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Prozesses wirklich nicht wert gewesen. Doch der beleidigte Gast hatte von einem Ausgleich vor der Verhandlung nichts wissen wollen und so hatte diese stattfinden und die Advokatenrechnung sich ent sprechend erhöhen müssen.

Ein Hochverratsprozeß in Warschau . Warschau , 23. Mai. Heute nacht ist in dem Prozeß gegen die Weißruthenen in Bialystok das Urteil gefällt worden. Der ruthenische Abgeord nete Jato win wurde freigesprochen, der Abgeordnete Baranow zu fünf Jahren Kerker und die Hauptangeklagte Frau Mas­Iowska gleichfalls zu fünf Jahren Kerfer berurteilt. Die übrigen etwa 40 Angellag ten wurden zu Gefängnisstrafen von einen Monat bis zu zehn Jahren verurteilt.

Baltsmirtschaft und Sozialpolitit. Vor einem allgemeinen Bantbeamten­reit in Wien .

Während sich in Desterreich der Aufmarsch der Milliardenbilanzen der Banken in der Tschechoslowakei drücken sich die Milliarden in nicht bescheideneren Millionen aus vollzieht, droht im Wiener Bankwesen ein Lohnkonflikt aus zubrechen, der sich im österreichischen Wirtschafts­leben, das von den Banken mehr noch als das ir­gend eines Landes beherrschtwird( so unwahr scheinlich es flingt: sogar mehr als das unseres der Zivnobank untertänigen Staates), fühlbarer machen wird als die Frage der Sanierung oder Nichtsanierung.

Es sind jahralte Lohnforderungen der Bank angestellten, die der Organisation der gefährlichsten Scharfmacher, dem Bankenverbande, den Vor­wand liefern, einen Kampf entbrennen zu lassen, der mit Rücksicht auf die bestehenden Solidari tätsverpflichtungen zwischen den sogenannten geistigen und mamtellen Arbeitern in Besterreich nicht auf diese Angestelltengruppe allein be schränkt bleiben wird. Den Lohnforderungen der Beamten setzten die ungezählte Milliarden ver­dienenden Banten, nachdem sie vorher aus wirt­fchaftlichen Gründen" überhaupt nicht verhan= deln wollten, die Forderung nach Verlängerung der Arbeitszeit entgegen, und zwar verlangen fie eine halbstündige Mehrleistung. Die Organi sation der Angestellten lehnte diese Forderung ab, neil sie befürchten mußte, daß jede Arbeits zeitverlängerung eine Verschärfung der ohnehin großen Arbeitslosigkeit im Baufgewerbe bedeuten würde, unter der bereits siebenhundert Angestellte leiden. Dazu kommt noch, daß die durch vermehr­tes Börsenspiel wieder aufgelebte Hochtonjunktur der Banken die Leistung von Ueberstunden bis in die spätesten Nachytstunden notwendig macht. Es ist daher flar, daß den Banken lediglich darum zu tun ist, eine Ersparnis an der Ueber­stundenentlohnung zu erzielen, auf welchen Wunsch einzugehen eine Gewerkschaftsorgani sation selbstverständlich feinen Anlaß hat.

baue Stellung nahmen. Nach dem einleitenden Referate des Gen. Kofron und nach abgeführter Debatte, an der sich die meisten Delegierten be­teiligten, wurde in beiden Konferenzen nach stehende Resolution angenommen:

Die Konferenz der Betriebsräte und Orts gruppen Funktionäre des Brüger Bezirkes konsta tiert:

1. daß trotz der großen Opfer, die die Berg­arbeiter dadurch gebracht haben, daß ein Lohnab­bau von 37.5 Prozent durchgeführt wurde, die Let­stung des Arbeiters um 21 Prozent gestiegen ist, wodurch sich die Lohnlosten bei einem Meterzent­ner um 47 Prozent verringerten, keine Besserung in den Absazverhältnissen Platz gegriffen hat, fa die Opfer der Bergarbeiier dadurch vergrößert werden, daß immer mehr Feierschichten eingelegt werden.

Devisenfurse.

Die tschechische Krone notiert in: zürich . Schw. Frant 16.55.00 .. Mar! 1700.00 Wien österr. Kr. 2124.00

Berlin .

Prager Kurje am 23. Mai.

100 holl.Gulden 10.000 Mar.. 100 belg. Frants 100 jchweiz. Frank 1 Pfund Sterling 100 Lire..

1 Dollar..

Geld 1810.00

Ware 1814'00

5.80 00

6.80.00

191.25

192.75

603.75

606.25

156.12.50

164.75.00

154.62.50

168.25.00

83.80.00

100 fran. Frants

222.25

100 Dinar..

35.50.00

10.000 magbar. Kronen

64.00.00

10.000 poin. Mark

6.00'00

10.000 österr. Stronen.

4.65.00

34.20.00

223 75

36.00'0)

68.00'00

7.00'00

5.15 00

2. Daß weder die Unternehmer noch der Staat wesentliche Opfer brachten zur Sanierung der Züricher Schlußkurse am 23. Mai. Kohlenkrise, ja die Kohlensteuer und die übermäßig hohen Frachtentarife die Schuld an dem Nieder­gange des hiesigen Braunkohlenreviers tragen.

3. Daß durch die Einstellung und Einschrän fung vieler Betriebe Berufsborgarbeiter mit viel­fährigen Bruderladenmitgliedsjahren entlassen und bei Wiederaufnahme nicht diese, sondern Arbeiter, die noch nie im Bergbau arbeiteten, aufgenommen werden.

4. Aus diesen Erwägungen heraus fordert die Konferenz alle sozialistischen Abgeordneten auf, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß die Ko lensteuer endlich beseitigt, die Frachtentarise auf ein die Volkswirtschaft nicht schädigendes Maß her­abgesetzt, für das nordwestböhmische Braunkohlen­revier die Durchrechnung der Tarife zu erzwingen und einen Einheitstarifsatz für das Revier durch zusetzen, sowie dahin zu wirken, daß ein paritätisch zusammengesetzte Zwangsarbeitsvermittlungsan stalt für das nordwestböhmische Braunkohlenrevier errichtet wird.

5. Da die oben erwähnten Opfer der Berg­arbeiter nicht den Konsumenten, sondern einzig und allein den Unternehmern zu deren Bereiche­rung zugute gekommen sind, fordert die Konferenz die baldigste Durchführung eines 3w angstoh­Tensyndikates mit paritätischer Vertretung der Erzeuger und Konsumenten.

Die Konferenz erklärt, mit allen Witteln da­hin zu wirken, daß die Aktion der Abgeordneten unterstützt wird, durch eine geschlossene und cin­heitliche Front aller Bergarbeiter.

Wahlen in den Revierrat eine neuerliche Stoufe­Für einen Antrag, daß zu den kommenden reng zur Aufstellung der Kandidaten einberufen werden möge, wurden nur zwei Stimmen abgege ben, so daß dieser Antrag beinahe einstimmig ab gelehnt wurde.

Endlich wurde nachstehender Protest einstim ntig gefaßt:

Die Konferenz erblidt in der Auflösung der Schuhmachergewerkschaft nicht nur einen Angriff der Reaktion gegen diefe, sondern einen Angriff auf die gesamte Arbeiterbewegung, prete stiert gegen die Auflösung auf das energischeste und fordert die sofortige Zurücknahme der Auflösungs­verfügung.

Varis.

London Herlin

Mailand.

Bolland Wien Budapest . Brag New York Belgrad .

Warschau Wien geft.

Geld

36.8000

25.83.00

Ware 36.90.00 25.65'00

0.00.97.00

26.60.00

0.00.97.10 26.75.00

216.50 0.00.79.00

0.10.00

16.50'00

5.58: 25 5.75.00 0.01.10.00 0.00'00

216'85 0.00.78.25 0:17:50 16.55.00 5.53.75 5.80.00 0.01.17: 00 0.00.00

Kunst und Wiſſen.

Neues Theater. Heute Donnerstag Gastspiel Suchy- Glawatsch- Barco- Dr. Riedinger Prinz Me­thusalem", Freitag zum erstenmal ,, Trommeln

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Die in der letzten Zeit in der Börsenpresse veröffentlichten Bankbilanzen mit ihren getval­tigen Erträgnissen und besonders die den Bank beamten besser als sonst wem Sterblichen wohl bekannten verschleierten oder ganz verheimlichten Reserven haben der Langmut der Angestellten eine Grenze gesetzt. Während zum Beispiel der geschäftsführende", in Wirklichkeit nur repräsen tierende Präsident einer Wiener Bank ein Monatseinkonumen von 43 Millionen Stronen, ein Generaldirektor 42 Millionen, simple Direl Verbandstag der chemischen Arbeiter. Die toren die Kleinigkeit von 25 vs 40 Millionen beziehen, beträgt das Monatsgehalt eines im Verbandszeitung, das Organ der Arbeiterschaft Dienste ergrauten Oberbeamten vier Millionen, der Papier -, der chemischen Industrie und ver­der fleineren Beamten noch entsprechend weniger. wandter Berufe, veröffentlicht die Einladung zum Dabei ist nicht zu vergessen, daß die ausgewiesenen zweiten ordentlichen Verbandstag, der am 22. und Bezüge der, gleichgültig ob Wiener oder Prager 23. Juli 1923 in Aussig , in den Volkshausfälen Banileiter eine bedeutende Vervielfachung durch die Erträgnisse aus Tantiemen, die heuer eine stattfindet. Als Tagesordnung werden außer Be­Riesenhöhe erklimmen, aus Syndikatsbeteiligun- richten vorgeschlagen: Betriebsausschüsse, Sta­gen, und aus dem Börsenspiel, das auf dem tutenänderungen, Neuwahlen, Allfälliges. Rücken der Banffunden betrieben wird, erfahren

1662

Herausgeber: Dr. Ludwig Czech und Karl Cermak Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Druck: Deutsche Zeitungs- Aktiengesellschaft, Prag , Für den Druch verantwortlich: D. Solih.

- also Nebeneinkünfte, die bei gewöhnlichen Der Index der Kleinhandelspreise. Nr. 10 Stadt- und Dorf

Bankbeamien erst recht außer Betracht kommen. 11 der Preisberichte des Statistischen Staats­Stleinhandels­Die zwiſchen Bankbeamtenorganisationen und antes bringt die Ondezziffern der Sengemeinde fordern Bankenverband gepflogenen Verhandlungen preise zur mittleren Woche des Monates April haben ein für die Angestellten unbefriedigendes 1923. Das Ergebnis samt dessen Vergleichungie Beantwortung einer Ergebnis gezeitigt, welches in Anbetracht der zum Vormonate ist aus der nachfolgenden Tabelle großen Erregung der Beamtenschaft von der ersichtlich:

Organisation nicht zur Kenntnis genommen wurde. Die Verhandlungen wurden als geschei­tert erklärt und die Beamtenschaft der Wiener Streditinstitute ist nun entschlossen, sich ihr Recht auf halbwegs ausfömmliche Lebenshaltung, wenn nötig, mit dem äußersten gewerkschaftlichen Mittel, mit dem Streit, zu erkämpfen. erste Maßnahme, die die Organisation traf, sieht den Streit bei zwei Banken, dem Wiener Bank­ verein und der Zentralbanf deutscher Spar assen

Die

März April 1923

Böhmen . Groß- Prag ..

I

II

950 1019

I

935

II

1.04

955 1001 943 1006

Mähren und Schlesien . I Slowakei.. Starpathorußland..

897

901

II

1077

1061

940

927

II

1104

1111

I

1042

1013

II

1178

1110

die ganze Republik ... I II

926

927

1047

1033

Eine Vollversammlung der Wiener Banf beamten wird über das weitere Vorgehen bei Der Judex der Gruppe I. weist eine auf­den anderen Banten im Laufe dieser Woche e steigende Tendenz auf, wenn auch er sich im schluß fassen. Gleichzeitig mit dem Streit in den Durchschnitte für die ganze Republik bloß von zwei Großbanken hat Mittwoch der Ueberstunden- 926 auf 927 d. i. um 0.1% erhöhte; für Böhmen , streit in sämtlichen Wiener Streditinstituten be- Mähren und Schlesien stiegen diese Indexziffern gonnen: dasselbe soll auch in der Provinz ge- jedoch um 0.4% und für Groß- Prag fast um 1% schehen. Zugleich mit dem Lohnstreit der( 0.9%). In der Slowakei und Karpathorußland, Beamten ist eine Lohnbewegung der Skontisten wohin der Verteuerungsprozeß noch nicht über ( Bankgehilfen) im Entstehen. Auch da wollen griffen hat, ist ein Preisrückgang um 14 und 2.8% es die Banten auf die Spitze treiben.

Forderungen der Bergarbeiter. Betriebsrätekonferenzen in Oberleutendsdorf

und Brüg.

zu verzeichnen.

Keine Wiederaufnahme der Arbeit in den Höchster Farbwerken. Aus Höchst wird vom 23. Mai gemeldet: Die Angestellten und Arbei­ter der Höchster Farbwerke haben in einer Am 13. und 21. Mai fanden in Oberleutens Versammlung die Aufforderung des französischen dorf und Brür Konferenzen der Betriebsräte und Delegierten Major Schneedecker, die Arbeit in den Ortsgruppenfunktionäre statt, welche gut beschickt Werken wieder aufzunehmen, einstimmig ab­waren und die Stellung zu der Strife im Berg- gelehnt.

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Kleine Bühne. Samstag halb 8 Uhr Die fleine Sünderin", Sonntag, abend das neue Büch­ ner - Lustspiel ,, Leonce und Lena ".

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West Ham United gegen A. C. Sparta. Heut nachmittags um 147 Uhr auf dem Spartaplage. Beim sonntägigen Länderspiel Italien gegen Tschechoslowakei wird Solenath wegen Erkrankung nicht antreten. Das Spiel leitet Ret schury Wien.- Slavia Prag spielt Samstag in Teplitz gegen T. F. R. 03.

Einen nenen Weltrekord im 4mal 110- Yards­Staffellaufen stellte, nach einer Meldung der Br Pr.", die Ilinois University( Sweet Hughes, Evans und Ayers) in Les Moines mit 42.3 Set. auf. Den früheren Rekord hielt der New York AC. mit 42.4 Set. Dieselbe Mannschaft lief die 4mal 220- Yards in 1: 27.5, was nur um 0.1 Set, schlechter als der bestehende Weltrekord ist. Bei die sem Meeting fiegte Irwin über 100 yards in 9.8 Set., Browgell im Stabhochsprung mit 3.91 Meter, Platt im Distuswerfen mit 42.32 Meter, Angier im Speer mit 62.11 Meter.

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