geistesprodukte faum einen Verleger finden. und selbst wenn sie gedruckt werden, so ist der Absatz von Büchern und Druckschriften heute so gering, daß nur Hunacrhonorare herauskommen. So betrug z. B. die Halbjahrsrechnung eines Theaterschriftstellers für ein Stück, das an verschiedenen Bühnen mehrmals aufgeführt wurde, ganze 267 Mark. Mit geringen Ausnahmen von Prominenten geht es 20.000 deutschen Schriftstellern, die aezwungen sind, ohne amtliche Nebenverdienste von ihrer Feder zu leben, ganz miferobe!. Daran kann auch der Hinkelsche Kulturbund nichts ändern, wenn er Preisausschreiben und alle möglichen sonstigen Veranstaltungen zugunsten der Schriftsteller( f= zieht. Die leeren Pläke der vertriebenen oder vor den Sitter- Vandalen geflüchteten geistigen Elite konnten word r in der Wissenschaft, noch in der Literatur, noch überhaupt in den Freien Berufen" eingenommen werden. Mittelmäßigfeit muß zugrunde gehen. Deutschland verdorft! Kurt Haas.