zuweisende Leute,
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raffinirter Weise meist Familienväter, wie Sie richtig bemerkten, und diese Liste arbeitet sie herunter, und diese Liste arbeitet sie herunter, sobald sie es für nöthig hält, wieder einmal einen Schreckschuß abzugeben, und glaubt dadurch die Genossen von jeder politischen Thätigkeit zurückzuscheuchen. Gänzlich vergebliche Mühe natürlich! Was indessen die infame Perfidie, welche in solchem Benehmen liegt, nicht vermindert!
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Magdeburg , 15. November. Am 10. Dezember ist die Ersazwahl für den früheren Reichstagsabgeordneten von Unruh, der im Sommer d. J. in richtiger Erkenntniß, daß er sich politisch gründlich abgewirthschaftet, sein Mandat niederlegte. Vier Kandidaten find aufgestellt worden oder werden aufgestellt werden. Von nationalliberaler Seite der„ Geschichtsschreiber" v. Sybel, von fortschrittlicher ein unbekannter„ Direktor" Büchtemann in Berlin ; die Konservativen werden sicher Jemand aufstellen, den man vorläufig noch mit einem? anführen muß. Wir aber stellen den Kammergerichtsreferendar a. D. Viered auf, der bor ca. 3 Jahren in Folge des Belagerungszustances aus Berlin ausgewiesen wurde und gegenwärtig in Leipzig wohnt. Vierec hat sich s. 3. in Berlin um unsere Sache durch große Rührig feit in der Agitation und durch redaktionelle Thätigkeit an der berbotenen Berliner Freien Presse" verdient gemacht. Da wir schon im Jahre 1877, als Bracke kandidirte, mit den Nationalliberalen in die engere Wahl kamen, dann im folgenden Jahre gleich beim ersten Wahlgange 6300 Stimmen erhielten, so ist die Wahl unseres Kandidaten durchaus nicht aussichtslos, obgleich der hiesige Polizeipräsident ganz besonders erklärt hat, er würde mit aller Kraft gegen die Kandidatur Viered's wirken. Das beste Zeugniß, welches unserem Kandidaten ausgestellt werden konnte! Zur Wahlagitation aber gehören auch Geldmittel; eine Adresse hier in Magdeburg , an welche Gelder für die bevorstehende Wahl zu senden sind, mag ich nicht angeben, da sie sonst vielleicht einer wenn auch ungeseßlichen, Konfiskation verfallen würden. Teßhalb ist es gut, die betreffenden Gelder an bekannte Adresser, mit Angabe des Zwedes in einem besonderen Briefe, zu senden. Aui solchem Wege werden die gesammelten Beträge dann schon in die Hände der hiesigen Genoſſen und zur geeigneten Verwendung gelangen. Beschleunigung der Sammlungen und Einsendungen thut noth!
Dresden , 11. November. Ein Jahr ist in's Land ge gangen seit der großen Sozialistenvertilgung, welche mittelst der Attentats Lügen und Schurkereien vorbereitet und in gesetzlicher" Form in Szene gesetzt wurde. Wenn das Sozialistengesetz annähernd so wirkungsvoll sich erwiesen hätte, wie seine Schöpfer erwarteten, so müßten in Sachsen , dem„ Heerde des Sozialis:
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mus", seine Wirkungen furchtbar gewesen sein und das ganze gesellschaftliche Leben des Arbeiterstandes umgestaltet haben. Aber gerabe hier zeigt sich die ganze Ohnmacht folcher Gewaltmittel, deren einziger Erfolg ist, die Regierung, welche sie anwendet, der Lächerlichkeit preis zu geben. Es geht hier Alles wie ehemals seinen Gang, die sozialen Fragen werden diskutirt- wenn auch nicht mehr in parlamentarischer Form unter polizeilicher Ueberwachung, die Bewegung im Volte wächst und neue Anhänger werden für den Sozialismus täglich geworben und gewonnen. Die besten Agitatoren: das soziale Elend des Volkes und der Uebermuth der Herrschenden, der mit Phrasen oder mit Gewalt. thaten jedem Nothschrei der Ausgebeuteten begegnet, arbeiten raftlos für uns, und unser industriereiches, von der Krise durchwühltes Ländchen bietet ihnen ein nur zu reiches Agitationsfeld. Das Volk hat in der Zeit der Noth längst erkennen gelernt, daß alle arbeiterfreundlichen Versprechungen, die man machte, als man die Kraft jedes einzelnen Arbeiters nicht entbehren konnte Lügen waren, denn selbst in Staatswerkstätten wirft man Arbeiter ohne Rücksicht auf's Pflaster, gleichviel ob es Familienväter sind, deren Kinder nach Brod schreien, oder ob es Greise sind, für die es nirgend mehr Beschäftigung und Unterkommen giebt, nachdem sie das Mark ihrer Knochen im Dienste des Ka pitals aufgebraucht haben. Dies trägt mehr zur Erkenntniß der Klassenlage des Proletariats bei, als tausend„ aufreizende" Reden es könnten. Was nun für die Vollstrecker des Sozialistengesetzes noch übrig bleibt, die Polizeibütteleien, die schamlosen Attentate, welche durch Ausweisung 2c. gegen einzelne Familien verübt wer den, und ähnlicher Unfug, heilt weber soziale Uebel, noch unter: drückt es die Mahnung zur sozialen Befreiung, im Gegentheil, es ist
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liche Organisation verdanken die Bauschreiner hauptsächlich dem jetzigen Vorsteher der Gewerkschaft, Gen. Carl Forsberg, zugleich eine der besten Stützen unserer Partei Seit Anfang der Bewegung hat er darin einen hervorragenden Platz eingenommen und mehrere wichtige Posten bekleidet. Er ist auch einer unserer besten Redner.
leute sind Abonnenten der Freiheit" gewesen, aber bei der Haus:| schaft die imposante Zahl von 700 Mitgliedern. Ihre vortreff suchung hat man nicht alle Eremplare vorgefunden( sie waren auf der Post gestohlen worden), deshalb sind die Abonnenten der Verbreitung" verdächtig und stehen unter Anklage. Näch stens ist öffentliche Verhandlung in dieser Sache. So macht man hier gegen die Sozialdemokratie Prozesse! Damit ist jedoch die Polizei noch nicht zufrieden, si: schnüffelt auch nach geheimen Verbindungen", denn sie merkt: wir sind stramm organi sirt. Wenn Mittags eine Losung ausgegeben wird, stehen Abends mehrere hundert Mann bereit, dem Rufe zu folgen. So
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jagten wir vor einiger Zeit die Fortschrittler auseinander, als sie in öffentlicher Versammlung unter dem Schuß des Sozialisten gefeßes Demagogie treiben wollten; so erschien am Sonnabend vor acht Tagen die Sozialdemokratie in starker Majorität in der Versammlung der Dresdner Judenhezer, und gebot den Aposteln Stöckers Schweigen, so daß die Herrchen schleunigst ihre Versamm lung schlossen nnd nach Hause flüchteten. Aber unsere Organisation ist keine auflösbare, auch keine geheime Sie besteht in dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, welches gerade durch das Sozialistengesetz wunderbar gestärkt worden ist. Die Verfolgten schließen sich enger aneinander und Bismard hat vergessen, ihre gegenseitige Freundschaft mit unter die Vereine" zu zählen, deren Auflösung im Interesse des preuBischen Kasernenstaates eine Nothwendigkeit ist. Wie wär's mit einem Versuch? Wir wollten es darauf ankommen lassen!
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Reutlingen , 5. November. Als Charakteristik unserer „ demokratischen" Partei, die ja besonders hier mit ihrem Schlagwort vo„ Volks: und Arbeiterfreundlichkeit" unzählige Schäflein tödert, mag folgende recht hübsche Episode dienen. Bei dem Prozeße Walz in Tübingen fungirte als Vertheidiger Walz' der hochpopuläre feuerrothe Payer II., oder in Vertretung dieses Mannes aus dem Volke" sein Associe Herr Kapp auch ein Demokrat. Weil nun Payer- der auch zweimal in parla mentarischen Sitproben machte dem armen Manne goldne Berge versprach, von Volkswohl, auch von Republik einmal phan tafirte, gegen Steuern und Zölle, Pfaffen und Soldaten seinen Papierdegen zog, den Liberalen und ihrem Haupt chreier dahier, der Payers Zunge sehr nahe kommt, dem Lokal Preß- Lasker Karl Rupp gnädigst einen Fußtritt gab und auch gegen Otto von Varzin ein Fäustchen ballte, so zog unsere Partei eben von zwei Uebeln das kleinere vor und gab diesem Demokraten ihre Stimme. Bei dem Prozesse Walz hat uns nun der Volksmann Bayer ſeinen Dank für unsere Bundesgenossenschaft abgestattet. Er, der Advokat mit großem Vermögen, sandte dem armen Tucharbeiter Walz, der bei jeder Wahl für die Prinzipien der
Sozialdemokratie und also der Demokratie überhaupt, und ebenso für Payers Kanditatur erfolgreich agitirte, für die Ver theidigungsrede von 10 Minuten die unglaubliche Rechnung von 79 schreibe neun und siebzig Mark!!! Man hätte doch erwarten sollen, daß der Kandidat und zweimalige Abgeordnete der demokratischen Partei seine Deklamation von„ Liebe zum Volk, zu den Bebrückten, den Armen"(!) ehrlicher in die Wirklichkeit übersehen würde, zumal wenn man die sehr wohl habenden Verhältnisse des reichen und berühmten" Advokaten einerseits und die Noth, den Kampf, mit dem der arme Familienvater sich durch sein„ Dasein" schlägt, andererseits erwägt.- Aber nun weg mit der Larve dieser Demokraten, die das arme Volk belügen und verführen, die es zu ihrem Börsenwucher benüßen, und dann das Benütte in Noth und Elene jagen. Wahrlich, man möchte, wenn man wählen sollte, sich lieber für einen rich tigen Pfaffen oder Junker, bei dem man doch gleich weiß, wie man daran ist, entscheiden, als für solch einen„ Demokraten "!
Was unser Parteileben betrifft, so ist leider nicht viel Gutes zu verkünden, sintemal der Schwabe sich ja viel lieber in Sauerfraut und Späßle als in die Politik versenkt und am liebsten ohne viel Kopfzerbrechen Alles gehen läßt, wie es eben geht, b. h. wie es die politischen und ökonomischen Herrscher woller. Gewiß ist der schwäbische Volksstamm ein lebenskräftiger und voll gesunder, ursprünglicher Kraft; aber er muß erst erwachen. Heute aber schläft er noch und wo man hin sieht in Schwaben , gewahrt man diese Schläfrigkeit. Ja sogar die sonst doch überall sehr rührige Polizei ist von dieser Nationalleidenschaft angestedt. Der schwäbische Schandarm" frägt im Allgemeinen nach den„ Sozenaldemokratern" noch sehr wenig, denn das sind ihm
ſelbſt eine eindringliche Mahnung, es reizt und erbittert die Kämpfer! böhmische Dörfer und sein Lebenszweck ist lediglich, Sonntags
So stehen auch in Dresden die Parteiverhältnisse vortrefflich. An Stelle der ausgewiesenen Redakteure Vollmar, Kayser u. s. w., gegen welche die blinde Wuth unserer Büttel einen Trumpf ausspielen zu müssen glaubte, um uns die Führer zu nehmen, sind die sozialistischen Landtagsabgeordneten hier anwesend, die theils erst in neueſter Zeit trop Zensus, Sozialistengesetz und grober Gesezesverletzung durch Behörden siegreich aus der Wahl hervor: gingen. Die Tribüne des Landtags ersetzt ihnen die umgestürzten Volksversammlungstribünen, denn von dieser aus werden sie zum gesammten sächsischen Volke sprechen. Daran ändert nichts das Wüthen der Polizei, welches trotz seiner Plumpheit oft recht possirlich anzuschauen ist. Taß man zwei Tage vor der letzten Landtagswahl die von Sozialisten redigirte„ Dresdner Presse" auf Grund des für solche dumme Streiche brauchbaren Sozialistengesetzes berbot, ist bekannt, aber die Logik der Verbotsbegründung verdient für alle Zeiten angenagelt zu werden:„ Da die ,, Dresdner Presse" die französische Nation eine freiere, also kultivirtere Nation im Gegensatz zu der deutschen genannt hat, und damit jeden: falls versteckt die Pariser Kommune meint, die lettere aber um: stürzlerische Tendenzen vertrat, so ist das Zutagetreten kommunistischer, auf den Umsturz 2c. gerichteter Bestrebungen des Blattes erwiesen und dasselbe zu verbieten." Diese Begründung" liegt jetzt der Reichskommission zur Entscheidung vor, und wir sind gespannt, durch welchen humoristischen Kommentar fie die Bestätigung vollziehen wird.
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Außerdem hat man einen großen Sozialistenprozeß gegen hie sige Sozialisten arrangirt, der von einem rüden Streber, dem Polizeikommissar Paul, mit Massenhaussuchungen und Verhaftungen begonnen wurde, und dessen Anklage folgendermaßen be= gründet ist: Schlüter hat von auswärts Schriften für die Expedition empfangen, welche später verboten wurden. Daher muß er sie nach dem Verbot noch verbreitet haben! Mar Regel war Redakteur des Blattes, dessen Expedition Schlüter führte, und daher ist anzunehmen, daß er dasselbe gethan hat, wie jener, denn daß zwischen Redaktion und Expedition ein Unterschied bestehe, ist eine unglaubhafte Ausrede". Einige Kauf
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wie ein Fleischerhund um die Kirche zu streichen und Dienstmädchen zu arretiren, die er während des„ Gottesdienstes" mit einem Korbe betrifft, auch Sonntags Abends den löbl. Gemeind rath aus den verschiedenen Gossen und Lachen zusammenzulesen und ins Bett zu transportiren. Dies ein Bild der schwäbischen Hermandad, wie sie hier in Reutlingen auf die Spur von„ Sozialdemokraten" gehetzt wird. Indeß würde die Polizei auch mit der besten Nase nicht sehr viel Rothes hier finden, da leider die hiesige Parteigenossenschaft nur ein kleines, wenn auch wackeres häufchen bildet. Besser steht es in Eklingen und Stuttgart , wo die Leute mehr politische Bildung, Interesse und Hingabe - haben. Auf einer jüngst irgendwo- stattgefundenen Versam'nluna wurde die Gründung eines Wahlfonds beschlossen, was für unsere Wahlpropaganda von gutem Einfluß sein wird. Genosse Dr. Dult wird am 24. Dezember aus dem Zellengefängniß Heilbronn entlassen, was gewiß die Genossen von Nah und Fern mit Freude begrüßen. Das Wuthgezeter, das die Pfaffen aller Farbe über Dult intoniren und wenn sie es ausgeplärrt, immer wieder plärren, ist für unsern Genossen die beste Anertennung, daß er stets den Feind ins Herz getroffen. Justinus.
J. Lj. Kopenhagen 10. November. Eine Probe guter Or ganisation haben diesen Herbst die hiesigen Bauschreiner abgelegt, indem sie einen großen Strike siegreich durchführten und dabei eine Lohnerhöhung von 20 Prozent errangen. Nachdem sie so ihre Kraft erkennen gelernt, beschlossen sie auch, in Zukunft nicht mehr mit den ausbeuterischen Arbeitgebern zu unterhandeln, sondern von nun an selbst den Preis ihrer Arbeit zu bestimmen, und zwar im Verhältniß zu dem Preis der Lebensmittel. Wäh rend des Strikes war für die ausständigen Arbeiter Zeichen für den trefflichen Geist der hiesigen Genossen gesorgt, denn jeder Mann bekam 12 Kronen( ungefähr 131, Reichsmart) wöchentlich. Und trotzdem waren beim Schluß des Strikes noch 600 Kronen in der Kasse. Während die andern Gewerkschaften nach Pio's Flucht entweder aufgelöst wurden oder sich auf ein Minimum reduzirten, zählt die Bauschreiner- Gewerk
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ein
gut
Ein anderes hervorragendes Mitglied unserer Partei ist Gen. L. Andersen, dessen Organisationstalent und Eifer zum größten Theil die Entstehung unseres Versammlungsgebäudes zu verdanken ist. Er war nämlich Direktor der Aktiengesellschaft, welche sich zur Erstellung dieses Gebäudes gebildet hatte, und gelang es ihm, obwohl er mit sehr wenig Geld seine Thätigteit anfangen mußte, doch, binnen Jahresfrist das stattliche Gebäude herzustellen. Jezt hat er eine Gesellschaft gebildet, welche sich zum Zweck gejezt hat, durch Veranstaltung dramatischer und musitalischer Unterhaltungen, Bälle 2c. die Schulden des Versammlungsgebäudes abzuzahlen. Diese Joee ist in jeder Hinsicht zu begrüßen; denn der von der Plackerei der Woche ermüdete Arbeiter muß ja doch am Sonntag ein wenig ausgehen, um sich zu erholen, und da ist es ein doppelter Gewinn, wenn er sich nur unter gleichgesinnten Genossen und bei anständigen und anregenden Vergnügungen bewegt, und zugleich das Geld, welches er dabei ausgibt, nicht in die Tasche der Bourgeois geht, sondern zu einem für die Partei nützlichen Zweck angewandt wird.
R. B. Birmingham , 5. November. Indem Sie mich zur Mitarbeiterschaft an unserm neuen Parteiorgan einluden, war es Ihnen jedenfalls vor Allem darum zu thun, zuverlässige Nach richten über die politischen und sozialen Verhältnisse Englands zu empfangen. Und in der That ist uns zur richtigen Beurtheilung der Machtumstände vor allem Wahrheit nöthig und nichts gefährlicher, als Schmeichelei und Täuschung über die Aussichten und wahren Kräfte der Partei. Nun, wenn man, wie es moralische Pflicht und Parteiinteresse gleich sehr erheischen, die Wahrheit über die politische und soziale Lage des Vereinigten Königreichs und die vorhandenen Aussichten auf eine Besserung in unserm Sinne ungeschminkt sagen will, dann muß man gestehen: die Verhältnisse sind hier trostlose und die Aussichten des Sozialismus die ungünstigsten! Jeder Versuch, den Sozialismus in die englische Arbeiter und Mittelklasse einzuführen, ist bis jetzt an den nationalen, sozialen und religiösen Vorurtheilen, an der unbeschreiblichen Unwissenheit, Engherzigkeit und leider auch an der fittlichen Entartung der Engländer gescheitert und wer mit den englischen Verhältnissen gründlich vertraut ist, wird gleich mir der festen Ueberzeugung sein, daß in der großen und heiligen Sache des Sozialismus auf England vorläufig so gut wie gar nicht zu rechnen ist. Man mache den Deutschen ja nicht weiß, daß die Arbeiterbewegung in England ebenfalls schon große Früchte getragen hätte Früchte getragen hätte das wäre eine Unwahrheit und der größte Fehler; denn die englischen Arbeiter- Associationen folgen lammfromm und blindlings den Liberalen( die in vielen Beziehungen noch nicht einmal so weit vorgeschritten sind, als die deutschen National- Liberalen) und haben mit Sozialismus, dessen Anhänger unter den Engländern so selten wie weiße Raben sind und fast ausnahmslos als Verrückte angesehen werden, nichts zu thun.
Man täusche sich auch ja nicht mit der Hoffnung, daß die Noth den Sozialismus in England so bald gebären werde. Denn die Noth war hier schon seit Jahrzehnten und oft viel schlimmer, als sie in Deutschland je gewesen ist. Der Engländer aber stirbt in solchen Zeiten einfach Hungers und damit ist die Sache abgemacht. Der englische Soldat, der mit der neunschwänzigen Kaze durchgeprügelt wird, hat troßdem einen unbändigen Stolz darauf, ein Mitglied der freiesten" Nation zu sein, ebenso wie sich der eng lische Proletarier für einen Angehörigen der„ reichsten" Nation der Erde hält, auch wenn er Hungers stirbt. Die korrupte Bourgeois- Presse aber thut natürlich ihr Möglichstes, die Dummen in der Dummheit zu erhalten und den bis zur Verrücktheit ausgearteten Nationalstolz zu nähren. Einer der wenigen englischen Sozialisten, der die Berhältnisse seiner Heimat auf's Genaueste fennt, sich aber jetzt seit Jahren in Amerika aufhält und kürzlich auf Besuch nach hier kam, sagte mir, daß England in sozialer Beziehung zu tief gesunken sei, als daß eine Aussicht sei, daß es sich selber helfen könne die Hülfe müsse von Außen kommen! Und daß hier die Hoffnungen vor Allem auf Deutschland ge
richtet sind, in welchem bisher die theoretische Entwicklung und
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die praktische Agitation gleich große Fortschritte gemacht haben, deſſen ſozialistische Partei ebensosehr durch ihre prinzipielle Durchbildung, wie durch ihre praktisch- politische, kluge taktische Haltung das Muster der sozialistischen Bewegung geworden, daß die Hoffnungen der wahrhaft einsichtigen Sozialisten aller Länder vor Allem auf die deutsche Sozialdemokratie, die sich namentlich in den letzten anderthalb Jahren voll größter Klippen, Gefahren und Schwierigkeiten so trefflich und wahrhaft politisch gezeigt hat, gerichtet sind, brauche ich nicht erst besonders zu betonen. Mögen die deutschen Genossen der ganzen Verantwortung, welche ihnen aus diesen Erwartungen und diesem Vertrauen, aus ihrer hervorragenden Stellung in der Arbeiterbewegung erwächst, stets eingedenk sein!
Quittung.
Für den Anterstüßungsfonds find eingegangen: Vom 11. September bis 23. Oktober: Lpz. 110; H., Limbach 15; C. F., Brieg , 10,50; P S., Hanan, 14,41; Rendniß 15; Tilfit 100; L., Cöln , 30; I. Fischer, Deutscher Arb.- Bild.- Ver., Bern , 62,90; Hof i. B. 20; Lpz. 100; Jena 100; Lpz. 2,10; Lpz. 6; Wurzen 3; Lpz. 65; Lpz. 30; Vom 24. Oktober bis 12. November: Parteigen., Philadelphia , 103,10; p. 3; G., Hamburg , 150; L., Cöln , 100; A. L., Bsgh, 20; C. S., Königsberg , 20; M., Hhft., 6; A. H., Halberstadt , 3; Dr. M., H., 5; G. 11., 50; B., Stuttgart , 26,50; Sch., Mchn., 40; M., Dnzg., 50; Fr. N., 3., 20; Lpz. 1; H. M., Hanau , 25; D. St., Hrbg., 10;., Cöln , 30; K., Ehrenfeld, 3; Dr. C M., Fr., 10; 2., Bmbg., 5; H., Paderborn , 2; B., Gotha , 10,96; W., Erlangen , 20; Mödern 5,30; Lpz. 3,10; A. Qu., Weimar , 9; B., Trch., 5; G. B., Bidn., 1; ,, Der Freiheit eine Gasse," Mittweida , 20; 3. H., Hanau , 14,30; H., Chemniz, 2; E., Augsbg., 21; 3. W., Rgs., 3; C. B., Mainz , 20; I. H., Penzlin 5; Bom 13. bis 16. November: Ertz., 3,20; Nstot, Schwrzw., 3,30; Cöln , 50; Breslau , 30; Coblenz, 7; Fehme", Leipzig , 18; schon früher eingegangen und nachträglich abgeliefert: Ronneburg , 6; Forst i/ 2, 10; Werdau , 8,05; Hamm , 5,05; Frohburg , 5,20; Eßlingen , 7; alles Bisherige in Reichsmark;
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