Schuschnigg

Oesterreich sekundiert der Hitler - Regierung

Aus Wien wird uns geschrieben:

In den letzten Wochen mehren sich die Anzeichen, daß die Regierung Schuschnigg ihren außenpolitischen sturs ändert und sich immer mehr als Sekundantin der Außenpolitik des Dritten Reiches fühlt. So hat in den letzten Tagen, unmittelbar nach den im englischen Unterhaus und in der französischen Kammer erfolgten Enthüllungen über die deutsche Ausrüstung, die Wiener Pressepolizei den Zeitungen die strenge Wei, ung erteilt, daß über die deutsche Aus= rüstung nichts anderes als die offiziellen Witteilungen veröffentlicht werden dürfe. Die Regie­rung Schuschnigg will auf diese Weise verhindern, daß etwa durch Veröffentlichungen in Wiener Zeitungen neues Ma­terial über die rapide deutsche Ausrüstung bekannt werde. Die außerordentliche Wendung des Ballhausplatzes kommt auch in der Stellungnahme der Regierungsorgane zur Saar Frage zum Ausdruck. Die Reichspost" hat nach dem Abschluß des deutsch - französischen Saar - Abkommens einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Stellungnahme des offiziellen Deutschland zur Saar - Frage völlig identi­fiziert; die Reichspost" feiert die angeblich bevorstehende Rückkehr des Saargebietes, obwohl gerade in den letzten Tagen die katholi.chen Kreise des Saargebietes eine neue Organisation gegründet haben, die vor allem die Ausgabe hat, vor der Saar - Abstimmung gegen die Rückgliederung des Saargebietes und für die Aufrechterhaltung des Status quo einzutreten. Auch die übrige Wiener Presse hat die Weisung erhalten, über die Saar - Frage nur Darstellungen zu veröffentlichen, die für Deutschland günstig sind. Ob diese sich: liche Mendung in der österreichischen Außenpolitik auf die Besprechungen Schuschniggs mit Musso­ lini oder gar auf die Anwesenheit deutscher onderbe= auftragter in Wien zurückzuführen ist, läßt sich nicht be= urteilen.

Oesterreich liefert grundsäßlich an Hitler- Deutschland aus. Auch die Auslieferungspraxis des von Bundeskanzler Dr. Schuschniga geleiteten Justizministeriums zeigt, daß die österreichische Regierung bemüht ist, den Wünschen der Ber­ liner Regierung soweit als möglich entgegenzukommen. Das zeigen zwei Auslieferungsfälle, die sich in den letzten Wochen zugetragen haben.

Nach dem Bluttag vom 30. Juni ist ein Standarten­führer der SA. nach Desterreich geflüchtet. Die Reichs­regierung verlangte seine Auslieferung unter dem bei A.­Kommandanten bequemen Vorwand, er hätte das Ver­brechen der Unzucht wider die Natur( Päderastie) begangen. Der Flüchtling leugnete und erklärte, das sei nur ein Vor­wand für seine politische Verfolgung. Ueberdies sei in­zwischen eine Amnestie anläßlich der Uebernahme der Reichspräsidentenschaft durch Hitler erfolgt. Auf eine An­frage der österreichischen Regierung erwiderte Berlin , daß der Standartenführer zwar amnestiert worden wäre, aber daß er sich verpflichten müsse, sich kastrieren zu lassen. Die österreichische Regierung erwiderte Berlin , daß der Stan­dartenführer nunmehr die Frage, ob er der Entmannung zustimme. Als er mit Rücksicht darauf, daß er verheiratet sei, ablehnte, bewilligte das Justizministerium die Ausliefe= rung und überstellte den Standartenführer nach Passau . Seither hat man von ihm nichts mehr gehört.

Der zweite frasse Auslieferungsfall betrifft einen= dischen Rechtsanwalt aus Berlin , der wegen der Judenverfolgungen nach Oesterreich geflüchtet war. Die deutsche Reichsregierung verlangte seine Auslieferung mit der Begründung, daß ein Verwandter des Rechtsanwalts eine Anzeige wegen nicht ordnungsgemäßer Abrechnung bei einer Erbschaft erstattet habe. Bei einer Intervention jü­discher Kreise im Justizministerium wurde darauf verwiesen, daß es sich nur um eine fingierte Anzeige handle und daß der Rechtsanwalt nur gesucht werde, weil er ein jüdischer Flüchtlina sei. Der Referent im Justizministerium erwie­derte darauf: Auf diese Art fönnten wir ja keinen Jirae­liten noch Deutschland ausliefern." Trotz der Intervention wurde der Rechtsanwalt von der österreichischen Regierung ausgeliefert.

Ken judister Jur's'en- Nachwuchs

Berlin, 13. Dez. Die Juristische Wochenschrift" teilt mit: Die Zahl der Studenten der Rechtswissenschaft stieg von 3000 im Jahre 1871 auf 23 000 1923-24. Sie fiel dann wieder auf 18500 im Jahre 1933-34. Der Neuzugana betrug im Sommer­semester 1928 fast 5000, im Wintersemester 1933-34 nur noch 1158. Von den zuletzt gezählten 13 163 inländischen Rechts­studenten waren insaesamt 8900 evangelisch, 4000 fatholisch, 46 Juden. Im ersten Semester waren feine Juden mehr vor: handen.

Auswandern, aber wohin?

Vor dem Kriege war das so: Man sparte auf das Fahrgeld oder borgte es bei einem wohlgesinnten Onkel oder hilfs­bereiten Freunde, und dann ging es los, mit einem Rucksack voller Hoffnungen und dem festen Willen, keine Arbeit zu schenen. Daß sich feine Arbeit bieten fönnte, auf diesen Ge­danken kam man gar nicht, gar wenn die Reise nach Ueber­ see ging. Paß oder Einreise schwierigkeiten gab es nicht, man wußte nicht einmal, wie so ein Paß aussah. Es sei denn, man wollte nach Rußland . Aber wer wollte denn nach diesem Lande auswandern?

Heute ist es anders. Schon die Einreise in ein Land ist ein Problem. Da gibt es Paß- und Visumfragen, und nachher gilt es, die Aufenthaltsgenhmigung und wenn man nicht als Rentner kommt die Arbeitsge= nehmigung zu erhalten. Und hat man alle diese Schwie­rigkeiten überwunden, hat man oft noch lange feine Existenz. Da aber zu Hause Not und Elend groß und bei den politi­schen Flüchtlingen es gibt ihrer mehr als eine Mil­lion auf dieser Erde noch größer ist, sucht jeder fieberhaft den ganzen Horizont ab, wo sich vielleicht ein Schimmer einer Existenz bieten könnte. Und dann beginnt das Rückfragen bei den Konsulaten, Polizeidirektionen, Flüchtlingsfomitees, die immer wieder dasselbe sagen müssen, und die meisten, die frühmorgens frohgemut über ihre Idee hinausgezogen sind, werfen sich am Abend wiederverzweifelt auf ihr Lager.

So geht es nicht nur den ärmsten Emigranten, jenen, die nicht einmal das Geld zu einer Reise besitzen ihnen würde manches Komitee gern helfen, wenn es ein geeignetes Ein­wanderungsland wüßte- sondern auch die Besitzer einiger tausend Reichsmart sind den Besitlosen nur darin was allerdings sehr viel ist! voraus, daß sie noch nicht hungern müssen. Bei der Schaffung einer Eristenz stehen auch sie meist vor unüberwindlichen Schwierigkeiten.

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Eine Besonderheit stellt bei den politischen Flüchtlingen auch der Unterschied in der Paßfrage dar. Wer keinen gültigen. Paß besitzt Interimspässe gelten nicht als regu­läre Pässe, muß überall mit größeren Schwierigkeiten, ja mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß er Reisen, die ein anderer ohne jede Rückfrage antreten fann, überhaupt nicht genehmigt erhält, indem das Einreiseland seinen Paß zu visieren ablehnt oder die Visierung davon abhängig macht, daß das bisherige Aufenthaltsland die Rückkehr gestattet. Was durchaus nicht immer geschieht.

Die Unterschiede in bezug auf Paß, Geldmittel, Alter, Eig­nung, Vorbildung, Beziehungen die Beziehungen bringen vielen Variationen in den Flüchtlingsschicksalen hervor, die jeden Fall zu einem Sonderfall machen und ihn den Betroffenen auch so empfinden lassen. Umgefehrt erfordert infolgedessen die Verallgemeinerung jeder Nachricht, daß dieser oder jener da oder dort seine Existenz gefunden habe, Skepsis, so lange die Begleitumstände nicht erforscht sind. Denn hier gilt be­sonders der Satz: Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe!

Trotzdem soll feiner, darf feiner die Hoffnung aufgeben, daß auch ihm wieder ein besserer Tag aufgehen und er so die Zeit überwinden wird, bis in seiner Heimat wieder die Frei­heit wohnt. Diesen Kämpfern unnötige Enttäuschungen zu

lung haben sich gebildet. An Ingenieuren kein Bedarf, wie überhaupt Arbeitsgenehmigung nicht zu erhalten ist. Für selbständige Kaufleute und Gewerbetreibende bestehen ge­ringe gesetzliche Schwierigkeiten.

Griechenland . Lebenskosten 50 Prozent der deutschen . Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis wird nicht erteilt.

Großbritannien . Einwanderung außerordentlich schwierig. wenn nicht Nachweis, daß Verwandte für den Unterhalt auf­kommen oder Mittel zur Verfügung stehen. Eröffnung jeg­licher Detailunternhmung wird abgelehnt. Für Aerzte, die in Deutschland schon approbiert waren, besteht Möglichkeit, auf dem Wege über beschleunigtes Examen in Edinburg .

Holland. Aufenthaltsgenehmigung nur bei Besitz von 10 000 RM. Ein Drittel der Arbeiterschaft arbeitslos. Auch in Niederländisch- Indien keine Aussichten.

Jsland. Landwirtschaft aufnahmefähig für Leute mit fleinem Kapital. Klima milder als Stockholm . Einreisebe­schränkungen gibt es nicht.

Italien . Aussichtslos. Arbeitsbewilligung an Ausländer wird nicht erteilt, ebensowenig Konzession für Ladengeschäfte. Jugoslawien . Zunehmende Arbeitslosigkeit. Arbeitsge­nehmigung für akademische Berufe nicht zu erhalten. Viele Emigranten haben das Land wieder verlassen.

Lettland . Arbeitsgenehmigung wird nicht erteilt. Luxemburg . Arbeitsgenehmigung wird nicht erteilt. Rauf­leute und Handwerksmeister erhalten Niederlassungsgeneh­migung erst nach zehnjährigem Aufenthalt im Lande.

Portugal . Reichsdeutsche mit Paß brauchen kein Visum, doch darf eine Stelle nur angenommen werden, wenn fein portugiesischer Arbeitsloser in Frage fommt.

Rumänien . Einwanderung grundläßlich nicht gestattet; Einreise als Tourist möglich, doch bestehen Fremdenverkehrs­verordnungen für den Aufenthalt.

Schweden . Erholt sich langsam. Landwirtschaft geht es schlecht. Für Ausländer feine Stelle, die Schweden ausfüllen fönnen. Nur Knopfindustrie gesucht.

Schweiz . Keine Arbeitsmöglichkeit für Ausländer. Spanien . Sichvermerfszwang. Arbeitsgenehmigung er forderlich. Wird nur erteilt, wenn fein Spanier in Frage kommt. Auch für selbständige Kaufleute und qualifizierte Handwerker wird es immer schwieriger, obwohl Wirtschafts­frise in Spanien weniger drückend. Fremdenindustrie und Landwirtschaft auf den Balearen aussichtsreich. Das Land ist billig.

Türkei , Sichtvermerf wird auf reichsdeutschen Paß erteilt, ebenso Aufenthaltsgenehmigung, wenn nicht Gefahr, daß, Ge­suchssteller mittellos ist und türkischen Behörden zur Last fällt. Viele Berufe für Ausländer verboten. Schwere Wirt­schaftskrise und große Arbeitslosigkeit. Aussichten für Fach­leute mit Speziakenntnisse. Es gibt keine Sozialgesetz­gebung, aber 25prozentige Einkommenssteuer! Ungarn . Für Einwanderung ungeeignet.

ersparen, seien die Auswanderungsmöglichkeiten nach den Jüdische Schiffahrtslinie nad

wichtigsten europäischen Ländern auf Grund neuesten Materials kurz sfizziert.

Albanien . Nur für selbständige Landwirte. Ausländische Aerzte und Zahnärzte werden nicht zugelassen.

Belgien . Keine Aufenthaltsgenehmigung für Stellen­suchende.

Bulgarien . Aufenthaltsgenehmigung nur, wenn für den Posten fein bulgarischer Staatsangehöriger in Frage kommt. Dänemark . Aufenthaltserlaubnis für Fremde von sechs auf drei Monate herabgesetzt. Für Verlängerung besondere Genehmigung.

Finnland . Arbeitsbewilligungen werden nicht erteilt.

Frankreich . In der südfranzösischen Landwirtschaft herrscht starfer Mangel an Arbeitskräften. Auch für selbständige Landwirte mit mindestens 15 000 RM. bestehen Aussichten. Auch Pacht ist möglich. Jüdische Gesellschaften zur Ansied­

Palästina

Sond

Unter dem Namen Palestine Shipping Co. Ltd. ist mit Unterstützung der Arnold Bernstein - Linie in Hamburg eine jüdische Schiffahrtslinie mit dem Sitz in Haifa gegründet worden. Die erste Fahrt des 10 000 Tonnen umfassenden Schiffs Tel Aviv " beginnt ab Hamburg am 21. Januar 1935. In Genua wird am 13. Februar der Flaggenwechsel dieses Schiffes und die Uebernahme des Schiffes durch die Palestine Shipping Co. erfolgen. Der Dampfer wird regelmäßig zwischen Triest und Haifa zweimal monat­lich verfehren. Er hat nur eine Einheitskabinenklasse und ist für die Erfordernisse des allergrößten Komforts ein­gerichtet. Der fahrplanmäßige Verkehr wird am 13. März von Triest , am 21. März von Haifa aus aufgenommen. Die Dauer der Ueberfahrt beträgt fünf Tage.

BUNTE SPALTE aſchinengewehrfeuer Widerſtand leiſten. Der Soldat, der

zudem wird die gepanzerte Borderfront auch dem stärksten Maschinengewehrfeuer Widerstand leisten. Der Soldat, der ausgestreckt auf der rollenden Plattform liegt, hat natürlich auch seinerseits die Möglichkeit zu feuern.

Um die Kampfkraft der künftigen Kriech­

England ha' die meisten Rundfunkhörer tant- Regimenter" noch zu erhöhen, wird ein

Der englische Rundfunk hat im letzten Monat September zwar einen geringern Zugang als im selben Zeitraum des Vorjahrs zu verzeichnen, und zudem bleibt die September­zunahme wesentlich hinter der gleichen Zunahme des deut­ schen Rundfunks zurück. Trotzdem marschiert England mit feinen 6 478 000 Hörern am 1. Oftober immer noch an der Spitze der europäischen Rundfunkländer, dicht gefolgt von Deutschland mit 5574 000 Rundfunkanlagen. Im Lauf des Septembers liefen in England rund 385 000 Rundfunkgench­migungen ab, dagegen wurden 429 000 neu ausgegeben, so daß sich insgesamt ein Zuwachs von fast 44 000 Anlagen er=" gibt. Deutschland hatte in demselben Monat einen Zuwachs von fait 134 000. Wenn England und Deutschland auch die meisten Rundfunkhörer haben, werden sie in der Dichte der Rundfunkanlagen immer noch von Dänemark geschlagen.

,, Kriechtanks" für d'e englische Infanterie

Die englische Infanterie hat eine neue, höchst seltsame Angriffswaffe erhalten. Es ist eine Art von vereinfachtem, offenem Einmann- Tant, dem Aussehen nach ein niedriger gepanzerter Kasten auf Rädern. Er ist knapp zwei Meter Tang, wenig als ein Meter breit und wenig über einen halben Meter hoch. Ein 4- PS.- Motor verleiht dem Kriech­tanf, wie er offiziell genannt wird, der nur einen Mann als Besatzung aufnimmt, eine beträchtliche Geschwindigkeit. Der Kriechtant soll in einem zufünftigen Krieg der eng­lischen Infanterie eine nicht erreichte Aktionskraft verleihen. Er wurde unter dem Eindruck der Erfahrung geschaffen, daß ganze angreifende Regimenter von wenigen Maschinen­gewehren abgewehrt werden können. Der primitive Ein­manntant, der in Hunderttausenden von Exemplaren her: gestellt werden soll, wird den Angreifer gegen die Ma­schinengewehrfugeln schüßen. Infolge seiner geringen Höhe ift er ein bedeutend schlechteres Biel als ein laufender Mann.

Teil der Tanks mit leichten Maschinengewehren ausgerüstet werden. Diese Tanks erhalten dann eine Besazung von zwei Mann, von denen der eine das Maschinengewehr be­dient und der andere das Fahrzeug lenkt. Während der Fahrt auf der Landstraße sißt der Infanterist aufrecht in seinem Tant, und erst wenn er in das Angriffsgelände tommt, verschwindet er hinter der Frontwand. Die seit Jah­ren im Ausland besprochene Frage des Einmann- Tanks hat durch die englische Erfindung eine beachtenswerte Lösung gefunden. Gegen die Verwendung großer Tanks als In­fanterie- Hilfswaffe waren schon immer schwerwiegende Ein­wendungen erhoben worden. Der schwere Tank ist ein her­vorragendes Ziel für feindliche Abwehrgeschüße, er ist ver­hältnismäßig schwerfällig und zum Transport größerer Truppenteile nicht geeignet.

Der offene Kriechtank dagegen würde der Infanterie eine bedeutend größere Beweglichkeit geben. Da er auch auf der Landstraße zu verwenden ist, könnte er auch als Transport­

mittel dienen.

Politische Untreue

Der alte österreichische General Josef Karel, ehemals Ad­jutant des Kaisers Franz Joseph , strengte gegen seine Frau wegen politischer Untreue" einen Scheidungsprozeß an. Wir waren 35 Jahre verheiratet", erklärte der General, und meine Frau wußte genau, daß ich überzeugter Mon­archist bin. Aber sie beschimpft dauernd das Bildnis des ver­storbenen Kaisers Karl, das ich in meinem Hause in hohen Ehren halte. Doch das schlimmste ist, daß fie Nationalsozia= listin geworden ist und häufig gegen meinen Willen die Ber­sammlungen der Nazis besucht. Unter diesen Umständen werde ich in meinen Ueberzeugungen verletzt, und ich fürchte, daß die österreichische Regierung mir mein Ruhestandsgehalt entzieht." Die Wiener Richter erkannten die Wohlbegrün­detheit der Klage des K. K. Eradiutanten an und erklärten

die Ehe durch Verschulden von Frau Karel für geschie= den. Es besteht nun feine Gefahr mehr, daß dem General seine Pension entzogen wird.

Mexiko kämpit gegen den Alkohol

Der Kampf, den die Regierung gegen den Alkohol führt, gewinnt, wie das Unterrichtsministerium im El Maestro Rural" mitteilt, immer größere Ausdehnung, aber seine Erfolge sind bei weitem noch nicht befriedigend, da die mei­sten Bewohner des Landes alten Gewohnheiten treu bleiben, die noch aus der vorrevolutionären Epoche stammen. So ist diese Frage für Merifo ernster als für die meisten an­deren Länder. Im Jahre 1927 gab es noch 95 000 Unterneh= mungen, die alkoholische Getränke in kleinen Mengen ab­gaben, davon allein 4956 im Bereich der Bundeshauptstadt. Im Jahre 1928 erzeugte das Land 300 Millionen Liter alfo­holischer Getränke, davon 185 Millionen Liter Pulf, 70 Millionen Liter Bier und 32 Millionen Piter Branntwein. Diese Riesenmenge Alkohol wurde restlos im Lande ver­braucht. Wenn wir für jede Schule im Jahre 1934 fünf Kneipen haben, so heißt es am Schlusse, dann ist es nicht verwunderlich, daß unsere junge Generation einen so hohen Prozentsaz von entarteten Menschen aufweist.

Die Toten des Paradies

Neuyort, 12. Dez. Nach den jüngsten Meldungen besteht jetzt über die Vorgänge auf den Galapagos- Juse.n ziemli.ge Klarheit. Neben den Leichen von Lorenz und Nuggerund wurde auch noch die Leiche des schwarzen Tieners der beiden Männer gefunden. Sie waren, wie Kapitän Allan Hancock mitteilt, von der Baronin Wagner von der Charles- Insel vertrieben worden und sind dann nach einer rrfahrt auf der Marchena- Insel verdurst et. Hancock gab weiter be­kannt, daß Dr. Ritter am 21. November auf der Charles­Insel einem Herzschlag erlegen sei. Die Baronin Wagner sei seit dem 5. Juli mit einem ehemaligen Angestellten ihres früheren Pariser Modesalons, namens Philippsohn, von der Charles- Insel verschwunden.