Cinzelpreis 20 Pfennig 3. Jahrgang

Sonntag, den 15. Jebruar 1920

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Der Berugspreis beträgt bei reier Zustellung ins Faus für Groß- Berlin 4.50 m., bei

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Die freibeit erid eini morgens und nachmittags, an Sonne und feftagen nur morgens

direktem Postbezug monati 5.15 m, bei Juftellung unter Streitband für Deutschland 2.- M, fürs Ausland 8.- m, per Brief 13 m.

Redaktion und Expedition: Beriin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 111, Ternsprecher: Umi Norden 2895 und 2896.

Nr.34/ A 19 Morgen- Ausgabe

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greiheit

Berliner Organ

der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Die Antwortnote der Alliierten.

Die Pflicht der Regierung. Entgegenlommen an Deutschland .

fügen Fönnen, in dem gesagt werde, daß die milbe Anwendung der Klauseln hinsichtlich der Bestrafung Deutschlands fein Recht

gäbe, daraus zu folgern, daß nun auch die anderen Kapitel de

Friebensvertrages lag angewendet würden.

Die Nachricht wird verbreitet, die englische Regierung Nach einer Weldung aus Baris ist am Freitag die Ant. beantrage im Botschaft: rrat der Alliierten, in der Ausliefe- wartaste ber Alliierten auf den am 25. Januar ge­Am Freitag hat Millerand die Vertreter der franzöfifchen rungsfrage feine weiteren Schritte zu unternehmen und machten deutschen Borschlag fertiggestellt und nach Berlin telegra Breffe empfangen und ihnen zu der Kohlennote mitgeteilt, durch periönliche Verhandlungen in Berlin den Standpunkt pbisch übermittelt worden. Im Matin" wird über ihren Inhalt bak Deutschland eine Kohlenschuld an Frankreich habe, die jest der deutschen Regierung fennen zu lernen. Es fci, so heißt berichtet, baß die Antwort gegenüber Deutschland eine Unter von der franzöfifchen Regierung reklamiert worden fet. Die Urheber es weiter, schon heute sicher, daß sich die Entente mit einer fcheidung& useftehe zwischen den Bersonen, die die Urheber angebrohte Berlängerung der Offupation intereffiere ficher Untersuchung der Schuldfrage, die Deutschland vom sewiffer Sandlungen find, und denen, die nur eine mehr Frankreichs Alliierte und Frankreich hätte, im Falle es bazu Reichsgericht in Leipzig vornehmen lassen fönne, allgemeinere Berantwortung haben, bie man als eine moralische femme, fich mit ihnen zu verständigen. Auf die Frage des Bera bezeichnen könne. Die Note werde die Auslieferung der leyten treters ber Action Liberale", ob die franzöfifche Regierung, ins einverstanden erklären werde. Wir geben diese Meldung mit allem Vorbehalt wieder. categorie nicht verlangen, jedoch sehr energif auf ber bem fie biefe Note nach Berlin gesandt habe, mit den anderen Auslieferung der ersteren bestehen. Die Note werde Besonders ihr zweiter Teil erscheint uns einstweilen durch iebenfalls auch eine Bemerkung enthalten, daß es sich bei dem Ent- millerand: Ich habe als Chef der franzöfifchen unglaubhaft, da die Telegramme aus Frankreich ihm in feder Beziehung widersprechen. Sie bejagen u. a., daß der etwa der deutschen Regierung gestalten werde, nunmehr auch Millerand für den Fall der Nichterfüllung des Vertrages die anderen Vertragsklauseln zu verlegen. Es handele sich hier mit ftrengen Strafmaßnahmen gegen Deutschland drohe und um einen ifplierten Ball, bei dem die Alliierten Nachholt, in ber gefagt wurde, daß die deutsche Regierung eine nicht die Einstellung der Rüdtransporte der Kriegsgefange aiebigkeit geigten, um den Friedenszustand in Eurova su formelle Note überfandt habe, worin fie es ablehnt, die geforderten sches Gericht zu ziehen. Offiziös wurde dazu von deutscher Seite

aus

gegenkommen nicht um einen Präsebensfall handle,

Mächten einig gewesen wäre, antwortete Ministerpräsident Regierung gehandelt, aber als nichts anderes. Durch diese Mitteilungen wird eine Reutermeldung über.

nen, die Sperrung der Lebensmittelzufuhren und die fasern und um es Deutschland su gestatten, eine Hera innerer Berfonen auszuliefern und fid) erbötig macht, fie vor ein beute ftrenge Abichließung zwischen dem bejezten und dem un Beruhigung einzuleiten.

bejetten Deutschland denke. Im Echo de Paris" wird in creinstimmung bamit mit.| mitgeteilt, daß bie Nachricht in dieser Form unrichtig fei. Die Immerhin fann es als feststehend gelten, daß sich in geteilt, baß das von den beutigen Ministern vor Reichsregierung halte allerdings an bem in ihrer Note vom England eine ständig an Stärke zunehmende Strömung geflagene Verfahren unic: gewiffen Vorbehalten hin- 25. Januar dargelegten Standpunkt mit aller Bestimmtheit feft; gegen das unbedingte Festhalten an der Auslieferungsforde fichtlich einiger Abänderungen, die das Gerechtigkeitswerk ficher- fie fei bereit, Berbrecher in Deutschland zu bestrafen, halte abes tung zum mindesten in ihrem bisherigen Umfange bemerf- Rellen follten, angenommen werde. Man mache eine ihre Auslieferung an frembe Gerichte für unmöglich. Die Ne. bar macht. Das ging ja auch aus den in den letzten Tagen unterscheidung zwischen den Staatsmännern und den Militärs, sierung habe jedoch keine Beranlaffung gehabt, dies in einer Note im Parlament geführten Debatten hervor. Man sucht nach bie theoretisch verantwortlich seien, und den Untergeordneten, die nochmals zum Ausdrud zu bringen, da zunächst bie in Aussicht einem Stompromiß, und man würde eine Berständigung dem mitgearbeitet hätten. Ministerpräsident Millerand habe gerettet, gestellte Antwort der Entente auf die beutsche Note vow offenen Sonjlift vorziehen.

Für diese versöhnlichere Saltung gibt es mancherlei

Gründe, Da ist zunächst die Rücksicht auf die Arbeiter­

bartei, die gegen die Auslieferung opponiert. Der von

was er retten konnte, und er habe einen Say in ble Note ein. 25. Januar abzuwarten fei.

wirtschaftlichen Forderung wächst. Für die französische Ne.| geredyt zu werden. Ueber allen anderen Stücksichten flehen Bünden Rechnung zu tragen. Die allgemeinen Neu- publik aber bedeutete der Verzicht auf die Entschädigungen amei unerbittliche Notwendigkeiten: die Schuldigen find zu wahlen sind nicht mehr fern, und man weiß, daß sie, ab- den ökonomischen Nuin. Das Volk würde jählings aus bestrafen und das deutsche Volk ist vor dem Elend zu be Rejelyen von den Broblemen der Sozialisierung und der dem Siegesrausch geriffen, in dem es heute noch glaubt. wahren, das mit Sicherheit hereinbrechen muß, wenn die tulischen Frage, unter dem Zeichen der Auseinandersetzung daß Deutschland alles bezahlen werde, und auch die Aus- deutschen Machihaber frivol genug sind, es bei dieser We legenheit auf eine Straftprobe ankommen au balfen.

werden.

Lloyd George möchte den Arbeitern nicht

über den Friedensvertrag und seine Durchführbarkeit stehen tintsuheinischen Teiles würde foum bemrbigend wirken. noch mehr Waffen in die Hand geben, als sie ohnehin schon einem großen Entgegenkommen der Alliierten sprechen,

beiten.

Die Anklagen gegen Hindenburg und

Ludendorff.

Die Auslieferung des Generalfeldmarschalls Son Hindenburg

wo: fen.

Es wäre deshalb verfehlt, den Meldungen, die von Außerdem aber ist man verstimmt über den Umfang allzu große Bedeutung beizumeffen, und nichts würde ver­hängnisvoller sein, als wenn sich die Regierung durch sie der französischen Liste, vielleicht auch über die nicht ganz ge- bestimmen ließe, nun etwa den Rüden noch steifer an ringe Pahl von Fällen, in denen die der Anflage beigegebene machen. Es erwächst ihr im Gegenteil die doppeltel erideint. Gavidhtiger mögen noch die allgemeinen poli- flicht, ihren guten Willen zur Vertrags- wird fowohl von Lelgien wie von Frankreich gefordert. In der tischen Erwägungen sein, die sich an die tatsäch. erfüllung zu betonen, und wenn die Auslieferung belgischen Liste steht er unter dem Nummer 97 und es wirk die Allierten unbeuajam an ihrem Standpunkt feft, dann anderen Weg zu beschreiten, auf dem die Verbrecher zur 1816 erlaffene algemeine Unordnung der Deportation vonges müssen, wenn ihr Verlangen unerfüllt bleibt, Repressalien Berantwortung gezogen werden können. ergriffen werden, und von diesen Repreffalien fann sich Sie soll sich nicht auf die Rundgebungen aus nationa­England für fich keinerlei Vorteil versprechen. Eine wei- liftischen Kreisen berufen, sie soll wissen, daß die Arbeiter, Lubendorff genannt und beide gehören zu den Personen ber noch mehr die Aussicht auf den Eingang der durch den Ber - gesehen haben, was jetzt die Grundlage für die Anflagen find für die fyftematischen Verwüstungen, Blünde. bhag austedungenen Entidadigungssummen und zerstört der Entente bildet, über die Schuld und die Schuldigen rungen und Zerstörungen aller Art und für die verk bollfränbig Die Wöglichkeit einer Wiederaufnahme von San- wesentlich anders denten als jene Elemente, die an der brecherischen Deportationen im befekten Frankreich , besonders delsbeziehungen, an denen auch England intereffiert ist. Eine Auslieferungsfrage den Kampf für die restlose Wieder in den Departements der Cise, ber Comme und der Aisne , bei ehwaige Annexion der Rheinproving, die Frankreich vor herstellung des alten Systems entfachen wollen. Sie wen- dem Nüdaug der deutschen& rmee auf die Hindenburg- Linie in sdebt, würde Großbritannien nichts nugen, sondern nur den fich nicht mit Refolutionen an den Steichspräsidenten, Februar und März 1917". den französischen Verbündeten in einem in London für be aber sie geben in ihren Werkstätten sowohl wie in ihren dentlich gehaltenen Grade stärfen.

allem

Die

Stimmung in Paris ist eine ganz andere. Bor dürfen wir nicht vergeffen, daß Frankreich unnittel

Bersammlungen deutlich genug ihre Meinung zu verstehen. Sie empfinden es als eine Schmach, daß Personen, denen Schandtaton nachgesagt werden, wie sie das der deutschen

In der französischen Lifte wird er aufammen ni

Angeführt wird u. a. ein Intervies, bas im Berlines Tageblatt" bom 22. November 1914 wiedergegeben war. Hinden burg hatte sich damals dahin geäußert, daß es svar beklagens­wert sei, wenn Frankreich leide, daß man den Strieg aber nicht

bar unter den Greueln der deutschen Invasion gelitten hat. Regierung überreichte Dokument enthält, aus Angst vor mit Sentimentalität führen könne. Je erbarmungsloser der weit mehr am Herzen als außer Belgien - den übrigen worden find. Die Erwägungen über die moralische Berech fo fchweller zum Ende führe. Shu liegt ganz naturgemäß die Bestrafung der Schuldigen den Schreiern auf der Rechben noch nicht vor Gericht gezogen Krieg sei, um so menschlicher sei er in Wirklichkeit, da er um Alliierten. Es ist französisches Land, das der fürchterlichtigung des Vorgehens der Sieger treten in den Hinter­

Die die Pariser Regierung beeinflussen. Sie muß auch an die Zukunft denfen, und die Frage drängt sich ihr auf, was

Es werden dann eine ganze Reihe von Zeugnissen für die Gebietes angeführt. Es wird baran erinnert, wie nicht nur Wohnhäuser, Kirchen und Fabriken vernichtet wurden, sondern wie man auch alle Obstbäume niederlegte und das Wasser der Brunnen durch Hineinwerfen von Treojot, von Pferdeleichen und Dünger ungenießbar machte. Ausbrüdlich wird hinzugefügt, bas

ften Berwüstung anheimfiel, es sind die Bewohner Front- grund vor dem Gedanken, daß auch ohne Rüdsicht auf die fürchterlichen Zerstörungen des bei dem Rüdaug aufgegebenen reich, die unter der brutalen Unmenschlichkeit der Eroberer Bertragspflichten schon längst gegen die Angeklagten und Gelitten haben. Verdächtigen mit aller Schärfe hätte vorgegangen werden Aber es sind nicht nur diese sehr begreiflichen Gefühle, müffen. Sind die Aliierten geneigt, fich iezt noch mit einem vor deutschen Gerichten zufrieden zu geben, dann wenn die Enterte bei den Auslieferungsparagraphen fich haben wir trog allen Weißtrauens, das uns durch die Er- j die deutsche Bresse jener Zeit diese Verbrechen verherrlicht habe. men, dann droht dem ganzen Gebäude Gefahr, und je mehr beigebracht ist, feinen Grund zu widersprechen. Begnügen der für das Berliner Tageblatt" schrieb, und Karl Rosner , nachgiebig zeigt. Wird dieser Stein aus der Mauer genom- fahrung des bepten Jahres gegen die deutsche Stechtarflege Bei Kriegsberichterstatter werden zitiert: Georg Quert, der Eindruck ervedt wird, daß Deutschland hier seinen sie sich aber damit nicht, so ist es Sache der Regierung, auf der Mitarbeiter des Berliner Lolalanzeigers". Sillen durdgefeht habe, un fo mehr muß Frankreich be- jede Liebedienerei vor unseren Nationalisten zu verzichten

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Belle- Allianc J.1469. Kopp 230, Gorman ordec 3795

Ferner werden die Generale Hindenburg und Ludendorff

fürden, bag fein Widerstand auch gegen die Erfüllung der und nichts unterfucbt au laffen, den Ansprüchen der Geaner BEACH GE Praanifierung der Binilarheiterbataillone