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Die Gleichheit
Vertretung ist nur im Behinderungsfalle zulässig. Gewerbsmäßige Vertreter werden nicht zugelassen.
Der Vorsitzende hat eine gütliche Einigung zu versuchen und soll, soweit es ihm möglich ist, den Parteien Rechtsauskunft erteilen. Kommt eine Einigung nicht zustande, ist ein Schiedsspruch zu fällen.
Gegen den Schiedsspruch steht den Parteien binnen einer Woche die Beschwerde an die Beschwerdekommission zu. Wird nicht rechtzeitig Beschwerde eingelegt, so gilt der Schiedsspruch als angenommen.
Die Beschwerdekommission wird für den Bezirk des Ausschusses Groß- Berliner Arbeitsnachweise errichtet. Der Vorsitzende dieser Kommission und dessen Stellvertreter werden von dem Ausschuß Groß- Berliner Arbeitsnachweise ernannt. Der Beschwerdekommission gehören je zwei Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer an.
Ein
Die Beschwerdefommission fann von den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen in allen Streitigfeiten als Einigungsamt angerufen werden. Das Verfahren vor der Schlichtungskommission und vor der Veschwerdekommission ist für die Parteien kostenlos. Anspruch auf Zeugengebühren besteht nicht. Zweifellos werden auf diesem Wege viele Streitfälle eine Lösung finden. Es wäre zu wünschen, daß überall Hausfrauen- wie Hausangestelltenverbände auf die Schaffung solcher Schlichtungskommissionen drängten.
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Deutsche Arbeiterkinder nach Dänemark
Der Vorwärts" schreibt: Ende Juli wandten sich deutsche Parteigenossen an die dänischen Gewerkschaften und Parteiorganisationen mit der Bitte, deutschen Arbeiterkindern einen furzen Ferienaufenthalt in Dänemark zu verschaffen. Troß der kurzen verfügbaren Zeit wurde der Gedanke wieder aufgenommen und Aufrufe an die dänischen Parteiorganisationen versandt. Es stehen bereits eine große Anzahl Plätze zur Verfügung. Durch das Entgegenkommen des dänischen Justizministeriums wird die Paßfrage durch fulanteste Paßerteilung bereinfacht. Die Neijeausgaben in Dänemark werden von den dänischen Organisationen b stritten. Vor der Abreise werden die Kinder ärztlich unterfucht, gegen Unglücksfälle und gegen Krankheit auch in Dänemark versichert. Die Reise nach Dänemark erfolgt unter Aufsicht deutscher Parteigenossen, die Rückfehr unter Begleitung dänischer.
Rundschau
Der parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Ausdeckung der Schuld am Kriege hat sich am 21. August in Weimar konstituiert und wird am 23. September in Berlin zusammentreten. Drei Frauen gehören diesem Ausschuß an: Frau Dransfeldt( Sentrum) und die Genossinnen Pfülf und BohmSchuch.
Das Kartell der Auskunftsstellen für Frauenberufe, Berlin , dem 104 Berufsberatung ausübende Einrichtungen und Organisationen angeschlossen sind, veranstaltet am 20. und 21. September in Berlin im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Pots damer Str . 120, seine zweite ordentliche Ausschuß= situng. Auf der öffentlichen Versammlung am Sonnabend, den 20. September, fommen folgende Themen zur Verhandlung: 1. die behördliche Regelung der Berufsberatung, Berichterstatterin Fräulein Gertrud Knischewsky- Düsseldorf, Geschäftsführerin des Landesberufsamtes der Rheinproving; 2. die Sammlung von berufskundlichem und Anschauungsmaterial für Berufsberater und Natsuchende, Berichterstatterin Fräulein Edith Stillmann, Lejterin der weiblichen Abteilung der Zentrale für Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung in Hamburg . Lehrer und Lehrerin nen, Vertreter und Vertreterinnen von Organisationen, die sich mit der Berufsberatung der Jugend beschäftigen, von Berufsverbänden und Vereinen zur Hebung der Berufsbildung, von Arbeitsnachweisen, sowie sozialpolitisch interessierte Persönlichkeiten
Nr. 29
können Anmeldungen zur Teilnahme an der öf= fentlichen Versammlung an die Geschäftsstelle des Kar-. tells der Auskunftsstellen für Frauenberufe, Berlin NW. 23, Brückenallee 33, richten.
Gegenüberstellung der Lebensmittelpreise von 1914 und 1919.
Die ungeheure Verteuerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel, die von einem Sachkundigen in nachstehender Tabelle an= schaulich dargestellt wird, beweist wohl klar, daß die von den Arbeiter, Angestellten- und Beamtenorganisationen bisher errun genen Löhne und Gehälter noch nicht ausreichen, die enormen Steigerungen auszugleichen.
Angeführt sind diejenigen Artikel, die im Monat Juli 1919, in Ludwigshafen rationiert verteilt wurden, ferner Erjakartikel, die absolut zum Leben notwendig sind, aber keinen annähernden Ausgleich zum Lebensunterhalt gegenüber 1914 darstellen. Zugrundegelegt ist eine Haushaltung von 4 Köpfen. ( Die Preise beziehen sich auf die angegebene Gesamtmenge.)
4 Pfd. frisches Fleisch Ealzfleisch
4
"
72
Brot
"
6
Mehl
и
6
818
18
"
·
Buder.
Gerstengrüße
Gerstenfloden
Kunsthonig
Marmelade
8 Stüd Gier.
·
.
2 Pfd. Limburger Käse
3/4
1
8488
1914 1919
Mt.
Mt.
3,20
12,80
3,20
22,-
9,72 19,44
1,26 7,20
1,38
3,30
9
H
"
Zucker, Nachlieferung Mai- Juni. Haferflocken
1,84
4,40
0,20
0,00
Nudeln.
0,32
0,66
"
1
Gries
0,24
0,50
и
1
0,22
0,44
1
0,22
0,50
" f
6
2,40 4,80
"
7,20
23,40
0,56
2,16
0,96
2,50
Emmenthaler Käse
0,98
1,80
N
Gerstenkaffee
0,28
0,70
"
3,20
22,-
18
Н
Suppenmasse( Ersatz für Kartoffeln)
16,20
18
"
Reis( Erfaz für Kartoffeln)( 1914 120 Bfd.
Kartoffeln angenommen)
8,40
39,60
"
Bohnen( weil nötig zum Lebensunterhalt)
20,-
Erbsen("
20,-
"
"
" 1
Bohnenkaffee( im Jahre 1914)
•
2,-
Staffee- Ersatz(„
1919)
2,32
0,10
0,58
Zum Kochen unbedingt nötig:
0,40
1,12
0,20 1,08
0,05 0,80
0,11
0,45
0,10
0,80
0,25
1,25
0,60
8,50
0,50
.
1,50
0,72
9,-
3,- 12,-
0,80 3,20
54,61 267,90
50,- 65,-
15,-
75,-
100,-
•
5,- 15,-
88121
"
1 Balet Zichorie.
4 Pfd. Salz
2 Liter Essig 10 Gramm Gewürze 1½ Pfd. Zwiebeln. Suppengrünes Calat
12 Liter Salatöl
1
"
15
"
Frischobst..
1
Dürrobst.
17
2294 Pfd. Lebensmittel.
( Gibt pro Tag und Person 960 Gramm.)
Für Miete( 3 Zimmer und Küche) Schuhanschaffung und Reparaturen Beschaffung und Reparaturen an Kleidung u. Wäsche 18,- Brand und Licht. Seife und Waschmittel
Summa
·
2,- 12,- 144,61 584,90
Zu bemerken ist, daß bei der Berechnung der Preise für Schuhe und Kleidung die laufenden Reparaturen sowie Rücklagen für Neuanschaffung unbedingt notwendig sind. Noch nicht in Rech nung gestellt ist: Körperpflege, Vereins- und Verbandsbeiträge, Kranken- und Reichsversicherung, Trink- und Taschengelder, Theater, Sport, Tageszeitungen, Konzerte, Rauchmaterial, Milch für Kinder us; ferner Neuanschaffungen für Möbel, Hausund Küchengeräte, Bettwäsche u. dgl. mehr. Kakao, Tee, Schokolade, Nonfett, Zwiebac u. dgl. für Kinder fehlt.
Verantwortlich für die Redaktion: Frau Klara Bohm- Schuch. Druck: Vorwärts Buchdruckerei. Verlag: Buchhandlung Vorwärts Paul Singer. G. m. b. S., fämtlich in Berlin SW 68, Lindenstraße 3