etile s. ,hf" immer ein Mi gegen den Staat ist', nun sagte er wörtlich:Der Traum van der Miliz wird Wohl ein Traum bleiben." Ich frage nun die Herren, wo es eine» zweiten Staat . auf der Welt gibt, in dem ein Zivilk.'mmissär wa­gen würde, ganz offen gegen die feierlich von der Nationalversammlung beschlossenen Grundsätze dcS Ausbaues der Hcereserganisatwn Stellung zu nehmen? Wo ist ein Staat, in welchem ein sol- ' cher Mensch auch nur eine Stunde nach einer sol- che» Aeußcrnng auf seinem Posten bleiben könnte. In jedem anderem Staate würde ihn, unisono die Antwort erteilt werden: Herunter vom Pferd, hinauf aus den PegasnS. Wir haben alle Ursache, wo solche Freunde des Milizsystems am Werke find, und fest zusammen­zufinden und zu erklären, dag wir unter keinen Umständen von dem, waS die RevolutionSnaNo- nalversammlung ausgesprochen hat, ablassen: T i e ehe st e Durchfuhr« na des Miltz- st e m S. Gestatten Sie nun, meine Herren, dag ich mit ein paar Worten auf die Geschichte dieser Borlage zurückkomme, Der Gesetzentwurf wurde in der Frühjahrssession Sem.Hause unterbreitet und hat iitSbchonderc im Wehrausschnsse heftigen Wider­stand gefunden. Es ist keine Uebcrtreibnng, wenn ich sage, daß die Mehrheit de? MchransschnsscS unbedingt der Ansicht war, daß eine weit kürzere alS die im Gesetz vorgesehene Dien st zeit vollständig genügen würde. Ich möchte bei dieser Gelegenheit nur davauf hinweisen, daß im alten Oesterreich, wie bereit» mein deutscher Borredner gesagt hat, die zweimonatliche Dienstzeit für derartige Personen vorgesehen ivar, in Italien , einer Stütze deS tschechoslowakischen Staates, heut« die dreimonat­liche Dienstzeit für Familicncrhalter fixiert ist. Der Cehf des Generalstabes, t^lencral Mittel- Häuser, hat jede Aenderung dieser Vorlage ver­boten. Der Herr Generalstabschef hat kommandier«, Minister und Volksvertretung haben zu gehorchen. Mit einem Worte, hier in diesem.Hause regiert niemand anderer als der Genera lstabschef. Muß nn» dies nicht mit größter Besorgnis erfüllen? Haben wir nicht die gleiche Situation in unserem Staate wie im alten Oesterreich»nd in Deutsch - land vor dem Kriege, wo eine Anzahl Kriegshand werkerdieun umschränk, ten Kommandanten des Staates waren? Redner befaßt sich sodann mit der Geschichte der Vorlage, den Mängeln und schließt: Ich möchte Sic in letzter Stunde darauf auf- merksam machen, daß es unbedingt not­wendig ist, eine Reihe von Aenderungen in dem Gesetz vorzunchmeir. Ich bitte Sie, dieses Gesetz noch einmal an den Wehrausschuß zurück- ziwerwcisen, damit er diese Aenderungen vor- nimmt. Tun Sie da» nicht, so beladen Sic sich mit der Schmach des Kadavergehor- samS und Sic machen sich vor der ganzen Welt lächerlich. Sie ,nachen sich deshalb lächerlich, weil da» Gesetz solche Mängel enthält, daß der Präsident der Republik niemals die Berösfent- liunq des Gesetzes wird anordnen können. Was Sie gewärtigen müssen, ist, daß der Präsident Ihnen das Gesetz zurückschickt und Sie vielleicht viel später erst, in einigen Monaten, dazu kommen können, das Gesetz fertigzustellen. Das Gesetz ent­hält nämlich eine Reihe von formalen Mängeln. Ich will nur einen der willigsten Mängel her­ausgreifen, der wahrscheinlich ans die fehlender- haste Arbeit unfähiger Beamten zurückzuführen ist. Im letzten Paragraph dieses Gesetzes heißt es zum Beispiel, daß d'.escö Gesetz die schlcsische 325 Schi«Biliar . Von John Gabriel S o l t i S(London ). Das Tchi-fZufall" verließ Glasgow am fj. September 1809. Es war nach einem fernen .Hafen bestimmt und lang Gold und Silber an Bord. Seine Beiatzuna bestand auS 22 Mann einen Kaplan, einen Rechtsanwalt und den Ei­gentümer der unschätzbare» Ladnna inbegriffen. DaS Wetter war schön und der Himmel klar, die See ruhig und der Wind günstig. Und dieses schöne Wetter dauerte etwa eine W.che lang an. Tann aber, als sich derZufall" in­mitten des OzeanS befand, erhob sich ein schreck­licher Sturm, der mehrere T>ae hindurch tobte und denZufall" wie ein Stückchen Kork auf zornigen Wassern herumschlenderte. Als sich da? Wetter wieder aufgeheitert hatte, fand der Kapitän, daß das Schiff seinen Kurs verloren habe. Wochenlana suchte derZufall" nun niif fremden und trügerischen Meeren Weg und Ziel vergeblich. Tie Vorröte schwanden, waren end­lich völlig aufgebraucht und der Besatzung be- mächtigle sich Verzweiflung. Sollten nicht alle verloren sein, so blieb nichts übrig als einen aus ihrer Zahl zu töten und lein fleisch zu verzehren. Der Entschluß war furchtbar, doch schien er unvermeidlich. Früh am nächsten Morgen, gerade als die Männer durchs Los entscheiden wollten. Welsen Leben geopfert iverden müsse, ließ der Ruf deß Rechtsanwaltes Archibald Pennyworth:Land! Land!" die Augen der unglücklichen Mannschaft in die Ferne schauen..Ig, dort zeigte sich Land! DerZufall" lief eine unbekannte Insel an. Die Männer traten anö dem Schiffe.Wir find gerettet", riefen sie. Landesregierung durchführen wird. Run haben wir aber schon seit zwei Iahren keine schlesische LandcSrcgicrnnss, wir haben nur eine politische LandeSverlvaltiing iii Schlesien . Stellen Sic die Vorlage an den Wehraua- schliß zurück und Sie werden nach einer nochmali­gen Durchberatung des Gesetzes ein wirklich brauchbare« für die Bevölkerung schaffen können.(Lebhafter Beifall.) Nach dem Abg. Nerta(Kommunist) und dem Abg. Novak(tschechischer Sozialdemokrat) bespricht Abgeordneter Genosse Hceger ii. a. auch die Komolauer Borlalle Das Industriegebiet Komotau ist vielleicht mehr als andere von der?lrbeitslosigkcit betraf- fcn. Schon seit Wochen sind die Vertreter der Ar- heiter und der Arbeitslosen ans dem Komotaner Gebiet bemüht, in Prag die Frage der Arbeits loseminterstützniig zu regeln. Viele Versprechun­gen der politischen Behörden in Komotau und schöne Worte und Versprechungen in Prag , bis zum heutigen Tage jedoch ist für die Arbeitslosen in Komotau nichi das geringste geschehen.- Die Folg« davon ist natürlich, daß diese Arbeitslosen, die des Wartens und Bangen« müde sind und nicht mehr wissen, ivaS sie anfangen sollen, sich zusammenrotten und Kundgebungen veranstalten, um auf diese Weise ihren ,sorderu»gen den not­wendigen Nachdruck.zu verlci'hen. Ein« solche Arbeiterdemonstratio» fand nun am 3. Dezember in.Komotau statt. Die Arbeit«- losen versammelten sich vor der politischen Be. Iirksverwaltnng. Ein Arbeitsloser hielt eine An- prache und forderte die Anwesenden auf, eine nnfgliedrige Deputation zu wählen, die zum teiter der Politischen Bezirtsvcilvalwng, dem dor­tigen BczirkShauPtmann gehen sollte, um die Wünsche und Forderungen der Arbeitslosen vor- zutragen, damit diese nach Pvag weiter geleitet werden. Der Bezirkshauptmann in Komotau . Abg. Hirsch: Wagner heißt der gute Mann! hat zu den Forderungen der Arbeiter nicht Stel- lung genommen, sondern hat«infach den von de« Arbeitslosen bestimmt«»» Sprecher der Deputation verhaften lasse««. (Rufe: Hört! Hört! Pfui!) und hat damit die vor dem Gebäude der Politischen BezirkSvcrwaltung harrende Volksmenge begreiflicherweise in eine furchtbare Aufregung versetzt. Dieser Beamte hat auch sofort veranlaßt, daß Polizei, Gendarmerie und Militär ausmarschierte und nn- tcr dem Schutz der Bajonette(Hört! Hört:) unter dem Schutze der bewaffneten Macht und im Bewußtsein, daß ihm ad pcrsonam nicht« gcschchin könne, hatte dieser Mann die Frechheit, die Arbeitslosen noch in der gemeinsten und ordl- närsten. Meise zu beschimpfen. Er erklärte wörtlich: Durch die demonstrierende dreckige Bagage lasse ich mich nicht«in schüchtere (81hg. Uhl: Der Mann muß weg! Abg. Hirsch: Er gehört nicht ans den Platz.) Ich»verde die Menge«»»einander treiben lasten, wobei e« ganz egal ist, ob es dabei zn blu- tigen Znsammenstößen kommt oder nicht." Da« sagt ein politischer Beamter. Er verhöhnt, ver- spottet und beschimpft die Arbeitslosen, während gerade er dazu berufen sein müßte, nicht nur für Rube und Ordnung zu sorgen, sondern ai:S- gleichend und begütigend einzuwirken, nicht aber die lmngernden' und gegnälten Menschen nach zu terhöbnen und zn verletzen.('Abg. Beutel: DaS ist mehr als österreichisch.) DaS dränaendste und unmittelbarste Pro­blem wir das der Mihritiig. Das Gold und Silber, imZufall" angehäuft. war unnütz, denn es konnte nicht gcacssen werden. Zum Glück besaß die Insel ü'.'vige Bcge- tation. Und so ginaen ein paar von den Leuten ans Erlnndiciuna ouS. was denn auf der In'el Genießbares wüchse. Die Slltar kam bald zurück und brachte wilde Zielen mit, die aus einem nahen Hügel geweidet hatten. Auch gab wilde Früchte in Menge, ebenso fanden sie viele Ar. ten Nüsse. Alles was wir zu Inn lieben, ist. der In'el unsere?lrl>eit zu geben, bis wir einmal befreit werden!" so sprach Charles Siewart, der alte Seemann . Ja, so ist ei!" stimmten alle Seeleute ihm zu. «r Während die Seeleute sich entsch'osten. den Kampf mit der Insel auszunehmen, beschlossen die drei Angehörigen der übergeordneten Meiischenrlaste. nämlich der Kaplan, der Rechts­anwalt und der Besitzer der Gold- und Silber- schätze, sich zu Eigentümern der Insel zu machen. Denn die Bodenbearbeitung sagte ihnen nicht recht zw Und da« war erklärlich. Sie wollten nicht nur nicht arbeiten, sondern mich nock« die Arbeit der anderen überwache». Sie fanden sich also zu heimlicher Besprechung in einem nnlien Walde zusammen und nun eröffnete Ar­chibald Pennyworth. der Rechtsanwalt, seinen Plan:«Ich will die Eigentumsrechte an ties-r Insel beanspruchen auf Grund der unbestreit- baren Tatsack)«, daß meine Barsahren vor hun. dert Jahren dem König von Spanien darin beistanden, etliche hunderttausend Indianer ab­zuschlachten. Ich will behaupten, der Köllig von Spanien habe deshalb meiner Familie in An- sehung ihrer außerordentlichen Verdienste um König und Baterland diese Intel als dauern» den Besitz erbeigentümlich zugesprochen". Als der eine Sprecher der Arbeitslosen ver- Siftet war, bemühten sich auch die Vertreter der rbeiter, vorzusprechen und dem Bezirkshaupt- mann klar zu machen» daß keine Borgangstveisc nicht geeignet sei, zur Beruhigung beizutragen, sondern zur Verschärfung der ohnehin vorhandenen Erregung beitragen müsse. Was tat nun der Herr BczirkShnuptmann? Höhnend antwortete er dem Vertreter der Arbeiter, daß er von einer Not der Arbeitslosen bisher noch nichts bemerkt habe. Daß dieser Bezirkshauptmann die Not der Arbeitslosen nicht kennt, glaube ich anch. ES zeigt mir aber, daß dieser Man« diesem Posten nicht gewachsen ist, denn sonst müßte er in seiner Tätigkeit al« Lei- tcr des politischen AmteS wissen, wasfü reine Not bei den Arbeitslosen herrscht. Als die Vertrauensmänner der Arbeiter bei ihm vorsprachen, wa» ihr gute» Recht ist, ereignet« sich die Tatsache, die al» unerhört bezeichnet werden muß und die sich bisher Wohl kein politischer Be­amter den Vertretern der Arbeiter gegenüber an- zuwenden traut. Er wies den Vertreter«, die ge­kommen warten,»im zu verhandeln, daß der Ber - haftete freigelassen werde, damit die Erregung nicht noch gesteigert werde und damit unter Um- ständen ein Blutbad vermieden werden kann, nicht mir die Tür, er sagte ihnen auch: Schauen Sie, daß Sie hinauskommen." Abg. Dr. Höllischer: Der Herr Minister des Innern soll Bericht erstatten. Ei» Mann, der berufen ist, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, müßte sich vor allem in der Behandlung der Arbeiter andere Umgangsformen angewöhnen, als es hier der Fall ist. ES ist vor allem eine Frechheit, die Arbeiter unter dem Schutze der Bajonette in der gemeinsten Weise zu beschimpfe» und zu verhöhnen, es ist ein« Ge- m c i n h e i t, siedreckige Bagage" zu nennen und die hungernde» und gequälten Arbeitslosen wie eine vordcBiehvordie Bajonettedcr Soldaten zu treiben. Wir müssen uns daher ernstlich fragen, ivaS der.Herr Minister zu tun gedenkt, was er einem Beamten gegenüber zu unternehmen gedenkt, der seine Pflichterfüllung io aufsaßt, oder aber ist er auch der Meinung, daß die Arbeitslosen in einer solchen Weise behandelt werden können? Wir müssen bei dieser Gelegenheit vor allem verlangen, daß der Mann zu Verantwortung ge- zogen werde. Wen» nichts geschieht, wenn nian glaubt, über die Dinge ruhig zur Tagesordnung hinweggehen zu können, wenn die Regierung hier nicht eingreift und de« Mann« da« Handwert legt, dann wird sich die Arbeiterschaft selbst zu Helsen wissen. Wir müssen aber bei dieser Gele­genheit auch gegen die Art der Verwendung des Militärs protestieren.(Sehr richtig!) Es ist im alten Oesterreich wiederholt vorgekommen und da waren gerade Sie es(zu den Bänken der Mehr- hcitöpartcicn gewendet) die dort Stellung dagegen nahmen. Heute haben wir ein« demokratische Republik (Abg. Beutl: Mit Respekt zu melden) und wir sehen, daß auch hier ver Militarismus vor allem benützt wird, um gegen die arbeitslosen Menschen vorzugehen. Zu dem in Verhandlung stellenden Gesetzent­wurf verweist Redner darauf, daß die Anzahl der Wehrpflichtigen, die einer Begünstigung teilhaftig werden sollen, nicht ziffermäßig festgesetzt werden sollte. Er verlangt speziell die Strei- chung der Bestimmung über Nicht- berttcksichtiaung verspätet einge- langter Ansuchen und sagt, daß bei Rück- Verweisung de« Entwürfe» an den Ausschuß die von unserer Partei beantragten Verbesserungen des Gesetzes durckigeführt werden könnten, weshalb er das HauS bittet, den Antrag auf Rückverwei- sung anzunehmen.(Lebhafter Beifall.) Und mm. mein lieber Reverend Mockerv", sagte Pcnnvtvorth zu dem Kaplan,«nun mußt du meinen Auf'mich bestätigen, indem du er» klärst: e« sei Gotte« Wille und der Obrigkeit müsse gehorcht werden! DaS wird die Gemüter der Burschen in Verwirrung bringen und meine Eigentumsrechte sind gesichert!" Und dann, zu dem Finanzmann sich wen» dend, dem Herrn über Silber und Gold, der sich gegen einen Dänin gelehnt hatte und reich- lich schwermütig und verdüstert dreintah, sagte er:Ist die Insel erst einmal in meinem Be­sitze. dann wollen»vir das Gold und S'lber da- zu benutzen, um die Seelente für ihre Arbeit zu b.zahlen. Und tvie die Insel in»mterem Be­sitze ist. wird eS dann auch da« Gold und Sil­ber sein!" Eine glänzende Idee. Archibald, eine glänzende Idee!" rief der Finanzmann dem die Lebensgeister wiederkehrten. Er klopfte Pen- nyworth anerkennend auf die Schulter. Also wir sind alle einig, nicht wahr?" fragte Archibald. «Wir sind eSi" antworteten ihm die Freunde. Und die drei verließen den Wald, um ihren Plan den Seeleuten zu eröffnen. *.« Die rote Scheibe der flammenden Sonne sank langsam, als sich die verlorene Mannschaft de»Züfall" vor einem großen Fc"en nahe der Küste versammelte, um die drei übergeordneten Persönlichkeiten sprechen zu hören. Eine kühle Brise rauschte durch die Blätter eines umveiten Baunies, aus dessen Geäst ein schöner Bogel süße, bezaubernde Me­lodien vernehmen lieft. Bald gössen auch die Sterne ihren sanften, goldenen Glanz erden- wärts. Archibald bestieg den Felsen nnd seine Freunde begleiteten ihn. Und nachdem er m wohlgesetzter und kluger Rede de» Anspruch 6. Dezember 1022. C« sprechen die Abg. Dyk(tschechischer Ratio- naldemokrat) nnd Scharnaal(deutscher Christlich, sozialer), worauf der Berichterstatter das Schluß- wort hält. «s wird zur Abstimmung geschritten. Sämtlich« AbLnderungSantrSge u n s e r e r G c- »offen, so der Antrag der Abg. Genossen I o k l, H«« g« r und U h l aus Riickverweisung der Vorlage an den MehrauSschuß, der Antrag auf Herabsehung der Wehrpflicht für Hamilton- Väter usw. von sechs auf zwei Monate, der Antrag des Abg. Genossen Uhl auf Streichung de« dritten Absahes usw. werden abgelehnt. Die GeseheSvorlage wird in erster Lesung in der Fassung des Scnn^lSbeschlusscs angenommen. » Das HauS erledigt sodaün debattelos die Bor­lage über die Versorgung der Hultschi nerKiegsbeschädigten und geht zur Bei Handlung de« Gesetzantragcs über die Auszahlung einmaliger Aushilfen!Sr lie ilotuafiflhen Lehrer über. Nach den Berichterstattern spricht als erster Redner- Abgeordneter Genosse Hillebrand. Er bezeichnet die Vorlage, die in Verhand­lung steht, in ihrer jetzigen Form als eine beispiellose Gcsetzmacherei. Er verweist auf die äußerst traurige Lage, in der sich jene Lehrpcrsonen befinden, die nach dem Gesetzentwürfe, der beantragten einmaligen Staatsaushilfe als würdig befunden werden sol- len. Es ist aus politischen und sozialen Gründen notwendig, die Verhältnisse dieser Lehrpersonen, welche Jahre hindurch regelmäßige Beiträge zum Pensionsfond geleistet haben, gesetzlich zn regeln. Abgesehen davon, daß der Beirag, der zu diesem Behusc ausgeworfen wird, geradezu als armjelig bezeichnet werden muß, sollen aber nach dem Ge- setzenlwurfe die betreffenden Lehrerpensionisten sowie deren Witwen und Waisen nicht alle gleich» mäßig ansPruchSbcrechtigt sein, die Vorlage über­läßt es vielmehr der W i l l k ü r irgend eines Zu» paus, zu bestimmen, wer diese cinmale Staats- aushilft zu erhalten hat. Damit richtet man aber ein System des Regierens mit Zuckerbrot und Peitsche ein. Man hat die Menschen allzulange in krasser Not und unerträglichem Elend verkommen lassen und nunmehr, wo man sich sagt, es geht nicht so weiter, will man aus einem dringenden und unaufschiebbaren Akt selbstverständlichster sozialer Pflichterfüllung ein wahre» Schandgesetz zur Züchtung von Schlei - chnm und Kriechern machen, die man dafür belohnt, daß sie ihre Ge­sinnung für diesen staatlichen Beitrag eventuell verlaufen. Das was hier geschehen ist, was ge­setzlich festgestellt werden soll, ist ein A k l der Willkür, gesetzlich verankert nnd in die Form deS Rechtes gebracht. Man spricht davon, und einer der Herren Referenten hat getreulich nach­gesungen. was der Motivenbericht vorpfeift, daß soziale Gründe für dieses Gesetz maßgebend seien. Ist eS nicht eine himmelschreiende Verlogenheit, wenn man von sozialen Gründen in demselben Atemzuge spricht, wo für soundsoviel Men­schen, die wirtlich in sozialer Notlage stecken, ein ÄuSnahmerecht aufgestellt wird, ein Ausnahme- recht, soundsoviele Menschen nach wir vor diesem bitteren Elend überlassen zu wollen. Nein, so iale Erwägungen haben Sie nicht geleitet, sondern lediglich politische Motive, die hei der Schaffung diese» Gesetzes maßgebend ge- seiner Eigentumsrechte an der fruchtbaren In- fei vorgebracht hatte, rief der ante Kaplan Möl­len» zur Bekräftigung dieses Anspruches den nn- erforschlichen Willen GotteS an. Slber da geschah es. daß die Seeleute allen Worten und Ansprüchen gegenüber taub und unbelehrbar blieben. Dann bestieg Bassar. ein Seemann, der in seinem Leben manchen Gedanken über die Men- scheu und ihr Recht an der Erde zu Ende qe- dacht hatte, den Rednerfelsen und sagte«ttva die«: Mein« Herren! Sie können ihr Gold und Silber behalten, denn e« ist un« zu nicht« nütze wir können es nicht essen. Um aus dieser Insel leben zu können, dazu ist»ötta daß man arbeite. Denn eS verlangt Arbeit, die Ziegen zu Melken, die Früchte zu pflücken, die Bäume zu fällen, das Holz zu spalten und Hütten daran« zu bauen. Diese Insel gehört denjenigen, die sie bebauen und bewohnbar machen. Wir See- leute haben uns deshalb zu verschiedenen Ar- beitSgruvven zusammenaetan. wir wollen die Arbeit leisten. Sie. meine Herren, haben nun die Freibeit, sich jener unserer Arbeitsgrnv">e anzuschließen, die Ihnen am besten zusagt. Aber, hören Sie: wenn Sie nicht arbeiten, werde« wir Sie nicht ernähren!" Diese Rede überraschte die übergeordnet«« Persönlichkeiten nicht wenig, doch blieb ihnen auf sener Insel keine Wahl, als sich dem Be- schluß der Mehrheit zu füge». Und dicker Be- schluß zwang sie zur Arbeit. Doch als sie von jenem Felsen Hinweggin« gen. da sagte der Finanzmann zn seinen Freun- den:«Seht, das macht Erziehung aus schlichten Leuten!" Und er erkcmnte in jenem Augenblick, daß sein Gold und Silber nicht die letzten höchsten Dinge des Lebens seien. lUebertrageu oon Max Hay« h.)