Einzelpreis 70 Heffer.
tion
Har
yon 6.
ts 6797.
Telegramm- Adresse: Sozialdemotrat, Brag II, Havličkovo nám. 32. Bostichedami 57544.
Inserate werden taut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.
3. Jahrgang.
Socialdemokrat
Zentralorgen o
utschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei
in der tschechoslowakischen Republit.
Freitag, 15. Juni 1923.
Für die Sozialversicherung!
Eine Beratung der Vertrauensmänner der Partei, der Gewerkschaften und der Krantenkaffen.
a
partei, der 3entralgewertschaftskom mission, sowie von Vertrauensmän nern der Krantentassen statt und faßte nach Entgegennahme des Referates des Genossen Taub und nach abgeführter Erörterung folgenden einstimmigen Beschluß:
1. Die Konferenz verlangt die sofortige Verwirklichung der der Arbeiterschaft seit Jahrzehnten zugesicherten Sozialversi cherung und fordert die sofortige Einbringung der Sozialversicherungs borlage in der Nationalversamm lung und deren ungefäumte Verhandlung in den zuständigen parlamentarischen Körperschaften.
2. Sie steht nach wie vor auf dem Boden der vom Tetschener Parteitag der deut- 1 schen sozialdemokratischen Arbeiterpartei zur Sozialversicherung gefaßten Beschlüsse und er
flärt, daß diese die einzige mögliche Grundlage für die Stellungnahme unserer Parteiforporationen zu dem von der Regierung eingebrachten Sozialversicherungsentwurf bilden könne.
3. Die endgültige Stellungnahme zu dem von der Regierung ausgearbeiteten Entwurf behalten wir uns vor, bis der Wortlaut der Gefeßesvorlage feststeht und sie im Abgeordnetenhause eingebracht ist.
Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Boft
"
monatlich. Kč 16.vierteljährlich 48.halbjährig. 96.ganzjährig.. 192.
"
Rüditellung
Don Manustripten erfolgt. nur bei Einsendung der Retourmarten.
Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich frlih.
Nr. 137.
Diese mahnenden Worten jetzt Abgeordneter Genosse Modigliani- Rom an die Spive eines Artikels, den er im Berliner„ Vorwärts" veröf fentlicht und dem wir folgendes entnehmen, da Modiglianis Reminiszenzen für das Proletariat in der Tschechoslowakischen Republif ihren besonde ren Wert haben.
Es ist so oft gejagt und wiederholt worden, daß der italienische ascismus für die gefantte europäische Bourgeoisie eine Lehre gewesen ist.. daß die Frage durchaus am Plaße ist, ob denn die europäischen Sozialisten nichts aus dem Schicksal des italienischen Sozialismus zu lernen haben. Zumal die Niederlage des italienischen Sozialismus sich unter ganz besonderen Verhält
4. Die gesamte Arbeiterpresse wird aufgeniffen vollzogen hat. sordert, sich intensiv mit der Sozialversicherung zu beschäftigen und den Treibereien der Feinde der Arbeiterklasse wirksam entgegenzutreten, sowie die Arbeiterschaft über den Juhalt der Vorlage, ihre Mängel und Unzulänglichkeiten aufzuklären.
5. Die Zentralstellen werden beauftragt, im gegebenen Zeitpunkte alle notwendigen Direlti ven für die Fortführung des Kamp ses um die Verwirklichung unserer Forderungen in der Sozial versicherung auszugeben und die Arbeiter schaft notwendigen Falles zum Kampfe für ihre alte Forderung aufzurufen.
In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hatte das europäische Proletariat- besonders in Frankreich und in England- seinen eigenen endgültigen Aufschwung für möglich und sogar für nahe bevorstehend gehalten. Aber das waren nur Illusionen, die durch nichts gerechtfertigt waren. Der Mangel an Organisation war derart, daß es leicht möglich gewesen sein würde, die Niederlagen des Profetariats vorauszusehen, wäre nur der kritische Sinn des Sozialismus ebenso start entwickelt gewesen wie sein revolutio närer Drang.
Der Umsturz in Bulgarien droht der Ausgangspunkt neuer Wirren auf dem Balfan zu werden und es ist nicht ausgeschlossen, daß im Verlaufe der drohenden Ereignisse auch Am Donnerstag, den 14. Juni 1923[ das übrige Europa , vor allem die Länder der fand in den Räumlichkeiten des Klubs der deutleinen Entente in die Wirren hereingerissen schen sozialdemokratischen Arbeiterpartei eine gewerden. Das erscheint umio leichter möglich, meinsame Beratung des Vorstandes als in Belgrad ganz offenkundig gezündelt und der parlamentarischen Vertrewird, und sich dort nicht nur Strömungen betung der deutschen sozialdemokratischen Arbeitermerkbar machen, die ein Eingreifen Jugo jlawiens in die innerpolitischen Verhältnisse Bulgariens erstreben, sondern daß dort auch die Regierung selber Lust zeigt, der gestürzten Regierung Stambolijskis wieder auf die Beine zu helfen. Der Balfan war seit jeher ein Vulfan, die Verhältnisse dort brachten zahllosemale ernste Bedrohungen des Friedens, von ihm gingen viele Kriege aus und auch zum Weltkrieg wurde dort das Signal gegeben. Schon das läßt die neuesten Vorgänge auf dem Balfan als eine Gefahrenquelle erkennen. Da nun noch dazu Jugoslawien der Kleinen Entente angehört, als deren führender Staat die Tschechoslowakei gilt, so muß sein Ver halten zu den bulgarischen Vorgängen der BeIm Gegenjatz hierzu hatte der italienische völkerung und der Regierung der TschechosloSozialismus in der Nachkriegszeit eine unbestreit watischen Republik alles eher als gleichgültig bare Stärfe erreicht. Fast zwei Millionen jein. Bricht die jugoslawische Regierung den Stimmen bei den Wahlen und fast drei MilFrieden, so kann die Bündnispflicht der KleiTionen Gewerkschaftsmitglieder, 156 von insgesamt nen Entente leicht auch unseren Staat und 508 Abgeordneten, beinahe 2000 von insgejami weitere Teile Europas Berwicklungen aus8000 Gemeinden in seinen Händen, das waren jezzen, die schwere Gefahren bergen. Aber selbst Paris , 14. Juni .( Babas.) Man ist der cin Sonflift zwischen Jugoslawien und Bul war und die jedenfalls erst nach einem zweijäh London , 14. Juni .( Savas.) Tie englische rigen Kampfe niedergerungen werden konnte, den garien allein müßte dem fräge fortschreitenden Ansicht, daß es zu einer Vereinbarung auf Grund Gesundungsprozeß Europas einen neuen schwe- des vont englischen Kabinette beschlossenen Regierung hat nach Paris ein Memorandas italienische Proletariat nicht allein gegen die ren Rüdschlag verjeßen. Was daher nun in Vorgehens, die Verhandlungen zwischen den dum gesandt, in welchem sie um einige Detail- Fascisten, sondern auch gegen den gesamten staat. lichen Apparat führen mußte, der sich im Belgrad geschieht, die Absichten, die von dort beiden Kabinetten fortzusetzen, kommen wird. Esangaben über die französische Auffassung ersucht. mer offener auf die Seite des Fascismus stellte. ausgehend, die Staaten der Kleinen Entente scheint, daß Frankreich diesem Vorgehen keine Reuters Büro sagt: Mit Rücksicht darauf, daß Es ist also nicht der Mangel an Kraft, der die in Abenteuer zu verstriden suchen, und die leicht zum Striege führen können, müssen auf- Hindernisse wird entgegenseßen müssen, allerdings Frankreich die Einstellung des passiven Wider Erflärung für die Niederlage des italienischen merfiam beobachtet werden und von der Pra- unter dem Vorbehalte, daß der Meinungs- standes im Ruhrgebiete als Grundlage aufstellt, Sozialismus liefert. Und man behaupte nicht, aer Regierung muß gefordert werden, daß sie austausch auf dem üblichen diplomatischen wünscht Großbritannien eine präzise Erflä diese Kraft jei feine reale gewesen! Ich weiß der deutsche Sozialismus eder die englische die heißen Köpfe der Belgrader Herren recht- wege, nicht aber verbal auf einer Sonferung darüber zu erhalten, was Frankreich unter wohl, daß sie nicht ganz so real war wie jene, die recht- Wege, dem Streben, den passiven Widerstand zu beendi- Arbeiterbewegung nach einem halben Jahrhun zeitig abkühlt und ihnen bedeutet, daß uns renz von Sachverständigen, erfolgen gen, versteht, und wünscht ferner, die Voransdert Schwierigkeiten und Kämpfen errungen ha das, was in Bulgarien bisher geschehen iſt, in feiner Weise etwas angeht und daß wir für werde und unter der Bedingung, daß Deutsch sesungen für eine die beiden Länder befrie ben; ich weiß wohl, daß in den lebten dreißig eine Einmengung dort keinen Mann und land insolange zu den Verhandlungen nicht zu digende gemeinsame Politik ausfindig zu Jahren der Widerstand der Bourgeoisie in Italien mehr blutig als wirksam gewesen ist, aber man feinen Groschen übrig haben. gelassen wird, als es nicht den pas- machen. Endlich wird gefragt, welche Form die darf nicht vergessen, daß die italienische Bourge Diese Haltung, die selbstverständlich sein siven Widerstand im Ruhrgebiete französische Regierung der Besetzung im Ruhr oifie ihrerseits ebenfalls viel schwächer war als gebiete zu geben beabsichtige. müßte, bemüht man sich in Prag bisher nicht einstellt. die Bourgeoisie Nordeuropas . So bedeutete die Besiegung des italienischen Sozialismus die Niezu wahren. Es ist hier vielmehr eine ganz derlage einer zwar jungen, jedoch verhält. offene Stellungnahme zugunsten der gestürznismäßig starken Organisation.
-
ten Regierung Stambolijstis wahrzunehmen hervor, daß sich die jugoslawische Regierung rung der bulgarijchen Verhältnisse ist, zeigt Man muß daher den Mut haben, zu erklären, und man mag daher in Belgrad nicht mit Un- die neue Regierung in Bulgarien anzuerkennen die aus Berfin kommende Nachricht, wonach recht glauben, daß seine Tendenzen und Pläne weigert, und daß sie, wie gemeldet wird, das der dortige bulgarische Gejandie Pomenow auf daß die Niederlage des italienischen Sozialismus in Prager Regierungstreisen Förderung fin- Kabinett Stambolijsfi als einzig lagile Re- eine Anfrage der„ Vossischen Zeitung" erflärte, weit mehr die Folge einer Reihe von den. Das amtliche Lichechische Presbüro hat gierung Bulgariens " betrachte, also eine He Dastalows Erzählungen seien in jeder Bezie taktischen Fehlern war, als eines tatsäch mit einer Stimmungsmache eingesetzt, die an gierung, die nicht mehr besteht! Das Tsche- hung den der Berliner bulgarischen Gesandt- lichen Mangels an Kampfmitteln. Man die berüchtigten Zeiten des ehemaligen öster chische Preßbüro weiß auch Belgrad zuliebe schaft aus Sofia zugekommenen Nachrichten wollte zu viel erreichen. Man hatte. lebhaft er zu erzählen, daß die Situation in Bulgarien widersprechend. Es wäre natürlich weitgehende Programme. Und als es immer noch Zeit gewesen reichischen Kriegspressequartiers lebhaft wäre, sich selbst beschränkung aufinnert. Die Lage der neuen bulgarischen Re- immer fritischer" werde, daß die„ Berichte" gleichgültig, was dieser Herr Daskalow den gierung wird in den düstersten Farben ge- über eine„ Ausbreitung der Gegenrevolution" bürgerlichen Pressevertretern vorschwärzt, aber zuerlegen, die Kampffront zu ver schildert, während von der Lage Stambolije ich mehren" und daß der Anhang Stambo er, der sich noch immer als Vertreter der ge- fürzen, hat man dies versäumt. Denn gerade infolge der Leichtigkeit, mit der Tns und seiner vorläufig nur in der Phantasie lijstis sich schon auf 100.000 Bauern belaufen stürzten Regierung Bulgariens erachtet, wird joll"! Wan tennt die Technif dieser von der ischechoslowakischen Regierung in die sich die Entwicklung des italienischen Sozialis ganz und halvoffiziöser Presseschmieranten cristierenden gegenrevolutionären Bauern. Berichterstattung aus der Kriegszeit her zur er Eigenschaft nicht nur anerkannt, er darf mus vollzogen hatte, dachten seine Führer, daß armee" die rosigsten Bilder entworfen werden. Genüge. Die Zersplitterung der Heeresmacht auch hier seine, gegen die jetzige Regierung es ebenso leicht sein würde, auf diesem Wege und Da wird erzählt, das Belgrader Kabinett habe ist unausweichlich". die Bevölkerung Sofias Bulgariens gerichtete Propaganda betreiben, in diesem Tempo fortzufahren und vorwärtszu „ den Eindruck gewonnen", daß die Lage in ist in steigender Unruhe", man fürchtet", das amtliche Tschechische Presbüro gibt sich schreiten, auch gegen die letzten Bollwerke des kapiBulgarien„ andauernd ernst" sei und daß das neue Regime werde„ bald zusammen auch zur Verbreitung seiner Märchenerzählun- talistischen Regines! Iedesmal, wenn auf durch den Umsturz„ die durch den Friedens brechen" und unter der Landbevölkerung gen her und die halbamtliche„ Prager Presse" dem rechten Flügel der Partei eine tönte, wurde ihr die„ russische Re= vertrag von Neuiün geschaffene Situation be- breitet sich der Aufstand immer mehr aus" finder seine Auslassungen wert, sie an der mahnende, warnende Stimme ervolution" entgegengehalten- und roht erscheint". Die Belgrader Regierung Nichts fehlt von den Kunstgriffen, welche sich Spize des Blattes abzudruden. Nach allem, was ersichtlich ist, wird in damit war der Fall erledigt! Man molle, so heißt es weiter, der kleinen Entente die Völfer Europas von den amtlichen Lügenbefannigeben", daß durch den Umsturz die stellen vier Jahre lang gefallen lassen mußten. Belgrad ein bedenkliches Spiel gespielt. Und wollte all dem feinen Glauben schenfen, was offDas stärkste Stüd, wie man auch in in Prag, so muß es den Eindruä machen, mählich über die wahre Entwicklung der ruffiErhaltung des Friedens bedroht erscheine". Mit Verlaub! Wer bedroht eigentlich den Prag der gestürzten Regierung Hilfe zu brin- schaut man ruhig und mit Wohlwollen zu.schen Revolution durchsicherte; man erkannte nicht, Frieden? Der Umsturz in Bulgarien ? Der gen jucht, ist aber wohl das von Herrn Das Gerade die Pflichten, welche der Bestand der daß sie alles verwirklichte, bis auf das eine: die ist doch eine Angelegenheit der Bulgaren falow, dem Prager bulgarischen Gesandten. Kleinen Entente Herrn Dr. Benejch auferlegt, Niederwerfung der fapitalistischen Gesellschaftsallein! Wenn das Belgrader Kabinett sich den Vertretern der bürgerlichen Bresse ge- müßten ihn gegenüber den Zündeleien in Bel- vrdnung, und es wurden bei jeder Gelegenheit nicht gewaltsam einmengt, so braucht es auch gebene Interview, worin dieser Herr die grad wachiam machen. Europa gleicht seit dem Refolutionen angenommen, die nur eine einzige Und wenn jemand versuchte, begreiflich on für den Frieden nicht zu fürchten! Aber es Deffentlichkeit über den Stand der Dinge in Striege noch mehr einem Pulverfaß als es Lösung" zuließen: Sowjets bilden!" läßt Drohungen steigen, rasselt mit dem Säbel Bulgarien zu unterrichten" sucht. Auch er vorher der Fall war. Die ungeheueren Spanentschlossen gegenüber„ Re for men" zeigen, daß und schreit dann über die„ Bedrohung des faselt davon, der Umsturz in Bulgarien „ be nungen können sich leicht entladen, die Spuren machen, daß sich die Bourgeoisie zwar iveniger Friedens", bei welcher Zätigkeit ihm das amt drohe den schwer erkämpften Frieden" und des Weltkrieges sollten schrecken. Herr Benesch sie sich aber ganz anders verhalten würde, wenn liche Tschechische Preßbüro wacker assistiert, in- niemand, außer den„ Verschwörern und ihren wird gut tun, nach Belgrad einen kalten ihr Allerheiligstes, das Privateigentum, dem es die Belgrader „ Meldungen" mit größ- Selfershelfern" erkenne in Bulgarien die Wasserstrahl zu senden. Es fönnte sonst leicht angetastet wäre, so fonnte er noch heilfroh sein, ter Beflissenheit weiterverbreitet. Durch iven usurpatorische Regierung" an. Wie berechtigt zu spät werden, für das, was geschehen kann, wenn man sich damit begnügte, ihn auszula. Der Frieden gefährdet wird, geht schon daraus der Herr Daskalow zu einer solchen Schilde die Verantwortung abzuwälzen!"
"
chen!
"