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Die Gleichheit
erhebliche Aufbesserung zu machen, um einen Ausgleich mit ben übrigen Fabrikanten herbeizuführen. Das ist bitter, und die meisten Fabrikanten bereuen ihre Dummheit längst, sie können aber heute nicht mehr zurück, und die Firma Faber hat dadurch die Sicherheit, daß ihr Absatzgebiet von den übrigen Firmen nicht bedroht wird. Neben der Firma Faber sind es die Gebrüder Schwanhäußer, die einer Einigung besonders hinderlich find, Leute, die, weil ihr Vater über die nötigen Mittel verfügte, studieren konnten und dann in Sozialpolitik dilettierten, aber nur solange dieses Steckenpferd nichts tostete. Sobald die Arbeiter darauf drängten, diese sozialpolitischen Ansichten zu realisieren, mauserten sich die Sozialpolitiker" sehr bald zu Scharfmachern, und heute verteidigen sie nicht allein den eigenen Profit, sondern auch denjenigen der Firma Faber mit allen, auch den schäbigsten Mitteln. Und gerade sie sind es, die den Ruin der Nürnberger Bleistiftindustrie prophezeien, im Falle, daß die Forderungen der Arbeiter bewilligt werden sollten. Wie es in Wirklichkeit damit aussieht, beweist der Geschäftsbericht der Firma Faber für 1909/10, dem zu entnehmen ist, daß, wenn auch diesmal wieder troh höherer Rohstoffpreise und gestiegener Arbeiterlöhne" ein befriedigendes Ergebnis erzielt wurde, dies dem erreichten höheren Umsatz, und zwar hauptsächlich in den feineren Sorten, zu verdanken sei. Der Betriebsgewinn betrug 831 215 Mt.( i. B. 861 720 Mt.). Einschließlich 56456 Mt.( 68218 Mt.) Vortrag ergibt sich ein Reingewinn von 613 136 m.( 656097 Mt.) zur folgenden Verwendung: Sonderrücklage für Mutationsgebühren 2000 ML. ( 2000 Mt.), Sonderrücklage II 20000 t.( 50000 Mt.), Gewinn anteile 47500 wt.( 47 640 mt.), Beamtenunterstützungsbestand 10000 mt.( 10000 Mt.), Arbeiterunterstützungsbestand 0( 10000 ML.), 15 Prozent Dividende 480000 Mt.( wie i. V.) auf 8,2 Millionen Mark Attienkapital und 53635 Mt. Vortrag auf neue Rechnung. Der Schaden des Kampfes kommt zum Teil schon im Betriebsgewinn zum Ausdruck. Wenn die Firma trotzdem neben den Rüd lagen usw. noch 15 Prozent Dividende verteilen konnte, ist sie auch in der Lage, die bescheidenen Forderungen der Arbeiter zu be willigen, um so mehr als sie beabsichtigt, eine Preiskonvention zu schaffen und die Abnehmer zu schröpfen. Da die übrigen Betriebe fich nicht in Händen von Aktiengesellschaften befinden, ist ihr Ges winn nicht in der Öffentlichkeit bekannt, er ist aber zum mindesten wie nicht niedriger wie bei Faber, wo die Schar der Beamten der Volksmund behauptet mit Rücksicht auf das Verwandtschaftsverhältnis im Verhältnis zur Größe des Betriebs eine überaus große sein soll. Es steht außer allem Zweifel, daß die Forderungen der Arbeiter sehr wohl bewilligt werden können, ohne die Kon kurrenzfähigkeit der Nürnberger Fabriken dadurch zu unterbinden. Allein die Fabrikanten wollen den Arbeitern keine Zugeständnisse machen, das haben die Verhandlungen, die in den letzten Wochen ftattfanden, zur Genüge bewiesen. Der Kampf wird also weiter gehen, weil es die Fabrikanten nicht anders wollen, und die Arbeiterinnen und Arbeiter dieser Industrie werden ihn, wie bisher, mit Mut und Ausdauer führen, bis der Erfolg auf ihrer Seite ift. Die Proletarier Deutschlands beglückwünschen die mutigen Kämpfer und insbesondere die Arbeiterinnen zu ihrer glänzenden Disziplin und wünschen ihnen von ganzem Herzen einen vollen Erfolg. gb.
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Genossenschaftliche Rundschau.
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In der zweiten Septemberwoche tagte in Hamburg der achte Kongreß des Internationalen Genossenschaftsbundes. Der Bund wurde im Jahre 1895 in London gegründet. Über seine Zwecke und Ziele herrschten in der ersten Zeit ziemlich zerfahrene Meinungen; die Gründer waren sich darüber nichts weniger als flar. Utopische, rückständige Vorstellungen über das Wesen der Genossenschaften im allgemeinen und ihren Einfluß auf die ökono mischen Verhältnisse des bürgerlichen Staates machten sich vielfach geltend, und die äußerst verschiedenartigen Auffassungen der Ver treter der einzelnen Genossenschaftsarten erzeugten viele innere Differenzen. Es trat hier noch viel deutlicher als innerhalb der nationalen Grenzen der einzelnen Länder zutage, daß es ganz un möglich ist, alle Genossenschaften und Genossenschaftsarten auf die Dauer unter einen Hut zu bringen. Sehr zutreffend schrieb vor furzem das Organ des Zentralverbandes der österreichischen Konsum vereine über die Entwicklung des Internationalen Genossenschafts. bundes: Als der Bund gegründet wurde und 1896 in Paris seine ersten Statuten erhielt, stand für die Mehrzahl der am Inter nationalen Genossenschaftsbund interessierten Personen und Ges nossenschaften die Propaganda für die Gewinnbeteiligung im Vordergrund. Die Kreise, aus denen die Jdee, einen internationalen Bund ins Leben zu rufen, hervorgegangen war, huldigten der Ansicht, daß die Anerkennung und Anwendung des Gewinnbeteiligungs.
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prinzips jebe Genossenschaft erst zu einer solchen mache. Nach der damals vorherrschenden Ansicht sollten durch das Gen offenschaftswesen vor allem Kapital und Arbeit miteinander versöhnt und in Harmonie gesetzt werden, und das glaubte man durch die Beteiligung der Angestellten der Genossenschaften an ihren Gewinnen erreichen zu können. Dementsprechend sollte sich auch der Inters nationale Genossenschaftsbund nicht nur auf die Förderung des Genossenschaftswesens beschränken, sondern auch für die Einführung bes Gewinnbeteiligungssystems in privaten Unternehmungen Propa ganda machen, überhaupt die Entlohnungsmethoden der Beamten und Arbeiter zu studieren und die öffentliche Meinung für alle Maßregeln zu gewinnen suchen, die die Interessen von Kapital und Arbeit zu verknüpfen geeignet seien. Die Entwicklung des Ges nossenschaftswesens hat in den seither verflossenen Jahren sehr beutlich gezeigt, daß sie nicht dahin strebt, das Gewinnbeteiligungsprinzip zu ihrem Hauptgrundsatz zu machen. Im Gegenteil, die Bahl der Anhänger dieses Prinzips hat sich im Internationalen Genossenschaftsbund zusehends verringert, dagegen bilden die Ges nossenschafter heute die große Mehrheit, die die Gewinnbeteiligung theoretisch ablehnen und praktisch nicht anwenden. Seit dem Jahre 1902 hat im Internationalen Genossenschaftsbund die Propaganda für die Gewinnbeteiligung und die damit verwandte Copartnershipidee gänzlich aufgehört, und auch die Anschauung, daß Kapital und Arbeit durch die Genossenschaft versöhnt würden, dürfte nur noch in wenigen Köpfen zu finden sein. Da die Ausbeutung der Arbeit im Wesen des Kapitals und der kapitalistischen Wirtschaftsordnung liegt, so kann von einer Versöhnung der Arbeit mit dem Kapital überhaupt keine Rede sein."
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Zurzeit ist der Internationale Genossenschaftsbund eigentlich nur noch ein Bund von Konsumvereinen. Und daß man in Ham burg diesen von allen Seiten anerkannten Zustand nicht auch formell - durch Namen und Statuten festgelegt hat, ist eigentlich nicht recht konfequent. Man wollte jedoch in Rücksicht auf die besonders gearteten Verhältnisse mancher Länder anderen Genossenschaften den Eintritt in den Bund nicht unmöglich machen. Es wurde aber darauf hingewiesen, daß dieser Zustand, der wahrscheinlich nur ein Übergangsstadium sein wird, nicht dazu führen dürfe, die Konsumvereine in ihrer Bewegungsfreiheit zu hemmen und ihre Entwic lungsmöglichkeiten zu beschränken. Es wurde das schon deshalb als felbstverständlich angesehen, da die Leitung des Bundes in der großen Mehrzahl in den Händen der Vertreter von Konsumvereinen liegt. Auf dem Budapester Kongreß im Jahre 1904 trat die Verschiedenheit der Auffassungen hinsichtlich des Genossenschaftswesens zwischen der starken Gruppe der Konsumgenossenschaften und den Vertretern anderer Genossenschaftsarten hervor. Diese Differenzen führten zum Austritt des deutschen und österreichischen Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften aus dem Bunde. Die kleinbürgerlichen Anschauungen, die jene beiden Organisationen be herrschten, vertrugen sich nicht mehr mit der Betonung der sozialen Bedeutung des Genossenschaftswesens. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften, die erst geneigt schienen, dem Bunde beizutreten, sahen hiervon ab und gründeten einen internationalen landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband. Im Internationalen Bunde wurden die Konsumgenossenschaften ausschlaggebend, denen gegen über die noch vorhandenen Genossenschaften anderer Art nur eine geringe Bedeutung befizen. Wie die Geschichte des Bundes zeigt, verdankt er den Konsumvereinen die tatkräftigste Förderung seiner Bestrebungen. Es zeigte sich jedoch immer mehr, daß das Statut des Bundes in seiner ursprünglichen Form durchaus nicht mehr den Anforderungen entsprach, die an die Sagungen einer solchen Organisation zu stellen find. Schon auf dem Genossenschaftskongreß in Cremona im Jahre 1907 beabsichtigte man, eine Reorganisation des Statuts vorzunehmen. Verschiedene Umstände verhinderten die Ausführung des Planes, die Organe des Bundes wurden vielmehr damit beauftragt, für den nächsten Kongreß eine Statutenänderung vorzubereiten. Das ist denn auch geschehen. Der Hamburger inter nationale Genossenschaftskongreß hat ein neues Statut geschaffen, in dem zwar einige Paragraphen noch recht anfechtbar find, das aber im allgemeinen dem gegenwärtigen Zustand entspricht. Als Aufgaben des Bundes werden im neuen Statut festgesetzt: Propa ganda und Feststellung der genossenschaftlichen Grundsäße und Methoden, Ausbreitung des Genossenschaftswesens in allen Län dern, Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bundesgliedern, Ausbildung und Vereinheitlichung der genossenschaftlichen Statistit, Erteilung von Ausfünften und Förderung von Studien über Genossenschaftsfragen und Förderung von Handelsbezie hungen zwischen den genossenschaftlichen Organisationen der vers schiedenen Länder. Organe des Bundes sind der Kongreß, der Zentralvorstand, der leitende Ausschuß und der Generalsekretär.