Für unsere Kinder

Nr. 14 o oooooo Beilage zur Gleichheit ooooooo 1915

affen.

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Der

Inhaltsverzeichnis: Frühlingsdämmerung. Von| gelehrt, sie als eine Vorstufe unserer eigenen Eichendorff.( Gedicht.) Etwas über Menschen- Entwicklung zu betrachten. Dank diesen For­Der Wind. Märchen von Karl Ewald. schungen können wir uns ein ziemlich flares Von Kindern. Von G. Keller.( Gedicht.) Bild von den frühesten und einfachsten Formen Wie die Alten fungen... Von Rübezahl . Tanzbär. Von Fritz. Ochsengeschichte. Von gesellschaftlichen Zusammenlebens und Nah­Alfred Huggenberger.( Gedicht.) rungserwerbs machen. Ausgrabungen uralter Knochenreste haben uns ferner gelehrt, daß der Urmensch" auch äußerlich, vor allem im Schädelbau sich vom heutigen Durchschnitts­menschen noch wesentlich unterschied.

Frühlingsdämmerung.

In der stillen pracht

In allen frischen Büschen und Bäumen Flüstert's wie Träumen

Die ganze Nacht.

Denn über den mondbeglänzten Ländern mit langen weißen Gewändern Biehen die schlanken

Wolkenfrau'n wie geheime Gedanken, Senden von den Felsenwänden Hinab die behenden

Frühlingsgesellen, die hellen Waldquellen, Die's unten bestellen

An die duft'gen Tiefen,

Die gerne noch schliefen.

"

Der Ausdruck Urmensch" ist nicht ganz richtig. Schon der niederste menschliche Typus, den wir, sei es bei den noch heute existierenden Wilden", sei es durch Ausgrabungen, kennen lernten, hat seine Vorgeschichte, die sicher nach Hunderttausenden von Jahren zählt. Während dieser unermeßlich langen Zeiträume hat sich das Säugetier Mensch von den ihm nächst verwandten Vierhändern abgesondert, die auf­rechte Haltung angenommen, mit den ersten artikulierten Lauten einen ganz bestimmten Sinn verbunden und den Gebrauch von Holz und Stein als Waffe oder Werkzeug erlernt.

nun wiegen und neigen in ahnendem Schweigen Mit alledem hat der Mensch die geistige über­

Sich alle so eigen

Mit ähren und Zweigen,

Erzählen's den Winden,

Die durch die blühenden Linden

Vorüber den grasenden Rehen

Säuselnd über die Seen gehen,

Daß die Niren verschlafen auftauchen

Und fragen,

Was sie so lieblich hauchen-

Wer mag es wohl sagen?

000

Eichendorff.

Etwas über Menschenaffen. Die Wissenschaft hat längst den Beweis er­bracht, daß die Menschen nicht, wie uns in alten Schöpfungssagen berichtet wird, eines schönen Tags von irgend einem Gotte fix und fertig auf die grüne Erde gestellt worden sind. Sie hat gezeigt, daß die Menschen wie alle übrigen Lebewesen sich im Laufe von Jahr­tausenden entwickelt haben, aus tierischen An­fängen bis zur Höhe der heutigen Kultur. Die Völkerkunde hat uns mit der Lebensweise und den Anschauungen ganz tiefstehender Rassen und Volksstämme bekannt gemacht und uns

legenheit seiner Gattung über alle anderen Tiere in unbewußter Arbeit vieler Geschlechter vorbereitet.

Aus dieser Vorzeit des Menschen sind uns feine nennenswerten Spuren erhalten. Wir tönnen uns nur eine ungefähre Vorstellung jener Entwicklungsstufe machen durch das Studium der geistigen Fähigkeiten und der Lebensgewohnheiten einiger großen Affenarten, deren Menschenähnlichkeit flar zutage tritt. Ist die Lehre wahr, die behauptet, daß auch der Mensch aus affenähnlichem Zustand sich empor­entwickelt hat, so müssen beim Schimpansen, Gorilla, Orang und Gibbon sich umgekehrt auch einige Reime menschenähnlicher Eigen­schaften finden. Natürlich kommen die dres­sierten Tiere nicht in Betracht, die wir in zoologischen Gärten und Zirkussen zu Gesicht bekommen. Daß ein Affe Radfahren lernt, fich aus- und anzieht, aus einer Tasse trinkt und sich eines Nachttopfes bedient, ist kein Beweis menschenähnlicher Anlagen. Das ist Dressur, nicht Natur.

Um für unsere Zwecke etwas zu erkennen, müssen wir die Möglichkeit haben, diese inter­effanten Tiere in ungezwungener Freiheit zu