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ungefär ein Pfund schwer sein mochte. Ferner hatte er ein Stück von der Gabel eines Rehgeweihes, das der Länge nach gespalten und ungefär 4 Zoll lang und 2 Zoll dick war. Die beiden Enden dieses Hornstücks waren abgeschliffen oder abgerieben und zwar in halbrunder Form. Als weitere Hülfsinstrumente zeigte er mir zwei Stangen von einem Hirschgeweih( Cariacus columbianus), deren Enden wie die bekannten, scharf zugespitzten, vier eckigen Feilen zugeschliffen waren. Eins dieser Enden war viel feiner zugespitzt wie das andere. Auch einige Stücke Eisendraht, die je in einem Holzheft staken und ebenfalls viereckig zugespißt waren, brachte er mit. Er sagte, daß er sich der letzteren Instrumente erst bediene, seit die weißen Leute im Lande seien und daß er sie bevorzuge, weil sie härter wären und nicht so oft geschliffen werden müßten, wie die Geweihstangen. Das Stück Obsidian nam er in die Hölung seiner linken Hand und packte zwischen Daumen und Zeigefinger derselben Hand das aufgespaltene, zuerst beschriebene Stück Rehhorn. Die eine scharfe Kante desselben kam gegen das Kopfende des Steins zu liegen und zwar so, daß von demselben von oben her ein viertel Zoll überstand. Das war nämlich die Dicke des Splitters, welchen er abzutreiben beabsichtigte. Dann nam er in die rechte Hand einen vom Wasser glattgespülten Stein, der ungefär ein Pfund wog und welchen er sich kurz vorher gesucht hatte und gab damit dem Rehhorn einen scharfen Schlag. Der erste Versuch mißlang. Ein Splitter wurde wol abgetrieben, aber derselbe wurde durch den Schlag in ganz kleine Bruchstücke zertrümmert. Con solulu wiederholte die Operation, indem er aber augenscheinlich das Rehhorn sorgfältiger packte und es fest gegen den Obsidian drückte. Ein Splitter von gewünschter Größe flog ab. Diesen Splitter faufte ich und instruirte ihn, einen andern abzuschlagen, aus welchem er dann die Pfeilspitze anfertigen sollte. Er wiederholte die Operation und war wieder erfolgreich und ich hege feinen Zweifel, daß er, wenige Fehlschläge ausgenommen, den ganzen Stein in wenigen Minuten in Splitter geschlagen haben würde, aus welchen sich Pfeilspizen, Messer und dergleichen anfertigen ließen. Die Form, welche diese Obsidiansplitter annemen, wenn sie abgeschlagen werden, ist gewönlich diejenige einer Speerspiße und manchmal können sie zu diesem Zwecke mit nur ganz leichter Nachhülfe gebraucht werden. Die Dicke des abzutreibenden Splitters hängt davon ab, ob man das Rehhorn in größerer oder geringerer Entfernung von dem Obsidian hält, wenn der Schlag gefürt wird. Consolulu setzte sich nun auf den Boden, und zwar so, daß er auf dem linken Fuß saß, wärend sein rechtes Bein ausgestreckt lag. Es ist das eine Position, wie sie auch oft von den Schneidern bei der Arbeit angenommen wird. Er legte dann auf der linken Handfläche ein Stück dickes, gutgegerbtes Rehleder, das augenscheinlich von dem Nackenstück eines Bocks genommen worden war. Dieses Lederstück war dick, aber weich und biegsam. Auf dasselbe legte er den Obsidiansplitter, welchen er mit den ersten drei Fingern derselben Hand sehr fest hielt. Den Ellenbogen legte er auf das linke Knie, wodurch der linke Arm und die Hand, welche den Splitter hielt, eine feste Stüße erhielt. In die rechte Hand nam er dann das größere der beiden Hirschhörner, welches, wie oben erwänt wurde, viereckig zugespitzt war, wie eine Feile und hielt es, wie ein Holzgraveur sein Stechinstrument hält. Er begann damit, die ausgerundeten Kanten des Splitters abzustoßen, so daß dieser geradkantig wurde. Wärend dieser Operation stützte er den Daumen der rechten Hand auf die äußerste Linie der linken Handfläche, sich so einen Ruhepunkt verschaffend. Die Spike des Hirschhorns wurde dann einen achtel Boll oder noch weniger von der Kante des Splitters entfernt aufgesezt und mit einem scharfen Druck niederwärts gepreßt. Auf diese Weise kann ein muschelförmiges Bruchstückchen, fast genau von der gewünschten Größe, abgedrückt werden. Die Spitze des Hirschhorns wird dann etwas weiter gesezt und dieselbe Operation wiederholt, bis
Winkelmann in seinem Beruf.( Schluß.) Seit 1751 Alberigo Graf von Archinto päpstlicher Nuntius am sächsischen Hofe. Derselbe trug sich mit dem Gedanken, einst selbst den Stul Petri zu besteigen, und um dazu eine höhere Qualifikation zu besigen, will er einen Convertiten( Bekehrten) mit nach Rom bringen. Er hört von den Wünschen W.'s, läßt ihm Andeutungen natürlich in ganz harmloser Weise machen und sucht durch glänzende Versprechungen dessen Neigung noch mehr anzufachen. Wenn. schwankt, so sucht ihm der schlaue Pfaffe einzureden, daß die Religion eigentlich Nebensache sei
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eine grade Kante hergestellt ist, was nur eine Zeit von wenigen Minuten in Anspruch nimmt. Die Kante war nun wol grade der Linie nach, aber in sich selber war sie doch zackig und ungleich, wie dies bei dem muschelförmigen Bruch nicht anders sein fann. Consolulu nam deshalb die Seite des Hirschhorns und rieb damit die rauhe Kante solange, bis sie ganz glatt und eben geworden war. Der Splitter wurde nun in der Handfläche etwas umgedreht, und das Abstoßen begann von neuem. Als diese Arbeit geschehen war, zeigte es sich, daß von beiden Seiten des Mittelpunktes des Splitters gleichviel abgenommen war. Wenn der Obsidiansplitter fest in der linken Hand gehalten und die Spize des Hirschhorns kräftig auf die Kante desselben gedrückt wird, dann ist der Effekt derselbe, als wie mit dem Schlag, der den Splitter von dem größeren Stück Obsidian trennte. Wärend er aber nicht immer sicher war, mit einem Schlag einen Splitter von einer größeren Steinmasse zu trennen, war er in dem Herausbrechen kleinerer Stücke durch das Hirschhorn seiner Sache vollständig gewiß. Stets brach er ein Stück von der Größe heraus, wie er es wünschte. Das weiche, dicke, biegsame Stück Rehleder, das er in der Hand hielt, schien keinen andern Zweck zu haben, als zu verhindern, daß die Hand von den unzäligen scharfen Zacken des Splitters verlezt würde. Als diese Manipulation sich dem Schlusse näherte, wante Consolulu mer Sorgfalt an und brach nur kleine Stücke heraus, allein der Vorgang blieb stets derselbe, ob nun kleinere oder größere Stücke herausgebrochen wurden. An der oberen Seite der Kante schien das ausgebrochene Stück niemals so groß zu sein, wie an der unteren Seite. Es wurde deshalb jede Kante zweimal überstochen, einmal von der oberen und einmal von der unteren Seite. Dann erst wurden die Ecken und Unebenheiten abgetrieben. Mit keiner Linie wurden die Kanten vorgezeichnet, sondern er besah sich nur öfter die Form und half bald hier, bald da nach, um die grade Linie herauszubringen. Die Form der Pfeilspizze ist die eines gleichschenkeligen Dreiecks. Wenn die Spize fertig ist, wird sie mit der Basis, das will sagen, mit dem Ende, das der Spize gegenüber ist, in ein Loch, das in das Ende eines hölzernen Schaftes gebort wurde, eingefürt und mit Rehsehnen sehr fest gebunden. Um die Pfeilspitze in dem Schaft sicherer befestigen zu können, wird ein Viertelzoll über der Basis der Pfeilspitze eine Rinne gefeilt, in welcher ein Teil der Sehnen zu liegen kommt. Dadurch wird auch bewirkt, daß die Sehnen den Pfeil verhindern, in einen Gegenstand einzudringen. Consolulu hielt die wolgeformte Pfeilspize zwischen dem Daumen und Zeigefinger der linken Hand, die Spize aufwärts, die Basis auf dem Rehleder in der Handfläche ruhend. Er nam dann in seine rechte Hand das kleinere der beiden Hirschhörner, das wol dieselbe Form hatte, wie das größere, das aber sehr fein zugespißt war. Er sezte die Spize auf die Stelle, wo er die Rinne eingraben wollte, und begann nun hin und her zu reiben. Feine Splitter flogen nach beiden Seiten fort, die Hirschhornspize grub sich immer tiefer in die Pfeilspiße ein, und nach wenigen Minuten war die Rinne fertig. Er prüfte nun zunächst sein Werk, indem er es gegen das Sonnenlicht hielt, und händigte mir dann die fertige Pfeilspige ein. Ich hatte wol auf die Zeit geachtet und berechnet, daß das Abschlagen der beiden Steinsplitter von dem Obsidianstück und das Bearbeiten eines derselben zu einer Pfeilspige genau 40 Minuten Zeit in Anspruch genommen hatte.
Diese Beobachtungen haben in einen dunklen, aber interessanten Teil der Altertumskunde überraschend helles Licht geworfen. Wie wir hier den Wintornindianer Consolulu arbeiten sahen, so oder änlich haben höchst warscheinlich alle unsere Vorfaren gearbeitet, vielleicht durch Jartausende, wärend deren sie sich im Steinzeitalter befanden, gleichviel, wo sie gesessen haben,- ob in den Urwäldern der deutschen Berge oder den Steppen des heutigen Rußlands , ob in dem Lande, das jezt Frankreich heißt, oder im malayischen Archipel.
und verspricht ihm eine Anstellung an der 300,000 Bände zählenden Bibliothek des Kardinals Passionei. Da er keine bestimmte Antwort betreffs des Gehalts empfängt und andererseits aber auch von Bünau gewarnt wird, so verzögert sich der auf anfang 1753 festgesetzte Uebertritt bis zum Juli 1754. Diese Zwischenzeit war für ihn eine Zeit innerer Pein, und er sucht sich, indem er alle erdenklichen Gründe anführt, vor sich und seinen Freunden zu entschuldigen. Hier mag nur eine Stelle aus einem Briefe Platz finden. ,, Gott und die Natur haben wollen einen Maler, einen großen Maler aus mir machen und beiden