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Donnerstag, den 29. April 1920

Nummer 150 Morgen- Ausgabı

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greiheit

Berliner Organ

Der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands

Feiert den 1. Mai!

Was bedeutet uns der 1. Mai?

Ein Tag der Ruhe, ein Tag der Freude, ein Tag der Rückschau und des Ausblicks.

Wir feiern dieses Fest nicht, um an ihm mit schönen Worten zu verkünden, wie herrlich weit wir es gebracht haben, sondern uns in einem Augenblick der Ruhe darüber flar zu werden, wie viel noch zu tun ist, bis wir an unser Ziel gelangt find.

Unser Ziel, der Sozialismus! In den Novembertagen des Jahres 1918 hatte sich das Bürgertum vor dem sich gewaltig aufredenden Riesen Pro­

Mörder und Lockspißet.

Die politische Verlumpung der Deutschnationalen. Wir berichteten fürzlich über die gewaltsame Spren gung der Techniker- Bersammlung, die am 15. April in der Fragen völlig allein steht. Die Arbeiterschaft Union- Brauerei" stattfand. Der Eindrud war allgemein, muß sich auch immer und immer wieder klar daß es sich um ein planmäßiges Vorgehen der neugegrün darüber sein, daß es bei innerpolitischen beten kommunistischen Arbeiterpartei handelte. Nun ves ämpfen, die uns gegebenenfalls in gleiche Marschlinie öffentlicht der Kurier", das Organ des Transportarbeiter die Abwehr eines erneuten reaktionären Butiches, für sie mit dem demokratischen" Bürgertum bringen, also etwa Berbandes, folgenden Brief: keinerlei innere oder äußere Verbindung Bürgerbund Heimatschub. mit dem Bürgertum geben kann. Für Deutsch­ lands Zukunft fommt als neuschöpferisches Element nur die Arbeiterklasse in Frage. Sie wird mit dem deutschen Pfahlbürgertum ebenjo abzurechnen haben, wie worten auf unsere letthin geführte Unterhaltung eingehe. Ich mit den Monarchisten und Militaristen.

Berlin , den 16. April 1920 Sehr geehrter Herr Geheimrat! Gestatten Sie, daß ich auf diesem Weg noch mit einiges

letariat feige verkrochen. Damals schon glaubte mander Schreibweise des Berliner Tageblatt": Es glossiert in seiner und aus den Berichten entnommen haben, daß mein Blan fich

unter uns: Unser die Welt!

Wie verlottert die bürgerliche Demokratie ist, zeigt die nehme an, daß auch Sie gewisse Zeitungen vom Freitag verfolgt hat. Seitdem ist es dem kapitalistischen Bürgertum gelungen, Stultusminister Haenisch und droht diesem an, daß er wegen wurde, muß in allen ähnlichen Fällen verfahren gestrigen Abendausgabe unsere Auseinandersetzung mit dem So wie in der Versammlung der Techniker vorgegangen eine Stellung nach der anderen zurückzuerobern. Und nun seiner Verbeugung nach links notwendig das Bertrauen werden. Unsere Aufgabe kann und darf keine andere sein, als hofft es so weit zu sein, daß es das Proletariat auherrschen nach der anderen Seite verlieren müsse". Das Blatt beruft die auf dem Wee des Friedens bfindlichen feindlichen Brüder fann: Was soll euch die Maifeier? Arbeitet und sich dabei auf die Demokratie, in der der Wille der unter allen Umständen auseinander zu bringen und den größten betet, damit der kapitalistische Bauch gedeihe! Mehrheit zu gelten habe, der nicht auf dem Verordnungs Wirrwarr in ihren Reihen anzurichten. Immer deutlicher acigt es sich, wie das kapitalistische wege durchtreuzt werden dürfe. Bürgertum sich gegen die Arbeiterschaft sammelt. Immer Sollte dem Berliner Tageblatt" etwa unbekannt sein, mehr verschwinden die Gegensäte zwischen den einzelnen daß die Arbeiterschaft, die sich den 1. Mai zum Feſt wirtschaftlichen und politischen Gruppen der Bourgeoisie. Boltes darstellt und daß die Ablehnung des gesetzlichen tag enwählt hat, die überwiegende Mehrheit des Einig ist sie jetzt schon in dem Streben, die Forderungen der Maifeiertages jedem demokratischen Empfinden ins Gesicht Arbeiterklasse nach Verwirklichung des Sozialismus zu verschlägt? Oder stellt das Berliner Tageblatt" das Mehr hindern.

Solche

Herr Geheimrat! Unsere Stoßtrupps haben ganz vor züglich gearbeitet, und man muß schon selbst an Ort und Stelle gewesen sein, um sich ein Bild von dem geschickten Ope. war, haben sofort große Teile von Versammlungsbesuchern rieren machen zu können. Nachdem der beabsichtigte Krach da fluchtartig den Saal verlassen, und ich selbst habe mich durch Unterredung mit den Leuten davon überzeugen heitsvotum einer berärgerten, unfähigen, zwischen wider- tönnen, daß sie von dem größten Abscheu solcher Zu­Nun, Proletariat, zeige am 1. Mai, daß noch ungebrochen streitenden politischen Erwägungen taumelnden bürgerlichen jam menfunft ergriffen sind und nie und nimmer solchen die alte, die revolutionäre Kraft in dir lebt! Parlamentsvertretung als geheiligtes Faktum der Demo- Einladungen Folge leiften würden, in der sie ihres Lebens Die Kraft, die trotz alledem die Welt für den Sozialismus fratie" bin? Haeniich hat nichts anderes oder vielmehr noch nicht sicher find. Der Erfolg ist damit gegeben und das von erobern wird! nicht einmal soviel als der belgische Justizminister Vander- uns gesteckte Biel fachlich erreicht. Hervorheben will ich noch Der 1. Mai muß ein Bekenntnistag für die Forderungen belde getan, der für das Bereich seines Ministeriums und besonders, daß sich unsere Leute in der Nelle extremer Kommu Der 1. Mai muß ein Bekenntnistag für die Forderungen alle ihm unterstellten Beamten den 1. Mai als gesetzlichen nisten sehr gut benommen haben und von den waschechten wenig der Arbeiterklasse werden. Sekt den geschlossenen Wider- Feiertag bestimmte, der durch Arbeitsruhe zu begehen ist. zu unterscheiden waren. stand des kapitalistischen Bürgertums den gewaltigen und das geschieht in dem monarchischen Belgien . Im Lande Nachdem die Geschichte im Gange war, konnten sich unsere Aufmarsch der werftätigen Bevölkerung, der der bollendeten Demokratie" aber gilt viel weniger schon geute geschickt zurückziehen und den Wilbkommunisten das wei­Armee der Arbeit entgegen! als Verlegung der Demokratie. tere überlassen, die dann die weitere Zerstörung bis zur Neige Feiert den 1. Mai! Die Arbeiterschaft muß den 1. Mai zu einer getal- besorgt haben. tigen Rundgebung gestalten. Sie muß dem demo- Herr Geheimrat! Auf eine möchte ich bei dieser Gelegenheit fratischen" Bürgertum erneut beweisen, daß sie auf Barla- noch aufmerksam machen, nämlich, daß wir neben den kommuni­Die Politik der Pfahlbürger. mentsbewilligungen pfeift und sich ihre Rechte erischen auch eine Anzahl.- S.- B.- Redner heranbilden müssen. tämpf. Dieser Maitag muß eine Heerschau werden der bei. Es tönnen sich Verhältnisse ergeben, wo nur diese Richtung ins Das deutsche Bürgertum ist unverbefferlich in seiner den Mächte, die in der Gegenwart um die Zukunft ringen! Treffen an siden ist, und da müssen unsere Leute beizeiten mit politischen Rüdgratlosigkeit und Feigheit. Alles, was sich Bourgeoisie und Proletariat! Der Maitag muß aber auch dem einschlägigen Material vertraut gemacht werden. in Deutschland an noch so geringen politischen und sozialen als flammender Auftakt zum Wahlkampf Fälle werben hauptsächlich außerhalb Berlins in Frage kommen, Nejormen vollzogen hat und vollzieht, wird vom Bürger- gefeiert werden. Die Wahlen werden dem deutschen und da gerade die Einigungsbestrebungen außerhalb weit stärker tum unter stetem Druck der Verhältnisse, mit Bittern und Bürgertum beweisen, daß die Arbeiterklasse Deutschlands sich find, so wird dort besonders einzusehen sein, um ein Abtreiben Bagen, mit Ach und Weh, hingenommen. Dem deutschen nicht mehr von demokratischen und nationalen Phrafen ein mit Gefolg zu bewirken. Ich schlage daher vor, daß alle angeb Bürgertum fehlt jede vorausschauende, großzügige Linie in fangen läßt, sondern daß sie die Feigheit und die reaktionäre lichen Sünden der S. P. D. schnellstens zn sammeln und zus seiner Politik. Es offenbart die ganze fleinliche Borniert- Gesinnung des deutschen Bürgertums voll erfannt bat. Der sammenzustellen sind und unseren Leuten zugänglich zu machen. heit, die eigensinnige Stammespolitik, den Grenzpfahlgeist, maitag als Heerschau, der Wahltag als Ab- An Hand von Beispielen muß ihnen begreiflich gemacht werden, die das Erbe des partikularistisch zerflüfteten vormärzlichen rechnung: so wird die deutsche Arbeiterklasse der Bour- wie die verschiedenen Situationen ergriffen und ausgenutzt wer­Deutschlands find. Das deutsche Bürgertum hat seine revo- rechnung: das wird die Quittung der Arbeiterklaffe sein, den können. Herr Geheimrat! In solchem gesammelten lutionäre Auftballung von 1848 schnell vergeffen, so wie Material steckt füffiges Benzin, und mit Leichtigkeit kann durch man sich einer Jugendsünde entledigt, und hat sich nach solches Hineinwerfen der größte Brand entfackt werden, der an­1871 willig der Knute der Junker und Militärs gebeugt. Arbeiter! Man sucht in der Zeit von 1871 bis zum Weltkrieg und der schüttern. Dadurch erlangen wir die folgerichtige Absicht, anstatt Revolution vergeblich nach einer politischen Großtat des Aus allen Gauen kommen herzzerreißende Hilferufe. Eine neue gewaltige Elendstelle flutet über Deutschland ! Einigung einen tosenden und brodelnden Orkan. deutschen Bürgertums. Herr Geheimrat, nun noch ein paar Worte zum Schluß: Wir Die erste Wirkung dieser die tische Bürgertum, ganz besonders deshalb, weil von den werk. Die unterzeichneten Vereinigungen stehen nunmehr einig Die Bedenten, die bei einigen Ihrer Herren noch bestanden, Alles das gilt auch für das sogenannte demofraeinigung aller Parteien und Gewerkschaften in dem großen Gilfs, brauchen noch weiteres, und das ist Geld! Unser Unternehmen reichlich finanziert werden. Demokraten ein Aufwandan Worten über den Neu- hinter der Unterstähungskommission der Berliner Arbeiterschaft. müssen in Anbetracht des Ernstes der Zeit schwinden. Es muß aufbau der deutschen Republik gebraucht wird, zu dem die Es wird nunmehr unsere Hauptaufgabe sein, die Amnestic Taten in frassem Widerspruch stehen. Die deutschen und die Unterſtügung der Hinterbliebenen von seiten bes Reiches Demokraten, die während des Kapp- Putiches die Arbeiter zu erzwingen. schaft zum Kampfe aufriefen, die in den Tagen der Gefahr Doch bis dahin gilt es, die bitterste Not der Hunderte von bedingungslos zugaben, daß nur die geschlossene Abwehr witwen , der Tausenden von Waisen und die ungeheure Zahl der der Arbeiterschaft der Kappiade ein Ende machen könne, die Inhaftierten und ihrer Familien zu lindern. Darum appellieren jelben Demokraten haben nun der Arbeiterschaft ihre Dan- wir ernent an Eure so oft und glänzend bewiesene Solidarität. fesschuld" abgetragen. Ein jeder sei eingebent, daß ihm dasselbe Schicksal wider­Die Ablehnung der Bezahlung der Generalstreiftage fahren kann und handle darum gegenüber jenen Unglüdlichen so, und die Ablehnung der Festiebung des 1. Mai als Volfs- wie er wünschte, daß jeder handele, wenn er einer der Unglüd­feiertag, das sind nicht nur zwei Zeichen der naufrich- lichen wäre. Der Brief zeigt, wie weit die politische Vere tigkeit und Sinterbältigkeit des deutschen Bür- Listen sind erhältlich bei allen Gewerkschaften und bei Adolf lumpung in Deutschland vorgeschritten iſt. Die gertums, sondern das sind zwei Tatsachen von hoher Baer. Manteuffelstraße 72. Alle Vertrauensleute sind ver- deutsch nationalen Kreise, die Edelsten und politischer Bedeutung. Sie zeigen deutlicher und pflichtet, Listen zu holen und schneilstens abzurechnen. eindringlicher als alle Neden und Manifestationen, daß das Auf zur praktischen Solidarität! deutche Bürgertum nichts eingebüßt hat von seiner poli- Die Unterstütungskommission der Groß- Berliner Arbeiterschaft. tischen Faltlosigkeit, und daß es selbst durch den Schmelz­tiegel der Revolution ohne jede Verändernng geht.

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Diese Tatsache führt dem Proletariat erneut bor Hugen, daß es in feinem Stampf in allen entscheidenden

Angestellte! Beamte! getan it, evil. bestehende Ginigungsbestrebungen sofort zu er

Die Gewerkschaftskommissien. Die Afa. Soziale Kommission der Groß- Berliner Ortsvereine der Bereinigung der deutschen Gewerkvereine( E. B.) Detskartell des deutschen Beamtenbunden,

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den Herren flargemacht werden, daß, wenn unser Plan gelingt, er in seiner Wirkung weit höher zu bewerten ist, als das Unter­nehmen von K. und P. im März d. J. Ich glaube nicht fehl zugehen, wenn ich die Soffnung ausspreche, daß Sie in Ihren Kreisen nochmals meinen Vorschlag eingehend diskutieren und

das Unternehmen finanziell unterstüben. In diesem Sinne verbleibe ich mit borzüglicher Hochachtung Ihr v. Th.

Besten" der Nation, find ordinäre Lockspikel und politische Betrüger geworden. Hand in Hand mit den Offizieren, die alles daran seken, um einen Bürgerkrieg zu entfesseln, juchen Sie auf jede Weise die Arbeiterschaft untereinander zu verheben und zu politischen Abenteuern zu verleiten. Offi­aiell jeben fie in ihren Versammlungen und in ihren Sei