Organe von Mädchen übertragen, um in diesen Organen eine Auf­zucht" der Eitererreger zu erzielen"!!

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Dr. K. Menge, Assistent der kgl. Universitäts- Frauenklinik in Leipzig , berichtet( in der Deutschen Med. Wochenschr." 1894, Nr. 46 bis 48) außer über mehrere ähnliche Versuche auch über 80 Ver­suche an 35 Frauen, denen er, nachdem sie etwa vierzehn Tage vor­her die lebensgefährliche Operation des Bauchschnittes durchgemacht, Eiter in ihre Organe einrieb! Er schreibt darüber: Die Staphylo fokken( Bakterien) hatte ich frisch aus einer akut vereiterten Bruſt­drüse rein gewonnen, die Streptokokken stammten aus den Lochien ( Wochenfluß) von Wöchnerinnen mit Puerperalfieber( Kindbettfieber) und aus dem eiterigen Exsudat einer an akuter Peritonitis( Bauch­fellentzündung) verstorbenen Patientin, aus deren Bauchhöhleninhalt ich unmittelbar post mortum Kulturen anlegte. Der Virulenzgrad ( Stärkegrad) der verwendeten Bakterien und ihre Lebensfrische ließen also kaum etwas zu wünschen übrig." Und weiter: 3weitens sprechen mit Sicherheit gegen Doederleins Anschauung die Versuche, welche ich in der Scheide von neugeborenen Mädchen unmittelbar post partum ( nach der Entbindung) angestellt habe. Leider verfüge ich nur über drei derartige Versuche; die Kinder wurden, ohne gebadet zu sein, sofort nach der Geburt in sterile Tücher gehüllt und im Laboratorium zu den Versuchen verwendet."

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,, Große Mengen Staphylofoffen" wurden dabei den Körpern der neugeborenen Mädchen einverleibt. Dr. B. Krönig, ebenfalls Assistent der Leipziger kgl. Universitäts- Frauenklinik, hat an 82 Frauen, die ihrer Entbindung entgegengingen, gleichfalls" Versuche" gemacht, deren Zweck es war, durch Uebertragung von Eiterkulturen in die Genitalorgane Eiterungen zu erzeugen!( Deutsche Med. Wochenschr." 1894, Nr. 43.)

4. Aus einer Universitäts - Ohrenklinik.

In der königlichen Universitäts - Ohrenklinit in Halle a. S. hat Dr. Schimmelbusch, den das Wesen der Furunkel 2c. ,, wissenschaftlich" interessirte, einem zehnjährigen Knaben, der an Blutvergiftung hoff­nungslos" darniederlag, eine Eiterkultur aus dem Ohrfurunkel eines Mädchens auf die linke Wade eingerieben( frottirend ungefähr fünf Minuten, so daß nachher die betreffende Hautstelle zwar geröthet, aber nirgends verlegt erschienen sei"[ Archiv für Ohrenheilkunde", 1888, S. 254 ff.]). Am nächsten Morgen zeigten sich gegen fünfzehn Pusteln(!) auf markstückgroßer Hautfläche. Der Knabe, über dessen hoffnungslosen" Zustand sich der Arzt glücklich wieder einmal ge­täuscht hatte, erholte sich wieder! Eine der Pusteln vergrößerte sich mehr und mehr und es entstand aus ihr ein regelrechter Furunfel! Der Knabe starb nach einigen Wochen!! Zur selben Zeit hat der­selbe Experimentator die ganze Eiterkulturmenge" einem achtzehn­jährigen Kranken eingerieben, der ebenfalls an schwerer Blutvergiftung lag. Ueber fünfzig Pusteln sind am nächsten Morgen aufgegangen. Am Mittag, 24 Stunden nach der Einreibung, ist der Patient ge­storben!! und zwar anscheinend zur großen Ueberraschung und Ent­täuschung des Experimentators. Er schreibt: Es kam also hier über die Anfangsstadien der Furunkelbildung nicht heraus", während er auf eine weitere Bildung gerechnet hatte.

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Zur näheren Beleuchtung: Daß Karbunkel eine der quälendsten, oft tödtlichen Krankheiten ist, wissen wohl auch die meisten Laien, kaum aber, daß, nach Dr. Schimmelbuschs eigener Ansicht, die In­ofulatur( Einimpfung) einmal zur Pustel, dann zum Furunkel und zum mächtigen Karbunkel führt"." Es ist die Menge von infizirendem Pilzmaterial von entschiedener Bedeutung." Die Einreibung der ,, erbsengroßen" Menge hatte einen regelrechten Furunkel erzeugt. Was hätte die ganze Menge" bei dem zweiten Kranten erzeugt? Viel­leicht einen Karbunkel? ein neues qualvolles, eventuell todtbringendes Leiden zu den übrigen? und absichtlich und künstlich erzeugt durch den Arzt, der ihm helfen sollte?

5. Aus einem Findelhaus.

Dr. Janson in Stockholm berichtete in einem Vortrag( 12. Mai 1891) über seine Versuche, schwarzes Blatterngift einzuimpfen: Viel­leicht hätte ich zuerst an Thieren Versuche anstellen sollen, die geeig­netsten jedoch, nämlich Kälber, waren der Kosten wegen schwer zu beschaffen und zu unterhalten, weshalb ich mit gütiger Erlaubniß des Oberarztes Professor Medin meine Experimente an Kindern im allgemeinen Findelhause begann."

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Vierzehn Kinder wurden Tag für Tag" geimpft bis Wirkung eintrat, die Versuche im Ganzen ein Jahr lang fortgesetzt. Aus ver­schiedenen Gründen" brach der Experimentator dann plötzlich die Versuche ab und experimentirte an Kälbern. Das erste Kalb mußte bereits zu Anfang des Versuchs wegen eingetretener Diarrhoe ge= schlachtet werden."( Siehe die Brechdurchfälle der Münchener Arbeiter­kinder!) Auch diese Thierversuche wurden eingestellt ,, und zwar haupt­

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sächlich darum, weil ich nicht glaubte, daß ich ohne allzuviele Ex­perimente an das gesteckte Ziel kommen würde, und überdies waren die Versuchsthiere recht theuer."(!!)

Die Experimente an den gratis gelieferten Kindern dagegen waren nur unterbrochen, mit dem Vorsatz, dieselben bei Gelegenheit von Neuem wieder aufzunehmen."(!!)

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6. Aus einer Kinderklinik.

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Ein Professor der Kinderheilkunde( sic!), Dr. Epstein in Prag , hat von dem an Spulwürmern reichen Koth eines Kindes ein Stück genommen, in ihm eine gut entwickelte Spulwurmbrut gezüchtet und mit dieser Kothwurmkultur Fütterungs"- Versuche an wurmfreien Kindern gemacht, indem er ihnen diesen Koth mit Würmern in weißem Syrup zu essen gab!! Versuchskinder" waren u. a. ein 1/2 Jahre altes Mädchen, ein 3 Monate altes Brustkind(!), drei franke, aber absolut wurmfreie Kinder in der Klinik, von 41/2 und 6 Jahren!! Die drei letzteren wurden am 28. Januar 1891 gefüttert". Am 12. und 24. April waren bei zwei Kindern ,, die Eier in mehreren Stuhlpräparaten so massenhaft, wie ich dies sonst niemals beob achtet habe". Am 25. begann bei dem einen Versuchskinde( Setina) die Abtreibung durch Santonin!- Ricinusölmischung, beim zweiten ,, von Haus aus schwächlichen Kind( Jelen) erst vier Wochen später, ,, da ich dieselben( die Wurmeier) noch weiter wachsen lassen wollte". ,, Das Kind fam dabei ziemlich herab, der Zustand besserte sich erst, als eine größere Menge der Spulwürmer abgetrieben war." Bis zum 18. Juli waren nach viermal Santoninmischung dem Kind Setina 22 Spulwürmer( 13 bis 26 Zentimeter lang) abgetrieben, bis zum 18. September nach sechzehnmal Santonin dem Kind Jelen 79 Würmer ( 13 bis 28 Zentimeter lang), die Fäces des dritten früher ent­lassenen Kindes enthielten am 20. Juni massenhaft Ascariseier." , Aus meinen Versuchen zu schließen, ist es auch leichter, die Spulwürmer herbeizuführen, als sie dann vollends aus dem Körper zu schaffen." Jedenfalls dürfte bei ähnlichen Fütterungsversuchen (!! also ist dies nicht etwa ein Einzelfall!) eine größere Vorsicht ge­boten und eine Ueberlastung des Versuchsobjekts durch eine allzugroße Anzahl von Spulwürmern zu vermeiden sein."

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Um dieses Experiment vollauf zu würdigen, muß man wissen, daß durch Spulwürmer schon Todesfälle verursacht sind und daß Santonin, wodurch die, von einem Kinderarzt" künstlich und absicht­lich gezüchtete Wurmmenge aus den kleinen Kinderkörpern wieder beseitigt werden sollte, ein Gift ist, von dem u. a. Notnagel sagt: ,, man müßte bei ihm der Möglichkeit einer giftigen Einwirkung wohl gewärtig sein"; Professor Binz : diese Symptome können bei Kindern

besonders von blutarmer Konstitution( siehe das von Haus aus schwächliche" Versuchskind, dem es sechzehnmal gegeben wurde), unter Krämpfen einen tödtlichen Ausgang nehmen"; Professor Schmiede­berg: daß Santonin bei Kindern zu Vergiftungen Veranlassung gegeben"; Professor R. Böhm: Bei Kindern ist große Vorsicht zu empfehlen."(!!)

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Genug der Qualen.

Von Klara Müller.

" Ich ging mit dir durch alles Elends Tiefen, Geknechtet Volk, durch einen Pfuhl der Schmach; Die Stimmen hört' ich, die nach Freiheit riefen, Und meine Seele hallte zitternd nach. Ich schlief mit dir in deiner Armuth Hütten, In die kein Mondlicht mild verklärend scheint, All' deinen Jammer hab' ich durchgelitten, All' deine Thränen hab' ich mitgeweint!"

Ich frohnt' wie du dem Sausen der Maschine Im grauen Tagewerk voll Staub und Dunst; Mit deinen Töchtern ging ich, daß ich diene, Um trocken Brot verkauft' ich Geist und Gunst! Ich ballt' die Faust und doch: das Joch zu tragen Beugt' ich die Stirne vor des Schicksals Fluch Und deine Zähne hört' ich knirschend schlagen Und knirscht' mit dir ein trotziges: Genug!"

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Genug des Knechtthums und genug der Qualen! Der Gott des Zorns, den deine Sehnsucht träumt, Geht durch die Welt. Und wenn aus seinen Schalen Der erste Tropfen brausend überschäumt,

Dann weh dem Götzen, der auf ehrnen Achsen Das Feld zerstampft, von deinem Schweiß beträuft: Aus deinen Thränen wird die Sturmfluth wachsen, Die seine goldne Herrlichkeit ersäuft!