10. Juli 1926,

Keine Erhöhung der Frachttarife. Das Eisen­bahnministerium dementiert die Meldungen, daß an eine Erhöhung der Frachtarife um ein volles Drittel gedacht werde, und erklärt, daß die Sätze des Frachtentarifes nicht erhöht werden und daß man an ähnliche Maßnahmen überhaupt nicht denke.

Seite 5. ganzen Tschechoslowakei . Die zwei verhafteten Land- Frau Buklov von einer sogenannte Fleischerfliege"| Abersbach wurde beschlossen, den Reingewinn von wirtssöhne sind Mitglieder einer großen Schmugg- gestochen. Dieser Stich verursachte eine sofortige 9988 K zuzüglich des Gewinnvortrages von 1511 K lerbande und stehen auch im Zusammenhang mit Blutvergiftung, so daß die Frau sofort ins Stran- auf neue Rechnung vorzutragen. Dieser Betrieb der ähnlichen Affäre in Friedek. Weitere Verhaftenhaus nach Mähr.- Ostrau überführt werden wurde im Jahre 1924 gegründet. tungen stehen bevor. mußte, wo sie zwischen Tod und Leben schwebt. Da­her soll gemahnt werden, beim Baden dort, wo sich meist solche Insekten aufhalten, doppelte Vorsteht

Die verschwundene Braut. Justine Suchanet in Přivoz lehrte dieser Tage in der elften Nacht­Was alles gestohlen wird. Nach einer Berliner Stunde mit ihrem Verlobten J. Dospischil heim. Blättermeldung wurde in Ostende die Anzeige ge- Der Bräutigam begleitete seine Braut bis vor ihre macht, daß ein großes Wasserflugzeug geftoh- Haustür und ging dann selbst nach Hause. Die len worden sei. Die belgischen Kennzeichen sollen in Braut aber, welche im Haustor den Schlüssel steden schwedische umgeändert worden sein. ließ und im Vorhause selbst Handtäschchen und Hand­Eine schwere Eisenbahnkatastrophe ereignete sich schuhe weglegte, ging noch einmal auf die Straße in der Nacht auf Donnerstag auf der Strede Kra- und ist bisher( schon über sechs Tage) noch nicht zu kau-- Warschau . Ein von Krakau nach Warschau rückgekehrt. Ihr Vater erstattete bei der Polizei die fahrender Expreßzug stieß bei der Station Ro- Abgangsanzeige, aber auch der ist es noch nicht ge­tom in voller Fahrt auf den in entgegengesetzter lungen, das geheimnisvolle Verschwinden der Braut Richtung fahr- nden Expreßzug. Vier aggons aufzuklären. Der Bräutigam gab in einem erhör des Expreßzuges Warschau Krakau, darunter 2 bei der Polizei an, daß er sich damals im Guten Pullmannwagen( der Prager und der Baseler), von seiner Braut verabschiedete und auch gar keine wurden zertrümmtert. Auch beim Expreßzug Rennzeichen einer Aufregung oder zerstreuung bei Krakau- Warschau sind einige Wagen schwer beschä- ihr bemerkt habe. Es ist selbstverständlich, daß das digt worden. 3 wei Passagiere des Expreßzuges Verschwinden der 22jährigen Braut unter der Be­Warschau- Krakau sind tot, acht teils schwer, teilts völkerung Aufsehen erregte. leicht verletzt. Nach vierstündigen Räumungsarbeiten wurde der Verkehr auf der Strecke wieder aufge­

noniment.

Der Tod in der Kohlengrube. Dieser Tage ereignete sich am Schachte Suchau in Unter­Such au ein gräßliches Unglück, welchem ein Bergarbeiter zum Opfer fiel. Der Bergarbeiter

Schwere Vergiftung durch einen Fliegenstich. Beim Baden wurde am Flußufer in Freistadt

Volkswirtschaft. 1925.

anzuwenden.

Billige Sonntagszüge in die Umgebung Prags . Am morgigen Sonntag werden die nachstehenden Büge als verbilligte Züge abgefertigt: 1. Von Wein bergen nach Čerčan um 8.45, zurüd um 17.00, Reise hin und zurück K 7.60. 2. Von Vršovitz- Nusle nach 3braslav- 3avist um 9.02, zurild um 19.56, Reise hin und zurück K 3.80. 3. Von Vysočan nach čela­tovic um 5.30 und 8.55, zurüd um 17.05 und 19.35, Reise hin und zurück 4 K. 4. Von Smichov nach Karlstein nm 5.45, zurüd um 17.20, Reise hin und zurüd K 5.40. 5. Von Smichov nach Revnic um 9.00, zurüd unt 19.38, Reise hin und zurüd K 4.60. Die Fahrkarten werden mit einem Regiebeitrag von 10 Seller während der Amtsstunden stets Freitag und Samstag bei den Aemtern der Stadt Prag , in Weinberge, Vršovice, Vysočan, Lieben und Smichov und in der Kanzlei des Fremdenverbandes im Ge­meindehaus beim Pulverturm ausgegeben.

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Die Seidenfabriken Gebr. Schiel A. G. in Römerstadt und Mähr- Schönberg hielten ihre Generalversammlung ab, in welcher beschlossen wurde, von den ausgewiesenen Reingewinnt von 1,093.798 K eine Dividende von 8 Prozent, d. s. 16 K pro Aktie, im Gesamtbetrage von 960.000 K zur Auszahlung zu bringen. 54.690 K werden dent Reservefonds zugewiesen. 43,910 K gelangen als Tantiemen zur Verteilung und der Rest von 212.428 Kronen wird auf neue Rechnung vorgetragen. Im Geschäftsbericht wird das Jahr 1925 nicht als un­günstig bezeichnet. Trotz alledem wurde ein Lohn­ebbant bei dieser Firma durchgebrückt, was zu einem vierwöchentlichen Streit führte. Es wird noch wei­ter berichtet, daß der derzeitige Beschäftigungsgrad für das Jahr 1926 gute Ergebnisse erwarten äßt. Aus der Bilanz ist ersichtlich, daß die Gebäude und Maschinen, natürlich nach Abschreibungen 10 Mill. K, die Debitoren 19 Mill. K, die Vorräte 32 min. Kronen, die Kreditoren 50 Mill. K, Regie und Löhne 13 Mill. K und der Warenertrag 24 Mill. K betragen. Die österreichische Repräsentanz wurde in eine selbständige A. G. mit einem Sapital von 200.000 Schilling, d. i. annähernd 1,000.000 K mit der Mut tergesellschaft noch nicht verrechnet.

dem werden dem Referbefonds 139.865 K, der Du­biofenreferbe 500.000 K und dem Arbeiter- und An­Die A. Klazar A. G. Jute- und Flachs­gestelltenfonds 100.000 K zugewiesen. 205.743 Kipinnerei weist einen Reingewinn von 1,417.708

Anton Scheliga, der in der achten Morgenstunde Kapitals- Gewinne im Jahre werben als Tantiemen ausgezahlt und der Reſt Stronen aus. Es wurde folgende Gewinſtverteilung

im Stollen VI zum Arbeitsplaße fam, glaubte sich wie gewöhnlich in vollkommener Sicherheit und fing mit den schweren Losbrechungsarbeiten an. Da löste sich von der Decke ein acht Meter= zentner schweres Stüd Gestein und begrub den Unglücklichen unter sich. Er war fo­

fort tot.

Folgende Zusammenstellung über Kapitals­gewinne der A. G. wird uns durch Gen. Zimmer, Angestellter der Union der Textilarbeiter in Reichen­berg, übermittelt.

Wenn es der Arbeiterschaft in den Betrieben Wenn es der Arbeiterschaft in den Betrieben mit persönlichen Firmeninhabern nicht möglich ist, die Reingewinne zu erfahren und zu kontrollieren, so erfährt man doch die Reingewinne bei A. G. aus den veröffentlichten, allerdings frisierten Bilanzen. Zumindest sieht man den nicht zit er­klärenden Widerspruch zwischen dem Gewinn einer­feits und dem Gejammer über die hohen Arbeiter­löhne, sozialen Lasten, Steuern, usw. andererseits. Diesen Widerspruch aufzuzeigen, soll der Zweck der folgenden Zeilen sein.

gen.

bon 255.509 K wird auf neue Rechnung vorgetra- beschlossen: 7% Prozent Dividende, d. i. 30 K pro Attie, im Gesamtbetvage von 1,050.000 K, dem Re­Noe u. Strok A. G. Tertilfabriken in fervefonds wurden 68.338 K, dem Verwaltungsrat Biebautal und Weißwasser hielt ihre Generalber- an Tantiemen 126,676 K, ben Revisoren 5000 K fammlung ab. Es wurde beschlossen, von den ab überwiesen und der Betrag von 172.694 K auf neue züglich Amortisation der Anlagen, verbleidenden Rechnung vorgetragen.( Besitzt Staatslieferungen.) Kammgarnspinnerei Ig. Schmieger Reingewinn bon 1,428.728 K eine Dividende wie im Vorjahre von 12 Prozent, d. f. 24 K pro Attie A. G. in 3 wobant: Dem Bericht ist folgendes zu auszuzahlen, was eine Summe von 1,200.000 K entnehmen: Das Unternehmen war trotz der Ein­ausmacht. Für Verwaltungsrats- Tantiemen 139.309 wirkung der Wollbaisse während des ganzen Kronen zu verwenden und den Rest des Reingewin- Jahres gut beschäftigt. Nach Abzug aller nes bon 351.394, zusammen 440.818 K auf neue Ausgaben, statutenmäßiger Abschreibungen so­Rechnung vorzutragen. wie entsprechender Dotierung des Resrvefonds gelangt eine Dividende von 15 Prozent an die At­tionäre zur Verteilung.

Cichorius u. Co. A. G. in Kratzau schüt

Neuschnee in Italien . Wie die italienischen Blätter melden, ist ein schweres Gewitter über Neapel niedergegangen. Die im Hafen liegenden Schiffe fonnten nur mit Mühe ihre Verankerun­gen verstärfen. Ein Schiff wurde losgerissen und bedrohte die in der Nähe liegenden Schiffe, ohne jedoch einen Schaden anzurichten. Zwei Barken verfanken und man konnte noch nicht feststellen, Die A. G. Fröhlich u. Söhne Warn 8- ob die ganze Besayung gerettet wurde. Aus No­dorf ist im Jahre 1925 dividendenlos. Der Rein­vara wird gemeldet, daß im Tale von Fer­gewinn von 34.049 K wird auf neue Rechnung vor- tet eine Dividende von 8 Prozent, d. f. 16 K pro mazza in großen Mengen Neuschnee gefallen getragen. Die Begründung, daß fein Reingewinn er­ist. In den Bergen hat der Schnee eine Höhe Die tschechoslowakische Solo- 3ünd­von 50 Zentimeter bis 2 Meter erreicht. Auch gewinn 125 Millionen Ke, b. j. 5 Prozent brach ein mehrwöchentlicher Streit aus, ber die Fer- holzfabriken A. G. weist einen Reingewinn Tertilwerte Mautner A. G., Rein- zielt wurde, lautet: Im Oktober des Vorjahres Aftie( im Vorjahre nur 12 K) aus. bola fabriken A. G. in Biacenza hat ein heftiges Gewitter getobt, das ohne Superbividende. Die Bilanz weist aber noch tigstellung der Halbfertigen Ware und den Bersand von 8.5 Mill. K( im Vorjahre 6.2 Mill. K) aus einen Teil der Straßen überschwemmte. Ha gel- weiter auf: Abschreibungen 2.8 Mill. K, statutenmä- der fertigen Produkte verhinderte. Die Waren sind von 8.5 Mill. K( im Vorjahre 6.2 Mill. K) aus und bezahlt 20 Prozent Dividende( im Vorjahre 15 schläge haben in der Nähe von Piacenza große Bige Tantiemen( wieviel ist nicht ersichtlich), aber am Lager geblieben, weshalb in weiterer Folge zu Prozent), dabei wurden noch 660.000 K dem Refer­Schäden angerichtet. Die Temperatur ist start ficher 10 Prozent, b. f. 1,250,000 K, bem Steuerre- Betriebsreduktionen geschritten werden mußte." d. gesunken. Auch in Oberitalien ist Schnee ferbefonds 5 Mill. K, Fonds für Kursverluste 1 Mil­Verlust bilang der Textilana A. G . in befonds, zugewiesen und 676,000 K an Tantiemen be­gefallen. Der Bo und andere Flüsse zeigen er- lion K, dem Jjedor Mautner- Fonds 200.000 K und Reichenberg. Der Generalversammlung wird zahlt. Für Verluste an Forderungen 750.000 K höhten Wasserstand, so daß man stellenweise er der Reft bon 687.000 K wird auf neue Rechnung vorgeschlagen, den für das Jahr 1925 aufgelaufenen und für Verluste am Werte der Vorräte(?) 750.000 neute Ueberschwemmungen befürchtet. Eine Junggesellinnensteuer will neben einer borgetragen. Der Bericht sagt noch, daß alle Be- Berluft aus den Gewinnvorträgen ber früheren Kabgeschrieben und 995.000 K auf neue Rechnung triebe gut beschäftigt waren und zufriedenstellende Jahre zu decken. Hieraus ist ersichtlich, daß in triebe gut beschäftigt waren und zufriedenstellende Die böhmische Industrial- und land­Junggesellensteuer der griechische Diftator Pangolos Preise erzielten. früheren Jahren bedeutende Gewinne erzielt wur- wirtschaftliche Bant weist mit dem Vor­einführen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sicht Die Fesfabriken Niklasdorf A. G. trag vom Vorjahr nur einen Reinertrag von als Steuersatz sowohl für unverheiratete Männer zahlten nur 8 Prozent, da der Fezabsatz in die Tür Textilwerke Friedrich Matta u 20,196.000 K aus. Sie bringt nur 5 Prozent, d. s. wie Frauen vor: zwischen 24 und 40 Jahren 150 fei nunmehr auf Schwierigkeiten stößt. Bekanntlich. Sohn A. G. erzielte nur einen Reingewinn von 10,500.000 K, zur Ausschüttung, das andere wird in 53.204 K. 20,000 K werben dem Unterſtügungsverschiedenen Fonden, davon dem Beamten- und Be­ist der Fez in der Türkei abgeschafft. fonds zugewiesen und den nach Hinzurechnung des dienstetenfonds 2 Millionen, untergebracht. Ein Rest Vortrages verbleibenden Rest von 305.370 K auf von 1,314.000 K wird vorgetragen. neue Rechnung vorgetragen. Es gelangt demnach feine Dividende zur Auszahlung.

Mart jährlich, über 40 Jahre 50 Mark.

Das größte Kohlenbergwerk Afrikas, das Wit­bont- Roblenbergwert swischen Pretoria und Johannisburg, steht in Flammen. Der Brand be­gann am Sonnabend und hat sich soweit ausgedehnt, daß nunmehr auf allen Schächten des Werkes, das cine Förderung von Millionen Tonnen im Jahr aufweist, große Rauchwolfen aufsteigen. Man trägt sich mit dem Gedanken, das gesamte Bergiverk unter Wasser zu sehen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Sacharinjchmuggel im Hultschiner Ländchen. Dieser Tage wurden in Köberwitz( Hultschiner Ländchen) zwei Landwirtssöhne, M. Drastik und Johann Homolla, wegen Sacharinschmuggels aus Deutschland in die Tschechoslowakei verhaftet. Das eingeschmuggelte, Sacharin verbreiteten sie in der

Kleine Chronit.

Obfolet A. G . zahlt für die Spinnerei und Färberei 15 Prozent Dividende wie im Vorjahre. Die Prager Mühlen und Brotfabriken, die dersel­ben Firma gehören, zahlen nur 6 Prozent.

Die Rottofteleger und Erlacher Spin nerei und Weberei A. G . zahlt 10 Prozent Divi­ dende .

ben.

Die Vereinigte Ascher Färberei A. G . Die Rosenberger Textilmerte Maut zahlt 15 Prozent Dividende gegen 12 Pro- ner A. G. hat in der Generalversammlung beschlos­zent im Vorjahr. fen, von dem nach Dotierung der Amortisation 187.055 K und nach Abschreibung von 1,100.000 K Kriegsanleihebesiz den resultierenden Reingewinn bon 78,300 K wie folgt zu verwenden: 50.000 K werden dem fedor Mautner- Fonds zugewendet unb nach Auszahlung der Tantiemen und nach Hinzu­rechnung des Vortrages im Betrage von 590.956 K verbleibenden Restes von einer Dividendenzahlung abzusehen und auf neue Rechnung vorzutragen.

Die Tertilwerte Johann Hennrich u. Söhne A. G . wiesen einen Reingewinn im Jahre 1925 von 3,001.117 K auf. Im Vorjahre betrug der Reingewinn nur 2,905.053 K. Die Firma zahlt eine 15prozentige Dividende, d. f. 60 K pro Attic, im Gesamtbetrage von 1,800.000 K. Außer­

In der A. G . der Leinen weber in Ober­

Gute Nachbarn.

borgetragen.

Auch die Mähr. Agrar- und Industrie­bant verteilt bei einem Reingewinn von 10,881,000 K auch nur 5 Prozent 6 Mill, K. Dafür wer­den dem Reservefonds 4.8 Mill. K zugewiesen, wel­cher damit auf 89,178.000 K anwächst.

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Die Skoda- Werke verteilen bei 35,679.000 Kronen Reingewinn und bei Dotierung der Verlust­referbe mit 80 Millionen K Stand dieses Fondes 318 min. K- 44 K Dividende.( Der Kurswert der Aktie beträgt derzeit 701.) Dazu sind 27.5 Min. Stronen notwendig. Das Unternehmen hat sich im letzten Jihr mit Laurin- Kelment, Jungbunzlau, und der Kabel- und Drahtseilfabrik Kablo" in Kladno fusioniert.

Der gerechte Richter.

Weibchen mindestens 1500 Junge hervorbringen, und über. Er begrüßte den Schwiegersohn und fragte: der Schuldner entgegnete sanft: Gelb habe ich nicht, bei den Fliegen hat Wilhelm von Gleichen die Ge- ,, Wer ist denn das Frauenzimmer, dessen Bild drau- aber es tat mir so weh, wie ich dich gestern stehen samtzahl der Nachkommenschaft eines einzigen ßen vor der Tür hängt?"- ,, Eure Tochter, ebler fah. Deshalb bat ich dich für heute zeitig her, damit Weibchens in einem Sommer auf 2 Millionen Stüd Schwiegervater." ,, So? Ja, wie kommt denn du einen Stuhl bekommst. Sonst mußt du heute Die Fruchtbarkeit niederer Tiere. berechnet. Die geradezu beängstigende Vermehrung deine Frau dazu, sich so Seite an Seite neben einem wieder stehen." In der niederen Tierwelt finden wir eine mancher Insekten ist ja bekannt. Der Kartoffel- fremben jungen Mann malen zu lassen? Das läßt Fruchtbarkeit, von der wir uns oft faum noch eine fäfer wird dadurch zu einem gefürchteten Kultur- du dir gefallen?" Borstellung machen können. Schon die Fische haben pflanzenschädling, und ebenso ist die Forleule durch eine erstaunliche Vermehrungsfähigkeit. So legt die ihre erstaunliche Fruchtbarkeit zu einem verwüsten­Forelle enva 2000 Gier, der Hering 30.000, der den Waldschädling geworden. Der Schwammfpinner, Starpfen 500.000, der Stör sogar 3 Millionen, der der in Amerika einen Schaden von vielen Millionen Kabliau 4 Millionen, und vom Steinbutt wird be- Dollar angerichtet hat, muß heute noch mit allen hauptet, daß er seine eierlegende Tätigkeit bis auf Mitteln verfolgt werden, weil er sich sonst sehr balb 30 Millionen bringt. Natürlich kann hier vom wieder zu seiner vernichtenden Tätigkeit auf­,, Legen" im wörtlichen Sinne nicht mehr die schwingen würde. Rede sein.

Der Eierstod einer Teichmuschel enthält etwa 400.000 Eier, und Austern sollen jährlich bis zu einer

Chinesische Anekdoten.

Das Porträt.

Million produzieren. Im Rogen des Dorsch gelten Ein Sommerheft vom Inselschiff, der Verlags­3 Millionen als die Regel, und der des Haufen soll zeitschrift des Inselverlages in Leipzig( 7. Jahrgang, 10 bis 12 Millionen enthalten. Eine fabelhafte 3. Seft) ist eben erschienen. Neben anderen inter­Fruchtbarkeit wird den Spulwürmern nachgesagt. Ein effanten Beiträgen werden darin einige von Franz einziges Weibchen soll im Laufe eines Jahres über Kuhn übertragene chinesische Anekdoten mitgeteilt, die 60 Millionen Eier abstoßen, deren Gesamtgewicht wir hier wiedergeben, weil sie sehr schön und wenig etwa doppelt so groß ist wie das Lebendgewicht des stens zum Teil wohl noch unbekannt sind. ganzen Tieres. Der Bandwurm soll nach Leutart jährlich 800 reife Glieder erzeugen, und jedes ein­zelne Glied soll im gleichen Zeitraum 53.000 Eier Mißmutig faß Herr Li, ein junger Porträtme­hervorbringen, so daß wir beim Bandwurm auf die ler, mit seiner Frau vor der leeren Staffelei. Rein ungeheuere Zahl von rund 42 Millionen Eier Kunde wollte kommen und einen Auftrag erteilen. fommen. Unter günstigen Verhältnissen kann diese und Herr Li flagte sein Leid Herrn Ki, seinem Nach Zahl aber noch viel größer werden, denn es gibt barn. Der riet ihm, zunächst einmal sich selbst an Exemplare, die täglich 6 bis 8 Glieder abstoßen. I der Seite seiner hübichen Gattin zu porträtieren Gewaltig groß ist auch die Vermehrungsfähigkeit des und das Bild draußen an der Tür als Reflame auf Regenwurms. Marschall schäßte in Deutschland die zuhängen." Dann würden schon die Kunden tom Zahl der Regenwürmer auf 130.000 Stück für jeden men. Herr Li befolgte diesen Rat. Settar Kulturland. Von den Trichinen soll jedes Da kam eines Tages sein Schwiegervater vor

Ein bestechlicher Richter pflegte immer ein paar Tage vor einem Prozeßtermin mit jeder der beiden beteiligten Parteien ,, Rücksprache" zu nehmen. Wieder sollte ein Prozeß stattfinden, und der Richter hatte zubor mit dem Kläger Rücksprache" genommen. Sie bestand darin, daß ihm dieser fünfzig Silbertaels überreichte. Als der Beklagte dies hörte, schickte er dem Richter hundert Silberbaels.

Ein stiller Bücherfreund wohnte mitten zwischen einer Kupferschmiede und einer Eisenschmiede. Den ganzen Tag über dröhnte aus den nahen Werkstätten der Lärm der Schmiedehämmer an seine Ohren und raubte ihm seine Ruhe. Wiederholt gab er feinen Nachbarn zu verstehen, daß er ihnen ein üppiges Freudenmahl bereiten würde, wenn sie auszögen. Beim Termin schritt der Richter sogleich zur Eines Tages kamen sie zu ihm und teilten ihm Urteilsverfündung, und zwar erklärte er den Kläger mit, sie gedächten demnächst auszuziehen, und erlaub für schuldig. Erschrocken hielt dieser dem Richter ten sich, ihn an sein Versprechen zu erinnern. Hoch- seine Hand mit gespreizten fünf Fingern entgegen erfreut richtete der andere einen festlichen Schmaus und rief: Ich habe recht!" Aber der Richter hob her und lub seine beiden Nachbarn zu Gast. Nachdem seinerseits beide Hände mit gespreizten Fingern in fich die zwei an Speise und Trank gütlich getan hat- die Höhe und schrie: Schweig, elender Schurke, der ten, fragte er sie höflich: und wohin gedachtet ihr andere hat doppelt recht!" zu ziehen?" Da antworteten sie vergnügt: Er zieht in meine Wohnung und ich in feine!"

Der rüdsichtsvolle Schuldner.

Herr Li war von Gläubigern arg bedrängt. Eines Tages saß sein ganzes Haus voll von Gläubigern, die alle auf die Bezahlung ihrer Forde rung warteten. Kein Stuhl, keine Bank war unbe­fett. Bulegt fam noch ein Gläubiger, und der mußte stehen. Da raunte ihm der Schuldner leise ins Ohr, er möchte doch am nächsten Tage wieberkommen, aber recht früh. Der Gläubiger glaubte sich vor den andern bevorzugt und zog hocherfreut ab.

Die ungleichen Schuhe.

Ein Mann besaß zwei Paar Schuhe, die einen hatten dicke Sohlen, die anderen dünne. Als er eines Tages unterwegs war, merkte er, daß er hinkte. Erst dachte er, es läge an der Unebenheit des Weges, dann machten ihn Vorübergehende aufmerksam, daß er angleiche Schuhe anhabe. Der eine Schuh hatte eine dicke Sohle, der andere eine dünne.

Da sagte der Mann zu seinem Knecht, der ihn begleitete: Lauf schnell nach Hause und hol mir das andere Baar." Der Knecht kam mit leeren Händen zurück und sprach: Herr, es hat keinen Zweck, daß Am nächsten Tage bei Morgengrauen stellte er Ihr die Schuhe wechselt, das andere Paar hat auch sich wieder ein und wollte sein Geld haben, Aber| ungleiche Sohlen."