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=
№24.
20 Pfg.
Der Sozialdemokrat
Organ der Sozialdemokratie deutscher Bunge.
Briefe an die Redaktion und Expedition des in Deutschland und Desterreich verbotenen Sozialdemokrat wolle man unter Beobachtung äußerster Börsicht abgehen laffen. In der Regel schide man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Decadressen. In zweifelhaften Fällen eingeschrieben.
Erscheint
der
6ik66ühansi ü Hottingen Zürich :
Foßfendungen franto gegen frañfd: Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz fosten Doppelporto:
9. Juni 1888.
müthe, daß sie eine eroberte Bevölkerung sind und sich in der Rolle von Stieftindern befinden, die man mit Schlägen zufrieden zu machen sucht.
Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten funden Menschenverstand genug gehabt, um die Resolution des Herrn Die Wirkung dieſes politischen Erziehungssystems tritt benn auch immer
und Gemaßregelten nicht!
Kapitalismus und Volksbildung.
In der kapitalistischen Presse Deutschlands wird ein großer Lärm erhoben über die Thesen zu Gunsten der Verwirklichung der allgemeinen Volksschule, die ein Hamburger Lehrer, Namens Köhnke, dem vorige Woche in Frankfurt am Main zusammengetretenen siebenten deutschen Lehrertag in einem ausführlichen Referat unterbreitet hat. Von dem pfäffisch- reaktionären Theil der Presse kann das nicht Wunder nehmen, diesen Herren und ihren Brotgebern ist ja schon die Volksschule in ihrer heutigen, gefliffentlich verfräppelten Form ein Greuel, den sie, wie sich erst neulich im preußischen Landtag gezeigt hat, am liebsten wieder beseitigten, wenn es einigermaßen anginge; aber interessant ist es zu sehen, wie auch die sogenannte liberale Presse in das Verdammungsurtheil gegen Herrn Köhnke einstimmt. Der Vorschlag, die wissenschaftliche Ausbildung zu einem allgemeinen, d. h. Allen 3gänglichen Gut zu gestalten, flößt auch ihr, die doch das Wort Volksbildung beständig im Munde führt, Entsetzen ein.
Es ist mit der Volksbildung wie mit der, von allen Barteten gelegentlich betonten Freiheitsliebe. Freiheit, die ich meine, hier Volksbildung, die ich meine, da. Die Freiheit, die meinen Interessen dient, ist die gute, und was darüber hinausgeht, ist Umsturz. Die Volksbildung, wie wir sie verstehen, ist die gute, und was darüber geht, ist Sozia lismus.
Nach der Berliner„ Volkszeitung" führte Herr Köhnke in feinem Referat Folgendes aus:
ernsthaft vorgetragen, erörtert und zur Abstimmung gebracht werden tönnen. Allerdings hat der Lehrertag, wie fich ja erwarten ließ, ge Köhnte abzulehnen; aber diese Ablehnung hebt doch das Symptom nicht auf, welches in einem solchen ernsthaft genommenen Appell an bie Almacht und Allweisheit des Staates liegt. Die Zeiten liegen nicht weit hinter uns, wo es undentbar gewesen wäre, daß der Geschäftsvorstand den Antrag zur Tagesordnung zugelassen hätte, wo sofort der abstrakten Formel die allgemein verständliche Frage entgegen getreten wäre: also mit anderen Worten, wenn ein Kind, Sohn oder Lochter, eines Mitbürgers die Neigung empfindet und die Fähigkeit zu befizen glaubt, einen Bildungskreis erklimmen zu können, zu welchem ber Weg breitausend oder fünftausend Mark kostet, so sollen wir, b. h. d. bie Steuerzahler, die Roften übernehmen? und wenn hunderttausend Kinder die besagte Neigung empfinden, so werden wir dreis oder fünfhundert Millionen zu erlegen haben? Mit dieser Frage würde sich da mals die Anregung ohne weitere Diskussion erledigt haben. Höchstens hätte man noch weiter gefragt, wer denn mit der ungeheuren Macht und Verantwortlichkeit betraut werden solle, die Auswahl unter den Millionen Kindern zu treffen, da doch unmöglich alle der sonst sehr verführerischen Neigung, bis zum einundzwanzigsten Lebensjahre auf Regis mentsuntoften su leben, würden fröhnen können.
Das ist der Unterschied zwischen der damaligen, vom Liberalismus beherrschten und der heutigen, von Sozialismus und Staatsabsolutismus infizirten( durchsetzten) Geistesrichtung. Was damals als utopistisch von der Schwelle zurückgewiesen worden wäre, wird heute nach glimpflicher. der Schwelle zurückgewiesen worden wäre, wird heute nach glimpflicher. Behandlung im Saale selbst mit der freundlichen Warnung abgelehnt, ,, man solle sich vor Uebertreibungen hüten." Als wenn es sich um einen Gedanken handelte, der an sich richtig wäre und nur unter ob waltenden Umständen nicht wohl sich verwirklichen ließe. Der alte Ge
banke, daß die Ernährung und Erziehung der Kinder zunächst dem obliegt, der sie in die Welt gefekt hat, hätte wohl verdient, bei diesem Anlasse scharf ins Tageslicht gerückt zu werden. Er wird leider immer mehr verdunkelt durch den verantwortungs losen Philantropismus der Zeit, der den Leuten alle möglichen Güter, um beretwillen der Mensch seinen Schweiß zu vergießen hat, unentgeltlich in Aussicht stellt, ohne zu bedenken, daß doch irgend jemand die Roften decken muß, wenn nicht der Genießende selbst, dann ein Anderer, ein anderer Mensch, nicht der abstrakte Begriff„ Staat". Erst aus der angeblichen Pflicht" dieses wesenlosen Staates fließt das angebliche Recht" jebes Rindes auf jeden beliebigen Bilbungsgrad her. Es ist eine pure Phantasmagorie; in der wirklichen Welt hat der Mensch für sich und seine Kinder nur dasjenige Recht auf Güter, welches er sich erarbeitet. Was darüber hinausliegt, ist Wohlthat, die von der Sittlichkeit gefordert werden, nie aber eine Staatsd. h. Rechtspflicht sein kann."
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Utopistischer Charakter verantwortungsloser Philanthropismus Phantasmagorie gut gebrüllt, Mann der„ wirthschaftlichen Freiheit". Warum denn aber nicht konsequent sein und das Verbot der unentgeltlichen Volksschulen verlangen, die bereits hier und da bestehen? Warum nicht je de Unterstützungen von Unterrichtsinstituten, der höheren wie der niederen, aus öffentlichen Mitteln verwerfen? Warum nicht jede Ausgabe aus öffentlichen Mitteln verwerfen, die mit dem Grundsatz der individuellen Selbstsorge im Wider
Mitteln unterhalten? Die mögen die Herren Rheder bezahlen, die ihrer bedürfen. Wozu Kanalbauten subventioniren, anstatt den Bau von Kanälen den Interessenten zu überlassen?
Die gegenwärtige Beit erfordere, baß die Bildung allen Mensen gleichmäßig zugänglich gemacht werbe. Gegenwärtig fei es nur ben begüterten Klaffen möglich, an den Fortschritten der Bil bung theilzunehmen. Es tomme nicht die Neigung und geistige Veranlagung des Kindes, sondern lediglich der Geldbeutel des Baters in Frage. Oftmals sei damit geradezu eine Menschenquälerei verbunden, ba der Geldbeutel des Vaters bekanntlich nicht immer mit dem Wiffensorang und der geistigen Veranlagung des Sohnes Hand in Hand gehe. Da gegen verfümmere so manches Talent, weil die Mittel des Baters dem Sohne den Besuch einer höheren Schule nicht gestatten. Er( Rebner) sei jedoch der Meinung: ein Staat, der so unendlich viel Geld für die Armee ausgebe, müsse auch Geld für die Ausspruch steht? Wozu Seewarten, Leuchtthürme aus öffentlichen bilbung seiner Staatsbürger haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts, in welchem das Prinzip der vollen Gleichheit vor dem Gesetz längst zur Geltung gelangt sei( hier machen deutsche Arbeiterblätter mit Recht ein Fragezeichen), sei der Staat verpflichtet, jedem Staatsbürger die Möglichkeit zu gewähren, umbekümmert um seine materiellen Verhältnisse, sich seinen Neigungen und Fähig teiten entsprechend auszubilden. Daher empfehle es sich, mit den verschiedenen Schulen aufzuräumen und eine in verschiedene Klassen sich gliebernde Schule, die bis zum Besuch der Universität genügen müsse, zu errichten. Der Besuch dieser Schule und auch der der Universität müsse ein vollständig unentgeltlicher fein, ja selbst die Schulutensilien, Bücher 2c. müßten unentgeltlich geliefert werben. Nur solchergestalt lönnen die sozialen Gegen fäge, die fich immer mehr zuspiken, einen Ausgleich erfahren, und die wirklichen Talente zur Geltung gelangen. Es brauche wohl nicht erft noch betont zu werden, daß die Wissenschaft und damit die gesammte ftaatliche Entwicklung von diesem System nur Nuzen haben könne. Der Einwand, daß Kinder vielfach an der Ausbildung gehindert werden, weil fie den Eltern in ihrem Erwerbe behilflich sein müssen, sei hinfällig; denn in solchem Falle sei es Pflicht des Staates, hel fend einzutreten. Ebenso hinfällig sei der Einwand, daß die Zahl der akademisch Gebildeten eine zu große werden und Mangel an Leuten niederer Berufsarten eintreten würde. Leute mit geringen Anlagen und geiftiger Trägheit werden die Schule sehr balb verlassen, bie Intelligens bagegen in den höheren Klassen und auf den Universitätsbänken fitzen und sowohl Schule als auch Universität eine wesentliche Erleichterung erfahren. Es werde alsdann nicht ausbleiben, daß die Zahl der Rapazitäten auf jedem Gebiete, auch auf dem des gewerblichen Lebens, auf dem akademische Bildung nur nüßlich sei, sich zum Wohle der Menschheit vermehren werbe. Er erfuche, folgenben Thesen
augustimmen: Der siebente deutsche Lehrertag erklärt: 1) Jebes Rind hat ein Recht auf den seinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Bildungsgrad. 2) Die allgemeine Boltsschule", eine einheitliche Gliebes rung aller öffentlichen Unterrichtsanstalten, ist allein im Stande, diefes Recht zu verwirklichen."
Der Bericht verzeichnet hier lebhaften Beifall, es müssen also eine ganze Anzahl von Lehrern den Ausführungen des Herrn Köhnke zustimmen, und wahrscheinlich geschah es mehr aus Opportunitäts - als aus prinzipiellen Gründen, daß schließlich seine Thesen abgelehnt und dafür eine etwas verwässerte Resolution des Lehrer Rißmann Berlin angenommen wurde, die ebenfalls die allgemeine Volksschule für nothwendig erklärt, aber vorläufig als erste Schritte" zu der felben nur die Aufhebung der Unterschiede zwischen den bestehenden Volksschulen und des Schulgeldes zunächst von allen Volksschulen" verlangt.
Man höre nun aber, wie die kapitalistisch- liberale WeserBeitung" über den Vortrag des Herrn Köhnke lamentirt. Im Leitartikel ihrer Nummer vom 27. Mai- im wahren im wahren Sinne des Wortes ein Leidartikel schreibt sie: An dem Vorgange ist nicht ber utopistische Charakter bes Antrags das Merkwürdige, sondern der Umstand, daß solche Dinge heutzutage in einer öffentlichen Versammlung von deutschen Lehrern
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Man braucht den Gedanken nur in seinen Konsequenzen zu verfolgen, um sich von seiner Absurdität zu überzeugen. Es fällt der besitzenden Klasse, auch dem freihändlerischen Theil derselben, gar nicht ein, jede Hülfe des Staates an Individuen, die nicht Almosenempfänger sind, grundsätzlich zu verwerfen, sie lassen sie nur immer gerade soweit zu, als sie mit ihren Spezialinteressen tollidiren. An dieser Grenze machen die Freihändler mit ihrer Negirung, die Staatsanbeter mit ihrer Betonung der sozialen Pflichten des Staates regelmäßig Halt. So auch in der Unterrichtsfrage. Die Liberalen fahren fort, den Universitäten 2c., die Reaktionäre den Priesterseminarien 2c. alle möglichen staatlichen Unterstützungen zuzuweisen, da ist von keiner verantwortungslosen Philanthropie" die Rede. Bei der Volksschule aber erwachen die moralischen Bedenken. Armenschulen aus„ Wohlthat", in denen der Proletarier so viel lernt, um ein gutes Ausbeutungsobjekt zu werden ja. Die gleiche Volkserziehung als Pflicht des Staates, um wenigstens nach einer Richtung hin die Vorausfegungen zu erfüllen, die seinen Gesetzen zu Grunde liegen nein. Sie gefährdet die Monopole des Besizes, und darum ist sie vom Uebel, ist sie einst eine Forderung des Bürgersozialistisch, ist sie revolutionär.
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Und doch muß sie verwirklicht werden, und doch wird sie oder richtiger, und darum( z. B. verwirklicht werden weil sie revolutionär erscheint) wird sie verwirklicht werden. Denn wir sind heut in einem Stadium der sozialen Entwic lung angelangt, wo jeder wirkliche Fortschritt revolutionär wirkt.
augenfälliger zu Tage. Heute nach 17jähriger Annexion ist die deutschs feindliche Gesinnung der elsaß lothringenschen Bevölkerung größer denn je, und wenn überhaupt Deutschland in der dortigen Bevölkerung einige Sympathien erworben haben sollte, die letzte Maßregel hat sie gründlich zerstört.
Die tausendfältigen Beziehungen, die durch Jahrhunderte lange Zuges hörigkeit zu Frankreich zwischen diesem und den eroberten Provinzen fich gebildet haben, lassen sich nicht durchschneiden, ohne die schmerzendsten Wunden zu schlagen, ohne in die weitesten Kreise der Bevölkerung bie höchste Erbitterung zu tragen. Die Maßregel wäre eine Thorheit, wenn fie zwischen Kulturländern wie den füdwestdeutschen Staaten und der Schweiz eingeführt werden sollte, sie erscheint wahnsinnig unter Verhält niffen, wie sie im Verkehr zwischen Frankreich und Elsaß- Lothringen bes ftehen. Sie kann nur erlassen werden von einem Staatsmann, deffen wahre Heimath Hinterpommern oder die ruffische Grenze ist, und der nach den Verhältnissen dieser Gegenden seine politischen Maßregeln trifft. Und sogar an der russischen Grenze werden die Grenzpladereien, die Rußland gegen Deutschland übt, auf deutscher Seite voll Erbitterung empfunden und nur ingrimmig ertragen.
Die Rolle, die Rußland im Dsten uns gegenüber spielt, spielt das deutsche Reich im Westen gegenüber Frankreich . Dort Barbarei und hier Barbarei.
Eine Frechheit ist, was die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aur Rechtfertigung dieser Maßregel sagt, und ebenso der Wunsch, welchen fie daran knüpft. Sie sucht diese, das deutsche Regierungssystem vor der ganzen kultivirten Welt brandmarkende Maßregel mit Hinweis auf die Agitationen zu rechtfertigen, die französischerseits im Reichsland betrieben würden. Sie ignorirt aber, daß nirgends in Deutschland die Polizeiherrschaft eine so allgewaltige über die ganze Bevölkerung ist, als in den eroberten Provinzen. Sie verschweigt, daß Staatsanwälte und Richter mit ben verschiedensten Ausnahmegesehen noch aus altfranzösischer Zeit die in Frankreich anzuwenden jede Regierung fich hüten würde regieren können und operiren, daß es also an ausreichenden Waffen für eine Staatsgewalt gegen eine ihr widerstrebende Bevölkerung wahrlich nicht fehlt. Könnten Ausnahmezustände ein Bolt überhaupt zur Fügsamteit unter die Staatsgewalt bringen, in Elsaß- Lothringen müßte biefes Kunststück längst gelungen sein.
Aber das Gegentheil ist eingetreten, wie jeder Vernünftige voraussah, und die Gegner der Annerion in Deutschland vorausgesagt haben. Wenden wir also Skorpionen an, wenn bisher die Peitsche nichts half, unterbinden wir die materiellen, geistigen, gemüthlichen Beziehungen, die beide Bevölkerungen noch unterhalten! Trennen wir sie, als wohnten fie in zwei verschiedenen Welten! Gebieten wir dem Waffer, rüdwärts zu fließen, und bem Feuer, daß es nicht brenne! Das ist bie reichsdeutsche Regierungslogit, mit der in den annektirten Provinzen moralische Exoberungen" gemacht werden.
Damit aber das angewandte Mittel recht anschlage, hat die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Unverfrorenheit, Frankreich höflich ein zulaben, seinerseits zu gleichen Maßregeln gegenüber Deutschland zu grei fen, damit die Absperrung vollkommen, die chinesische Mauer eine umübersteigliche werde.
Hätte die französische Regierung einen Augenblick den Gedanken gehabt, Deutschland mit gleicher Münze zu bedienen, sie hätte sicher nach dieser offiziösen Anzapfung den Gedanken sofort aufgegeben.
Wie zu erwarten war, hat Frankreich den einzig richtigen Weg ergriffen. Es überläßt es der deutschen Reichsregierung und den deutschen Chaus vinisten, sich vor der ganzen Welt zu blamiren, und trägt Fürsorge, daß seine nach dem Often reisenden Bürger ohne Berührung der westdeutschen Grenzen ihr Ziel erreichen.
Was hat also die Reichsregierung mit ihrer Maßregel gewonnen? Nichts, absolut nichts, aber sie hat den Spott und das Achselzucken der gesammten gefitteten Welt sich erworben, und das Reich, Elsaß- Lothringen in erster Reihe, hat den schwersten Schaden daran. Endlich ist die Wir
tung der Maßregel das Entgegengesette beffen, was sie erreichen sollte. Die Reichsfeindlichkeit der Bevölkerung wächst ins Ungeheure, höchfte Erbitterung ergreift alle Gemüther, das geben selbst die Partisanen ber Regierung zu.
Deutschlands größter" Staatsmann wird alt, sehr alt, er macht Geniestreiche, die ihn schließlich um allen Kredit bringen. Wir sehen ben Zag kommen, wo Deutschland wie von einem Alp erlöft aufathmet, wenn er so oder so das Staatsruder niederlegt.
Eine Erklärung gibt es allerdings für alle diese immer und immer wieber nur gegen Frankreich sich richtenben, provozirenden Maßregeln, während man von Rußland , ohne mit der Wimper zu zucken, die derbften Fußtritte hinnimmt.
Bismard hat alle Ursache, die Aufmerksamkeit des Volts von den inneren Zuständen abzulenken. Das Bolt soll nicht aus der Angst, nicht zur Besinnung kommen. Daher das fortwährende Kriegsgeschrei, die zur Besinnung kommen. ewigen Rempeleien mit Frankreich , bie giftigen Anftachelungen bes Nationalhaffes. Und noch ein zweiter Grund tommt hinzu. Die fran zösische Republik , die dem Junter Bismard ein Dorn im Auge ist, foll um jeben Preis diskreditirt werden. Darum die ununterbrochenen Her absetzungen französischer Einrichtungen und französischer Handlungsweise burch eine wohlorganisirte Preßbande. Und aus demselben Grunde die
heimliche Sympathie mit Rußland , tros allebem und allebem.
Frankreich ist in den Augen des deutschen Richelieu der Herb ber europäischen Revolutionen, Rußland der Hort der europäischen Reaktion und Legitimität. In dieser Auffaffung liegt das Geheimniß der politischen Thätigkeit Bismards, der Schlüssel zu seiner ganjen Bolitik.
d.
Die Tage der Kapitalsherrschaft find gezählt, und indem es fich der Fortentwicklung des Schulwesens, einft sein Stolz, Wir haben bereits ber unnatürlichen Verbindungen er feindlich entgegenstellt, unterschreibt das kapitalistische Bürger- wähnt, zu denen der Boulangismus Beranlassung oder Vorwand gelie thum sein Todesurtheil.
fert hat. Die Waffenbrüderschaft zwischen einem Theil der bürgerlichen Republikaner( Radikale und linksstehende Dpportunisten) und ben, Boffi bilisten" der Arbeiterpartei ist jetzt offiziell in der Form einer Gesell schaft der Menschenrechte"( société des droits de l'homme et du citoyen") beftegelt worden. 1
Die neueste Maßregel in Elsaß- Lothringen . Die Ronftituirung ber genannten Bereinigung fand ftatt in einer ge
Die Paßmaßregeln, die auf Betreiben Bismarck's in Elsaß- Lothringen gegen Frankreich eingeführt wurden, reihen sich würdig den Ausnahme maßregeln an, mit denen man bisher schon das Reichsland regierte. Bismard kann ohne Gewaltmaßregeln nicht auskommen. Statt den Elsaß - Lothringern zu beweisen, daß sie als Deutsche materiell und polis tisch sich wohler befinden, denn als Franzosen, schlägt er die gegentheilige tisch fich wohler befinden, denn als Franzosen, schlägt er die gegentheilige Bragis ein. Alle seine Maßregeln führen den Elsaß Lothringern zu Ges
schloffenen Versammlung, zu der Clemenceau als Vertreter ber Radikalen, Joffrin als Vertreter des Arbeiterverbandes und Ranc als Bertreter der linksstehenden Opportunisten eingeladen hatten, und an der gegen 400 Mitgliebar der genannten Parteien( Senatoren, Des putirte, Gemeinderäthe 2c.) theilnahmen. Den Borfis führte Clemenceau , Beifizer waren Ranc und Joffrin, Sekretäre Paul Brousse und Pichon. Clemenceau ftellte als Biel ber Gesellschaft hin die Gruppirung aller republikanischen Kräfte zur gemeinsamen Aktionspolitik gegen jebe Re