Seite 4.

Wirtschaftliche Verschlechterung

in Deutschland .

Berlin , 27. Feber.( Eigenbericht.) Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten be­trug am 25. Feber 1,05 Billionen gegen 1,04 in der Borwoche. Das bedeutet eine Zunahme der Teuerung in Deutschland in der vergangenen Woche um ein Prozent.

28. Feber 1924. Armengefehes gefordert wird. Der Antrag wurde Hendersons auf beiden Seiten des Kanals ver- leiner Strafanzeige gegen Franziska Charvat von dem Liberalen eens unterstützt. Hierauf ursachte, den Premierminister, ob er es nicht im wegen Fruchtabtreibung gedroht hat. Ich stelle verteidigte der Wohlfahrtsminister Wheatley Interesse einer direkten Handlung, daher den Antrag, die Herren Gerichtsärzte in längeren Ausführungen den von ihm unternom nach der man sich sehnt, als seine mögen die Angeklagte sofort einer Untersuchung menen Schritt. Pflicht betrachtet, seinen Standpunkt in der unterziehen. Ein Antrag auf Schluß der Debatte über die Sache vollkommen flarzulegen. Vors.: Ich frage den Herrn Staatsanwalt, Poplarfrage wurde mit 295 gegen 228 Stimmen Am Schlusse der Anfrage beantragte Mac wie er sich zu diesem Antrag verhält? in namentlicher Abstimmung abgelehnt. Bahl- Neill, daß das Haus die Debatte eröffne über die Staatsanw.: Ich habe nichts dagegen! reiche Liberale stimmten mit der Me- Widersprüche der Minister über die auswärtige Die Gerichtsärzte untersuchen hierauf im gierung für die Ablehnung des Antrages. Politik und über die Erfolglosigkeit der Regierung Inquisitenspital die Angeklagte. Die Verhand. Die Militärkontrolle für Deutschland . Die Henderson- Rede über Versailles. der allierten Länder den Eindruck zu beseitigen, in ihrem Streben, in der öffentlichen Meinung lung wird unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung Paris , 27. Feber.( Havas.) Die Bot­bestätigen die Gerichtsärzte, daß sich Hilda Hanila schafterkonferenz hat das britische Memorandum gen Sigung des Unterhauses wurden London , 27. Feber.( AR.) In der heuti- den die Rede Hendersons hervorgerufen hat. an den Der Konservative Arms by erklärte, daß im sechsten oder siebenten Monate der Schwan betreffend die interalliierte Militärkontrolle in Premierminister einige Anfragen gestellt, die die der Rede des Sekretärs in allen französischen und gerschaft befinde. Deutschland zur Kenntnis genommen und es dem Erklärung betreffen, welche der Sekretär des italienischen Zeitungen allzugroße Aufmerksamkeit das Ersuchen, das Publikum zu ermahnen, sich Der Verteidiger stellt an den Vorsitzenden interalliierten Militärausschub zur Prüfung Innern, Henderson, in einer Rede machte, gewidmet wurde und dadurch die Angelegenheit nach Versailles gesandt. Der interalliierte Mili wo er fagte, daß der Bertrag von Ber : tatsächlich internationale Wichtigkeit erlangt hat, angesichts des Zuſtandes der Angeklagten eines tärausschuß studierte hierauf unter Vorsitz des sailles revidiert werden muß. Ver­und daß er es daher als notwendig betrachtet, würdigen und ernsten Benehmens zu befleißigen. Marschalls och den Entwurf der Antwort an Die Angeklagte weint ununter Macdonald wies auf die Antwort hin, Vertrage fargelegt werde. daß der Standpunkt der Regierung zum Versailler brochen. Deutschland in der Frage der Militärkontrolle. welche er auf eine ähnliche Anfrage Lloyd Georges am letzten Montag gab, in der er er- Der Präsident des Unterhauses nahm aus flärte, daß die Erklärung Hendersons das Kabinett diesem Grunde den Antrag an. Alle nicht gebilligt hat, und daß die einzige Erklärung, Konservativen und einige Liberalen unterstützten im Bantangestelltenstreit. für die die Regierung verantwortlich ist, die po- den Antrag und die Debatte wurde auf eine Wien , 27. Feber.( Eigenbericht.) Die Ver- litische Erklärung ist, welche er selbst am 12. Feber spätere Stunde des heutigen Abends festgesetzt. im Barlamente abgab. handlungen im Bankbeamtenstreik haben heute erst Der Arbeitsminister Shaw erklärte, daß um fechs Uhr abends begonnen. Im Laufe des Der Abgeordnete der Konservativen Partei er binnen Kurzem beabsichtigt, eine Gesetzgebung Teges haben die Unterhändler beider Teile ihren Mac Neill, der in der letzten Regierung einzuführen, die dem Washingtoner Ab­Auftraggebern Bericht erstattert. Der Zentralvor Unterstaatssekretär für Auswärtiges war, fragte tommen über den Achtstundentag stand des Reichsvereins der Bankbeamten hat mit Rüdjicht auf den Alarm, den die Rede entsprechen würde.

Verschärfung

Der Mordprozeß Hanita.

einen Beschluß gefaßt, daß er sich mit den weite gehenden Konzeffionen, die seine Unterhändler bei den Verhandlungen gemacht hatten, nicht ein­verstanden ertlären tann, um so weni­ger, als die Banten bisher teine entspre henden Gegentonzessionen gemacht Hilde Hanita erklärt sich beim Berhöre für nichtschuldig. haben. Das Verlangen der Banken, die Stassen stunden zu teilen, lehnt der Zentralvorstand ent­Brünn, 27. Feber. In der gestrigen Nach- 1 Vors: Vesely hat sich vor der Abfahrt schieden ab. Außerdem gibt er der Anschauung mittagsverhandlung hat, wie wir bereits erwähnt tographieren lassen. Könnten Sie sagen, warum Ausdrud, daß die weitere Beobachtung der bis haben, der Vorsitzende zwei Briefe des Ange- er es getan hat? herigen Verhandlungsmethode z wedlos ist, und flagten Vesely zur Verlesung gebracht, die dieser Angel.: Weil er überhaupt keine Photo­er fordert daher das Präsidium auf, sich der Orschrieb, als er sich mit Selbstmorda b- graphie besaß. ganisierung des weiteren Kampfes fichten trug. Die Briefe waren ihm von der zu widmen. Hanika diktiert worden. Der Brief Veselys

Auch der Bund der Bankgehilfen hat sich die

fer Entschließung vollkommen angeschlossen.

Abbruch der Verhandlungen. Wien , 27. Feber.( Eigenbericht.) Nachdem die Verhandlungen bis zehn Uhr abends gedauert hatten, wurden sie als ergebnislos abge­brochen. Die Unternehmer beharrten auf der Zweiteilung der Kassastunden, was von der Dr ganisation abgelehnt wurde. Auch in den materiellen Forderungen wollten die Unternehmer feine angemessenen Zugeständnisse machen, fon­dern wollten bloß das gestrige Angebot einer Gehaltserhöhung von 2,6 Prozent auf 3,1 Prozent erhöhen und erklärten dies als lentes An­gebot.

Darauf wurden die Verhand Iungen abgebrochen

an feine Eltern lautete:

,, Lieber Vater und liebe Mutter! Ihr dachtet, ich sei in der Kanzlei. Aber Ihr irrtet. Ich war bloß ein Menschentreiber, wozu ich keine Veran­lagung habe, wie Ihr selbst wisset. Deshalb mache ich ein Ende. Ich hatte schon längst dic Absicht gehabt, mich zu töten. Auf einem Baum hinter dem Schupfen findet Ihr einen Strid, ich hing an diesem Baume. Aber der Strid gab nach. Schließlich faufte ich mir von meinen Ersparnissen einen Revolver. Ihr wißt, wie sehr ich Hilde lieb gehabt habe. Da sie einen Mann hat, der sie quält, will ich sie retten. Sie weiß aber nichts davon. Behaltet sie auch weiter lieb. Löst nicht Euren Freundschaftsbund mit ihr und ihrer Mutter. Euch wird es wohl ergehen."

tiert.

Es wird nunmehr der Kampf mit voller Schärfe einsetzen. Von morgen an werden den Banken auch die Heizer Seizer entzogen; außerdem wird morgen über die weitere Ver scharfung noch beraten werden. Um elf Uhr vormittags tritt die Gewerkschaftstom­mission zu einer Beratung zusammen: Im Nationalrat, der nachmittags zusammen­tritt, werden die sozialdemokratischen Abgeord neten das Verhalten der Banken ebenfalls in einer dringlichen Anfrage zur Sprache bringen. an

Amusements der Reichen.

Soweit hatte Hilda Hanika den Brief dir

Dann hatte Vesely noch dazugeschrieben: Auf dem Wege zum Grabe spannt mir die Karla Vergeßt, daß Ihr einen Sohn gehabt habt. und die Schwarze ein, meine Lieblingspferde. Ihr wißt, wie lieb ich Pferde habe, und wie sehr ich auch Musik liebe. Ich weiß, daß Ihr kein Geld habt. Erfüllt mir aber den letzten Wunsch: Stellt mir Musit. Grüßet alle und Ade!"

Den zweiten Brief ließ Hanika den Vesely sie selbst schreiben:

Bors.( nach einer Weile im Verhöre fort. fahrend): Am Montag abend fam Vesely und meldete ihnen, daß er Hanila erschossen habe. Angel: Ja, das hat er getan. Dann lief er sofort aus der Wohnung weg. Als der Vorsitzende dann fragt, wie Vesely die Tat dargestellt hatte, verweigert die Ange flagte die Antwort.

Vors: Sie wissen es nicht? Das ist doch feltfam. Einen derartigen Eindrud kann man meines Erachtens nicht so schnell vergessen. Was taten Sie dann?

Angel: Jch legte mich ins Bett, weil mir übel wurde.

Vors: Wie lange war Vesely bei Ihnen? Angel.: Nur wenige Minuten. Vors: Was hat Ihre Mutter getan? Angel.: Sie weinte, ich aber weinte auch. Die Angeklagte beginnt frampfhaft zu pho- veinen. Man hört nur die Worte: ch habe nur die Scheidung gewünscht, nicht aber feinen Tod. Ich schlief die ganze Nacht nicht!" Vors.: Die Mutter hat auch nicht gea schlafen?

Vors: Das ist ja kein Grund. Ich besitze

auch keine Photographie.

Angel: Abends tam Vesely zurück und erzählte, er habe Hanika nicht angetroffen. Am Donnerstag wollte Hanifa fommen, ich über siedelte daher zu einem Bekannten, damit ich mit Sanita nicht zusammenkomme.

Die Angeklagte gibt dann über Befragen des Vorsitzenden weiter an, daß sie Vesely den Revolver wegnehmen wollte,

um sich selbst zu erschießen. Vesely babe aber den Revolver nicht hergegeben. Samstag hatte dann die Hanika mit Besely eine Zusammenkunft.

Der Kampf in der Wohnung. Angel: Ich sagte dem Vesely, daß ich nicht weiterleben wolle, wenn es nicht zur Schei bung kommt. Ich habe ihn aber nicht gebeten, daß er Sanita erschießen soll, sagte überhaupt nicht, was er tun solle. Er sprach dann von tam ich nach Hause. Samstag fuhr Vesely wie seinem zukünftigen Posten. Um halb 8 Uhr früh der meinem Manne nach. Wohin er gefahren, wußte ich nicht. Nachmittags fam mein Mann gegen 5 ihr.

Vors: Warum?

Angel: Weil er wußte, daß Vesely bei mir ist und daß er heute mit ihm sprechen wolle. Vors: Was geschah weiter? ,, Liebe Hildičko! Auf Grund dessen, was ich Anget: Er wollte mich angreifen. Mir in Prag von Dir gehört habe, und wovon ich mich graute aber. Jch eilte ins Badezimmer, er selbst in Brünn überzeugt habe, weiß ich nun, verlangte, daß ich wenigstens meinen Stopf her was Rarl für ein Mensch ist. Es ist mir ausstede. Ich war der Meinung, daß er mich nun eingefallen, daß ich Dich befreien könnte. Ich erschießen wolle, denn ich hörte im Nebenraum will mein Schidsal mit Deinem verknüpfen. Du das Knacken des Revolverhahns. Ich war unge­weißt, daß ich nicht in der Kanzlei bin. Ich fann fähr eine Stunde im Badezimmer. Er ging weg fein Menschentreiber sein. Während der ganzen und ließ mir einen Brief zurüd, worin es hieß, Geschäftstrife habe ich keine Hoffnung, einen daß er in die Scheidung einwilligen wolle, wenn Posten zu finden. Ich will lieber sterben. Aber es sein müsse, doch sei er davon überzeugt, daß ich will Dich retten, damit meine Tat Dir hilft. dies nicht aus meinem freien Willen, sondern Du weißt, daß ich als Cousin Dich lieb hatte, schon unter dem Druck der fremden Menschen ge­als 16jähriger Knabe, daß ich stets nur an Dein schehe. Doch er wolle nicht aufhören, mich weiter Glück dachte. An jedem meiner Sterbetage lege zu lieben. mir dafür auf mein Grab Blumen!" Vors.: Dieser Brief liegt uns nicht vor. Bei Verlesung dieser Briefe weinte der Angel.: Der Untersuchungsrichter muß Vors: Haben Sie Vesely den Brief ge­Angel.: Nein.

Ein Nachspiel im Gerichtssaal. Wien , 27. Feber. Heute begann vor einem Schöffengericht der für drei Tage anberaumte Prozeß gegen die sieben Personen, die beschuldigt find, im Salon der angeblichen Sprachlehrerin Jda Nadinez- Cadve an sadistischen Vorführungen teilgenommen zu haben. Angeklagt sind die Na­dineß, der Industrielle Taussig . Teppichhändler Kotanyi, der Uni­versitätsdozent, Dr. Bach stez, die Private Eugenie Degrassi, der Stait­haltereisetretär a. D. Baron Chlu­mecky und der Burgschauspieler Stomberg wegen Verbrechens der Schändung, Angeklagte, während im Auditorium eine diesen Brief haben. der Verführung zur Unzucht und der Unzucht große Bewegung entstand. wider die Natur.( Einem weiteren Beschuldig ten, es ist ein Prinz Schwarzenberg, gelang es, sich durch die Flucht nach Prag der Verhaftung zu entziehen. Die Red.)' Zur Verhandlung find insgesamt 37 Zeugen, darunter der Vorstand der Lehrkanzlei für Psychiatrie. Dr. Wagner- brachte die Fortsetzung des Verhöres mit der Wagner- Angeklagten Hilda Hanika. Jauregg, geladen. Die Verhandlung wird ge= heim geführt.

Englisches Unterhaus.

Die Poplar Debatte.

Die heutige Verhandlung.

Die Angeklagte erklärt nochmals, daß sie bollkommen unschuldig

sei. Sie hätte Vesely nicht zum Morde verleitet. Dann erzählt sie weiter, daß Vesely nach Brünn gekommen sei, um sie um einen Revolver zu bitten, den er, wie sie angibt, jedenfalls zu feinem persönlichen Schutz benötigte."

seigt?

Die Angeklagte wird ohnmächtig. Vors.: Was haben Sie dann getan? Angel: Ich bin ins Kino gegangen. Vors: Schon wieder einmal ins Kino. Nach einem Ringtampf um den Revolver ist sie ins Kino gegangen! Wer ging denn mit? Angefl.: Meine Mutter.

Vors: Was war weiter? felle bis zur Erledigung meiner Scheidungsan­Angel.: Meine Mutter riet mir auch, ich gelegenheiten in ein Seloster gehen.

London , 26. Feber. Im Unterhause begann heute vier Uhr nachmittags die Poplar- De batte. Das Haus war voll besucht. Auf den vordersten liberalen Bänken saßen Asquith, Lloyd George , Simon, auf der Regierungsbant Me a c donald, Snowden, Clynes, der Wohl­fahrtsminster Wheatley und andere Minister, ihnen gegenüber auf der vordersten Oppositions­bank Baldwin Horne, Chamberlain und die mei- besuchen? sten Minister der vormaligen Regierung. Das Angel: Um mit ihm wegen eines Po­liberale Parlamentsmitglied Briand brachte stens zu sprechen und weiter, um ihm zu sagen, einen Antrag ein, in dem gesagt wird, daß das daß ich nicht entschlossen bin, weiter mit ihm Unterhaus die Aftion des Wohlfahrtsminsters für zu reden.

Vors: Wann ist Vesely weggefahren? Angel: Vesely äußerte am Mittwoch) plößlich den Wunsch, meinen Mann am Manö im verfeld aufzusuchen. Ich begleitete ihn zum Bahnhof.

Bors.: Warum wollte er denn Ihren Mann

geeignet hält, Ungefeßlichkeit und Unordnung zu Vors.: Und wie haben Sie sich dazu ver­ermutigen und in dem als das wirkliche Heilmit- halten?

tel für die schwierige Lage der bedürftigen Bezirke Angel: Das war mir ja alles so gleich eine Reform der Bondoner Berwaltung und des gültig.

Bors.: Wohin, in welches Kloster? Angel: In ein Nonnenkloster. Bei diesen Worten erhebt sich Gelächter Auditorium.

Im selben Moment fällt Hilda Hanika ohn­mächtig zusammen.

Angel.: Nein. Wir beide konnten die ganze Nacht kein Auge zumachen.

Vors: Was war dann?

Angel: Nachmittag lasen wir in der Zeitung, daß Hanika erschossen worden sei. Das Dienstmädchen brachte die Zeitung. Man schidte mich aus dem Zimmer, ich kehrte aber bald zurüd.

Bors: Ihre heutige Verantwortung steht wiederholt in trassen Widersprüchen mit Ihren in der Voruntersuchung gemachten Aussagen. Hier liegen doch sämtliche Protokolle vor. Angel: Ich wollte anfangs Vesely nicht nennen, weil ich durch ihn in sehr große Er­regung geraten bin.

Bors.: Das dachten Sie? Anget: Ich gebe zu, daß ich die Waffe verschafft und mich dadurch schulbic ge macht habe.

Vors: Also wenigstens das geben Sie heute zu? Wie äußern Sie sich aber über Ihre aus den Zeitungen erfahren hätte, weil ich wußte, Aussagen bei der Polizei und später bei Gericht? Angel: Ich habe getan, als ob ich alles daß die Leute mich verunglimofen, daß sämtliche Zeitungen mich besudeln, ich roußte, daß Vesely gegen mich voreingenommen war. Ich wollte daher nichts mehr widerrufen, aber alle die Protokolle beruhen nicht auf Wahrheit.

Bors: Sie haben die Protokolle unter schrieben. Wir werden Sie Ihnen auch später AngelL: Mir ist ja alles gleichgültig ge

vorlegen.

wesen.

Der Borsigende fragt bierauf Besely, was er zu der: Ausführungen der Mitangeklagten zu erwidern habe.

Vesely: Nicht ein Wort ist to abt,

was sie bisher gesprochen hat.

Dann fommt es noch zwischen dem Vor benden und dem Verteidiger, der einen zwischenruf gemacht hat, zu einem Retontre.

Die Nachmittagsverhandlung.

Die Einvernahme der Hanika virb fort­gesetzt und die in der Voruntersuchung mit ihr aufgenommenen Protofolle verlesen. Die Ange­flagte versucht sich zu entlasten, indem sie alle ihre Aussagen widerruft, die sie irgendwie belasten und aus denen ein Zusam menhang mit der Tat hervorgeht. Sie erklärt, bei der Voruntersuchung unter dem Druck der Ereignisse gestanden zu sein und durch die öffent liche Meinung, wie sie in der Presse zum Aus­brud fam, beeinflußt gewesen zu sein.

Der Vorsitzende verfällt einigemal in einen gereizten Ton gegenüber der Angeklagten, wo­gegen der Verteidiger Dr. Goller unter Sin weis auf den Zustand der Schwangerschaft seiner Klientin Verwahrung einlegt.

Sodann wird mit der Einvernahme der britten Angeklagten Franziska Charbat begonnen. Nach Feststellung der Personalien wird der Angeklagten die Anklageschrift borge­lesen. Sie bekennt sich nicht schuldig und stellt jeden Zusammenhang mit dem Morde in Abrede. Auf die verschiedenen Vorhaltungen aus den Protokollen hat sie die fast ständige Antwort: ich weiß nicht". Sie Während man sich um die Angeklagte be- versucht sich nach einzelnen Fragen vor deren müht, erhebt sich der zweite Verteidiger Dr. Beantwortung an die Tochter zu wenden, was Stepan: Ich mache aufmerksam, daß sich der Vorsitzende aber verhindert. unsere Klientin im sechsten oder siebenten Monat Um sechs Uhr abends schließt der zweite der Schwangerschaft befindet. Wir wollen Verhandlungstag, ohne daß di Finvernahme damit beweisen, daß Hilda Hanika immer die der Charvat beendigt wäre. Wahrheit gesprochen hat, und zwar, daß sie in Der Prozeß dürfte aller Wahrscheinlichkeit der Zeit vom 10. bis 19. Auguft sich ihrem nach die ganze Woche dauern und eine Urteils­Mann hingeben mußte, weil dieser mit fällung vor Samstag kaum erfolgen.