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3. Jahrgang.
un dau Jube
Sozialdemokrat
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K 16.
48.
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Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit.
Antisemitismus der Jungen.
Mittwoch, 28. November 1923.
Eine Bürgerblock- Regierung.
Der christliche Gewerkschaftsführer Stegerwald als Kanzlertandidat im Bordergrunde. Gegen das Kabinett der Bourgeoisie die unverföhnlichke Opposition der Sozialdemokraten.
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fendung der Retourmarken.
Grigent mit Ausnahme des Montag te
Nr. 278.
Die Böttischen geben schon den Ton an Berlin
, 27. November. Das Ergebnis der Fraktionsfibung der Deutschnationalen soll für die Bildung des bürgerlichen Blocks ein günstiges Er. gebnis gezeitigt haben. Die Deutschnationalen sprechen die Erwartung aus, daß auch in Preußen eine ähnliche Regierungskombination wie Reiche geschaffen wird. Berliner
Barteiberatung.
An den deutschen Hochschulen lebt sich die Heldenseele der Arischtümlichen wieder einmal gründlich aus. In Prag wußte diese Gattung die Deffentlichkeit einige Wochen hindurch da- Berlin , 27. November.( Eigenbericht. Der| Volkspartei aufgelöst werde. Das Zentrum lehnte mit zu belästigen, daß sie immer aufs neue vom Reichspräsidenten als Reichsfanzler in Aus diese Forderung ab und die Volkspartei beschloß, versicherte, es sei unerträglich, daß an der deut sicht genommene frühere Reichsschazminister Dr. die Parteien im preußischen Landtage über diese schen Universität zwei Professoren jüdischer Albert ist vor dem Widerstander der bür Frage entscheiden zu lassen. Die deutschnationale Berlin , 27. November.( Eigenbericht.) Der Konfession, von denen der eine noch dazu ein gerlichen Parteien zurückgewichen und Fraktion batte am späten Abend ihre Beratungen sozialdemokratische Parteiausschuß trat beute zu Sozialdemokrat, der andere Kommunist ist, hat den Auftrag zur Kabinettsbildung wieder zu noch nicht beendet. einer Sigung zusammen, in der Genosse Hermann rückgegeben. Seute wurde den ganzen Tag zwi Borlesungen halten. Die jungen Herren fanden schen den Parteien der Arbeitsgemeinschaft und noch nicht zu einem Abschlusse gelommen sind, fo bielt. In der Debatte wurden die Zustände in Wenn alle diese Verhandlungen auch heute Müller einen Vortrag über die Reichspolitit diesmal beim Professorenkollegium, dem die den Deutschnationalen über die Herstellung eines ist doch mit dem Zustandekommen eines Bürger- Bayern, Sachsen und Thüringen und Regierung das Rückgrat ein wenig gesteift Bürgerblods verhandelt, dic Deutsche blods zu rechnen. Der geeignetste Kanzlerkandi- die Verhältnisse im besesten Gebiete einhatte, nicht viel Rüdsichtnahme auf ihr zartes Boltspartei will vorbehaltlos mitmachen, dat wird dann Herr Adam Stegerwald vom Zen- gehend behandelt. Zur Regierungsfrage wurde Gefühlsleben, das sie beim Anblid jeder Ju- die Demokraten lehnen den Eintritt in den trum, der frühere preußische Ministerpräsident. Er ein Beschluß nicht gefaßt, da nach der Haltung der dennase erschauern läßt, und sie steckten daher Bürgerblod ab, wollen ihn aber unter gewissen hat sich schon seit Jahr und Tag um das Zustande bürgerlichen Parteien die Voraussetzungen für eine die Drohungen, mit denen sie eine Zeitlang Voraussetzungen tolerieren. Das Zentrum fommen eines Bürgerblocks bemüht und bei den Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regieherumgefuchtelt hatten, vorläufig ein. Man stellte den Deutschnationalen mehrere Bedingun- bürgerlichen Parteien dürfte man fich mit der rung nicht gegeben sind. Die Debatte ergab, fann aber bei der Kenntnis ihrer Psyche und gen: sie sollen die Verfassung von Weimar an- Hoffnung twagen, durch ihn als Führer der daß die große Mebrbeit des Parteiausschusihrer geistigen Veranlagung sicher damit rech erkennen, nichts gegen den Vertrag von Ver- christlichen Gewerkschaften auch die ses mit der Haltung der Fraktion gegen das Kasailles unternehmen, das Verlangen nach einer nichtsozialdemokratischen Arbeiter für eine nach binett Stresemann ein berstanden war. In nen, daß sie bald wieder den Kriegspfad be- vorübergehenden Preisgabe des Rhein - und rechts orientierte Regierung gewinnen zu können. der Fortschung der Beratungen teilte der Genoſſe treten werden, um mit Roßäpfeln, den Argu- Ruhrgebietes fallen lassen, und sich mit der allge Für die Sozialdemokratic würde die Bildung einer Wels mit, welche Schritte der Parteivorstand menten ihrer deutſchblütigen Gesinnung, nach meinen Fortführung der Politik des Kabinettes Regierung des Bürgerbigesamten your Ministerpräsidenten Dr. Zeigner zu veranlaffen, offene unternommen hatte, um den früheren sächsischen Professoren und Mithörern zu werfen, deren Stresemanns einverstanden erklären. Die Ver- Kampfansage Konfession, Rasse und politische Gesinnung von handlungen darüber zwischen den Parteien führ geoisie an die Arbeiterklaffe bedeuten. Des- die Behauptungen zu beweisen, die er über die ihnen unliebsam empfunden wird. Der Geist ten zu feinem Ergebnisse. Die Entscheidung halb ist die Stellung unserer Partei zu dieser Re- angebliche moralische Korruption in führenden bes Hakenkreuzlertums, der sich zu einem Teile wurde deshalb den Fraktionen überlaffen. Die gierung von vornherein gegeben. Sie wird die Berliner Parteilreifen aufgestellt batte. Der Paraus Haß gegen die Arbeiterschaft, zum andes Deutschnationalen stellten die Gegenforderung, der unversöhnlichen Opposition sein und zum teiausschuß stellte fest, daß Dr. Zeigner auf wieren aus Haß gegen die Juden zusammensetzt, daß mit ihrem Eintritte in die Regierung des Ziele haben, die Arbeiterschaft wieder derholte Aufforderungen die Behauptungen weder Schüßt sie davor, ihrer grundsäßlichen Halb Breußen zwischen der Sozialdemokratie, den Dekapital zu sammeln. die jetzige Koalitionsregierung in sum gemeinsamen Kampfe gegen das aufrecht erhalten, noch bewiefen habe. Des wei wüchsigkeit zu entwachsen. Daß es sich um motraten, dem Zentrum und der Deutsen
allall
Reiches
Ein reaktionäres Kabinett.
Der Monarchist Helferich foll Finanzminister werden. Berlin , 27. November. Nach Informationen aus parlamentarischen Krei sen, die den Rechtsparteien nahestehen, fönnen die Schwierigkeiten der Bildung cines bürgerlichen Kabinetts im wesentlichen als überwunden betrachtet werden. Folgende Liste, welche aber noch nicht vollständig ist und auch noch Veränderun gen erfahren kann, wird bereits genannt:
Stegerwald( Zentrum) Kanzler, Stresemann( der aber noch nicht zugestimmt hat) Acuteres, Jarres Juncres, Arbeitenminister Dr. Braun und Postminister öfle bleiben, chicle( Deutschnationaler) Ernährung, Helfferich Finanzen. Für das Reichswehrministerium hofft man Oehler zu gewinnen.
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teren beschäftigte sich der Parteiausschuß in länAgerer Aussprache, die durch ein ausführliches Re ferat des Genoffen Wels eingeleitet wurde, mit ber in der Partei bestehenden organisierten Oppofition.
Eine fommunistische Kundgebung der verbotenen Bartei. Berlin
, 27. November.( Eigenbericht.) Die tommunistische Partei hatte auf Anordnung der Moskauer Exekutive ihre Anhänger zu einer Dentonstration nach dem Lustgarten aufgeboten. Einige tausend Personen hatten sich eingefunden, aber auch die Polizei war erschienen. Es kam wiederholt zu Zusammenstößen und mehrfach wurden auch Schüsse gewechselt. Um 7 Uhr erfolgte der geordnete Abmarsch der Teilnehmer an der Kundgebung.
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einen die heutige völkische Studentenschaft gemein beherrschenden Geist" handelt, er weisen die Vorfälle an den Hochschulen in Graz und Wien aus den fepten Tagen. In Graz suchten sie die Lehr- und Lernfreiheit der Universität dadurch zu schüßen, daß sie gegen einige jüdische Studenten und Studen tinnen mit Stöcken und Gummiknüppeln los. gingen. Als sie von der Polizei verdrängt wur den, zogen sie gröhlend, johlend und pfeifend durch die Straßen und suchten ein Kaffeehaus, in dem einige jüdische Gäste saßen, zu stürmen, wobei die Parole ausgegeben wurde, die ..Juden zu prügeln, ihnen die Kleider vom Leibe zu reißen und nackt durch die Straßen zu jagen". Tatsächlich suchten sie dieses Werk der Rettung und kulturellen Wiedergeburt des deutschen Volkes dadurch zu beginnen, daß sie einige Personen hinauszerrten und nur die Polizei verhinderte die rauflustigen Kappel- schen Sozialdemokraten agitierten. Damals Wien und Innsbrud verprügelten und an der| Numerus clausus! Wenn erst weniger Juden träger, weiter an der Förderung der deutschen hatten die Arischtümlichen noch andere haupt Demolierung der italienischen Rechtsfakultät in zum Studium zugelassen werden, dann brauKulturbelange tätig zu sein. Auch in Wien sächliche Ideale. Und diese Ideale wandelten Innsbrud teilnahmen. Ihr unentwegt deutsch- chen die Arischtümlichen, deren wertvollster betätigten die deutschnationalen Studenten ihre sich sehr gründlich im Laufe der Zeit. Als noch nationales Bewußtsein verbot es ihnen das Körperteil ohnehin nicht ihr Kopf ist, noch Hafenkreuzlerbegeisterung damit, daß sie jü Schönerer im politischen Leben stand, galt als mals, zu dulden, daß italienischen Studenten weniger als jeßt zu lernen. Nur reinrassige, dische Studenten mit Schlägern und Gummi- Losung für die nationale Wiedergeburt des aus Triest und Südtirol die geringsten Rechte deutschbewußte" Professoren! Welches Ideal knüppeln von der Teilnahme an den Vor- deutschen Volkes die Abkehr vom römischen eingeräumt wurden, wobei sie ihre hoffnungs- würden die Hochschulen werden, wenn die Zulesungen ausschließen wollten. Sie taten noch Klerikalismus. Nicht„ Los von Nom" zu lose Unwissenheit vor der Erkenntnis bewahrte, lassung zur Lehrtanzel vom Grade der Verein übriges: sie machten eine Vorlesung des gehen, galt als schweres völkisches Verbrechen. daß sie dadurch dem italienischen Irredentis- chrung für das Hakenkreuz abhängig sein Professors Dr. Tandler, der ein Gelehrter von In Wort, Schrift und Bild fündigten die mus die wirkungsvollste Hilfe leisteten. Den würde! Es fehlt natürlich den jungen Leuten Weltruf ist, durch Schimpfen und Drohungen Deutschnationalen dem römischen Selerifalis gleichen Irredentismus und Nationalismus Verstand und Erfahrung, um die Motive ihrer unmöglich und später überfielen sie ihn sogar mus Krieg. Tod und Untergang. Da wallte förderten die grünen Jungen bei den Tschechen, älteren Gesinnungsgenossen für die Aufpeitin seinem Institut, wobei sie ihn tätlich be- auch das Blut der Jungen und ihre Schläger wie überhaupt die Unterordnung der deutsch schung des Judenhasses zu erkennen, die von drohten und geradezu hinauswarfen. Daß sie hatten fein höheres Ziel, als auf den Köpfen bürgerlichen Politif unter die läppischen Kin- diesen betrieben wird, weil sie hoffen, daß ihren unerhörten Soheitsaft begehen konnten, der Katholiken" zu zerbrechen. Daß auch die dereien der völkischen Studenten den Deutschen dieser Haß die Erinnerung an ihre eigenen ist der sogenannten akademischen Freiheit" zu flerifalen Studenten Farben" tragen wollten, in Desterreich schon vor dem Striege, aber be- Verbrechen austilge. Die Studenten nehmen danken, welche einstmal den Hochschulen als erschien allen echtgermanischen Heldensöhnen sonders nach dem Umsturz unberechenbaren dagegen dieses Judengeschrei bitter ernst und Schuß der Lehr- und Lernfreiheit gegen Ueber als denkbar ärgste Provokation, und sie be- Schaden zugefügt hat. sehen nicht, wie die politischen Parteien, denen griffe der Obrigkeit gewährt wurde, welche aber haupteten, ihr Antiklerikalismus wäre so stark, Zur Zeit ist das Ideal der junggermani- fie Gefolgschaft leisten, sich mit den reichen der Terrorismus und freche Uebermut der daß er sie hindere, sich mit den katholischfleri- schen Radaubrüder der Antisemitismus. Es Juden noch immer gut zu vertragen verstanden Hakenkreuzler zu einer Schändung der Freiheit falen Studenten auch nur an einen Tisch zu gilt als oberster Grundsatz aller Nachbeter Hit haben, und daß sie beispielsweise bei den lezder Wissenschaft und zu einem Schuße der feßen. Die Betätigung dieses Ideals erforderte| lerscher Gebote, die Juden aufs tiefste zu hassen, ten Nationalratswahlen in Oesterreich in einBübereien der durch Phrasen und Alkohol be- es, daß die deutschnationalen Jünglinge zu denn diese sind nach dem hakenkreuzlerischen heitlicher Front mit den jüdischen Bankherren rauschten deutschnationalen Jünglinge ge- wiederholtenmalen die Köpfe der Katho- Dogma an allem Unglück in der Welt schuld: und Großindustriellen einhermarschierten. macht hat. lischen" blutig schlugen. Wo sind heute diese am verlorenen Kriege, an der Novemberrevolu- Natürlich kann der Umstand, daß die Es geht also um eine allgemeine Erschei- Ideale! Man wird sie bei den Nachgeburten tion, am Elend des deutschen Volkes, an der deutschnationalen Studenten das Opfer der nung bei den jungen Leuten, die in ihrer Un des deutschen Kulturgeistes vergeblich suchen. Berrüttung der Welt, am Versailler Friedens- demagogischen vergiftenden Politik ihrer erreife und Ueberheblichkeit sich einbilden, die Tie ehemaligen Los von Rom"-Schreier vertrag und an der letzten Sonnenfinsternis. wachsenen Lehrmeister sind, sie nicht entschulberufensten Träger des deutschen Gedankens" haben mit dem Klerikalismus längst Frieden Die Befreiung des deutschen Volkes fann erst digen. Der Hakenkreuzlerische Terror an den und der deutschen Belange" zu sein. Zur Zeit geschlossen. sie übertreffen sogar die Klerikalen nach gründlicher Vernichtung des jüdischen Hochschulen ist nachgerade lange genug geduldet ist der Judenhaß das hervorstechendste Mert an Antisemitismus und reaktionärer Gefin- Geistes" und Austreibung aller Juden erfolgen. worden. Der Unfug bedroht ernstlich die Freimal ihrer völkischen Gesinnung, oder was sich nung und wahren Schulter an Schulter mit Kein Wunder, daß bei den völkischen Studen- heit der Wissenschaft. Es kann daher sehr leicht fo nennt. Das war nicht immer in gleichem ihnen das, was sie ihre Albernheit als die ten, die aus Schläger, Cerevis und Kanon- geschehen, daß eines Tages die Arbeiter, des Maße der Fall. Man erinnert sich an Wahl höchsten Güter der Nation bezeichnen läßt. Stiefeln ein Evangelium gemacht haben, die frechen hakenkreuzlerischen Uebermutes satt, bewegungen, bei denen die deutschnationalen Später übten die Schläger der deutschblütigen antisemitische Heilslehre zündend einschlagen jene Ordnung und Freiheit schaffen, welche der Studenten Hand in Hand mit den bürgerlichen Studenten den Schuß der deutschen Belange mußte. Berjagung der Juden! Welche herrliche Terror einer entarteten Minderheit von StuJuden für das„ Deutschtum" gegen die deut- dadurch, daß sie die italienischen Studenten in Idee! Wie berauschend das Schlagwort vom Senten freventlich stört!
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